[0001] Die Erfindung betrifft ein Rundmagazin für eine Spulstelle eines Kreuzspulautomaten
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Rundmagazine zur Versorgung der Spulstellen von Kreuzspulautomaten mit frischen Spinnkopsen
sind bekannt und in der Patentliteratur, beispielsweise in der
DE 195 39 762 A1, der
DE 198 16 188 A1 oder der
DE 37 09 735 C2 beschrieben.
Derartige Rundmagazine sind außerdem Gegenstand des Handbuches Schlafhorst Winding
Systems "Autoconer 338", Seite 4/45 sowie Seite 4/46.
[0003] Wie bekannt, bestehen derartige Rundmagazine im Wesentlichen aus einem drehbar gelagerten
Magazin mit Aufnahmetaschen für einzelne Spinnkopse, einer unteren Auflageplatte mit
einer Spinnkops-Ausschleusöffnung sowie einem im Bereich der Mittellängsachse des
Rundmagazins angeordneten Saugluftkanal zum Fixieren der Fadenenden der im Rundmagazin
bevorrateten Spinnkopse.
Der Saugluftkanal ist durch ein Deckelelement verschließbar, das um eine Schwenkachse,
die parallel zum Saugluftkanal verläuft, begrenzt drehbar gelagert und sowohl manuell
als auch maschinell betätigbar ist.
Das Deckelelement kann beispielsweise beim Befüllen des Rundmagazins mit frischen
Spinnkopsen zum Einlegen der Fadenenden der Spinnkopse in den Saugluftkanal von Hand
geschwenkt werden oder im Zuge der Überführung der Spinnkopse aus dem Rundmagazin
in ihre Abspulstellung an der Spulstelle sowie zum anschließenden Entsorgen der abgelängten
Fadenenden, maschinell angesteuert werden.
[0004] Wenngleich sich solche Rundmagazine bei Kreuzspulautomaten in der Praxis vielfach
bewährt haben und seit langer Zeit erfolgreich im Einsatz sind, sind auch derartige
Rundmagazine noch verbesserungsfähig.
Insbesondere im Bereich des Deckelelementes, das, wie vorstehend erläutert, einen
im Bereich der Mittellängsachse des Rundmagazins angeordneten Saugluftkanal temporär
verschließt und dabei die Fadenenden der im Rundmagazin bevorrateten Spinnkopse mechanisch
fixiert, können gelegentlich Schwierigkeiten auftreten.
Bei Spinnkopsen, die stark kringelndes Fadenmaterial aufweisen, kann es beispielsweise
geschehen, dass sich die Fadenenden im Rundmagazin benachbart angeordneter Spinnkopse
miteinander verzwirnen.
Wenn ein solcher Spinnkops, dessen Fadenende mit dem Fadenende eines benachbarten
Spinnkopses verzwirnt ist, dann aus dem Rundmagazin in seine Abspulstellung an der
Spulstelle überführt wird, besteht die Gefahr, dass es zu Komplikationen kommt, das
heißt, dass die Saugluftströmung des zu diesem Zeitpunkt teilweise geöffneten Saugluftkanals
nicht ausreicht, um das Fadenende wieder so straff zu ziehen, dass es nachfolgend
von einem so genannten Hilfsgreifer sicher an das Greiferrohr der Spulstelle übergeben
werden kann, mit der Folge, dass die Fadenübergabe fehlschlägt.
[0005] Da jede fehlgeschlagene Fadenübergabe einen manuellen Eingriff seitens des Bedienpersonals
erfordert, das Bedienpersonal jedoch mit der Befüllung der Rundmagazine mehrerer Kreuzspulautomaten
bereits voll ausgelastet ist, wirkt sich eine fehlerhafte Fadenübergabe in der Regel
sofort negativ auf den Nutzeffekt des Kreuzspulautomaten aus und sollte daher möglichst
vermieden werden.
[0006] Ausgehend von Rundmagazinen der vorstehend beschriebenen Gattung liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, die bekannten Rundmagazine dahingehend zu verbessern, dass,
insbesondere im Zusammenhang mit der Überführung von Spinnkopsen aus dem Rundmagazin
in die Abspulstellung der Spulstelle, Schwierigkeiten bei der Fadenübergabe zuverlässig
vermieden werden.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Rundmagazin gelöst, das die im Kennzeichen
des Anspruchs 1 beschriebenen Merkmale aufweist.
[0008] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Die erfindungsgemäße Ausbildung eines Rundmagazins mit einem Handbetätigungsdeckel
sowie einem Automatikdeckel, die jeweils separat betätigbar sind und bei der in der
Oberseite des Handbetätigungsdeckels eine nutförmige Aussparung angeordnet ist, die
einen an den Saugluftkanal des Rundmagazins angeschlossenen Luft- und Fadenführungskanal
bildet, der durch den Automatikdeckel verschließbar ist, führt zu einer aerodynamisch
vorteilhaften Konstruktion.
Das heißt, die beim Öffnen des Automatikdeckels in der nutförmigen Aussparung des
Handbetätigungsdeckels herrschende Saugluftströmung sorgt nicht nur dafür, dass das
Fadenende des in der Übergabestellung des Rundmagazins positionierten Spinnkopses
in die nutförmige Aussparung gleitet, sondern gewährleistet während der Überführung
eines Spinnkopses vom Rundmagazin in die Abspulstellung der Spulstelle auch eine zuverlässige
Separierung des Fadenendes des betreffenden Spinnkopses. Des Weiteren sorgt die in
der nutförmigen Aussparung des Handbetätigungsdeckels anstehende Saugluftströmung
auch dafür, dass das Fadenende während der Überführung des Spinnkopses straff bleibt
bzw. unmittelbar nachdem der Spinnkops seine Abspulstellung erreicht hat, wieder straff
gezogen wird.
Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der Hilfsgreifer, der anschließend das Fadenende
an das Greiferrohr der Spulstelle überführen soll, den zwischen dem Saugluftkanal
des Rundmagazins und dem in Abspulstellung positionierten Spinnkops gespannten Fadenstrang
stets zuverlässig erfassen und an das Greiferrohr der Spulstelle übergeben kann.
[0010] In vorteilhafter Ausführungsform sind, wie im Anspruch 2 beschrieben, der Handbetätigungsdeckel
und der Automatikdeckel an einem Lagerteil angeordnet und jeweils um eine horizontale
Schwenkachse begrenzt drehbar gelagert.
Eine solche Ausbildung ermöglicht es, sowohl den
Handbetätigungsdeckel als auch den Automatikdeckel auf einfache Weise jeweils per
vertikal gerichteter Krafteinleitung zu öffnen, was nicht beim Handbetätigungsdeckel
sondern insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Automatikdeckel die Realisierung
eines kostengünstigen Antriebsmechanismus' ermöglicht.
Das heißt, aufgrund der horizontalen Schwenkachse des Automatikdeckels können anstelle
der bislang benötigten torsionssteifen Drehhebel, einfache, zum Beispiel kostengünstig
aus Kunststoff gefertigte, Schubrohre eingesetzt werden.
[0011] Wie im Anspruch 3 dargelegt, kommt als Schließmechanismus für den Handbetätigungsdeckel
vorzugsweise ein Federelement zum Einsatz, das, zwischen dem Lagerteil und dem Handbetätigungsdeckel
eingeschaltet, einerseits den Handbetätigungsdeckel zuverlässig in einer Ausgangsstellung
hält, in der der Saugluftkanal luftdicht verschlossen ist, und anderseits ein problemloses
Öffnen des Handbetätigungsdeckel per einfachen Handdruck ermöglicht.
Das Lagerteil, an dem sowohl der Handbetätigungsdeckel als auch der Automatikdeckel
begrenzt drehbar gelagert sind, ist dabei, wie im Anspruch 4 dargelegt, in vorteilhafter
Ausführungsform am Oberrohr des teleskopierbar ausgebildeten Saugluftkanals angeordnet,
das seinerseits über einen Klemmblock höhenverstellbar mit dem Unterrohr des Saugluftkanals
verbunden ist.
Eine solche Ausbildung ermöglicht es, das erfindungsgemäße Deckelelement, entsprechend
der Länge der zu verarbeitenden Spinnkopse, stets optimal zu positionieren.
Mittels des Klemmblockes kann das Oberrohr und damit das Lagerteil beispielsweise
stets so angeordnet werden, dass einerseits der Handbetätigungsdeckel für das Bedienpersonal
gut zugängig bleibt, anderseits aber verhindert wird, dass es durch eine zu hohe Positionierung
des Deckelelements zu einem unbeabsichtigten Abziehen von Fadenmaterial von den Spinnkopsen
kommt, was zu Materialverlusten führen würde.
[0012] Wie im Anspruch 5 beschrieben, ist in vorteilhafter Ausführungsform außerdem vorgesehen,
dass auf dem Unterrohr des Saugluftkanals drehfest eine Lagerbuchse befestigt ist,
auf der ein Kurvenhebel drehbar gelagert ist, der, durch ein Federelement beaufschlagt,
an einer definiert antreibbaren Kurvenscheibe anliegt.
Durch das Federelement wird dabei sichergestellt, dass der Kurvenhebel stets spielfrei
an der Kurvenscheibe anliegt, so dass die über die Kurvenscheibe eingeleitete Bewegung
vollständig auf den Kurvenhebel weitergegeben wird.
[0013] Wie im Anspruch 6 beschrieben, weist der Kurvenhebel in vorteilhafter Ausbildung
eine helixförmig ausgebildete Anlauffläche auf, die mit einer entsprechend helixförmig
gestalteten Anlauffläche einer auf dem Unterrohr des Saugluftkanals drehfest, jedoch
axial verschiebbar geführten Schubbuchse korrespondiert. Das bedeutet, die über die
Kurvenscheibe eingeleitete Drehbewegung wird durch den Kurvenhebel in Verbindung mit
der Schubbuchse in eine Schubbewegung, deren Kraftrichtung parallel zum Saugluftkanal
verläuft, umgewandelt und kann anschließend direkt zur Ansteuerung des Automatikdeckels
benutzt werden.
[0014] Wie in den Ansprüchen 7 und 8 ausgeführt, ist die Schubbuchse über ein mehrteiliges
Druckrohr an den Automatikdeckel angeschlossen, wobei ein Unterrohr und ein Oberrohr
des Druckrohres über eine werkzeuglos einstellbare Klemmgewindeeinrichtung verbunden
sind. Die Klemmgewindeeinrichtung gewährleistet dabei auf unkomplizierte Weise eine
exakte Anpassung der Länge des Druckrohres entsprechend der gewählten Einstellhöhe
des erfindungsgemäßen Deckelelements.
[0015] Gemäß Anspruch 9 ist in vorteilhafter Ausführungsform außerdem vorgesehen, dass das
Unterrohr des Druckrohres im Klemmblock des Saugluftkanals axial verschiebbar geführt
ist.
Eine solche Führung des Unterrohres im Klemmblock gewährleistet auf einfache Weise
und bei jeder Einstellhöhe eine sichere und saubere Führung des Druckrohres und damit
eine ordnungsgemäße Übertragung der über die Schubbuchse eingeleiteten Schubkraft.
[0016] Um zu verhindern, dass es bei Blockierungen des Automatikdeckels zu Beschädigungen
kommen kann, ist gemäß Anspruch 10 außerdem vorgesehen, dass das Oberrohr des Druckrohres
indirekt an den Automatikdeckel angeschlossen ist.
[0017] Das heißt, zwischen das Oberrohr und den Automatikdeckel ist ein Federelement eingeschaltet,
das zusammengedrückt wird, wenn über den Schrittmotor ein Schaltvorgang eingeleitet
wird, obwohl der Automatikdeckel blockiert ist.
[0018] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind einem nachfolgend anhand der Zeichnungen
erläuterten Ausführungsbeispiel entnehmbar.
[0019] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht auf einige der Spulstellen eines Kreuzspulautomaten,
wobei die Spulstellen jeweils mit einem Rundmagazin ausgestattet sind, dessen Saugluftkanal
durch ein erfindungsgemäßes Deckelelement verschließbar ist,
- Fig. 2
- eine Spulstelle eines Kreuzspulautomaten, die mit einem Rundmagazin ausgestattet ist,
das das erfindungsgemäße Deckelelement aufweist, in Seitenansicht,
- Fig. 3
- in einem größeren Maßstab sowie im Detail das erfindungsgemäße Deckelelement nebst
zugehörigen Betätigungseinrichtungen,
- Fig. 4
- das erfindungsgemäße Deckelelement mit Handbetätigungsdeckel und Automatikdeckel im
geschlossenen Zustand,
- Fig. 5
- das Deckelelement gemäß Fig.4 mit heruntergedrücktem Handbetätigungsdeckel und damit
geöffnetem Saugluftkanal,
- Fig. 6
- das Deckelelement gemäß Fig.4 mit aufgestelltem Automatikdeckel und damit geöffnetem
Saugluftkanal,
- Fig. 7
- das Deckelelement gemäß Fig.4 während der Ansteuerung eines blockierten Automatikdeckels.
[0020] Figur 1 zeigt in perspektivischer Ansicht einige der zahlreichen Spulstellen 2 eines
Kreuzspulautomaten 1.
Derartige Spulstellen 2 sind jeweils mit einem Rundmagazin 3 ausgestattet, das mit
einigen frischen Spinnkopsen 4 gefüllt ist, die anschließend auf der Spulvorrichtung
11 zu einer Kreuzspule 7 umgewickelt werden.
Wie angedeutet, liegen die Fadenenden 6 der im Rundmagazin 3 bevorrateten Spinnkopse
4 in einem im Bereich der Mittellängsachse des Rundmagazins 3 angeordneten Saugluftkanal
13 und sind durch ein Deckelelement 12, das aus einem Handbetätigungsdeckel 20 und
einem Automatikdeckel 19 besteht und das den Saugluftkanal 13 temporär verschließt,
mechanisch fixiert.
[0021] Die im Rundmagazin 3 bevorrateten Spinnkopse 4 werden nacheinander über eine spulstelleneigene
Kopsführungseinrichtung 5 in eine Abspulstellung II der jeweiligen Spulstelle 2 überführt,
in der die Spinnkopse 4 zu einer großvolumigen Kreuzspule 7 umgespult werden, wobei
der laufende Faden, wie üblich, auf Fadenfehler hin überwacht wird.
[0022] Abgespulte Leerhülsen 8 werden jeweils in eine vor den Spulstellen 2 angeordnete,
in Transportrichtung T umlaufende Leerhülsentransporteinrichtung 9 ausgetragen, an
die sich im Ausführungsbeispiel eine weitere Transporteinrichtung, beispielsweise
ein Steigförderer 10, anschließt, der die Leerhülsen 8 auf eine höhere Transportebene
überführt.
[0023] Wie in Figur 2 angedeutet, verfügt jede der Spulstellen 2 des Kreuzspulautomaten
1 neben einem Rundmagazin 3 zum Deponieren von frischen Spinnkopsen 4 und einer Spuleinrichtung
11 zum Wickeln einer Kreuzspule 7 über weitere Fadenhandhabungs- bzw. Fadenbehandlungseinrichtungen.
Solche Spulstellen 2 weisen beispielsweise jeweils einen elektronischen Fadenreiniger
14, eine Fadenspleißeinrichtung 17 sowie einen Fadenspanner 18 auf.
In der Fadenspleißeinrichtung 17 werden nach einer Spulunterbrechung, beispielsweise
nach einem Fadenbruch oder einem kontrollierten Fadenreinigerschnitt, der von der
Kreuzspule 7 stammende Oberfaden und der mit dem Spinnkops 4 verbundene Unterfaden
wieder pneumatisch verbunden.
Der Oberfaden wird dabei mittels einer Saugdüse 15 in die Fadenspleißeinrichtung 17
eingelegt, während der Unterfaden durch ein Greiferrohr 16 bereitgelegt wird.
[0024] Da der Aufbau und die Funktion derartiger Spulstellen 2 allgemein bekannt sind, wird
auf weitere Erläuterungen solcher Spulstellen verzichtet.
[0025] Wie sowohl in Fig.1 als auch in Fig.2 dargestellt, sind die Fadenenden 6 der im Rundmagazin
3 bevorrateten frischen Spinnkopse 4 jeweils in einem Saugluftkanal 13 positioniert,
der durch ein Deckelelement 12, bestehend aus einem Handbetätigungsdeckel 20 und einem
Automatikdeckel 19, verschlossen ist.
[0026] Die Fadenenden 6 der im Rundmagazin 3 zum Umspulen bereitgehaltenen Spinnkopse 4
sind dabei zwischen dem Handbetätigungsdeckel 20 und dem Automatikdeckel 19 geklemmt
und damit mechanisch fixiert.
[0027] Wie in Fig.2 des Weiteren dargestellt, weist jede Spulstelle 2 einen so genannten
Hilfsgreifer 24 auf, der nach einem Spinnkopswechsel, das heißt, wenn ein in der Abspulstellung
II positionierter Spinnkops abgespult ist und durch einen frischen Spinnkops aus dem
Rundmagazin ersetzt wurde, dafür sorgt, dass der Fadenstrang, der sich zwischen dem
auf einem Kopsaufsteckdorn 25 positionierten Spinnkops 4 und dem Deckelelement 12
erstreckt, an das Greiferrohr 16 der Spulstelle 2 überführt wird.
[0028] Die Fig.3 zeigt den Aufbau des erfindungsgemäßen Deckelelementes 12 sowie die Betätigung
des Handbetätigungsdeckels 20 und des Automatikdeckels 19 im Detail.
Wie ersichtlich, besteht der insgesamt mit der Bezugszahl 13 gekennzeichnete Saugluftkanal
aus einem Unterrohr 30 und einem verschiebbar im Unterrohr 30 geführten Oberrohr 29.
Auf dem Unterrohr 30, das mit seinem unteren Ende in einem (nicht näher dargestellten)
Gehäuse des Rundmagazins 3 festgelegt ist, ist im Bereich des oberen Endes ein Klemmblock
31 angeordnet, der eine definierte Einstellung der Länge des Saugluftkanals 13 und
damit der Höhe des Deckelelementes 12 ermöglicht.
Das heißt, mittels des Klemmblockes 31 kann die Ausfahrlänge des Oberrohrs 29 und
damit die Einbauhöhe eines am oberen Ende des Oberrohrs 29 befestigten Lagerteils
23 exakt vorgegeben werden.
[0029] An diesem Lagerteil 23 sind, über horizontale Schwenkachsen 26 bzw. 27 begrenzt beweglich,
der Automatikdeckel 19 sowie der Handbetätigungsdeckel 20 angeordnet.
[0030] Der Handbetätigungsdeckel 20, der auf seiner Oberseite 21 eine von einer zentralen
Ansaugöffnung 50 ausgehende nutartige Aussparung 22 aufweist, wird dabei durch ein
Federelement 28, das zwischen das Lagerteil 23 und die Unterseite des Handbetätigungsdeckels
20 eingeschaltet ist, in einer Ausgangsstellung gehalten, in der der Handbetätigungsdeckel
20 von unten an dem in Ausgangsstellung positionierten Automatikdeckel 19 anliegt,
das heißt, in der ein am Automatikdeckel 19 angeordneter Klemm- und Dichtungssteg
52 in die nutartige Aussparung 22 des Handbetätigungsdeckels 20 fasst.
Der Handbetätigungsdeckel 20 kann, wie in Fig. 5 anhand des Pfeils F dargestellt,
durch manuelle Krafteinleitung auf seine Oberfläche, gegen die Kraft des Federelements
28 um die Schwenkachse 27 nach unten gekippt werden.
In dieser Stellung liegt die zentrale Ansaugöffnung 50 im Handbetätigungsdeckel 20
frei, so dass die Fadenenden 6 frischer Spinnkopse 4, die neu im Rundmagazin 3 deponiert
wurden, in die Ansaugöffnung 50 eingesaugt und nach Lösen der manuellen Krafteinleitung
mechanisch fixiert werden können.
[0031] Die Betätigung des Automatikdeckels 19 im Zuge eines Spinnkopswechsels erfolgt mittels
eines elektromotorischen Antriebs, vorzugsweise mittels eines definiert ansteuerbaren
Schrittmotors 38.
Wie aus Fig.3 ersichtlich, ist der im (nicht dargestellten) Gehäuse des Rundmagazins
angeordnete Schrittmotor 38 über ein auf seiner Motorwelle drehfest arretiertes Ritzel
37 mit einem Antriebsrad 36 verbunden, das drehbar im Gehäuse des Rundmagazins 3 gelagert
und mit einer Kurvenscheibe 35 ausgestattet ist.
An dieser Kurvenscheibe 35 liegt, durch ein Federelement 34 beaufschlagt, ein Kurvenhebel
33 an, der über eine Lagerbuchse 32 drehbar auf dem Unterrohr 30 des Saugluftkanals
13 angeordnet ist. Der Kurvenhebel 33 weist eine nach oben gerichtete helixförmige
Anlauffläche 39 auf, die mit einer entsprechenden, nach unten gerichteten helixförmigen
Anlauffläche 40 einer Schubbuchse 41 korrespondiert, die ihrerseits drehfest, jedoch
axial verschiebbar, auf dem Unterrohr 30 des Saugluftkanals 13 angeordnet ist.
An der Schubbuchse 41 stützt sich ein zweiteiliges Druckrohr 42 ab, wobei das im Klemmblock
31 axial verschiebbar geführte Unterrohr 43 des Druckrohres 42 mit dem zugehörigen
Oberrohr 44 über eine werkzeuglos verstellbare Klemmgewindeeinrichtung 45 verbunden
ist. Das Oberrohr 44 ist schließlich über ein Federelement 46 so mit dem Automatikdeckel
19 verbunden, dass, wie in Fig.6 dargestellt, eine Verlagerung der Druckrohres 42
in Richtung des Pfeils X zu einem Verschwenken des Automatikdeckels 19 um seine Schwenkachse
26 führt, mit der Folge, dass der Klemm- und Dichtungssteg 52 des Automatikdeckels
19 von der in der Oberfläche 21 des Handbetätigungsdeckels 20 eingearbeiteten nutartigen
Aussparung 22 abgehoben und damit die nutartige Aussparung 22 freigegeben wird. Die
nutartige Aussparung 22 ist dann an die Ansaugöffnung 50 des Saugluftkanals 12 angeschlossen
und bildet einen Luft- und Fadenführungskanal.
[0032] Wenn das Rundmagazin 3 im Zuge eines Spinnkopswechsels um eine Aufnahmetaschenteilung
weiter getaktet wird und dabei ein frischer Spinnkops 4 aus dem Rundmagazin 3 an die
Abspulstellung AS der Spulstelle 2 überführt wird, gleitet das in der Ansaugöffnung
50 des Saugluftkanals 13 fixierte Fadenende 6 des betreffenden Spinnkopses 4 in die
nutartige Aussparung 22 und wird dort, da gleichzeitig der Automatikdeckel 19 etwas
geöffnet hat, einer relativ starken Saugluftströmung ausgesetzt.
Die Saugluftströmung sorgt dafür, dass das Fadenende 6 des inzwischen auf einem Aufnahmedorn
25 angeordneten Spinnkopses 4, das zwischen Spinnkops 4 und Deckelelement 12 einen
Fadenstrang bildet, stramm gezogen bleibt bzw. stramm gezogen wird und von einem spulstelleneigenen
Hilfsgreifer 24 problemlos an das Greiferrohr 16 der Spulstelle 2 übergeben werden
kann.
[0033] In den Figuren 4 bis 7 sind verschiedene Bedienzustände des erfindungsgemäßen Deckelelements
12 dargestellt.
[0034] Fig.4 zeigt beispielsweise ein geschlossenes Deckelelement 12, das heißt, sowohl
der Handbetätigungsdeckel 20 als auch der Automatikdeckel 19 stehen in ihrer Ausgangsstellung,
in der die Ansaugöffnung 50 des Saugluftkanals 13 verschlossen ist.
In diesem Zustand sind die Fadenenden 6 von Spinnkopsen 4, die im Rundmagazin 4 bevorratet
sind, zwischen dem Handbetätigungsdeckel 20 und dem Automatikdeckel 19 mechanisch
fixiert.
[0035] Fig.5 zeigt das Deckelelement 12 zu einem Zeitpunkt, zu dem, beispielsweise durch
das Bedienpersonal, von oben eine Kraft F auf den Handbetätigungsdeckel 20 gegeben
wird.
Der Handbetätigungsdeckel 20 wird dadurch geschwenkt, das heißt, auf der dem Bedienpersonal
zugewandten Seite gegenüber dem Automatikdeckel 19 nach unten gekippt.
Wie ersichtlich, wird dabei die zentrale Ansaugöffnung 50 des Saugluftkanals 13 im
Handbetätigungsdeckel 20 freigegeben, so dass das Bedienpersonal problemlos die Fadenenden
6 von frisch im Rundmagazin 3 deponierten Spinnkopsen 4 in den Saugluftkanal 13 einfädeln
kann.
[0036] Die Figuren 6 und 7 zeigen die Ansteuerung des Automatikdeckels 19, das heißt, die
Verlagerung des Druckrohrs 42 durch den Schrittmotor 38.
[0037] Im Normalfall wird der Automatikdeckel 19, wie in Fig.6 dargestellt, durch das Oberrohr
44 des nach oben gleitenden Druckrohrs 42 um seine Schwenkachse 26 gedreht.
Das heißt, ein auf dem Oberrohr 44 des Druckrohres 42 angeordnetes Federelement 46
schwenkt den Automatikdeckel 19 so um seine Schwenkachse 26, dass der Klemm- und Dichtungssteg
52 des Automatikdeckels 19 aus der nutartigen Aussparung 22 des Handbetätigungsdeckels
20 gehoben wird.
Die nutartige Aussparung 22 ist dadurch mit der zentralen Ansaugöffnung 50 des Saugluftkanals
13 im Handbetätigungsdeckel 20 wieder pneumatisch durchgängig verbunden und bildet
einen Luft- und Fadenführungskanal.
In dieser Stellung ist das Fadenende 6 eines im Zuge eines Spinnkopswechsels aus dem
Rundmagazin 3 in die Abspulstellung AS an der Spulstelle 2 überführten Spinnkopses
4, das in die nutartige Aussparung 22 geglitten ist, einer relativ starken Saugluftströmung
ausgesetzt, die dafür sorgt, dass das Fadenende stets stramm gehalten bzw. stramm
gezogen wird.
[0038] Die Fig.7 zeigt eine Situation, in der das Druckrohr 42 und damit das Oberrohr 44
durch den Schrittmotor 38 nach oben verlagert wird, der Automatikdeckel 19 in diesem
Moment aber blockiert ist, wie dies in Fig. 7 durch den Pfeil B angedeutet ist.
In einem solchen Fall wird lediglich das auf dem Oberrohr 44 angeordnete Federelement
46 zusammengedrückt, ohne dass der Automatikdeckel 19 oder der Ansteuermechanismus
unzulässig belastet oder gar beschädigt werden.
Das heißt, durch das Federelement 46 können im Falle einer Blockierung des Automatikdeckels
19 bleibende Schädigungen zuverlässig vermieden werden.
1. Rundmagazin für eine Spulstelle eines Kreuzspulautomaten mit einem Saugluftkanal zum
Fixieren der Fadenenden von im Rundmagazin bevorrateten Spinnkopsen sowie einem beweglich
gelagerten Deckelelement zum Verschließen des Saugluftkanals, wobei das Deckelelement
wahlweise manuell oder automatisch betätigbar ist und im geschlossenen Zustand die
Fadenenden der Spinnkopse mechanisch arretiert,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Deckelelement (12) aus einem Handbetätigungsdeckel (20) sowie einem Automatikdeckel
(19) besteht, die jeweils separat betätigbar sind und
dass in die Oberseite (21) des Handbetätigungsdeckels (20) eine nutförmige Aussparung
(22) eingearbeitet ist, die einen an den Saugluftkanal (13) des Rundmagazins (3) angeschlossenen
Luft- und Fadenführungskanal bildet, der durch den Automatikdeckel (19) verschließbar
ist.
2. Rundmagazin nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Handbetätigungsdeckel (20) und der Automatikdeckel (19) an einem gemeinsamen
Lagerteil (23) angeordnet und jeweils um eine horizontale Schwenkachse (27 bzw. 26)
begrenzt drehbar gelagert sind.
3. Rundmagazin nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen das Lagerteil (23) und den Handbetätigungsdeckel (20) ein Federelement (28)
eingeschaltet ist, das den Handbetätigungsdeckel (20) im unbetätigten Zustand in seiner
Ausgangsstellung positioniert.
4. Rundmagazin nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagerteil (23) am Oberrohr (29) des teleskopierbar ausgebildeten Saugluftkanals
(13) festgelegt ist, wobei das Oberrohr (29) über einen Klemmblock (31) höhenverstellbar
am Unterrohr (30) des Saugluftkanals (13) angeordnet ist.
5. Rundmagazin nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Unterrohr (30) drehfest eine Lagerbuchse (32) befestigt ist, auf der ein
Kurvenhebel (33) drehbar gelagert ist, der, durch ein Federelement (34) beaufschlagt,
an einer definiert antreibbaren Kurvenscheibe (35) anliegt.
6. Rundmagazin nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurvenhebel (33) eine helixförmig ausgebildete Anlauffläche (39) aufweist, die
mit einer helixförmig geformten Anlauffläche (40) einer auf dem Unterrohr (30) drehfest,
jedoch axial verschiebbar geführten Schubbuchse (41) korrespondiert.
7. Rundmagazin nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schubbuchse (41) über ein mehrteiliges Druckrohr (42) an den Automatikdeckel
(19) angeschlossen ist.
8. Rundmagazin nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Unterrohr (43) und ein Oberrohr (44) des Druckrohres (42) über eine werkzeuglos
einstellbare Klemmgewindeeinrichtung (45) verbunden sind.
9. Rundmagazin nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterrohr (43) des Druckrohres (42) im Klemmblock (31) axial verschiebbar geführt
ist.
10. Rundmagazin nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberrohr (44) des Druckrohres (42) über ein Federelement (46) an den Automatikdeckel
(19) angeschlossen ist.