Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Schutzvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Aus der
DE 201 09 169 U1 ist eine Schutzvorrichtung, insbesondere für Handwerkzeugmaschinen mit einem scheibenförmigen
und rotierenden Werkzeug, welche einen Grundkörper aufweist, bekannt.
Vorteile der Erfindung
[0003] Die Erfindung geht aus von einer Schutzvorrichtung, insbesondere für Handwerkzeugmaschinen
mit einem scheibenförmigen und rotierenden Werkzeug, mit einem Grundkörper.
[0004] Es wird gemäß Patentanspruch 1 vorgeschlagen, dass die Schutzvorrichtung ein Energieabsorptionselement
aufweist, welches mit dem Grundkörper über eine Kopplung gekoppelt ist, die in einem
Normalbetrieb fest ausgeführt ist und in einem Notfallbetrieb mindestens eine Rotationsbewegung
des Energieabsorptionselements gegenüber dem Grundkörper ermöglicht. Die Kopplung
erfolgt in mindestens einer Koppelstelle bzw. mindestens einem Koppelbereich, wobei
die Rotationsbewegung innerhalb der Koppelstelle bzw. innerhalb des Koppelbereichs
erfolgt. In diesem Zusammenhang soll unter einem "Normalbetrieb" ein Betrieb einer
Handwerkzeugmaschine verstanden werden, bei dem nur Energie von mit dem Energieabsorptionselement
in Kontakt kommenden Teilen bis zu einem vorgegebenen Wert auf das Energieabsorptionselement
einwirkt. Unter einem "Notfallbetrieb" soll ein Betrieb der Handwerkzeugmaschine verstanden
werden, bei dem Energie von mit dem Energieabsorptionselement in Kontakt kommenden
Teilen oberhalb des vorgegebenen Werts auf das Energieabsorptionselement einwirkt.
Die den Grundkörper und das Energieabsorptionselement umfassende Schutzvorrichtung
ist vorzugsweise um ein scheibenförmiges und rotierendes Werkzeug einer Handwerkzeugmaschine,
wie beispielsweise einen Winkelschleifer, angeordnet, so dass durch die Schutzvorrichtung
im Betrieb der Handwerkzeugmaschine Funken und/oder Materialpartikel und/oder insbesondere
rotierende und/oder mit großer Wucht nach außen geschleuderte Bruchstücke einer im
Betrieb zerborstenen Scheibe, wie beispielsweise einer Schleifscheibe, einer Trennscheibe
usw., vorteilhaft abgebremst werden können bzw. eine Energie, insbesondere eine Bewegungsenergie
der Partikel, reduziert werden kann. Der Grundkörper ist hierbei in einem gefährdeten
Bereich mit dem Energieabsorptionselement durch geeignete Maßnahmen so gekoppelt,
dass das Energieabsorptionselement beim Aufschlagen von Werkzeugbruchstücken Energie
absorbiert, indem das Energieabsorptionselement eine Rotationsbewegung bzw. eine Drehbewegung
zum Grundkörper ausführt. In diesem Zusammenhang soll unter einem "Energieabsorptionselement"
ein Element verstanden werden, das aufgrund seiner Materialeigenschaften und der Art
seiner Kopplung mit dem Grundkörper besonders gut Energie, insbesondere kinetische
Energie, wie beispielsweise Rotationsenergie, Translationsenergie, Wärme usw., von
Teilen, die mit dem Energieabsorptionselement in Kontakt kommen, aufnehmen kann. Mittels
des Energieabsorptionselements kann somit vorteilhaft eine Pufferzone an dem Grundkörper
erreicht werden und dadurch kann der Grundkörper vorteilhaft geschützt werden. Zusätzlich
mildert das Energieabsorptionselement das Bestreben des Grundkörpers, sich unter einer
schlagartig auftretenden Kraftwirkung zu verdrehen, ab, indem die hohe Materialfestigkeit
des Energieabsorptionselements das Eindringen und Verkrallen der zerborstenen Werkzeugteile
in den Grundkörper verhindert. Das Energieabsorptionselement, das vorzugsweise aus
einem zähen, zerstörungsarmen Werkstoff besteht, hat somit sowohl die Aufgabe, einen
Teil der beim Bersten des Werkzeugs stoßartig auf das Energieabsorptionselement auftreffenden
Energie aufzunehmen, als auch den Grundkörper vor Beschädigung zu schützen. Hierdurch
kann eine Gefahr einer Verletzung für einen Bediener der Handwerkzeugmaschine vorteilhaft
abgewendet werden.
[0005] Es wird vorgeschlagen, dass die Kopplung über eine kraftschlüssige, formschlüssige
und/oder stoffschlüssige Verbindung zwischen dem Grundkörper und dem Energieabsorptionselement
vorgenommen ist. Bei einer kraftschlüssigen Verbindung wird beispielsweise durch einen
Umformungsvorgang an den miteinander verbundenen Schutzvorrichtungsteilen an partiellen
Stellen mittels Presspassung ein Reibschluss erzeugt. Nach Einleitung des Energiestoßes
beim Bersten des Werkzeugs wird die Haftreibung zwischen dem Grundkörper und dem Energieabsorptionselement
überwunden, und die beiden Bauteile können vorteilhafterweise um einen bestimmten
Winkelbereich eine Relativbewegung zueinander ausführen. Dadurch wird ein gewisser
Teil der Energie absorbiert und die Geschwindigkeit der aus der Schutzvorrichtung
austretenden Bruchstücke vermindert. Die kraftschlüssige Verbindung ist besonders
einfach und kostengünstig herstellbar. Bei einer formschlüssigen Verbindung erfolgt
die Verbindung des Grundkörpers und des Energieabsorptionselements beispielsweise
als Verzahnung. Vorteilhafterweise verhindert die Verzahnung zunächst eine Verschiebung
des Energieabsorptionselements gegenüber dem Grundkörper in radialer Richtung. Der
beim Bruch des Werkzeugs schlagartig auftretende Energiestoß bewirkt jedoch eine elastische
oder plastische Verformung dieser Verzahnung und lässt dann vorteilhafterweise eine
Bewegung des Energieabsorptionselements in einem Winkelbereich zu. Bei einer stoffschlüssigen
Verbindung sind die beiden Schutzvorrichtungsteile derart mittels Kleben, Fügen, Schweißen
usw. zusammengefügt, dass der beim Bruch des Werkzeugs schlagartig auftretende Energiestoß
ein Auftrennen der stoffschlüssigen Verbindung bewirkt, wodurch vorteilhafterweise
die Relativbewegung des Energieabsorptionselements gegenüber dem Grundkörper erfolgen
kann. Hierbei sind keine zusätzlichen Befestigungsmittel notwendig.
[0006] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass die Verbindung mindestens eine Solltrennstelle
und/oder mindestens einen Solltrennbereich aufweist. In diesem Zusammenhang soll unter
einer "Solltrennstelle" bzw. unter einem "Solltrennbereich" eine Koppelstelle bzw.
ein Koppelbereich verstanden werden, die bzw. der bei vorgegebener Belastung der Schutzvorrichtung
getrennt wird. Mittels der Solltrennstelle bzw. des Solltrennbereichs wird vorteilhafterweise
erreicht, dass eine Überlastung der Schutzvorrichtung und dadurch ein größerer Schaden
verhindert wird.
[0007] Vorteilhafterweise ist bzw. sind die Solltrennstelle und/oder der Solltrennbereich
derart ausgelegt, dass es bei Einleitung eines Energiestoßes mit einem vorgegebenen
Wert in das Energieabsorptionselement zu der Rotationsbewegung des Energieabsorptionselements
gegenüber dem Grundkörper kommt. Hierdurch ist das Energieabsorptionselement im Normalbetrieb,
d.h. bei einem Energiestoß unterhalb des vorgegebenen Werts, fest mit dem Grundkörper
gekoppelt und führt erst im Notfallbetrieb, d.h. bei einem Energiestoß oberhalb des
vorgegebenen Werts, eine Rotationsbewegung gegenüber dem Grundkörper aus.
[0008] Ferner wird vorgeschlagen, dass das Energieabsorptionselement als Rand ausgebildet
ist. Hierdurch kann das Energieabsorptionselement auf einen Bereich beschränkt werden,
der im Betrieb einer Handwerkzeugmaschine von Funken, Materialpartikeln und/oder Bruchstücken
von geborstenen Werkzeugen bevorzugt getroffen wird.
[0009] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass das Energieabsorptionselement an einen Rand
des Grundkörpers angepasst ist. Unter einem "Rand des Grundkörpers" soll hierbei ein
Teilbereich des Grundkörpers verstanden werden, der parallel zu einer Dicke eines
Werkzeugs, insbesondere einer Schleif- bzw. Trennscheibe, ausgerichtet ist und in
Umfangsrichtung um das Werkzeug an dem Grundkörper angeordnet ist. Hierdurch wird
eine besonders stabile Ausführung des Energieabsorptionselements am Grundkörper erreicht,
da somit der Grundkörper das Energieabsorptionselement zusätzlich abstützt.
[0010] Vorteilhafterweise deckt das Energieabsorptionselement zusammen mit dem Grundkörper
einen Winkelbereich eines Werkzeugs von 180° ab. Hierdurch wird für einen Bediener
einer Handwerkzeugmaschine mit der Schutzvorrichtung eine besonders vorteilhafte Abschirmung
von Funken, Materialpartikeln und/oder sich mit hoher Energie radial nach außen bewegenden
Bruchstücken eines geborstenen Werkzeugs erreicht.
Zeichnung
[0011] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung
ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die Beschreibung
und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird
die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren
Kombinationen zusammenfassen.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Schutzvorrichtung mit ei- nem Grundkörper und einem Energieabsorptions-
element in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Schutzvorrichtung aus Figur 1 entlang der Linie II-II,
- Fig. 3
- einen Teilschnitt der Schutzvorrichtung mit ei- ner Verbindung von Grundkörper und
Energieab- sorptionselement in einer ersten Ausführungs- form,
- Fig. 4
- einen Teilschnitt der Schutzvorrichtung mit ei- ner Verbindung in einer zweiten Ausführungsform
und
- Fig. 5
- einen Teilschnitt der Schutzvorrichtung mit ei- ner Verbindung in einer dritten Ausführungs-
form.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0013] Figur 1 zeigt in einer Schnittdarstellung eine erfindungsgemäße Schutzvorrichtung
10, und zwar in Form einer Schutzhaube, die für eine nicht näher dargestellte Handwerkzeugmaschine,
wie beispielsweise einen Winkelschleifer, mit einem scheibenförmigen und rotierenden
Werkzeug 12 (Figur 2) vorgesehen ist. Die Schutzvorrichtung 10 umfasst einen Grundkörper
14 und eine Befestigungseinheit 28.
[0014] Der Grundkörper 14 ist zu einem Schutz eines Bedieners der Handwerkzeugmaschine vor
Funken und/oder Materialpartikeln, die im Betrieb der Handwerkzeugmaschine entstehen,
vorgesehen. Hierzu ist der Grundkörper 14 von einem tellerförmigen Element 30 gebildet,
das eine halbkreisförmige Ausbildung aufweist, wobei das tellerförmige Element 30
einen Winkelbereich von ca. 180° des Werkzeugs 12 (Figur 2) abdeckt. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel besteht das Element 30 aus Stahlblech. Es kann jedoch auch aus
einer geeigneten naturharten Aluminiumknetlegierung bestehen, welche insbesondere
dann Anwendung findet, wenn Gewicht eingespart werden soll. Grundsätzlich sind jedoch
auch weitere, dem Fachmann als sinnvoll erscheinende Materialien, die genügend Festigkeit
und Härte aufweisen, wie beispielsweise eine Carbonfaserkonstruktion, für eine Ausbildung
des Grundkörpers 14 denkbar.
[0015] An einem radial nach außen gerichteten Randbereich 32 des tellerförmigen Stahlblechs
30 ist an den Grundkörper 14 ein als Rand ausgebildeter Schutzrand 34 angeordnet,
der zunächst senkrecht zum tellerförmigen Stahlblech 30 ausgerichtet ist (Figur 2).
An einen senkrecht zum tellerförmigen Stahlblech 30 ausgerichteten Teilbereich 36
des Schutzrands 34 schließt sich senkrecht hierzu ein weiterer Teilbereich 38 des
Schutzrands 34 an, der zusätzlich parallel zum tellerförmigen Stahlblech 30 ausgerichtet
ist (Figur 2). Der weitere Teilbereich 38 des Schutzrands 34 erstreckt sich zudem
radial nach innen. Die beiden Teilbereiche 36, 38 des Schutzrands 34 und das tellerförmige
Stahlblech 30 sind dabei einstückig in einem Blechumformungsverfahren hergestellt.
[0016] An einem radial nach innen gerichteten, dem Werkzeug 12 gegenüberliegenden Randbereich
40 des tellerförmigen Stahlblechs 30 ist an den Grundkörper 14 die Befestigungseinheit
28 angeordnet (Figuren 1 und 2). Die Befestigungseinheit 28 umfasst ein Spannband
42, das aus Federstahl gebildet ist, und eine Spanneinheit 44. Das Spannband 42 ist
ringförmig ausgebildet und dabei um einen halbkreisförmigen Rand 46 des Grundkörpers
14 angeordnet, wobei der halbkreisförmige Rand 46 senkrecht zum tellerförmigen Stahlblech
30 des Grundkörpers 14 ausgebildet ist (Figuren 1 und 2). Der halbkreisförmige Rand
46 des Grundkörpers 14 und das tellerförmige Stahlblech 30 sind dabei einstückig in
einem Blechumformungsverfahren hergestellt (Figur 2). Das Spannband 42 ist vorzugsweise
an den Grundkörper 14 angeschweißt. Grundsätzlich sind auch weitere, dem Fachmann
als sinnvoll erscheinende Verbindungen zwischen dem Spannband 42 und dem Grundkörper
14 denkbar, wie beispielsweise eine Verbindung durch ein Druckfügeverfahren usw.
[0017] Das ringförmige Spannband 42 wird mit Hilfe der Spanneinheit 44 um einen nicht näher
dargestellten Aufnahmebereich einer Handwerkzeugmaschine gespannt, indem ein Umfang
des ringförmigen Spannbands 42 zusammen mit der Spanneinheit 44 verkürzt oder erweitert
wird. Bei der im Ausführungsbeispiel dargestellten Spanneinheit 44 wird mit Hilfe
eines als Scharnier ausgebildeten Spannhebels 48 die Verbindung von Grundkörper 14
und Handwerkzeugmaschine dauerfest arretiert.
[0018] Zusätzlich weist das ringförmige Spannband 42 im Bereich der Spanneinheit 44 ein
rippenförmiges Arretierelement 50 auf, das sich entlang eines Teilbereichs 52 des
ringförmigen Spannbands 42 erstreckt (Figur 1) und in eine hier nicht sichtbare Aussparung
an einem Spannhals der Handwerkzeugmaschine eingreift. Das rippenförmige Arretierelement
50 ist zur Arretierung des Grundkörpers 14 vorgesehen, so dass der Grundkörper 14
drehfest um das scheibenförmige und rotierende Werkzeug 12 der Handwerkzeugmaschine
angeordnet ist. Zusätzlich sorgt das Arretierelement 50 über eine Codierfunktion für
eine bestimmungsgemäße Zuordnung der Schutzvorrichtung 10 zur Handwerkzeugmaschine.
[0019] Die Verbindung des Grundkörpers 14 mit der Handwerkzeugmaschine kann aber auch über
eine hier nicht dargestellte Schraubverbindung zwischen dem Spannband 42 und einem
hier ebenfalls nicht dargestellten Getriebeflansch der Handwerkzeugmaschine hergestellt
werden. Zusätzlich greift ein ebenfalls nicht dargestelltes noppenförmiges, am Spannband
42 befindliches Element in eine Aussparung am Flansch des Winkelschleifers ein und
verhindert durch diesen Formschluss ein Verdrehen der Schutzhaube auf dem Flansch.
Grundsätzlich sind alle, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden Maßnahmen möglich,
die ein Verdrehen der Schutzvorrichtung 10 gegenüber der Handwerkzeugmaschine in jedem
Fall verhindern.
[0020] Erfindungsgemäß ist zwischen dem Teilbereich 38 des Schutzrands 34 und dem tellerförmigen
Stahlblech 30 entlang der halbkreisförmigen Ausbildung des Stahlblechs 30 in einer
dem Werkzeug 12 zugewandten Innenseite 54 des Teilbereichs 36 des Schutzrands 34 ein
Energieabsorptionselement 16 angeordnet (Figuren 1 und 2), welches mit dem Grundkörper
14 gekoppelt ist, wobei die Kopplung im Normalbetrieb fest ausgeführt ist und im Notfallbetrieb
mindestens eine Rotationsbewegung des Energieabsorptionselements 16 gegenüber dem
Grundkörper 14 ermöglicht. Das Energieabsorptionselement 16 ist an einen Rand 26 des
Grundkörpers 14 angepasst und schmiegt sich konturengleich vorzugsweise als rinnenartiges
Profil an die Innenseite 54 des Teilbereichs 36 in einem Winkelbereich, der durch
den Grundkörper 14 vorgegeben ist. Das Energieabsorptionselement 16 ist vorzugsweise
als innere Schutzhaube ausgebildet. Es ist als Rand 24 ausgebildet, der sich entlang
des Schutzrands 34 des Grundkörpers 14 erstreckt (Figur 1). Vorzugsweise besteht das
Energieabsorptionselement 16 ebenfalls aus Stahlblech wie der Grundkörper 14. Alternativ
hierzu kann das Energieabsorptionselement 16 zumindest teilweise auch von einem härteren
Material als das Stahlblech 30 des Grundkörpers 14 gebildet sein, wie insbesondere
von einem Stahlschaum, oder das Energieabsorptionselement 16 kann zumindest teilweise
auch von einem weicheren Material gebildet sein als das Stahlblech 30 des Grundkörpers
14, so dass eine effektive Absorption von Funken und/oder Materialpartikeln durch
das Energieabsorptionselement 16 erfolgt. Grundsätzlich sind auch weitere, dem Fachmann
als sinnvoll erscheinende Materialien für das Energieabsorptionselement 16 denkbar.
Im Übrigen ist auch denkbar, dass das Energieabsorptionselement 16 sowohl im Normalbetrieb
als auch im Notfallbetrieb weitere Bewegungen gegenüber dem Grundkörper 14 ausführen
kann. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist eine Dicke 58 des Energieabsorptionselements
16 zumindest teilweise kleiner ausgebildet als eine Dicke 60 des Grundkörpers 14.
Zusammen mit dem Grundkörper 14 deckt das Energieabsorptionselement 16 einen Winkelbereich
von 180° des scheibenförmigen und rotierenden Werkzeugs 12 der Handwerkzeugmaschine
(Figur 1) ab.
[0021] Im Notfallbetrieb, beispielsweise bei einem Bersten des Werkzeugs 12, werden die
entstehenden Bruchstücke mit hoher kinetischer Energie auf den ringförmigen Innenbereich
der Schutzvorrichtung 10 bzw. auf die Innenseite des Energieabsorptionselements 16
geschleudert. Die Wucht des Aufpralls sorgt für eine in tangentialer Richtung auftreffende
Kraft, die das Bestreben hat, das Energieabsorptionselement 16 aus seiner Lage in
einer radialen Richtung zu verdrehen. Durch das Verdrehen des Energieabsorptionselements
16 gegenüber dem Grundkörper 14 um einen durch Versuche vorher bestimmbaren Winkelbetrag
wird ein Teil der kinetischen Energie der Bruchstücke absorbiert. Die Bruchstücke
des geborstenen scheibenförmigen Werkzeugs 12 werden abgebremst und treten mit verminderter
Geschwindigkeit aus einem offenen Bereich 56 der Schutzvorrichtung 10 hinaus.
[0022] Um den für die Schutzvorrichtung 10 günstigsten Verdrehwinkel des Energieabsorptionselements
16 gegenüber dem Grundkörper 14 zu ermitteln, müssen bei Versuchen folgende Parameter
in Betracht gezogen werden, nämlich der Durchmesser des scheibenförmigen Werkzeugs
12, die Masse des Werkzeugs 12, die Arbeitsdrehzahl des Werkzeugs 12, die Kraft an
der Verbindungsstelle zwischen Energieabsorptionselement 16 und Grundkörper 14 sowie
die Größe der beim Bruch auftretenden Werkzeugteile.
[0023] Die Kopplung des Energieabsorptionselements 16 mit dem Grundkörper 14 ist über eine
kraftschlüssige, formschlüssige und/oder stoffschlüssige Verbindung vorgenommen. Die
Verbindung weist mindestens eine Solltrennstelle und/oder mindestens einen Solltrennbereich
auf. Die Solltrennstelle und/oder der Solltrennbereich sind/ist derart ausgelegt,
dass es bei Einleitung eines Energiestoßes mit einem vorgegebenen Wert in das Energieabsorptionselement
16 zu der Rotationsbewegung des Energieabsorptionselements 16 gegenüber dem Grundkörper
14 kommt.
[0024] Figur 3 zeigt eine Verbindung, welche als Klemmverbindung 18 ausgebildet ist. Hierbei
handelt es sich um eine kraftschlüssige Verbindung, die durch Reibschluss erfolgt.
Zwischen dem Grundkörper 14 und dem Energieabsorptionselement 16 wird durch einen
Umformvorgang des Grundkörpers 14 eine Pressverbindung beider Teile 14, 16 zueinander
hergestellt, indem im Teilbereich 38 des Grundkörpers 14 an einer oder mehreren Stellen
Ausprägungen 62 vorgesehen sind. Diese Ausprägungen 62 können verschiedene Formen
besitzen, wie beispielsweise rund, elliptisch, linsen- und/oder stabförmig. Sie können,
wie im Schnittbild der Fig. 3 dargestellt, nur im Teilbereich 38 des Grundkörpers
14 oder auch in weiteren Teilbereichen 30, 32, 36 des Grundkörpers 14 als fortgesetzte
Einprägungen ausgeführt werden.
[0025] Fig. 4 zeigt eine Verbindung, welche als Schnappverbindung 20 ausgebildet ist. Hierbei
werden Ausprägungen als Anformung 64 an beiden Bauteilen (Grundkörper 14 und Energieabsorptionselement
16) ausgebildet. Zum Verdrehen der Bauteile 14, 16 zueinander wird die beim Bruch
des Werkzeugs 12 freigesetzte Energie benötigt, um eine elastische Verformung des
Grundkörpers 14 und des Energieabsorptionselements 16 bzw. des Teilbereichs 38 der
Schutzvorrichtung 10 zu bewirken und das Energieabsorptionselement 16 radial zu verschieben.
[0026] Es ist aber auch denkbar, die Ausprägungen nach den Figuren 3 und 4 in den Umfangsbereich
zu legen, d.h. in die radiale Verbindungsstelle beider Bauteile 14, 16. Ein oder mehrere
am Umfang des offenen Teilbereiches 38 angebrachte Sperrzähne 66 verhindern eine Lageänderung
des Energieabsorptionselements 16 in axialer Richtung.
[0027] Fig. 5 zeigt eine Verbindung, welche als Verzahnung 22 ausgebildet ist. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist die Verzahnung 22 in Form eines Rändels 68 mit achsparallelen
Riefen bzw. Rändelzähnen 70, 72 für die Verbindungsstelle beider Bauteile 14, 16 gewählt,
d.h. sowohl der Grundkörper 14 als auch das Energieabsorptionselement 16 weisen Rändelzähne
70, 72 auf, welche miteinander im Eingriff stehen können. In diesem Ausführungsbeispiel
weist das Energieabsorptionselement 16 sowohl segmentartige Abschnitte mit Rändelzähnen
72 als auch segmentartige Abschnitte ohne Rändelzähne 72 jedoch mit Ausnehmungen 74
auf, wobei sich die Abschnitte abwechseln. Somit wechseln sich Abschnitte mit im Eingriff
stehenden Rändelzähnen mit Abschnitten ohne im Eingriff stehende Rändelzähne ab. Ein
Verdrehen des Energieabsorptionselements 16 gegenüber dem Grundkörper 14 ist nur durch
Abscheren der Spitzen der Rändelzähne 70, 72 möglich.
[0028] Eine weitere grundsätzliche Möglichkeit der Verbindung kann durch Zuhilfenahme von
geeigneten Befestigungsmitteln, wie Nieten, Stiften oder Schrauben, vorzugsweise aus
Weichmetallen, erreicht werden. Stoffschlüssige Verbindungen sind durch Verklebungen
mit geeigneten Spezialklebern möglich. Es sind auch Stahlkonstruktionen durch Schweißverfahren
denkbar, bei denen partiell (z.B. punktförmig) beide Teile miteinander verbunden werden.
Hierbei kann nur eine Relativbewegung zwischen Grundkörper und Energieabsorptionselement
erfolgen, wenn der beim Bruch des Werkzeugs entstehende Energiestoß die Befestigungsmittel
abschert bzw. die stoffschlüssigen Verbindungen auftrennt. D.h. die Solltrennstelle
einer formschlüssigen Verbindung ist beispielsweise auf Abscherung ausgelegt. Die
Abscherung des Befestigungsmittels erfolgt bei einer vorgegebenen, auf das Befestigungsmittel
einwirkenden Kraft.
[0029] Bei Kombination verschiedener Metalle, z.B. dem Grundkörper 14 aus Aluminium und
dem Energieabsorptionselement 16 aus Stahlblech, ist keine thermische Verbindung machbar.
Hier stellt ein Druckfüge- oder Drucksetzfüge-Verfahren eine technische und wirtschaftliche
Alternative dar. Mit Überlappung angeordnete Schutzvorrichtungsteile werden durch
dieses Verfahren ohne zusätzliche Werkstoffe mittels lokaler Kaltumformung in einem
einzigen Arbeitsgang so miteinander verbunden, dass nur ein definierter Energiestoß
diese Verbindung zu lösen im Stande ist. Im Übrigen sind alle, einem Fachmann als
sinnvoll erscheinende Möglichkeiten zur Verbindung des Grundkörpers 14 mit dem Energieabsorptionselement
16 der Schutzvorrichtung 10 denkbar.
1. Schutzvorrichtung (10), insbesondere für Handwerkzeugmaschinen mit einem scheibenförmigen
und rotierenden Werkzeug (12), mit einem Grundkörper (14), gekennzeichnet durch ein Energieabsorptionselement (16), welches mit dem Grundkörper (14) über eine Kopplung
gekoppelt ist, die in einem Normalbetrieb fest ausgeführt ist und in einem Notfallbetrieb
mindestens eine Rotationsbewegung des Energieabsorptionselements (16) gegenüber dem
Grundkörper (14) ermöglicht.
2. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplung über eine kraftschlüssige, formschlüssige und/oder stoffschlüssige Verbindung
vorgenommen ist.
3. Schutzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung als Klemmverbindung (18) ausgebildet ist.
4. Schutzvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung als Schnappverbindung (20) ausgebildet ist.
5. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung als Verzahnung (22) ausgebildet ist.
6. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung mindestens eine Solltrennstelle und/oder mindestens einen Solltrennbereich
aufweist.
7. Schutzvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Solltrennstelle und/oder der Solltrennbereich derart ausgelegt sind/ist, dass
es bei Einleitung eines Energiestoßes mit einem vorgegebenen Wert in das Energieabsorptionselement
(16) zu der Rotationsbewegung des Energieabsorptionselements (16) gegenüber dem Grundkörper
(14) kommt.
8. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Energieabsorptionselement (16) als Rand (24) ausgebildet ist.
9. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Energieabsorptionselement (16) an einen Rand (26) des Grundkörpers (14) angepasst
ist.
10. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Energieabsorptionselement (16) zusammen mit dem Grundkörper (14) einen Winkelbereich
des Werkzeugs (12) von 180° abdeckt.
1. Protective device (10), in particular for portable power tools having a disc-shaped
and rotating tool (12), comprising a basic body (14), characterized by an energy absorption element (16) which is coupled to the basic body (14) via a coupling
which is fixedly embodied in a normal operation and permits at least a rotary movement
of the energy absorption element (16) relative to the basic body (14) in an emergency
operation.
2. Protective device according to Claim 1, characterized in that the coupling is carried out via a frictional, positive-locking and/or integral connection.
3. Protective device according to Claim 2, characterized in that the connection is designed as a clamping connection (18).
4. Protective device according to Claim 2 or 3, characterized in that the connection is designed as a snap connection (20).
5. Protective device according to one of Claims 2 to 4, characterized in that the connection is designed as a tooth system (22).
6. Protective device according to one of Claims 2 to 5, characterized in that the connection has at least one predetermined breaking point and/or at least one
predetermined breaking region.
7. Protective device according to Claim 6, characterized in that the predetermined breaking point and/or the predetermined breaking region are/is
designed in such a way that the rotary movement of the energy absorption element (16)
relative to the basic body (14) occurs if an energy surge of predetermined value is
introduced into the energy absorption element (16).
8. Protective device according to one of the preceding claims, characterized in that the energy absorption element (16) is designed as a rim (24).
9. Protective device according to one of the preceding claims, characterized in that the energy absorption element (16) is adapted to a rim (26) of the basic body (14).
10. Protective device according to one of the preceding claims, characterized in that the energy absorption element (16) together with the basic body (14) covers an angular
region of the tool (12) of 180°.
1. Dispositif de protection (10), en particulier pour machines-outils à main, comprenant
un outil rotatif en forme de disque (12), avec un corps de base (14), caractérisé par un élément d'absorption d'énergie (16), qui est accouplé au corps de base (14) par
le biais d'un accouplement qui est réalisé sous forme fixe dans un fonctionnement
normal, et qui permet, en cas de fonctionnement de secours, un mouvement de rotation
de l'élément d'absorption d'énergie (16) par rapport au corps de base (14).
2. Dispositif de protection selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'accouplement est réalisé par le biais d'une connexion par engagement par force,
par correspondance géométrique et/ou par liaison de matière.
3. Dispositif de protection selon la revendication 2, caractérisé en ce que la connexion est réalisée sous forme de connexion par serrage (18).
4. Dispositif de protection selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que la connexion est réalisée sous forme de connexion par encliquetage (20).
5. Dispositif de protection selon l'une quelconque des revendications 2 à 4, caractérisé en ce que la connexion est réalisée sous forme de denture (22).
6. Dispositif de protection selon l'une quelconque des revendications 2 à 5, caractérisé en ce que la connexion présente au moins un point destiné à la rupture et/ou au moins une zone
destinée à la rupture.
7. Dispositif de protection selon la revendication 6, caractérisé en ce que le point destiné à la rupture et/ou la zone destinée à la rupture sont conçus de
telle sorte que lors de l'introduction d'un choc énergique d'une valeur prédéfinie
dans l'élément d'absorption d'énergie (16), il se produise le mouvement de rotation
de l'élément d'absorption d'énergie (16) par rapport au corps de base (14).
8. Dispositif de protection selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'absorption d'énergie (16) est réalisé sous forme de bord (24).
9. Dispositif de protection selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'absorption d'énergie (16) est adapté à un bord (26) du corps de base
(14).
10. Dispositif de protection selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'absorption d'énergie (16) couvre conjointement avec le corps de base
(14) une zone angulaire de l'outil (12) de 180°.