[0001] Die Erfindung betrifft ein Dampferzeugerrohr, in dessen Rohrinnenraum zur Bildung
eines drallerzeugenden Innenprofils mindestens ein Rohreinsatz angeordnet ist. Sie
betrifft weiterhin einen Durchlaufdampferzeuger mit derartigen Dampferzeugerrohren.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zum Herstellen eines mit einem
drallerzeugenden Innenprofil versehenen Dampferzeugerrohres.
[0002] In den Brennkammerwänden eines Durchlaufdampferzeugers werden üblicherweise miteinander
über Stege gasdicht verschweißte Dampferzeugerrohre zur Bildung eines den Feuerraum
umgebenden Gaszuges eingesetzt, die für den Durchfluss eines Strömungsmediums parallel
geschaltet sind. Anstelle von Rohren mit dazwischen liegenden, separaten Flacheisenstegen
können auch Rohre verwendet werden, die bereits werksseitig mit angeformten Flossen
ausgerüstet sind. Die Dampferzeugerrohre können dabei vertikal oder auch schräg angeordnet
sein. Für ein sicheres Betriebsverhalten des Durchlaufdampferzeugers sind die Dampferzeugerrohre
in der Regel derart ausgelegt, dass auch bei niedrigen Massenstromdichten des die
Dampferzeugerrohre durchströmenden Mediums eine ausreichende Kühlung der Dampferzeugerrohre
gewährleistet ist.
[0003] Ein wichtiges Auslegungskriterium sind die Wärmeübergangseigenschaften eines Dampferzeugerrohres.
Ein hoher Wärmeübergang ermöglicht eine besonders effektive Beheizung des das Dampferzeugerrohr
durchströmenden Mediums bei gleichzeitig zuverlässiger Kühlung des Dampferzeugerrohres
an sich. Das Wärmeübergangsverhalten eines Dampferzeugerrohres kann bei fossil beheizten
Dampferzeugern, die bei unterkritischen Drücken betrieben werden, durch das Auftreten
so genannter Siedekrisen beeinträchtigt sein. Dabei wird die Rohrwand nicht mehr vom
flüssigen Strömungsmedium - in der Regel Wasser - benetzt und somit nur unzureichend
gekühlt. Infolge der höheren Materialtemperaturen könnten dann die Festigkeitswerte
der Rohrwand reduziert werden.
[0004] Für eine Verbesserung des Wärmeübergangsverhaltens kommen üblicherweise Dampferzeugerrohre
zum Einsatz, die infolge eines Verformungsprozesses (z. B. Kaltziehen) auf ihrer Innenseite
eine Oberflächenstruktur oder ein Innenprofil in der Art schraubenförmig gewundener
Rippen aufweisen. Durch die Formgebung der Rippen wird dem das Dampferzeugerrohr durchströmenden
Medium ein Drall eingeprägt, so dass sich die schwerere flüssige Phase infolge der
wirkenden Zentrifugalkräfte an der Rohrinnenwand sammelt und dort einen benetzenden
Flüssigkeitsfilm ausbildet. Damit ist auch bei vergleichsweise hohen Wärmestromdichten
und niedrigen Massenstromdichten ein ausreichend hoher Wärmeübergang von der Rohrinnenwand
auf das Strömungsmedium gewährleistet.
[0005] Nachteilig ist bei den bekannten innenberippten Dampferzeugerrohren, dass diese infolge
der begrenzten Verformbarkeit des Rohrmaterials vergleichsweise aufwändig herzustellen
sind. Insbesondere bei hochwarmfesten Stählen mit hohem Chromgehalt ist die Verformbarkeit
stark eingeschränkt. Derartige Werkstoffe spielen bei Dampferzeugerrohren heutzutage
eine immer wichtigere Rolle, da sie - zumindest im Prinzip - eine Auslegung eines
Dampferzeugers für besonders hohe Dampfparameter, insbesondere für hohe Frischdampftemperaturen,
und damit einhergehend besonders hohe Wirkungsgrade gestatten. Durch die materialbedingten
Einschränkungen bei der Verarbeitung ist es jedoch in der Praxis nicht oder nur mit
erheblichem Aufwand möglich, innenberippte Rohre mit den gewünschten, strömungstechnisch
vorteilhaften Rippenprofilen im Rahmen eines Verformungsprozesses aus Glattrohren
zu erzeugen. Insbesondere sind hinreichend steile Flankenwinkel und scharfkantige
Übergänge in Verbindung mit großen Rippenhöhen nur schwer fertigbar. Darüber hinaus
ist die Höhe der Rippen nur innerhalb eines engen Rahmens fertigbar. Zudem ergibt
sich eine nur geringe Flexibilität bezüglich der Profilgestaltung entlang des Rohres.
[0006] Aus diesen Gründen kommt derzeit gerade bei der Auslegung und Konzeption moderner
Dampferzeuger mit so genannten ultrahohen Dampfzuständen nur der Einsatz von Glattrohren,
also ohne Innenberippung, in Betracht. Aufgrund der vergleichsweise schlechteren Wärmeübergangsverhältnisse
bei diesen glatten Dampferzeugerrohren gegenüber innenberippten Rohren muss daher
bei der Auslegung des Dampferzeugers eine vergleichsweise hohe Massenstromdichte für
das Strömungsmedium gewählt werden, um einen ausreichend hohen Wärmeübergang und damit
eine sichere Kühlung der Dampferzeugerrohre zu gewährleisten. Um dementsprechend die
Anzahl der Dampferzeugerrohre bei gleichem Gesamtdurchsatz geeignet gering halten
zu können, muss für die Auslegung der genannten Dampferzeuger anstelle einer so genannten
Senkrechtberohrung, bei der die Dampferzeugerrohre im Wesentlichen vertikal geführt
die Umfassungswände der Brennkammer bilden, eine Berohrung in der Art einer schraubenförmigen
Wicklung der Dampferzeugerrohre in den Brennkammerwänden gewählt werden. Dadurch wird
die Brennkammerkonstruktion allerdings in unerwünschter Weise aufwändiger und komplexer,
und aufgrund der geometriebedingt größeren Rohrlängen müssen höhere Druckverluste
in Kauf genommen werden.
[0007] Alternativ wurden bereits verschiedenartige drallerzeugende Einbauteile zum nachträglichen
Einbau in ein Dampferzeugerrohr vorgeschlagen. Zu diesen zählen insbesondere die so
genannten "Twisted Tapes": Aus einem Metallstreifen gefertigte Bänder, die in sich
verdrillt oder gewunden sind. Den bislang bekannten Rohreinbauten ist allerdings der
Nachteil gemeinsam, dass sie zum einen den (ursprünglich) freien Querschnitt im Zentrum
des Rohres versperren und daher zu sehr hohen Druckverlusten führen, und dass sie
zum anderen die gesamte Strömung ausgesprochen stark umlenken und dabei teilweise
"überdrallen". Ein einfaches Twisted Tape z. B. führt bei höheren Dampfgehalten in
der Zweiphasenströmung zu einem Ansammeln der Wasserphase im Zwickel zwischen der
Rohrwand und dem Tape bei gleichzeitigem Austrocknen und damit unzureichender Kühlung
der Innenwandbereiche leeseitig des Tapes. Dampferzeugerrohre mit Einbauten in der
Art von Twisted Tapes sind daher nicht für alle bei Dampferzeugern üblicherweise auftretenden
Betriebsbedingungen gleichermaßen geeignet.
[0008] Alternativ ist ein Dampferzeugerrohr bekannt, in dessen Rohrinnenraum zur Bildung
eines drallerzeugenden Innenprofils mindestens ein Rohreinsatz angeordnet ist. Dieser
umfasst mindestens einen Blechrahmen mit einer Anzahl großflächiger Ausnehmungen,
wobei der Einsatz in Längsrichtung verdrillt ist. Die Ausnehmungen ermöglichen dabei
den störungsfreien Durchtritt des Strömungsmediums in Längsrichtung des Dampferzeugerrohres.
[0009] Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, ein noch weiter verbessertes Dampferzeugerrohr
der eingangs genannten Art anzugeben, das bei einfach und kostengünstig gehaltener
Fertigung und bei einer großen Bandbreite unterschiedlicher Betriebsbedingungen ein
besonders günstiges Wärmeübergangsverhalten aufweist. Des Weiteren sollen ein zur
Herstellung eines derartigen Dampferzeugerrohres geeignetes Herstellungsverfahren
sowie ein Durchlaufdampferzeuger angegeben werden, der bei hoher betrieblicher Sicherheit
und bei einem hohen Wirkungsgrad einen besonders einfachen Aufbau besitzt.
[0010] Bezüglich des Dampferzeugerrohres wird die genannten Aufgabe erfindungsgemäß gelöst,
indem der Rohreinsatz von einem in der Art einer Schraubenfeder gewundenen, an der
Rohrinnenwand geführten Profildraht gebildet ist.
[0011] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass die Ausgestaltung des Rohreinsatzes
zur Bildung des drallerzeugenden Innenprofils konsequent die grundsätzlichen Auslegungskriterien
für die Verwendung im Dampferzeugerrohr einhalten sollte, nämlich insbesondere sowohl
die Bereitstellung eines geeigneten drallerzeugenden Innenprofils unter Rückgriff
auf die Schraubenkontur als auch eine weitgehende Vermeidung unnötiger Druckverluste,
wie sie durch Verblockung des zentralen Strömungspfades im Dampferzeugerrohr entstehen
könnten. Um vor diesem Hintergrund mit besonders einfachen Mitteln eine zuverlässige
Oberflächenstruktur bereitstellen zu können, ist die Ausgestaltung des Rohreinsatzes
im Wesentlichen als Schraubenfeder vorgesehen.
[0012] Der Rohreinsatz und damit der diesen bildende Profildraht kann sich über die gesamte
Länge des Dampferzeugerrohres hinweg erstrecken. Alternativ kann in einer bevorzugten
Ausführungsform aber auch eine lediglich stück- oder abschnittsweise Einbringung des
drallerzeugenden Rohreinsatzes vorgesehen sein, wobei vorzugsweise insbesondere in
denjenigen Zonen des Dampferzeugerrohres, in denen beim Betrieb des Dampferzeugers
auslegungsbedingt mit einem besonders hohen Wärmeeintrag infolge besonders hoher lokaler
Beheizung zu rechnen ist, entsprechende Rohreinsätze vorgesehen sind.
[0013] Um ein vergleichsweise einfaches Einbringen des Rohreinsatzes in den Rohrinnenraum
des Dampferzeugerrohrs, vorzugsweise durch Einschieben, zu ermöglichen, sind die Dimensionierungen
der einzelnen Komponenten vorteilhafterweise entsprechend geeignet gewählt. Insbesondere
weist dazu die durch den Profildraht gebildete Schraubenfeder im lastfreien Zustand,
also im mechanisch und thermisch unbelasteten Zustand, einen im Vergleich zum Rohrinnendurchmesser
mindestens um 1 mm kleinerem Außendurchmesser auf. Damit ist unter normalen Arbeitsbedingungen
eine vergleichsweise einfache Einbringung des Rohreinsatzes in den Rohrinnenraum ermöglicht,
wobei zudem auch Effekte induzierter Längenänderungen auf diese Weise geeignet kompensiert
werden können. Wie sich nämlich herausgestellt hat, kann während des Dampferzeugerbetriebs
zwischen dem eigentlichen Dampferzeugerrohr und dem darin eingebrachten, als Innenprofil
dienenden Profildraht eine Temperaturdifferenz von bis zu 100 K und mehr entstehen.
Die daraus resultierende Längendifferenz zwischen dem Dampferzeugerrohr und dem Profildraht
kann durch elastische Verformung des schraubenförmig gewundenen Profildrahtes aufgenommen
werden.
[0014] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung sind die Komponenten des Dampferzeugerrohrs
derart ausgebildet, dass nach Einbringung des Rohreinsatzes in den Rohrinnenraum im
Vergleich zu herkömmlich eingesetzten innenberippten Rohren möglichst weit gehend
vergleichbare Strömungs- und Betriebseigenschaften erhalten werden. Dazu weist der
Profildraht vorteilhafterweise einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf,
so dass nach Einbringung des Profildrahts in den Rohrinnenraum eine Kontur ähnlich
der eines gewöhnlichen innenberippten Rohres entsteht. Darüber hinaus ist dabei besonders
vorteilhaft, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Rippenrohren, die unter Einsatz erheblicher
Verformungskräfte durch einen Verformungsprozess aus Glattrohren hergestellt werden,
eine große Flexibilität hinsichtlich der strömungsrelevanten Parameter, wie etwa Windungszahl,
Breite der Randstege (entsprechend der Rippenhöhe bei Rippenrohren), Flankenwinkel
und Scharfkantigkeit besteht. Diese Parameter können insbesondere durch geeignete
Querschnittsvorgaben für den Profildraht an den jeweiligen Auslegungsfall angepasst
werden. Im Hinblick auf übliche Rohrdimensionierungen weist der Profildraht dabei
vorteilhafterweise einen viereckigen Querschnitt mit Seitenlängen von jeweils zumindest
1,5 mm auf.
[0015] Zur Fixierung des Rohreinsatzes im Rohrinnenraum ist der Profildraht in besonders
vorteilhafter Weiterbildung über eine Anzahl von an jeweils zugeordneten Stützstellen
angeordneten Federelementen an der Rohrinnenwand abgestützt. Die Federelemente, die
vorzugsweise als Flachformfedern ausgebildet sind, sind dabei zweckmäßigerweise formschlüssig
oder formschlüssig und stoffschlüssig mit dem Profildraht verbunden. Die Längsachse
der Federelemente bildet dabei zweckmäßigerweise einen Winkel von etwa 90° zum Steigungswinkel
des Profildrahtes. Das jeweilige Federelement ist in weiterer vorteilhafter Ausgestaltung
als Flachformfeder ausgebildet und weist einen Federschenkel mit einer Länge von mehr
als der Ganghöhe der durch den Profildraht gebildeten Schraubenfeder auf, so dass
jeder Schenkel durch den nachfolgenden Windungsgang der Schraubenfeder seitlich nach
außen zur Rohrinnenwand hin gedrückt wird und dort eine Fixierung bewirken kann. Um
die Fixierung dabei weiter zu begünstigen, ist der Durchmesser des gedachten Kreises,
der durch die Außenkanten der Federschenkel gebildet wird, vor dem Zusammenbau des
Dampferzeugerrohres größer als dessen Innendurchmesser, so dass beim Zusammenbau des
Dampferzeugerrohres mit dem Rohreinsatz die Federschenkel der Federelemente nach innen
gebogen und dabei gespannt werden. Dadurch entsteht eine kraftschlüssige Verbindung
zwischen dem Rohreinsatz und dem Dampferzeugerrohr.
[0016] An einer schraubenförmigen Windung des Profildrahtes, die senkrecht zur Längsachse
des Dampferzeugerrohres gesehen einen Kreisring bildet, kann dabei ein einziges Federelement
oder auch eine Mehrzahl von Federelementen angeordnet sein. Bei der Anordnung von
ein oder zwei Federelementen wird der Profildraht dabei an einer Stelle kraftschlüssig
mit der Innenseite des Dampferzeugerrohrs verbunden, wobei die Seite des Dampferzeugerrohres,
an der der durch den Profildraht gebildete schraubenförmige Teil kraftschlüssig an
der Rohrinnenwand anliegt, vorzugsweise der stärksten Beheizung zugewandt sein sollte.
Bei drei oder mehr Federelementen kann der Profildraht mit annähernd gleichem Abstand
von der Innenseite des Dampferzeugerrohrs fixiert werden.
[0017] Das durch den Profildraht gebildete Innenprofil zur Drallerzeugung kann dabei in
der Art einer eingängigen Schraubenfeder ausgelegt sein. In vorteilhafter Ausgestaltung
ist dabei aber die Nachbildung einer zwei- oder mehrgängigen Schraubenfeder vorgesehen,
wobei dies durch eine Mehrzahl von ineinander geführten, in ihrer Gesamtheit eine
mehrgängige Schraubenfeder bildenden Profildrähten erreichbar ist. Benachbarte Profildrähte
sind dabei vorteilhafterweise stellenweise über Abstandshalter miteinander verbunden,
so dass sich in Längsrichtung des Dampferzeugerrohres gesehen ein gleichmäßiges Innenprofil
ergibt. Der oder die Abstandshalter können dabei in weiterer vorteilhafter Ausgestaltung
in die genannten Federelemente integriert sein, so dass jeweils mit einem einzigen
Bauteil sowohl die Fixierungsfunktion über den Federeffekt als auch die Positionierungsfunktion
über die Einstellung des gewünschten Abstands gewährleistet werden kann.
[0018] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist das mit dem Rohreinsatz zur Bereitstellung
eines drallerzeugenden Innenprofils versehene Dampferzeugerrohr in besonderer Weise
strömungsgünstig im Hinblick auf den Einsatzzweck im Dampferzeuger ausgestaltet. Dabei
kann in besonders vorteilhafter Ausgestaltung gezielt der Effekt genutzt werden, dass
durch die Verwendung eines separaten, von der Herstellung des eigentlichen Dampferzeugerrohrs
unabhängigen Bauteils zur Bereitstellung des drallerzeugenden Innenprofils herstellungsseitig
vergleichsweise viele Freiheitsgrade bei der Vorgabe und Auswahl einzelner charakteristischer
Parameter nutzbar sind. Durch Nutzung dieser Freiheitsgrade kann das Dampferzeugerrohr
in besonderer Weise strömungsgünstig bzgl. der gewünschten Phasenseparation ausgestaltet
sein, ohne dass es wie bei einem innenberippten Dampferzeugerrohr zu unzulässigen
Verformungskräften bei dessen Herstellung kommt. So hat es sich gezeigt, dass die
durch den Drall verursachte Phasenseparation bei Verdampfung von Wasser besonders
groß ist, wenn der Steigungswinkel des schraubenförmig gewundenen Profildrahts, bezogen
auf eine Ebene senkrecht zur Rohrachse des Dampferzeugerrohres, kleiner als 50° ist.
Vorteilhafterweise ist daher der genannte Steigungswinkel höchsten 45°, vorzugsweise
höchsten 40°, besonders vorzugsweise höchstens 35°, in besonders vorteilhafter Ausgestaltung
höchstens 30°.
[0019] Weiterhin ist es gerade bei einem vergleichsweise langen, sich über die gesamte Höhe
des Dampfkessels erstreckenden Dampferzeugerrohr wünschenswert, entlang seiner Längsausdehnung
je nach Ort unterschiedliche Führungsprofile im Rohrinneren vorzusehen, die der räumlichen
Entwicklung bzw. Variation sowohl des Dampfanteils als auch des Beheizungsprofils
Rechnung tragen. Ein derartiges Konzept lässt sich vorteilhafterweise dadurch realisieren,
dass eine Mehrzahl von Einsätzen in das Dampferzeugerrohr eingebracht ist, die in
jeweils getrennten Rohrabschnitten angeordnet sind, wobei der jeweilige Einsatz mit
seinen geometrischen Parametern an die im Betrieb vorgesehene lokale Beheizung und/oder
an die lokalen Strömungsverhältnisse angepasst ist. Da sich ferner herausgestellt
hat, dass der Drall nach einmaliger Generierung auch bei einer Zweiphasenströmung
mindestens über eine Strömungsstrecke von fünf Rohrdurchmessern erhalten bleibt, ist
keine vollständige, lückenlose Bestückung des Rohres notwendig. Vielmehr können die
Einsätze durch Zwischenräume voneinander beabstandet in das Dampferzeugerrohr eingebaut
sein.
[0020] Zweckmäßigerweise werden die hier beschriebenen Dampferzeugerrohre bei einem fossil
beheizten Durchlaufdampferzeuger eingesetzt. Durch das drallerzeugende Innenprofil
der Rohre und die damit verbundenen Verbesserungen im Wärmeübergangsverhalten ist
auch bei Kesselkonstruktionen mit vertikaler Rohranordnung ("senkrechte Berohrung")
eine ausreichende Wärmeübertragung auf das Strömungsmedium und damit eine Kühlung
der Rohrwände gewährleistet. Eine Senkrechtberohrung mit höherer Rohranzahl und mit
vergleichsweise kurzen Rohrleitungslängen ermöglicht aufgrund der gegenüber schräg
bzw. spiralförmig angeordneten Rohren geringeren Strömungsgeschwindigkeiten und geringeren
Massenstromdichten einen Betrieb des Dampferzeugers mit reduziertem Druckverlust und
mit reduziertem Mindestdurchsatz. Damit kann das den Dampferzeuger umfassende Kraftwerk
für eine geringere Mindestlast ausgelegt sein. Die von geneigten Dampferzeugerrohren
bekannten Separationseffekte, bei denen Wasser und Dampf bei Unterschreiten einer
Mindestströmungsgeschwindigkeit bzw. einer Mindestlast nur noch geschichtet strömen,
so dass Teilbereiche der Rohrwände nicht mehr benetzt werden, treten bei Senkrechtberohrung
nicht auf. Außerdem entfallen aufwendige, mit umfangreichen und kostenintensiven Schweißarbeiten
verbundene Tragkonstruktionen für den Dampfkessel, da eine Kesselwand mit senkrechter
Berohrung in der Regel selbsttragend ausgelegt werden kann.
[0021] Weiterhin können die genannten Rohreinbauten auch bei konvektiver Beheizung, wie
sie etwa im Abhitzekessel von GuD-Kraftwerken vorliegt, aufgrund des verbesserten
Wärmeüberganges zu einer Reduzierung der Wärmetauscherfläche und damit zu deutlichen
Kosteneinsparungen führen.
[0022] In Bezug auf das Herstellungsverfahren wird die oben genannte Aufgabe gelöst, indem
ein aus einem oder mehreren in der Art einer ein- oder mehrgängigen Schraubenfeder
gewundenen Profildrähten gebildeter Rohreinsatz in den Rohrinnenraum eingebracht wird,
indem der Rohreinsatz mittels einer zentral geführten, an einer Anzahl von Stützstellen
über zugeordnete Greifelemente in jeweils eine Schraubenwindung der Schraubenfeder
eingreifende Montagestange in den Rohrinnenraum eingezogen wird. Wie sich nämlich
herausgestellt hat, ist die Herstellung des genannten Dampferzeugerrohres ein besonderes
Problem, da einerseits für den Montagevorgang, also die Einbringung des Rohreinsatzes
in den Rohrinnenraum, ein gewisses Spiel zwischen der Rohrwand des Dampferzeugerrohres
und dem Rohreinsatz vorhanden sein muss sowie Unrundheiten des Dampferzeugerrohres
berücksichtigt werden müssen, wobei andererseits der Rohreinsatz im späteren Dampferzeugerbetrieb
kraftschlüssig mit der Rohrinnenwand des Dampferzeugerrohres verbunden sein soll.
Um den Rohreinsatz in das Dampferzeugerrohr hineinziehen zu können, ist der Außendurchmesser
des durch den Profildraht gebildeten schraubenförmigen Teils kleiner als der Innendurchmesser
des Dampferzeugerrohres. Die Federelemente, die eine kraftschlüssige Verbindung zwischen
dem Rohreinsatz und dem Dampferzeugerrohr herstellen sollen, können während des Montagevorgangs
infolge Reibung eine Kraft auf den Profildraht in Richtung der Rohrachse ausüben,
die zu einer Dehnung des schraubenfederartigen Rohreinsatzes führen kann. Um dem entgegenzuwirken,
ist vorgesehen, eine Montagehilfe zu verwenden. Diese besteht zweckmäßigerweise aus
einem langen Stab, an dem senkrecht zur Stabachse eine Anzahl von drehbaren Stegen
angeordnet sind, die zwischen die schraubenförmigen Windungen des Profildrahtes greifen.
Damit kann der Rohreinsatz in das Dampferzeugerrohr hineingezogen werden, ohne dass
es zu einer Längung des Rohreinsatzes kommen kann. Nach beendeter Montage wird die
Montagehilfe etwas um ihre Längsachse gedreht und in entgegengesetzter Richtung aus
dem Rohrinnenraum herausgezogen.
[0023] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
die Einbringung eines in der Art einer Schraubenfeder gewundenen, an der Rohrinnenwand
des Dampferzeugerrohrs geführten Profildrahts auf besonders einfache Weise und mit
besonders einfachen Mitteln eine Innenberippung für das Dampferzeugerrohr bereitgestellt
werden kann, ohne dass hierzu die vergleichsweise aufwändigen und materialbeanspruchenden
Kaltverformungsschritte des Rohrkörpers notwendig wären. Damit ist auch für an sich
nicht ausreichend gut bearbeitbare Rohrmaterialien, wie sie insbesondere in Dampferzeugern
für hohe Dampfzustände zum Einsatz kommen, die Bereitstellung von Rohren mit einem
drallerzeugenden Innenprofil ermöglicht. Durch die schraubenförmige Windung des Profildrahts
erhält dabei die Axialströmung im Rohrinnenraum einen Drall, mit dem ein in der Dampfkernströmung
enthaltener Wasseranteil an die Rohrwand transportiert wird, dort während des gesamten
Verdampfungsvorgangs einen Wasserfilm bildet und dadurch eine besonders gute Kühlung
des Dampferzeugerrohres gewährleistet. Die für den Wärmeübergang vorteilhafte Ringströmung
wird dabei nicht nennenswert gestört, da aufgrund des grundsätzlichen Aufbaus des
Rohreinsatzes im Zentrum des Dampferzeugerrohres keine Einbauten erforderlich sind.
Die Formgebung des Profildrahts erhöht zudem durch Wirbelbildung die Turbulenz der
Strömung in Wandnähe und vermeidet dadurch auch die Entstehung größerer Dampfblasen.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- FIG 1
- einen Durchlaufdampferzeuger in vereinfachter Darstellung mit vertikal berohrter Brennkammerwand,
- FIG 2
- einen Rohreinsatz,
- FIG 3
- den Rohreisatz nach FIG 2 in seitlicher Ansicht,
- FIG 4
- den Rohreinsatz nach FIG 3 im Querschnitt,
- FIG 5
- ein Dampferzeugerrohr mit einem darin eingebrachten Rohreinsatz nach FIG 2 im Längsschnitt,
- FIG 6
- das Dampferzeugerrohr nach FIG 5 im Querschnitt,
- FIG 7
- einen vergrößerten Ausschnitt des Rohreinsatzes nach FIG 2,
- FIG 8
- einen mehrgängig ausgeführten Rohreinsatz,
- FIG 9
- den Rohreinsatz nach FIG 8 im Querschnitt,
- FIG 10
- ein Dampferzeugerrohr mit integriertem Rohreinsatz nach FIG 8,
- FIG 11
- das Dampferzeugerrohr nach FIG 10 im Querschnitt,
- FIG 12
- einen Rohreinsatz in dreigängiger Ausführung,
- FIG 13
- den Rohreinsatz nach FIG 12 im Querschnitt,
- FIG 14
- ein Dampferzeugerrohr mit darin integriertem Rohreinsatz nach FIG 12,
- FIG 15
- das Dampferzeugerrohr nach FIG 14 im Querschnitt,
- FIG 16, 17, 18
- jeweils ein Federelement,
- FIG 19
- eine Montagehilfe zur Einbringung eines Rohreinsatzes in ein Dampferzeugerrohr in
seitlicher Ansicht,
- FIG 20
- die Montagehilfe nach FIG 19 in Austragsposition, und
- FIG 21
- die Montagehilfe nach FIG 19 in Draufsicht.
[0025] Gleiche Teile sind allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0026] In FIG 1 ist schematisch ein Durchlaufdampferzeuger 2 mit rechteckigem Querschnitt
dargestellt, dessen vertikaler Gaszug durch eine Umfassungs- oder Brennkammerwand
4 gebildet ist, die am unteren Ende in einen trichterförmigen Boden 6 übergeht.
[0027] In einem Befeuerungsbereich V des Gaszugs sind eine Anzahl von Brennern für einen
Brennstoff in jeweils einer Öffnung 8, von denen nur zwei sichtbar sind, in der aus
Dampferzeugerrohren 10 zusammengesetzten Brennkammerwand 4 angebracht. Die vertikal
angeordneten Dampferzeugerrohre 10 sind im Befeuerungsbereich V zu einer Verdampferheizfläche
12 gasdicht miteinander verschweißt.
[0028] Oberhalb des Befeuerungsbereiches V des Gaszugs befinden sich Konvektionsheizflächen
14. Darüber befindet sich ein Rauchgasaustrittskanal 16, über den das durch Verbrennung
eines fossilen Brennstoffs erzeugte Rauchgas RG den vertikalen Gaszug verlässt. Das
in den Dampferzeugerrohren 10 strömende Strömungsmedium wird durch die Strahlungswärme
der Brennerflammen und durch konvektive Wärmeübertragung vom Rauchgas RG beheizt und
dabei verdampft. Das Rauchgas RG dient als Heizmedium für das in den Dampferzeugerrohren
10 strömende Strömungsmedium. Als Strömungsmedium ist im Ausführungsbeispiel Wasser
oder ein Wasser-Dampf-Gemisch vorgesehen.
[0029] Neben dem in FIG 1 gezeigten Ein-Zug-Kessel (so genannter Turmkessel) sind selbstverständlich
auch noch weitere Kesselkonfigurationen, z. B. in der Art eines Zwei-Zug-Kessels,
möglich. Die nachfolgend zu beschreibenden Dampferzeugerrohre können bei allen diesen
Varianten zum Einsatz kommen, und zwar sowohl im Befeuerungsbereich als auch im restlichen
Rauchgaskanal. Auch ein Einsatz bei einem Abhitzedampferzeuger ist denkbar.
[0030] Der Durchlaufdampferzeuger 2 ist für einen Betrieb bei besonders hohen Dampfzuständen
ausgelegt, die mit vergleichsweise hoher Materialbeanspruchung einhergehen. Dementsprechend
sind die Dampferzeugerrohre 10 aus vergleichsweise hochfesten, hochlegierten Stahlmaterialien
gefertigt. Um auch bei derartigen Materialien, die sich bei der Herstellung üblicherweise
nicht für die ansonsten bei der Rohrumformung angewandten Techniken wie insbesondere
Kaltziehverfahren eignen, bei vergleichsweise gering gehaltener Massenstromdichte
einen besonders guten Wärmeübergang zum im Dampferzeugerrohr 10 geführten Strömungsmedium
sicherzustellen, sind die Dampferzeugerrohre 10 zur Erzeugung eines Dralls im Strömungsmedium
als innenberippte Rohre ausgeführt. Im Hinblick auf die Materialwahl, die die Aufbringung
einer derartigen Innenberippung unter Rückgriff auf die hierfür üblichen Verfahren
nicht gestattet, ist diese Innenberippung in den Dampferzeugerrohren 10 durch ein
separates Bauteil, insbesondere einen Rohreinsatz 18, realisiert, der in den Rohrinnenraum
des jeweiligen Dampferzeugerrohrs 10 eingebracht ist.
[0031] Der Rohreinsatz 18, der in FIG 2 in seitlicher Ansicht und in FIG 3 im Längsschnitt
gezeigt ist, ist dabei von einem in der Art einer Schraubenfeder gewundenen Profildraht
20 gebildet, der nach seiner Einbringung in das Dampferzeugerrohr 10 dessen Innenberippung
bilden soll. Ausgangspunkt für die Herstellung des Dampferzeugerrohrs 10 ist somit
ein Glattrohr, in das der vom Profildraht 20 gebildete Rohreinsatz 18 eingeschoben
wird. Der Rohreinsatz 18, der im Querschnitt in FIG 4 gezeigt ist, ist dabei, wie
aus der Darstellung in FIG 5 ersichtlich, in den Rohrinnenraum 22 des jeweiligen Dampferzeugerrohrs
10 eingebracht, wobei der sich in der Art einer Schraubenfeder windende Profildraht
20 in der Nähe der Rohrinnenwand 24 entlang geführt ist. Das montierte Dampferzeugerrohr
10 ist dabei im Querschnitt in FIG 6 gezeigt.
[0032] Um ein vergleichsweise einfaches Einbringen des als Rohreinsatz 18 vorgesehenen Profildrahts
20 in den Rohrinnenraum 22 des Dampferzeugerrohrs 10 zu gewährleisten, ist die vom
gewundenen Profildraht 20 gebildete Schraubenfeder derart dimensioniert, dass ihr
Außendurchmesser d im Querschnitt im lastfreien Zustand, also insbesondere im kalten,
unbeheizten Zustand und im mechanisch entspannten, nicht verformten Zustand, im Vergleich
zum Rohrinnendurchmesser D des Dampferzeugerrohrs 10 geringfügig, nämlich im Ausführungsbeispiel
mindestens 1 mm, kleiner ist. Damit ist ein unproblematisches Einschieben der durch
den Profildraht 20 gebildeten Schraubenfeder in den Rohrinnenraum 22 des Dampferzeugerrohrs
10 ermöglicht.
[0033] Der Profildraht 20 ist dafür vorgesehen, im in das Dampferzeugerrohr 10 eingebrachten
Zustand dessen Innenberippung zur Herstellung besonders günstiger Strömungsverhältnisse
und insbesondere einer zuverlässigen Drallströmung bereitzustellen. Um dem Rechnung
zu tragen, ist der Profildraht 20 hinsichtlich seiner Dimensionierung und Konturierung,
also insbesondere im Hinblick auf sein Querschnittsprofil einerseits und im Hinblick
auf die charakteristischen Parameter der Schraubenfeder, insbesondere auf die Ganghöhe
L, andererseits geeignet ausgestaltet.
[0034] Bei der Wahl des Querschnittsprofils für den Profildraht 20 ist insbesondere berücksichtigt,
dass die Phasenseparation des Strömungsmediums insbesondere dann besonders groß ist,
wenn der Profildraht 20 einen im Wesentlichen viereckigen oder rechteckigen Querschnitt,
vorzugsweise mit Seitenlängen von jeweils 1,5 mm oder mehr, aufweist. Der rechteckige
Querschnitt des Profildrahts 20 ist dabei im Ausführungsbeispiel insbesondere in der
ausschnittsweisen Darstellung in FIG 7 erkennbar. Alternativ kann die Profilierung
des Profildrahts 20 auch derart vorgenommen sein, dass das Strömungsmedium infolge
über das Drahtprofil erzeugter zusätzlicher Strömungsturbulenz einen besonders großen
Wärmeübergang bedingt. Dazu ist vorzugsweise der durch die Anströmseite des Profildrahts
20 mit der Rohrinnenwand 24 des Dampferzeugerrohres 10 gebildete Winkel größer als
90°, wobei der Winkel, der durch die Abströmseite des Profildrahts 20 mit der Rohrinnenwand
24 des Dampferzeugerrohres 10 gebildet ist, kleiner als 90° ist. Durch eine derartige
Ausgestaltung oder Profilierung des Profildrahts 20 entstehen Abrisskanten, die eine
Wirbelbildung begünstigen und so die Grenzschicht an der Rohrinnenwand 24 des Dampferzeugerrohres
10 aufreißen. Diese zusätzliche Verbesserung des Wärmeübergangs kann durch den Fertigungsprozess
bei der Herstellung des Profildrahts 20 - der Drahtquerschnitt kann dabei insbesondere
etwas verdreht werden - oder durch eine geeignete Formgebung des Drahtquerschnitts
erreicht werden.
[0035] Im Hinblick auf die grundsätzlich vorgesehene Dimensionierung des Rohreinsatzes 18
in Relation zum Innendurchmesser D des Dampferzeugerrohrs 10 ist eine mechanische
Fixierung des Rohreinsatzes 18 im Dampferzeugerrohr 10 vorteilhaft. Dazu ist der Profildraht
20 über eine Anzahl von an jeweils zugeordneten Stützstellen angeordneten Federelementen
30 an der Rohrinnenwand abgestützt. Das jeweilige Federelement 30 ist dabei als Flachformfeder
ausgebildet und weist einen Federschenkel 32 mit einer Länge von mehr als der Ganghöhe
L der durch den Profildraht gebildeten Schraubenfeder auf. Damit ist sichergestellt,
dass bei der Verhakung des Federelements 30 an einer Windung des Profildrahts 20 der
Federschenkel 32 über den nächstfolgenden Gewindegang hinaussteht, so dass er, wie
beispielsweise der Darstellung in FIG 7 entnehmbar ist, durch die weitere Windung
bei geeigneter Anbringung nach außen hin und somit in Richtung zur Rohrinnenwand 24
des Dampferzeugerrohrs 10 gedrückt wird. Damit verbiegen sich die Federelemente 30
beim Einbringen des Rohreinsatzes 18 in das jeweilige Dampferzeugerrohr 10, werden
dadurch gespannt und üben eine Kraft senkrecht oder in einem Winkel zur Rohrachse
auf die Innenwand 24 des Dampferzeugerrohrs 10 aus. Diese dient sodann zur Fixierung
des Rohreinsatzes 18 im Dampferzeugerrohr 10.
[0036] Wie den Querschnittsdarstellungen in FIG 4 und FIG 6 entnehmbar ist, können dabei
im Querschnitt gesehen drei oder mehr Federelemente 30 gleichmäßig um den Rohrumfang
verteilt sein, so dass eine gleichmäßige Abstützung des Rohreinsatzes 18 in alle Richtungen
erfolgen kann. Alternativ können pro Querschnitt des Dampferzeugerrohres 10 gesehen
aber auch weniger, also insbesondere lediglich ein oder zwei Federelemente 30, vorgesehen
sein, so dass der Rohreinsatz 18 einerseits durch den Profildraht 20 selber und andererseits
durch das oder die Federelemente 30 gegenüber der Rohrinnenwand 24 abgestützt ist.
[0037] Im Ausführungsbeispiel nach FIG 8 ist ein alternativer Rohreinsatz 18' gezeigt, bei
dem zwei Profildrähte 20 in der Art einer ineinander geführten Wicklung geschachtelt
ausgeführt sind. Damit entsteht eine vergleichsweise hohe Längsdichte der Berippungen
bei gleichzeitig besonders geeignetem Steigungswinkel der Profildrähte 20. In FIG
10 ist im Längsschnitt ein mit einer derartigen zweigängigen Wicklung von Profildrähten
20 versehenes Dampferzeugerroh 10 gezeigt. Wie den zugehörigen Querschnittsdarstellungen
in FIG 9 bzw. FIG 11 entnehmbar ist, ist in diesem Fall die Abstützung des Rohreinsatzes
18' gegenüber der Rohrinnenwand 24 des Dampferzeugerrohres 10 über pro Querschnitt
lediglich zwei Federelemente 30 bewerkstelligt, wobei an einem geeigneten dritten
Fixierpunkt die den Rohreinsatz 18' bildenden Profildrähte 20 direkt an der Rohrinnenwand
24 anliegen. Eine weitere alternative Ausführungsform ist im Ausführungsbeispiel nach
den FIG 12 bis 15 gezeigt, bei denen ein weiterer alternativer Rohreinsatz 18" in
der Art einer dreigängigen Ausführung aus drei geeignet ineinander geschachtelten
Profildrähten 20 gebildet ist. Im Übrigen entsprechen die weiteren Komponenten der
Darstellung nach den FIG 12 bis 15 den vorangegangenen.
[0038] Um bei der Ausführung des Rohreinsatzes 18', 18" in der Art einer mehrgängigen Schraubenfeder
mit ineinander verschachtelt gewundenen Profildrähten 20 eine gleichmäßige Berippung
sicherzustellen, sind die jeweiligen Profildrähte über geeignete Abstandshalter 40
in Längsrichtung des Dampferzeugerrohrs 10 gesehen geeignet miteinander verbunden.
Ausführungsbeispiele für derartige Abstandshalter 40 zur Anbringung zwischen benachbarten
Profildrähten 20 sind im Querschnitt in den FIG 16 bis 18 gezeigt. Der Abstandshalter
40 kann dabei, wie FIG 16 entnehmbar, als einfacher Abstandshalter zwischen den benachbarten
Profildrähten 20 angeordnet sein. Vorteilhafterweise ist der Abstandshalter 40 aber
in der Art eines integrierten Bauteils auch noch als Federelement 30 zur Fixierung
des Rohreinsatzes 18, 18', 18" an der Rohrinnenwand 24 ausgelegt. In seinem unteren
Teilbereich weist der Abstandshalter 40 dazu den bereits genannten Federschenkel 32
auf. Eine derartige kombinierte oder integrierte Ausführung ist in FIG 17 für ein
zweigängiges Gebilde, also die Ineinanderschachtlung zweier Profildrähte 20, und in
FIG 18 für ein dreigängiges Gebilde, umfassend drei Profildrähte 20, dargestellt.
[0039] Zur Montage des Dampferzeugerrohrs 10, also insbesondere zur Einbringung des Einsatzes
18, 18', 18" in den Rohrinnenraum 22, ist ein spezielles Werkzeug, nämlich eine Montagehilfe
50, vorgesehen, wie sie im Ausführungsbeispiel in den FIG 19 bis 21 dargestellt ist.
Dabei ist insbesondere berücksichtigt, dass ein besonderes Problem bei der Herstellung
der genannten Dampferzeugerrohre 10 besteht, da einerseits für den Montagevorgang
ein gewisses Spiel zwischen der Rohrinnenwand 24 des Dampferzeugerrohres 10 und dem
Rohreinsatz 18, 18', 18" vorhanden sein muss, sowie Unrundheiten des Dampferzeugerrohres
10 berücksichtigt werden müssen, wobei andererseits der Rohreinsatz 18, 18', 18" im
späteren Dampferzeugerbetrieb kraftschlüssig mit der Rohrinnenwand 24 des Dampferzeugerrohres
10 verbunden sein sollte. Um den Rohreinsatz 18, 18', 18" in das Dampferzeugerrohr
10 hineinziehen zu können, ist zum einen der Außendurchmesser d der durch den jeweiligen
Profildraht 20 gebildeten Schraubenfeder kleiner als der Innendurchmesser D des Dampferzeugerrohres
10. Die Federelemente 30, die eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Rohreinsatz
18, 18', 18" und dem Dampferzeugerrohr 10 herstellen können, können somit während
des Montagevorgangs infolge Reibung eine Kraft auf den Profildraht 20 in Richtung
der Rohrachse ausüben, die zu einer lokalen oder globalen Dehnung des Rohreinsatzes
18 führen kann. Um dies zu vermeiden, ist die Montagehilfe 50 vorgesehen.
[0040] Diese besteht aus einem langen Stab 52, an dem senkrecht zur Stabachse eine Anzahl
von drehbaren Stegen 54 angeordnet ist, die bedarfsweise zwischen die schraubenförmigen
Windungen des jeweiligen Profildrahts 20 greifen. In der Art von Widerhaken sind die
Stege 54 dabei derart kippbar ausgelegt, dass bei einer Belastung der Montagehilfe
50 in Zugrichtung, also im Ausführungsbeispiel nach oben hin, die Stege 54 in die
Drahtwindungen eingreifen und diese somit mitnehmen. Bei einer Bewegung der Montagehilfe
50 in entgegengesetzter Richtung klappen die Stege 54 hingegen weg, so dass die Montagehilfe
20 in entsprechende Richtung durch den Rohreinsatz 18 geführt werden kann. Damit kann
der Rohreinsatz 18, 18', 18" in das Rohrinnere 24 des Dampferzeugerrohres 10 hineingezogen
werden, ohne dass es zu einer Längung des Rohreinsatzes 18, 18', 18" kommen kann.
1. Dampferzeugerrohr (10), in dessen Rohrinnenraum (22) zur Bildung eines drallerzeugenden
Innenprofils mindestens ein Rohreinsatz (18, 18', 18") angeordnet ist, wobei der Rohreinsatz
(18, 18', 18") von einem in der Art einer Schraubenfeder gewundenen, an der Rohrinnenwand
(24) geführten Profildraht (20) gebildet ist.
2. Dampferzeugerrohr (10) nach Anspruch 1, bei dem die durch den Profildraht (20) gebildete
Schraubenfeder im lastfreien Zustand einen im Vergleich zum Rohrinnendurchmesser (D)
mindestens 1 mm kleineren Außendurchmesser (d) aufweist.
3. Dampferzeugerrohr (10) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Profildraht (20) einen
im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist.
4. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dessen Profildraht (20) über
eine Anzahl von an jeweils zugeordneten Stützstellen angeordneten Federelementen (30)
an der Rohrinnenwand (36) abgestützt ist.
5. Dampferzeugerrohr (10) nach Anspruch 4, bei dem das jeweilige Federelement (30) als
Flachformfeder ausgebildet ist und einen Federschenkel (32) mit einer Länge von mehr
als der Ganghöhe der durch den Profildraht (20) gebildeten Schraubenfeder aufweist.
6. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, in dessen Rohrinnenraum (22)
eine Mehrzahl von ineinander geführten, in ihrer Gesamtheit eine mehrgängige Schraubenfeder
bildenden Profildrähten (20) angeordnet ist.
7. Dampferzeugerrohr (10) nach Anspruch 6, bei dem benachbarte Profildrähte (20) stellenweise
über Abstandshalter (40) miteinander verbunden sind.
8. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem der Steigungswinkel
des jeweiligen schraubenförmig gewundenen Profildrahtes (20), bezogen auf eine Ebene
senkrecht zur Rohrlängsachse, höchstens 45°, vorzugsweise höchstens 40°, besonders
vorzugsweise höchstens 35°, in besonders vorteilhafter Ausgestaltung höchstens 30°
beträgt.
9. Durchlaufdampferzeuger (2), der eine Anzahl von Dampferzeugerrohren (10) umfasst,
die nach einem der Ansprüche 1 bis 8 gebildet sind.
10. Verfahren zum Herstellen eines mit einem drallerzeugenden Rohreinsatz (18, 18', 18")
versehenen Dampferzeugerrohres (10), bei dem ein aus einem oder mehreren in der Art
einer ein- oder mehrgängigen Schraubenfeder gewundenen Profildrähten (20) gebildeter
Rohreinsatz (18, 18', 18") in den Rohrinnenraum (22) eingebracht wird, indem der Rohreinsatz
(18, 18', 18") mittels eines zentral geführten, an einer Anzahl von Stützstellen über
zugeordnete Greifelemente in jeweils eine Schraubenwindung der Schraubenfeder eingreifende
Montagestange in den Rohrinnenraum (22) eingezogen wird.