[0001] Die Erfindung betrifft einen Deckel mit eingebautem Behälter zum autonomen Mischen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Der Deckel ist in der Lebensmittel-, Pharma- und Medizinindustrie einsetzbar und
dient zum aseptischen Versiegeln von Flaschen, Fläschchen und anderen Behältern und
Gefäßen. Der Deckel kann eine große Anwendung bei der Produktion von Getränken und
flüssigen medizinischen Präparaten finden, die in gebrauchsfertigen Lösungen und Mischungen
nur eine kurze Haltbarkeit aufweisen.
[0003] Der Begriff "Lösung und Mischung" bedeutet hier und im Weiteren ein Endprodukt, das
durch Vermischen von Bestandteilen erzeugt wird, die einfach oder zusammengesetzt
sein können. Das Endprodukt hängt von folgenden Faktoren ab:
- 1) von der Herkunft des Bestandteils,
- 2) von der Haltbarkeitsfrist des Bestandteils und
- 3) vom Zustand des Bestandteils (fest, flüssig, gasförmig.
[0004] Der Begriff "Deckel" bedeutet hier und im Weiteren eine Konstruktion, die zum Versiegeln
des Behälters bestimmt ist, der rund, quadratisch, polygonal, symmetrisch um die Längsachse
sein kann.
[0005] Der Begriff "Gefäß" bedeutet hier und im Weiteren eine Konstruktion, die einen inneren
Hohlraum für den Transport und die Lagerung von festen, schüttfähigen, flüssigen und
gasförmigen Produkten aufweist.
[0006] Bekannt ist ein Deckel mit einem Schraubgewinde, der zum Versiegeln von Flaschen
bestimmt ist (
RUDOLF W. W. Produktion von alkoholfreien Getränken. Handbuch. - St. Petersburg: Professija,
2000, S. 139). Der Nachteil eines solchen Deckels ist, dass dieser Aufbau es nicht ermöglicht,
die Bestandteile der Lösung getrennt zu versiegeln und zu lagern. Falls sie miteinander
vermischt werden sollen, ist es außerdem nicht möglich, den Inhalt der versiegelten
Flasche zu beeinflussen, ohne die Dichtheit des Flascheninhalts gegenüber der Umwelt
aufzuheben. Die Dichtheit der Flasche wird aufgehoben durch eine Kraft, die tangential
zur Seitenfläche des Deckels angewandt wird.
[0007] Bekannt ist ein Deckel mit einem Schraubgewinde und einem an dessen Gehäuse befestigten
abnehmbaren Behälter, der zum getrennten Versiegeln und Lagern der Bestandteile der
Lösung bestimmt ist (siehe z. B. die Beschreibung des deutschen Patents Nr.
3327615 Al. MKB B65D 25/08). Der Deckel enthält ein Gehäuse in Form von Seitenwänden mit einem
Boden und einer Fläche, die einen Innenraum bilden. Im Innenraum ist ein zusätzliches
Gefäß in Form eines Bechers angeordnet. Der Durchmesser des Gefäßes ist kleiner als
der Durchmesser der Ausgangsöffnung des Gefäßes. Die Seitenwand des Bechers ist dabei
mit einem Absatz ausgeführt, so dass der Querschnitt eine minimale Dicke aufweist.
Am Umfang der Becheröffnung befindet sich ein Flanschvorsatz, der mit der Stirnseite
der Becheröffnung zusammenwirkt. Im Innenraum des Deckels befindet sich ein zylindrisches
Einsatzrohr, dessen Außendurchmesser dem Innendurchmesser des Becherabsatzes entspricht.
[0008] Die Abdichtung (Isolierung) des Flascheninhalts gegenüber dem Gefäßinhalt wird aufgehoben
durch eine Kraft, die tangential zur Seitenfläche des Deckels angewandt und in eine
fortschreitende Bewegung des Einsatzrohrs verwandelt wird. Das Einsatzrohr steht bei
der fortschreitenden Bewegung am ringförmigen Vorsatz des Bechers an und stößt ihn
in den Innenraum des Gefäßes.
[0009] Eine solche bauliche Ausführung ermöglicht es, die in den Innenräumen des Gefäßes
und des Bechers befindlichen Bestandteile der Lösung im Gefäß getrennt zu versiegeln
und zu lagern. Gerade infolge dieser baulichen Ausführung werden aber an die Aufbauteile
hohe verfahrenstechnische Anforderungen gestellt, um eine sichere Funktion des Aufbaus
sicherzustellen.
[0010] Die bekannte Ausführung lässt keine sichere Abdichtung des Gefäßinhalts gegen die
Umwelt beim Vermischen zu. Das liegt daran, dass dieselbe Kraft zur Abdichtung und
Öffnung angewandt wird, die tangential zur Seitenwand des Deckels verläuft. D. h.
sobald der Inhalt vermischt wird, wird die stabile Abdichtung des Deckels gegenüber
dem Gefäß aufgehoben.
[0011] Außerdem gewährleistet die bekannte Ausführung technisch keine sichere Abdichtung
des Inhalts beim Lagern. Sie taugt auch nicht für ein steriles Verpacken und Lagern
von medizinischen Präparaten und Lebensmitteln, die empfindlich für bakterielle Verseuchung
sind.
[0012] Bekannt ist ein Deckel mit einem Schraubgewinde, der ein Gehäuse in Form von Seitenwänden
mit einem Boden und einer Fläche aufweist, die einen Innenraum bilden. Im Innenraum
ist ein GAM-Stopfen angeordnet (GAM - Gerät für autonomes Mischen). Sein Aufbau liegt
technisch der angemeldeten Erfindung am nächsten.
[0013] Ein GAM-Stopfen, das Gerät für autonomes Mischen, ist durch das Patent der Russischen
Föderation Nr.
2276049, MPC B 65D 81/32, B 65D 51/28 geschützt. Er besteht aus einem zylindrischen Gehäuse
zum Aufpressen mit einem Unterteil auf einem Flaschenhals und einem Deckel mit einem
Schraubgewinde zum Aufsetzen auf das zylindrische Gehäuse. Das zylindrische Gehäuse
ist mit einem Boden versehen, der die obere Stirnseite des Gehäuses überdeckt und
einen Becher bildet. Darin ist ein Einsatz in Form von einem zentralen Rohr angeordnet.
Das Rohr verläuft parallel zur Gehäuseachse. Die Wand des zentralen Rohrs ist mit
einem zylindrischen Teil des Gehäuses durch radiale Stege verbunden, die Zellen mit
versiegelnden Platten bilden. Im Gehäuseboden sind segmentförmige Öffnungen zum Lagern
ausgeführt, die entlang der Achse des Schaufelbechers beweglich sind. Die Anzahl der
Schaufeln entspricht der Anzahl der Zellen. Am Gehäuse ist eine ringförmige Vertiefung
mit einer Zahnoberfläche ausgeführt, die zum Aufsetzen eines Schutz-Zahnbandes dient.
Das Aufheben der Dichtheit des Inhalts der Flasche gegenüber dem Becher erfolgt durch
das Entfernen des Zahnbandes. Danach wird auf den Deckel eine Kraft ausgeübt, die
tangential zur Seitenfläche des Deckels verläuft. Diese Kraft wird beim Anziehen des
Gewindes bis zum Anschlag in eine fortschreitende Bewegung der inneren Fläche des
Deckelbodens entlang der Längsachse des Deckels umgewandelt. Beim Rutschen auf der
Oberfläche des Schaufelbechers übt die innere Fläche des Deckelbodens einen ansteigenden
Druck auf den Boden des Schaufelbechers aus und lässt ihn eine fortschreitende Bewegung
entlang der Längsachse ausführen. Die Schaufeln des Bechers drücken auf die innere
Oberfläche der versiegelnden Platten und stoßen diese aus den Zellen heraus. Der Vorsatz
des zentralen Rohrs geht in die zylindrische Vertiefung in der Deckelmitte ein. Der
Schaufelbecher bewegt sich bis zum Berühren der inneren Fläche des Becherbodens mit
der äußeren Fläche des Gehäusebodens. Ein weiteres Anwenden der tangentialen Kräfte
auf die Seitenfläche des Deckels und ein Verdrehen des Deckels wird dann unmöglich.
Die versiegelten Platten sind herausgedrückt. Die Öffnungen der Zellen sind zur Innenseite
der Flasche hin geöffnet. Dabei bleibt die Flasche geschlossen, und ihr Inhalt ist
isoliert von der Umwelt.
[0014] Eine solche bauliche Ausführung (neben der Hauptaufgabe des Deckels, den Inhalt des
Gefäßes von der Umwelt zu isolieren) ermöglicht es, die in den Zellen des Deckelgehäuses
befindlichen Bestandteile in der Flüssigkeit unmittelbar vor dem Gebrauch aufzulösen,
bevor die Flasche oder das andere Gefäß geöffnet werden.
[0015] Eine solche bauliche Ausführung weist wesentliche Volumenbeschränkungen für die zu
mischenden Bestandteile auf. Sie stellt gleichzeitig hohe verfahrenstechnische Anforderungen
an die Herstellung und den Zusammenbau der Aufbauteile und die Auffüllung der Zellen
mit den zu mischenden Stoffen. Die bekannte Ausführung, wie auch die vorher beschriebenen,
tragen nicht zu einer sicheren Isolierung des Gefäßinhalts von der Umwelt beim Vermischen
bei. Denn sie besteht darin, dass dieselbe Kraft zur Abdichtung und Öffnung angewandt
wird, die tangential zur Seitenwand des Deckels verläuft. D. h. sobald der Inhalt
vermischt wird, ist die stabile Isolierung des Deckels vom Gefäß aufgehoben.
[0016] Außerdem gewährleistet die genannte Verpackungsweise technisch keine sichere Abdichtung
des Inhaltes beim Lagern. Sie ist für das sterile Verpacken und Lagern von medizinischen
Präparaten und Lebensmitteln, die empfindlich für bakterielle Verseuchung sind, nicht
geeignet.
[0017] Durch
DE 10 2004 060 895 A1 ist ein Deckel zum Aufsetzen auf ein Flaschenbehältnis bekannt. Auf der einen Gefäßring
bildenden Flaschenmündung ist eine Versiegelungsfolie angeordnet. Die Versiegelungsfolie
kann zweilagig ausgebildet sein, wobei die beiden Lagen einen Behälter mit einem Innenraum
bilden. Der Deckel weist einen Ausgabe-Rohrabschnitt auf. Der Ausgabe-Rohrabschnitt
ist mittels einer Verbindungswand, die flexibel und balgartig und frei von einer Falte
ist, in dem Deckel befestigt. Die Verbindungswand ermöglicht eine Vertikalbewegung
des Ausgabe-Rohrabschnitts. Der Ausgabe-Rohrabschnitt ist zum Bewirken eines Durchtrennens
der auf der zugeordneten Flaschenmündung bzw. auf einem Gefäßring angeordneten Versiegelungsfolie
ausgebildet.
[0018] Durch
EP 0 373 016 A1 ist eine Einrichtung bzw. ein System zum autonomen Mischen bekannt. Die Einrichtung
bzw. das System besteht aus drei Teilen. Das erste Teil ist ein Gefäß. Das zweite
Teil eine sich an den Hals des Gefäßes anschließende bzw. auf dem Hals des Gefäßes
angeordnete, weiche bzw. nachgiebige Zwischenpartie in Form eines Faltenbalgs. Das
dritte Teil ist eine sich oberhalb der Zwischenpartie anschließender länglicher, kuppelförmiger
Deckel, der in einem Anschlussnippel endet. Der Deckel ist über einen ersten ringförmigen
Flansch des Faltenbalgs gestülpt. Der Faltenbalg ist mit einem zweiten ringförmigen
Flansch an der gegenüberliegenden Seite über den Hals des Gefäßes gestülpt. Der Faltenbalg
ist zwischen den Flanschen mit einer unteren Versiegelungsfolie und mit einer oberen
Versiegelungsfolie versehen. Die beiden Versiegelungsfolien umschließen gemeinsam
mit den mit Falten versehenen Seitenwänden des Faltenbalgs einen Zwischenraum. In
dem Zwischenraum des Faltenbalgs ist ein Einsatz angeordnet, zum Durchstechen der
beiden Versiegelungsfolien. Die Einrichtung bzw. das System zum autonomen Mischen
umfasst somit einen Behälter, der aus einem Gehäuse besteht, das die Kuppel des Deckels,
den oberen Flansch des Faltenbalgs und die obere Versiegelungsfolie aufweist.
[0019] Durch
EP 1 842 795 A1 ist ein Deckel mit einem eingebauten Behälter zum autonomen Mischen bekannt. Der
Deckel weist ein Gehäuse in Form von Seitenwänden mit einem Boden und einer versiegelten
Fläche auf, die einen Innenraum des Gehäuses bilden. Im Gehäuse ist ein mit dem Boden
zusammenwirkender Einsatz angeordnet. Der Boden oder die Seitenwände des Gehäuses
sind mit einer Falte versehen. Die versiegelte Fläche kann als eine dicht mit den
Seitenwänden verbundene Folie ausgebildet sein. Der Deckel kann lose auf einen Gefäßring
eines Gefäßes gesetzt werden.
[0020] Durch
US 5,957,335 ist eine Vorrichtung zur Zubereitung einer Mischung aus einem Wirkstoff und einem
Verdünnungsmittel bekannt. Die Vorrichtung umfasst einen Behälter mit dem Verdünnungsmittel
und einem Einsatz mit dem Wirkstoff. Der Einsatz kann auf einen Gefäßring des Behälters
aufgesetzt werden. Der Einsatz ist mit einem zentraien, auch ais Steigrohr bezeichneten
Entlüftungskanal versehen, durch den beim Einsetzen des Einsatzes in den Behälter
Luft aus diesem in die Umgebung entweichen kann. Der Entlüftungskanal bildet gleichzeitig
einen oben aus dem Einsatz herausragenden Stempel, welcher durch Niederdrücken den
Einsatz auf der gegenüberliegenden Unterseite bei auf dem Gefäßring aufgesetztem Einsatz
in den Behälter hinein öffnet, so dass sich der Wirkstoff in das Verdünnungsmittel
ergießt.
[0021] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Deckel zu entwickeln, der keine hohen verfahrenstechnischen
Anforderungen an dessen Produktion und Gebrauch stellt. Der Deckel sollte gleichzeitig
eine sterile Auflösung bzw. Vermischung der Stoffe in der im Gefäß befindlichen Flüssigkeit
sowie eine sichere Isolierung des Gefäßinhalts von der Umwelt sicherstellen.
[0022] Die gestellte Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0023] Dies ist durch den als Erfindung angemeldeten Deckel mit einem eingebauten Behälter
zum autonomen Mischen erreicht. Der Deckel mit einem darin eingebauten Behälter weist
ein Gehäuse in Form von Seitenwänden mit einem Boden und einer versiegelten Fläche
auf, die einen Innenraum des Gehäuses bilden. Im Gehäuse ist ein mit dem Boden zusammenwirkender
Einsatz angeordnet, und das Gehäuse ist dabei mechanisch mit einem Gefäßring verbunden.
[0024] Der erfindungsgemäße Deckel mit dem darin eingebauten Behälter ist durch die Merkmale
von Anspruch 1 gekennzeichnet; und zwar u.a. dadurch, dass das Deckelgehäuse fest
mit dem Gefäßring des Gefäßes durch einen ringförmigen Absatz verbunden ist, an dem
die Folie dicht befestigt ist. Die Öffnung des ringförmigen Absatzes liegt gegenüber
dem Einsatz. Dabei sind die Seitenwände im gegenüberliegenden Stirnteil mit einem
Schraubgewinde und der gefaltete Boden mit einem Ringmantel mit entsprechendem Innengewinde
versehen.
[0025] Eine solche Ausführung ermöglicht es, die zurzeit weit verbreiteten PET-Flaschen
und andere Kunststoffgefäße mit Hilfe des Deckels mit dem eingebauten Behälter zum
autonomen Mischen zu versiegeln.
[0026] Der Einsatz kann dabei als Tablette oder Kugel oder Brikett ausgeführt sein.
[0027] Eine solche Ausführung ermöglicht es, die dynamische Stabilität der Tablette oder
der Kugel oder des Briketts anzuwenden, um die Dichtungsfolie zu zerstören. Dabei
sind dann die Bestandteile der künftigen Lösung oder Mischung verbunden, und ihre
Isolierung von der Umwelt ist beibehalten.
[0028] Die Anwendungsweise besteht im Folgenden:
Sobald die im zusätzlichen Deckelgefäß getrennt aufbewahrten Produktteile zu verwenden
sind, wird die Kraft auf den Aufbau des geschlossenen inneren Hohlraums des Deckels
angewandt. Dadurch wird der Innenraum zerstört. Der Inhalt wird in den Innenraum des
Gefäßes freigesetzt. Die Kraft, die entlang der Längsachse des Deckels mit dem eingebauten
Behälter oder Gefäßes verläuft, ist auf den Boden des Deckels mit dem eingebauten
Behälter angewandt. Alternativ kann diese Kraft senkrecht oder beinahe senkrecht zum
Becherboden angewandt werden. Eine solche Anwendungsweise des Deckels mit dem eingebauten
Behälter ermöglicht es, beim Aufbereiten der Lösung bzw. der Mischung aus isolierten
Bestandteilen im Becher die werkseitige Versiegelung aufrechtzuerhalten, da wiederum
die Isolierung des Inhalts von den Einflüssen der Umwelt gewährleistet ist.
[0029] Der Deckel mit dem eingebauten Behälter zum autonomen Mischen und dessen Anwendungsweise
neben der Hauptbestimmung (Inhalt im Gefäß lagern und transportieren, für den Deckel
- den Gefäßinhalt gegen die Einflüsse der Umwelt abdichten) ermöglichen es, einen
oder mehrere Stoffe, die sich in den zusätzlichen Behältern des Deckels oder im Hals
des Gefäßes befinden, in der im Gefäß befindlichen Flüssigkeit unmittelbar vor dem
Gebrauch aufzulösen, bevor eine Flasche, ein Flakon oder ein anderes mit dem Deckel
versiegeltes Gefäß geöffnet wird. Dabei ist die werkseitige Isolierung des Gefäßinhalts
von den Einflüssen der Umwelt aufrechterhalten.
[0030] Die Erfindung ist durch folgende Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen Deckel mit einem eingebauten Behälter zum autonomen Mischen
mit einem gefalteten Boden,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch einen Deckel mit einem eingebauten Behälter zum autonomen Mischen
mit gefalteten Seitenwänden,
- Fig. 3
- ein Beispiel eines Deckels mit einem eingebauten Behälter zum Aufsetzen auf ein Glasgefäß,
- Fig. 4
- eine erfindungsgmässe Ausführung des Deckels mit einem eingebauten Behälter für PET-Gefäße,
- Fig. 5
- einen Deckel mit einem eingebauten Behälter mit einer Tablette,
- Fig. 6
- einen Deckel mit einem eingebauten Behälter mit einer Kugel und
- Fig. 7
- einen Deckel mit einem eingebauten Behälter mit einem Brikett.
[0031] Der Deckel mit dem eingebauten Behälter zum autonomen Mischen weist ein Gehäuse in
Form von Seitenwänden 1 mit einem Boden 2 und eine versiegelte Fläche 3 auf. Der Deckel
stellt ein komplettes Erzeugnis mit einer mechanischen Verbindung mit einem Gefäßring
für ein Gefäß dar.
[0032] Die versiegelte Fläche 3 liegt im unteren Stirnteil der Seitenwände 1 und ist als
Folie 3 ausgebildet. Die Folie 3 ist dicht mit den Seitenwänden 1 über den ganzen
Umlauf verbunden. Die Folie 3 bildet einen dicht geschlossenen Innenraum 4 mit einem
darin angeordneten Einsatz 5.
[0033] Grundsätzlich können der Boden 2 oder die Seitenwände 1 mit einer Falte 6 versehen
sein. Die Falte 6 sowohl im Boden 2 (Fig. 1) als auch in den Seitenwänden 1 (Fig.
2) kann sowohl getrennt als auch zusammen ausgeführt werden. Bei jeder der genannten
Ausführungsformen ist zwischen dem Boden 2 und der Dichtungsfolie 3 der Einsatz 5
angeordnet, der mit dem Boden 2 zusammenwirkt. An den Seitenwänden 1 ist ein Ringmantel
7 mit einem Innengewinde 8 befestigt. Das Innengewinde 8 dient zum Befestigen auf
dem Ring des Gefäßhalses eines Gefäßes.
[0034] Ein Beispiel des Deckels mit dem eingebauten Behälter zum Befestigen an einem Glasgefäßring
ist in Fig. 3 dargestellt. Die mechanische Verbindung mit dem Gefäßring eines Gefäßes
ist auf der Stirnseite des Deckels mit dem eingebauten Behälter mit der dicht befestigten
Folie als Fortsetzung 9 der Seitenwände 1 vom Deckelgehäuse zum Aufpressen auf den
Gefäßhals ausgeführt. Die mechanische Verbindung mit dem Gefäßring des Gefäßes ist
mit dem mit dem Hals zusammenwirkenden ringförmigen Absatz 10 versehen. Am Absatz
ist die Folie 3 dicht befestigt. Die Öffnung des Absatzes liegt dem Einsatz 5 gegenüber.
Dabei ist an der gegenüberstehenden Stirn auf den Seitenwänden 1 des Gehäuses ein
Schraubgewinde 12 ausgeführt und der gefaltete Boden 2 mit dem Ringmantel 7 mit einem
entsprechenden Innengewinde 8 versehen (Fig. 3).
[0035] Erfindungsgmässe Ausführungsvariante des Deckels mit dem eingebauten Behälter für
PET-Gefäße (Fig. 4): Die Seitenwände 1 des Gehäuses vom Deckel mit dem eingebauten
Behälter sind fest mit dem Ring des PET-Gefäßes durch einen ringförmigen Absatz 10
verbunden. Daran ist seitens des Innenraums die Folie 3 befestigt. Die Öffnung eines
ringförmigen Absatzes 11 liegt gegenüber dem Einsatz 5. Dabei sind die Seitenwände
1 im gegenüberliegenden Stirnteil mit einem Schraubgewinde 12 und der gefaltete Boden
2 mit dem Ringmantel 7 mit einem entsprechenden Innengewinde 8 versehen (Fig. 4).
[0036] Bei jeder der genannten Beispiele und Ausführungsformen des Deckels mit dem eingebauten
Behälter zum autonomen Mischen ist zwischen dem Boden 2 und der Dichtungsfolie 3 ein
Einsatz 5 angeordnet, der mit dem Boden 2 zusammenwirkt. Der Einsatz 5 kann als zylindrischer
Hohlkörper, Konus, Tablette, Kugel, Brikett ausgeführt sein. D. h. der Einsatz 5 kann
aus einem Material ausgeführt sein, das kein Bestandteil der fertigen Lösung ist,
oder umgekehrt, das ein Bestandteil der Lösung ist.
[0037] Im zusammengebauten Zustand kann der Deckel mit dem eingebauten Behälter auf den
Gefäßhals des Gefäßes aufgedreht werden (siehe Fig. 1, 2, 5, 6), oder der Deckel mit
dem eingebauten Behälter kann mit dem Unterteil auf den Gefäßhals des Gefäßes aufgepresst
werden (siehe Fig. 3). Erfindungsgemäss bildet der Deckel mit dem eingebauten Behälter
mit dem Unterteil eine Fortsetzung des Gefäßhalses des Gefäßes (siehe Fig. 4). Der
Innenraum des Deckels mit dem eingebauten Behälter ist mit genau dosierten Stoffen
gefüllt, die zum Auflösen oder Vermischen in der im Gefäß befindlichen Flüssigkeit
bestimmt sind. Der Innenraum ist mit der Dichtungsfolie 3 abgedeckt, wobei zwischen
der Folie 3 und dem Boden 2 der Einsatz 5 befestigt ist.
[0038] Die Funktion der angemeldeten Vorrichtung und eine kurze Beschreibung der Anwendungsweise:
Die Funktion des Deckels mit dem eingebauten Behälter zum autonomen Mischen ist durch
die Zeichnungen Fig. 1 bis 6 erläutert. Um den im Innenraum des Deckels mit dem eingebauten
Behälter befindlichen Stoff aufzulösen, wird eine Kraft angewendet. Diese Kraft verläuft
entlang der Längsachse des Deckels oder des Gefäßes. Die Kraft wird auf den Boden
2 senkrecht zur Bodenfläche oder beinahe senkrecht angewendet, während auf den Boden
2 gedrückt wird. Durch die Falten 6 am Boden 2 oder in den Seitenwänden 1 bewegt sich
der Einsatz 5 entlang der Seitenwände 1, bis die Dichtungsfolie 3 zerstört ist. Der
Inhalt des Innenraums vom Deckel mit dem eingebauten Behälter oder des hohlen Einsatzes
5 sinkt durch sein Eigengewicht in den Inhalt des Gefäßes und vermischt sich mit diesem.
[0039] Der Innenraum des Gefäßes mit dem inneren Hohlraum des Deckels mit dem eingebauten
Behälter ist nach wie vor von der Umwelt isoliert, die werkseitige Verpackung bleibt
erhalten. Um eine bessere Auflösung der Stoffe zu erzielen, soll das Gefäß mehrmals
mit dem Boden nach oben geschwenkt werden. Die Flüssigkeit gelangt in den inneren
Hohlraum des Deckels mit dem eingebauten Behälter und wäscht die darin befindlichen
Stoffreste aus.
[0040] D. h. die angemeldete Ausführung ermöglicht es, bei minimalen verfahrenstechnischen
Anforderungen an die Produktion, mehrere Bestandteile der Lösung in einer einheitlichen
Packung getrennt zu lagern und zu transportieren sowie diese Stoffe in der im Gefäß
befindlichen Flüssigkeit aufzulösen, ohne die sichere Abdichtung des Inhalts gegen
die Umwelt zu stören.
[0041] Es ist offensichtlich, dass die angeführten Beispiele der baulichen Realisierung
der erfinderischen Idee und die Beispiele der verfahrenstechnischen Möglichkeiten
alle einzelnen Ausführungen und möglichen Aspekte der gewerblichen Anwendung der Vorrichtung
laut Erfindung nicht umfassen und den Schutzumfang der Erfindung keinesfalls beschränken,
zumal dieser allein durch die nachfolgenden Ansprüche festgelegt ist.