[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einstellung der farb- oder fotometrischen
Eigenschaften eines LED-Scheinwerfers gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1, 28 und
48 sowie eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 54.
[0002] Es sind Beleuchtungsscheinwerfer mit lichtemittierenden Dioden (LEDs) bekannt, die
beispielsweise als Kameraaufsatzlicht für Film- und Videokameras eingesetzt werden.
Da die hierfür eingesetzten LEDs entweder die Farbtemperatur "tageslichtweiß" oder
"warmweiß" aufweisen, ist eine stufenlose bzw. exakte Ein- oder Umschaltung von einer
warmweißen auf eine tageslichtweiße Farbtemperatur mit definierten Normfarbwertanteilen
nahe oder auf dem Planckschen Kurvenzug nicht möglich und bei beiden Varianten die
Farbwiedergabe bei Film- und Videoaufnahmen unbefriedigend.
[0003] Typische Filmmaterialien für Filmaufnahmen wie "Cinema Color Negativ Film" sind für
Tageslicht mit einer Farbtemperatur von 5600 K oder für Glühlampenlicht mit einer
Farbtemperatur von 3200 K optimiert und erreichen mit diesen Lichtquellen zur Beleuchtung
eines Sets hervorragende Farbwiedergabeeigenschaften. Werden bei Filmaufnahmen andere
künstliche Lichtquellen zur Beleuchtung eines Sets eingesetzt, so müssen diese zum
einen an die optimale Farbtemperatur von 3200 K bzw. 5600 K angepasst sein und zum
anderen eine sehr gute Farbwiedergabequalität aufweisen. In der Regel wird hierfür
die beste Farbwiedergabestufe mit einem Farbwiedergabeindex von CRI ≥ 90 ... 100 gefordert.
[0004] Für einen LED-Scheinwerfer bestehend aus
mehr als 3 LED-Farben gibt es unendlich bzw. nur durch die Auflösung der Ansteuerung begrenzt
viele Möglichkeiten, um einen gewünschten Farbort wie z.B. x/y = 0,423 / 0,399, CCT
3200 K durch Mischung der verwendeten Grundfarben einzustellen. Je nach Mischungsverhältnis
kann dabei auf verschiedene Parameter wie Lichtausbeute oder Farbwiedergabe optimiert
werden. Bei einem vorwiegend für Film- und Fernsehaufnahmen eingesetzten Scheinwerfer
kann die Mischung zusätzlich auf die Farbwiedergabeeigenschaften des Filmmaterials
bzw. des Sensors einer Digitalkamera optimiert werden. Wird diese Optimierung nicht
vorgenommen, so wird im ungünstigsten Fall zwar der korrekte Farbort eingestellt,
dies aber mit sehr ungünstigen Farbwiedergabeeigenschaften. Besonders auf Grund der
schmalbandigen Spektren der LED-Farben wie Blau, Grün, Rot, entstehen so leicht Spektren
mit inakzeptabler Farbwiedergabe. Oder aber Spektren mit zwar guten bis sehr guten
Farbwiedergabeeigenschaften (CRI >= 90), welche aber bei Aufnahmen mit Film oder Digitalkameras
erhebliche Farbstiche im Vergleich zu gängigen Lichtquellen wie Halogenglühlampen
oder Tageslicht erzeugen.
[0005] Aus der Farbmetrik kann abgeleitet werden, dass für solche aus schmalbandigen LED-Spektren,
ggf. auch in Kombination mit Leuchtstoff-LEDs erzeugte Gesamtspektren nie gleichzeitig
alle für die Film- und Videobeleuchtung relevanten farbmetrischen Werte (Farbort,
Farbwiedergabeindex sowie Mischlichtfähigkeit) Idealwerte annehmen können. Dennoch
können sehr gute Ergebnisse erzielt werden, wenn gewährleistet ist, dass keiner der
Optimierungsparameter zu weit vom Idealwert abweicht. In der Farbmetrik ist jedoch
kein allgemeiner Algorithmus bekannt, in welchem Verhältnis mehr als 3 Spektren gemischt
werden müssen, um gleichzeitig möglichst gute Werte für den gewünschten Farbort, Farbwiedergabeindex
sowie Mischlichtfähigkeit mit Film zu erhalten.
[0006] Wie beim Einsatz von Leuchtstofflampen für die Beleuchtung bei Film- oder Videoaufnahmen
kann es jedoch bei künstlichen Lichtquellen mit einem nicht kontinuierlichen Spektralverlauf
vorkommen, dass diese Lichtquellen zwar die geforderten Werte für Farbtemperatur und
Farbwiedergabe erreichen, aber dennoch bei der Verwendung für Filmaufnahmen gegenüber
Glühlampen- bzw. HMI-Lampen oder Tageslicht einen erheblichen Farbstich aufweisen.
Man spricht in diesem Fall von einer ungenügenden Mischlichtfähigkeit. Dieser Effekt
kann auch bei einem Einsatz verschiedenfarbiger LEDs in einem LED-Scheinwerfer auftreten.
So wurde bei einem Test mit einer auf eine Farbtemperatur von 5600 K und einem Farbwiedergabeindex
von CRI = 96 optimierten LED-Kombination bei Filmaufnahmen ein massiver Rotstich im
Vergleich zu HMI-Lampen festgestellt. Auch Versuche mit tageslichtweißen LEDs ergaben
keine zufriedenstellenden Ergebnisse bezüglich der Mischlichtfähigkeit.
[0007] Aus der
US 2004/0105261 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Abgabe und Modulation von Licht mit einem
vorgegebenen Lichtspektrum bekannt. Die bekannte lichttechnische Einrichtung weist
mehrere Gruppen Licht emittierender Vorrichtungen auf, von denen jede Gruppe ein vorgegebenes
Lichtspektrum abgibt und eine Steuereinrichtung die Energiezufuhr zu den einzelnen
Licht abgebenden Vorrichtungen so steuert, dass die insgesamt resultierende Strahlung
das vorgegebene Lichtspektrum aufweist. Dabei können durch eine Kombination tageslichtweißer
und warmweißer LEDs und Änderung der Intensitäten beliebige Farbtemperaturen zwischen
den warmweißen und tageslichtweißen LEDs eingestellt werden.
[0008] Nachteilig bei diesem Verfahren ist die ebenfalls nicht optimale Farbwiedergabe bei
Film- und Videoaufnahmen und die fehlende Möglichkeit, eine vorgegebene Farbtemperatur
und einen exakten Farbort einzustellen. Je nach Auswahl der einzelnen LEDs oder Gruppen
von LEDs und der jeweils eingestellten Farbtemperatur ist dabei mit zum Teil erheblichen
Farbabweichungen vom Planck'schen Kurvenzug zu rechnen, die nur durch das Vorsetzen
von Korrekturfiltern korrigiert werden können. Darüber hinaus ist die Lichtausbeute
bei einer warmweißen Einstellung der Kombination tageslichtweißer und warmweißer LEDs
nicht optimal, da hierbei durch die Sekundäremission des Leuchtstoffs relativ hohe
Umwandlungsverluste auftreten. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens ist, dass zur
Einstellung einer warm- oder tageslichtweißen Farbtemperatur ein Großteil der LEDs
der jeweils anderen Farbtemperatur nicht oder nur stark gedimmt genutzt werden kann
und somit der Ausnutzungsgrad für die bei Filmaufnahmen typischerweise benötigen Farbtemperaturen
um 3200 K bzw. 5600 K nur ca. 50 % beträgt.
[0009] Aus der
DE 20 2005 001 540 U1 ist eine in der Farbtemperatur einstellbare Lichtquelle für Tageslicht bekannt, bei
der mindestens eine weißes Licht einer bestimmten Farbtemperatur emittierende LED
mit verschiedenfarbiges Licht, insbesondere in den Grundfarben rot, grün und blau,
emittierenden LEDs, kombiniert wird. Durch Veränderung der Leistung einzelner LED-Farben
kann eine bestimmte Farbtemperatur oder eine bestimmte Normlichtqualität eingestellt
werden, indem durch den Einsatz geeigneter Sensoren, Logik und Software, die den aktuellen
Spektralverlauf der Lichtquelle erfassen können, eine vorgegebene Farbtemperatur oder
Normlichtqualität automatisch ein- oder nachgeregelt wird.
[0010] Beim Einsatz von verschiedenfarbigen LEDs in Beleuchtungsscheinwerfern, insbesondere
für fotografische und cinematografische Aufnahmen, deren Licht eine vorgegebene Farbtemperatur
und Farbwiedergabe aufweisen und eine genügende Mischlichtfähigkeit besitzen soll,
treten folgende Probleme auf.
[0011] Da LEDs das von ihnen abgegebene Licht nicht monochromatisch mit einer scharfen Spektrallinie
emittieren, sondern mit einem Bandspektrum mit einer gewissen Breite, so dass das
Emissionsspektrum einer LED als Gauß'sche Glockenkurve bzw. als Summe mehrerer Gauß'scher
Glockenkurven angenommen werden kann und die Emissionsspektren von LEDs über die Gauß'sche
Verteilung simuliert werden können. In Fig. 4 sind beispielhaft einige Emissionsspektren
von LEDs als Funktion der relativen Leuchtdichte über der Wellenlänge dargestellt,
denen zu entnehmen ist, dass die Wellenlängen von verschiedenfarbiges Licht abgebenden
LEDs von blauem Licht über grünes Licht, amberfarbenem Licht bis zu rotem Licht ansteigen
und die Form des Emissionsspektrums von weißes Licht abgebenden LEDs stark von den
Emissionsspektren andersfarbiges Licht abgebenden LEDs abweicht. Diese Abweichung
resultiert aus der Technologie zur Weißlichterzeugung, die auf der Grundlage eines
blaues Licht emittierenden Halbleiterelements beruht, welches mit einer Phosphorbeschichtung
versehen wird, die das blaue Licht zum Teil in gelbes Licht umwandelt, woraus neben
dem ersten kleineren Peak im Wellenlängenbereich blauen Lichts ein zweiter, höherer
Peak im gelben Bereich des Spektrums resultiert, was gemischt die Anteile weißen Lichts
ergibt. Dabei kann über die Dicke der Phosphorbeschichtung die Farbtemperatur variiert
werden, so dass auf diesem Wege sowohl gelbliche, warmweiße als auch tageslichtweiße
LEDs hergestellt werden können.
[0012] Darüber hinaus weisen LEDs als Leuchtmittel eine starke Temperaturabhängigkeit auf.
Mit steigender Sperrschichttemperatur ändern sich die Eigenschaften und Kennwerte
von LEDs signifikant, wobei mit steigender Temperatur die Leuchtdichte stark abnimmt.
Dies beruht darauf, dass bei höherer Temperatur der Anteil der strahlungslosen Rekombination
zunimmt und mit steigender Temperatur eine Verschiebung der Emissionsspektren zu höherwelligen
Bereichen, d. h. zum roten Spektrum hin, erfolgt. Fig. 5 zeigt in schematischer Darstellung
die relative Leuchtdichte über der Sperrschichttemperatur von LEDs, die blaues, grünes
und rotes Licht emittieren und aus unterschiedlichen Materialkombinationen bestehen.
Daraus ergibt sich, dass die Temperaturabhängigkeit von LEDs je nach benutzten Materialien
unterschiedlich stark ausgeprägt ist, was zur Folge hat, dass sich auch die farbmetrischen
Eigenschaften einer aus verschiedenfarbigen LEDs additiv zusammengesetzten Lichtmischung
zur Erzielung einer bestimmten Lichtfarbe bzw. Farbtemperatur ändern.
[0013] Um den Farbton bzw. die Farbtemperatur einer ursprünglich beispielsweise bei einer
Ausgangstemperatur von 20°C eingestellten Grundmischung des von verschiedenfarbigen
LEDs abgegebenen Lichts auch bei einer von der Ausgangstemperatur abweichenden Temperatur
zu erhalten, kann ein Spektrometer vorgesehen und beispielsweise im Bereich der Frontlinse
eines Beleuchtungsscheinwerfers eingesetzt werden, welches das Spektrum des vom Beleuchtungsscheinwerfer
abgegebenen Lichts misst, oder ein Farbsensor wird im Bereich der Lichtaustrittsfläche
eingesetzt, welcher Abweichungen des Istfarbe des Scheinwerfers registriert und dann
in einem Puls-/Messmodus die Intensität sowie den Farbort der zur Lichterzeugung beteiligten
LEDs erfasst. Somit können Verschiebungen der Peakwellenlängen sowie Veränderungen
der Höhe der Peakwellenlänge erfasst und als Istwertgröße einer Regeleinrichtung zugeführt
werden, deren Sollwert die Grundeinstellung bzw. Grundmischung des vom Beleuchtungsscheinwerfer
abgegebenen Lichts ist. Durch einen entsprechenden Soll-Istwertvergleich kann die
Lichtmischung nachgeregelt werden, um das Originalspektrum der Grundmischung einzuhalten.
[0014] Eine derartige Regelung der Farbtemperatur des von einem LED-Scheinwerfer abgegebenen
Lichts ist jedoch wegen des erforderlichen Einsatzes eines teuren Farbsensors und
dessen Anbringung im Strahlengang des LED-Scheinwerfers sowie wegen des erforderlichen
Einsatzes eines geeigneten Rechners in Verbindung mit einer Regeleinrichtung sehr
aufwendig und zeitraubend, da bei einer derartigen Regelung eine von der Temperatur
abhängige Veränderung der Peaks sämtlicher im LED-Scheinwerfer verwendeten LED-Farben
erfasst und bei der Regelung berücksichtigt werden muss. Die hierfür erforderliche
Zeit steht jedoch beispielsweise bei Filmaufnahmen unter unterschiedlichen Umgebungsbedingungen
nicht immer zur Verfügung.
[0015] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Lichtfarbe, Farbtemperatur oder den
Farbort einer von einem LED-Scheinwerfer abgegebenen Lichtmischung mit minimalem Kosten-
und Zeitaufwand unabhängig von der Umgebungstemperatur des LED-Scheinwerfers einzustellen
und konstant zu halten.
[0016] Diese Aufgabenstellung wird erfindungsgemäß durch Verfahren mit den Merkmalen der
Ansprüche 1, 28 und 48 gelöst.
[0017] Die erfindungsgemäßen Lösungen gewährleisten eine von der Temperatur, insbesondere
von der Boardtemperatur der LEDs, unabhängige Einstellung und Einhaltung der Lichtfarbe,
Farbtemperatur oder des Farborts einer von einem LED-Scheinwerfer abgegebenen, aus
Lichtstromanteilen verschiedenfarbiger LEDs zusammengesetzten Lichtmischung mit minimalem
Herstellungs- und Zeitaufwand.
[0018] Die erfindungsgemäßen Verfahren gehen von unterschiedlichen Lösungsansätzen aus und
ermöglichen unterschiedliche Einstellgenauigkeiten mit unterschiedlichem Herstellungs-
und Zeitaufwand zur Erzielung einer von der Umgebungstemperatur des LED-Scheinwerfers
unabhängigen, gewünschten Einstellung der Lichtfarbe, Farbtemperatur oder des Farborts
der Lichtmischung. Der Herstellungsaufwand und die Steuer- bzw. Regelzeit für die
Einhaltung der gewünschten Lichtfarbe, Farbtemperatur oder des Farborts der vom LED-Scheinwerfer
abgegebenen Lichtmischung liegt insgesamt erheblich unter dem Herstellungs- und Regelzeitaufwand
bei der Verwendung mehrerer Farbsensoren, da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nur
ein Temperatursensor als Istwertgeber zum Einhalten der Lichtfarbe, der Farbtemperatur
bzw. des Farborts der vom LED-Scheinwerfer abgegebenen Lichtmischung erforderlich
und die Regelungszeit in Abhängigkeit vom jeweils verwendeten Verfahren minimal ist.
[0019] Das erste alternative Verfahren zur Farbstabilisierung eines LED-Scheinwerfers bei
unterschiedlichen Umgebungstemperaturen ist gekennzeichnet durch
- eine Grundeinstellung der Lichtmischung auf eine vorgegebene Lichtfarbe durch Einstellen
der Lichtstromanteile für die verschiedenfarbigen LEDs bei einer Ausgangstemperatur
des LED-Scheinwerfers,
- Ermittlung der von der Wellenlänge der verschiedenfarbigen LEDs abhängigen Ausgangs-Emissionsspektren
EA(λ) der verschiedenfarbigen LEDs bei der Grundeinstellung,
- Ermittlung der von der Wellenlänge der verschiedenfarbigen LEDs abhängigen Emissionsspektren
E(λ) bei einer von der Ausgangstemperatur abweichenden, gemessenen Temperatur des LED-Scheinwerfers,
- Ermittlung der Lichtstromanteile der verschiedenfarbigen LEDs für eine die vorgegebene
Lichtfarbe bei der gemessenen Temperatur aufweisenden Lichtmischung,
- Einstellung der ermittelten Lichtstromanteile der verschiedenfarbigen LEDs am LED-Scheinwerfer.
[0020] Bei diesem ersten erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt zunächst eine Kalibrierung
des Scheinwerfers mit einer optimalen Einstellung der Lichtstromanteile verschiedenfarbiger
LED-Farbgruppen für eine gewünschte Lichtfarbe der vom LED-Scheinwerfer abgegebenen
Lichtmischung in einer Grundeinstellung des LED-Scheinwerfers. Bei einer Veränderung
der Umgebungstemperatur wird eine temperaturabhängige Neukalibrierung zur Korrektur
der Lichtstromanteile der verschiedenfarbigen LEDs an der Lichtmischung vorgenommen,
indem die Lichtstromanteile mit den temperaturabhängigen Emissionsspektren der verschiedenfarbigen
LEDs neu berechnet und am Scheinwerfer eingestellt werden. Für dieses Verfahren werden
bei jedem Korrekturvorgang die Emissionsspektren der einzelnen Farbgruppen der verschiedenfarbigen
LEDs bei der gemessenen, aktuellen Temperatur benötigt, die mit einem Spektrometer
gemessen werden müssen, was jedoch vergleichsweise zeitaufwendig ist, so dass dieses
Verfahren beispielsweise für Filmaufnahmen nur bedingt einsetzbar ist, zumal der Einbau
eines Spektrometers in einen LED-Scheinwerfer mit einem erheblichen Herstellungs-
und Kostenaufwand verbunden ist.
[0021] Dementsprechend werden in Weiterbildungen dieser erfindungsgemäßen Lösung die Emissionsspektren
der verschiedenfarbigen LEDs für die jeweils gemessene Temperatur mittels der Gauß-Verteilung
oder über eine temperaturabhängige Normierung der in der Kalibrierung ermittelten
Emissionsspektren approximiert, was bevorzugt im Rahmen einer Kalibrierung ebenso
wie die darauf basierende Neuberechnung der Lichtstromanteile in Abh. der Temperatur
erfolgt. Das Ergebnis, nämlich die Lichtstromanteile der LED-Farben in Abh. von der
Temperatur, wird bevorzugt in Tabellen- oder Funktionsform im Scheinwerfer hinterlegt,
da im Scheinwerfer dann keine Spektren zum Messen, Approximieren und Rechnen benötigt
werden.
[0022] Beide weiterführende Lösungen gehen von der Erkenntnis aus, dass die Leuchtdichte
und Peakwellenlänge sowie die Halbwertsbreite, d. h. die Breite des Emissionsspektrums
bei 50 % der relativen Leuchtdichte der Peakwellenlänge der Emissionsspektren, linear
oder quadratisch (Leuchtdichte von yellow, amber, rot) von der gemessenen Temperatur
abhängig sind. Aus der jeweils gemessenen Temperatur können mittels beider Verfahren
die Spektren für alle Farbgruppen der verschiedenfarbigen LEDs neu berechnet werden.
[0023] Die Approximation der Emissionsspektren der verschiedenfarbigen LEDs mittels der
Gaußverteilung geht davon aus, dass die Emissionsspektren von LEDs mit Hilfe der Gauß'schen
Glockenkurve

durch Ermitteln der für jede Gruppe gleichfarbiger LEDs linear von der Temperatur
abhängigen Peakwellenlänge λ
p des LED-Emissionsspektrums und Halbwertsbreite
W50 des LED-Emissionsspektrums hinreichend genau (das ist ehrlich gesagt nicht genau
genug, jedenfalls liefert das Verfahren keine genaueren Ergebnisse als das später
beschriebene Einfach-Verfahren, lediglich die Lichtstromanteile konstant zu halten.
Präziser gegenüber dem Einfachverfahren wird das Verfahren mit der Gauß-Approximation
erst mit einer Überlagerung mehrerer Gaußspektren, leider müssen die Parameter der
Gaußspektren 2..n derzeit noch "manuell" ermittelt werden, was für die Praxis nicht
handhabbar ist. Lassen sich die überlagerten Spektren trotzdem irgendwie schützen?)
nachgebildet werden. Der temperaturabhängige Intensitätsfaktor fL dient zur Anpassung
der Intensität des nachgebildeten Spektrums an die Intensität des Spektrums bei einer
bestimmten Umgebungstemperatur. Die Funktion der Intensität des Spektrums in Abhängigkeit
von der Temperatur ist für jede LED-Farbe eine lineare bzw. quadratische Funktion.
Sind daher die linear von der Temperatur abhängigen Parameter λ
p und
w50 aus der Grundeinstellung der Lichtmischung des LED-Scheinwerfers bei dessen Kalibrierung
bekannt sowie der temperaturabhängige Faktor fL bzw. die lineare bzw. quadratische
Funktion der Intensität in Abh. von der Temperatur, so kann auf das jeweilige relative
Emissionsspektrum jeder einzelnen Farbgruppe der verschiedenfarbigen LEDs bei von
der Ausgangstemperatur abweichenden Temperaturen geschlossen werden, so dass Abweichungen
der Emissionsspektren von der Grundeinstellung ermittelt und ausgeregelt werden können.
[0024] Basierend auf der Gaußverteilung kann das Emissionsspektrum der verschiedenfarbigen
LEDs und damit der Lichtmischung des vom LED-Scheinwerfer abgegebenen Lichts noch
genauer angenähert werden, wenn die von der Wellenlänge der verschiedenfarbigen LEDs
abhängigen Emissionsspektren
E(λ) nach der Formel

durch Ermitteln der für jede Gruppe gleichfarbiger LEDs linear von der Temperatur
abhängigen Peakwellenlänge λ
p des LED-Emissionsspektrums,er Halbwertsbreite
w50 des LED-Emissionsspektrums und einem temperaturabhängigen Intensitätsfaktor f
L nachgebildet werden.
[0025] Die in dieser Approximationsformel verwendeten Parameter Peakwellenlänge λ
p, und Halbwertsbreite
w50 sind für alle Farbgruppen der verschiedenfarbigen LEDs linear bzw. quadratisch von
der Temperatur abhängig. Der temperaturabhängige Umrechnungsfaktor f
L (T) stellt dabei einen Normierungsfaktor dar, welcher das approximierte Spektrum
auf die gemessene relative Leuchtdichte in Abhängigkeit der Temperatur bezieht. Ersatzweise
kann für den Faktor fL(T) auch die gemessene Abhängigkeit der maximalen spektralen
Strahlungsleistung von der Temperatur verwendet werden. Somit können aus einem gemessenen
Temperaturwert alle benötigten Parameter ermittelt und die Emissionsspektren berechnet
werden. Auf diesem Wege ist beispielsweise eine Approximation der Emissionsspektren
für die Farbgruppen amber, blau, grün und rot möglich.
[0026] Die Ermittlung des Emissionsspektrums für weiße LEDs stellt dabei einen Sonderfall
dar, da es sich bei einer weißes Licht abgebenden LED um eine blaue LED mit Phosphorbeschichtung
handelt, so dass das Emissionsspektrum zwei Peaks, nämlich einen Peak im blauen und
einen Peak im gelben Spektralbereich, aufweist. Damit ist eine einfache Approximation
über eine Gaußverteilung nicht möglich, jedoch können die beiden Peaks im Emissionsspektrum
über jeweils eine Gaußverteilung angenähert werden.
[0027] In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dementsprechend das
Emissionsspektrum für weiße LEDs über mehrere Gaußverteilungen, vorzugsweise über
drei oder vier Gaußverteilungen, approximiert. Dabei wird von den beiden Gaußverteilungen
zur Ermittlung der beiden Peaks im Emissionsspektrum eine dritte Gaußverteilung subtrahiert,
um das berechnete Spektrum in dem zwischen den beiden Peaks liegenden "Tal" bei ca.
495 nm an die gemessene Emissionsverteilung anzunähern. Eine noch genauere Annäherung
des berechneten Emissionsspektrums an eine gemessene Emissionsverteilung kann durch
Addieren einer vierten Gaußverteilung erzielt werden, jedoch erweist sich als Kompromiss
aus maximaler Genauigkeit und minimalem Rechenaufwand eine Annäherung über drei Gaußfunktionen
als ausreichend.
[0028] Die erfindungsgemäßen Verfahren zur Approximation der Emissionsspektren der verschiedenfarbigen
LEDs zur Erzeugung der gewünschten Lichtmischung des LED-Scheinwerfers weisen den
Vorteil einer hinreichend genauen Annäherung der berechneten Emissionsspektren an
tatsächlich gemessene Emissionsspektren auf, wobei die Verschiebung der Peakwellenlänge
und Veränderungen der Halbwertsbreiten berücksichtigt werden, so dass die sich aus
dem Licht verschiedenfarbiger LEDs zusammensetzende Lichtmischung sehr genau nachgeregelt
werden kann. Vergleichsmessungen haben ergeben, dass die Farbtemperatur nach dieser
Korrektur 28K für Kunstlicht oder Tungsten und 125K für Tageslicht oder Daylight bei
Sichtbarkeitsschwellen von 50K für Tungsten bzw. 200K für Daylight beträgt, während
ohne Farbkorrektur die Verschiebung 326K für Tungsten und 780K für Daylight beträgt
und somit im deutlich sichtbaren Bereich liegt.
[0029] Ein Nachteil dieser Approximation der Emissionsspektren in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur
des LED-Scheinwerfers besteht darin, dass zur Berechnung der einzelnen Farbgruppen
der verschiedenfarbigen LEDs jeweils drei temperaturabhängige Parameter und für den
Sonderfall der weißen Farbe neun temperaturabhängige Parameter und somit insgesamt
21 temperaturabhängige Parameter zur Berechnung des aktuellen Emissionsspektrums für
ein Nachregeln des Systems zur Einhaltung der gewünschten Lichtfarbe bzw. Farbtemperatur
der bei einer Ausgangstemperatur eingestellten Lichtmischung berechnet werden müssen.
Damit ist ein erheblicher aufwand im Vergleich zu dem nachstehend erläuterten alternativen
Verfahren zur Approximation der Emissionsspektren einer aktuellen Temperatur über
eine temperaturabhängige Verschiebung + Normierung der in der Kalibrierung bei einer
Ausgangstemperatur ermittelten Emissionsspektren verbunden.
[0030] Bei diesem alternativen Verfahren ("Verschiebung der Peakwellenlänge") werden die
von der Wellenlänge der verschiedenfarbigen LEDs abhängigen Emissionsspektren
E(λ) bei einer von der Ausgangstemperatur abweichenden, gemessenen Temperatur des LED-Scheinwerfers
durch eine temperaturabhängige Verschiebung und Normierung der Ausgangs-Emissionsspektren
E
A gemäß

approximiert, wobei f
L (T) einen den relativen Leuchtdichteabfall über den gesamten Temperaturbereich darstellenden,
temperaturabhängigen Umrechnungsfaktor (gemessene Leuchtdichte des Spektrums relativ
zur Leuchtdichte des Ausgangs Spektrums), Δλ
p(
T) eine von der Temperatur abhängige Verschiebung der Peakwellenlänge zum Ausgangsspektrum
bezeichnet und
fVL (
T) einen Normierungsfaktor darstellt, welcher das um Δλ
p(
T) geshiftete Spektrum auf die gleiche Leuchtdichte wie die des Originalspektrums normiert
(aufgrund der anderen Lage zur V(λ)-Kurve erforderlich)
[0031] Bei diesem alternativen Verfahren werden die Emissionsspektren in der Grundeinstellung
des LED-Scheinwerfers, welche bei der Kalibrierung des LED-Scheinwerfers aufgenommen
werden, um die Änderung der Peakwellenlänge geshiftet, sodann mit dem Faktor
fVL (
T) wieder auf die Ausgangsleuchtdichte der Spektren normiert und schließlich mit einem
temperaturabhängigen Faktor aufgefasst. Der Faktor f
L (T) stellt den gemessenen relativen Leuchtdichteabfall über den gesamten Temperaturbereich
dar, so dass die mit den Faktoren f
L (T) ·
fVL (
T) multiplizierten Emissionsspektren der geshifteten Ausgangsmischungin ihrer Leuchtdichte
an die tatsächlichen Emissionsspektren bei der jeweils aktuellen Temperatur angepasst
werden. Um die Verschiebung der Peaks der einzelnen Farbgruppen der verschiedenfarbigen
LEDs zu berücksichtigen, werden die Emissionsspektren entlang der die Wellenlänge
angebenden Abszisse bei der Darstellung der relativen Leuchtdichte über der Wellenlänge
um den Wert Δλ
p(
T) verschoben.
[0032] Der Vorteil dieses Verfahrens zur Approximation der Emissionsspektren bei verschiedenen
Umgebungstemperaturen des LED-Scheinwerfers liegt darin, dass im Gegensatz zur Approximation
der Emissionsspektren über die Gaußverteilung nur 10 einfach zu ermittelnde anstelle
von 21 temperaturabhängigen Parametern berechnet werden müssen, was zu einem deutlich
verringerten Rechenaufwand und einer geringeren Fehleranfälligkeit führt. Nachteilig
gegenüber der Approximation der Emissionsspektren über die Gaußverteilung ist jedoch,
dass die Peakwellenlängenverschiebung weniger genau ist, da die Änderung der Halbwertsbreite
sowie der Flankenverlaufs der Emissionsspektren nicht berücksichtigt wird.
[0033] Bei beiden vorstehend beschriebenen Verfahren zur Approximation der Emissionsspektren
der verschiedenfarbigen LEDs zur Farbstabilisierung eines LED-Scheinwerfers werden
die von den Emissionsspektren der verschiedenfarbigen LEDs in der Grundeinstellung
bei der Kalibrierung des LED-Scheinwerfers abweichenden Emissionsspektren bei einer
von der Ausgangstemperatur in der Grundeinstellung abweichenden Umgebungstemperatur
des LED-Scheinwerfers in eine Veränderung der Lichtstromanteile der jeweiligen Farbgruppen
der verschiedenfarbigen LEDs zum Nachregeln der Lichtmischung umgesetzt. Hierfür und
für den Einsatz eines weiteren, nachfolgend erläuterten Verfahrens zur Bestimmung
der Emissionsspektren der verschiedenfarbigen LEDs bei von einer Ausgangstemperatur
abweichenden Umgebungstemperatur des LED-Scheinwerfers wird eine programmgesteuerte
Recheneinheit eingesetzt, in die die ermittelten Emissionsspektren der verwendeten
LED-Farben oder die Emissionsspektren gewünschter LED-Farben eingegeben, mehrere Optimierungsparameter
eingestellt und von der auf verschiedene Zielparameter optimierte Lichtstromanteile
für die verschiedenfarbigen LEDs ermittelt oder an eine die verschiedenfarbigen LEDs
ansteuernde Elektronik abgegeben werden.
[0034] Die programmgesteuerte Recheneinheit dient zur Berechnung von Lichtmischungen auf
der Basis verschiedenfarbiger LEDs, indem mit Hilfe der Emissionsspektren der verschiedenfarbigen
LEDs sowohl die Farbeigenschaften von Lichtmischungen der Lichtquellen mit verschiedenen
Lichtstromanteilen ermittelt als auch optimierte Lichtmischungen für bestimmte Lichtarten
berechnet werden können. Dabei können bis zu fünf Emissionsspektren ausgewählt, importiert
und über eine Optimierungsfunktion die bestmögliche Mischung für voreingestellte Farbeigenschaften
berechnet werden. Weiterhin können verschiedene in der Filmproduktion verwendete Lichtarten,
wie beispielsweise Glühlicht 3200K für Kunstlicht bzw. Tungsten und Tageslicht oder
HMI-Licht 5600K für Tageslicht bzw. Daylight ausgewählt werden, wobei über weitere
Optionen durch die Eingabe von Optimierungs- und Zielparametern die Voreinstellungen
verfeinert werden können, um eine optimale Lichtmischung zu erhalten. Darüber hinaus
bietet die programmgesteuerte Recheneinheit die Möglichkeit, die farbmetrischen Eigenschaften
für eine manuell eingestellte Mischung zu ermitteln, so dass es beispielsweise möglich
ist, die Änderung von Mischungen mit gleichen Anteilen aber unterschiedlichen Emissionsspektren
zu untersuchen.
[0035] Als Optimierungsparameter sind die gewünschte Farbtemperatur der von den verschiedenfarbigen
LEDs erzeugten Lichtmischung, die Mischlichtfähigkeit und die Referenzlichtart sowie
das Filmmaterial bzw. der Kamerasensor, für welche gute Mischlichtfähigkeit erzielt
werden soll, einstellbar, während die Zielparameter zur Optimierung der Lichtstromanteile
aus einem oder mehreren der Parameter Farbtemperatur, minimaler Abstand vom Planckschen
Kurvenzug, Farbwiedergabeindex und Mischlichtfähigkeit mit Film oder Digitalkamera
bestehen und für die Zielparameter Sollwerte und/oder Toleranzwerte eingebbar sind.
[0036] Mit den von der programmgesteuerten Recheneinheit ermittelten Lichtstromanteilen
kann der LED-Scheinwerfer zur temperaturabhängigen Farbkorrektur auf die jeweils neu
berechnete Lichtmischung eingestellt werden. Die Berechnung kann online im Scheinwerfer
erfolgen, oder vorab im Rahmen der Kalibrierung und die ermittelten Ergebnisse (Lichtstromanteile
der LED-Farben in Abhängigkeit von der Temperatur) in Tabellenform oder als Funktion
im scheinwerferinternen Speicher hinterlegt werden. Um etwaige Abweichungen in der
Leuchtdichte auszugleichen, die nach der Korrektur auftreten können, erfolgt nach
einem weiteren Merkmal der erfindungsgemäßen Lösung zusätzlich eine Leuchtdichtemessung
mit einem V(λ)-Sensor, so dass aus der Differenz zwischen Ist- und Soll-Leuchtdichte
der LED-Scheinwerfer über eine übereinstimmende Erhöhung oder Absenkung der den verschiedenfarbigen
LEDs zugeführten elektrischen Leistung an den Leuchtdichte-Sollwert angeglichen wird.
[0037] Da die spektrale Verteilung der Emission der verschiedenfarbigen LEDs sehr stark
von der Stromstärke abhängt und bei den LED-Typen im blauen und grünen Bereich die
Dominantwellenlänge mit steigender Stromstärke sinkt, während bei den LED-Typen amber
und rot die Dominantwellenlänge mit steigender Stromstärke ansteigt, würde bei einer
Lichtmischung, d. h. einer additiven Zusammensetzung des von einem Beleuchtungsscheinwerfer
abgegebenen Lichts aus dem von Farbgruppen verschiedenfarbiger LEDs abgegebenen Licht
bei einer anteiligen Ansteuerung der verschiedenfarbigen LEDs zum Erzielen einer gewünschten
Lichtmischung über die Stromstärke ein Versatz der Dominantwellenlänge von mehreren
Nanometern auftreten, so dass sich die Farbtemperatur der vom Beleuchtungsscheinwerfer
abgegebenen Lichtmischung signifikant ändern würde.
[0038] Wegen der starken Stromabhängigkeit der LEDs erfolgt eine anteilige Ansteuerung der
LEDs und damit die Lichtmischung nicht über eine Stromstärkeregelung, sondern über
eine Pulsweitenmodulation mit im Wesentlichen rechteckförmigen Stromimpulsen einstellbarer
Pulsbreite und dazwischen liegenden Impulspausen, die zusammen eine Periodendauer
der Pulsweitenmodulation ergeben. Die anteilige Ansteuerung oder Dimmung erfolgt dabei
über eine Variation der Pulsbreite des Rechtecksignals bei fester Grundfrequenz, so
dass bei einer 50-prozentigen Dimmung der rechteckförmige Impuls die halbe Breite
der gesamten Periode aufweist.
[0039] Grundsätzlich könnte man natürlich auch eine analoge Dimmung trotz des oben beschriebenen
Effekts der Verschiebung der dominanten Wellenlänge in Abhängigkeit vom Strom vornehmen,
wenn diese Verschiebung entsprechend bei der Ermittlung der Lichtstromanteile berücksichtigt
bzw. kompensiert wird. Lediglich der Einfachheit halber wird ein Betrieb mit Pulsweitenmodulation
(PWM) vorgezogen. Die Betriebsfrequenz beträgt vorzugsweise > 20 kHz, um Schwebungen
bei Highspeed-Filmaufnahmen zu vermeiden.
[0040] Dementsprechend besteht ein weiteres Merkmal der erfindungsgemäßen Lösung darin,
die Lichtstromanteile für die verschiedenfarbigen LEDs durch Ansteuern der verschiedenfarbigen
LEDs mittels Pulsweitenmodulation zu steuern. Diese Steuerung erfolgt in Verbindung
mit der zuvor erläuterten Abgabe der Lichtstromanteile für die verschiedenfarbigen
LEDs von der programmgesteuerten Recheneinheit durch Abgabe von den Lichtstromanteilen
entsprechenden pulsweitenmodulierten Signalenanteilen an eine die verschiedenfarbigen
LEDs ansteuernde Elektronik.
[0041] Damit wird eine Farbstabilisierung eines LED-Scheinwerfers sichergestellt, bei der
unabhängig von einer sich ändernden Umgebungstemperatur des LED-Scheinwerfers die
Lichtfarbe bzw. Farbtemperatur oder der Farbort einer gewünschten Lichtmischung sowie
gegebenenfalls weitere Parameter, die das vom LED-Scheinwerfer abgegebene Licht beeinflussen
wie der Farbwiedergabeindex oder die Mischlichtfähigkeit, die Lichtstromanteile der
Farbgruppen der verschiedenfarbigen LEDs nachgeführt bzw. ausgeregelt werden. Da zum
Nachführen der Lichtstromanteile bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen nur ein
Temperatursensor erforderlich ist und sämtliche für die Bestimmung der jeweiligen
Emissionsspektren der verschiedenfarbigen LEDs erforderliche Parameter voreingegeben
werden können, ermöglichen die vorstehend beschriebenen Verfahren zur Bestimmung der
Emissionsspektren in Verbindung mit der programmgesteuerten Recheneinheit und einer
pulsweitenmodulierten
Signal abgebenden Steuerelektronik die unmittelbare Ansteuerung der einzelnen Farbgruppen der verschiedenfarbigen
LEDs, ohne dass zusätzliche Eingaben vom Benutzer erforderlich sind, nachdem dieser
die Optimierungs- und Zielparameter in der Grundeinstellung bzw. Kalibrierung des
LED-Scheinwerfers festgelegt hat.
[0042] Daraus ergeben sich bei Anwendung des Verfahrens zur Approximation der Emissionsspektren
der verschiedenfarbigen LEDs mit Hilfe der Gaußverteilung zur Korrektur der farb-
oder fotometrischen Eigenschaften des LED-Scheinwerfers in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur
die Verfahrensschritte
- Messen der Temperaturwerte an einer LED jeder Farbgruppe der verschiedenfarbigen LEDs,
- Ermitteln der Parameter λp, w50 und fL für jede Farbgruppe über eine lineare bzw. quadratische Abhängigkeit von der Temperatur,
- Berechnung der neuen, temperaturabhängigen Emissionsspektren über die Gaußverteilung
mit Hilfe der temperaturabhängigen Parameter,
- Einlesen der Emissionsspektren in die programmgesteuerte Recheneinheit und Berechnen
der den Lichtstromanteilen entsprechenden pulsweitenmodulierten Signalanteile für
die Lichtmischung,
- Einstellen der pulsweitenmodulierten Signalanteile für die verschiedenfarbigen LEDs
am LED-Scheinwerfer und
- ggf. Messen der Leuchtdichte und Anpassen der vom LED-Scheinwerfer abgegebenen Lichtstärke
an den Leuchtdichte-Sollwert durch eine übereinstimmende Erhöhung oder Absenkung der
den verschiedenfarbigen LEDs zugeführten elektrischen Leistung.
[0043] Werden die vorstehenden Verfahrensschritte 1 bis 4 im Rahmen der Kalibrierung durchgeführt,
so können die temperaturabhängigen Lichtstromanteile im Scheinwerfer hinterlegt werden,
was im allgemeinen sinnvoller und schneller ist.
[0044] Zur Anwendung des Verfahrens zur Approximation der Emissionsspektren der verschiedenfarbigen
LEDs über eine temperaturabhängige Verschiebung plus Normierung der in der Kalibrierung
bei der Grundeinstellung des LED-Scheinwerfers ermittelten Emissionsspektren zur Korrektur
der farb- oder fotometrischen Eigenschaften des LED-Scheinwerfers in Abhängigkeit
von der Umgebungstemperatur dienen somit vorzugsweise die Verfahrensschritte
- Messen der Temperaturwerte an einer LED jeder Farbgruppe der verschiedenfarbigen LEDs,
- Ermitteln der Parameter fL und Δλp für jede Farbgruppe über eine lineare oder quadratische Abhängigkeit von der Temperatur,
- Berechnen der neuen, temperaturabhängigen Emissionsspektren ET(λ),
- Einlesen der temperaturabhängigen Emissionsspektren ET(λ) in die programmgesteuerte Recheneinheit und Berechnung der den Lichtstromanteilen
entsprechenden pulsweitenmodulierten Signalanteile für die Lichtmischung,
- Einstellen der pulsweitenmodulierten Signalanteile für die verschiedenfarbigen LEDs
am LED-Scheinwerfer,
- ggf. Messen der Leuchtdichte und Anpassung der vom LED-Scheinwerfer abgegebenen Lichtstärke
an den Leuchtdichte-Sollwert durch eine übereinstimmende Erhöhung oder Absenkung der
den verschiedenfarbigen LEDs zugeführten elektrischen Leistung.
[0045] Auch bei diesem Verfahren können die vorstehenden Verfahrensschritte 1 bis 4 im Rahmen
der Kalibrierung durchgeführt und die temperaturabhängigen Lichtstromanteile im Scheinwerfer
hinterlegt werden.
[0046] Bei beiden vorstehend beschriebenen Verfahren ist die Einbindung der programmgesteuerten
Recheneinheit zur Berechnung der Lichtstromanteile der Lichtmischung des LED-Scheinwerfers
bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen erforderlich und bietet den Vorteil einer
sehr genauen Berechnung der Lichtstromanteile der einzelnen Farbgruppen. Insbesondere
bei einer genauen Einstellung der verschiedenen, vom Programm der programmgesteuerten
Recheneinheit angebotenen Optionen für eine genaue Berechnung der Lichtstromanteile
der Lichtmischung sind nicht vernachlässigbare Rechenzeiten zu berücksichtigen, was
für einige Anwendungsfälle, beispielsweise bei einem Filmset, nicht akzeptabel ist,
da der LED-Scheinwerfer unterbrechungsfrei zur Verfügung stehen muss.
[0047] Als weiteres alternatives Verfahren besteht die Möglichkeit, dass die Spektren in
Abhängigkeit von der Temperatur nicht approximiert, sondern im Rahmen der Kalibrierung
mit sehr genauen Daten gemessen werden. Im Rahmen der Kalibrierung kann eine Neuberechnung
der Mischungsanteile in Abhängigkeit von der Temperatur vorgenommen und die temperaturabhängigen
Mischungsanteile in Tabellen- oder Funktionsform im Scheinwerfer hinterlegt werden.
[0048] Dementsprechend besteht ein alternatives Verfahren zur Einstellung der farb- oder
fotometrischen Eigenschaften eines LED-Scheinwerfers, der aus verschiedenfarbigen
LEDs zusammengesetzt ist, deren Lichtstromanteile die Lichtfarbe, Farbtemperatur und/oder
den Farbort der vom LED-Scheinwerfer abgegebenen Lichtmischung bestimmen und durch
Ansteuern der verschiedenfarbigen LEDs mittels pulsweitenmodulierter Signale eingestellt
werden, in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur des LED-Scheinwerfers darin, dass
die die verschiedenfarbigen LEDs entsprechend den Lichtstromanteilen der einzelnen
Farbgruppen für die Grundeinstellung der Lichtmischung auf eine vorgegebene Lichtfarbe
ansteuernden pulsweitenmodulierten Signale temperaturabhängig verändert werden.
[0049] Dieses alternative Verfahren stellt eine sehr einfache Lösung für eine Farbkorrektur
bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen dar und basiert auf der Temperaturabhängigkeit
der die verschiedenfarbigen LEDs ansteuernden pulsweitenmodulierten Signale mit dem
Ziel, die relativen Lichtstromanteile der an der Farbmischung beteiligten Farben über
den gesamten Umgebungstemperaturbereich konstant zu halten. Durch ein Anheben bzw.
Absenken der pulsweitenmodulierten Signalanteile werden die bei einer aktuell erfassten
Umgebungstemperatur emittierten Spektren an die Lichtstromanteile der in der Grundeinstellung
erfassten Ausgangsspektren bei der Kalibrierung des LED-Scheinwerfers angepasst, so
dass die voreingestellte Lichtmischung weiter verwendet werden kann.
[0050] Dabei lässt sich die Temperaturabhängigkeit der pulsweitenmodulierten Signalanteile
aus der Leuchtdichteänderung ermitteln., Untersuchungen haben ergeben, dass die verschiedenfarbigen
LEDs zwar sehr unterschiedlich stark temperaturabhängig sind (LEDs, die im langwelligen
Bereich des sichtbaren Spektrums emittieren, fallen in der Leuchtdichte bei steigender
Temperatur wesentlich stärker ab als LEDs des kurzwelligen Bereichs), , jedoch kann
diese Temperaturabhängigkeit der Leuchtdichte über einen großen Temperaturbereich,
der für die praktische Anwendung von Bedeutung ist, für jede Farbe in einer linearen
bzw. quadratischen Funktion ermittelt und beschrieben werden.
[0051] Ermittelt man dementsprechend die relative Leuchtdichteänderung in Bezug auf die
bei der Grundeinstellung eingestellte Lichtmischung, so erhält man einen Faktor f
PWM für jede Farbgruppe der verschiedenfarbigen LEDs. Wird der entsprechende Anteil des
pulsweitenmodulierten Signals für die betreffende LED-Farbe aus der Grundeinstellung
der Lichtmischung mit dem Kehrwert des Faktors f
PWM multipliziert, so ergibt sich daraus der neue Anteil des pulsweitenmodulierten Signals
für die betreffende LED-Farbe bei der aktuell gemessenen Umgebungstemperatur.
[0052] Eine Weiterbildung dieses vereinfachten alternativen Verfahrens zur Farbstabilisierung
eines LED-Scheinwerfers besteht somit darin, dass ein der relativen Leuchtdichteänderung
jeder Farbgruppe der verschiedenfarbigen LEDs in Bezug auf die Grundeinstellung entsprechender
Faktor f
PWM ermittelt wird und dass die Multiplikation des der Grundeinstellung entsprechenden
Wertes der pulsweitenmodulierten Signale PWM
A jeder Farbgruppe mit dem von der gemessenen Temperatur T abhängigen Kehrwert 1/f
PWM dieses Faktors den der gemessenen Temperatur T entsprechenden Wert der pulsweitenmodulierten
Signale PWM (T) jeder Farbgruppe gemäß der Gleichung

ergibt.
[0053] Auch bei diesem vereinfachten Verfahren können etwaige Abweichungen in der Leuchtdichte,
die nach der Ermittlung der Lichtstromanteile der verschiedenfarbigen LEDs bei der
aktuell gemessenen Temperatur auftreten können, dadurch ausgeglichen werden, dass
eine Leuchtdichtemessung mit einem V(λ)-Sensor durchgeführt, die Differenz zwischen
dem gemessenen Leuchtdichte-Istwert und einem Leuchtdichte-Sollwert ermittelt und
die vom LED-Scheinwerfer abgegebene Lichtstärke durch eine übereinstimmende Erhöhung
oder Absenkung der den verschiedenfarbigen LEDs zugeführten elektrischen Leistung
an den Leuchtdichte-Sollwert angeglichen wird.
[0054] Ein wesentlicher Vorteil dieser Korrektur über die Normierung der pulsweitenmodulierten
Signalanteile zur Ansteuerung der verschiedenfarbigen LEDs besteht in der Einfachheit
der Ermittlung der Korrekturfaktoren, da für eine Neueinstellung der Lichtmischung
lediglich fünf Parameter über einfache Funktionen berechnet und nachfolgend die ursprünglichen
Anteile mit diesen Parametern bewertet werden müssen. Dabei ist keine Berechnung über
eine programmgesteuerte Recheneinheit erforderlich, so dass ein großer Anteil des
Rechen- und Programmieraufwandes der beiden zuvor beschriebenen Verfahren zur Approximation
der Emissionsspektren der verschiedenfarbigen LEDs und Korrektur der Lichtstromanteile
der verschiedenfarbigen LEDs entfällt.
[0055] Aufgrund der sehr kurzen Rechenzeit kann die Korrektur zur Farbstabilisierung des
LED-Scheinwerfers kontinuierlich stattfinden, so dass im Betrieb des LED-Scheinwerfers
stabile Farbeigenschaften, wie Farbtemperatur, Farbwiedergabe, Abstand vom Planck'schen
Kurvenzug und Mischlichtfähigkeit gewährleistet sind. Trotz der Einfachheit dieses
Korrekturverfahrens sind die nach der Korrektur auftretenden Differenzen in den Farbwerten
vergleichbar zu den vorstehend genannten Farbabweichungen bei Gauß'scher Approximation
so gering, dass sie vernachlässigt werden können.
[0056] Obwohl bei der Anwendung der verschiedenen erfindungsgemäßen Verfahren zur Farbstabilisierung
eines LED-Scheinwerfers bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen zur Gewährleistung
eines geringen Herstellungs- und Zeitaufwandes keine Farbsensoren erforderlich sind,
sondern lediglich ein Temperatursensor benötigt wird, können beispielsweise zur Berücksichtigung
von Alterungsprozessen die Ausgangssignale eines zusätzlich am LED-Scheinwerfer installierten
Farbsensors oder Spektrometers bei der Bestimmung der Lichtstromanteile der Farbgruppen
der verschiedenfarbigen LEDs an der Lichtmischung in der Grundeinstellung berücksichtigt
werden, wobei die Ausgangssignale des Farbsensors oder Spektrometers an die programmgesteuerte
Recheneinheit zur Bestimmung der Lichtstromanteile oder den den Lichtstromanteilen
entsprechenden pulsweitenmodulierten Signalen der Farbgruppen der verschiedenfarbigen
LEDs an der Lichtmischung in der Grundeinstellung abgegeben werden.
[0057] Den RGB- bzw. XYZ-Signalen des Farbsensors kann, wenn dieser kalibriert ist, zum
einen der Farbort x,y und hieraus berechnet die dominante Wellenlänge der Farbe und
zum andern die Helligkeit der einzelnen LEDs entnommen werden Gleichzeitig zu den
Farbwerten wird die aktuelle Temperatur vom Temperatursensor ausgelesen, damit die
neuen Messwerte mit den im Speicher hinterlegten temperaturabhängigen Kennlinien (λp,
w50 und Helligkeiten) korreliert werden können. Hieraus können die zur Gauß-Approximation
erforderlichen Parameter Intensität sowie Peakwellenlänge bestimmt werden, die Halbwertsbreite
wird gegenüber dem Originalspektrum näherungsweise als konstant betrachtet.
[0058] Im Rahmen der Farbregelung der LED-Beleuchtungseinrichtung wird eine temperaturabhängige
Leistungsbegrenzung durchgeführt, da die Gesamtleistung der LED-Beleuchtungseinrichtung
bzw. der allen LEDs der LED-Farben zugeführte Gesamtstrom einen vorgegebenen, vorzugsweise
temperaturabhängigen Grenzwert nicht übersteigen darf; denn es macht wenig Sinn, bei
steigender Temperatur und folglich abnehmender Helligkeit der LED-Beleuchtungseinrichtung
mehr Strom in der Erwartung zuzuführen, damit den Helligkeitsabfall einzelner oder
mehrerer Farben zu kompensieren. Mit einer Erhöhung der Stromzufuhr und damit der
Gesamtleistung der LED-Beleuchtungseinrichtung steigt die Temperatur weiter an, so
dass die Lichtausbeute weiter absinkt, bis einzelne oder mehrere LEDs überlastet und
damit zerstört werden oder eine hardwaremäßige Strombegrenzung eingreift.
[0059] Dem entsprechend ist eine Begrenzung der Leistungsaufnahme des LED-Scheinwerfers
und/ oder des den LEDs zugeführten Gesamtstromes vorgesehen, wobei die Leistungsaufnahme
des LED-Scheinwerfers und/oder der den LEDs zugeführte Gesamtstrom temperaturabhängig
begrenzt werden könnrn.
[0060] Ein weiteres Verfahren zur temperaturabhängigen Einstellung der farb- oder fotometrischen
Eigenschaften einer LED-Beleuchtungseinrichtung mit Licht unterschiedlicher Farbe
bzw. Wellenlänge abstrahlenden LEDs, deren Lichtstromanteile die Lichtfarbe, Farbtemperatur
und/oder einen Farbort der von der LED-Beleuchtungseinrichtung abgegebenen Lichtmischung
bestimmen und durch Ansteuern der zu LED-Farbgruppen jeweils gleicher Farbe zusammengefassten
und aus farbigen und weißen LEDs bestehenden verschiedenfarbigen LEDs mittels pulsweitenmodulierter
Steuersignale eingestellt werden, ist durch eine Farbsteuerung der LED-Beleuchtungseinrichtung
mittels die Helligkeit (Y) in Abhängigkeit von der Boardtemperatur (Tb) der auf einer
Platine angeordneten LEDs und/oder der Junctiontemperatur mindestens einer LED für
jede LED-Farbe oder LED-Farbgruppe bei vorgegebenem Strom im eingeschwungenen Zustand
wiedergebenden Temperaturkennlinie (Y = f (Tb)) der LED-Beleuchtungseinrichtung gekennzeichnet.
[0061] Bei diesem Verfahren erfolgt eine Ermittlung von Temperaturkennlinien der LED-Beleuchtungseinrichtung
durch eine Ermittlung der Funktion der Helligkeit (Y) in Abhängigkeit von der Boardtemperatur
Tb für jede LED-Farbe bei vorgegebenem Strom im eingeschwungenen Zustand (Y = f (Tb)),
eine Normierung der Kennlinen auf (Y (Tb1) = 1), wobei (Tb1) ein willkürlich gewählter
Temperaturwert in der Nähe des späteren Arbeitspunktes ist, eine Ermittlung der Parameter
(a, b, c, d) für eine lineare Funktion der Form

ein Polynom zweiten Grades der Form

oder ein Polynom dritten Grades der Form

und ein Speichern der Parameter a, b, c, d in Leuchtmodulen der LED-Beleuchtungseinrichtung,
in der LED-Beleuchtungseinrichtung oder in einem externen Controller.
[0062] Zur vorzugsweise stichprobenhaften Ermittlung von Kalibrier-Korrekturfaktoren für
die LED-Beleuchtungseinrichtung erfolgt eine Messung der Helligkeit (Y) und Boardtemperatur
(Tb) für jede LED-Farbe unmittelbar nach dem Einschalten der LED-Beleuchtungseinrichtung
mit dem Ergebnis Y(Tbcal, t0), eine Messung der Helligkeit (Y) und Boardtemperatur
(Tb) für jede LED-Farbe im eingeschwungenen Zustand und Umrechnung der Helligkeit
(Y(Tb), t1) auf eine Boardtemperatur (Tb1) mittels der Kennlinie (Y = f(Tb)) mit dem
Ergebnis Y(Tb1, t1), sowie die Bildung von Korrekturfaktoren

die für die während der Kalibrierung gemessene Boardtemperatur (Tbcal) gelten.
[0063] Zur Helligkeitskalibrierung für ein Leuchtmodul der LED-Beleuchtungseinrichtung wird
eine Messung der Helligkeit (Y) und der Boardtemperatur (T
b) für LED-Farbe unmittelbar nach dem Einschalten mit dem Ergebnis Y(Tbcal, t0), eine
Umrechnung auf die Helligkeit im statischen Zustand bei einer angenommenen Boardtemperatur
(Tb1) für jede LED-Farbe entsprechend

vorgenommen und die auf die angenommene Boardtemperatur (Tb1) umgerechneten Helligkeiten
(Y) der LED-Farben in der LED-Beleuchtungseinrichtung gespeichert.
[0064] Zur Farbkalibrierung der LED-Beleuchtungseinrichtung erfolgt eine Messung des Spektrums
und hieraus abgeleitete Helligkeit (Y) sowie der Normfarbwertanteile (x, y) für jede
LED-Farbe der LED-Beleuchtungseinrichtung, eine Umrechnung der Scheinwerferhelligkeit
auf eine Boardtemperatur (Tb1) mittels der Kennlinie (Y = f(Tb)) und Skalierung der
Spektren auf (Y = Y(T
b1)), eine Speicherung der Kalibrierdaten (x, y) und (Y(T
b1)) für jede LED-Farbe in der LED-Beleuchtungseinrichtung, eine Berechnung der optimalen
Lichtstromanteile der LED-Farben aus den gemessenen Spektren für N-Farbtemperaturstützpunkte
unter Einsatz der programmgesteuerten Recheneinheit, einSpeichern der Lichtstromanteile
der LED-Farben für N-Farbtemperaturstützpunkte im Speicher der LED-Beleuchtungseinrichtung
und/oder ein Speichern der Lichtstromanteile der LED-Farben in Tabellenform in Abhängigkeit
vom Zielfarbort (x, y).
[0065] Schließlich kann eine Farbregelung der LED-Beleuchtungseinrichtung unter Einbeziehung
der gespeicherten Kalibrierdaten für N-Farbtemperaturstützpunkte und/oder als Farborttabelle
für die Lichtstromanteile der LED-Farben, der Temperaturkennlinien je Farbe und der
Helligkeit (Y) und des Farborts (x, y) für jede LED-Farbe durch Ermittlung der PWM-Steuersignale
für die LED-Farben (PWM
A) für den gewünschten Farbort (x, y) und die gewünschte Helligkeit (Y), Messung der
Boardtemperatur (Tb), Ermittlung der temperaturabhängigen PWM-Korrekturfaktoren für
jede LED-Farbe aus den im Speicher hinterlegten Näherungskennlinien (fPWM = 1/Y),
Erfassung der Gesamtleistung der LED-Beleuchtungseinrichtung oder der den einzelnen
LEDs der LED-Beleuchtungseinrichtung zugeführten Stromstärke und Ansteuerung der LEDs
der LED-Beleuchtungseinrichtung mit den PWM-Korrekturfaktoren bei einer Gesamtleistung
der LED-Beleuchtungseinrichtung oder der den LEDs der LED-Beleuchtungseinrichtung
zugeführten Stromstärke kleiner als der vorgegebene Maximalwert (Pmax, Imax) oder
Ermittlung eines Cut Off-Faktors (kCutoff) zur Strom- oder Leistungsbegrenzung für
alle LED-Farben aus

bzw.

und Ansteuerung der LEDs der LED-Beleuchtungseinrichtung mit neuen PWM-Faktoren entsprechend
PWM
T = PWMA *fPWM *kCutoff erfolgen.
[0066] Die vorstehend erläuterten Berechnungsschritte zur Ermittlung der temperaturabhängigen
Spektren und daran anschließenden Neuberechnungen der Mischungsverhältnisse können
sowohl "online" im Scheinwerfer als auch vorab im Rahmen der Kalibrierung erfolgen.
[0067] Eine Vorrichtung zur temperaturabhängigen Einstellung der farb- oder fotometrischen
Eigenschaften einer LED-Beleuchtungseinrichtung mit verschiedenfarbigen LED-Farbgruppen,
deren Lichtstromanteile die Lichtfarbe, Farbtemperatur und/oder den Farbort der von
der LED-Beleuchtungseinrichtung abgegebenen Lichtmischung bestimmen, ist gekennzeichnet
durch eine Eingabevorrichtung zur Einstellung der Lichtfarbe, Farbtemperatur und/oder
des Farborts der von der LED-Beleuchtungseinrichtung abzugebenden Lichtmischung und
zur Vorgabe von anwendungsspezifischen Zielparametern und deren zulässige Abweichungen
von einem Idealwert, eine im Gehäuse der LED-Beleuchtungseinrichtung und/oder im Bereich
mindestens einer LED der verschiedenfarbigen LED-Farbgruppen angeordnete Temperatur-Messeinrichtung,
die ein der gemessenen Temperatur entsprechendes Temperatursignal abgibt, eine Steuereinrichtung
zur Ansteuerung der LEDs der verschiedenfarbigen LED-Farbgruppen mit pulsweitenmodulierten
Stromimpulsen, einen Speicher mit für jede LED-Farbgruppe gespeicherten Kalibrierdaten
für mindestens einen das Emissionsspektrum bestimmenden Wert in Abhängigkeit von der
Temperatur und einen mit der Steuereinrichtung und dem Speicher verbundenen Mikroprozessor
zur Bestimmung von den Lichtstromanteilen für jede LED-Farbgruppe entsprechenden pulsweitenmodulierten
Steuersignalen zur Ansteuerung der LEDs der LED-Farbgruppen in Abhängigkeit von dem
von der Temperatur-Messeinrichtung abgegebenen Temperatursignal.
[0068] Die Eingabevorrichtung zur Einstellung der Lichtfarbe, Farbtemperatur und/oder des
Farborts der von der LED-Beleuchtungseinrichtung abzugebenden Lichtmischung und zur
Vorgabe von anwendungsspezifischen Zielparametern und deren zulässige Abweichungen
von einem Idealwert besteht vorzugsweise aus einer Mischeinrichtung oder DMX-Konsole.
[0069] Die Steuereinrichtung zur Ansteuerung der LED-Farbgruppen mit pulsweitenmodulierten
Stromimpulsen weist einen mit dem Mikroprozessor verbundenen, programmgesteuerten
Eingang, einen mit der Eingabevorrichtung verbundenen Lichtmischeingang und einen
mit einem Sensor und/oder eine Kalibrations-Handgerät verbundenen Sensor- und/oder
Kalibrationseingang auf und ist mit einer Speisespannungsquelle verbunden.
[0070] Anhand von Ausführungsbeispielen werden nachstehend die erfindungsgemäßen Verfahren
und deren jeweilige Vorzüge weiter erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Absteuerung einer als LED-Spotlight oder LED-Panel
unterschiedlicher Größe ausgebildeten LED-Beleuchtungseinrichtung;
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung eines Leuchtmoduls mit einem Modulträger und einer
mit dem Sockel eines Modul-Kühlkörpers verbundenen Lichtquelle;
- Fig. 3
- ein Blockschaltbild einer Modulelektronik mit gleichartig aufgebauten Treiberschaltungen;
- Fig. 4
- Emissionsspektren von fünf verschiedenfarbigen LEDs einer LED-Beleuchtungseinrichtung;
- Fig. 5
- eine grafische Darstellung der Temperaturabhängigkeit von LEDs unterschiedlicher Farbe
und Materialzusammensetzung;
- Fig. 6
- eine grafische Darstellung der Temperaturabhängigkeit der Peakwellenlänge für die
LED-Farbgruppen Amber und Rot (Abbildung 6.4 der DA);
- Fig. 7
- eine grafische Darstellung der Temperaturabhängigkeit der Halbwertsbreite für die
LED-Farbgruppen Amber und Rot (Abbildung 6.7 der DA);
- Fig. 8 u. 9
- eine grafische Darstellung der Temperaturabhängigkeit der Spektren für Glühlicht und
Tageslicht (Abbildungen 6.9 und 6.10 der DA);
- Fig. 10
- eine grafische Darstellung der relativen Leuchtdichte für Glühlicht und Tageslicht
in Abhängigkeit von der Temperatur (Abbildung 6.11 der DA);
- Fig. 11
- eine grafische Darstellung der Farbtemperaturverschiebung für Glühlicht und Tageslicht
in Abhängigkeit von der Temperatur (Abbildung 6.12 der DA);
- Fig. 12
- ein schematisches Blockschaltbild einer programmgesteuerten Recheneinheit zur Ermittlung
der Lichtstromanteile oder pulsweitenmodulierten Signale vooon Farbgruppen verschiedenfarbiger
LEDs (Blockschaltbild Frau Krämer);
- Fig. 13
- ein schematisches Blockschaltbild des Algorithmus zur Farbkorrektur mittels Spektrenapproximation
über die Gauß'sche Normalverteilung ohne Lichtsensor;
- Fig. 14
- eine grafische Darstellung der relativen Leuchtdichte über der Wellenlänge bei der
Approximation der Emissionsspektren mittels Gaußverteilung für die Farbgruppen Amber
und Blau;
- Fig. 15
- ein schematisches Blockschaltbild des Algorithmus zur Farbkorrektur mittels Spektrenapproximation
über die Gauß'sche Normalverteilung mit Lichtsensor;
- Fig. 16
- ein schematisches Blockschaltbild des Algorithmus zur Farbkorrektur mittels Spektrenapproximation
über die Gauß'sche Normalverteilung mit Lichtsensor und Helligkeitsausgleich;
- Fig. 17
- ein schematisches Blockschaltbild des Algorithmus zur Farbkorrektur durch Berechnen
temperaturabhängiger, optimierter Mischungsverhältnisse für die Farbtemperatureinstellungen;
- Fig. 18
- ein schematisches Blockschaltbild des Algorithmus zur Ermittlung termperaturabhängiger
Dimmfaktoren aus hinterlegten Kennlinien der termperaturabhängigen Mischungsverhältnisse
für die Farbtemperatureinstellungen;
- Fig. 19
- ein schematisches Blockschaltbild des Algorithmus zur Farbkorrektur durch Ermittlung
termperaturabhängiger Dimmfaktoren aus hinterlegten Kennlinien unter Berücksichtung
konstanter Lichtstromanteile ohne Helligkeitssensor;
- Fig. 20
- ein schematisches Blockschaltbild des Algorithmus zur Farbkorrektur durch Ermittlung
temperaturabhängiger Dimmfaktoren aus hinterlegten Kennlinien unter Berücksichtung
konstanter Lichtstromanteile mit Helligkeitssensor;
- Fig. 21 bis 23 Und 25 bis 29
- Flussdiagramme und Kennlinien für die relative Helligkeit einer LED-Farbe bzw. LED-Farbgruppe
in Abhängigkeit von der Boardtemperatur Tb für eine Farbsteuerung mittels Temperaturkennlinien;
- Fig. 24
- ein Ersatzschaltbild des Wärmewiderstandes zwischen LED-Board und Sperrschicht der
LED-Chips,
- Fig. 30 und 31
- Spektren zur Verdeutlichung der Unterschiede von kalten und warmen Spektren für die
Einstellung 3200K und 5600K;
- Fig. 32
- Farbtemperatur (CCT)-Abweichung kalt-warm in Abhängigkeit von der Farbtemperatur;
- Fig. 33
- Farbortabweichung dx, dy (kalt-warm) in Abhängigkeit vom Zielfarbort x für Zielfarborte
x,y entlang des Planckschen Kurvenzugs im Farbtemperaturbereich zwischen 2200 K und
24000 K;
- Fig. 34
- die optimalen Lichtstromanteile warm und kalt als Funktion der Farbtemperatur CCT;
- Fig. 35
- eine Grafik der gemessenen Farbtemperatur eines 5-Kanal-LED-Moduls in Abhängigkeit
von der NTC-Temperatur für die Einstellung CCT=3200 K mit implementierter Korrektur
der Spektralshift;
- Fig. 36
- eine Grafik der gemessenen Farbtemperatur eines LED-Moduls in Abhängigkeit von der
NTC-Temperatur für die Einstellung CCT = 5600 K mit implementierter Korrektur der
Spektralshift;
- Fig. 37
- ein Flussdiagramm zur Ermittlung der Temperaturkennlinien in Abhängigkeit vom Dimmgrad
(PWM) und der Flussspannung und
- Fig. 38
- Helligkeits-Temperaturkennlinien für gelbe und rote LEDs sowie eine lineare Inter-
und Extrapolation für die gelbe LED für +/- 3nm Wellenlängenabweichung
[0071] Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch den schematischen Aufbau einer als LED-Spotlight-Scheinwerfer
1 ausgebildeten LED-Beleuchtungseinrichtung mit einem zylinderförmigen Gehäuse 10,
in dem eine LED-Lichtquelle 3 angeordnet ist, die sich aus einer Keramik-Platine,
auf der Keramik-Platine in Chip-On-Board-Technologie angeordneten verschiedenfarbigen
LEDs und einer über die LEDs angebrachten Vergussmasse zusammensetzt. Die LED-Lichtquelle
3 wird mit einem Wärmeleitkleber direkt auf einen Kühlkörper 11 aus gut wärmeleitendem
Material wie Kupfer oder Aluminium aufgebracht, der die von den LEDs der LED-Lichtquelle
3 abgegebene Wärme ableitet. Ein an der Rückseite des LED-Scheinwerfers 1 angeordneter
Lüfter 12 sorgt für eine zusätzliche Kühlung der LEDs.
[0072] Die Lichtmischung erfolgt durch einen konusförmigen oder alternativ zylinderförmigen
Lichtmischstab 13, an dessen Ende eine als POC-Folie ausgebildete Streuscheibe 14
angebracht ist. Über eine in Längsrichtung des LED-Scheinwerfers 1 verstellbare Fresnel-Linse
15 kann der LED-Scheinwerfer 1 stufenlos zwischen einer Spot- und Flood-Stellung eingestellt
werden.
[0073] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Darstellung eines Leuchtmoduls, das aus einem viereckigen,
als Leiterplatte ausgebildeten Modulträger 2, auf dem eine Modulelektronik 5 angeordnet
ist und der eine Ausnehmung 21 aufweist, durch die ein die Oberfläche des Modulträgers
2 überragender Sockel 110 eines Modul-Kühlkörpers 11 gesteckt ist, und der zur Unterseite
mit einer Steckerleiste 16 verbunden ist, über die die Modulelektronik mit einer Leistungssteuereinheit
verbunden wird. Auf dem Sockel 110 des Modul-Kühlkörpers 16 ist eine Lichtquelle 3
mit mehreren auf einer quaderförmigen Metallkernplatine angeordneten LEDs 4, die Licht
unterschiedlicher Wellenlänge und damit Farbe abgeben, einem Temperatursensor 6 und
Leiterbahnen zur Verbindung der LEDs 4 und des Temperatursensor 6 zu den Rändern der
Metallkernplatine angeordnet, von wo sie über eine direkte Draht- oder Bondverbindung
mit der Modulelektronik verbunden werden.
[0074] Die LEDs 4 setzen sich aus mehreren Licht unterschiedlicher Wellenlänge, d.h. unterschiedlicher
Farbe abgebenden LEDs zusammen. Durch enges Anordnen der LEDs 22 auf der Metallkernplatine
wird bereits eine durch die Auswahl der LEDs einstellbare Lichtmischung aus den unterschiedlichen
Farben erzeugt, die durch zusätzliche Maßnahmen wie optische Lichtbündelung und Lichtmischung
noch optimiert und durch weitere Steuerungs- und Regelungsmaßnahmen unabhängig von
beispielsweise der Temperatur konstant gehalten werden kann, um eine gewünschte Farbtemperatur,
Helligkeit und dergleichen einstellen zu können.
[0075] Fig. 3 zeigt ein Funktionsschaltbild der Modulelektronik 5 zur Ansteuerung von sechs
LED-Gruppen mit jeweils zwei in Reihe geschalteten, Licht gleicher Wellenlänge abgebenden
LEDs 401, 402; 403, 404; 411, 412; 421, 422; 431, 432; 441, 442 sowie zur Regelung
der von den LEDs abgegebenen Lichtmischung durch eine Helligkeitsansteuerung der einzelnen
LED-Gruppen mittels einer pulsweitenmodulierten Steuerspannung und Ansteuerung einer
temperaturstabilisierten Stromquelle zur Speisung der LED-Gruppen.
[0076] Die Modulelektronik 5 enthält einen Microcontroller 50, der sechs pulsweitenmodulierte
Steuerspannungen PWM1 bis PWM6 an sechs identisch aufgebaute Konstantstromquellen
51 bis 56 abgibt. Der Microcontroller 50 ist über eine serielle Schnittstelle SER
A und SER B mit einem externen Controller verbunden und weist Eingänge AIN1 und AIN2
auf, die über Verstärker 60, 70 mit einem Temperatursensor 6 und einem Helligkeits-
oder Farbsensor 7 des Leuchtmoduls verbunden sind.
[0077] Die identisch aufgebauten Stromquellen 51 bis 56 sind sehr gut temperaturstabilisiert
und enthalten eine temperaturstabilisierte Konstantstromquelle 57, die mit jeweils
einem Ausgang PWM1 bis PWM6 der die pulsweitenmodulierten Steuerspannungen abgebenden
Ausgänge PWM1 bis PWM6 des Microcontrollers 50 verbunden und über einen Widerstand
59 an eine Versorgungsspannung U
LED1 bis U
LED6 angeschlossen sind. Die temperaturstabilisierte Konstantstromquelle 57 ist ausgangsseitig
mit der Anode der in Reihe geschalteten LEDs einer LED-Gruppe, die jeweils Licht gleicher
Wellenlänge abgeben, und mit dem Steueranschluss eines elektronischen Schalters 58
verbunden, der einerseits mit der Kathode der in Reihe geschalteten LEDs und andererseits
mit Massepotential GND verbunden ist.
[0078] Die temperaturstabilisierte Konstantstromquelle 57 zeichnet sich durch ein schnelles
und sauberes Schalten mit einer Schaltfrequenz von 20 bis 40 kHz aus. Um die Verlustleistung
des Leuchtmoduls so gering wie möglich zu halten, werden die in der Herstellungstechnologie
unterschiedlichen LED-Chips mit bis zu sechs unterschiedlichen Versorgungsspannungen
U
LED1 bis U
LED6 gespeist.
[0079] Mit der Anordnung der temperaturstabilisierten Stromquellen 51 - 56 auf dem Modulträger
des Leuchtmoduls wird die Modularität des Systems verbessert und die Spannungsversorgung
vereinfacht. Bei einer Reduzierung der unterschiedlichen Versorgungsspannungen U
LED1 bis U
LED6 durch eine Anwendung von nur zwei verschiedenen Spannungen zur gruppenweise zusammengefassten
Spannungsversorgung der Stromquellen 51 - 56 für beispielsweise die roten und gelben
LEDs einerseits und die blauen, grünen und weißen LEDs andererseits benötigt das Leuchtmodul
nur noch fünf Schnittstellen, d. h. eine Verbindung des Leuchtmoduls über fünf Leitungen,
nämlich zwei Versorgungsspannungen V
LED1 und V
LED2, Massepotential GND und die seriellen Schnittstellen SER A und SER B mit einem externen
Controller zur übergeordneten Steuerung und Regelung einer Vielzahl gleichartig aufgebauter
Leuchtmodule.
[0080] Zur Verdeutlichung der verschiedenen erfindungsgemäßen Verfahren zur Einstellung
der farb- oder fotometrischen Eigenschaften einer LED-Beleuchtungseinrichtung und
des der Erfindung zugrunde liegende Problems werden nachfolgend anhand der Figuren
4 bis 11 die verschiedenen Parameter zusammenfassend erläutert, die die Farbabgabe
von LEDs bestimmen.
[0081] Fig. 4 zeigt die Spektren verschiedenfarbiger LEDs in einer LED-Beleuchtungseinrichtung
als Darstellung der relativen Leuchtdichte über der Wellenlänge des von einer LED-Beleuchtungseinrichtung
abgegebenen Lichts. Da LEDs Licht nicht monochromatisch mit einer scharfen Spektrallinie
emittieren, sondern in einem Spektrum mit einer gewissen Bandbreite, das angenährt
als Gauß'sche Glockenkurve angenommen werden kann, können die Emissionsspektren von
LEDs über eine Gauß'sche Verteilung simuliert werden. Fig. 4 zeigt in durchgezogener
Linie das Emissionsspektrum einer weißen LED, in kurz gestrichelter Linie das Emissionsspektrum
einer blauen LED, in lang gestrichelter Linie das Emissionsspektrum einer gelben oder
amberfarbenen LED, in punktierter Linie das Emissionsspektrum einer roten LED und
in strichpunktierter Linie das Emissionsspektrum einer grünen LED.
[0082] Dieser Spektraldarstellung ist zu entnehmen, dass die Form des Spektrums der weißes
Licht abgebenden LED stark von den Spektren der farbiges Licht abgebenden LEDs abweicht.
Dies folgt aus der Technologie zur Weißlichterzeugung, bei der als Grundlage zur Lichterzeugung
ein blauer Chip benutzt wird, dessen Spektrum Ursache des ersten, kleineren Peaks
des Spektrums der weißen LED sorgt. Die Phosphorbeschichtung des blauen LED-Chips
wandelt das blaue Licht zum Teil in gelbes Licht um, aus dem der zweite, höhere Peak
im gelben Bereich des Spektrums resultiert. Gemischt ergeben die Anteile weißes Licht.
Über die Dicke der Phosphorbeschichtung kann die Farbtemperatur des weißen Lichts
variiert werden, so dass auf diesem Weg sowohl warmweiße als auch tageslichtweiße
LEDs hergestellt werden können.
[0083] Fig. 5 zeigt die Temperaturabhängigkeit von LEDs in einer Darstellung der relativen
Leuchtdichte über der Sperrschicht- oder Junction-Temperatur T in °C bei unterschiedlichen
Materialkombinationen. Beim Einsatz von LEDs als Leuchtmittel stellt die Temperaturabhängigkeit
der LEDs ein großes Problem dar. Mit steigender Sperrschichttemperatur T ändern sich
die Eigenschaften und Kennwerte von LEDs signifikant. So nimmt mit steigender Temperatur
T die Leuchtdichte stark ab, und es erfolgt eine Verschiebung der Spektren zu höherwelligen
Bereichen, also zum roten Licht hin. Diese Temperaturabhängigkeiten sind je nach benutzten
Materialien unterschiedlich stark ausgeprägt, was zur Folge hat, dass sich auch die
farbmetrischen Eigenschaften einer additiv aus weißes Licht und farbiges Licht abgebenden
LEDs ermischten Lichtzusammensetzung ändern.
[0084] Nachstehend sollen anhand der Fig. 6 bis 11 die Leuchtdichten, Peak-Wellenlängen
und Halbwertsbreiten einzelner LED-Farbgruppen, die jeweils aus mehreren Licht derselben
Farbe abgebenden LEDs zusammengesetzt sind, abhängig von an einer LED der jeweiligen
Farbgruppe anliegenden Temperatur betrachtet und eine Analyse der Spektren und der
Leuchtdichte sowie der Farbtemperatur und des Farborts der Lichtmischungen Kunstlicht
(Tungsten) und Tageslicht (Daylight), ebenfalls abhängig von den anliegenden Temperaturen,
vorgenommen werden.
[0085] Wie der Darstellung gemäß Fig. 5 zu entnehmen ist, weisen die verschiedenfarbigen
LEDs eine unterschiedlich starke Temperaturabhängigkeit auf. Diejenigen LEDs, die
im langwelligen Bereich des sichtbaren Spektrums emittieren, fallen in der Leuchtdichte
bei steigender Temperatur T in °C wesentlich stärker ab als die LEDs, die im kurzwelligen
Bereich des sichtbaren Spektrums emittieren. So weisen die LED-Farben Amber und Rot
einen Leuchtdichteabfall von 128% bzw. 116% bei 20°C auf 65% bzw. 75% des Ausgangswertes
bei 60°C auf. Die Farbgruppen Blau und Grün sind deutlich weniger temperaturabhängig
bezüglich der Leuchtdichte. Da die weißen LEDs auf der Technologie der blauen LEDs
aufbauen, resultiert ebenfalls eine deutlich geringere Temperaturabhängigkeit des
Leuchtdichteabfalls weißer LEDs.
[0086] Wie bei der Leuchtdichte fällt auch für die Peakwellenlänge die Temperaturabhängigkeit
bei verschiedenen LED-Typen unterschiedlich aus.
[0087] Fig. 6 zeigt beispielhaft die Temperaturabhängigkeit der Peakwellenlänge λ
P für die LED-Gruppen Amber und Rot und verdeutlicht eine Verschiebung der Peakwellenlängen
λ
P mit steigender Umgebungs- oder Sperrschichttemperatur T in °C der LEDs. Auch bezüglich
der Peakwellenlänge λ
P sind die LEDs im höherwelligen sichtbaren Bereich wie Amber und Rot stärker temperaturabhängig
als LEDs der LED-Gruppen Blau und Grün, die weit weniger temperaturabhängig sind.
[0088] Wie die Leuchtdichte und die Peakwellenlänge λ
P der einzelnen LED-Farbgruppen ist auch die Halbwertsbreite w
50 der emittierten Spektren linear von der Temperatur T in °C abhängig. Im Unterschied
zu den beiden erstgenannten Parametern sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen
LED-Farbgruppen hier nicht so gravierend. Beispielhaft sind in Fig. 7 die Verläufe
der Halbwertsbreite w
50 der LED-Farben Amber und Rot über der Temperatur T in °C dargestellt. Im Gegensatz
zur Leuchtdichte und Peakwellenlänge λ
P ist die Halbwertbreite w
50 für die LEDs der Gruppen Blau und Grün ähnlich temperaturabhängig wie für die Gruppen
Amber und Rot.
[0089] Zur Erläuterung der Temperaturabhängigkeit der Spektren für die Lichtmischungen "Kunstlicht"
und "Tageslicht" ist in Fig. 8 die relative Leuchtdichte über der Wellenlänge in nm
für die Lichtmischung "Kunstlicht" und in Fig. 9 für die Lichtmischung "Tageslicht"
bei verschiedenen Sperrschichttemperaturen dargestellt.
[0090] Für beide Lichtmischungen ist ein deutlicher Abfall der Leuchtdichte mit der Temperatur
zu erkennen, wobei sich durch die Verschiebung der Peakwellenlängen der einzelnen
LED-Farbgruppen das Spektrum der Lichtmischung in Richtung des längerwelligen Bereiches
verschiebt. Besonders offensichtlicht wird in den Fig. 8 und 9 der starke Leuchtdichteabfall
der LED-Farbgruppen Amber und Rot.
[0091] Fig. 10 zeigt die relative Leuchtdichte in % über der Temperatur T in °C der Lichtmischungen
"Kunstlicht" und "Tageslicht" bezogen auf eine Umgebungstemperatur von 20°C und verdeutlicht,
dass der Temperatureinfluss auf die einzelnen LED-Farbgruppen einen Leuchtdichterückgang
in der Lichtmischung verursacht, der nicht vernachlässigbar ist. Dabei zeigt die Lichtmischung
"Kunstlicht" einen größeren relativen Leuchtdichteabfall als die Lichtmischung "Tageslicht".
[0092] Fig. 11 zeigt die Farbtemperaturverschiebung dCCT in K für "Kunstlicht" und "Tageslicht"
abhängig von der Umgebungstemperatur T und verdeutlicht, dass durch die wesentlich
stärkere Temperaturempfindlichkeit der LEDs in den Bereichen Rot und Amber bezüglich
der Leuchtdichte zu einer Blauverschiebung der Lichtfarbe mit steigender Temperatur
führt.
[0093] Um die vorstehend beschriebenen temperaturabhängigen Änderungen der Lichtfarbwerte
zu korrigieren, können erfindungsgemäß verschiedene Verfahren angewandt werden. Zunächst
muss der Scheinwerfer kalibriert werden, indem eine Grundmischung für die Einstellungen
"Kunstlicht" mit 3200 K und "Tageslicht" mit 5600 K ermittelt wird. Um die korrekte
Lichtfarbe am Scheinwerfer einstellen zu können, müssen die Anteile, das heißt Pulsbreiten
einer Pulsweitenmodulation (PWM) bei der Ansteuerung der LED-Farbgruppen ermittelt
werden. Diese werden mithilfe einer in Fig. 12 schematisch dargestellten programmgesteuerten
Recheneinheit berechnet.
[0094] Um die korrekte Lichtfarbe am Scheinwerfer einstellen zu können, müssen die Anteile
(Pulsbreiten T) einer Pulsweitenmodulation (PWM) für alle LED-Farbgruppen ermittelt
werden. Dies wird mithilfe der programmgesteuerten Recheneinheit berechnet, deren
prinzipieller Aufbau in Fig. 13 dargestellt ist.
Beschreibung Blockschaltbild LED-Mix
[0095] In die zur Lösung der vorstehenden Aufgabenstellung vorgesehene programmgesteuerte
Recheneinheit können verschiedenen Spektren von LED-Farben eingelesen werden, beispielsweise
für die in Fig. 12 angegebenen LED-Farben Rot, Blau, Gelb, Weiß und Amber. Der Benutzer
kann eingabenseitig die folgenden, als Sollwerte dienenden Optimierungsparameter einstellen:
- Die Ziel-Farbtemperatur der LED-Mischung (z.B. 3200 K, 5600 K)
- Das Filmmaterial oder den Kamerasensor, bei dem kein Farbstich gegenüber der Referenzlichtart
erzeugt werden soll (gute Mischlichtfähigkeit), (z.B. Kodak 5246D, Kodak 5274T)
- Referenzlichtart für die Kamera (z.B. Glühlampe 3200 K, Tageslicht 5600 K, HMI usw.),
für welche gute Mischlichtfähigkeit erzielt werden soll
[0096] Die programmgesteuerte Recheneinheit optimiert mittels genetischer Algorithmen die
Mischungsanteile der eingelesenen Farbspektren der LED-Farben auf die folgenden Parameter:
- Farbtemperatur
- Minimaler Abstand vom Planckschen Kurvenzug (d.h. möglichst kein Farbstich in Richtung
grün oder magenta für das Auge erkennbar)
- Farbwiedergabeindex (möglichst nahe an 100)
- Mischlichtfähigkeit mit Film bzw. Digitalkamera. Der Farbabstand zwischen der ermittelten
Mischung sowie der Referenzlichtart muss über das Aufnahmemedium Film bzw. Kamera
minimal sein.
[0097] Für die vorstehend angegebenen Zielwerte CCT (K), Filmmaterial/Sensortyp und Referenzlichtart
für Mischlichtfähigkeit kann der Benutzer neben den Sollwerten erlaubte Abweichungen
bzw. Toleranzen ΔCCT (K), ΔC_Planck (Farbartabstand zum Planckschen Kurvenzug), ΔCRI,
ΔC_Film (Farbartabstand Mischlichtfähigkeit) eingeben.
[0098] Das Ergebnis der Optimierung durch die programmgesteuerte Recheneinheit sind dann
die Anteile der in das Programm eingegebenen LED-Spektren der LED-Farben zur Einstellung
einer optimalen Mischung. Die Ausgabe der LED-Mischung, das heißt der Dimmfaktoren
und der Lichtstromanteile für jede der LED-Farben sowie die mit dieser Mischung erzielten
farbmetrischen Werte für den Farbort, die Farbtemperatur, den Farbabstand zum Planckschen
Kurvenzug, den Farbwiedergabeindex sowie die Mischlichtfähigkeit mit Film- bzw. Digitalkamera
werden ebenfalls berechnet und ausgegeben. Die ausgegebenen Werte können vorab zur
Einstellung bzw. Kalibrierung des Scheinwerfers verwendet werden oder direkt an der
Elektronik zur Einstellung der Dimmfaktoren bzw. der für die Mischung erforderlichen
Lichtstromanteile ausgegeben werden.
[0099] Zur Nachführung der Spektren der einzelnen LED-Farben bzw. LED-Farbgruppen einer
Lichtmischung in Abhängigkeit von der gehäuseinternen Umgebungstemperatur, der Board-
oder der Sperrschichttemperatur der LED-Chips können erfindungsgemäß verschiedene
Verfahren angewendet werden, die nachstehend anhand der Figuren 13 bis 20 näher erläutert
werden.
[0100] Fig. 13 zeigt eine erste Variante, bei der die Ansteuerung der LEDs der einzelnen
LED-Farben mit Pulsweitenmodulation (PWM) online, das heißt durch unmittelbare Eingabe
der temperaturabhängig ermittelten Dimmfaktoren, für die einzelnen LED-Farben an die
Ansteuerelektronik der LEDs erfolgt bzw. die für die Lichtmischung erforderlichen
Lichtstromanteile für jede der LED-Farben ausgegeben werden. Bei diesem ersten Verfahren
wird kein Lichtsensor zur Leuchtdichtemessung eingesetzt.
[0101] In dem Mikroprozessor der programmgesteuerten Recheneinheit sind die Kalibrierdaten,
das heißt die Kennlinien für die Peakwellenlänge peak=f(T), die Halbwertsbreite w
50=f(T) und die Leuchtdichte Y
0=f(T) als Funktion der Temperatur im Speicher des Mikroprozessors für jede LED-Farbe
als Funktion oder Tabelle gespeichert. Nach dem Start des Programms erfolgt
- 1. Messung der Temperatur an einer LED bzw. LED- Farbgruppe,
- 2. Ermittlung der temperaturabhängigen Parameter für die Peakwellenlänge peak=f(T),
die Halbwertsbreite w50=f(T) und die Leuchtdichte Y0=f(T) aus den hinterlegten Kennlinien,
Berechnung der neuen Spektren über die Gaußsche Normalverteilung entsprechend der
Gaußschen Glockenkurve

oder für eine noch genauere Annäherung des Spektrums mittels der auf der Gaußverteilung
beruhenden Formel

mit
- λp
- der Peakwellenlänge des LED-Emissionsspektrums,
- w50
- der Halbwertsbreite des LED-Emissionsspektrums und
- f L
- einem temperaturabhängigen Umrechnungsfaktor
- 3. Einlesen der Spektren in die programmgesteuerte Recheneinheit und Berechnung der
neuen an die gegenüber der Ausgangstemperatur geänderte Temperatur angepassten Dimmfaktoren
für die neue Lichtmischung aus der Spektrenapproximation über die Gaußsche Normalverteilung,
- 4. Einstellung der der neuen Lichtmischung entsprechenden Dimmfaktoren an den LEDs
der einzelnen LED-Farbgruppen des Scheinwerfers über die Ansteuerelektronik zur Ansteuerung
der LEDs jeder LED-Farbgruppe
Die Programmschleife wird nach der Ansteuerung der LEDs durch eine erneute Temperaturmessung
geschlossen.
Fig. 14 zeigt eine grafische Darstellung der relativen Leuchtdichte über der Wellenlänge
bei der Approximation der Emissionsspektren mittels Gaußverteilung für die Farbgruppen
Amber und Blau und zeigt eine sehr gute Annäherung an die jeweils gemessenen Werte.
Bei zusätzlichem Einsatz eines Lichtsensors zur Leuchtdichtemessung kommt das in Fig.
15 als Flussdiagramm dargestellte Programm zum Einsatz, bei dem zu den vorstehend
erläuterten Programmschritten 1 bis 4 der Programmschritt
- 5. Leuchtdichtemessung mit Lichtsensor und Dimmung des Scheinwerfers auf den Sollwert.
hinzukommt.
[0102] Auch bei dem in Fig. 15 als Flussdiagramm dargestellten Programm werden die Kalibrierdaten,
d.h. die Kennlinien für die Peakwellenlänge peak=f(T), die Halbwertsbreite w
50=f(T) und die Leuchtdichte Y
0=f(T) als Funktion der Temperatur im Speicher des Mikroprozessors für jede LED-Farbe
als Funktion oder Tabelle gespeichert. Nach dem Start des Programms erfolgt eine Messung
der Helligkeiten bzw. Leuchtdichte Y
0=f(T) für jede LED-Farbgruppe der einzelnen LED-Farben des Scheinwerfers. Daran schließt
sich im nächsten Programmschritt eine Temperaturmessung der gehäuseinternen Umgebungstemperatur
der LEDs, d.h. der Board- oder Junction- bzw. Sperrschichttemperatur der LEDs des
Scheinwerfers an. Aus diesen Messwerten werden die temperaturabhängigen Faktoren Y
0=f(Tu) aus dem mit dem Mikroprozessor verbundenen Speicher ermittelt und anschließend
die Korrekturfaktoren aus dem Quotienten

mit der Ausgangshelligkeit Y
0 und der Helligkeit Y
t bei der Temperatur T berechnet, die den relativen Leuchtdichteabfall über den gesamten
Temperaturbereich darstellen und einen temperaturabhängigen Umrechnungsfaktor der
Leuchtdichte des Spektrums relativ zur Leuchtdichte des Ausgangsspektrums angeben.
Als nächster Programmschritt schließt sich eine erneute Temperaturmessung an und aus
den hinterlegten Kennlinien werden die temperaturabhängigen Faktoren für die Peakwellenlänge
peak=f(T), die Halbwertsbreite w
50=f(T) und Leuchtdichte Y
0=f(T) ermittelt. Analog dem in Fig. 13 dargestellten Flussdiagramm erfolgt anschließend
eine Spektrenapproximation über die Gaußsche Normalverteilung.
[0103] Im nachfolgenden Programmschritt werden die mittels der Gaußschen Normalverteilung
approximierten Spektren für jede Farbgruppe mit den entsprechend der vorstehenden
Formel ermittelten farbabhängigen Korrekturfaktoren fk multipliziert. Mit Hilfe der
in Fig. 12 dargestellten programmgesteuerten Recheneinheit werden anschließend die
Dimmfaktoren für die Pulsweitenmodulation der einzelnen LEDs der LED-Farbgruppen des
Scheinwerfers für die Lichtmischung bei der gemessenen Temperatur berechnet und die
einzelnen LEDs jeder LED-Farbgruppe des Scheinwerfers mit den berechneten Dimmfaktoren
über die Ansteuerelektronik angesteuert. Auch bei diesem Programmablauf wird die Programmschleife
durch eine sich anschließende erneute Temperaturmessung geschlossen.
[0104] Die Beleuchtungseinrichtung kann mit Hilfe dieses Programmablaufs auf die neu berechnete
Lichtmischung eingestellt werden und die Farbkorrektur infolge der geänderten gehäuseinternen
Umgebungstemperatur, Board- oder Junctiontemperatur ist erfolgt. Um etwaige Abweichungen
in der Leuchtdichte, die nach der Korrektur auftreten können, auszugleichen, erfolgt
eine Leuchtdichtemessung mit einem Licht- oder V(A)-Sensor, mit dessen Hilfe die Differenz
zwischen Ist- und Soll-Leuchtdichte ermittelt und die Beleuchtungseinrichtung über
eine gleichmäßige Dimmung aller Farbgruppen an den Sollwert angeglichen wird.
[0105] Der Vorteil des in Fig. 15 dargestellten Steuerprogramms besteht darin, dass eine
Kompensation von Alterungseffekten möglich ist, da mit dem bei diesem Steuerprogramm
vorgesehenen Lichtsensor ein zeitlicher Helligkeitsabfall erfassbar ist. Wird anstelle
eines Licht- oder V(λ)-Sensors ein RGB- oder Farbsensor oder ein Spektrometer als
Sensorelement eingesetzt, so können zusätzlich neben Helligkeitsänderungen auch Farbänderungen
der einzelnen LED-Farben des Scheinwerfers erfasst werden.
[0106] Eine weitere Variation besteht darin, bei Anordnung eines RGB- oder Farbsensors oder
eines Spektrometers zusätzlich Änderungen der Peakwellenlänge peak=f(T) und der Halbwertsbreite
w
50=f(T) zu erfassen.
[0107] Das in Fig. 16 dargestellte Flussdiagramm dient zur Erläuterung eines Steuerprogramms
zur Ansteuerung der LEDs verschiedener LED-Farbgruppen eines Scheinwerfers mit einem
Helligkeitsausgleich der temperaturabhängigen Lichtmischung unter Einsatz eines Lichtsensors.
[0108] Auch bei diesem Steuerprogramm ist die Ablage von Kalibrierdaten im Mikroprozessor
für jede LED-Farbe als Funktion oder Tabelle für die temperaturabhängigen Parameter
Peakwellenlänge peak=f(T), Halbwertsbreite w
50=f(T) und Leuchtdichte Y
0=f(T) erforderlich. Nach dem Programmstart werden die aktuellen Helligkeiten Yt für
jede LED-Farbgruppe gemessen. Es schließt sich eine Messung der gehäuseinternen Umgebungstemperatur
bzw. der Board- oder Junctiontemperatur Tu an. Anschließend werden die temperaturabhängigen
Faktoren Y
0=f(Tu) aus dem mit dem Mikroprozessor verbundenen Speicher ermittelt und daraus die
Korrekturfaktoren fk entsprechend dem Quotienten

mit der Ausgangshelligkeit Y
0 und der Helligkeit Y
t bei der Temperatur T berechnet.
[0109] Nach der Berechnung der Korrekturfaktoren fk erfolgt erneut eine Temperaturmessung,
die der Ermittlung der temperaturabhängigen Faktoren für die Peakwellenlänge peak=f(T),
die Halbwertsbreite w
50=f(T) und Leuchtdichte Y
0=f(T) aus den hinterlegten Kennlinien zugrunde gelegt wird. Wie bei den vorstehend
beschriebenen Steuerprogrammen erfolgt anschließend eine Spektrenapproximation über
die Gaußsche Normalverteilung. Daran schließt sich eine Multiplikation der Spektren
mit den farbabhängigen Korrekturfaktoren fk an, für die in einem nachfolgenden Programmschritt
die neue Lichtmischung Y
Soll, d.h. neue Sollwerte für die Dimmfaktoren und Lichtstromanteile für die LEDs der
LED-Farbgruppen des Scheinwerfers mit Hilfe der in Fig. 12 dargestellten programmgesteuerten
Recheneinheit berechnet werden. Im Onlinebetrieb werden die LEDs des LED-Scheinwerfers
mit den neuen Dimmfaktoren für die neue Lichtmischung angesteuert.
[0110] Nach der Ansteuerung der LEDs mit den neuen Dimmfaktoren erfolgt eine erneute Helligkeitsmessung
zur Erfassung des Istwertes Y
Ist einzeln für jede LED-Farbgruppe mit Hilfe des Licht- oder V(λ)-Sensors. Aus der Istwertmessung
Y
Ist der Helligkeitsmessung und der Sollwertvorgabe für die Helligkeit Y
Soll wird ein Korrekturfaktor f = Y
Ist / Y
Soll berechnet und anschließend die LEDs mit neuen Dimmfaktoren angesteuert, die sich
aus dem Produkt der berechneten Dimmfaktoren mit dem Korrekturfaktor f = Y
ist / Y
soll entsprechend der Beziehung

ergeben.
[0111] Auch bei diesem Steuerprogramm wird die Programmschleife mit einer erneuten Temperaturmessung
geschlossen. Zusätzlich kann eine Kompensation von Alterungseffekten vorgesehen werden,
indem mittels eines Licht- oder V(λ)-Sensor ein zeitlicher Helligkeitsabfall erfasst
wird. Beim Einsatz eines RGB- oder Farbsensor oder eines Spektrometers als Sensorelement
können zusätzlich neben Helligkeitsänderungen auch Farbänderungen der einzelnen LED-Farben
des Scheinwerfers und zusätzlich Änderungen der Peakwellenlänge peak=f(T) und der
Halbwertsbreite w
50=f(T) erfasst werden.
[0112] Fig. 17 zeigt ein Flussdiagramm zur Kalibrierung eines LED-Scheinwerfers, das eine
mehrdimensionale Tabelle zur Vorabberechnung der Mischungsverhältnisse der Lichtmischungen
aus mehreren LED-Farben bei verschiedenen Temperaturen ergibt, wobei diese Berechnung
vorab außerhalb des Scheinwerfers erfolgt.
[0113] Nach dem Start des Kalibrierungsprogramms ist zu entscheiden, ob eine Approximation
über eine Gaußsche Normalverteilung gewünscht wird. Soll die Approximation über die
Gaußsche Normalverteilung erfolgen, werden die temperaturabhängigen Parameter für
die Peakwellenlänge peak=f(T), die Halbwertsbreite w
50=f(T) und die Helligkeit bzw. Leuchtdichte Y
0=f(T) für jede LED-Farbe ermittelt bzw. gemessen. Daraus erfolgt für den gesamten
Temperaturbereich des Scheinwerfereinsatzes eine Spektrenapproximation über die Gaußsche
Normalverteilung.
[0114] Alternativ wird anstelle einer Approximation über die Gaußsche Normalverteilung eine
Messung der temperaturabhängigen Spektren der LED-Farben durchgeführt.
[0115] Aus den Ergebnissen der beiden Alternativen werden mit Hilfe der in Fig. 12 dargestellten
programmgesteuerten Recheneinheit die temperaturabhängig optimierten Lichtmischungen
aus den einzelnen eingesetzten LED-Farben, das heißt, die Dimmfaktoren für die einzelnen
LEDs der LED-Farbgruppen für N0 Farbtemperaturen, beispielsweise für Tageslicht, Kunstlicht
und gegebenenfalls für zusätzliche Farbtemperaturstützpunkte berechnet. An diese Berechnung
schließt sich eine Speicherung der temperaturabhängigen Mischungsverhältnisse, das
heißt der Dimmfaktoren für die einzelnen LEDs der LED-Farbgruppen des Scheinwerfers
für die N0 Farbtemperatureinstellungen an. Diese N0 Farbtemperatureinstellungen können
dann einem Steuerprogramm zur Regelung der Farbtemperatur eines Scheinwerfers entsprechend
dem in Fig. 18 dargestellten Flussdiagramm zugrunde gelegt werden.
[0116] Fig. 18 setzt die Ermittlung und Speicherung von Kalibrierdaten im Mikroprozessor
der Ansteuerungselektronik für die LEDs der einzelnen LED-Farbgruppen des Scheinwerfers
für N0 Farbtemperaturstützpunkte in Form einer Funktion oder in Form einer im Speicher
des Mikroprozessors abgelegten Funktion oder Tabelle voraus, aus der sich das Mischungsverhältnis,
d.h. die Dimmfaktoren als Funktion der Umgebungstemperatur Tu und der Farbtemperatur
CCT ergeben.
[0117] Nach dem Start des Regelungsprogramms erfolgt eine Messung der gehäuseinternen Umgebungstemperatur
bzw. der Board- oder Junctiontemperatur der LEDs, der LED-Farbgruppen bzw. einzelner
LEDs jeder LED-Farbgruppe. Aus dem Istwert der Temperaturmessung werden die temperaturabhängigen
Dimmfaktoren aus den im Speicher der Ansteuerelektronik hinterlegten Kennlinien ermittelt
und die LEDs der einzelnen LED-Farbgruppen mit den temperaturabhängigen neuen Dimmfaktoren
angesteuert. Auch bei diesem Regelungsprogramm wird die Programmschleife mit einer
erneuten Temperaturmessung abgeschlossen.
[0118] In den Fig. 19 und 20 sind Flussdiagramme für zwei weitere Steuerungsverfahren zur
Ermittlung von Dimmfaktoren für die temperaturabhängigen Lichtmischungen der LED-Farbgruppen
einer Beleuchtungseinrichtung ohne und mit Einsatz einer Leuchtdichtemessung mit einem
Licht- oder V(λ)-Sensor dargestellt.
[0119] Fig. 19 zeigt den Ablauf eines Steuerungsprogramms, das auf der Einstellung konstanter
Lichtstromanteile der einzelnen LED-Farbgruppen der Beleuchtungseinrichtung beruht,
ohne dass eine Leuchtdichtemessung mit einem Licht- oder V(A)-Sensor erfolgt. In dem
Speicher der Ansteuerelektronik sind als Funktion oder Tabelle Kalibrierdaten, nämlich
die Kennlinie für die Helligkeit Y=f(Tu) für jede LED-Farbe der LED-Farbgruppen der
Beleuchtungseinrichtung und die Stützpunkte für das jeweilige Mischungsverhältnis
in Form der als Funktion der Farbtemperatur CCT als Dimmfaktoren abgelegt.
[0120] Nach dem Start des Programms erfolgt eine Temperaturmessung, die der Ermittlung der
temperaturabhängigen Faktoren Y=f(Tu) für die einzelenen LED-Farbgruppen aus den hinterlegten
Kennlinien zugrunde gelegt wird. Durch eine entsprechende Normierung werden aus den
ermittelten temperaturabhängigen Faktoren Y die jeweiligen Dimmfaktoren entsprechend
der Gleichung

[0121] Mit T
0 der Ausgangs- oder Basistemperatur und T
u der aktuell gemessenen Temperatur berechnet. Die einzelnen LEDs jeder LED-Farbgruppe
des Scheinwerfers werden mit den so berechneten Dimmfaktoren PWM(T
u) in Abhängigkeit von der aktuellen Temperatur angesteuert und die Programmschleife
durch eine erneute Temperaturmessung geschlossen.
[0122] Die Bestimmung von temperaturabhängigen Lichtmischungen der einzelnen LEDs der LED-Farbgruppen
des Scheinwerfers unter Zugrundelegung konstanter Lichtstromanteile kann zusätzlich
mit einer Leuchtdichtemessung mittels eines Licht- oder V(λ)-Sensor verknüpft werden.
[0123] Fig. 20 zeigt ein Flussdiagramm eines Steuerungsprogramms zur Ermittlung von Dimmfaktoren
für die einzelnen LEDs mehrerer LED-Farbgruppen eines Scheinwerfers mit einer Temperaturmessung
und zusätzlichen Leuchtdichtemessung mittels eines Licht- oder V(λ)-Sensor.
[0124] Auch in dieser Ausführungsform werden die als Funktion oder Tabelle im Speicher des
Mikroprozessors der Ansteuerungselektronik abgelegten Kalibrierdaten der Helligkeit
Y und der Stützpunkte für das Mischungsverhältnis in Form von Dimmfaktoren als Funktion
der Umgebungstemperatur Tu und der Farbtemperatur CCT für die LEDs der einzelnen LED-Farbgruppen
der Beleuchtungseinrichtung geladen. Nach dem Start des Programms erfolgt eine Messung
der gehäuseinternen Umgebungstemperatur bzw. der Board- oder Junctiontemperatur T
u der LEDs, der LED-Farbgruppen bzw. einzelner LEDs jeder LED-Farbgruppe. Aus dem Istwert
der Temperaturmessung werden die temperaturabhängigen Faktoren Y=f(Tu) aus den hinterlegten
Kennlinien ermittelt und die LEDs der einzelnen LED-Farbgruppen mit den berechneten,
temperaturabhängigen neuen Dimmfaktoren

angesteuert.
[0125] Im Unterschied zu dem vorstehend anhand des in Fig. 19 dargestellten Flussdiagramms
beschriebenen Steuerungsverfahren erfolgt nach der Ansteuerung der LEDs jeder LED-Farbgruppe
mit den neuen Dimmfaktoren nicht eine erneute Temperaturmessung, sondern zunächst
eine Leuchtdichtemessung mithilfe des Licht- oder V(A)-Sensor, an die sich eine Berechnung
der Korrekturfaktoren f = Y
Ist / Y
Soll anschließt. Unter Zugrundelegung dieser Korrekturfaktoren f erfolgt die Ansteuerung
der LEDs jeder LED-Farbgruppe des Scheinwerfers mit neuen Dimmfaktoren entsprechend
der Gleichung

[0126] Bei diesem Steuerverfahren kann die nach der Berechnung der neuen Dimmfaktoren unter
Zugrundelegung der ermittelten temperaturabhängigen Faktoren Y=f(Tu) aus der hinterlegten
Kennlinie eingefügte Ansteuerung der LEDs mit den neuen Dimmfaktoren entfallen und
stattdessen nach der Berechnung der Dimmfaktoren entsprechend der Gleichung PWM(Tu)=PWM(T
0) / Y(Tu) die Leuchtdichtemessung mit dem Licht- oder V(λ)-Sensor durchgeführt werden.
Zusätzlich können weitere Daten im Speicher hinterlegt werden, wie beispielsweise
Kalibrierdaten, Daten für warm und kalt, Set-Lichtausbeuten und dergleichen, die nachstehend
näher beschrieben werden.
[0127] In den Fig. 21 bis 23 und 25 bis 29 sind Flussdiagramme und Kennlinien für die relative
Helligkeit einer LED-Farbe bzw. LED-Farbgruppe in Abhängigkeit von der Boardtemperatur
T
b für ein weiteres Verfahren zur Farbstabilisierung einer LED-Beleuchtungseinrichtung
dargestellt, bei dem die Farbsteuerung mittels Temperaturkennlinien erfolgt.
[0128] Bei diesem Verfahren wird davon ausgegangen, dass die Helligkeit der LEDs der einzelnen
LED-Farben von der Sperrschichttemperatur der LEDs bzw. von der gemessenen Boardtemperatur
Tb abhängt, die anstelle der schwer messbaren Sperrschichttemperatur auf einer Leiterplatte
gemessen wird, auf der Licht unterschiedlicher Wellenlänge bzw. Farbe abgebende LEDs
zu einer Mischlicht abgebenden Lichtquelle angeordnet sind, die von einer Modulelektronik
angesteuert wird, die zusammen mit der Leiterplatte auf einem Modulträger angeordnet
ist und ein Leuchtmodul bildet, das zusammen mit einer Vielzahl weiterer Leuchtmodule
zu einem LED-Panel zusammengefasst werden kann.
A) Die Helligkeit von LEDs als Funktion der Boardtemperatur Tb
[0129] Die Abhängigkeit der Helligkeit Y der LEDs der LED-Beleuchtungseinrichtung von der
Sperrschichttemperatur bzw. von der gemessenen Boardtemperatur Tb wird durch eine
Näherungsfunktion angenähert, die je nach gewünschtem Genauigkeitsgrad als lineare
Funktion der Form

als Polynom zweiten Grades der Form

oder als Polynom dritten Grades der Form

ausgebildet ist. Bei einer quadratischen Näherungsfunktion mit einem Polynom zweiten
Grades ist die Güte der Annäherung bereits sehr gut, wie das in Fig. 21 dargestellte
Diagramm für die LED-Farbe Amber, das zusammen mit der LED-Farbe Rot die stärkste
Temperaturabhängigkeit aufweist, belegt.
[0130] Die gemessenen Kennlinien der relativen Helligkeit Y(Tb) als Funktion der Boardtemperatur
T
b in °C zeigen einen strom- bzw. leistungsabhängigen Kurvenverlauf. In allen Fällen
ist der Kurvenverlauf für höhere LED-Leistungen am steilsten. Dieser Effekt ist sowohl
bei einer Gleichstrom- als auch bei einer pulsweitenmodulierten PWM-Ansteuerung der
LEDs festzustellen, wie dem in Fig. 22 dargestellten Diagramm zu entnehmen ist, in
dem die relative Helligkeit in Prozent über der Boardtemperatur T
b in °C bei verschiedenen Dimmfaktoren und damit unterschiedlichen Stromstärken zu
entnehmen ist.
[0131] Dieser Effekt ist darauf zurückzuführen, dass sich der die Boardtemperatur erfassende
Temperatursensor in der Praxis in der Nähe der LED-Chips auf der LED-Leiterplatte
der Lichtquelle eines Leuchtmoduls möglichst nah an den lichtemittierenden LED-Chips
befindet. Trotz dieser Nähe des Temperatursensors zu den lichtemittierenden LED-Chips
ist zwischen der Temperaturmessstelle und der Sperrschicht der LED-Chips ein Wärmewiderstand
vorhanden, so dass der gemessene Temperaturwert stets geringer als die Sperrschichttemperatur
ist. Die Temperaturdifferenz hängt dabei für jeden LED-Chip von der dem betreffenden
LED-Chip abzuführenden Wärmeleistung und somit von der aufgenommenen LED-Leistung
ab. Da somit die Helligkeit der Licht unterschiedlicher Wellenlänge abgebenden LEDs
von der Sperrschichttemperatur abhängt, die Kennlinien jedoch nur in Abhängigkeit
von der Boardtemperatur aufgenommen werden, zeigen die gemessenen Kennlinien der Helligkeit
als Funktion der Boardtemperatur einen strom- bzw. leistungsabhängigen Kurvenverlauf.
[0132] Hieraus ergibt sich die Problemstellung, dass die Kennlinien der Helligkeit Y als
Funktion der Boardtemperatur Tb vom Strom bzw. von der aufgenommenen Leistung der
einzelnen LEDs bzw. LED-Farbgruppen abhängen, so dass eine Helligkeitskorrektur mit
der vorstehend angegebenen Formel 1, bei der die Abhängigkeit der Helligkeit der LEDs
von der Boardtemperatur durch eine quadratische Näherungsfunktion angenähert wird,
für abweichende LED-Ströme bzw. Wärmeleistungen mit systematischen Fehlern behaftet
ist und nicht optimal arbeiten würde. Dieser Effekt würde beispielsweise beim Dimmen,
d. h. bei der pulsweitenmodulierten Ansteuerung der LED-Beleuchtungseinrichtung auftreten.
[0133] Eine Verbesserung des Verfahrens, die Helligkeitskorrektur auf der Basis von Temperaturkennlinien
Y = f(T
b) durchzuführen, kann dadurch erreicht werden, dass die vorstehende Formel 1 wie folgt
abgewandelt wird:

In die quadratische Näherungsfunktion Y = f(T
b) wird ein Temperatur-Korrekturwert ΔT eingefügt, der die Änderungen der Temperaturdifferenz
zwischen dem Temperatursensor und der Sperrschicht der LEDs aufgrund veränderter Wärmeleistungen
berücksichtigt. Diese Form kann speziell dann gegenüber einem Polynom zweiten Grades
(Formel 1) Vorteile bringen, wenn auch die Elektronik ein (ungewolltes) temperaturabhängiges
Verhalten hat und der LED-Strom zusätzlich von der Temperatur abhängt.
[0134] Der Korrekturwert ΔT hängt dabei vom Wärmewiderstand zwischen dem Temperatursensor
und der Sperrschicht der LEDs sowie von der momentan abzuführenden Wärmeleistung bzw.
elektrischen Leistung der LEDs ab.
[0135] Er kann entweder aus diesen Größen, sofern bekannt, berechnet werden oder aber aus
Messreihen mit verschiedenen elektrischen Leistungen ermittelt werden.
[0136] Bei bekanntem Wärmewiderstand zwischen dem Board und der Sperrschicht der LEDs lässt
sich der stromabhängige Korrekturwert ΔT wie folgt aus den LED-Strömen berechnen:

[0137] Mit Rw dem Wärmewiderstand zwischen Board und Sperrschicht, Pw der abzuführenden
Wärmemenge, die näherungsweise der LED-Leistung entspricht und ΔT der Temperaturdifferenz
zwischen Board und Sperrschicht. Hieraus folgt

mit der Wärmeleistung Pw, die in etwa der LED-Leistung U
LED *I
LED entspricht
[0138] Der Temperaturkorrekturwert ΔT muss dabei ebenso wie die Parameter a, b, und c individuell
für jede LED-Farbe berücksichtigt werden. Die stromabhängige Wärmeleistung der LEDs
wird vom Mikroprozessor aus den Werten U
LED *I
LED ermittelt. Da bei LEDs ein Teil der Gesamtleistung in Licht umgewandelt wird, ist
die Wärmeleistung der LEDs stets geringer als das Produkt U * I. Dies kann durch einen
zusätzlichen Faktor fw berücksichtigt werden

[0139] Der farbabhängige Korrekturwert ΔT errechnet sich somit zu:

[0140] Auf diese Weise lässt sich das jeweils gemessene Verhalten der Helligkeit Y in Abhängigkeit
von der Boardtemperatur T
b sehr gut rekonstruieren, wie das in Fig. 23 dargestellte Diagramm am Beispiel einer
gelben LED zeigt.
B) Die Stromabhängigkeit der Kennlinien
[0141] Die gemessenen Kennlinien der Helligkeit Y(Tb) als Funktion der Boardtemperatur Tb
zeigt gemäß Fig. 22 einen strom- bzw. leistungsabhängigen Kurvenverlauf. In allen
Fällen ist der Kurvenverlauf für höhere LED-Leistungen am steilsten. Dieser Effekt
ist sowohl bei einer Gleichspannungs- als auch einer PWM-Ansteuerung der LEDs und
sowohl für AllnGaP- als auch in geringerem Ausmaß für InGaN-Materialien zu beobachten.
[0142] Dieser Effekt ist darauf zurück zu führen, dass sich der Temperatursensor aus praktischen
Gründen in der Nähe der LEDs auf der LED-Platine, möglichst nahe an den Licht emittierenden
Chips, befindet. Dennoch ist zwischen der Temperaturmessstelle und der Sperrschicht
der Chips ein Wärmewiderstand. Der gemessene Temperaturwert ist daher stets geringer
als die Sperrschichttemperatur. Die Temperaturdifferenz hängt dabei je Chip von der
je Chip abzuführenden Wärmeleistung und somit von der aufgenommenen LED-Leistung ab,
wie dem Ersatzschaltbild des Wärmewiderstandes zwischen LED-Board und Sperrschicht
der Chips gemäß Fig. 24 entnommen werden kann.
[0143] Da die Helligkeit der LEDs von der Sperrschichttemperatur abhängt, die Kennlinien
jedoch nur in Abhängigkeit der Boardtemperatur aufgenommen werden, zeigen die gemessenen
Kennlinien Helligkeit als Funktion der Boardtemperatur einen strom- bzw. leistungsabhängigen
Kurvenverlauf.
[0144] Aus der vorstehenden Feststellung, dass die Kennlinien der Helligkeit als Funktion
der Boardtemperatur vom Strom bzw. von der aufgenommenen Gesamtleistung abhängen,
ergibt sich, dass eine Helligkeitskorrektur nach Formel 2 für abweichende LED-Ströme
bzw. Wärmeleistungen mit systematischen Fehlern behaftet ist und nicht optimal arbeiten
würde. Dieser Effekt würde z.B. beim Dimmen des LED-Scheinwerfers auftreten.
[0145] Eine Verbesserung des Verfahrens der Helligkeitskorrektur auf Basis von Temperaturkennlinien
Y=f(Tboard) kann erreicht werden, indem Formel 2 wie folgt abgewandelt wird:

[0146] In die quadratische bzw. kubische Näherungsfunktion Y=f(Tb) wird ein Temperatur-Korrekturwert
ΔT eingefügt, welcher die Änderungen der Temperaturdifferenz zwischen Temperatursensor
und Sperrschicht auf Grund veränderter Wärmeleistungen berücksichtigt.
[0147] Der Korrekturwert ΔT hängt dabei vom Wärmewiderstand zwischen Sensor und Sperrschicht
sowie von der momentan abzuführenden Wärmeleistung bzw. elektrischen Leistung desr
LED-Moduls ab. Er kann entweder aus diesen Größen, sofern bekannt, berechnet werden
oder aber aus Messreihen mit verschiedenen elektrischen Leistungen ermittelt werden.
[0148] Bei bekanntem Wärmewiderstand (Board - Sperrschicht) der LEDs lässt sich der stromabhängige
Korrekturwert ΔT wie folgt aus den LED-Strömen berechnen:
Rw: Wärmewiderstand zwischen Board und Sperrschicht
Pw: abzuführende Wärmemenge, näherungsweise LED-Leistung
ΔT: Temperaturdifferenz zwischen Board und Sperrschicht

Pw: Wärmeleistung, entspricht in etwa LED-Leistung ULED *ILED
[0149] Der Temperaturkorrekturwert ΔT muss dabei ebenso wie die Parameter A, B, C und D
individuell für jede LED-Farbe berücksichtigt werden.
[0150] Die stromabhängige Wärmeleistung der LEDs wird vom Mikroprozessor aus den Werten
U
LED * I
LED ermittelt. Da bei LEDs ein Teil der Gesamtleistung in Licht umgewandelt wird, ist
die Wärmeleistung der LEDs stets geringer als das Produkt U * I. Dies kann durch einen
zusätzlichen Faktor fw berücksichtigt werden:

[0151] Der farbabhängige Korrekturwert ΔT errechnet sich somit zu:

[0152] Auf diese Weise lässt sich das gemessene Verhalten sehr gut rekonstruieren, wie die
in Fig. 23 dargestellte Grafik am Beispiel einer gelben LED zeigt.
[0153] Die Helligkeits-Temperaturkennlinien werden auf eine "Arbeitstemperatur" Tn normiert,
welche beispielsweise die typische Betriebstemperatur im warmen Zustand darstellt.

[0154] Werden die Kurven so normiert, dass Y(Tb) zu "1" für die Arbeitstemperatur Tn wird,
so ergibt sich der Parameter A stets zu "1". Damit kann das Hinterlegen dieses Parameters
im Speicher entfallen.
[0155] Die Polynomparameter A bis D werden mit den gängigen Methoden der Mathematik anhand
der für verschiedene Dimmgrade aufgenommenen Kurven Helligkeit als Funktion der Boardtemperatur
für die virtuelle, auf PWM = 0 extrapolierte Kennlinie ermittelt.
[0156] Zur praktischen Ermittlung des Korrekturwertes ΔT ohne Berücksichtigung der Flussspannung
werden gemäß Formel 4 der Wärmewiderstand Rw sowie der Korrekturfaktor fw zur Ermittlung
der Wärmeleistung der LEDs benötigt. Häufig sind diese Werte nicht bekannt. Da die
Wärmeleistung der LEDs direkt proportional zur elektrischen Leistung der LEDs und
damit direkt proportional zum Dimmgrad der LEDs ist, kann Formel 4 wie folgt umgeschrieben
werden:

[0157] Mit PWM dem Dimmgrad zwischen (0...1) und dem Leistungsparameter E.
[0158] Sind die Polynomparameter A bisD sowie der Leistungsparameter E bekannt, so kann
während des Scheinwerferbetriebs die relative Helligkeit der LED-Farben mit Formeln
5 und 6 aus den aktuellen Werten der Boardtemperatur Tb sowie der individuellen LED-Dimmgrade
PWM berechnet werden:

[0159] Zur praktischen Ermittlung des Korrekturwertes ΔT mit Berücksichtigung der Flussspannung
führen die typischen Flussspannungstoleranzen der LEDs dazu, dass verschiedene, typ-
und farbgleiche LEDs mit verschiedenen LED-Leistungen betrieben werden, auch wenn
sie mit dem selben Strom und der selben PWM angesteuert werden. Eine Berücksichtigung
der individuellen Flussspannungen führt folglich zu einer weiteren Verbesserung der
Qualität der angewandten Temperaturkennlinien. Aus Formel 4 folgt:

[0160] Der Parameter E1 kann aus dem für Formel 6 ermittelten Wert E ermittelt werden, indem
E durch die Flussspannung U
Fref des zu seiner Ermittlung verwendeten LED-Moduls dividiert wird.
[0161] Während des Scheinwerferbetriebs kann dann die relative Helligkeit der LED-Farben
mit Formeln 5 und 7 aus den aktuellen Werten der Boardtemperatur Tb sowie der individuellen
LED-Dimmgrade und Flussspannungen berechnet werden:

[0162] Um die Helligkeit der individuellen LED-Farben während des Scheinwerferbetriebs konstant
zu halten, werden die PWM-Ansteuersignale in Abhängigkeit von der Boardtemperatur,
der PWM sowie ggf. der Flussspannung mit dem Temperatur-Korrekturfaktor kT = 1/Y(Tb)
multipliziert:

Vorstehend bedeuten:
[0163]
- Y(Tb)
- relative Helligkeit in Abhängigkeit der Boardtemperatur
- Tb
- Boardtemperatur in °C
- Tn
- Arbeitstemperatur in °C
- ΔT
- leistungsabhängiger Temperatur-Korrekturwert in °C
- A.....D
- Polynomkoeffizienten
- E, E1
- Leistungsparameter
- PWM
- PWM-Ansteuersignal (0....1)
- Rw
- Wärmewiderstand in K/W
- ULED
- Flussspannung in V
- ILED
- LED-Strom in A
- Pw
- Wärmeleistung in W
- fw
- Korrekturfaktor
[0164] Der Ablauf des Verfahrens der Farbsteuerung von Licht unterschiedlicher Wellenlänge
bzw. Farbe abgebenden LEDs mittels Temperaturkennlinien ist den in den Fig. 25 bis
29 dargestellten Flussdiagrammen zu entnehmen.
[0165] Das in Fig. 25 dargestellte Flussdiagramm dient der Ermittlung von Temperaturkennlinien
eines LED-Moduls, wobei die Ermittlung der Temperaturkennlinien stichprobenhaft durchgeführt
wird. Die ermittelten Kennlinien werden dann auf alle LED-Module übertragen und in
deren Speicher hinterlegt. Vor dem Speichern kann noch eine nachstehend erläuterte
Umrechnung (Inter-/Extrapolation) der Kennlinien-Parameter auf die individuellen dominanten
Wellenlängen berücksichtigt werden.
[0166] In einem ersten Schritt wird die Helligkeit Y in Abhängigkeit von verschiedenen Boarttemperaturen
T
b für jede LED-Farbe bei vorgegebenem Strom im eingeschwungenen Zustand gemessen und
die Kennlinie Y = f(T
b) ermittelt. In einem zweiten Schritt werden die Kennlinien auf einen willkürlich
gewählten Temperaturwert in der Nähe des späteren Arbeitspunktes T
b1 normiert, d. h. Y(T
b1) = 1 ermittelt.
[0167] In einem dritten Schritt werden je nach Wahl der Näherungsfunktion die Parameter
a und b für eine lineare Näherungsfunktion der Form

für eine quadratische Näherungsfunktion, d. h. ein Polynom zweiten Grades der Form

oder für eine Näherungsfunktion mit einem Polynom dritten Grades der Form

ermittelt. Die Parameter a und b bzw. a, b, c bzw. a, b, c, d werden in den LED-Modulen,
in einer zentralen Steuereinrichtung der LED-Beleuchtungseinrichtung oder in einem
externen Controller gespeichert.
[0168] Das in Fig. 26 dargestellte Flussdiagramm zeigt die stichprobenhafte Ermittlung von
Kalibrier-Korrekturverfahren für die LED-Module, die im Betrieb der LED-Beleuchtungseinrichtung
für eine schnelle individuelle Helligkeitskalibrierung der LED-Module benötigt werden.
Die Kalibier-Korrekturfaktoren beschreiben den Faktor der Helligkeit im eingeschwungenen
Zustand gegenüber dem Helligkeitsmesswert kurz nach dem Einschalten der LED-Beleuchtungseinrichtung
und werden stichprobenhaft für jede LED-Farbe ermittelt.
[0169] In einem ersten Schritt zur Ermittlung der Kalibrier-Korrekturfaktoren für jedes
LED-Modul wird die Helligkeit Y in Abhängigkeit von der Boardtemperatur T
bcal für jede LED-Farbe unmittelbar nach dem Einschalten gemessen und als Wert Y(T
bcal, t
0) abgelegt.
[0170] In einem zweiten Schritt wird die Helligkeit Y und die Boardtemperatur T
b für jede LED-Farbe im eingeschwungenen Zustand gemessen und als Wert Y(T
b, t
1) abgelegt. Daran anschließend wird der Helligkeitswert Y(T
b, t
1) auf eine Boardtemperatur T
b1 mittels der Kennlinie Y = f(T
b) umgerechnet, wobei T
b1 die Temperatur ist, für die die Kennlinien Y = f(T
b) auf 1 normiert wurden. Als Ergebnis wird der Wert Y(T
b1, t
1) abgelegt.
[0171] In einem dritten Schritt werden die Korrekturfaktoren entsprechend der Gleichung

gebildet, die nur für die während der Kalibrierung gemessene Boardtemperatur T
bcal gelten. Gegebenenfalls muss ein Set mehrerer Kalibrierfaktoren für verschiedene Boardtemperaturen
T
bcal während der Kalibrierung erzeugt werden.
[0172] In Fig. 27 ist ein Flussdiagramm für die Helligkeitskalibrierung eines LED-Moduls
dargestellt, die dazu dient, die Helligkeiten der LED-Farben in jedem individuellen
LED-Modul zu speichern. Die Modulelektronik des LED-Moduls kann diese aus dem Speicher
auslesen und kompensieren. Somit leuchten die Farben aller LED-Module einer LED-Beleuchtungseinrichtung
(beispielsweise eines Scheinwerfers) gleich hell, wenn ein externer Controller der
LED-Beleuchtungseinrichtung Soll-Helligkeitssignale für die verschiedenen LED-Farben
vorgibt.
[0173] In einem ersten Schritt der Helligkeitskalibrierung der LED-Module wird die Helligkeit
Y und die Boardtemperatur T
b für jede LED-Farbe unmittelbar nach dem Einschalten der LED-Beleuchtungseinrichtung
bzw. des LED-Moduls gemessen und als Wert Y(T
bcal, t
0) abgelegt.
[0174] In einem zweiten Schritt wird für jede Farbe eine Umrechnung auf die Helligkeit im
statischen Zustand bei einer Boardtemperatur T
b1 entsprechend

umgerechnet. Dabei entspricht der Faktor kY
cal den entsprechend dem Flussdiagramm gemäß Fig. 26 ermittelten Kalibrierkorrekturfaktoren.
[0175] In einem dritten Schritt werden die auf die Boardtemperatur T
b1 umgerechneten Helligkeiten der LED-Farben im jeweiligen LED-Modul gespeichert.
[0176] Das in Fig. 28 dargestellte Flussdiagramm gibt das Verfahren zur Farbkalibrierung
der LED-Beleuchtungseinrichtung bzw. eines Scheinwerfers wieder. Nach dem Start des
Programms erfolgt in einem ersten Schritt die Messung des Spektrums und hieraus abgeleitet
der Helligkeit Y sowie der Normfarbwertanteile x, y jede LED-Farbe des Scheinwerfers.
Anschließend wird die Scheinwerferhelligkeit auf die Boardtemperatur T
b1 mittels der Kennlinie Y = f(Tb) umgerechnet und die Spektren werden auf Y = Y(T
b1) skaliert.
[0177] In einem zweiten Schritt werden die Kalibrierdaten x, y und Y(T
b1) für jede LED-Farbe im Scheinwerfer gespeichert. In einem dritten Schritt erfolgt
die Berechnung der optimalen Lichtstromanteile der LED-Farben aus den gemessenen Spektren
für N Farbtemperaturstützpunkte mittels der vorstehend beschriebenen programmgesteuerten
Recheneinheit.
[0178] In einem vierten Schritt werden die Lichtstromanteile der LED-Farben für N Farbtemperaturstützpunkte
im Speicher des Scheinwerfers gespeichert und/oder die Lichtstromanteile der LED-Farben
in Tabellenform in Abhängigkeit vom Zielfarbort, d. h. den Normfarbwertanteilen x,
y gespeichert.
[0179] Fig. 29 zeigt ein Flussdiagramm der Farbregelung einer als Scheinwerfer ausgebildeten
LE D-Beleuchtungseinrichtung.
[0180] Im Rahmen der Farbregelung der LED-Beleuchtungseinrichtung wird eine temperaturabhängige
Leistungsbegrenzung durchgeführt, da die Gesamtleistung der LED-Beleuchtungseinrichtung
bzw. der allen LEDs der LED-Farben zugeführte Gesamtstrom einen vorgegebenen, vorzugsweise
temperaturabhängigen Grenzwert nicht übersteigen darf; denn es macht wenig Sinn, bei
steigender Temperatur und folglich abnehmender Helligkeit der LED-Beleuchtungseinrichtung
mehr Strom in der Erwartung zuzuführen, damit den Helligkeitsabfall einzelner oder
mehrerer Farben zu kompensieren. Mit einer Erhöhung der Stromzufuhr und damit der
Gesamtleistung der LED-Beleuchtungseinrichtung steigt die Temperatur weiter an, so
dass die Lichtausbeute weiter absinkt, bis einzelne oder mehrere LEDs überlastet und
damit zerstört werden oder eine hardwaremäßige Strombegrenzung eingreift.
[0181] Voraussetzung für die in Fig. 29 als Flussdiagramm dargestellte Farbregelung der
LED-Beleuchtungseinrichtung ist die Speicherung von Kalibrierdaten für N Farbtemperaturstützpunkte
und/oder einer Farborttabelle im Mikroprozessor der LED-Beleuchtungseinrichtung oder
der LED-Module mit Lichtstromanteilen der LED-Farben als Funktion der Farbtemperatur
(CCT) und/oder des Farborts (x, y), der Temperaturkennlinien Y = f(T
b) für jede LED-Farbe und der Helligkeit und des Farborts Y, x, y für jede LED-Farbe.
[0182] In einem ersten Schritt der Farbregelung werden die PWM-Faktoren PWM
A der LED-Farben für den gewünschten Farbort und die Helligkeit gegebenenfalls mittels
Interpolation ermittelt. In einem zweiten Schritt wird die Boardtemperatur T
b gemessen und in einem dritten Schritt die temperaturabhängigen PWM-Korrekturfaktoren
für jede Farbe aus den im Speicher hinterlegten Kennlinen

ermittelt, wobei als Wert Y
REL die lineare Näherungsfunktion, quadratische Näherungsfunktion oder Näherungsfunktion
dritten Grades gemäß vorstehender Beschreibung eingesetzt wird.
[0183] In einem vierten Schritt wird geprüft, ob die der LED-Beleuchtungseinrichtugn zugeführte
Gesamtleistung P
neu oder der individuelle LED-Strom I
neu einen vorgegebenen Maximalwert P
max bzw. I
max übersteigt. Ist dies der Fall, wird ein Cut-Off-Faktor kCutoff zur Strom- bzw. Leistungsbegrenzung
ermittelt, der für alle LED-Farben gültig ist und entsprechend

bestimmt wird.
[0184] Übersteigt die neue Gesamtleistung nicht dem vorgegebenen Maximalwert, so wird der
Faktor kCutoff = 1 gesetzt.
[0185] In einem fünften Schritt werden neue PWM-Faktoren PWM
T entsprechend

ermittelt und die LEDs mit den neuen PWM-Faktoren PWM
T angesteuert und anschließend zum ersten Verfahrensschritt der Ermittlung der PWM-Faktoren
für die PWM
A der LED-Farben zurückgekehrt.
[0186] Die im Rahmen der Kalibrierung gemessenen Grundhelligkeiten der Farbkanäle dienen
zur internen Helligkeitskorrektur der LED-Module. Damit werden sowohl die Helligkeitstoleranzen
der LED-Chips als auch Toleranzen in der Elektronik kalibriert. Aus diesen Werten
werden dann im Rahmen der Kalibrierung des LED-Beleuchtungssystems die farbabhängigen
Helligkeitskorrekturfaktoren kY ermittelt und gespeichert. Die während der Kalibrierung
für jede Farbe ermittelten Helligkeiten werden über die vorab im Labor als repräsentativ
ermittelten Temperaturkennlinien auf die Arbeitstemperatur T
n umgerechnet.
[0187] Im Rahmen der Scheinwerferkalibrierung werden von allen angeschlossenen LED-Modulen
die internen Grundhelligkeiten Y gelesen und aus ihnen, bezogen auf das LED-Modul
mit der geringsten Helligkeit die Helligkeitskorrekturfaktoren kY für alle LED-Module
berechnet und hinterlegt. Sie dienen zur internen Helligkeitskorrektur der LED-Module.
Die von einem externen Controller erhaltenen PWM-Befehle werden intern in den LED-Modulen
mit dem Helligkeitskorrekturfaktor kY multipliziert, so dass alle angeschlossenen
LED-Module die gewünschte Farbe mit derselben Helligkeit darstellen.
[0188] Die Helligkeitskorrekturfaktoren kY werden bei der Kalibrierung der LED-Beleuchtungseinrichtung
für jeden Kanal wie folgt berechnet:

wobei Y
min das Minimum der Grundhelligkeiten Y aller angeschlossenen LED-Module ist.
[0189] Die Parameter für die Temperaturkennlinien unter Anwendung einer Näherungsfunktion
dritten Grades werden so gewählt, dass für jede Farbe die relative Helligkeit für
die Arbeitstemperatur T
n und PWM = 1 auf 1 normiert wird. Der Polynomkoeffizient a beträgt dabei 1. Da die
Temperaturkennlinien vom Spitzenstrom abhängen, muss im Falle einer Spitzenstromumschaltung
auf das jeweilige Parameterset zurückgegriffen werden. Auf die Arbeitstemperatur T
n sind alle helligkeitsbezogenen Kalibrierdaten normiert.
[0190] Die maximale Sperrschichttemperatur der LED-Chips gibt den in der LED-Beleuchtung
hinterlegten Wert für eine Abschalttemperatur bzw. eine maximale Boardtemperatu an,
der unter dem Grenzwert für die maximale Sperrschichttemperatur der LED-Chips liegen
muss.
[0191] Bei Überschreitung der maximalen Boardtemperatur T
max muss die Gesamtleistung des LED-Moduls solange gleichmäßig reduziert werden, bis
die Boardtemperatur T
b kleiner oder gleich T
max ist. Die Leistungsreduzierung erfolgt über den farbunabhängigen Leistungsfaktor k
P.
[0192] Für die Berechnung der modulintern anzuwendenden Dimmfaktoren bzw. PWM-Signale wird
wie folgt vorgegangen.
- a) Berechnung der relativen Helligkeit Yrel, in Abhängigkeit von der gemessenen Boardtemperatur
Tb und einer auf den Wert Y=1 bei der Boardtemperatur Tn normierten Kurve Y = f(Tb)
sowie des PWM-Signals:



einer leistungsabhängige Korrektur, die typisch zwischen -10 und -30°C liegt.
Normierung der leistungskorrigierten Kennlinie auf 1 für die Arbeitstemperatur Tn:

- b) Ermittlung des temperaturabhängigen Korrekturfaktors kT (je Kanal):

- c) Ermittlung der Leistungsreduzierung kP zur Einhaltung bzw. Unterschreitung der max. Boardtemperatur (je Modul):
Bei Überschreitung der maximalen Boardtemperatur Tmax muss die Gesamtleistung des
Moduls solange gleichmäßig reduziert werden, bis Tb <= Tmax. Die Leistungsreduzierung
erfolgt über den farbunabhängigen Leistungsfaktor kP.
Die Zeitkonstante tP (% / s) beschreibt dabei die Geschwindigkeit für die Leistungsreduzierung und m deren
Steigung.
Beim Modulstart beträgt kP = 1
Ist Tb > Tmax, so wird die Soll-Leistung um folgendem temperaturabhängigen Faktor
reduziert:

(Reduzierung mit Zeitkonstante tP)
Fällt Tb unter Tmax, so kann die Leistung wieder erhöht werden:

(Erhöhung mit Zeitkonstante tP)
Alternativ kann der Scheinwerfer bei Überschreiten der Grenz- bzw. Shutofftemperatur
anstatt gedimmt auch abgeschaltet werden, wenn keine Helligkeitsänderung während des
Betriebs erlaubt ist. In diesem Fall beträgt

Der Leistungsfaktor kP beträgt maximal kP = 1
- d) Ermittlung der temperaturbedingt theoretisch erforderlichen Dimmfaktoren bzw. PWM-Signale
je Kanal:

PWMtheo, max = Maximum der für alle Farben ermittelten PWM-Anteile PWMtheo
- e) Ermittlung der darstellbaren relativen Helligkeit des Moduls Yrel je LED-Modul:
Wenn PWMtheo,max <= 1, dann: Yrel modul = kP
Wenn PWMtheo,max ≥ 1, dann: Yrel modul = kP/PWMtheo, max
- f) Daten für einen Gruppenangleich:
Alle angeschlosenen LED-Module erhalten von einer zentralen Leistungsteuereinheit
den Befehl SetGroupBrightness, wodurch ihnen die relative Helligkeit des temperaturbedingt
dunkelsten LED-Moduls im Scheinwerfer mitgeteilt. Alle anderen LED-Module gleichen
ihre Helligkeit auf diese Helligkeit an, um temperaturbedingte Helligkeitsgradienten
zu vermeiden.
Für den Gruppenangleich sendet jedes LED-Modul seine darstellbare relative Helligkeit
Yrel, Modul an die zentrale Leistungsteuereinheit, die die Helligkeit des (temperaturbedingt)
dunkelsten LED-Modul bestimmt und diese als Yrel, Group an alle LED-Module sendet, damit diese ihre Helligkeit darauf angleichen (reduzieren)
können:

- g) Gruppenangleich LED-Module
Jedes LED-Modul gleicht seine Helligkeit auf die Gruppenhelligkeit an.
Der Faktor kGroup für den Gruppenangleich berechnet sich wie folgt; der Defaultwert für kGroup beträgt 1

- h) Berechnung der internen Dimmfaktoren bzw. PWM-Signale

Anschließend leuchten alle LED-Module derselben Farbe mit übereinstimmender Helligkeit.
[0193] Zur Leistungsstabilisierung innerhalb eines Scheinwerfers ist es erforderlich, die
errechneten relativen Lichtstromanteile pro Grundfarbe zu normieren. Wird der Scheinwerfer
z.B. so angesteuert, dass die PWM-Signale auf den Maximalwert PWMmax=1 normiert werden,
so wird jeweils die maximal mögliche Helligkeit erreicht. Dies ist jedoch nicht sinnvoll,
da zum einen die Helligkeit einer eingestellten Farbe über die Betriebstemperatur
konstant sein sollte, was mit Hilfe der Temperatur-Helligkeits-Kennlinien sehr einfach
kompensiert werden kann. Zum anderen kann jedoch je nach Kühlung des Scheinwerfers
die damit erzeugte LED-Leistung zu hoch sein, so dass der LED-Scheinwerfer schon bald
seine oberste Grenztemperatur (Shutofftemperatur) erreicht und sich ausschalten würde.
Bei passiver Kühlung muss der Scheinwerfer in der Regel mit einem internen Dimmfaktor
betrieben werden, um nicht zu heiß zu werden. Dieser interne Dimmfaktor hängt jedoch
sehr stark vom Mischungsverhältnis der LED-Farben und damit von der Farbtemperatur
bzw. vom Farbort ab.
[0194] Das für eine beliebige Farbe bzw. einen Farbmodus berechnete relative Lichtstromverhältnis
wird daher auf eine maximale LED-Leistung P
max (W) bezogen, die im Speicher des Scheinwerfers hinterlegt wird.
[0195] Um die aktuelle Leistung einer eingestellten Farbmischung zu berechnen und auf P
max normieren zu können, wird für jeden Farbkanal die Leistungen P
i(W) @PWM=1 während der Kalibrierung im Scheinwerfer hinterlegt.
Kompensation der temperaturbedingten Farbshift bei LED-Modulen
[0196] Bei aus LED-Modulen aufgebauten Scheinwerfern ist eine Änderung der Farbtemperatur
in Abhängigkeit von der Temperatur zu beobachten. Das Ausmaß beträgt ca. 300 K für
die Einstellungen 3200 K und 5600 K. Dieser Effekt ist auf die temperaturbedingte
Verschiebung der dominanten Wellenlängen, insbesondere der roten und gelben LEDs,
zurückzuführen. Da eine Kalibrierung mit einer Messung der Spektren und Berechnung
der erforderlichen Lichtstromanteile im warmen Zustand erfolgt, der Scheinwerfer aber
während des Aufheizens oder im gedimmten Zustand eine niedrigere Temperatur aufweist,
bewirkt eine spektrale Verschiebung eine Erhöhung der Farbtemperatur.
[0197] Die entsprechend den vorstehend beschriebenen Verfahren in den LED-Modulen implementierte
Temperaturkompensation kompensiert lediglich die Helligkeiten und sorgt dafür, dass
die relativen Lichtstromanteile der Farbmischung über die Temperatur konstant bleiben.
Die in den Fig. 30 und 31 dargestellten Spektren veranschaulichen die Unterschiede
der kalten und warmen Spektren für die Einstellung 3200K (Fig. 30) und 5600K (Fig.
31), die bei NTC-Temperaturen von 70°C und 25°C gemessen wurden und die mit der bisher
implementierten Methode der konstanten Lichtstromanteile auftreten. Die temperaturbedingte
Farbverschiebung verläuft hierbei nicht exakt entlang des Planckschen Kurvenzugs,
besonders bei geringen Farbtemperaturen treten Abweichungen von bis zu 5 Schwellwerteinheiten
vom Planckschen Kurvenzug auf. Aus diesem Grunde wird erfindungsgemäß nicht nur die
CCT-Abweichung, sondern auch die Farbortabweichung (dx, dy) kompensiert.
[0198] Fig. 32 zeigt die CCT-Abweichung kalt-warm in Abhängigkeit von der Farbtemperatur,
Fig. 33 die Farbortabweichung dx, dy (kalt-warm) in Abhängigkeit vom Zielfarbort x
für Zielfarbörter x,y entlang des Planckschen Kurvenzugs im Farbtemperaturbereich
zwischen 2200 K und 24000 K und Fig. 34 die optimalen Lichtstromanteile warm und kalt
als Funktion der Farbtemperatur CCT.
[0199] Für die Kompensation der Farbverschiebung bzw. Farbshift sind folgende Methoden auf
der Scheinwerferebene möglich:
- a) Eingabe eines Ausgleichsalgorithmus für die Farbtemperaturkorrektur ACCT = f(CCT,
TNTC) in Verbindung mit Kalibrierdaten für eine NTC-Temperatur. Dieses Kompensationsverfahren
ist einfach durchzuführen aber vergleichsweise ungenau, da Abweichungen vom Planckschen
Kurvenzug nicht kompensiert werden, und ist nur für Farbtemperatureinstellungen, nicht
aber für beliebige Farborte, beispielsweise nicht für Effektfarben, anwendbar.
Der Ausgleichsalgorithmus für die Farbtemperaturkorrektur kann experimentell oder
mathematisch ermittelt werden. Bei einer experimentell Ermittlung werden für einen
Scheinwerfer die optimalen Lichtstromanteile für verschiedene CCT-Stützpunkte im warmen
Betriebszustand (TNTC warm), sowie die Helligkeits-Temperaturkennlinien ermittelt und der Scheinwerfer im kalten
Zustand (TNTC kalt) auf verschiedene Soll-Farbtemepraturen eingestellt. Anschließend wird die Farbtemperatur
des emittierten Lichts gemessen und die Differenz zwischen der Zielfarbtemperatur
und der gemessenen Farbtemperatur in Abhängigkeit von der Zielfarbtemperatur aufgetragen.
Für diese Wertepaare wird eine Näherungsfunktion, beispielsweise ein Polynom, ermittelt.
Bei mathematischer Ermittlung eines Ausgleichsalgorithmus für die Farbtemperaturkorrektur
wird davon ausgegangen, dass von einem Scheinwerfer die optimalen Lichtstromanteile
für verschiedene CCT-Stützpunkte im warmen Betriebszustand (TNTC warm) vorliegen. Dann werden im kalten Betriebszustand (TNTC kalt) die Spektren der Einzelfarben gemessen und diese "Kalt-Spektren" anhand der für
den warmen Betriebszustand TNTC warm ermittelten Lichtstromanteile für verschiedene CCT-Stützpunkte gemischt und die Farbtemperatur
aus dem so erhaltenen Mischspektrum berechnet. Die Differenz zwischen der Zielfarbtemperatur
und der aus den Kalt-Spektren berechneten Farbtemperatur wird in Abhängigkeit von
der Zielfarbtemperatur aufgetragen. Für diese Wertepaare wird eine Näherungsfunktion
(z.B. Polynom) ermittelt.
Die so gewonnene Näherungsfunktion stellt die anzuwendende Farbtemperaturkorrektur
ΔCCTkalt in Abhängigkeit von der Zielfarbtemperatur für einen kalten Scheinwerfer dar. Typischerweise
wird die NTC-Temperatur im Betrieb zwischen TNTC warm und TNTC kalt liegen. Die in Abhängigkeit von der Zielfarbtemperatur ermittelte Farbtemperaturkorrektur
ΔCCTkalt (CCTZiel) wird entsprechend dem aktuellen TNTC-Wertes linear interpoliert:

Die Software gibt dem Scheinwerfer dann anstelle der gewünschten Zielfarbtemperatur
die um den Wert ΔCCT(CCTZiel, TNTC) korrigierte Farbtemperatur vor.
Die Methode der Farbtemperaturkorrektur führt zu korrekten ähnlichsten Farbtemperaturen
des emittierten Lichts bei verschiedenen NTC-Temperaturen. Sie ist jedoch nicht in
der Lage, eventuell zusätzlich auftretende Farbabweichungen vom Planckschen Kurvenzug
zu kompensieren, da die zu kompensierende Farbverschiebung durch die temperaturbedingte
Verschiebung der dominanten Wellenlängen selten zufällig exakt entlang des Planckschen
Kurvenzugs verläuft.
Alternativ können die optimalen Lichtstromanteile auch für den kalten Betriebszustand
ermittelt werden und die Korrekturfunktion anhand der Spektren bzw. der Messdaten
des Scheinwerfers im warmen Betriebszustand ermittelt werden.
- b) Eingabe eines Ausgleichsalgorithmus zur Farbortkorrektur Δx und Δy = f(xZiel, TNTC) oder Δx und Δy =f(CCTZiel, TNTC) und der Kalibrierdaten für eine NTC-Temperatur. Auch dieses Kompensationsverfahren
ist einfach durchführbar, funktioniert aber für die Korrektur des Farborts, beispielsweise
für eine maximale Helligkeit. Es liefert aber nicht optimale Lichtstromanteile und
birgt die Gefahr für eine CRI-Verschlechterung. Darüber hinaus ist es nur für eine
Farbtemperatureinstellung, nicht aber für beliebige Farborte,z.B. für Effektfarben,
anwendbar.
Dieses Kompensationsverfahren benötigt zwei Korrekturfunktionen für die Normfarbwertanteile
x und y. Die Korrekturfunktionen für die Farbortkorrektur können analog des Ausgleichsalgorithmus
für die Farbtemperatur entweder experimentell oder mathematisch ermittelt werden.
Die in Abhängigkeit des Zielfarborts ermittelten Farbortkorrekturen Δx, Δykalt (CCTZiel) werden entsprechend dem aktuellen TNTC-Wert linear interpoliert:

Die Software gibt dem Scheinwerfer dann anstelle des Farborts der gewünschten Zielfarbtemperatur
die um die Werte Δx(CCTZiel, TNTC) und Δx(CCTZiel, TNTC) korrigierten Farborte vor.
Auch hier können alternativ die optimalen Lichtstromanteile für den kalten Betriebszustand
ermittelt werden und die Korrekturfunktionen anhand der Spektren bzw. der Messdaten
des Scheinwerfers im warmen Betriebszustand ermittelt werden.
Die beschriebene Methode der Farbortkorrektur führt zu korrekten Farborten entlang
des Planckschen Kurvenzugs des emittierten Lichts bei verschiedenen NTC-Temperaturen.
Gewünschte Farbtemperaturen können damit exakt entlang des Planckschen Kurvenzugs
eingestellt werden.
Da bei dieser Farbortkompensation dem hinterlegten optimalen Lichtstromverhältnis
einige Farben zugemischt werden müssen und es bei mehr als 3 Kanälen hierfür teilweise
theoretisch unbegrenzt viele Kombinationsmöglichkeiten gibt, erfolgt das Zumischen
an Farben unter Umständen ungünstig in Bezug auf eine optimale Farbwiedergabe und
Mischlichtfähigkeit mit Film. Diese Unsicherheit wird mit dem nachstehend unter c)
beschriebenen Kompensationsverfahren gelöst.
- c) Interpolation optimale Mischung = f(CCT, TNTC) und Farbort = f(TNTC) und Ermittlung der Kalibrierdaten (optimale Mischung und Farborte) für zwei NTC-Temperaturen.
[0200] Diese Kompensationsverfahren ergibt den besten Farbwiedergabeindex (CRI), stellt
die genaueste (x, y) Methode für die farbwiedergabeoptimierten und helligkeitsoptimierten
Mischungen, die genaueste (x, y) Methode für Mischungen dar und ist für beliebige
Farborte anwendbar. Es bedingt jedoch einen höheren Aufwand für die Softwareentwicklung
(Kalibrierung, Scheinwerfer, Farbmetrik).
[0201] Der Zeitaufwand während der Scheinwerferkalibrierung erhöht sich nur marginal. Ohne
Einsatz dieses Kompensationsverfahrens würde der Scheinwerfer im warmen und damit
typischen Betriebszustand kalibriert, wobei sich der Zeitaufwand für die Kalibrierung
im Wesentlichen aus dem Einsetzen des Scheinwerfers in die Messvorrichtung, Anschluss
des Scheinwerfers an die Versorgung und Steuergeräte sowie das Starten der Kalibriersoftware
und der Aufheizdauer auf die Kalibriertemperatur T
NTC warm zusammensetzt. Die eigentliche Erfassung der Spektren erfolgt in Sekundenschnelle.
Bei dem Kompensationsverfahren c) werden lediglich vor Beginn der Aufheizphase die
"Kalt-Spektren" miterfasst und von der Software entsprechend verarbeitet, was innerhalb
weniger Sekunden erfolgen kann und vom Benutzer keine zusätzlichen Aktivitäten erfordert.
[0202] Diese Methode kann für folgende Modi eingesetzt werden:
- a. Einstellung einer gewünschten Farbtemperatur mit bestmöglicher Farbwiedergabe und
Mischlichtfähigkeit, d.h. farbwiedergabeoptimiert.
Bei der Kalibrierung werden die Spektren der Grundfarben im kalten (TNTCkalt) sowie warmen (TNTC warm) Zustand erfasst und jeweils die optimalen Lichtstromanteile der verwendeten LED-Farben
für einige CCT-Stützpunkte berechnet und im Scheinwerfer oder Steuergerät hinterlegt:
Yrel_warm (CCT) optimale Lichtstromanteile in Abh. der CCT für TNTC warm
Yrel_kalt (CCT) optimale Lichtstromanteile in Abh. der CCT für TNTC kalt
Diese optimalen Lichtstromanteile führen sowohl im kalten als auch im warmen Zustand
zu farbwiedergabeoptimierten Lichtmischungen, die exakt den Farbort der gewünschten
Farbtemperatur treffen.
Für NTC-Temperaturen ungleich TNTC warm oder TNTC kalt kann die optimale Mischung durch Interpolation erhalten werden:

Soll eine Farbtemperatur eingestellt werden, die zwischen zwei CCT-Stützpunkten liegt,
so werden die Mischungen der beiden CCT-Stützpunkte wie vorstehend beschrieben für
die aktuelle NTC-Temperatur berechnet und anschließend so zwischen den beiden CCT-Stützpunkten
interpoliert, dass die gewünschte Zielfarbtemperatur erreicht wird.
- b. Einstellung beliebiger Farborte bzw. Effektfarben mit bestmöglicher Lichtausbeute
bzw. Helligkeit, d.h. helligkeitsoptimiert.
[0203] Für die Berechnung beliebiger helligkeitsoptimierter Farborte, die sowohl "weiße"
Farborte mit einer beliebigen Farbtemperatur als auch beliebige Effektfarben sein
können, die innerhalb des darstellbaren LED-Gamuts liegen, werden gemäß der Gesetzmäßigkeiten
der additiven Farbmischung nur die Normfarbwerte X, Y, Z der verwendeten Grundfarben
benötigt. Die Normfarbwerte X, Y, Z können mit Hilfe der allgemein bekannten Formeln
der Farbmetrik aus dem Farbort x, y und dem helligkeitsproportionalen Wert Y berechnet
werden, so dass es genügt, die Werte x, y und Y in Abhängigkeit von der NTC-Temperatur
zu kennen.
[0204] Bei Anwendung der Helligkeits-Temperaturkennlinien kann davon ausgegangen werden,
dass der Normfarbwert Y konstant bleibt. Es genügt also, nur die Werte x, y in Abhängigkeit
von der NTC-Temperatur zu hinterlegen.
[0205] Bei der Kalibrierung werden dafür aus den "Kalt-Spektren" und den "Warm-Spektren"
der LED-Grundfarben deren Normfarbwertanteile berechnet und zusammen mit dem Helligkeitswert
Y im Speicher des Scheinwerfers oder Steuergerätes hinterlegt:
Für die Berechnung der Mischungen zur Einstellung beliebiger Farben mit maximaler
Helligkeit können die hierfür benötigten Farbvalenzen der Grundfarben in Abhängigkeit
von der aktuellen NTC-Temperatur durch lineare Interpolation berechnet werden:

Y(T
NTC) = Y
warm gemäß der angewandten Temperatur-Helligkeitskennlinien
[0206] Fig. 35 zeigt eine Grafik der gemessenen Farbtemperatur eines 5-Kanal-LED-Moduls
in Abhängigkeit von der NTC-Temperatur für die Einstellung CCT=3200 K mit implementierter
Korrektur der Spektralshift nach Methode c) und Fig. 36 eine Grafik der gemessenen
Farbtemperatur eines LED-Moduls in Abhängigkeit der NTC-Temperatur für die Einstellung
CCT = 5600 K mit implementierter Korrektur der Spektralshift nach Methode c) im Vergleich
zum Verhalten ohne Korrektur der Spektralshift bei alleinigem Wirken der Temperaturkompensation.
[0207] Wie vorstehend ausgeführt, sind für jede LED-Grundfarbe die Kennlinien Y
rel = f(T
NTC, PWM
i) implementiert:

wobei
- Y(T_NTC)
- Helligkeit in Abhängigkeit der NTC-Temperatur
- A, B, C, D
- Polynomkoeffizienten der Kennlinien
- TNTC
- aktuelle NTC-Temperatur
- Tn
- Arbeitstemperatur Werden die Kurven auf Y(T_NTC)=1 @ TNTC=Tn normiert, so beträgt der Polynomkoeffizient A=1.
- dT
- Korrekturwert in Abhängigkeit der aktuellen LED-Leistung
- E
- "Leistungsparameter"
- PWM
- LED-PWM-Ansteuersignale
[0208] Der Mikrocontroller errechnet für jede Farbe während des Scheinwerferbetriebs in
Abhängigkeit der aktuellen NTC-Temperatur den Temperatur-Korrekturfaktor kT = 1 /
Y(
T_NTC). Die für die Einstellung einer gewünschten Farbe errechneten PWM-Signale werden
mit dem für jede Farbe berechneten Korrekturfaktor kT multipliziert. Damit wird die
Helligkeit der Farben über die Betriebstemperatur konstant gehalten.
[0209] Dabei werden fplgende Effekte berücksichtigt:
Temperaturabhängigkeit der Helligkeit pro Farbe mit leistungsabhängiger Temperaturkorrektur_der
Kennlinien ("Leistungsparameter E" in Verbindung mit der internen PWM)
[0210] Die Kurven werden durch ein Polynom 3. Grades beschrieben Koeffizienten der Temperaturkennlinie:
A, B, C, D sowie Leistungsparameter E.
[0211] Da bei gleichem Dimmgrad (PWM) und gleicher Stromansteuerung die LED-Leistung gleichfarbiger
LEDs auf Grund der Flussspannungstoleranzen variieren kann, weil die Temperaturdifferenz
zwischen dem am NTC gemessenen Wert und der Sperrschicht der LEDs von der Flussspannung
abhängig ist, wird eine Korrektur durchgeführt, bei der die leistungsabhängige Temperaturkorrektur
individuell für jedes LED-Modul in Abhängigkeit von der individuellen LED-Flussspannungen
UF berechnet wird.
[0212] Aus der allgemein bekannten Formel für den thermischen Widerstand Rth = dT / dP folgt,
dass die Temperaturdifferenz zwischen NTC und Sperrschicht direkt proportional zur
übertragenen Leistung ist. Die LED-Leistung wiederum ist direkt proportional zur Flussspannung:
P = UF * I Daraus folgt, dass die Temperaturdifferenz zwischen dem NTC und der Sperrschicht
dT direkt proportional zur Flussspannung der LEDs ist: dT ∼ UF.
[0213] Der empirisch für ein typisches LED-Modul ermittelte Leistungsparameter E ist somit
direkt proportional zur Flussspannung UF der LEDs. Weicht die Flussspannung der individuellen
LED von derjenigen LED ab, für welche die Kennlinien ermittelt worden sind, so kann
die Formel 9 wie folgt erweitert werden:

[0214] Dabei ist
- UF:
- Flussspannung der LED-Farbe des individuellen LED-Moduls
- Ugemessen:
- Flussspannung der LED-Farbe des LED-Moduls, an welchem die typischen Helligkeits-Temperaturkennlinien
aufgenommen worden sind.
[0215] Die individuelle Flussspannung UF hängt zudem in geringem Maße von der Temperatur
ab. Sie kann entweder
- näherungsweise als konstant betrachtet werden und z.B. während der Kalibrierung einmalig
ermittelt und hinterlegt werden oder
- sie wird in einer genaueren Methode während des Scheinwerferbetriebs vom Mikrocontroller
gemessen oder
- der während der Kalibrierung ermittelte Wert wird in Abhängigkeit von der aktuellen
NTC-Temperatur korrigiert. In den Datenblättern der LED-Hersteller finden sich die
entsprechenden Daten dUF / dT.
[0216] Zur Ermittlung der Temperaturkennlinien in Abhängigkeit vom Dimmgrad (PWM) und der
Flussspannung sind somit folgende, im Flussdiagramm gemäß Fig. 37 schematisch dargestellte
Verfahrensschritte vorgesehen, wobei alle auszuwertenden Grafiken auf Y=1 bei Arbeitstemperatur
T
NTC=Tn normiert sein müssen.
1. Durchführung der Messungen (mit Spektrometer)
| YPWM100 = f(TNTC) |
Helligkeit = f(Temperatur) für PWM=100% |
| YPWM20 = f(TNTC) |
Helligkeit = f(Temperatur) für PWM=20% |
| Ugemessen |
Flussspannung bei 25°C |
2. Normierung der gemessenen Kennlinien auf Y=1 bei T
NTC=T
n (z.B.75°C)
3. Mathematische Ermittlung der temporären Polynomkoeffizienten B
temp, C
temp, D
temp für gemessene Kurve PWM=100 aus 4 Stützpunkten für ein Polynom 3. Grades der Form

Der Koeffizient A beträgt dabei 1 durch die vorangehende Normierung auf Y=1 bei T
NTC=T
n
4. Experimentelle Ermittlung von dT
PWM20 für die gefittete Kurve PWM=20

(Parameter dT wird dabei solange variiert, bis diese Formel eine optimale Annäherung
an die gemessene Kurve PWM=20 ergibt.)
5. Extrapolation von dT
PWM20 auf dT
PWM0 : dT
PWM0 = 5/4*dT
PWM20
6. Ermittlung Polynomkoeffizienten B
1,C
1,D
1 für die vorangehend extrapolierte Kurve mit PWM=0
4 Stützpunkte aus folgender Kurve:

ergeben die neue Gleichung für PWM=0

7. Experimentelle Ermittlung von dT
PWM100 für die gemessene Kurve PWM=100 (mit Polynomkoeffizienten B
1,C
1, D
1)

(Parameter dT variieren, bis optimale Annäherung an die gemessene Kurve PWM=100)
8. Ermittlung des temporären Leistungsparameters E
temp
Ansatz: dT
PWM100 = E
temp* PWM
-> E
temp = dT
PWM100 / PWM
9. Ermittlung des allgemeinen Leistungsparameters E
1
Ansatz: dT(U
F) = E
temp * U
F/U
gemessen * PWM
= E
temp/U
gemessen * U
F * PWM
= E
1 * U
F * PWM
Daraus folgt: E
1 = E
temp/U
gemessen
Soll die individuelle Flussspannung nicht berücksichtig werden, so ist E1=Etemp
10. Die allgemeinen Temperaturkennlinien in Abhängigkeit von der PWM sowie der Flussspannung
lauten nun:

[0217] Betrachtet man die Helligkeits-Temperaturkennlinien für die Farben gelb...orange...rot,
so erkennt man, dass die Kurven für gelb (ca. 590 nm) am steilsten verlaufen, für
orange bis rot (ca. 620 nm) zunehmend flacher. Die an einem LED-Modul mit gelben (dominante
Wellenlänge 592 nm) und roten (dominante Wellenlänge 620 nm) gemessene Helligkeitsänderung
zwischen Y(20°C)/Y(74°C) weist den Faktor 1,80 für die roten bzw. 3,19 für die gelben
LEDs auf. Dazwischen liegen lediglich 28 nm Unterschied in der dominanten Wellenlänge.
Daraus ist offensichtlich, dass sich bereits typische Toleranzen der dominanten Wellenlängen
von wenigen Nanometern stark auf die tatsächlichen Helligkeits-Temperaturkennlinien
auswirken.
[0218] Aus diesem Grunde wird erfindungsgemäß eine Korrektur bzw. Anpassung der hinterlegten
Temperatur-Koeffizienten in Abhängigkeit von der dominanten Wellenlänge, insbesondere
für AllnGaP-Chips (amber, rot) durchgeführt, wobei die Kennlinien individuell für
jedes LED-Modul_an die individuellen dominanten Wellenlängen angepasst werden.
[0219] Die Korrektur der Helligkeits-Temperaturkennlinien um diesen Effekt kann nach folgendem
Prinzip erfolgen:
- Im Labor werden pro Farbe mehrere Helligkeits-Temperatur-Kennlinien an LED-Modulen
verschiedener dominanter Wellenlänge aufgenommen
- Daraus werden für jede Farbe die Polynomparameter A...E in Abhängigkeit von der dominanten
Wellenlänge bestimmt.
- Im Rahmen der LED-Modulkalibrierung werden von jedem LED-Modul im kalten Zustand die
Spektren der LED-Farben sowie die zugehörige NTC-Temperatur erfasst. Dies kann im
Rahmen der Modulkalibrierung und -selektion erfolgen und stellt in der Regel keinen
zusätzlichen Aufwand dar. Aus dem Spektrum werden die dominanten Wellenlängen je Farbe
berechnet. Die vorab an einzelnen Modulen ermittelten Polynomparameter A....E werden
entsprechend der Abweichung der individuellen dominanten Wellenlängen des zu kalibrierenden
Moduls zur dominanten Wellenlänge des Moduls, von dem die Kennlinien ermittelt worden
sind, korrigiert.
[0220] Die Umrechnung der Polynomparameter auf eine LED mit bestimmter dominanter Wellenlänge
kann durch lineare Interpolation der Polynomparameter zweier bekannter Kurven zweier
LEDs mit verschiedenen dominanten Wellenlängen auf die neue dominante Wellenlänge
erfolgen. Die genauesten Ergebnisse erhält man, wenn die dominanten Wellenlängen der
Originalkurven sowie die dominante Wellenlänge, auf die umgerechnet werden soll, möglichst
nahe beisammen liegen. Dabei darf nicht zwischen gegebenen Kurven verschiedener LED-Technologien
wie AlInGaP und InGaN interpoliert werden.
[0221] Wenn man beispielsweise die Kurve samt Polynomparameter A...D für ein Polynom 3.
Grades für eine gelbe LED mit dominanter Wellenlänge I_dom_gelb1 benötigt, so benötigt
man zusätzlich die Kurve samt Polynomparameter A...D für eine ähnliche LED mit abweichender
dominanter Wellenlänge I_dom_gelb2 (mit etwas größerer Unsicherheit auch orange oder
rot). Die Polynomparameter A...D für eine gelbe LED mit dominanter Wellenlänge I_dom_gelb3
erhält man dann durch lineare Interpolation der Polynomparameter für die Kurven mit
I_dom_gelb1 bzw. I_dom_gelb2 in Abh. der Wellenlängendifferenz.
[0222] Das prinzipielle Vorgehen zeigt Fig. 38 anhand der Originalkurven für eine gelbe
und eine rote LED sowie die daraus abgeleiteten Kurven für zwei theoretische gelbe
LEDs, deren dominante Wellenlängen um +/- 3 nm von der ursprünglichen gelben Kurve
abweichen.
[0223] Vorteil dieser Methode ist, dass im Scheinwerferbetrieb die Helligkeit jedes LED-Moduls
dann entsprechend seiner individuell gültigen Temperatur-Helligkeitskennlinie konstant
gehalten werden kann, ohne dass diese individuell und messtechnisch in zeitraubenden
Messungen der Helligkeit über die Temperatur ermittelt werden muss. Für die Ermittlung
der individuellen Temperatur-Helligkeitskennlinie genügt es stattdessen, diese Kurve
für ein "typisches" LED-Modul zu kennen und des weiteren die Spektren der individuellen
LED-Module im
kalten Zustand zu erfassen, was mit äußerst geringem Zeitaufwand möglich ist und typischerweise
sowieso im Rahmen der Kalibrierung erfolgen würde.
[0224] Diese Methode kann natürlich für sämtliche LED-Farben angewendet werden. Der stärkste
Effekt wird jedoch für die AllnGaP-Farben gelb...orange...rot auftreten.
Lichtausbeutestabilisierung
[0225] Da durch das temperaturabhängige Nachführen der farbwiedergabeoptimierten Mischungen
sich die Lichtausbeute der Mischungen und damit die Helligkeit ändert und zudem die
individuellen hinterlegten optimalen Lichtstromanteile der farbwiedergabeoptimierten
Mischungen bei verschiedenen Scheinwerfern Mischungen mit verschiedener Lichtausbeute
und damit verschiedenen Helligkeiten entstehen lassen können, werden zur Erweiterung
der Helligkeitsstabilisierung und zum Angleichen mehrerer Scheinwerfer an einen farbwiedergabeoptimierten
Weißmodus über die Lichtausbeute zwei Methoden zur Farb- und Helligkeitsstabilisierung
angewandt:
- Lichtausbeutenomierung in Abhängigkeit der Boardtemperatur
- Lichtausbeute-Setangleich zwischen verschiedenen Scheinwerfern
[0226] Zunächst wurden also zum einen für die Farb- und Helligkeitsstabilisierung die von
der Pulösweitenmodulation abhängigen Helligkeits-Temperaturkennlinien eingesetzt und
die für den warmen Betriebszustand berechneten Lichtstromanteile einer Farbmischung
für verschiedene NTC-Temperaturen konstant gehalten.
[0227] Zum andern wurde eine "Leistungsnormierung" eingeführt, um für jede Farbmischung
die maximale LED-Leistung bei Erreichen des warmen Betriebszustands konstant zu halten.
Damit wird ein vorzeitiges Erreichen bzw. Überschreiten einer Abschalttemperatur verhindert.
Mit Hilfe der Leistungsnormierung (z.B. 5 W LED-Leistung pro Modul) wird für jede
eingestellte Farbmischung ein individueller "interner" Leistungs-Dimmfaktor berechnet
und angewandt. Jede Farbmischung kann damit mit optimaler Helligkeit bzw. optimalem
internem Dimmfaktor eingestellt werden, ohne dass bei normalen Umgebungsbedingungen
die Shutofftemperatur erreicht bzw. überschritten wird. Dabei erfolgt die Leistungsnormierung
gezielt für den warmen Betriebszustand, weil hier wegen der negativen Helligkeits-Temperaturcharakteristik
der LEDs ein höherer LED-Strom bzw. eine höhere LED-Leistung angewandt werden muss,
um die Helligkeit des Scheinwerfers über die Temperatur konstant zu halten. Bei Temperaturen
unterhalb der Abschalttemperatur wird der Scheinwerfer automatisch mit geringerer
Leistung betrieben. Um die Helligkeit konstant zu halten ohne dabei jemals eine höhere
Leistung als Pmax einstellen zu müssen, darf diese maximale Leistung erst bei der
Abschalttemperatur erreicht werden.
[0228] Mit beiden vorangehenden Methoden konnte jeder eingestellte Farbort mit jeweils höchst
möglicher als auch über die Betriebstemperatur konstanter Helligkeit eingestellt werden.
Die gemessenen Helligkeitsänderungen pro Farborteinstellung schwankten um weniger
als 1 % zwischen kalt und warm.
[0229] Nachteilig ist, dass sich auf Grund des spektralen Shifts der verwendeten LED-Grundfarben
über die Betriebstemperatur der eingestellte Farbort änderte. Das Ausmaß der Farbortänderung
hing vom Farbort sowie der jeweiligen Farbmischung ab und betrug in der Größenordnung
300 K zwischen kalt und warm, wobei sich bei höheren Temperaturen die Farbtemperatur
verringerte, da der Effekt der temperaturabhängigen Spektralshift insbesondere die
AllnGaP-LEDs im gelben bis roten Farbbereich ausgeprägt ist. Die Änderung der dominanten
Wellenlänge in Abhängigkeit beträgt ca. 0,1 nm/K für gelbe, orange und rote AllnGaP-LEDs.
Abhilfe erfolgte über die vorstehend beschriebene Kompensation der temperaturabhängigen
Spektralshift im Wesentlichen durch Duplizierung der Kalibrierdaten für den warmen
auf den kalten Zustand und temperaturabhängiger linearer Interpolation. Dieser Algorithmus
konnte die Farbortkonstanz über die Betriebstemperatur gravierend verbessern.
[0230] Mit der Kompensation der Spektralshift entstanden jedoch trotz Leistungsnormierung
und Anwendung der Helligkeits-Temperaturkennlinien teils massive Lichtstromänderungen
einer eingestellten Farbe bis weit über 10 % zwischen kaltem und warmem Betriebszustand.
Ausmaß als auch Richtung der Helligkeitsänderung sind abhängig vom gewählten Farbort
bzw. der Farbmischung und konnten somit nicht ohne weiteres bestimmt bzw. kompensiert
werden.
[0231] Der Grund für diese Helligkeitsänderungen bei konstantem Farbort ist, dass sich durch
das temperaturabhängige Nachführen der Lichtstromanteile bzw. der Änderung der Gewichte
der einzelnen LED-Grundfarben die Lichtausbeute der jeweiligen Mischung mit der Betriebstemperatur
ändert. Dieser Effekt ist völlig unabhängig vom Helligkeits-Temperaturverhalten der
LEDs. Die bisher angewandte Normierung dieser sich mit der Temperatur ändernden Mischungen
auf eine konstante LED-Gesamtleistung führte durch die sich ändernde Lichtausbeute
der LED-Mischungen zwangsläufig zu nicht konstanten Helligkeiten.
[0232] Dieses Problem wird durch eine erweiterte Helligkeitsstabilisierung über die Lichtausbeute
wie folgt gelöst:
Für alle im Speicher hinterlegten optimalen Lichtstromanteile der CCT-Stützpunkte
werden zusätzlich die zugehörigen Lichtausbeuten für den warmen Betriebszustand η
NTC_warm(CCT, T
NTC_warm berechnet und im Speicher hinterlegt. Von den für abweichende Betriebstemperaturen
nachgeführten Mischungen wird während des Betriebs die aktuelle Lichtausbeute η
NTC(CCT, T
NTC) errechnet. Aus dem Verhältnis dieser beiden Werte wird der Lichtausbeute-Korrekturfaktor
kη = η
NTC_warm/ η
NTC berechnet und die Soll-PWM-Anteile der LED-Mischung mit diesem Faktor multipliziert.
Mit dieser Methode bleiben über die Betriebstemperatur sowohl Farbort als auch Helligkeit
konstant.
Lichtausbeute-Setangleich
[0233] Jeder Scheinwerfer sorgt durch die modulinterne Temperaturkompensation und die im
Scheinwerfer hinterlegten Kalibrierdaten Y,x,y (je Farbe) lediglich dafür, dass die
eingestellte Farbe (CCT bzw. x,y) korrekt ist. In einem Set bestehend aus mehreren
Scheinwerfern haben dann alle Scheinwerfer die gleiche Farbe - aber ggf. unterschiedliche
Helligkeiten.
[0234] Selbst bei guter Selektion der LED-Chips können aber sowohl der Farbort als auch
die Lichtausbeute der verwendeten LED-Grundfarben von Scheinwerfer zu Scheinwerfer
variieren, da zur Einstellung farbwiedergabeoptimierter Farbtemperaturen für jeden
Scheinwerfer für verschiedene CCT-Stützpunkte die optimalen Lichtstromanteile für
den kalten und warmen Betriebszustand ermittelt und hinterlegt werden. Diese optimalen
Lichtstromanteile und zugehörigen Lichtausbeuten können auf Grund der LED-Toleranzen
von Scheinwerfer zu Scheinwerfer variieren. Verschiedene Scheinwerfer benötigen also
individuelle LED-Mischungen, um den gewünschten Farbort sicher einstellen zu können.
[0235] Würde nun ein Set, bestehend aus mehreren Scheinwerfern, gemeinsam auf eine bestimmte
Farbtemperatur eingestellt und die Farbmischung jedes Scheinwerfers auf dieselbe maximale
Gesamtleistung P
max,warm bezogen, so könnten die Lichtausbeuten der einzelnen Scheinwerfer für die selbe Farbtemperatur
um mehr als 30 % voneinander abweichen. Analog würde die Helligkeit der Scheinwerfer
entsprechend variieren - bei gleicher Farbtemperatureinstellung und LED-Leistung..
Es wäre unmöglich, ein Set aus mehreren Scheinwerfern auf gleiche Farbe bei gleicher
Helligkeit einzustellen.
[0236] Um sicher zu stellen, dass alle an einen Controller angeschlossenen Scheinwerfer
auch dieselbe Helligkeit aufweisen, ist daher eine Helligkeits-Abgleichsfunktion beispielsweise
durch den Controller erforderlich, bei der sich für jede Farbe die jeweils helleren
Scheinwerfer auf die niedrigste Helligkeit innerhalb des Sets einstellen, d.h. reduzieren.
[0237] Dieses Problem wird durch einen "Lichtausbeute-Setangleich" wie folgt gelöst:
Für den farbwiedergabeoptimierten Weißmodus wird für die Farbmischungen aller CCT-Stützpunkte
zusätzlich die Lichtausbeute im warmen Zustand berechnet und hinterlegt. Von allen
Scheinwerfern, die zu einem Set zusammengeschlossen werden, wird je CCT-Stützpunkt
die kleinste Lichtausbeute aller zum Set gehörenden Scheinwerfer ermittelt und als
Set-Lichtausbeute des CCT-Stützpunkts in allen Scheinwerfern hinterlegt. Hieraus wird
während des Betriebs in Abhängigkeit der CCT und der aktuellen NTC-Temperatur jeweils
der Set-Lichtausbeute-Korrekturfaktor

bestimmt und die ermittelten PWM-Anteile damit multipliziert, d.h. alle Scheinwerfer
werden pro CCT-Stützpunkt auf die Helligkeit der geringsten Lichtausbeute innerhalb
des Sets eingestellt.
[0238] Alle Scheinwerfer eines Sets leuchten damit im farbwiedergabeoptimierten Weißmodus
mit der gleichen Helligkeit, welche sich über die Temperatur nicht mehr ändert. Ebenso
bleibt der Farbort durch die vorangehend beschriebene Kompensation der Spektralshift
über die gesamte Betriebstemperatur konstant.
[0239] Diese Methode eröffnet zweierlei Optionen:
- a) Erzeugung beliebiger CCTs mit maximal möglicher Helligkeit. Die Helligkeit einer
eingestellten CCT ist sowohl innerhalb aller Scheinwerfer eines Sets als auch über
die Temperatur konstant. Bei Änderung der CCT kann sich jedoch die Helligkeit entsprechend
der zugehörigen Set-Lichtausbeute ändern.
- b) Erzeugung beliebiger CCTs mit konstanter Helligkeit, so dass die Helligkeit aller
wählbaren CCTs sowohl innerhalb aller Scheinwerfer eines Sets als auch über die Temperatur
konstant ist. Bei Änderung der CCT bleibt die Helligkeit konstant.
Hierfür wird lediglich von den Set-Lichtausbeuten ηSet(CCT, TNTCwarm) der Minimalwert über alle CCTs, ηSetmin(TNTCwarm), ermittelt und der aktuelle Set-Lichtausbeute-Korrekturfaktor kηSet (CCT, TNTC) = ηSetmin / η(CCT, TNTC) angewandt. Auf diese Weise können alle Scheinwerfer innerhalb eines Sets beliebige
Farbtemperaturen mit identischer Helligkeit erzeugen.
[0240] Zur Durchführung dieses Verfahrens sind folgende Daten erforderlich:
| Yrel kalt = f(CCT) |
optimierte Lichtstromanteile für CCT-Stützpunkte, kalter Betriebszustand |
| Yrel warm = f(CCT) |
optimierte Lichtstromanteile für CCT-Stützpunkte, warmer Betriebszustand |
| P100i |
Leistungen je LED-Grundfarbe @PWM=1 |
| Y100i |
Helligkeit je LED-Grundfarbe für warmen Betriebszustand @PWM=1 |
| TNTCwarm |
NTC-Temperatur für warmen Betriebszustand |
| TNTCkalt |
NTC-Temperatur für kalten Betriebszustand |
| ηSet=f(CCT) |
Set-Lichtausbeuten für warmen Betriebszustand |
[0241] Zur Berechnung der Lichtausbeute η einer Farbmischung dient folgende Formel:
Gegeben sind:
| Yrel,i = f(CCT, TNTC): |
Lichtstromanteile für gewünschte CCT für aktuelle NTC-Temperatur |
| PWMi = Yreli / Y100i |
PWM-Signale zur Einstellung der Lichtstromanteile |
| Gesamthelligkeit = ∑ PWMi * Y100i |
Gesamthelligkeit der aktuellen Mischung vor der Korrektur |
| Gesamtleistung = ∑ PWMi * P100i |
Gesamtleistung der aktuellen Mischung vor Korrektur |
| η = Gesamthelligkeit / Gesamtleistung |
Lichtausbeute der aktuellen Mischung (Formel 11) |
[0242] Der Setangleich kann z.B. innerhalb der Kalibrierung erfolgen. Als Set könnten auch
alle Scheinwerfer einer Fertigungsserie aufgefasst werden: Dann würden zudem alle
Sets einer Fertigungsserie die gewünschten CCTs mit der selben Helligkeit darstellen.
[0243] Bei der Zusammenstellung individueller Sets kann der Setangleich auch vom Controller
übernommen werden. Er liest dazu die entsprechenden Scheinwerferkalibrierdaten ein,
bestimmt die minimalen Set-Lichtausbeuten und speichert diese als Set-Kalibrierdaten
in den Kalibrierdaten ab.
[0244] Zum Setangleich wird wie folgt vorgegangen:
- Der Controller liest von allen angeschlossenen Scheinwerfern ein:
| Yrel warm = f(CCT) |
optimierte Lichtstromanteile für CCT-Stützpunkte, warmer Betriebszustand |
| P100i |
Leistungen je LED-Grundfarbe @PWM=1 |
| Y100i |
Helligkeit je LED-Grundfarbe für warmen Betriebszustand @PWM=1 |
- Der Controller berechnet nach Formel 1 für alle angeschlossenen Scheinwerfer und
für alle CCT-Stützpunkte die Lichtausbeuten der CCT-Stützpunkte für T
NTCwarm: η
warm, k = f(CCT)
- Der Controller bestimmt von allen Scheinwerfern je CCT-Stützpunkt aus den Werten
η
warm,k = f(CCT) die minimale Lichtausbeute des Scheinwerfersets zu ηSet = f(CCT)
- Der Controller schreibt ins EEPROM der Scheinwerfer die Set-Lichtausbeuten ηSet
= f(CCT) (der Setangleich ist damit erfolgt.)
- Wird beim Scheinwerfer eine Farbtemperatur eingestellt, so berechnen die Farbmetrikfunktionen
für jede aktuelle Farbmischung in Abhängigkeit der NTC-Temperatur die aktuelle Lichtausbeute
η(CCT, T
NTC) und bestimmen daraus den aktuellen Set-Lichtausbeute-Korrekturfaktor

- Für die PWM-Ansteuerung werden die ermittelten PWM-Signale mit dem Set-Lichtausbeute-Korrekturfaktor
kηSet (CCT, T
NTC) multipliziert.
[0245] Mit den Indizes i für die Farbe und k für die Scheinwerfer
[0246] Um den korrekten Farbort sowie die Farbtreue beim Dimmen zu verbessern, werden nicht
perfekt lineare Dimmkennlinien je Farbkanal aufgenommen, indem Näherungsfunktionen
für die Dimmkennlinien je Farbe ermittelt, Dimmkoeffizienten a und x je Farbe im Scheinwerfer
hinterlegt und die PWM-Ansteuersignale entsprechend der Kennlinie korrigiert werden.