[0001] Die Erfindung betrifft einen Verstellantrieb für Möbel.
[0002] Es ist bekannt, Teile von z.B. Sitz- oder Liegemöbeln elektrisch zu verstellen. Bei
den verstellbaren Teilen dieser Möbel handelt es sich insbesondere um Sitz-, Lehnen-
oder Liegeflächen. So lassen sich z.B. bei modernen Krankenhaus- und Pflegebetten
die Rückenteile und Ober- sowie Unterschenkelteile der Liegefläche bzw. Matratzenauflagefläche
verschwenken. Beispiele für Möbelverstellantriebe finden sich in
DE 295 12 04 641,
DE 296 00 721 U1 und
DE 296 01 605 U1.
[0003] Es gibt Situationen, in denen der verstellbare Teil eines Möbels neben der normalen
motorischen Verstellung auch manuell verstellbar sein muss, um z.B. die Verstellung
des Teils des Möbels schneller als durch den Motor bewerkstelligen zu können. Als
Beispiel für einen derartigen Anwendungsfall sei ein motorisch verstellbares Rückenteil
einer Matratzenauflage- bzw. Liegefläche eines Krankenbetts genannt, das sich schnell
aus einer Schrägstellung in die Horizontale überführen lassen muss. Dazu wird der
kraftschlüssige Antriebsstrang zwischen Motor und Rückenteil über einen Hebel aufgehoben.
Hierdurch kann bei einem Spindelantrieb, bei dem ein axial verschiebbarer Schieber
über eine Spindelmutter mit einer drehend antreibbaren Spindel in Eingriff steht,
der Schieber axial verschoben werden, ohne dass der Motor läuft bzw. die Spindel sich
dreht. In den oben angegebenen Schriften sind verschiedene Ausgestaltungen von sogenannten
Ausrückmechanismen beschrieben, die den Kraftfluss eines Verstellantriebsstrangs gezielt
aufheben,
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verstellantrieb für Möbel, insbesondere für Kranken-
oder Pflegebetten zu schaffen, bei dem der Mechanismus zur Unterbrechung des kinematischen
Kraftflusses des Verstellantriebs kompakt und einfach ausgeführt ist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein Verstellantrieb für Möbel vorgeschlagen,
der versehen ist mit
- einem Motor,
- einer von dem Motor drehend antreibbaren Spindel,
- einer mit der Spindel in Gewindeeingriff stehenden Spindelmutter und
- einem bei Drehung der Spindel längs eines Bewegungsweges insbesondere in Erstreckungsrichtung
der Spindel bewegbaren Schieber, der mit der Spindelmutter kraftschlüssig verbunden
und gegen Verdrehungen gesichert geführt ist,
- wobei die kraftschlüssige Verbindung zwischen der Spindelmutter und dem Schieber zwecks
Bewegung des Schiebers, ohne dass dieser von dem Motor antreibbar ist, wahlweise aufhebbar
ist.
[0006] Nach der Erfindung lässt sich der Kraftfluss zwischen dem Schieber und der im/am
Schieber angeordneten Spindelmutter wahlweise aufheben. Hierzu ist die Spindelmutter
drehbar am oder im Schieber oder an/in einem mit dem Schieber verbundenen Bauteil
gelagert, wobei die Drehbarkeit der Spindelmutter relativ zum Schieber blockiert werden
kann (kraftschlüssige Verbindung), so dass die Axialbewegung des Schiebers (und damit
die Verstellung des Teils des Möbels (z.B. Rückenlehne, Rückenteil einer Liegefläche)
motorisch erfolgen kann, und freigegeben werden kann, so dass der Schieber durch manuelle
Bewegung des von ihm verstellbaren teils des Möbels erfolgen kann, wobei sich die
Spindelmutter dann frei drehen kann.
[0007] Zur wahlweisen Aufhebung des kinematischen Kraftflusses (d.h. der kraftschlüssigen
Verbindung) zwischen Spindelmutter und Schieber bzw. einem mit diesem fest verbundenen
Bauteil, in/an dem die Spindelmutter drehbar gelagert ist, bietet sich jedwede Ausgestaltung
von Sperr- oder Verriegelungselementen wie z.B. Sperrbolzen, Verkeilelemente o.dgl.
an, die zwischen der Spindelmutter und dem Schieber angeordnet sind und in einem Verriegelungszustand
die Spindelmutter mit dem Schieber starr koppeln und in einem Freigabezustand der
Spindelmutter zwecks deren Verdrehung relativ zum Schieber freigeben.
[0008] Vorteilhaft ist es, wenn man den Kraftfluss ähnlich wie bei z. B. einer Reibkupplung
"dosiert" freigeben kann, also auf den Grad der Aufhebung des Kraftflusses Einfluss
nehmen kann. Dazu kann z.B. ein Keil- oder Bremselement gezielt in den Kraftfluss
zwischen Spindel und Schieber eingebracht werden.
[0009] Eine andere einfache Konstruktion bezieht sich darauf, dass das Verriegelungselement
ein drehbar am Schieber angeordnetes Drehelement zum Mitdrehen durch die Spindelmutter
ist und dass eine an dem Schieber angeordnete, lösbare Sperreinheit zum Sperren der
Drehbewegung des Drehelements vorgesehen ist. Durch Bremsen der Drehbewegung des Drehelements,
was z.B. durch eine manuell betätigbare Reibbremse erfolgen kann, kann das Drehelement
blockiert werden bzw. gezielt mehr oder weniger stark gebremst werden, was die Handhabung
bei (schneller) manueller Verstellung des von dem Verstellantrieb verstellbaren Teils
des Möbels vereinfacht.
[0010] Zweckmäßig ist es, wenn die Spindelmutter eine Außenverzahnung aufweist und das Drehelement
als mit der Außenverzahnung der Spindelmutter in Eingriff stehende Schnecke ausgebildet
ist. Dabei ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Sperreinheit ein mit dem Drehelement
verbundenes erstes Reibelement und ein gegen dieses vorgespanntes zweites Reibelement
aufweist, wobei insbesondere das erste Reibelement eine konische oder sphärische Außenreibflächen
und das zweite Reibelement eine dazu komplementäre Innenreibfläche aufweist.
[0011] Die Betätigung der Sperreinheit bzw. des Verriegelungselements zur wahlweisen Freigabe
des Kraftflusses zwischen der Spindelmutter und dem Schieber erfolgt z.B. durch Betätigung
eines Lösehebels. Der Betätigungsmechanismus (Betätigungsorgan) für den Lösehebel
sollte sich entlang dem Schieber erstrecken, da sich dieser bei eingeschaltetem Motor
längs eines Bewegungsweges verschiebt und sich damit auch der Lösehebel bewegt; denn
die mechanische Verbindung zwischen Spindelmutter und Spindel und damit die Sperreinheit
verschiebt sich ebenfalls mit dem Schieber.
[0012] Im einfachsten Fall kann die Sperreinheit durch z.B. Anheben des Lösehebels erfolgen.
Damit dies in jeder Verschiebeposition des Schiebers möglich ist, handelt es sich
bei dem Betätigungsorgan z.B. um einen Stab, der um seine Längsachse drehbar ist und
einen Exzenter-Querschnitt aufweist. Alternativ ist ein längliches Element mit winkelhebelähnlichem
Querschnitt denkbar, das um eine parallel zum Schieber verlaufende Achse drehbar ist.
Ferner kann ein längs des Schiebers verlaufender Arm vorgesehen sein, der in einer
zur Erstreckung des Schiebers parallelen Ebene bewegbar ist. Bei dem Arm kann es sich
um eine Strebe eines Parallelogramms handeln, dessen winklig zueinander verlaufende
Arme bzw. ihrer Winkelstellung veränderbar sind. Letztendlich kann man als Betätigungsorgan
auch ein keilförmiges bzw. abschnittsweise keilförmiges Element einsetzen, dass an
einer bzw. mehreren Gegenkeilflächen geführt wird, um eine in Erstreckung des Keilelements
wirkende Betätigungskraft in eine quer zur Erstreckung des Keilelements gerichtete
Komponente zur Einwirkung auf den Auslösehebel umzusetzen. Dieses kinematische Prinzip
liegt auch dem zuvor genannten Arm bzw. Parallelogramm zu Grunde.
[0013] Je nach Konstruktion des Spindelantriebs kann sich der Schieber relativ schnell manuell
verschieben lassen. Damit die durch manuellen Eingriff hervorgerufene Lateralbewegung
des Schiebers nicht zu schlagartige und schnell erfolgt, ist es von Vorteil, wenn
eine Bremseinrichtung zu Abbremsen der Verdrehung der Spindelmutter relativ zum Schieber
existiert. Hierbei kann die Bremseinrichtung ein drehbares Bremselement aufweisen,
das sich entlang einer Reibfläche bewegt und das von der Spindelmutter bei Freigabe
derselben drehbar ist. Vorteilhaft ist es ferner, wenn die Spindelmutter eine weitere
Außenverzahnung aufweist, die mit einer Verzahnung des drehbaren Bremselements kämmt.
Bei der Bremseinrichtung handelt es sich vorzugsweise um eine Bremsmomenterzeugungseinheit,
die insbesondere als Rotationsbremsmomenterzeugungseinheit ausgebildet ist.
[0014] Damit eine den Motor ansteuernde Elektronik eine Information darüber erhält, in welcher
Verstellposition sich ein von dem Verstellantrieb verstellbares Teil des Möbels befindet,
ist es vorteilhaft, eine Lage- oder Weggebereinheit mit dem Schieber zu koppeln. Damit
erfasst die Elektronik auch dann die aktuelle Verschiebeposition es Schiebers, wenn
dieser infolge manueller Verstellung des Teils des Möbels (Schnellverstellung) verschoben
worden ist.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele und unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert.
[0016] Im einzelnen zeigen dabei:
- Fig. 1
- perspektivisch ein Krankenhausbett mit Darstellung des Verstellme- chanismus für eine
verstellbare Liegefläche bzw. Matratzenauflage- vorrichtung,
- Fig. 2
- eine ausschnittsweise seitliche Darstellung des Verstellmechanismus gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung der wesentlichen Komponenten des Verstellantriebs
zur Verstellung eines Rückenteils der Liegefläche bzw. Matratzenauflagevorrichtung,
- Fig. 4
- eine Schnittansicht entlang der Linie IV-IV der Fig. 3,
- Fig. 5
- eine Schnittansicht entlang der Linie V-V der Fig. 3,
- Fig. 6
- eine Seitenansicht des Verstellantriebs teilweise in Schnittansicht und in Explosionsdarstellung,
- Fig. 7
- eine Ansicht auf eine alternative Ausgestaltung des Verstellantriebs gemäß Fig. 3,
- Fig. 8
- eine perspektivische Ansicht eines weiteren alternativ ausgestalteten Verstellantriebs
gemäß Fig. 3,
- Fig. 9
- eine dritte perspektivische Ansicht eines alternativen Ausführungsbei- spiels für
den Verstellantrieb gemäß Fig. 3 und
- Fig. 10
- eine Draufsicht auf den Verstellantrieb gemäß einem der Ausfüh- rungsbeispiele der
Fign. 3 bzw. 7 bis 9 mit Darstellung der Kompo- nenten für die Positionsrückmeldung
des Verstellantriebs.
[0017] In Fig. 1 ist perspektivisch ein Krankenhausbett 10 gezeigt, das ein in diesem Ausführungsbeispiel
höhenverstellbares Untergestell 12 und einen daran angebrachten Bettrahmen 14 aufweist.
Der Bettrahmen 14 weist zwei Seitenholme 16 sowie an deren gegenüberliegenden Enden
angebrachte Kopf- bzw. Fußteile 18,20 auf.
[0018] Zwischen den Seitenholmen 16 des Bettrahmens 14 befindet sich eine Doppelantriebs-Verstelleinheit
22 zum Verschwenken sowohl eines kopfteilseitigen Schwenkbügels 24 als auch zweier
fußteilseitiger Schwenkarme 26 (siehe auch Fig. 2). Nicht in Fig. 1 gezeigt ist, dass
sich im Normalfall oberhalb der Doppelantriebs-Verstelleinheit 22 eine Matratzenauflagevorrichtung
befindet, die ein durch die Doppelantriebs-Verstelleinheit 22 verstellbares Rückenteil,
ein feststehendes Sitzteil, ein durch die Deppelantriebs-Verstelleinheit verstellbares
Oberschenkelteil und ein an diesem schwenkbar gelagertes, z. B. lediglich manuell
verstellbares Unterschenkelteil aufweist. Der kopfteilseitige Schwenkbügel 24 dient
der Verstellung des Rückenteils der Matratzenauflagevorrichtung, während dessen Oberschenkelteil
durch die beiden Schwenkarme 26 verstellt werden kann. Die Doppelantriebs-Verstelleinheit
22 weist zur Verstellung dieser Elemente zwei Verstellantriebe 28,30 auf, die in einem
Gehäuse 32 untergebracht sind.
[0019] Auf die Ausbildung des Verstellantriebs 28 für den kopfteilseitigen Schwenkbügel
24 zur Verstellung des Rückenteils der Matratzenauflagevorrichtung wird weiter unten
noch näher eingegangen.
[0020] Bei der Verschwenkung des Rückenteils eines Betts, insbesondere eines Krankenhaus-
bzw. Pflegebetts ist es mitunter erforderlich, die motorische Verstellung aufzuheben,
um das Rückenteil von Hand und damit schneller als über den Verstellantrieb verschwenken
zu können. Zu diesem Zweck weist das Krankenhausbett 10 gemäß Fig. 1 einen Kraftfluss-Aufhebemechanismus
34 auf, der in diesem Ausführungsbeispiel über zwei Handgriffe 36 manuell betätigbar
ist. Über ein mit den Handgriffen 36 verbundenes Gestänge 38 wird dann, wie weiter
unten beschrieben werden wird, der Kraftfluss (Antriebsstrang) zwischen einem Motor
und einem auf den kopfteilseitigen Schwenkbügel 24 einwirkenden Schieber aufgehoben
bzw. getrennt.
[0021] Der Aufbau des Verstellantriebs 28 für das Rückenteil bzw. den kopfteilseitigen Schwenkbügel
24 ist in den Fign. 3 bis 6 näher gezeigt. Bei dem Verstellantrieb 28 handelt es sich
um einen Spindelantrieb, der einen Elektromotor 40 aufweist, welcher eine Spindel
42 drehend antreibt. Die Spindel 42 steht in Gewindeeingriff mit einer Spindelmutter
44, die wahlweise frei drehend oder verriegelt, d.h. gegen Verdrehungen gesichert,
in einem Bauteil 46 gelagert bzw. angeordnet ist, welches mit einem konzentrisch zur
Spindel 42 angeordneten Schieber 48 bzw. Schieberrohr verbunden ist. Der Schieber
48 wirkt nun auf einen Hebel 50 des kopfteilseitigen Schwenkbügels 24 ein, um den
Schwenkbügel 24 um eine Welle 52 zu verschwenken, wobei die Welle 52 drehbar an den
Seitenholmen 16 des Bettrahmens 14 gelagert ist. Auf gleiche Weise verstellt der ebenfalls
als Spindelantrieb ausgebildete zweite Verstellantrieb 30 über einen Hebel 54 eine
ebenfalls zwischen den Seitenholmen 16 drehbar gelagerte Welle 56, von der die Schwenkarme
26 abstehen und mit der die Schwenkarme 26 starr verbunden sind.
[0022] Wie bereits oben erwähnt, befindet sich die Spindelmutter 44 in dem Bauteil 46. Um
bei Verdrehung der Spindel 42 den Schieber 48 axial verfahren zu können, muss die
Spindelmutter 44 gegen Verdrehungen blockiert und damit kraftschlüssig mit dem Schieber
48 gekoppelt (d.h. direkt oder indirekt verbunden) sein. Die mechanische Verbindung
zwischen dem Schieber 48 und der Spindelmutter 44 erfolgt in diesem Ausführungsbeispiel
unter Zwischenschaltung des Bauteils 46, das einerseits mit dem Schieber 48 verbunden
ist und andererseits die Spindelmutter 44 aufnimmt.
[0023] Um nun den Schieber 48 manuell, d.h. bei manueller Verstellung des kopfteilseitigen
Schwenkbügels 24 bzw. des von diesem verstellten Rückenteils des Krankenhausbetts
10 verfahren zu können, muss der Kraftfluss zwischen Motor 40 und Schieber 48 gezielt
unterbrochen bzw. aufgehoben werden können. Dies erfolgt bei dem hier beschriebenen
Ausführungsbeispiel durch gezielte Freigabe bzw. Blockade der in dem Bauteil 46 untergebrachten
Spindelmutter 44. Zu diesem Zweck weist das Bauteil 46 einen Aufnahmeraum 58 auf,
in dem eine Schnecke 60 als Drehelement 61 drehend untergebracht ist, die mit einer
ersten Verzahnung 62 der Spindelmutter 44 in Gewindeeingriff steht. Die Drehbarkeit
der Schnecke 60 wird mit Hilfe einer Sperreinheit 64 gesteuert, die in diesem Ausführungsbeispiel
als Reibbremse arbeitet. Die Schnecke 60 und die Sperreinheit 64 bilden zusammen ein
Verriegelungselement 65. Die Schnecke 60 weist einen Reibkegel 66 mit Außenreibfläche
67 auf, der in eine Reibglocke 68 mit Innenreibfläche 69 mehr oder weniger weit eintaucht.
Die Reibglocke 68 ist an einem um eine Achse 70 schwenkbaren Lösehebel 72 gelagert,
der seinerseits am Bauteil 46 gelagert ist. Mit Hilfe einer Feder 74 wird die Reibglocke
68 gegen den Reibkegel 66 vorgespannt, wodurch die Schnecke 60 an einer Verdrehung
innerhalb des Aufnahmeraums 58 des Bauteils 46 gehindert ist. In diesem Zustand ist
also die Spindelmutter 44 drehfest und damit blockiert im Bauteil 46 untergebracht,
so dass durch Ansteuerung des Motors 40 der Schieber 48 motorisch vor oder zurück
verfährt.
[0024] Soll nun der Schieber 48 schnell verfahren werden, so wird durch Betätigung des Lösehebels
72 die Sperreinheit 64 deaktiviert, was "dosiert" erfolgen kann, indem durch mehr
oder weniger weites Anheben des Lösehebels 72, d. h. durch mehr oder weniger weites
Abrücken der Reibglocke 68 von dem Reibkegel 66, die Reibung zwischen dem Reibkegel
66 und der Reibglocke 68 beeinflusst werden kann.
[0025] Bei gelöster Sperreinheit 64 und damit frei drehbarer Schnecke 60 im Bauteil 46 dreht
sich die Spindelmutter 44, wenn von außen in Bewegungsrichtung des Schiebers 48 Kräfte
wirken. Je nach Ausbildung des Spindelantriebs kann der mechanische Widerstand, der
einer Verstellung des Schiebers 48 bei von außen einwirkenden Kräften entgegenwirkt,
nur gering sein, so dass die Verstellung des Rückenteils bzw. kopfteilseitigen Schwenkbügels
24 zu schnell erfolgt. Aus diesem Grunde ist es grundsätzlich bekannt, Dämpfungseinrichtungen
zu verwenden. Eine derartige Dämpfungseinrichtung ist auch in Form der Reibbremseinrichtung
76 bei dem Ausführungsbeispiel des Verstellantriebs gemäß Fig. 3 gegeben. Bei der
Bremseinrichtung 76 handelt es sich um eine Bremsmomenterzeugungseinheit und insbesondere
um eine Rotationsbremsmomenterzeugungseinheit. Die Bremseinrichtung 76 weist ein Gehäuse
78 für ein drehbares Bremselement 79 (siehe Fig. 5) auf, das an einer Reibfläche des
Gehäuses 78 entlang bewegt wird. Das Bremselement 79 ist mit einem Ritzel 80 versehen,
welches mit einer zweiten Außenverzahnung 82 der Spindelmutter 44 kämmt. Die zweite
Außenverzahnung 82 ist axial versetzt zur ersten Außenverzahnung 62 der Spindelmutter
44 auf deren Umfangsseite angeordnet (siehe z. B. Fig. 6).
[0026] Beim Verfahren des Schiebers 48 verfährt auch das Bauteil 46, das mit dem Schieber
48 fest verbunden ist. Ein Betätigungsorgan 85 zum Auslösen des Lösehebels 72 muss
also in sämtlichen Verfahrpositionen des Schiebers 48 bzw. des Bauteils 46 auf den
Lösehebel 72 einwirken können. Dies wird in dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 durch
einen Keilflächen aufweisenden Schieber 84 erreicht, dessen Keilflächen 86 an Gegenkeilflächen
88 eines relativ zum Schieber 48 feststehenden Führungselements 90 des Verstellantriebs
bzw. des Gehäuses 32 für den Verstellantrieb geführt sind. Die Bewegung des Schiebers
84 (Betätigungsorgan) erfolgt mit Hilfe einer Stange bzw. einem Stab 92, der von dem
Gestänge 38 vor- bzw. zurückbewegt wird. Der Schieber 84 wird zum Auslösen des Lösehebels
72 gegen eine Rückholfeder 94 bewegt, die nach Loslassen des Handgriffs 36 den Schieber
84 wieder automatisch zurückschiebt.
[0027] In Fig. 10 ist der Verstellantrieb 30 von oben bei offenem Gehäuse 32 gezeigt. Mit
dem sich zusammen mit dem Schieber 48 bewegenden Bauteil 46 gekoppelt ist ein Mitnehmer
96, der in Abhängigkeit von der Bewegung des Bauteils 46 bzw. Schiebers 48 eine Weggebereinheit
98 betätigt. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Weggebereinheit 98 als Linear-
oder Drehpotentiometer 100 ausgebildet. Andere Weggeber, insbesondere optisch, induktiv
oder kapazitiv arbeitende Weggeber können ebenfalls eingesetzt werden. Durch die Weggebereinheit
98 ist eine bei 102 angedeutete Ansteuerelektronik stets darüber informiert, an welcher
Position sich der Schieber 48 befindet. Aus dieser Position kann dann wiederum auf
die Schrägstellung des Rückenteils des Krankenhausbetts 10 geschlossen werden. Diese
Möglichkeiten bleiben beibehalten, und zwar unabhängig davon, ob der Schieber 48 nun
motorisch vor - oder zurückbewegt oder manuell verschoben wird.
[0028] In den Fign. 7 bis 9 sind noch drei alternative Ausführungsformen für das Betätigungsorgan
85 zum Betätigen des Lösehebels 72 gezeigt. Gemäß Fig. 7 ist das Betätigungsorgan
als Stab 104 ausgebildet, der über zwei Kniehebel 106 geführt ist. Durch Einwirkung
der Stange 92 auf den einen der beiden Kniehebel 106 wird der Stab 104 angehoben,
so dass der Lösehebel 72 betätigt werden kann. Wie im Ausführungsbeispiel gemäß Fig.
3 verbleibt der Lösehebel 72 in jeder Verfahrposition des Schiebers 48 in Eingriff
mit dem Betätigungsorgan 85, da der Lösehebel 72 beim Verfahren des Schiebers 48 längs
des Stabes und über diesen bewegt wird.
[0029] In Fig. 8 ist das Betätigungsorgan 85 als oberer Hebel 108 einer Parallelogrammführungsvorrichtung
110 ausgebildet.
[0030] Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 weist das Betätigungsorgan 85 einen drehbaren
Exzenter-Stab 112 auf, über dessen Außenfläche sich der Lösehebel 72 entlang bewegt,
wenn der Schieber 48 verfahren wird. Durch Drehung des Exzenter-Stabes 112 kann dann,
wie Fig. 9 zu entnehmen ist, der Lösehebel 72 zum Aufheben der Wirkung der Bremseinrichtung
bzw. zur Steuerung der Bremswirkung der Sperreinheit 64 betätigt werden.
1. Verstellantrieb für Möbel, mit
- einem Motor (40),
- einer von dem Motor (40) drehend antreibbaren Spindel (42),
- einer mit der Spindel (42) in Gewindeeingriff stehenden Spindelmutter (44) und
- einem bei Drehung der Spindel (42) längs eines Bewegungsweges bewegbaren Schieber
(48), der mit der Spindelmutter (44) kraftschlüssig verbindbar und gegen Verdrehungen
gesichert geführt ist,
- wobei die kraftschlüssige Verbindung zwischen der Spindelmutter (44) und dem Schieber
(48) zwecks Bewegung des Schiebers (48), ohne dass dieser von dem Motor (40) antreibbar
ist, wahlweise aufhebbar ist.
2. Verstellantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kraftschlüssige Verbindung zwischen der Spindelmutter (44) und dem Schieber (48)
ein zwischen beiden angeordnetes Verriegelungselement (65) aufweist, das in einem
Verriegelungszustand die Spindelmutter (44) mit dem Schieber (48) starr koppelt und
in einem Freigabezustand der Spindelmutter (44) zwecks deren Verdrehung relativ zum
Schieber (48) freigibt.
3. Verstellantrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement ein Verkeilelement zum Verkeilen der Spindelmutter (44)
im Verriegelungszustand ist.
4. Verstellantrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement ein drehbar angeordnetes Drehelement (61) zum Drehen durch
die Spindelmutter (44) ist und dass eine lösbare Sperreinheit (64) zum Sperren der
Drehbewegung des Drehelements (61) vorgesehen ist.
5. Verstellantrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelmutter (44) eine Außenverzahnung (62) aufweist und dass das Drehelement
(61) als mit der Außenverzahnung (62) der Spindelmutter (44) in Eingriff stehende
Schnecke (60) ausgebildet ist.
6. Verstellantrieb nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperreinheit (64) ein mit dem Drehelement (61) verbundenes erstes Reibelement
(66) und ein gegen dieses vorgespanntes zweites Reibelement (68) aufweist.
7. Verstellantrieb nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Reibelement (66) eine konische oder sphärische Außenreibfläche (67) und
das zweite Reibelement (68) eine dazu komplementäre Innenreibfläche (69) aufweist.
8. Verstellantrieb nach einem der Ansprüche 4 bis 7, gekennzeichnet durch einen Lösehebel (72) zum Lösen der Sperreinheit (64).
9. Verstellantrieb nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch ein Betätigungsorgan (85) zum Betätigen des Lösehebels (72), wobei das Betätigungsorgan
(85) parallel zur Erstreckung des Schiebers (48) verläuft.
10. Verstellantrieb nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsorgan (85) als Exzenterstab (112), der um eine parallel zur Erstreckung
des Schiebers (48) verlaufende Achse drehbar ist, oder als Arm (104) ausgebildet ist,
der in quer zur Erstreckung des Schiebers (48) verlaufender Richtung bewegbar ist.
11. Verstellantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch eine Bremseinrichtung (76) zum Abbremsen einer Verdrehung der Spindelmutter (44)
relativ zum Schieber (48).
12. Verstellantrieb nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (76) ein drehbares Bremselement aufweist, das sich entlang einer
Reibfläche bewegt und das von der Spindelmutter (44) bei Freigabe derselben drehbar
ist.
13. Verstellantrieb nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelmutter (44) eine weitere Außenverzahnung (82) aufweist, die mit einer
Verzahnung (80) des drehbaren Bremselements kämmt.
14. Verstellantrieb nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (76) als Bremsmomenterzeugungseinheit, insbesondere als Rotationsbremsmomenterzeugungseinheit
ausgebildet ist.
15. Verstellantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 14, gekennzeichnet durch eine mit dem Schieber (48) gekoppelte Weggebereinheit (98) zur Ermittlung der Position
des Schiebers (48) längs eines Bewegungsweges.