[0001] Vorliegende Erfindung beschreibt eine Vorrichtung zur Abtrennung eines bioabbaubaren,
intermolekularen cyclischen Diesters einer alpha-Hydroxycarbonsäure aus Stoffgemischen,
die zusätzlich die dazu korrespondierende alpha-Hydroxycarbonsäure des Diesters enthalten.
Insbesondere ist der Diester dabei Dilactid und die Säure Milchsäure. Die Erfindung
betrifft ein Verfahren zur Abtrennung von Dilactid aus Stoffgemischen, das auf einem
modifizierten, destillativen Verfahren beruht. Daneben beschreibt die vorliegende
Erfindung eine Polymerisationsvorrichtung, insbesondere zur Darstellung von Polylactid.
Ebenso werden Verwendungszwecke sowohl der Vorrichtungen als auch des Verfahrens angegeben.
[0002] Bei der Herstellung von Polylactid ist die Reinheit des Monomeren, des Dilactids,
eine wichtige Größe. Sie bestimmt das erreichbare Molekulargewicht und somit die mechanischen
Eigenschaften des Polymeren. Das Monomere entsteht bei der Depolymerisation eines
Milchsäure-Präpolymers und enthält normalerweise folgende Verunreinigungen: Wasser,
Milchsäure, Lactoylmilchsäure und Oligomere der Milchsäure. Die Reinigung des Monomeren
kann durch Kristallisation oder durch Rektifikation erfolgen. Beispielsweise beschreiben
die
DE 69 507 957 sowie die
EP 1 136 480 die Reinigung von Dilactid durch Kristallisation. Dabei ist nachteilig, dass durch
einmalige Kristallisation das Dilactid in nur unzulänglicher Reinheit erhalten wird.
Durch mehrere Kristallisationsstufen wird zwar die gewünschte Reinheit erhalten, allerdings
ist dies mit hohem Aufwand und Kosten verbunden.
[0003] Ebenso ist die Reinigung durch Rektifikation beispielsweise aus der
EP 623 153,
US 5,236,560 oder
WO 2005/056509 bekannt. Nachteilig bei den bekannten Rektifikationsverfahren ist dabei, dass stets
ein System aus zwei Rektifikationskolonnen verwendet werden muss, die in ihrem Ergebnis
noch unbefriedigend sind. In der ersten Kolonne werden dabei die Leichtsieder (Wasser
und Milchsäure) über Kopf destilliert, im Sumpf erhält man Dilactid und Oligomere.
In der zweiten Kolonne fallen Dilactid als gereinigtes Kopfprodukt und im Sumpf die
Oligomere an.
[0004] Als Alternative zum 2-Kolonnensystem wird eine Rektifikationskolonne mit einer Seitenentnahme
beschrieben (
US 5,236,560), wodurch die benötigte Reinheit bereits mit einer Kolonne erzielt wird. Nachteil
dieser Ausführung ist, dass der Seitenstrom dampfförmig abgezogen werden muss, was
in der Praxis schwierig zu realisieren ist.
[0005] Milchsäure ist eine optisch aktive Substanz und tritt in der L(+)- und D(-)-Form
auf. Der cyclische Diester existiert somit in drei enantiomeren Formen: L,L-Dilactid
(L-Dilactid), D,D-Dilactid (D-Dilactid) und L,D-Dilactid (Meso-Dilactid). L-Dilactid
und D-Dilactid haben bis auf die optische Aktivität identische Eigenschaften. Meso-Lactid
ist eine optisch inaktive Substanz mit einem niedrigeren Schmelz- und Siedepunkt als
L- bzw. D-Dilactid. Meso-Lactid kann somit ebenso sowohl durch Rektifikation als auch
durch Kristallisation von L- bzw. D-Dilactid getrennt werden. Die nachfolgend beschriebenen
Reinigungsmethoden für L-Lactid können ohne technische Veränderung auch für D-Lactid
benutzt werden.
[0006] Aufgabe vorliegender Erfindung ist somit, eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren anzugeben,
mit dem eine möglichst effiziente und einfache Abtrennung von Dilactid aus Stoffgemischen
erreicht werden kann, wobei das Dilactid in möglichst hoher stofflicher Reinheit und/oder
optischer Reinheit erhalten werden kann.
[0007] Gegenstand der Erfindung sind Verfahren gemäß den Ansprüchen 1-15, Verfahren gemäß
den Ansprüchen 16 und 17, sowie die Verwendung gemäß Anspruch 18.
[0008] Die jeweils abhängigen Ansprüche stellen dabei vorteilhafte Weiterbildungen dar.
[0009] Erfindungsgemäß wird eine Reinigungsvorrichtung zur Abtrennung eines bioabbaubaren,
intermolekularen cyclischen Diesters einer alpha-Hydroxycarbonsäure der Formel I eingesetzet,

wobei R ausgewählt ist aus Wasserstoff oder linearen oder verzweigten aliphatischen
Resten mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, aus Stoffgemischen, enthaltend den Diester der
Formel I sowie die dazu korrespondierende alpha-Hydroxycarbonsäure der Formel II,

die mindestens folgende räumlich untereinander angeordnete Bestandteile umfasst:
- a) kopfseitig mindestens einen Dephlegmator sowie mindestens einen Abzug,
- b) mindestens ein den Durchmesser der Vorrichtung zumindest teilweise ausfüllendes
Stoffaustauschpaket (Packung),
- c) eine Trennwandkolonne, die durch eine vertikale Trennwand in zwei Zonen geteilt
ist (Rektifikationskolonne), wobei jede Zone mindestens zwei Stoffaustauschpakete
(Packungen) aufweist, die jeweils durch einen Zwischenraum voneinander getrennt sind,
die erste Zone (Vorfraktionierungszone) mindestens einen Zugang zur Einspeisung des
Stoffgemisches und die zweite Zone (Hauptfraktionierungszone) mindestens einen Seitenabzug
zur Entnahme des gereinigten Produktes aufweist, und der mindestens eine Zugang sowie
der mindestens eine Seitenabzug je im Bereich des mindestens einen Zwischenraumes
angeordnet sind,
- d) mindestens ein weiteres, den Durchmesser der Vorrichtung zumindest teilweise ausfüllendes
Stoffaustauschpaket (Packung),
- e) sumpfseitig, mindestens einen Verdampfer sowie mindestens einen Abzug,
wobei das Längenverhältnis der Trennwandkolonne zur Gesamtlänge der Vorrichtung 0,5
bis 0,9 beträgt.
[0010] Dabei sind die Stoffaustauschpakete (Packungen), die in der Reinigungsvorrichtung
vorhanden sind, ausgewählt aus Mitteln, die eine hohe Oberfläche aufweisen und somit
eine gute Verdampfung der durchströmenden Flüssigkeiten gewährleisten. Insbesondere
kommen hierzu z.B. Raschig- und/oder Pallringe, Sättel, wie z.B. Berl-Sattel, Kugeln,
Hacketten, Top-Packs oder Packungen aus Gewebe in Frage. Bevorzugt sind Packungen
aus Drahtgewebe wegen der größeren Trennleistung und des geringen Druckverlustes.
Durch die große Oberfläche ist ebenso gewährleistet, dass die Reinigungsvorrichtung
sehr viele theoretische Böden aufweist und damit eine hohe Trennleistung auch von
Substanzen mit sehr eng beieinander liegenden Siedepunkten aufweist.
[0011] Die Trennwand, die die Trennwandkolonne in eine Vorfraktionierungszone und eine Hauptfraktionierungszone
teilt, kann dabei symmetrisch verlaufen, d.h. dass beide Zonen das gleiche Volumen
aufweisen, aber auch so, dass eine der beiden Zonen ein größeres Volumen als die andere
Zone einnimmt, also eine asymmetrische Aufteilung. Die asymmetrische Aufteilung der
Trennwand kann auch dergestalt sein, dass die Trennwand eine Schräge aufweist und
sich damit das Verhältnis der beiden Rektifikationszonen über die Länge der Trennwandkolonne
zueinander ändert.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist die Reinigungsvorrichtung jeweils zwischen
den mit a) bis e) bezeichneten Bestandteilen Zwischenräume auf, d.h. die Bauteile
sind nicht direkt aneinander anschließend zusammengebaut. Dabei besteht die Möglichkeit,
in jedem Zwischenraum der Reinigungsvorrichtung Vorrichtungen zum Sammeln der über
die Packungen herabrieselnden Flüssigkeit sowie zur Neuverteilung der Flüssigkeit
über den Packungsquerschnitt anzuordnen. Diese Vorrichtungen erlauben es, Seitenabzüge
für die Flüssigkeit oder die Dämpfe anzubringen, über die die Entnahme eines gereinigten
Produktes erfolgen kann.
[0013] Der sumpfseitig angeordnete Verdampfer ist dabei bevorzugt ein Fallfilmverdampfer.
Durch einen Fallfilmverdampfer wird erreicht, dass eine möglichst große Oberfläche
des zu verdampfenden Stoffgemisches erreicht wird, was sich insbesondere bei der Handhabung
von thermisch sensitiven Produkten als vorteilhaft erweist. Dies ermöglicht eine nachhaltige
Verringerung der Verweilzeit des Stoffgemisches im Sumpf.
[0014] Die Trennwandkolonne der Reinigungsvorrichtung kann in verschiedenen vorteilhaften
Ausführungsformen ausgestaltet sein. So ist es beispielsweise möglich, dass die Hauptfraktionierungszone
zwei Stoffaustauschpakete aufweist, die durch einen Zwischenraum getrennt sind und
in Höhe dieses Zwischenraumes ein oder mehrere Seitenabzüge angeordnet sind.
[0015] Alternativ hierzu ist es jedoch auch möglich, dass die Hauptfraktionierungszone der
Trennwandkolonne drei Stoffaustauschpakete aufweist, wobei diese jeweils durch einen
Zwischenraum getrennt sind. Hierbei ist sowohl die Ausführungsform denkbar, dass beide
Zwischenräume jeweils mindestens einen Seitenabzug aufweisen, als auch die Ausführungsform,
dass nur einer der beiden Zwischenräume, beispielsweise entweder der obere, oder der
untere Zwischenraum, einen oder mehrere Seitenabzüge aufweist.
[0016] Um auch eine Anreicherung oder Reindarstellung der optischen Isomeren des Diesters
zu ermöglichen, ist es vorteilhaft, wenn sich im Anschluss an mindestens einen der
Seitenabzüge der Reinigungsvorrichtung mindestens eine weitere Reinigungsvorrichtung
anschließt. Dies kann beispielsweise eine Rektifikations- und/oder Kristallisationsvorrichtung
sein, ebenso ist jedoch eine weitere, gemäß dem Anspruch 1 ausgestaltete Reinigungsvorrichtung
als nachgeschaltete Reinigungsvorrichtung denkbar. Diese Möglichkeit ist in Anspruch
16 und der Fig. 8 dargestellt. Prinzipiell ist die Anordnung der weiteren Reinigungsvorrichtungen
dabei an jedem Seitenabzug der Reinigungsvorrichtung möglich. Dabei sind Ausführungsformen
denkbar, dass lediglich eine weitere Reinigungsvorrichtung oder auch mehrere weitere
Reinigungsvorrichtungen vorhanden sind. Insbesondere ist es dabei bevorzugt, dass
sich an einen oder mehreren der Seitenabzüge der Trennwandkolonne die weitere Reinigungsvorrichtung
anschließt. Ebenso ist es jedoch vorteilhaft, wenn sich die weitere Reinigungsvorrichtung,
insbesondere eine Rektifikationsvorrichtung, direkt oberhalb der Trennwand über einen
Seitenabzug, der im Zwischenraum zwischen der Trennwand und der darüber angeordneten
Packung angebracht ist, an die Reinigungsvorrichtung anschließt.
[0017] Die weiteren Reinigungsvorrichtungen, insbesondere die Rektifikations-, Kristallisationsvorrichtungen,
oder die weitere, eine Trennwandkolonne umfassende Reinigungsvorrichtung sind dabei
vorteilhafterweise über eine Rückführung mit dem Zugang der Trennwandkolonne verbunden.
Somit wird gewährleistet, dass möglichst wenig des ursprünglich eingesetzten Stoffgemisches
während des Trennprozesses verloren geht. Im Falle, dass die weitere Reinigungsvorrichtung
eine Rektifikationskolonne ist, wird bevorzugt das Sumpfprodukt dieser Kolonne zurückgeführt.
[0018] Ebenso ist es jedoch vorteilhaft möglich, dass vor dem Zugang der Reinigungsvorrichtung
mindestens eine weitere Reinigungsvorrichtung vorgeschaltet ist. Diese weitere Reinigungsvorrichtung
kann ebenso eine Rektifikations- und/oder Kristallisationsvorrichtung darstellen.
Durch diese Ausführungsform wird die Trennleistung der gesamten Reinigungsvorrichtung
gemäß Anspruch 1 weiter verbessert.
[0019] Weiterhin ist somit eine bevorzugte Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung denkbar,
bei der der die Trennwandkolonne umfassende Reinigungsvorrichtung sowohl eine weitere
Reinigungsvorrichtung vor- und nachgeschaltet ist.
[0020] Die zuvor genannten Ausführungsformen, bei denen zusätzlich zu der ersten, eine Trennwandkolonne
umfassenden Reinigungsvorrichtung noch weitere Reinigungsvorrichtungen entweder vor-
und/oder nachgeschaltet sind, ermöglichen insbesondere bei eingesetzten Roh-Dilactid-Fraktionen,
die gereinigt werden sollen, optimale Ausbeuten an meso-Lactid-optimierten Fraktionen.
So ist es möglich, Fraktionen mit einem meso-Lactid-Gehalt von größer 90 % herzustellen,
bei einer gleichzeitigen freien Säuregruppen-Konzentration unterhalb von 10 mmol/kg.
Weiter ist es möglich, Fraktionen mit einem L-Dilactid-Gehalt zwischen 90 und 100
% herzustellen.
[0021] Erfindungsgemäß wird eine Polymerisationsvorrichtung zur Polymerisation eines bioabbaubaren,
intermolekularen cyclischen Diesters einer alpha-Hydroxycarbonsäure der Formel I eingesetzt,

wobei R ausgewählt ist aus Wasserstoff oder linearen oder verzweigten aliphatischen
Resten mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen bzw. bevorzugt Dilactid ist, wobei eine voranstehend
beschriebene Reinigungsvorrichtung umfasst ist.
[0022] Der Reinigungsvorrichtung kann in der Polymerisationsvorrichtung bevorzugt ein Polymerisationsreaktor,
der insbesondere zweistufig ausgebildet ist und einen Rührkessel sowie im Anschluss
daran mindestens einen Rohrreaktor aufweist, nachgeschaltet sein. In einer derartigen
Variante findet somit eine direkte Weiterverarbeitung des gereinigten Dilactids statt.
Alternativ hierzu ist es jedoch ebenso möglich, das Dilactid bis zur Polymerisation
in flüssiger Form zu lagern.
[0023] Ebenso ist es in dieser Ausführungsform dabei bevorzugt, wenn in der Polymerisationsvorrichtung
der Reinigungsvorrichtung eine Kondensationsvorrichtung zur Kondensation der Dämpfe
aus dem Kopf der Rektifikationskolonnen (Dephlegmator) nachgeschaltet ist. Unter einer
Kondensationsvorrichtung wird dabei eine Vorrichtung verstanden, in der die Dämpfe
aus der Rektifikationskolonne im Gegenstrom durch direkten Kontakt mit einer Waschflüssigkeit
kondensiert werden. Als Kondensations- oder Waschflüssigkeit wird eine wässrige Lösung
der Säure der Formel II verwendet. Als weitere Bestandteile können in diesen Stoffgemischen
noch Wasser und/oder Di- oder Oligomere der Säure der Formel II enthalten sein.
[0024] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur zumindest teilweisen Abtrennung eines
bioabbaubaren, intermolekularen cyclischen Diesters einer alpha-Hydroxycarbonsäure
der Formel I bereitgestellt,

wobei R ausgewählt ist aus Wasserstoff oder linearen oder verzweigten aliphatischen
Resten mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, aus Stoffgemischen, enthaltend den Diester der
Formel I sowie die dazu korrespondierende alpha-Hydroxycarbonsäure der Formel II

durch folgende Schritte:
- a) Einspeisen des Stoffgemisches in eine eine Trennwandkolonne aufweisende Reinigungsvorrichtung,
wobei die Reinigungsvorrichtung mindestens einen Seitenabzug aufweist,
- b) Auftrennen des Stoffgemisches, wobei die Säure der Formel II in dampfförmigem Aggregatzustand
anfällt und
- c) Entnahme des gereinigten Diesters der Formel I über den mindestens einen Seitenabzug.
[0025] Bei der Reinigungsvorrichtung handelt es sich um eine Reinigungsvorrichtung wie vorab
beschrieben.
[0026] Unter zumindest teilweiser Abtrennung wird dabei verstanden, dass der Diester der
Formel I dabei zumindest teilweise aus dem Stoffgemisch abgetrennt wird.
[0027] Der Diester wird nach der erfolgten Abtrennung bevorzugt in flüssigem Aggregatszustand
entnommen.
[0028] Milchsäure sowie ihre linearen Oligomere und Polymere besitzen pro Molekül eine Hydroxyl-
und eine Carboxylendgruppe. Da die Carboxylendgruppen analytisch einfacher zu bestimmen
sind (Säure-Base-Titration), wird die Reinheit des Dilactids als Carboxylendgruppenkonzentration
angegeben.
[0029] Erfindungsgemäß lässt sich mit dem Verfahren der Diester der Formel I in einer sehr
hohen Reinheit erhalten. Dabei beträgt bevorzugt die Konzentration freier Carbonsäuregruppen
(Carboxylendgruppen) maximal 50 mmol/kg, bevorzugt maximal 30 mmol/kg, weiter bevorzugt
maximal 20 mmol/kg, besonders bevorzugt 10 mmol/kg.
[0030] In dem Stoffgemisch können ebenso weitere Stoffe, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Wasser, korrespondierenden Oligomeren der alpha-Hydroxycarbonsäure der Formel
III,

wobei n = 1 bis 10 ist und R wie bei den Formeln I und II definiert ist und/oder Mischungen
hieraus, enthalten sein.
[0031] Das Verfahren gewährleistet ebenso, dass die alpha-Hydroxycarbonsäure der Formel
II sowie Wasser als Kopfprodukt und die Oligomeren der alpha-Hydroxycarbonsäure der
Formel III als Sumpfprodukt abgezogen werden.
[0032] Erfindungsgemäß kann das Stoffgemisch der Trennwandkolonne in dampfförmigem oder
flüssigem Aggregatzustand oder als zweiphasiges Gemisch zugeführt werden.
[0033] Um das Verfahren möglichst effizient zu führen, ist es bevorzugt, wenn der Gewichtsanteil
des cyclischen Diesters der Formel I in dem der Reinigungsvorrichtung zugeführten
Stoffgemisch mindestens 50 Gew.-%, bevorzugt mindestens 75 Gew.-%, besonders bevorzugt
mindestens 80 Gew.-% beträgt.
[0034] Die Reinigungsvorrichtung wird dabei bevorzugt bei Drücken kleiner 120 mbar, bevorzugt
kleiner 100 mbar betrieben.
[0035] Die Aufgabe des Stoffgemisches in die Trennwandkolonne erfolgt bei einer Temperatur
zwischen 90 °C und 210 °C, bevorzugt zwischen 110 °C und 140 °C. Insbesondere ist
der cyclische Diester der Formel I dabei Dilactid und die alpha-Hydroxycarbonsäure
der Formel II Milchsäure.
[0036] Da es essentiell ist, dass das L-Dilactid in einer hohen Reinheit erhalten wird,
erfolgt nach Entnahme des Dilactids in einer vorteilhaften Ausführungsform mindestens
ein weiterer Trennungsschritt. Dies dient insbesondere zur zumindest teilweisen Separation
von L- und Meso-Dilactid.
[0037] Hierbei sind verschiedene Ausführungsformen denkbar, bevorzugt wird hierbei jedoch
Rektifikation und/oder Kristallisation angewandt. Vorteilhaft ist ebenso, wenn das
der Reinigungsvorrichtung entnommene vorgereinigte Stoffgemisch einer weiteren gemäß
Anspruch 1 ausgebildeten und somit eine weitere Trennwandkolonne aufweisenden Reinigungsvorrichtung
zugeführt wird, in der die Abtrennung von COOH-Gruppen-haltigen Verunreinigungen und/
oder von optischen Isomeren fortgesetzt und verstärkt wird.
[0038] Alternativ hierzu ist es jedoch auch möglich, dass bereits in der Trennwandkolonne
gleichzeitig eine effiziente stoffliche Auftrennung (d.h. Abtrennung des Dilactids
von den restlichen Bestandteilen des Stoffgemisches) sowie eine Auftrennung der Stereoisomeren
des Dilactids erfolgt. Hierzu ist insbesondere eine Ausführungsform vorgesehen, in
der die Trennwandkolonne mindestens zwei Seitenabzüge aufweist, wobei der erste Seitenabzug
bezüglich des weiteren Seitenabzugs an der Reinigungsvorrichtung weiter kopfseitig
angeordnet ist. Durch die Differenz der Siedepunkte von Meso-Dilactid und L-Dilactid
wird es somit ermöglicht, dass weiter kopfseitig eine Meso-Dilactid-reiche Fraktion
sowie weiter sumpfseitig eine L-Dilactid-reiche Fraktion entnommen werden kann. Das
Verfahren ist dabei derart effizient, dass der Gehalt des Meso-Dilactids in der L-Dilactid-reichen
Fraktion maximal 10 Gew.-%, bevorzugt maximal 6 Gew.-%, besonders bevorzugt maximal
4 Gew.-%, bzw. der Gehalt des L-Dilactids in der Meso-Dilactid-reichen Fraktion maximal
60 Gew.-%, bevorzugt maximal 50 Gew.-%, besonders bevorzugt maximal 40 Gew.-% beträgt.
[0039] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann der Gehalt des Meso-Dilactids
in der aus der Reinigungsvorrichtung entnommenen L-Dilactid-reichen Fraktion durch
anschließende Kristallisation weiter verringert werden.
[0040] Ebenso ist es ökonomisch, wenn die bei diesem Kristallisationsprozess anfallende
Meso-Dilactid-reiche Fraktion dem Stoffgemisch, das in die Trennwandkolonne eingespeist
wird, wieder zugesetzt wird.
[0041] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird der Gehalt des L-Dilactids in
der an der Trennwandkolonne (5) weiter kopfseitig entnommenen Meso-Dilactid-reichen
Fraktion durch anschließende Rektifikation weiter verringert. Gleichzeitig wird der
Meso-Dilactid-Gehalt der Fraktion erhöht und die Carboxylgruppenkonzentration verringert.
Dabei beträgt bevorzugt die Carboxylgruppenkonzentration maximal 20 mmol/kg, weiter
bevorzugt maximal 10 mmol/kg, besonders bevorzugt maximal 5 mmol/kg, insbesondere
maximal 2 mmol/kg. Der Anteil an Meso-Dilactid beträgt bevorzugt mehr als 70 Gew.-%,
besonders bevorzugt mehr als 80 Gew.-% und insbesondere mehr als 90 Gew.-%. In Analogie
zu Voranstehendem ist es genauso bevorzugt, die bei der Rektifikation erhaltene L-Dilactid-reiche
Fraktion dem Stoffgemisch, das in die Trennwandkolonne eingespeist wird, wieder zuzusetzen.
[0042] In einer bevorzugten Ausführungsform entstammt das ursprünglich in die Trennwandkolonne
eingesetzte Stoffgemisch aus einer vorgeschalteten Kondensationsvorrichtung und/oder
Kristallisationsvorrichtung.
[0043] Das Verfahren eignet sich insbesondere zum Betreiben einer eingangs beschriebenen
Reinigungsvorrichtung.
[0044] Die Reinigungsvorrichtung sowie das Verfahren finden Verwendung bei der Reinigung
von Dilactid, zur Herstellung von im wesentlichen enantiomerenreinem L-Dilactid und/oder
meso-Dilactid und/oder bei der Herstellung von Polylactid. Sowohl Vorrichtung als
auch Verfahren eignen sich in gleicher Weise zur Herstellung von gereinigtem, im wesentlichen
enantiomerenreinem D-Lactid und zur Herstellung von Poly-D-Lactid.
[0045] Bevorzugt eignet sich das Verfahren zur Herstellung von Polylactid mit einem meso-Lactidgehalt
von mehr als 70 Gew.-%, ausgehend von einem Stoffgemisch enthaltend meso-Dilactid
mit einer Polymerisationsvorrichtung, wie vorstehend beschrieben, bei dem zunächst
in der Reinigungsvorrichtung eine kontinuierliche Abtrennung des meso-Dilactids aus
dem Stoffgemisch mit kontinuierlicher Entnahme des gereinigten meso-Dilactids aus
der Reinigungsvorrichtung erfolgt und im Anschluss eine Polymerisation in der Polymerisationsvorrichtung
durchgeführt wird.
[0046] Dabei wird die Polymerisation bevorzugt so gesteuert, dass das erhaltene Poly-Meso-Lactid
eine molare Masse von 50.000 g/mol < M
n < 2.000.000 g/mol aufweist.
[0047] Der meso-Lactid-Anteil des enstehenden Polylactids beträgt dabei bevorzugt mehr als
70 Gew.-%, bevorzugt mehr als 80 Gew.-%, insbesondere mehr als 90 Gew-%.
[0048] Vorliegende Erfindung wird anhand der beigefügten Figuren sowie der im Folgenden
beschriebenen Beispiele näher beschrieben, ohne die Erfindung auf die dort genannten
Parameter und Wertebereiche beschränken zu wollen.
[0049] Es zeigen
- Figur 1
- eine Ausführungsform einer erfindungsgemäß eingesetzten Polymerisationsvorrichtung
anhand eines Fließbildes einer typischen Verfahrensfüh- rung zur Herstellung von Polylactid,
ausge- hend von Milchsäure,
- Figur 2
- eine erfindungsgemäß eingesetzte Reinigungsvorrichtung mit einem Zugang und einem
Seitenstrom, aus dem das gereinigte Dilactid entnommen wird,
- Figur 3
- eine alternative Ausführung der Reinigungsvorrichtung, mit der gleichzeitig eine Reinigung
von Dilactid sowie die Trennung in eine meso-Lactid- reiche und eine meso-Lactid-arme
Fraktion möglich ist,
- Figur 4
- eine alternative Ausführungsformen der Rei- nigungsvorrichtung gemäß Figur 3, wobei
hier die Seitenabzüge auch außerhalb des Trennwandbereichs der Kolonne angeordnet
sein können,
- Figur 5
- eine Variante der Reinigungsvorrichtung, bei der nach stofflicher Reinigung von Di-
lactid die Auftrennung von Meso- und L- Dilactid in einem separaten Prozessschritt
(15) erfolgt,
- Figur 6
- eine Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung, wobei zur Verringe- rung des Gehaltes
an L-Dilactid in der Me- so-Lactid-reichen Fraktion eine weitere Rektifikationskolonne
(16) angeschlossen wird,
- Figur 7
- eine Ausführungsform, bei der zur Optimierung des Reinheitsgrades so- wohl der Meso-Lactid-reichen
Fraktion als auch der L-Lactid-reichen Fraktion eine Rektifikationskolonne (16) als
auch eine Kristallisationsvorrichtung (18) vorhanden sind.
- Figur 8
- eine weitere Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung, der eine weitere, eine Trennwandkolonne
(15) umfassende Reinigungsvorrichtung an einen Seitenabzug nachgeschaltet ist,
- Figur 9
- eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung, der vor den Zugang
in die Trennwandkolonne (5) eine weitere Vor-Reinigungsvorrichtung (15) vorgeschal-
tet ist.
[0050] In Fig. 1 ist der kontinuierliche Gesamtprozess der Polylactidherstellung (PLA-Prozess)
ausgehend von Milchsäure dargestellt. Der Prozess untergliedert sich dabei in die
folgenden Teilschritte, die mit den in die Polymerisationsvorrichtung 100 integrierten,
im Folgenden näher erläuterten Einzelbestandteilen ausgeführt werden. Die Polymerisationsvorrichtung
100 umfasst dabei eine erfindungsgemäß eingesetzte Reinigungsvorrichtung 1.
1. Aufkonzentration von Milchsäure
[0051] Das Ausgangsmaterial für den Prozess ist Milchsäure. Dabei muss der Gehalt an Milchsäure
höher als 80 Gew.-% sein. Vorzugsweise beträgt dabei die Milchsäurekonzentration mehr
als 90 %, weil das Wasser vor der Polymerisation entfernt werden muss. Die Trennung
von Wasser und Milchsäure wird dabei in einer Rektifikationssäule 101 vorgenommen.
Dabei wird über einen Absaugstutzen 103 Vakuum angelegt, das dampfförmig anfallende
Wasser wird kondensiert und über einen weiteren Stutzen 104 kopfseitig entnommen.
Die Zuführung der Milchsäure erfolgt dabei kontinuierlich über einen weiteren Stutzen
102. Das Destillat ist reines Wasser, das sumpfseitig anfallende Produkt ist Milchsäure
mit einer Konzentration von mehr als 99 Gew.-%.
[0052] Neben der Abtrennung von Wasser aus dem Ursprungsmaterial (Milchsäure) dient die
Rektifikationssäule 101 ebenso zur Trennung der Dämpfe aus den Präkondensations-Reaktoren
105a und 105b. Die Dampfströme bestehen dabei aus Milchsäure, Lactoylmilchsäure, Dilactid
und Wasser. Das Wasser wird kopfseitig abgezogen, Milchsäure und ihre Derivate gehen
in den Sumpf der Rektifikationssäule und von dort zusammen mit der aufkonzentrierten
Milchsäure in den ersten Präkondensations-Reaktor 105a.
2. Präkondensation
[0053] Die aufkonzentrierte Milchsäure wird in einer Serie von zwei Reaktoren 105a und 105b
durch Polykondensation in ein Präpolymer überführt. Die Polykondensation läuft unter
zwei verschiedenen Drücken und Temperaturen ab, um den Reaktionsumsatz zu optimieren.
Im ersten Reaktor 105a sind die Konditionen so gewählt, dass die Verdampfung von Milchsäure
minimiert ist und gleichzeitig die Entfernung von Wasser erleichtert wird. Im zweiten
Schritt der Polykondensation ist die Reaktionsgeschwindigkeit durch eine höhere Temperatur
erhöht, gleichzeitig wird der Druck vermindert, um die Wasserkonzentration in der
Schmelze weiter zu mindern. Die mittlere Molmasse (Zahlenmittel) des Präpolymers liegt
dabei zwischen 500 und 2.000 g/mol.
3. Cyclisierende Depolymerisation
[0054] Das Präpolymer steht in chemischem Gleichgewicht mit dem cyclischen Dimer der Milchsäure,
dem Dilactid. Durch Einstellung von Druck und Temperatur im Depolymerisationsreaktor
106 ist gewährleistet, dass das Lactid kontinuierlich aus dem Präpolymer gebildet
wird und verdampft. Der Dampfstrom aus dem Depolymerisationsreaktor 106 besteht hauptsächlich
aus Lactid. Wasser, Milchsäure und deren lineare Oligomere sind nur in untergeordneten
Mengen vorhanden. Zum Depolmerisationsreaktor 106 gehört ein Kondensator, der die
Reaktionsbrüden teilweise kondensiert: Wasser und der größte Anteil an Milchsäure
bleiben dabei dampfförmig und werden in der Kondensationsvorrichtung 107 weitgehend
kondensiert. Das Kondensat aus dem Depolymerisationsreaktor 106 enthält zuvorderst
das Lactid, Lactoylmilchsäure (das lineare Dimer der Milchsäure) und höhere lineare
Oligomere. Das Kondensat wird auch als Roh-Lactid bezeichnet. Lactid liegt in zwei
stereoisomeren Formen vor: das optisch aktive L-Lactid und das Mesolactid, aus einer
Kombination einer L(+)- und D(-)-Milchsäureeinheit. Die D(-)-Einheiten stammen teils
aus dem Edukt, teils werden sie durch Racemisierung von L(+)-Einheiten während der
Präpolymerisation und der Depolymerisation gebildet.
4. Lactid-Reinigung
[0055] Während der Ringöffnungspolymerisation hängt das erreichbare Molekulargewicht und
somit bedeutende mechanische Eigenschaften des Polylactids vom Reinheitsgrad des Lactids
ab. Die Hydroxyl-Gruppen der als Verunreinigung enthaltenen Milchsäure und Lactoylmilchsäure
dienen dabei als Ausgangspunkt der Polymerisation. Je höher die Konzentration der
Hydroxyl-Gruppen im Lactid ist, desto geringer fällt das erreichbare Molekulargewicht
des Polymers aus. Die Konzentration der Hydroxyl-Gruppen im Rohlactid ist nach der
cyclisierenden Depolymerisation zu hoch. Das kondensierte Lactid wird in einer Reinigungsvorrichtung
1 bis zur benötigten Hydroxylgruppenkonzentration aufgereinigt. Das gereinigte Lactid
wird der Reinigungsvorrichtung 1 als Seitenstrom entnommen. Das Destillat und das
Sumpfprodukt werden dem Prozess an unterschiedlichen Stellen wieder zugeführt. Neben
dem Molekulargewicht des Polylactids werden seine Eigenschaften stark durch den D-Gehalt
(die Menge an strukturellen Einheiten, die die D-Konfiguration aufweisen) beeinflusst.
5. Ringöffnungspolymerisation
[0056] Die Ringöffnungspolymerisation wird in einem Reaktor unternommen, der aus einer Kombination
eines Rührkessels 109 und eines Rohrreaktors 110 gebildet ist. Im ersten Reaktor 109
wird das niedrigviskose Lactid zu PLA polymerisiert mit einer Umsetzungsrate von ca.
50 %. Katalysator und Additive werden homogen in die Schmelze eingemischt.
[0057] Im Rohreaktor 110 wird die Polymerisationsreaktion so lange fortgeführt, bis ein
chemisches Gleichgewicht zwischen Polymer und Monomer erreicht wird. Die maximale
Umsetzung des Monomers beträgt ca. 95 %. Während der Polymerisation erhöht sich die
Viskosität auf ca. 10.000 Pa·s.
6. Entmonomerisierung
[0058] Um ein stabiles Polylactid zu erhalten, ist die Monomerkonzentration von ungefähr
5 Gew.-% in der Schmelze zu hoch. Deswegen muss eine Entmonomerisierung durchgeführt
werden. Dies wird durch eine Entgasung der Schmelze z.B. in einem Doppelschneckenextruder
111 erreicht. Aufgrund der Tatsache, dass die Ringöffnungspolymerisation eine Gleichgewichtsreaktion
ist, wird ein Stabilisator vor der Entmonomerisierung zugegeben, um die Rückbildung
des Monomers während und nach der Entgasung zu verhindern.
7. Granulierung und Kristallisation
[0059] Anschließend an die Entmonomerisierung wird die Schmelze dem Extruder 111 entnommen
und in ein Granulat 112 überführt. Dabei können sowohl Stranggranulation oder Unterwasser-Granulation
durchgeführt werden. In beiden Fällen muss das PLA-Granulat vor der Trocknung und
der Verpackung kristallisiert werden. Die Kristallisation wird bei erhöhten Temperaturen
und unter Rühren durchgeführt, solange bis das Granulat nicht mehr aneinander klebt.
[0060] Figur 2 zeigt die einfachste Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung 1. Diese weist,
von der Kopfseite beginnend, folgende Bestandteile auf: einen Dephlegmator 2 zur Kondensation
der aus der Trennwandbereich 5 kommenden Brüden, die zum größten Teil aus leichtflüchtigen
Stoffen, wie beispielsweise Wasser oder Milchsäure, bestehen, kopfseitig angebracht
einen Abzug 3 sowie an den Dephlegmator anschließend ein Stoffaustauschpaket 4, das
gegebenenfalls noch vom Dephlegmator 2 über einen weiteren Zwischenraum (nicht abgebildet)
getrennt sein kann. Unterhalb des Stoffaustauschpaketes 4 befindet sich ein Zwischenraum
10', woran sich der Trennwandbereich der Kolonne, der die Auftrennung des Stoffgemisches
in nur einer Kolonne ermöglicht, anschließt. Die Trennwandkolonne weist eine vertikale
Trennwand 6 auf und ist somit in zwei Zonen, nämlich die Vorfraktionierungszone 7
und die Hauptfraktionierungszone 8, aufgetrennt. Die beiden Zonen weisen jeweils zwei
Stoffaustauschpakete 9 auf, die je durch Zwischenräume 10 voneinander getrennt sind.
Die Vorfraktionierungszone 7 hat zur Zuführung des Stoffgemisches dabei einen Zugang
11, während die Hauptfraktionierungszone 8 zur Entnahme des gereinigten Dilactids
einen Seitenabzug 12 aufweist. Unterhalb der Trennwandkolonne 5 befindet sich ein
weiterer Zwischenraum 10' sowie ein weiteres Stoffaustauschpaket 13. Sumpfseitig ist
ein Fallfilmverdampfer 14 angebracht, bevorzugt neben dem Sumpfbehälter bzw. der Vorrichtung
1. Der Fallfilmverdampfer 14 kann vom Stoffaustauschpaket 13 gegebenenfalls über einen
weiteren Zwischenraum abgetrennt sein. Im Bereich des Fallfilmverdampfers 14 ist ebenso
ein Abzug 3 zur Entfernung linearer Oligomere sowie Dilactid vorhanden. Der Fallfilmverdampfer
14 ist seitlich an den Kolonnenschuss montiert.
[0061] In Figur 3 ist eine ähnliche Ausführungsform wie in Figur 1 dargestellt, wobei der
einzige Unterschied in der Ausführung der Trennwandkolonne 5 besteht. Im Unterschied
zur Ausführungsform in Figur 2 weist hier die Hauptfraktionierungszone 8 drei Stoffaustauschpakete
9 auf, die jeweils durch einen Zwischenraum 10 voneinander getrennt sind. Jeder dieser
Zwischenräume besitzt dabei einen Seitenabzug 12. Durch diese Ausführungsform der
Trennwandkolonne 5 wird es ermöglicht, dass gleichzeitig eine stoffliche Auftrennung
dergestalt erfolgt, dass die im eingehenden Stoffgemisch vorhandenen Komponenten,
wie Milchsäure und Wasser kopfseitig, und die Oligomeren sumpfseitig abgezogen werden,
während der Hauptanteil des Dilactids über die Seitenabzüge 12 entfernt werden kann.
Gleichzeitig erfolgt dabei eine Auftrennung der Stereoisomeren, wobei die Meso-Dilactid-reiche
Fraktion im oberen der beiden Seitenabzüge 12 und die L-Dilactid-reiche Fraktion über
den unteren der beiden Seitenabzüge 12 entnommen werden kann, so dass simultan eine
stoffliche Trennung der einzelnen Komponenten neben einer optischen Auftrennung der
Lactid-Stereoisomeren erfolgt.
[0062] Dabei ist der obere Seitenabzug 12 nicht zwingendermaßen im Bereich der Trennwand
6 angeordnet, sondern kann auch, wie in Figur 4 dargestellt, an weiter oben angeordneten
Zwischenräumen 10 der Reinigungsvorrichtung 1 angebracht sein. Ebenso ist die Möglichkeit
gegeben, dass mehrere Seitenabzüge 12 an verschiedenen Positionen vorhanden sind.
[0063] In Figur 5 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der die Reinigungsvorrichtung
1 mit nur einem Seitenabzug 12 ausgeführt ist, woran sich eine weitere Reinigungsvorrichtung
15 anschließt. Diese Reinigungsvorrichtung 15 kann entweder eine Rektifikationskolonne
16 oder eine Kristallisationsvorrichtung 18 (vgl. Fig. 7) sein und dient der Abtrennung
von L-Dilactid und Meso-Dilactid.
[0064] In Figur 6 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der über die Reinigungsvorrichtung
1 eine Auftrennung in eine Meso-Dilactid-reiche Fraktion und eine L-Dilactid-reiche
Fraktion erfolgt, wobei die L-Dilactid-reiche Fraktion über einen weiter sumpfseitig,
im Bereich der Trennwandkolonne 5 angeordneten Seitenabzug 12 abgezogen wird. Die
Meso-Dilactid-reiche Fraktion, die am weiter kopfseitig angeordneten Seitenabzug 12
entnommen wird, wird zur Optimierung des Meso-Dilactid-Gehaltes in eine Rektifikationskolonne
16 eingespeist, wobei eine Meso-Dilactidoptimierte Fraktion mit einem Meso-Dilactid-Gehalt
von > 90 % erhalten werden kann. Der Rektifikationskolonne wird dabei sumpfseitig
ein L-Dilactid-reiches Gemisch mit einem L-Dilactid-Gehalt von > 80 % erhalten werden,
das über eine Rückführung 17 zurück in die Zuführung 11 der Trennwandkolonne 5 eingespeist
wird.
[0065] Figur 7 zeigt dabei eine Vorrichtungsform, wie sie auch schon in Figur 6 dargestellt
ist, wobei zusätzlich noch eine Vorrichtung zur Schmelzekristallisation 18 vorhanden
ist, um den L-Dilactid-Gehalt der L-Dilactid-reichen Fraktion weiter zu erhöhen. Dabei
wird L-Dilactid auskristallisiert; Meso-Dilactid verbleibt in der Schmelze und wird
über eine Rückführungsleitung 17' der Zuführung 11 der Kolonne (1) zugeführt. Das
somit erhaltene L-Dilactid weist einen L-Dilactid-Gehalt von > 99 % auf und eine Carboxylgruppenkonzentration
von < 10 mmol/kg, und eignet sich somit zum direkten Einsatz zur Polymerisation und
Herstellung von PLA.
[0066] Figur 8 zeigt eine Reinigungsvorrichtung, bei der zwei Reinigungsvorrichtungen, wie
in Anspruch 1 beschrieben, hintereinander geschaltet sind. In dieser besonderen Ausführungsform
stellt die linke, in Figur 8 dargestellte Reinigungsvorrichtung beispielsweise eine
eine Trennwandkolonne umfassende Reinigungsvorrichtung gemäß Figur 3 dar, wobei hier
die gleichen Bestandteile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind. Das beispielsweise
aus dem oberen Seitenabzug 12 entnommene gereinigte Stoffgemisch wird dabei einer
weiteren eine Trennwandkolonne umfassenden Reinigungsvorrichtung 15 dargestellt, die
in Figur 8 rechts dargestellt ist. Die entsprechenden Elemente der Reinigungsvorrichtung,
die auch an der weiteren Reinigungsvorrichtung 15 vorgesehen sind, sind hierbei mit
den analogen Bezugszeichen 2a bis 14a versehen. Diese weitere Reinigungsvorrichtung
15 weist beispielsweise einen Seitenabzug 19 auf, über den beispielsweise hochreines
meso-Lactid entnommen werden kann. Zur Erhöhung der Effizienz und zur Gewährleistung
eines kontinuierlichen Prozesses ist der sumpfseitig angeordnete Abzug der weiteren
Reinigungsvorrichtung 15 über einen Ablauf 17" mit dem Zulauf 11 der ersten Reinigungsvorrichtung
1 verbunden.
[0067] Eine weitere Variante der Reinigungsvorrichtung ist in Figur 9 dargestellt. Hierbei
ist der die Trennwandkolonne umfassenden Reinigungsvorrichtung 1 eine weitere Reinigungsvorrichtung
15 vorgeschaltet, die zur Vorreinigung des eingesetzten Eduktgemisches dient. Das
Edukt (11a, Rohlactid) wird in der zusätzlichen Reinigungsvorrichtung aufgetrennt
in eine L-Dilactid-reiche Fraktion 3' und eine meso-Dilactid-reiche Fraktion 11. Die
meso-Dilactid-reiche Fraktion 11 besteht aus meso-Dilactid, L-Dilactid, Milchsäure
und dessen lineare Oligomere und restliches Wasser. Diese Fraktion wird in der Reinigungsvorrichtung
(1) aufgetrennt in ein dampfförmiges Kopfprodukt, ein flüssiges Seitenprodukt, das
zu einem großen Prozentsatz aus meso-Dilactd besteht und dessen Carboxylgruppenkonzentrations
sehr gering ist, und ein Sumpfprodukt, das sich aus Oligomeren und L-Dilactid zusammensetzt,
getrennt.
[0068] Die L-Dilactid-reiche Fraktion 3' der zusätzlichen Reinigungsvorrichtung besitzt
einen Gehalt an L-Dilactid von mehr als 98% und eine Carboxylgruppenkonzentration
von weniger als 10 mmol/kg. Die weitere Reinigungsvorrichtung ist dabei in besonders
bevorzugter Ausgestaltung eine Kristallisationsvorrichtung.
[0069] Die Reinigungsvorrichtung (15) kann anstelle von L-Lactid auch zur Vortrennung von
D-Lactid und meos-Lactid benutzt werden.
Beschreibung der Versuchsanordnung
[0070] In einer Pilotanlage werden ca. 2,6 kg/h eines Milchsäurepräpolymers kontinuierlich
zu dampfförmigem Dilactid depolymerisiert. Die Brüden aus dem Reaktor sind ein Gemisch
aus Dilactid, Wasser, Milchsäure, Lactoylmilchsäure und linearen Oligomeren der Milchsäure.
Diese Brüden wurden in einem Dephlegmator teilkondensiert, so dass der Großteil des
Wassers und ein Teil der Milchsäure dampfförmig bleiben. Dilactid, restliche Milchsäure
und deren Oligomere bilden das Kondensat (Roh-Dilactid). Der Durchsatz beträgt ca.
2,5 kg/h.
[0071] Es werden die Carboxylendgruppen (Säure-Base-Titration) und der Meso-Dilactid-Gehalt
(HPLC mit chiraler Säule) sowie der Schmelzpunkt (DSC) des Roh-Dilactids gemessen.
Bei einer Probe werden typischerweise folgende Werte gemessen:
COOH = 250 mmol/kg,
Meso-Dilactid-Gehalt: 11,8 %,
Schmelzpunkt: 87°C.
[0072] Das Roh-Dilactid wird dann kontinuierlich einer Trennwandkolonne gemäß Fig. 1 zugeführt.
[0073] Am Kopf der Kolonne wird ein Gemisch aus Dilactid und den leichterflüchtigen Komponenten
wie Wasser und Milchsäure und im Sumpf der Kolonne die Oligomere der Milchsäure und
der Restgehalt an Dilactid entnommen. Das gereinigte Dilactid wird als Seitenstrom
abgezogen.
[0074] Die Trennwandkolonne hat einen Durchmesser von 100 mm. Sie ist gefüllt mit Packungen,
die eine spezifische Oberfläche von 750 m
2/m
3 haben. Die Höhe der Kolonne ohne Verdampfer- und Kondensatorteil beträgt 9,75 m.
Über den beiden Trennwandhälften befindet sich ein magnetisch gesteuertes Pendel,
das den Rückfluss auf die beiden Trennwandhälften verteilt. Das Teilungsverhältnis
kann dabei stufenlos verstellt werden.
[0075] Im Sumpf der Kolonne befindet sich ein Heizer mit einer Heizleistung von 3 kW (entspricht
100 %).
Beispiel 1
[0076] Bei konstantem Roh-Dilactid-Zulauf wird die Sumpftemperatur auf 160 °C geregelt.
Es ergibt sich ein Druckverlust über die Kolonne von 6 mbar bei einem Kopfdruck von
30 mbar. Die Temperatur des Kühlmediums für den Kondensator wird auf 115 °C im Vorlauf
gesetzt. Das Teilungsverhältnis beträgt 7:5.
[0077] Das Rein-Dilactid hat einen Durchsatz von ca. 1500 g/h.
[0078] Der Carboxylendgruppengehalt im Rein-Dilactid beträgt durchschnittlich 43 mmol/kg.
Beispiel 2
[0079] Bei konstantem Roh-Dilactid-Zulauf wird die Sumpftemperatur auf 164 °C geregelt.
Der Druck am Kopf der Kolonne wird auf 22 mbar geregelt. Es ergibt sich ein Druckverlust
über die Kolonne von 10 mbar. Die Temperatur des Kühlmediums für den Kondensator wird
auf 124 °C im Vorlauf gesetzt. Das Teilungsverhältnis beträgt 7:5.
[0080] Im Sumpf werden 764 g/h entnommen, bei einem Rein-Dilactid-Durchsatz von 1523 g/h.
Am Kopf der Kolonne fallen 209 g/h an.
[0081] Der Carboxylendgruppengehalt im Rein-Dilactid beträgt nicht mehr als 12 mmol/kg.
Beispiel 3
[0082] Die Einstellungen aus Beispiel 2 werden beibehalten bis auf den Druck am Kopf der
Kolonne. Dieser wird auf 20 mbar gesenkt. Es ergibt sich ein Druckverlust von 9 mbar.
Die Menge an dampfförmigem Kopfprodukt erhöht sich auf 277 g/h, im Sumpf werden 774
g/h entnommen und der Rein-Dilatid-Austrag beträgt 1525 g/h.
[0083] Der Carboxylendgruppengehalt im Rein-Dilactid beträgt nicht mehr als 5 mmol/kg.
Beispiel 4
[0084] Die Trennwandkolonne wird um eine zusätzliche Seitenentnahme erweitert (s. Fig. 3),
wobei die obere und untere Seitenentnahme im Trennwandbereich liegen. Die Bedingungen
und Einstellungen sind ansonsten wie in Beispiel 2. Die aus der oberen Seitenentnahme
abgezogene Dilactid-Fraktion hat einen Durchsatz von 400 g/h, einen Meso-Dilactid-Gehalt
von 42 % und einen Carboxylendgruppengehalt von 17 mmol/kg.
[0085] Für die untere Dilactid-Fraktion werden folgende Werte gemessen:
| Durchsatz: |
1600 g/h |
| Meso-Dilactid-Gehalt: |
6 % |
| Carboxylendgruppengehalt: |
10 mmol/kg |
Beispiel 5
[0086] Die Einstellungen aus Beispiel 4 werden beibehalten, nur dass die Entnahme der Meso-Dilactid-reichen
Fraktion nun direkt unterhalb des Kondensators der Kolonne erfolgt, wie in Fig. 4
dargestellt. Die Fraktion hat einen Carboxylendgruppengehalt von 176 mmol/kg, einen
Meso-Dilactid-Gehalt von 68 % und einen Durchsatz von 330 g/h.
[0087] Für die untere Dilactid-Fraktion werden folgende Werte gemessen:
| Durchsatz: |
1600 g/h |
| Meso-Dilactid-Gehalt: |
3 % |
| Carboxylendgruppengehalt: |
13 mmol/kg |
Beispiel 6
[0088] Die Meso-Dilactid-arme Rein-Dilactid-Fraktion aus Beispiel 4 wird im Labor einer
fraktionierten Kristallisation aus der Schmelze unterzogen. Dazu werden in einen 500
ml Glaskolben mit Doppelmantel und beheiztem Ablassventil 400 ml flüssiges Dilactid
gefüllt, die Temperatur im Doppelmantel auf 70°C eingestellt und über Nacht bei dieser
Temperatur gehalten. Am nächsten Morgen kann die nicht kristallisierte flüssige Fraktion
von der kristallinen Fraktion getrennt werden werden. Die flüssige Fraktion weist
einen Carboxylendgruppengehalt von 122 mmol/kg und einen Meso-Dilactid-Gehalt von
30 % auf.
[0089] Die kristalline Fraktion wird bei 110°C aufgeschmolzen und abgelassen. Es wird ein
Carboxylendgruppengehalt von 12 mmol/kg und ein Meso-Dilactid-Gehalt von 2 % gemessen.
[0090] Die auskristallisierte Fraktion wird einer weiteren Kristallisationsstufe unterzogen.
Das zum zweiten Mal krisallisierte Dilactid hat einen Meso-Dilactid-Gehalt von 0,4
% und einen Carboxylendgruppengehalt von 2 mmol/kg.
Beispiel 7
[0091] Mit einer kommerziellen Software zur Berechnung verfahrenstechnischer Prozesse wird
die Trennung der Meso-Dilactid-reichen Fraktion aus Beispiel 5 in ein Milchsäure-reiches
Kopfprodukt, eine Meso-Dilactid-reiche Seitenfraktion und ein L,L-Dilactid-reiches
Sumpfprodukt durch Rektifikation rechnerisch simuliert, was einer Ausführungsform
gemäß Fig. 4 entspricht.
[0092] Die Dampfdruckkurven für L,L-Dilactid und Meso-Dilactid werden der
DE 38 20 299 entnommen. Die Phasengleichgewichte werden mit der UNIFAC-Methode berechnet.
[0093] Die Rektifikationskolonne wird folgendermaßen spezifiziert:
| Kopfdruck: |
45 mbar |
| Druckverlust über die Kolonne: |
10 mbar |
| Temp. des Kondensats: |
145 °C |
| Anzahl. der theor. Böden: |
47 |
| Zulauf-Boden: |
23 |
| Boden des Seitenabzugs: |
8 |
| Temp. im Kolonnesumpf: |
166 °C |
Man erhält folgende Produktzusammensetzung:
Meso-Fraktion: 95 % Meso-Dilactid, Carboxylendgruppengehalt kleiner 20 mmol/kg,
L-Fraktion: 90 % L,L-Dilactid, 10 % Meso-Dialctid,
Kopfprodukt: 76 % Meso-Dilactid, Carboxylendgruppengehalt 2650 mmol/kg.
Beispiel 8
[0094] Beispiel 8 beschreibt eine Ausführungsform, in der die Reinigung der Meso-Dilactid-reichen
Fraktion aus der Reinigungsvorrichtung 1 in einer Rektifikationskolonne mit Trennwand
erfolgt (siehe Figur 8).
[0095] Die Trennwandkolonne zur Rückgewinnung von L,L-Dilactid und zur Reinigung des Mesolactids
wird wie folgt betrieben:
| 15 mbar |
Kopfdruck |
| 10 mbar |
Druckverlust über Kolonne |
| 123 °C |
Kopf-Temperatur (Kondensationstemperatur) |
| 45 |
Zahl der theoretischen Trennstufen |
| 15 |
Zulaufboden |
| 31 |
Seitenabzug auf Boden |
| 145 °C |
Sumpftemperatur |
[0096] Die Kolonne ist mit Stoffaustauschpackungen vom Typ Mellapak der Firma Sulzer ausgerüstet.
Der Rücklauf wird im Verhältnis 1:2 auf die Zulaufseite und die Seite der Produktabnahme
verteilt. Der Zulauf hat eine Carboxylgruppenkonzentration von 150 mmol/kg und einen
Mesolactidgehalt von 70 %. Der Seitenstrom aus dem gereinigten Mesolactid enthält
noch 5 % L,L-Dilactid und hat Carboxylgruppen von 4 mmol/kg. Das Sumpfprodukt hat
24 % Mesolactid, es wird in die erste Reinigungsvorrichtung zurückgeführt. Das Kopfprodukt
enthält 75 % Mesolactid und Carboxylgruppen von 2.700 mmol/kg.
Beispiel 9
[0097] Beispiel 9 beschreibt die Herstellung des Poly-mesoLactids:
[0098] Mesolactid mit 5 % L,L-Dilactid wird in einer Menge von 9 kg/h aus einer Trennwandkolonne
als Seitenstrom abgezogen und einem kontinuierlich betriebenen Rührkesselreaktor zugeführt.
Der Gehalt an Carboxylgruppen beträgt 4 mmol/kg. In den Rührkessel wird neben dem
Mesolactid als Katalysator Zinn(II)octoat in einer Menge zudosiert, die 300 ppm Zinn,
bezogen auf die Masse des Polymers, entspricht.
[0099] Die Schmelze polymerisiert im Kessel bei einer Temperatur von 140 °C und einer Verweilzeit
von 2 Stunden bis zu einem Umsatz des Mesolactids von 60 %. Ein Ankerrührer sorgt
mit 150 U/min für die notwendige Vermischung. Die teilweise umgesetzte Schmelze verlässt
den Rührkessel und geht in einen Rohrreaktor, der mit Einbauten zur Vergleichsmäßigung
der Strömungsgeschwindigkeit über den Querschnitt ausgerüstet ist. Im Rohrreaktor
steigt der Umsatz innerhalb von 4 Stunden auf 95 % am Ausgang bei einer Temperatur
von 140°C. Stabilisierung und Entmonomerisierung geschehen in derselben Weise wie
für die Polymerisation von L-Dilactid beschrieben. Dasselbe gilt für die Granulierung.
1. Verfahren zur Herstellung eines bioabbaubaren, intermolekularen cyclischen Diesters
einer alpha-Hydroxycarbonsäure der Formel I

wobei R ausgewählt ist aus Wasserstoff oder linearen oder verzweigten aliphatischen
Resten mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen durch zumindest teilweise Abtrennung aus Stoffgemischen,
enthaltend den Diester der Formel I sowie die dazu korrespondierende alpha-Hydroxycarbonsäure
der Formel II

sowie lineare Dimere und Oligomere der korrespondierenden α-Hydroxycarbonsäure und
Wasser durch folgende Schritte:
a) Einspeisen des Stoffgemisches in eine eine Trennwandkolonne aufweisende Reinigungsvorrichtung
(1), die mindestens folgende untereinander angeordnete Bestandteile umfasst:
aa) kopfseitig mindestens einen Dephlegmator (2) sowie mindestens einen Abzug (3),
bb) mindestens ein, den Durchmesser der Vorrichtung zumindest teilweise ausfüllendes
Stoffaustauschpaket (4),
cc) eine Trennwandkolonne (5), die durch eine vertikale Trennwand (6) in zwei Zonen
(7, 8) geteilt ist, wobei jede Zone (7, 8) mindestens zwei Stoffaustauschpakete (9)
aufweist, die je durch einen Zwischenraum (10) voneinander getrennt sind, die erste
Zone (7) (Vorfraktionierungszone) mindestens einen Zugang (11) zur Einspeisung des
Stoffgemisches und die zweite Zone (8) (Hauptfraktionierungszone) mindestens einen
Seitenabzug (12) zur Entnahme des gereinigten Produktes aufweist, und der mindestens
eine Zugang (11) sowie der mindestens eine Seitenabzug (12) je im Bereich des mindestens
einen Zwischenraumes (10) angeordnet sind,
dd) mindestens ein weiteres, den Durchmesser der Vorrichtung zumindest teilweise ausfüllendes
Stoffaustauschpaket (13),
ee) sumpfseitig mindestens einen Verdampfer (14) sowie mindestens einen Abzug (3),
wobei das Längenverhältnis der Trennwandkolonne (5) zur Gesamtlänge der Reinigungsvorrichtung
(1) 0,5 bis 0,9 beträgt,
b) Auftrennen des Stoffgemisches, wobei die Säure der Formel II in dampfförmigem Aggregatszustand
die Kolonne verlässt und
c) Entnahme des gereinigten Diesters der Formel I über den mindestens einen Seitenabzug.
2. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der gereinigte Diester der Formel I in flüssigem Aggregatszustand entnommen wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass im Stoffgemisch mindestens ein weiterer Stoff, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Wasser, korrespondierenden Oligomeren der alpha-Hydroxycarbonsäure der Formel
III,

wobei n = 1 bis 10 ist und R gemäß Anspruch 1 definiert ist und/oder Mischungen hieraus,
enthalten ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewichtsanteil des cyclischen Diesters der Formel I in dem der Reinigungsvorrichtung
zugeführten Stoffgemisch mindestens 50 Gew.-%, bevorzugt mindestens 75 Gew.-%, besonders
bevorzugt mindestens 80 Gew.-% beträgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der cyclische Diester der Formel I Dilactid und die alpha-Hydroxycarbonsäure der
Formel II Milchsäure ist, wobei nach erfolgter Entnahme des abgetrennten gereinigten
Dilactids mindestens ein weiterer Trennungsschritt zur Separation von L- und Meso-Dilactid
erfolgt.
6. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine weitere Trennungsschritt ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Rektifikation in einer Rektifikationskolonne, Rektifikation in einer eine Trennwandkolonne
umfassenden Reinigungsvorrichtung und/oder Kristallisation.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass gleichzeitig eine Auftrennung des Dilactids in eine Meso-Dilactid-reiche Fraktion
und eine L-Dilactid-reiche Fraktion erfolgt, wobei die Meso-Dilactid-reiche Fraktion
an mindestens einem ersten Seitenabzug und die L-Dilactid-reiche Fraktion an mindestens
einem zweiten Seitenabzug entnommen wird, mit der Maßgabe, dass der erste Seitenabzug
bezüglich des zweiten Seitenabzugs an der Reinigungsvorrichtung weiter kopfseitig
angeordnet ist.
8. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt des Meso-Dilactids in der L-Dilactid-reichen Fraktion maximal 10 Gew.-%,
bevorzugt maximal 6 Gew.-%, besonders bevorzugt maximal 4 Gew.-% beträgt.
9. Verfahren nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt des L-Dilactids in der Meso-Dilactid-reichen Fraktion maximal 60 Gew.-%,
bevorzugt maximal 50 Gew.-%, besonders bevorzugt maximal 40 Gew.-% beträgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt des Meso-Dilactids in der L-Dilactid-reichen Fraktion
durch anschließende Schmelzekristallisation weiter verringert wird.
11. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Schmelzekristallisation abgetrennte, an Meso-Dilactid angereicherte Fraktion
dem Stoffgemisch, das in die Trennwandkolonne (5) eingespeist wird, wieder zugesetzt
wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Anschluss an mindestens einen der Seitenabzüge (12) mindestens eine weitere
Reinigungsvorrichtung (15) anschließt.
13. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Reinigungsvorrichtung (15) mindestens folgende räumlich untereinander
angeordnete Bestandteile umfasst:
a) kopfseitig mindestens einen Dephlegmator (2a) sowie mindestens einen Abzug (3a),
b) mindestens ein, den Durchmesser der Vorrichtung zumindest teilweise ausfüllendes
Stoffaustauschpaket (4a),
c) eine Trennwandkolonne (5a), die durch eine vertikale Trennwand (6a) in zwei Zonen
(7a, 8a) geteilt ist, wobei jede Zone (7a, 8a) mindestens zwei Stoffaustauschpakete
(9a) aufweist, die je durch einen Zwischenraum (10a) voneinander getrennt sind, die
erste Zone (7a) (Vorfraktionierungszone) mindestens einen Zugang, der mit mindestens
einem Seitenabzug (12) der Trennwandkolonne (5) zur Einspeisung des Stoffgemisches
und die zweite Zone (8a) (Hauptfraktionierungszone) mindestens einen Seitenabzug (19)
zur Entnahme des gereinigten Produktes aufweist, und der mindestens eine Zugang sowie
der mindestens eine Seitenabzug (19) je im Bereich des mindestens einen Zwischenraumes
(10a) angeordnet sind,
d) mindestens ein weiteres, den Durchmesser der Vorrichtung zumindest teilweise ausfüllendes
Stoffaustauschpaket (13a), sowie
e) sumpfseitig mindestens einen Verdampfer (14a) sowie mindestens eine mit dem Zugang
(11) verbundene Rückführung (17").
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor den Zugang (11) mindestens eine weitere Reinigungsvorrichtung (15) geschaltet
ist, die bevorzugt ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Rektifikations- (16)
und/oder Kristallisationsvorrichtung (18).
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt des L-Dilactids und der Carboxylendgruppen in der Meso-Dilactid-reichen
Fraktion durch anschließende Rektifikation in einer Rektifikationskolonne und/oder
Rektifikation in einer eine Trennwandkolonne umfassenden Reinigungsvorrichtung weiter
verringert wird, bevorzugt auf einen L-Dilactidgehalt von maximal 30 Gew.-%, weiter
bevorzugt maximal 20 Gew.-%, besonders bevorzugt maximal 10 Gew.-%, insbesondere maximal
6 Gew.-% und eine Konzentration an Carboxylendgruppen von maximal 20 mmol/kg, weiter
bevorzugt maximal 10 mmol/kg, besonders bevorzugt 5 mmol/kg, insbesondere maximal
2 mmol/kg.
16. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Polylactid mit einem meso-Lactidgehalt
von mehr als 70 Gew.-%, ausgehend von einem Stoffgemisch enthaltend meso-pilactid,
mit einer Polymerisationsvorrichtung (100) umfassend eine Reinigungsvorrichtung (1)
gemäß Anspruch 1 bei dem zunächst in der Reinigungsvorrichtung (1) eine kontinuierliche
Abtrennung des meso-Dilactids aus dem Stoffgemisch mit kontinuierlicher Entnahme des
gereinigten meso-Dilactids aus der Reinigungsvorrichtung (1) erfolgt und im Anschluss
eine Polymerisation durchgeführt wird.
17. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Polymerisation so gesteuert wird, dass das erhaltene Poly-Meso-Lactid eine
molare Masse von 50.000 g/mol < Mn < 2.000.000 g/mol aufweist, und/oder
b) das Polylactid einen meso-Lactidgehalt von mehr als 70 Gew.-%, bevorzugt mehr als
90 Gew.-% aufweist, und/oder
c) bei der Polymerisation ein Katalysator zugesetzt wird.
18. Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 15 zur Reinigung von Dilactid,
zur Herstellung von im Wesentlichen enantiomerenreinen L-Dilactid und/oder meso-Dilactid
sowie des Verfahrens nach einem der Ansprüche 16 bis 17 bei der Herstellung von Poly-L-Lactid
und Poly-Meso-Lactid.
1. Method for producing a biodegradable, intermolecular cyclic diester of an alpha-hydroxycarboxylic
acid of formula I

R being selected from hydrogen or linear or branched aliphatic radicals with 1 to
6 carbon atoms by at least partial separation from material mixtures containing the
diester of formula I and also the alpha-hydroxycarboxylic acid, corresponding thereto,
of formula II

and also linear dimers and oligomers of the corresponding α-hydroxycarboxylic acids
and water,
by means of the following steps:
a) feeding the material mixture into a cleaning device (1) which has a dividing wall
column, which comprise at least the following components which are arranged from top
to the bottom:
aa) at the top, at least one dephlegmator (2) and also at least one outlet (3),
bb) at least one mass transfer packing (4) which fills the diameter of the device
at least partially,
cc) a dividing wall column (5) which is divided into two zones (7, 8) by a vertical
dividing wall (6), each zone (7, 8) having at least two mass transfer packings (9)
which are separated from each other respectively by a gap (10), the first zone (7)
(prefractionation zone) having at least one inlet (11) for supplying the material
mixture and the second zone (8) (main fractionation zone) having at least one side
outlet (12) for removing the cleaned product, and the at least one inlet (11) and
also the at least one side outlet (12) being located respectively in the region of
the at least one gap (10),
dd) at least one further mass transfer packing (13) which fills the diameter of the
device at least partially,
ee) on the sump side, at least one evaporator (14) and at least one outlet (3),
the length ratio of the dividing wall column (5) to the total length of the cleaning
device (1) being 0.5 to 0.9,
b) separation of the material mixture, the acid of formula II leaving the column in
a vaporous aggregate state and
c) removal of the cleaned diester of formula I via the at least one side outlet.
2. Method according to the preceding claim, characterised in that the cleaned diester of formula I is removed in a liquid aggregate state.
3. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that, in the material mixture, at least one further material is contained, selected from
the group comprising water, corresponding oligomers of the alpha-hydroxycarboxylic
acid of formula III,

there being n = 1 to 10 and R being defined according to claim 1, and/or mixtures
hereof.
4. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the weight proportion of the cyclic diester of formula I in the material mixture
supplied to the cleaning device is at least 50% by weight, preferably at least 75%
by weight, particularly preferred at least 80% by weight.
5. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the cyclic diester of formula I is dilactide and the alpha-hydroxycarboxylic acid
of formula II is lactic acid, wherein after removal of the separated cleaned dilactide
is effected, at least one further separation step for separation of L- and mesodilactide
is effected.
6. Method according to the preceding claim, characterised in that the at least one further separation step is selected from the group comprising rectification
in a rectification column, rectification in a cleaning device which includes a dividing
wall column and/or crystallisation.
7. Method according to claim 5, characterised in that at the same time separation of the dilactide into a mesodilactide-rich fraction and
an L-lactide-rich fraction is effected, the mesodilactide-rich fraction being removed
at at least one first side outlet and the L-dilactide-rich fraction at at least one
second side outlet, with the proviso that the first side outlet is disposed with respect
to the second side outlet further towards the top side on the cleaning device.
8. Method according to the preceding claim, characterised in that the content of the mesodilactide in the L-dilactide-rich fraction is at most 10%
by weight, preferably at most 6% by weight, particularly preferred at most 4% by weight.
9. Method according to one of the claims 7 or 8, characterised in that the content of the L-dilactide in the mesodilactide-rich fraction is at most 60%
by weight, preferably at most 50% by weight, particularly preferred at most 40% by
weight.
10. Method according to one of the claims 7 to 9, characterised in that the content of the mesodilactide in the L-dilactide-rich fraction is further reduced
by subsequent melt crystallisation.
11. Method according to the preceding claim, characterised in that the fraction, which is separated by melt crystallisation and enriched in mesodilactide,
is added again to the material mixture which is fed into the dividing wall column
(5).
12. Method according to one of the preceding claims, characterised in that, subsequent to at least one of the side outlets (12), at least one further cleaning
device (15) is connected.
13. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that the further cleaning device (15) comprises at least the following components which
are arranged from top to bottom:
a) at the top, at least one dephlegmator (2a) and also at least one outlet (3a),
b) at least one mass transfer packing (4) which fills the diameter of the device at
least partially,
c) a dividing wall column (5a) which is divided into two zones (7a, 8a) by a vertical
dividing wall (6a), each zone (7a, 8a) having at least two mass transfer packings
(9a) which are separated from each other respectively by a gap (10a), the first zone
(7a) (prefractionation zone) having at least one inlet, with at least one side outlet
(12) of the dividing wall column (5) for supplying the material mixture and the second
zone (8a) (main fractionation zone) having at least one side outlet (19) for removing
the cleaned product, and the at least one inlet and also the at least one side outlet
(19) being disposed respectively in the region of the at least one gap (10a),
d) at least one further mass transfer packing (13a) which fills the diameter of the
device at least partially,
e) on the sump side, at least one evaporator (14a) and at least one recirculation
(17") which is connected to the inlet (11).
14. Method according to one of the preceding claims, characterised in that at least one further cleaning device (15), which is preferably selected from the
group comprising rectification- (16) and/or crystallisation device (18), is connected
before the inlet (11).
15. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the content of the L-dilactide and of the carboxyl end groups in the mesodilactide-rich
fraction is further reduced by subsequent rectification in a rectification column
and/or rectification in a cleaning device which includes a dividing wall column, preferably
to an L-dilactide content of at most 30% by weight, further preferred at most 20%
by weight, particularly preferred at most 10% by weight, in particular at most 6%
by weight, and a concentration of carboxyl end groups of at most 20 mmol/kg, further
preferred at most 10 mmol/kg, particularly preferred 5 mmol/kg, in particular at most
2 mmol/kg.
16. Method for continuous production of polylactide with a mesolactide content of more
than 70% by weight, starting from a material mixture containing mesodilactide, with
a polymerisation device (100) containing a cleaning device (1), in which firstly,
in the cleaning device (1), continuous separation of the mesodilactide from the material
mixture is effected with continuous removal of the cleaned mesodilactide from the
cleaning device (1) and, subsequently, a polymerisation is implemented.
17. Method according to the preceding claim,
characterised in that
a) the polymerisation is controlled such that the obtained poly-mesolactide has a
molar mass of 50,000 g/mol < Mn < 2,000,000 g/mol and/or
b) the polylactide has a mesolactide content of more than 70% by weight, preferably
more than 90% by weight, and/or
c) that a catalyst is added during the polymerisation.
18. Use of the method according to one of the claims 1 to 15, for cleaning dilactide,
for the production of essentially enantiomerpure L-dilactide and/or mesodilactide
and according to the method to one of the claims 16 or 17 in the production of poly-L-lactide
and poly-mesolactide.
1. Procédé pour la préparation d'un diester cyclique intermoléculaire biodégradable d'un
acide alpha-hydroxycarboxylique répondant à la formule I

dans laquelle R est choisi parmi un atome d'hydrogène ou des radicaux aliphatiques
linéaires ou ramifiés contenant de 1 à 6 atomes de carbone, par séparation au moins
partielle à partir de mélanges de substances contenant le diester répondant à la formule
I ainsi que l'acide alpha-hydroxycarboxylique qui y correspond, répondant à la formule
II

ainsi que des dimères et des oligomères linéaires de l'acide alpha-hydroxycarboxylique
correspondant et de l'eau
en passant par les étapes suivantes consistant à :
a) introduire le mélange de substances dans un dispositif de purification (1) présentant
une colonne à paroi de séparation, ledit dispositif comprenant au moins les constituants
suivants, disposés les uns en dessous des autres :
aa) du côté de la tête, au moins un déflegmateur (2) et au moins une sortie (3) ;
bb) au moins un garnissage de métabolisme (4) qui remplit au moins en partie le diamètre
du dispositif ;
cc) une colonne à paroi de séparation (5) qui est subdivisée en deux zones (7, 8)
par une paroi de séparation verticale (6), chaque zone (7, 8) présentant au moins
deux garnissages de métabolisme (9) qui sont séparés l'un de l'autre par un espace
intermédiaire (10), la première zone (7) (zone de préfractionnement) présentant au
moins une entrée (11) pour l'alimentation du mélange de substances et la deuxième
zone (8) (zone de fractionnement principal) présentant au moins une sortie latérale
(12) pour le prélèvement du produit purifié, et ladite au moins une entrée (11) ainsi
que ladite au moins une sortie latérale (12) étant disposées respectivement dans la
zone dudit au moins un espace intermédiaire (10) ;
dd) au moins un garnissage de métabolisme supplémentaire (13) qui remplit au moins
en partie le diamètre du dispositif ;
ee) du côté du bas de colonne, au moins un évaporateur (14) et au moins une sortie
(3) ;
le rapport de la longueur de la colonne à paroi de séparation (5) à la longueur totale
du dispositif de purification (1) s'élevant de 0,5 à 0,9 ;
b) séparer le mélange de substances, l'acide répondant à la formule II quittant la
colonne à l'état d'agrégat sous forme de vapeur, et
c) prélever le diester purifié répondant à la formule I via ladite au moins une sortie
latérale.
2. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que le diester purifié répondant à la formule I est prélevé à l'état d'agrégat liquide.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, le mélange de substances contient au moins une substance supplémentaire choisie
parmi le groupe constitué par de l'eau, des oligomères correspondants de l'acide alpha-hydroxycarboxylique
répondant à la formule III

dans laquelle n = 1 à 10 et R est défini conformément à la revendication 1, et/ou
leurs mélanges.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la fraction pondérale du diester cyclique répondant à la formule I dans le mélange
de substances acheminé au dispositif de purification représente au moins 50 % en poids,
de préférence au moins 75 % en poids, de manière particulièrement préférée au moins
80 % en poids.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le diester cyclique répondant à la formule I est un dilactide et l'acide alpha-hydroxycarboxylique
répondant à la formule II est l'acide lactique, au moins une étape de séparation supplémentaire
étant mise en oeuvre pour la séparation du L-dilactide et du méso-dilactide, après
avoir procédé au prélèvement du dilactide purifié séparé.
6. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que ladite au moins une étape de séparation supplémentaire est choisie parmi le groupe
constitué par une rectification dans une colonne à paroi de séparation, une rectification
dans un dispositif de purification comprenant une colonne à paroi de séparation et/ou
une cristallisation.
7. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'on procède de manière simultanée à une séparation du dilactide pour obtenir une fraction
riche en méso-dilactide et une fraction riche en L-dilactide, la fraction riche en
méso-dilactide étant prélevée à au moins une première sortie latérale et la fraction
riche en L-dilactide étant prélevée à au moins une deuxième sortie latérale, avec
cette mesure que la première sortie latérale est disposée sur le dispositif de purification,
plus près du côté de la tête que la deuxième sortie latérale.
8. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que la teneur en méso-dilactide de la fraction riche en L-dilactide représente au maximum
10 % en poids, de préférence au maximum 6 % en poids, de manière particulièrement
préférée au maximum 4 % en poids.
9. Procédé selon l'une quelconque des deux revendications précédentes, caractérisé en ce que la teneur en dilactide de la fraction riche en méso-dilactide représente au maximum
60 % en poids, de préférence au maximum 50 % en poids, de manière particulièrement
préférée au maximum 40 % en poids.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que la teneur en méso-dilactide de la fraction riche en L-dilactide est soumise à une
réduction supplémentaire via une cristallisation en fusion qui suit directement.
11. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que la fraction enrichie en méso-dilactide séparée via la cristallisation en fusion est
à nouveau ajoutée au mélange de substances qui est alimenté dans la colonne à paroi
de séparation (5).
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que au moins un dispositif de purification supplémentaire (15) se raccorde directement
à au moins une des sorties latérales (12).
13. Procédé selon la revendication précédente,
caractérisé en ce que le dispositif de purification supplémentaire (15) comprend au moins les constituants
suivants disposés dans l'espace les uns en dessous des autres :
a) du côté de la tête, au moins un déflegmateur (2a) et au moins une sortie (3a) ;
b) au moins un garnissage de métabolisme (4a) qui remplit au moins en partie le diamètre
du dispositif ;
c) une colonne à paroi de séparation (5a) qui est subdivisée en deux zones (7a, 8a)
par une paroi de séparation verticale (6a), chaque zone (7a, 8a) présentant au moins
deux garnissages de métabolisme (9a) qui sont séparés l'un de l'autre par un espace
intermédiaire (10a), la première zone (7a) (zone de préfractionnement) présentant
au moins une entrée, comprenant au moins une sortie latérale (12) de la colonne à
paroi de séparation (5) pour l'alimentation du mélange de substances, et la deuxième
zone (8a) (zone de fractionnement principal) présentant au moins une sortie latérale
(19) pour le prélèvement du produit purifié, et ladite au moins une entrée ainsi que
ladite au moins une sortie latérale (19) étant disposées respectivement dans la zone
dudit au moins un espace intermédiaire (10a) ;
d) au moins un garnissage de métabolisme supplémentaire (13a) qui remplit au moins
en partie le diamètre du dispositif ; et
e) du côté du bas de colonne, au moins un évaporateur (14a) et au moins un guidage
en retour (17") relié à l'entrée (11).
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins un dispositif de purification supplémentaire (15) est monté en amont de l'entrée
(11), ledit dispositif étant choisi de préférence parmi le groupe constitué par un
dispositif de rectification (16) et/ou un dispositif de cristallisation (18).
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la teneur en L-dilactide et en groupes terminaux carboxyle dans la fraction riche
en méso-dilactide fait l'objet d'une réduction supplémentaire via une rectification
qui suit directement dans une colonne à paroi de séparation et/ou via une rectification
dans un dispositif de purification comprenant une colonne à paroi de séparation, de
préférence pour obtenir une teneur en L-dilactide au maximum de 30 % en poids, de
manière plus préférée au maximum de 20 % en poids, de manière particulièrement préférée
au maximum de 10 % en poids, en particulier au maximum de 6 % en poids et une concentration
des groupes terminaux carboxyle au maximum de 20 mmol/kg, de manière plus préférée
au maximum de 10 mmol/kg, de manière particulièrement préférée de 5 mmol/kg, en particulier
au maximum de 2 mmol/kg.
16. Procédé pour la préparation en continu de polylactide possédant une teneur en méso-lactide
supérieure à 70 % en poids, à partir d'un mélange de substances contenant du méso-dilactide,
avec un dispositif de polymérisation (100) comprenant un dispositif de purification
(1) selon la revendication 1, dans lequel on procède d'abord, dans le dispositif de
purification (1), à une séparation en continu du méso-dilactide à partir du mélange
de substances avec prélèvement en continu du méso-dilactide purifié à partir du dispositif
de purification (1), avant de procéder à une polymérisation.
17. Procédé selon la revendication précédente,
caractérisé en ce que :
a) on règle la polymérisation de telle sorte que le poly-méso-lactide que l'on obtient
présente une masse molaire de 50.000 g/mol < Mn < 2.000.000 g/mol ; et/ou
b) le polylactide présente une teneur en méso-lactide supérieure à 70 % en poids,
de préférence supérieure à 90 % en poids ; et/ou
c) on ajoute un catalyseur lors de la polymérisation.
18. Utilisation du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, à des fins
de purification de dilactide, pour la préparation d'un L-dilactide et/ou d'un méso-dilactide
essentiellement pur du point de vue énantiomère, ainsi que du procédé selon l'une
quelconque des revendications 16 à 17 lors de la préparation du poly-L-lactide et
du poly-méso-lactide.