(19)
(11) EP 2 186 958 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.05.2010  Patentblatt  2010/20

(21) Anmeldenummer: 09450218.4

(22) Anmeldetag:  18.11.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04B 1/80(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(30) Priorität: 18.11.2008 AT 17872008
14.05.2009 AT 3162009 U

(71) Anmelder:
  • Alz, Ulrike
    4890 Frankenmarkt (AT)
  • Hofer, Veronika
    1070 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Hofer, Emmerich
    1100 Wien (AT)
  • Hofer-Sinnissbichler, Eva
    1100 Wien (AT)

(74) Vertreter: Wildhack, Andreas 
Wildhack & Jellinek Patentanwälte OG Landstrasser Hauptstraße 50
1030 Wien
1030 Wien (AT)

   


(54) Dämmelement


(57) Die Erfindung betrifft eine Dämmanordnung, umfassend eine Wand bzw. Oberfläche (13), beispielsweise eine Außenmauer, eine Innenwand, eine Bodenfläche, einen Estrich oder eine Dachfläche, sowie eine an dieser Wand (13) angeordnete durchgehende, geschlossene Dämmfläche (15), gebildet aus einer Vielzahl von miteinander über deren Stirnflächen (9), insbesondere gas- und/oder feuchtigkeitsdicht, verbundenen Dämmelementen (1) aus einem geschäumten Material bzw. Schaumstoff, dadurch gekennzeichnet, dass auf bzw. in einer der Wand (13) zugewendeten Unterfläche (3) jedes Dämmelements (1) bzw. der Dämmfläche (15) Hinterlüftungsmittel (4) zur Ermöglichung einer Hinterlüftung bzw. einer Abfuhr von Wasserdampf aus dem Bereich zwischen der Wand (13) und der Dämmfläche (15) vorgesehen sind, wobei zwischen der Dämmfläche (15) und der Wand (13) ein an sich bekannter Kondensatumwandler (25) in Form einer Schicht aus diffusionsoffenem und/oder hydrophilen Putz vorgesehen ist, der aus der Wand (13) austretende Kondensations- und/oder Mauerfeuchtigkeit in Wasserdampf umwandelt und als Wasserdampf abgibt und der Wasser aus durchfeuchtetem Mauerwerk ansaugt und dieses Wasser bzw. den entstandenen Wasserdampf durch die Putzdicke leitet und an die Umgebung abgibt, so dass die Oberfläche stets trocken ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Dämmanordnung, umfassend eine Wand, beispielsweise eine Außenmauer, sowie eine an dieser Wand angeordnete durchgehende, geschlossene Dämmfläche, gebildet aus einer Vielzahl von miteinander über deren Stirnflächen verbundenen Dämmelementen aus einem geschäumten Material bzw. Schaumstoff.

[0002] Die Wärmedämmung von Gebäuden zur Einsparung von Heizenergie ist seit jeher ein Anliegen und ein Problem zugleich. Aus diesem Grund hat sich eine große Anzahl an verschiedenen Dämmsystemen mit einer ebenso großen Anzahl an verschiedenen Dämmmaterialien ausgebildet.

[0003] Man kann grundsätzlich zwischen einer Außendämmung, einer Innendämmung und einer Kerndämmung unterscheiden, wobei die Anbringung einer Ausdämmung in der Fachwelt den Ruf hat, weniger problematisch als Innendämmungen zu sein. Bei Innendämmungen besteht die Gefahr der Feuchtigkeitsbildung durch Kondensation, sobald der Taupunkt nach innen wandert. Kommt es an der kalten Innenwand zur Kondensation, so kann sich in diesem Bereich Schimmel bilden. Diesem Problem kann in der Regel durch Verwendung von teuren diffusionsoffenen und kapillaraktiven Dämmstoffen begegnet werden. Alternativ ist es auch möglich, innenliegende Dampfsperren anzubringen, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit aus der Raumluft in die Konstruktion bzw. hinter die Dämmung eindringt und an der kalten Wand kondensiert. Derartige Dampfsperren müssen jedoch sehr sorgfältig ausgeführt werden und luftdicht abschließen, und sind sehr anfällig gegen Undichtigkeiten oder nachträgliche Beschädigungen.

[0004] Unabhängig davon, woher nun die Feuchtigkeit kommt, das heißt, ob die Feuchtigkeit aus der Raumluft stammt oder durch ein feuchtes Mauerwerk hindurch nach innen gelangt, gilt, dass die Wärmedämmkonstruktion derart ausgestaltet sein muss, dass mehr Feuchtigkeit vom Wandbereich abgeleitet werden muss, als nachgeliefert wird. In der Regel wird die Feuchtigkeit durch ein zwischen der Mauer und der Dämmung liegendes Hinterlüftungssystem abgeführt. Eine aus dem Stand der Technik bekannte, innenliegende Dämmkonstruktion sieht somit in der Regel eine an der Innenwand anliegende Lattenkonstruktion vor, wobei die Latten voneinander beabstandet sind und Hohlräume für die Hinterlüftung ausbilden. Auf diese Lattenkonstruktion werden dann die Dämmplatten aufgelegt und daran befestigt. Auf diese Weile kann gleichzeitig eine Wärmedämmung sowie eine Hinterlüftung bzw. der Abtransport der mit Wasserdampf angereicherten Luft erreicht werden.

[0005] Aus dem Stand der Technik sind auch diverse Materialien zur Dämmung bekannt, beispielsweise mineralische oder organische Faserwerkstoffe, organische oder anorganische Schäume, poröse Materialien im Allgemeinen sowie Systeme zur Vakuumwärmedämmung, beispielsweise sogenannte Vakuumisolationspaneele bzw. Vakuumdämmplatten. Grundsätzlich erfolgt der Wärmetransport bzw. die Wärmeleitung im Wesentlichen durch die Mechanismen der Wärmeleitung, der Wärmestrahlung sowie der Konvektion. Bei jedem Dämmstoff ist es Ziel, diese Komponenten zu verringern, um die Dämmwirkung zu erhöhen. So kann die Wärmeleitung durch den Feststoff beispielsweise über geeignete Materialien oder erhöhte Porositäten verringert werden und die Wärmestrahlung kann durch reflektierende oder absorbierende Elemente verringert werden. Die Konvektion bzw. die Wärmeleitung über das enthaltene Gas kann durch die Vorsehung eines Vakuums sehr effektiv verringert werden.

[0006] Den meisten dieser bekannten Bauelemente ist es gemeinsam, dass diese in der Regel beidseitig planeben sind und damit nur zur Montage an einer bereits vorgefertigten Hinterlüftungskonstruktion oder an einer Außenwand verwendet werden können. Dies wiederum macht die Errichtung einer gesamten Dämmkonstruktion zeitaufwändig und langwierig.

[0007] Außerdem existiert in der Praxis, insbesondere bei der Altbausanierung, das Problem, wie man bereits in die Mauer eingedrungene Feuchtigkeit wieder entfernen kann. Dabei kann es sich sowohl um das Trocknen von ständig durchfeuchtetem Mauerwerk handeln, wie es in Gebäuden auftritt, in deren Räumen stets ein hoher Feuchtigkeitsgehalt vorliegt, wie Bädern, Brauereien und dergleichen, oder um Mauerwerk, das durch aufsteigende Kapillarfeuchtigkeit aus dem Baufundament feucht ist, was insbesondere bei Altbauten häufig der Fall ist.

[0008] Wenn solche Mauerteile mit herkömmlichem Putz versehen werden, wird zwar die Oberfläche gegenüber dieser Feuchtigkeit abgedichtet, jedoch bleibt diese Feuchtigkeit dann auch in der Wand und "arbeitet" dort weiter.

[0009] Aus dem Stand der Technik sind diesbezüglich verschiedenen Putze, sogenannte Kondensatumwandlerputze, mit besonderen Eigenschaften bekannt, die geeignet sind, aus dem durchfeuchteten Mauerwerk Wasser anzusaugen und dieses Wasser bzw. den entstandenen Wasserdampf schnell durch die Putzdicke zu leiten und auf der Außenseite an die Umgebung abzugeben, so dass die Maueroberfläche stets trocken ist.

[0010] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine einfach zu errichtende Dämmanordnung zu schaffen, die den oben genannten Schwierigkeiten Rechung trägt und die oben genannten Nachteile beseitigt und mit der vor allem feuchte Wände effektiv gedämmt werden können.

[0011] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass auf bzw. in einer der Wand zugewendeten Unterfläche jedes Dämmelements bzw. der Dämmfläche Hinterlüftungsmittel zur Ermöglichung einer Hinterlüftung bzw. einer Abfuhr von Wasserdampf aus dem Bereich zwischen der Wand und der Dämmfläche vorgesehen sind, wobei zwischen der Dämmfläche und der Wand ein an sich bekannter Kondensatumwandler in Form einer Schicht aus diffusionsoffenem und/oder hydrophilen Putz vorgesehen ist, der aus der Wand austretende Kondensations- und/oder Mauerfeuchtigkeit in Wasserdampf umwandelt und als Wasserdampf abgibt und der geeignet ist, Wasser aus durchfeuchtetem Mauerwerk anzusaugen und dieses Wasser bzw. den entstandenen Wasserdampf durch die Putzdicke zu leiten und an die Umgebung abzugeben, so dass die Oberfläche stets trocken ist.

[0012] Auf diese Weise wird eine effektive Hinterlüftung zur Ermöglichung einer ständigen Luftzirkulation und somit einer Dampfdruckentspannung bzw. zur Abfuhr von Wasserdampf bzw. Feuchtigkeit aus dem sensiblen Bereich hinter den Dämmelementen bzw. hinter der Dämmfläche geschaffen.

[0013] Eine derartige Dämmanordnung kommt, wie einleitend bemerkt, ohne eine separate Hinterlüftungskonstruktion aus, sondern sind die Dämmelemente direkt auf die Wand bzw. den besonderen Putz montiert. Die erfindungsgemäße Dämmanordnung ist somit sehr einfach und schnell zu errichten.

[0014] Wenn die zu dämmende Wand feucht ist bzw. überall dort, wo durch Kondensation oder Hygroskopie eine hohe Mauerfeuchtigkeit vorherrscht und eine Isolierung von außen nicht zielführend ist, ist es vorteilhaft, wenn zwischen der Dämmfläche und der Wand der an sich bekannte Kondensatumwandler bzw. eine Putzschicht aus diffusionsoffenem hydrophilen Putz vorgesehen ist, der/die aus der Wand austretende Kondensations- und/oder Mauerfeuchtigkeit ansaugt und dann in Wasserdampf umwandelt und abgibt. Auf diese Weise wird nicht nur gedämmt, sondern gleichzeitig auch die Mauer effektiv entfeuchtet. Der Kondensatumwandlerputz und die Hinterlüftungsmittel wirken in besonderer Weise vorteilhaft zusammen und ergänzen sich synergistisch. Durch die kombinierte Verwendung der besonders ausgestalteten Dämmelemente und des Kondensatumwandlerputzes können auch besonders heikle und feuchte Wände effektiv gedämmt werden.

[0015] Die die Dämmfläche bildenden Dämmelemente können aufgrund ihres geringen Gewichtes leicht und einfach transportiert, gelagert, montiert sowie verladen werden. Weiters können derartige Dämmelemente aufgrund der hohen Wärmedämmwerte sehr dünn und raumsparend ausfallen. Durch die direkte Anordnung der Hinterlüftungsmittel an der Rückseite bzw. Unterfläche jedes Dämmelementes kann auch die mühsame und zeitraubende Errichtung einer separaten Hinterlüftungskonstruktion gänzlich entfallen. Zudem wird die gesamte Dämmkonstruktion dünner und wertvoller Raum wird gewonnen, was insbesondere bei der Innendämmung hochrelevant ist.

[0016] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind durch die Merkmale der abhängigen Ansprüche charakterisiert:

[0017] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Dämmanordnung ist vorgesehen, dass die Hinterlüftungsmittel integral in der Unterfläche jedes Dämmelements ausgeformt bzw. hineingefräst sind. Auf diese Weise ergibt sich eine äußerst gewicht- und platzsparende Konstruktion bei voller Erhaltung der Hinterlüftungseigenschaften.

[0018] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass in der Unterfläche jedes Dämmelements bzw. der Dämmfläche zumindest ein, vorzugsweise mehrere, Kanäle ausgebildet bzw. hineingefräst sind, wobei jeder einzelne der Kanäle beidseitig offen ist, und insbesondere in jeweils verschiedene, vorzugsweise einander gegenüberliegende, Seitenflächen einmündet. Die Ausbildung von leicht herzustellenden Hinterlüftungskanälen hat den Vorteil, dass ein gut definierter Weg für den Abzug der feuchten Luft vorgegeben ist und die Feuchtigkeit effektiv abgesaugt werden kann.

[0019] Bei einer vorteilhaft entlüfteten Dämmanordnung ist vorgesehen, dass die Hinterlüftungsmittel bzw. Kanäle jedes mit den Hinterlüftungsmitteln bzw. Kanälen der jeweils benachbarten Dämmelemente fluchten bzw. fluidmäßig verbunden sind, wodurch auf der Unterseite der Dämmfläche ein verzweigtes Netzwerk ausgebildet ist.

[0020] In diesem Zusammenhang ist es besonders vorteilhaft, wenn zwei Gruppen von jeweils geraden Kanälen ausgebildet sind, wobei die Kanäle jeweils einer Gruppe zueinander parallel verlaufen und zu den Kanälen der jeweils anderen Gruppe im rechten Winkel angeordnet sind, wodurch ein rechtwinkeliges, gitterartiges Hinterlüftungsnetzwerk ausgebildet ist. Ein derartiges regelmäßiges Gittersystem ist leicht und kostengünstig herzustellen, gewährt ein gleichmäßiges Anliegen jedes Dämmelementes bzw. der Dämmfläche an der Wand und gewährleistet, dass die Kanäle voneinander benachbarter Dämmelemente immer miteinander fluchten und keine Sackgassen gebildet werden.

[0021] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass jedes Dämmelement massiv ist bzw. durch und durch aus geschäumten Material besteht, sowie homogen und gleichförmig ist. Auf diese Weise lassen sich entsprechende Dämmelemente günstig herstellen und verarbeiten. Auch ist die strukturelle Integrität und die Stabilität solcher Dämmelenente relativ hoch.

[0022] Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass das Dämmelement in Form einer Hüllwandung ausgebildet ist, die zumindest einen evakuierbaren, insbesondere im Feinvakuumbereich zwischen 10-3 und 1 mbar evakuierten, Hohlraum umgibt. Ein derartiges Dämmelement kann somit aufgrund des geringen Gewichtes leicht und einfach transportiert, gelagert, montiert sowie verladen werden. Weiters können derartige Dämmelemente aufgrund der hohen Wärmedämmwerte auch sehr dünn und raumsparend ausfallen.

[0023] Gemäß einer vorteilhaften Weiterentwicklung dieses Dämmelements ist vorgesehen, dass der Hohlraum im wesentlichen leer bzw. frei von einem zusätzlichen Dämmmaterial oder einem geschäumten feinporigen Materialien ist. Ein derartiges Dämmelement ist leichter und durch das Vakuum sogar effektiver als ein mit Schaum gefülltes Dämmelement, da die Wärmeleitung über das Material der Schaummatrix wegfällt. Vorteilhafte Unterdrücke beginnen etwa bei < 1 mbar.

[0024] Zur Verstärkung kann bei einem solchen hohlen Dämmelement vorgesehen sein, dass in der Hüllwandung, insbesondere auf der der Unterfläche gegenüberliegenden Innenseite, in den Hohlraum ragende Verstärkungsrippen ausgebildet sind oder dass die Innenseite gekrümmt bzw. kuppelartig gewölbt ausgebildet ist. Dadurch wird das Dämmelement trittstabil und kann auch für den Einsatz als Bodenfliese oder zur Isolierung von Böden im Kellerbereich eingesetzt werden.

[0025] Dieses Dämmelement kann vorteilhafterweise entweder einteilig bzw. einstückig durch Blasformen gebildet sein oder aus zumindest zwei Teilelementen zusammengesetzt sein. Je nach Material ergibt sich daraus ein günstiges Herstellungsverfahren.

[0026] Ist dieses Dämmelement gasdicht und evakuiert, so ist es zwar anfälliger gegen Beschädigungen, jedoch billiger herzustellen. Verfügt das Dämmelement über ein Ventil, so kann nachträglich belüftet oder evakuiert werden, wodurch die Flexibilität erhöht wird.

[0027] Weiters ist vorteilhaft, wenn jedes Dämmelement einteilig bzw. einstückig und ausnehmungsfrei ist. Dadurch erhöht sich ebenfalls dessen Stabilität, insbesondere bei der Lagerung und der Herstellung sowie der Montage. Außerdem ist die Herstellung derartiger Dämmelemente kostengünstiger.

[0028] Weiters ist vorteilhaft, wenn jedes Dämmelement bzw. das geschäumte Material bzw. der Schaumstoff dicht gegen den Eintritt, den Durchtritt und die Diffusion von Flüssigkeiten und Gasen, insbesondere von Wasser und Wasserdampf, bzw. absolut dampf- und wasserdicht ist.

[0029] In diesem Zusammengang ist es ebenfalls vorteilhaft, wenn vorgesehen ist, dass das geschäumte Material bzw. der Schaumstoff jedes Dämmelements geschlossenzellig ist, keine Kapillarität und/oder Wasseraufnahme aufweist. Auf diese Weise kann sich im Inneren des Dämmelement kein Wasser bzw. keine Feuchtigkeit ansammeln oder darin aufsteigen.

[0030] Um die Dämmwirkung weiter zu erhöhen, ist es vorteilhaft, wenn vorgesehen ist, dass in den Zellen des geschäumten Materials bzw. des Schaumstoffs ein gegenüber dem Umgebungsdruck verringerter Druck, insbesondere im Feinvakuumbereich zwischen 10-3 und 1 mbar, vorliegt.

[0031] Um alle gängigen Normen zu erfüllen, kann vorgesehen sein, dass jedes Dämmelement bzw. das geschäumte Material des Dämmelements nicht brennbar, resistent gegen chemische Einflüsse, insbesondere säurefest und/oder resistent gegen Umwelteinflüsse, gegen Insekten und Kleintierfraß ist.

[0032] Eine effektive Wärmedämmung wird dadurch erreicht, dass jedes Dämmelement wärmedämmend mit einem Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten λ < 0,06 W / K*m ist.

[0033] Vorteilhafterweise wird als Schaumstoff ein Hartschaumstoff oder Halbhartschaumstoff eingesetzt. Insbesondere ist der Schaumstoff ein Schaumkunststoff, vorzugsweise aus Polyurethan oder Polystyrol, beispielsweise XPS oder EPS, oder ein Schaumbeton.

[0034] Besonders bevorzugt ist Schaumglas, das aufgrund seiner hohen Druckfestigkeit, seiner praktisch nicht auftretenden Wasseraufnahme und seiner Dampfdichtheit auch bei extremen Bedingungen sehr gut geeignet ist. Schaumglas ist hoch wärmedämmend, wasserdicht, druckfest, dampfdicht, maßbeständig, nicht brennbar, säurebeständig, schädlingssicher, leicht zu bearbeiten und gut recyclebar.

[0035] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass Mittel zur Reduzierung der Wärmestrahlung durch jedes Dämmelement hindurch, insbesondere zumindest eine metallische Folie oder aufgedampfte Beschichtung, vorgesehen sind. Dies dient dazu, die Wärmestrahlung zu verringern und die Dämmwirkung zu erhöhen. Die Folien bzw. Beschichtungen sind vorzugsweise an der Unterfläche jedes Dämmelements angeordnet, können aber auch im Hohlraum angeordnet sein, vorzugsweise an beiden gegenüberliegenden Innenflächen des Hohlraumes voneinander beabstandet.

[0036] Um eine Verbindung der einzelnen Dämmelemente miteinander zu gewährleisten und die Montage zu beschleunigen und zu erleichtern, kann vorgesehen sein, dass das Dämmelement über korrespondierende Verbindungsmittel, beispielsweise über ein Nut-Feder-System oder ein Stufensystem, zur, vorzugsweise luft- und/oder feuchtigkeitsdichten, Verbindung mit anderen gleichartigen Dämmelementen zur Ausbildung der flächigen geschlossenen Dämmfläche verfügt, wobei die Mittel vorzugsweise integral in den Stirnflächen ausgeformt sind.

[0037] Eine bevorzugte Ausführungsform ergibt sich, wenn jedes Dämmelement plattenförmig, vorzugsweise im wesentlichen quaderförmig, eben oder gekrümmt, insbesondere mit einer Dicke von maximal 5 cm, vorzugsweise etwa 1 bis 3 cm, ist und/oder dass auf der, der Unterfläche gegenüberliegenden, Oberfläche des Dämmelements eine Dekorationsschicht od. dgl. aufgebracht ist. Derartige Dämmelemente sind leicht stapel- und lagerbar und können zudem auch ästhetische Effekte aufweisen.

[0038] Bevorzugt ist, wenn an der Unterfläche jedes Dämmelements, insbesondere an den vorstehenden bzw. erhabenen Flächen der Hinterlüftungsmittel, Steckmittel zur Montage des Dämmelements an entsprechenden, in bzw. an der Wand angeordneten Aufnahmemitteln angeordnet sind. Bei den Aufnahmemitteln kann es sich um einen an der Wand befestigten bzw. in der Wand teilweise versenkten, in Fertigteile gegossenen Aufnahmeraster handeln, mit dem die Steckmittel in Wirkverbindung gebracht werden. Beispielsweise können die Steckmittel als ausragende Noppen mit vergrößertem Kopf ausgebildet sein, die in entsprechend gegengleich geformte, in die Wand eingegossene Ausnehmungen passsitzig und formschlüssig eingesteckt werden.

[0039] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Kanten der vorstehenden bzw. erhabenen Flächen der Hinterlüftungsmittel abgefast bzw. abgeschrägt sind, wodurch übermäßiger und seitlich hervorquellender Kleber gepuffert wird und die Kanäle freibleiben.

[0040] Ein vorteilhafter Kondensatumwandlerputz ist aus - nach einer spezifizierten Sieblinie gemahlenen oder gebrochenen - Sanden, Altglas und/oder entkontaminierter Hausmüllschlacke, weiters Zement sowie einem Zusatzmittel, das oberflächenaktive Mittel sowie Kunststoffe enthält, zusammengesetzt.

[0041] Ein besonders gut wirkender Kondensatumwandler weist folgende Parameter auf: Luftporengehalt: > 35 %, Porosität: > 40 Vol %, Kapillare Wasseraufnahme: > 0,5 kg/m2, Wassereindringtiefe: > 5 mm, Druckfestigkeit: 1,5 - 5 N/mm2, Dampfdiffusionswiderstand: µ < 12, Körnung: 0 - 6 mm, vorzugsweise 0 - 2 mm, Raumgewicht: < 1,4 kg/dm3.

[0042] Der ungewöhnlich gute Wert bei einer durchschnittlichen Rohdichte des Putzes von ca. 1,5 g/cm3 lässt erkennen, dass der Diffusionsdurchlasswiderstand weitaus besser ist als bei bekannten Putzen.

[0043] Durch die Verwendung eines derartigen Kondensatumwandlers in Kombination mit den besonderen Dämmplatten lässt sich eine unerwartet effektive Wärmedämmung bei gleichzeitigem effektiven Abtransport der Feuchtigkeit erreichen.

[0044] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform einer Dämmanordnung, bei der die oben erwähnten Dämmelemente mit Hohlraum verwendet werden, kann vorgesehen sein, dass an der der Wand abgewendeten Seite der Dämmfläche eine durchgehende, geschlossene Funktionsfläche, gebildet aus einer Vielzahl von miteinander über deren Seitenflächen, insbesondere luft- und/oder feuchtigkeitsdicht, verbundenen Funktionselementen angeordnet, insbesondere angeklebt, ist. Eine derartige Funktionsfläche bietet eine zusätzliche Wärme- und Schalldämmung.

[0045] In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft vorzusehen, dass die einzelnen Funktionselemente zu den Dämmelementen mit Hohlraum identisch aufgebaut sind, mit dem Unterschied, dass die Funktionselemente luftgefüllt bzw. nicht evakuiert sind. Die Vorsehung derartiger nichtevakuierter Funktionselemente dient auch zum Schutz der evakuierten Dämmplatten. So können beispielsweise Nägel oder Schrauben in die Funktionselemente eingebracht werden, ohne die Funktionalität der Wärmedämmung der Gesamtkonstruktion zu beeinträchtigen. Insbesondere ist dies bei vertikalen Wänden im Wohnbereich erforderlich, an denen Bilder oder ähnliche Zierelemente aufgehängt werden.

[0046] Eine solche Dämmanordnung ist vorteilhafterweise so angeordnet, dass die Funktionsfläche bzw. die einzelnen Funktionselemente bezüglich der Dämmfläche derart ausgerichtet ist, dass die Verbindungslinien bzw. -nuten zwischen den einzelnen Elementen der jeweiligen Fläche nicht übereinander liegen, insbesondere maximal gegeneinander versetzt bzw. in der Flächenebene maximal seitlich voneinander beabstandet sind. Auf diese Weise wird die Wärmeleitung weiter reduziert und die Wärmebrücken bzw. die Durchtrittsstellen kühler Luft werden verringert bzw. die Wege verlängert.

[0047] Die Dämmfläche kann nach Wunsch und Anforderung mit einem Funktionsbelag z.B. mit einem Teppich, einer Tapete oder einer Bitumenschicht für die Dachisolierung belegt sein.

[0048] Vorteilhaft für eine einfache und rasche Verlegung ist es, wenn die Dämmelemente zusammengesetzt zu der Dämmfläche, auf einer flexiblen, einrollbaren Folienbahn einseitig befestigt bzw. aufkaschiert sind.

[0049] Vorteilhaft ist, dass die Kanäle permanent frei bleiben und einen Gas- bzw. Dampfaustausch gewährleisten können. Eine Verstopfung durch Beton, Putz od. dgl. soll vermieden werden, andernfalls deren Funktionalität der Hinterlüftung beeinträchtigt würde.

[0050] Damit die feuchte Luft effektiv von der Wand abgeführt werden kann, ist es vorteilhaft, wenn an den Seitenrändern und/oder innerhalb der Dämmfläche Randstreifen bzw. Entlüfter aus einem gasdurchlässigen Material und/oder in Form eines Abluftkanals angeordnet sind, wobei die Hinterlüftungsmittel bzw. Kanäle in diese Entlüfter einmünden.

[0051] Weitere Vorteile bzw. vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich durch die folgenden Zeichnungen sowie durch die Beschreibung.

[0052] In den Zeichnungen werden exemplarisch und nicht einschränkend besonders vorteilhafte Ausgestaltungen eines Dämmelementes bzw. der erfindungsgemäßen Dämmanordnung gezeigt.

Fig. 1 zeigt ein Dämmelement mit stumpfen Kanten.

Fig. 2 zeigt das Dämmelement von unten.

Fig. 3 zeigt eine erfindungsgemäße Dämmanordnung

Fig. 4 zeigt den Effekt einer erfindungsgemäßen Dämmanordnung

Fig. 5 zeigt eine gedämmte Wand im Querschnitt samt Effekten

Fig. 6 zeigt vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Dämmanordnung
Die folgenden Fig. 7 bis 16 betreffend allesamt Dämmelemente mit Hohlraum bzw. daraus gebildete Dämmanordnungen.

Fig. 7 zeigt ein alternatives Dämmelement mit Hohlraum ohne Ventil.

Fig. 8 zeigt ein Dämmelement mit Hohlraum mit Ventil.

Fig. 9 zeigt ein kuppelförmig verstärktes Dämmelement mit Hohlraum.

Fig. 10 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Dämmelements mit Hohlraum.

Fig. 11 zeigt eine Dämmanordnung mit Dämmelementen mit Hohlraum mit einer Funktionsfläche.

Fig. 12 zeigt eine alternative Ausführungsform von Fig. 11.

Fig. 13a zeigt den Einsatz am Dach bei einem Neubau.

Fig. 13b zeigt den Einsatz am Dach bei einem Altbau.

Fig. 14 zeigt den Effekt einer Dämmanordnung.

Fig. 15 zeigt eine gedämmte Wand im Querschnitt.

Fig. 16 zeigt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.



[0053] Fig. 1 zeigt ein Dämmelement 1 im Querschnitt. Das Dämmelement 1 ist massiv und besteht durch und durch aus geschäumtem Material bzw. aus Schaumstoff, der homogen und gleichförmig verteilt ist. Alternativ ist es auch möglich, ein Dämmelement 1 aus Integralschaumstoff auszugestalten, wobei die Dichte von außen nach innen kontinuierlich abnimmt und das Dämmelement 1 einen porösen Kern und eine nahezu massive Randzone aufweist.

[0054] Das dargestellte Dämmelement 1 ist einteilig bzw. einstückig und besitzt keinerlei durchgehende Ausnehmungen oder Sacklöcher.

[0055] Das Dämmelement 1 ist im wesentlichen plattenförmig bzw. quaderförmig, wobei die Größe variieren kann. In der Regel handelt es sich um gut handhabbare Fliesen, Platten, Paneele oder Ziegel. Die Dicke eines Dämmelementes 1 bewegt sich im Bereich von etwa 1 bis 3 cm mit einer maximalen Dicke von etwa 5 cm. Im wesentlichen ist das Dämmelement 1 eben, alternativ kann es jedoch auch gekrümmt sein, um sich einem kurvigen Mauerverlauf anzupassen.

[0056] Das in Fig. 1 gezeigte Dämmelement 1 besteht durchgehend aus Schaumglas bzw. Glasschaum. Alternativ können auch andere Schaumstoffe, insbesondere Hartschaumstoffe, eingesetzt werden. Auch Polymerschaumstoffe, insbesondere duroplastische oder thermoplastische Schäume, beispielsweise XPS oder EPS, sind geeignet.

[0057] Glasschaumplatten werden üblicherweise in einem Strangverfahren hergestellt, wobei der Glasschaumstrang in einer Abkühlanlage langsam und spannungsfrei auf Raumtemperatur abgekühlt wird. Glasschaumplatten bestehen in der Regel vollständig aus recyceltem Glas und können ihrerseits ebenfalls wieder recycelt werden. Sie besitzen eine hohe Druckfestigkeit, wodurch allfällige Druckspannungen nahezu stauchungsfrei aufgenommen werden können. Außerdem besitzen sie eine geringe Dichte und sind dementsprechend leicht und dadurch sehr baustellentauglich. Der verwendete Glasschaum ist geschlossenzellig, d.h. die Wände zwischen den einzelnen Zellen sind komplett geschlossen, wodurch die Dämmplatten 1 wasserdicht und zudem auch frostbeständig sind. Außerdem weisen die Dämmelemente 1 keine Kapillarität auf. Die Dämmelemente 1 aus Glasschaum sind chemisch resistent, alterungsbeständig und auch resistent gegen Insekten. Außerdem sind sie nicht brennbar und werden in der Baustoffklasse A1 eingeordnet und geruchlos.

[0058] Weiters sind derartige Dämmelemente 1 aus Glasschaum absolut gasdicht und gestatten keinen Gasdurchtritt. Darüber hinaus verfügen sie über hohe Wärmedämmeigenschaften mit einem Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten von ca. 0,03 - 0,06 W/K*m. Diese Wärmedämmeigenschaften ergeben sich auch durch den in den Zellen vorliegenden Unterdruck, der sich bei der Abkühlung des noch heißen Materials ausbilden kann.

[0059] Die hohe Dampfdichtheit sowie die hohe Wasserdichtheit machen derartige Dämmelemente aus Glasschaum somit optimal für den vorliegenden Einsatzzweck geeignet.

[0060] In der Regel werden derartige Dämmelemente 1 aus Glasschaum ohne Überzug verwendet, zum besseren Schutz können allerdings auch besondere Anstriche oder Schutzüberzüge vorgesehen sein.

[0061] Das Dämmelement 1 weist eine planebene äußere Oberfläche 6 auf, die in der Regel dem Betrachter zugewendet und der darunter liegenden Wand bzw. Mauer 13 abgewendet ist. Auf der gegenüberliegenden Seite des Dämmelementes 1 liegt die Unterfläche 3, die bei der Montage der Wand 13 zugewendet ist. Auf bzw. in dieser Unterfläche 3 sind Hinterlüftungsmittel 4 vorgesehen, die bei korrekter Montage eine Hinterlüftung bzw. Entlüftung bzw. eine Abfuhr von Wasserdampf ermöglichen und bewirken. Die Hinterlüftungsmittel 4 sind integral in der Unterfläche 3 ausgebildet, indem die Unterfläche 3 entsprechend profiliert gestaltet ist oder indem, z.B. durch spanabhebende Bearbeitung, die Kanäle 4 nachträglich in die Unterfläche 3 hineingearbeitet bzw. hineingefräst werden.

[0062] Die Kanten der vorstehenden bzw. erhabenen Flächen 4' der Hinterlüftungsmittel 4 bzw. der Kanäle 4 sind abgefast bzw. abgeschrägt, wodurch ein Depot für überschüssigen Kleber gebildet wird.

[0063] In Fig. 2 ist das Dämmelement 1 von unten dargestellt. In der im Gebrauch der Wand 13 zugewendeten Unterfläche 3 ist ein gitterartiges, regelmäßiges Hinterlüftungsnetzwerk aus Erhebungen 4' und Kanälen 4 ausgebildet, bei dem eine größere Anzahl von Kanälen 4 einander kreuzen. Die Kanäle 4 stehen dabei rechtwinkelig zueinander, wodurch ein entsprechendes regelmäßiges Muster auf der Unterfläche 3 gezeichnet ist. Übrig bleiben aus der Unterfläche 3 vorstehende Quadrate bzw. Rechtecke 4', die schlussendlich an der Wand 13 oder an einem besonderen Putz anliegen bzw. daran angeklebt werden.

[0064] Die Höhe der Kanäle 4 beträgt in der Regel nicht mehr als 5 mm, wodurch in diesem Bereich keine Konvektion stattfinden kann. Der Querschnitt der Kanäle 4 kann rechteckig oder gekrümmt sein. Wesentlich ist, dass die Kanäle 4 permanent frei bleiben und einen Gas- bzw. Dampfaustausch gewährleisten können. Eine Verstopfung durch Beton, Putz od. dgl. soll vermieden werden, andernfalls deren Funktionalität der Hinterlüftung wegfallen würde.

[0065] Alternativ dazu kann das Hinterlüftungssystem auch durch andere Kanalführungen gebildet werden, beispielsweise durch die Ausbildung von Noppen oder Erhebungen an der Unterfläche 3.

[0066] Es ist jedoch für die Hinterlüftung immer vorteilhaft, wenn die Kanäle 4 beidseitig offen sind und Sackgassen möglichst vermieden werden, wie z.B. in Fig. 2 dargestellt. Zudem ist es vorteilhaft, wenn die Kanäle 4, wie auch in den vorliegenden Ausführungsform, jeweils in einander gegenüberliegende Stirnflächen 9 einmünden und sich somit über die gesamte Länge bzw. Breite des Dämmelementes 1 erstrecken. Auf diese Weise kann ein effektiver Abtransport jeder anfallenden Feuchtigkeit bewerkstelligt werden.

[0067] Am Dämmelement 1, insbesondere an der Unterfläche 3, können, hier nicht dargestellte, auch Mittel zur Reduzierung der Wärmestrahlung angeordnet sein. In erster Linie sind metallische Folien und/oder aufgedampfte metallische Beschichtungen möglich, die die Infrarotstrahlung reflektieren und/oder absorbieren können. Durch diesen zusätzlichen Dämmeffekt wird das Dämmelement 1 in seiner Effektivität gesteigert, gleichzeitig wird eine Verlängerung der Standzeit des Vakuums erreicht.

[0068] In den Dämmelementen 1 können in den Stirnflächen 9, hier nicht dargestellte, Verbindungsmittel 11 ausgebildet sein, die es ermöglichen, mehrere Dämmelemente 1 miteinander über korrespondierende Verbindungsmittel 11 zusammenzustecken bzw. zu einer Dämmfläche 15 verbinden. So können ineinandergreifende Nut-Feder-Systeme ausgebildet sein, die ein tatsächliches Zusammenstecken gewährleisten und eine schwebende bzw. schwimmende Konstruktion bzw. einen Verbund ermöglichen. Alternativ können zumindest teilweise umlaufende Stufenfalze vorgesehen sein, die den Gasdurchtrittsweg durch die Nut verlängern. Das Dämmelement 1 gemäß Fig. 1 und 2 besitzt allerdings stumpfe Kantenflächen. In jedem Fall ist es vorteilhaft, wenn die Verbindungsmittel 11 einstückig und integral im Dämmelement 1 ausgeformt sind, da dies leichter in der Herstellung ist.

[0069] In Fig. 3 ist eine erfindungsgemäße Dämmanordnung dargestellt, bei der die einzelnen Dämmelemente 1 auf einer zu dämmenden Wand 13 befestigt sind. Die einzelnen Dämmelemente 1 bilden dabei eine durchgehende geschlossene Dämmfläche 15, die gas- und feuchtigkeitsdicht ist. Die Dämmfläche 15 wird aus einer Vielzahl von in zwei Dimensionen miteinander über deren Stirnflächen 9 zusammengesetzten bzw. berührend aneinanderliegenden Dämmelementen 1 erstellt. Die Unterflächen 3 der Dämmelemente 1 mit den Hinterlüftungsmitteln bzw. Kanälen 4 sind dabei der Wand 13 zugewendet. Die vorstehenden Bereiche 4' bilden den direkten Kontakt zur Wand 13 oder zu einem Putz 25. Auf diese Weise wird ein Hinterlüftungsnetzwerk 4, 4' zur Abfuhr von Wasserdampf bzw. Feuchtigkeit aus diesem sensiblen Bereich zwischen Wand 13 und Dämmfläche 15 ausgebildet. An den Rändern der Dämmfläche 15 kann die feuchte Luft über Entlüftungsschlitze 27 bzw. freibleibenden Ränder austreten.

[0070] Bei der Montage der Dämmelemente 1 muss darauf geachtet werden, dass die Kanäle 4 permanent frei und durchgängig bleiben. Sie dürfen nicht durch Kleber oder eindringenden Beton oder Putz verstopft werden. Dies helfen auch die abgefasten Kanten der Kanäle 4 zu verhindern.

[0071] In der Praxis können die einzelnen Dämmelemente 1 einer Dämmanordnung direkt und unmittelbar auf die Wand 13 geklebt oder mechanisch befestigt werden, wobei die neu hinzukommenden Dämmelemente 1 über die Verbindungsmittel 11 möglichst eng und dicht bzw. formschlüssig aneinander bzw. an die Seitenflächen 9 der bereits montierten Dämmelemente 1 angepasst werden, unter angemessener Berücksichtigung der thermischen Dehnung. Die Oberflächen der vorstehenden Bereiche 4' berühren dabei direkt die Wand 13 bzw. sind daran angeklebt. Ein derartiges System bietet sich beispielsweise an, wenn eine relativ trockene Wand 13 auf deren Innenseite isoliert werden soll und auf eine Dampfsperre gegen die Raumluft verzichtet werden soll. Aus der Mauer 13 selbst dringt dabei keine nennenswerte Wassermenge aus und die über die Raumluft in die Kanäle 4 gelangenden Feuchtigkeitsmenge wird über das Hinterlüftungssystem abgeführt. Ein derartiges System könnte auch auf einem Boden ohne große Beanspruchung verwendet werden.

[0072] Im Beispiel gemäß Fig. 3 ist allerdings eine erfindungsgemäße Dämmanordnung dargestellt, bei der zwischen der Wand 13 und der Dämmfläche 15 ein besonderer Putz, nämlich ein Kondensatumwandler 25, angeordnet ist. Ein derartiger Kondensatumwandler 25 ist an sich aus dem Stand der Technik bekannt.

[0073] Es handelt sich dabei im Wesentlichen um einen diffusionsoffenen, hydrophilen, kapillaraktiven Putz mit hoher Porosität, der aus der Wand 13 austretende Kondensations- und/oder Mauerfeuchtigkeit in gasförmigen Wasserdampf umwandelt und die Feuchtigkeit dann als Gas abgibt. Ein derartiger Kondensatumwandler 25 ist insbesondere für feuchtes bzw. salzbelastetes Mauerwerk empfehlenswert. Aus der der Dämmfläche 15 zugewendeten Fläche des Kondensatumwandlers 25 tritt demnach gasförmiges Wasser in Form von Wasserdampf aus, welches wiederum durch die Hinterlüftungskanäle 4 abgeführt werden kann.

[0074] Der Kondensatumwandler ist aus ausgesuchten Sanden und/oder Altglas und/oder entkontaminierter Hausmüllschlacke, gemahlen oder gebrochen nach der spezifizierten Sieblinie, sowie aus Zement und besonderen Additiven, die seine Wirkung verstärken, zusammengesetzt. Der Kondensatumwandler basiert auf einem speziellen Mikroporensystem, das mit einem Feinstkapillarnetz verbunden ist. Die Oberfläche wird durch ca. 40% Mikroporen derart vergrößert, das die anfallende Feuchtigkeit mit enormer Geschwindigkeit verdunstet. Dabei wird sowohl kapillar aufsteigende Feuchtigkeit, hygroskopische Feuchte (durch Salzbelastung) und Kondensat abgeführt.

[0075] Die Parameter eines gut wirkenden Kondensatumwandlers 25 liegen in den Bereichen, die in der mittleren Spalte der untenstehenden Tabelle 1 angegeben ist.

[0076] Die Parameter eines besonders bevorzugten Ausführungsbeispiels eines Kondensatumwandlers 25 sind in der rechten Spalte der Tabelle 1 angegeben:
Tabelle 1: Merkmale Kondensatumwandler
Eigenschaften des Kondensatumwandlers 25 Bereiche bzw. Grenzwerte bevorzugtes Ausführungsbeispiel
Ausbreitmaß (Konsistenz) 16,5 - 17,5 cm 17,5 cm
Luftporengehalt > 35 % 40%
Wasserrückhaltevermögen < 85 % 60,80%
Rohdichte (Nass) < 1,4 kg/dm3 1,246 kg/dm3
Rohdichte (Trocken) < 1,4 kg/dm3 1,165 kg/dm3
Druckfestigkeit 1,5 - 5 N/mm2 1,99 N/mm2
Kapillare Wasseraufnahme > 0,5 kg/m3 2,01 kg/m3
Wassereindringtiefe > 5 mm 19 mm
Porosität > 40 % 50,60%
Salzresistenz keine Durchdringung keine Durchdringung
Wasserdampfdurchlässigkeit < 12 5,7
Wärmeleitfähigkeit/trocken - 0,328 W/m*K


[0077] Der Kondensatumwandler kann als Haft- und Grundputz eingesetzt werden und ist vorteilhafterweise bei der Sanierung von feuchtem Mauerwerk unabhängig von der Höhe des Feuchte- und Salzgehaltes einsetzbar.

[0078] Bei der Verwendung des Kondensatumwandlers geht der Fachmann wie folgt vor: Anwendung: Auf nassem, salzbelastetem Mauerwerk (auch Stein- oder Mischmauerwerk) innen, außen und im Kellergeschoss. Nicht geeignet bei Druck- und Sickerwasser. Besonders geeignet auch im Sockelbereich zur Vermeidung von unerwünschten Ausblühungen durch Kondensation.
Putzgrund: Alten Putz bis ca. 1m über der sichtbaren Feuchtigkeitsgrenze vollständig abschlagen, feuchte Fugen auskratzen, Mauerwerk mit Stahlbesen reinigen.
Vorbehandlung: mit Kondensatumwandler-Putz in entsprechender Konsistenz vorspritzen (Standzeit etwa 1 Tag).
Verarbeitung: Im Freifall- oder Zwangsmischer mind. 12 min (max. 15 min) Mischzeit. Der Putz wird auf gut genässtem Untergrund mit der Kelle angeworfen und mit der Latte von unten nach oben abgezogen (bei größeren Putzdicken mehrlagig arbeiten). Verputzte Flächen feucht halten.
Verarbeitungszeit: ca. 1 Stunde bei 20°C
Verarbeitungstemperatur: Nicht unter 5°C Luft- und Bauteilstemperatur
Wasserbedarf: pro Sack ca. 5,25 I, für Haftputz nach der halben Mischzeit Wasser nach Wunsch beigeben.
Putzdicke: Kondensatumwandler mindestens 2 cm dick aufbringen.

[0079] Gemäß einer Prüfung gemäß ÖNORM B 3343 (Ausgabe 1. Februar 1997) weist ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Kondensatumwandlers 25 folgende Merkmale und Eigenschaften auf:

Prüfergebnisse:


4.1 Prüfung des Trockenmörtels


4.1.1 Schüttdichte



[0080] 
Schüttdichte 1,525 kg/dm3

4.1.2 Korngrößenverteilung



[0081] 
Maschenweite Rest 0.063 0,125 0,25 0,5 1,0 2,0 4,0
Siebrückstand [%] 21,1 5,6 35,61 15,2 15,2 6,2 1/0 -
Siebdurchgang [%] - 21,1 26,8 62,4 77,6 92,8 99,0 100,0


[0082] Die Kornverteilung ergab folgende Sieblinie:


4.2 Prüfung des Frischmörtels


4.2.1 Wasseranspruch und Ausbreitmaß



[0083] 
Wasseranspruch 15,5 M-%
Ausbreitmaß 175 mm

4.2.2 Frischmörtel-Rohdichte und Luftporengehalt



[0084] 
Frischrohdichte kg/dm3
Probekörper 1,241
1-Luftporentopf 1,246
Luftporengehalt: 40 %

4.2.3 Theoretische Naßergiebigkeit



[0085] 
Theoretische Naßergiebigkeit bei einer Frischrohdichte von 1,246 kg/dm3:
Theoretische Naßergiebigkeit 0,93 dm3/kg TM

4.2.4 Wasserrückhaltevermögen



[0086] 
Saugzeit: 5 min. 1 Stück Filtervlies
Wasserrückhaltevermögen: 60,8 %

4.3 Prüfung des erhärteten Mörtels


4.3.1 Rohdichte, Biegezug- und Druckfestigkeit und Festigkeitsverhältnis



[0087] 
Frischrohdichte der Probekörper   1,241 kg/dm3
Probe Nr. Prüfalter
[d]
Rohdichte
[kg/m3]
Biegezugfestigkeit
[N/mm2]
Druckfestigkeit
[N/mm2]
1   1,160   0,89   1,91  
2 28 1,172 1,165 0,97 0,95 2,08 1,99
3   1,162   1,00   1,98  
Festigkeitsverhältnis 2,09

4.3.2 Wasserdampfdurchlässigkeit



[0088] 
Probennummer 1 2 3 Mittel
Mittlere Materialdicke [mm] 25,4 25,0 25,3 25,2
Rohdichte [kg/m3] 1140,3 1169,7 1168,4 1159,47
Wasser-Diffusionsstromdichte g [mg/m2 h] 10169,2 10490,7 9419,3 10026,4
Wasserdampf-Diffusionsdurchlasskoeffizient Wc [mg/m2 h Pa] 5,09 5,28 4,67 5,01
Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl µ [1] 5,6 5,4 6,1 5,7
wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke sd [m] 0,1 0,1 0,2 0,1

4.3.3 Wärmeleltfähigkelt



[0089] Proben:
Probendicke [mm] 30,9
Rohdichte, trocken [kg/m3] 1141,6
Trocknungstemperatur [°C] 105
Feuchtigkeitsgehalt während der Prüfung  
   (Mittelwert) [M-%] 0,13
Die Prüfung erfolgte vom 3. bis 7. September 2001

Meßwerte:



[0090] Nach dem Erreichen des stationären Zustandes ergaben sich folgende Mittelwert:
Mitteltemperatur der Proben [°C] 10,0
Temperaturdifferenz zwischen den warm-und kaltseitigen Probenoberflächen [K] 10,3
Wärmeleitfählgkeit  
   Meßwert trocken [W/mK] 0,328
   Baustoffspezifische Wärmeleitfähigkeit (25 % Zuschlag) [W/mK] 0,41

4.3.4 Kapillare Wasseraufnahme und Wassereindringtiefe



[0091] 
  Wasseraufnahme in kg/m2
Zeit t Wurzel aus t Probe 1 Probe 2 Probe 3 Probe 4 Mittel
10 min. 0,41 0,41 0,42 0,39 0,38 0,40
30 min. 0,71 0,75 0,85 0,79 0,74 0,78
1 h 1,00 1,01 1,18 1,09 1,05 1,08
6 h 2,45 1,74 2,00 1,87 1,71 1,83
24 h 4,90 1,88 2,11 2,06 1,99 2,01
Wasseraufnahmekoeffzient nach 24 h: 0,412 kg/(m2 √s)


mittlere Wassereindringung nach 24 h: 19 mm

4.3.5 Porosität



[0092] 
Probennummer 1 2 3 Mittel
Abmessungen des Prüfkörpers        
   Durchmesser [mm] 90,8 91,1 91,1 91,0
   Höhe [mm] 20,7 19,8 19,8 20,1
   Volumen [cm3] 134,0 129,1 129,1 130,7
Masse des trockenen Prüfkörpers [g] 152,82 147,93 147,93 149,56
Rohdichte des trockenen Prüfkörper [kg/dm3] 1,140 1,146 1,146 1,144
Dichte von Isopropanol [kg/dm3] 0,784 0,784 0,784 0,784
Masse des mit Isopropanol getränkten Prüfkörpers [g] 206,54 198,83 198,83 201,40
Masse der aufgenommenen Flüssigkeit [g] 53,72 50,90 50,90 51,84
Porenvolumen [%] 51,1 50,3 50,3 50,6

4.3.6 Salzeindringung



[0093] An den drei untersuchten Sanierputzscheiben wurde keine Salzdurchdringung festgestellt.

[0094] Mittels einer derartigen Dämmanordnung umfassend die besonderen Dämmelemente und den Kondensatumwandlerputz kann eine Außendämmung gänzlich entfallen. Weiters werden Heizkosten für die Erwärmung der Außenwände gespart und in der wärmeren Jahreszeit steigt die Temperatur des Mauerwerks im Kondensationsbereich, wodurch weniger schädliches Kondensat gebildet wird.

[0095] Die Dämmanordndung kann beispielsweise auch bei einem Flachdach eines Neubaus angewendet werden: Auf der Wand 13 des Flachdachs in Form eine Betondecke ist ein Estrich aufgebracht. Über den Estrich ist die Dämmfläche 15 verlegt, die ihrerseits von einem Funktionsbelag 30 in Form einer wasserdichten Dachabdichtung bedeckt ist. Zu den Randbereichen des Daches hin ist sowohl die Dämmfläche 15 als auch der Funktionsbelag 30 hochgezogen und die Dämmfläche 15 erstreckt sich auch über den waagrechten Bereich des äußersten Dachbereiches bis hin zur senkrecht abfallenden Außenwand bzw. bis zum Vollwärmeschutz. Die Feuchtigkeit tritt aus den Hinterlüftungskanälen 4 im Bereich der Außenwand aus und diffundiert in die Atmosphäre.

[0096] Auch bei der Sanierung eines Flachdaches bei einem Altbau ist die erfindungsgemäße Dämmanordnung vorteilhaft anwendbar. Auf der Wand 13 in Form einer Betondecke ist eine Dampfsperre aufgebracht. Weiters ist bei Altbauten darüber eine alte Wärmedämmung sowie eine alte Dachabdichtung angeordnet. In diese alten Abdichtungen sowie in die Dampfsperre werden Löcher hineinperforiert, um die Feuchtigkeitsfalle zwischen der Dampfsperre und den weiteren Aufbauschichten zu öffnen und der Feuchtigkeit zu ermöglichen, auszutreten. Über die nun perforierte alte Abdichtung werden in gewohnter Weise die Dämmelemente 1 sowie ein Funktionsbelag 30 aufgebracht. Schon allein dadurch kann die aus der alten Dämmung austretende Feuchtigkeit abgeführt werden. Die alte Feuchtdämmung trocknet auf diese Weise wieder vollkommen aus. Um die Entlüftung und Entfeuchtung zu beschleunigen und effektiver zu gestalten, werden jedoch zusätzlich Entlüfter eingebaut, durch die der Weg der in den Hinterlüftungskanälen 4 zirkulierenden Feuchtigkeit abgekürzt wird. Die Feuchtigkeit kann somit leichter und schneller in die Atmosphäre diffundieren. Pro 100 m2 Dachfläche wird etwa ein Entlüfter benötigt.

[0097] Die schematische Darstellung gemäß Fig. 4 zeigt den Effekt der Wärmedämmung bzw. die Wärmeleitfähigkeit bzw. die Wärmedurchgangskoeffizienten einer erfindungsgemäßen Dämmanordnung, wobei die Wand 13 eine Ziegelwand ist und die Dämmanordnung weiters einen Kondensatumwandler 25 und eine Dämmfläche 15 umfasst. Der U-Wert einer derartigen Dämmanordnung beträgt in etwa 0,03 W/Km2.

[0098] Fig. 5 zeigt die Eigenschaften einer erfindungsgemäßen Dämmanordnung an der Innenseite einer Wand 13, bei der auch die von unten aufsteigende Kälte in der Wand 13 berücksichtigt ist. Die Dämmanordnung umfasst weiters einen Kondensatumwandler 25 und eine Dämmfläche 15 sowohl am Boden als auch an der Wand 13 selbst. Eine Außenisolierung ist nicht vorgesehen, an der Außenseite der Wand 13 ist lediglich ein herkömmlicher Putz aufgebracht.

[0099] Fig. 6 zeigt die unterschiedlichen Anwendungsvarianten der Dämmelemente bzw. der erfindungsgemäßen Dämmanordnung. Das hier schematisch im Querschnitt dargestellte Haus zeigt an unterschiedlichen Wänden und unterschiedlichen Bodenflächen bzw. Sektoren unterschiedliche Dämmvarianten bzw. Dämmanordnungen. Die Darstellung in Fig. 6 ist lediglich exemplarisch und dient der Veranschaulichung der unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten, die lediglich der besseren Übersichtlichkeit halber in einer gemeinsamen Zeichnung zusammengefasst sind.

[0100] So kann die aus den Dämmelementen 1 bestehende Dämmfläche 15 je nach Bedarf an den Innenwänden oder am Boden oder aber auch an den Außenwänden montiert werden. Erkennbar ist, dass aber nicht nur Innen- oder Außenwände, sondern auch Stiegen, Flachdächer, Kanalsysteme oder Steildächer mit einer derartigen Dämmfläche 15 ausgestaltet sein können. Insbesondere bei Altbauten ist zwischen der Wand 13 und der Dämmfläche 15 ein Kondensatumwandler 25 zwischengeordnet.

[0101] Die folgenden Fig. 7 bis 16 betreffend allesamt Dämmelemente 1 mit Hohlraum 2 bzw. daraus gebildete Dämmanordnungen.

[0102] Fig. 7 bis Fig. 10 zeigen alternativ ausgestaltete Dämmelemente 1 im Querschnitt, wobei jedes Dämmelement 1 im Wesentlichen aus einer relativ dünnwandigen profilierten Hüllwandung 8 bestehen, die im Wesentlichen allseitig geschlossen ist und einen evakuierbaren bzw. evakuierten Hohlraum 2 umgibt. Wie in Fig. 7 ersichtlich, ist der evakuierte Hohlraum 2 leer und nicht durch ein zusätzliches Dämmmaterial, beispielsweise einem Schaum od. dgl., gefüllt. Das Vakuum erstreckt sich in den Feinvakuumbereich d.h. liegt ca. zwischen 10-3 mbar und 1 mbar.

[0103] Das erfindungsgemäße Dämmelement 1 ist im Wesentlichen plattenförmig bzw. quaderförmig, wobei die Größe variieren kann. In der Regel handelt es sich um gut handhabbare Fliesen, Platten, Paneele oder Ziegel. Die Dicke eines Dämmelementes 1 bewegt sich im Bereich von etwa 1 bis 3 cm mit einer maximalen Dicke von etwa 5 cm. Im Wesentlichen ist das Dämmelement 1 eben, alternativ kann es jedoch auch gekrümmt sein, um sich einem kurvigen Mauerverlauf anzupassen.

[0104] Das Dämmelement 1 weist eine planebene äußere Oberfläche 6 auf, die in der Regel dem Betrachter zugewendet und der darunter liegenden Mauer 13 abgewendet ist. Auf der gegenüberliegenden Seite des Dämmelementes 1 liegt die Unterfläche 3, die bei der Montage der Wand 13 zugewendet ist. Auf bzw. in dieser Unterfläche 3 sind Hinterlüftungsmittel 4 vorgesehen, die bei korrekter Montage eine Hinterlüftung bzw. Entlüftung bzw. eine Abfuhr von Wasserdampf ermöglichen und bewirken. Die Hinterlüftungsmittel 4 sind integral in der Unterfläche 3 ausgebildet bzw. ausgeformt, indem die Unterfläche 3 entsprechend profiliert gestaltet ist. In der Unterfläche 3 ist ein gitterartiges Hinterlüftungsnetzwerk ausgebildet, bei dem eine größere Anzahl von Kanälen 4 einander kreuzen. Die Kanäle 4 stehen dabei rechtwinkelig zueinander, wodurch ein entsprechendes regelmäßiges Muster auf der Unterfläche 3 gezeichnet ist. Übrig bleiben aus der Unterfläche 3 vorstehende Quadrate bzw. Rechtecke, die schlussendlich an der Wand 13 anliegen bzw. daran angeklebt werden.

[0105] Die Höhe der Kanäle 4 beträgt maximal 5 mm, wodurch in diesem Bereich keine Konvektion stattfinden kann.

[0106] Alternativ dazu kann das Hinterlüftungssystem auch durch andere Kanalführungen gebildet werden, beispielsweise durch die Ausbildung von Noppen oder Erhebungen an der Unterfläche 3, wobei es jedoch vorteilhaft ist, wenn die Kanäle 4 beidseitig offen sind und Sackgassen möglichst vermieden werden. Zudem ist es vorteilhaft, wenn die Kanäle 4, wie auch in den vorliegenden Ausführungsformen, jeweils in einander gegenüberliegende Stirnflächen 9 einmünden und sich somit über die gesamte Länge bzw. Breite des Dämmelementes 1 erstrecken. Auf diese Weise kann ein effektiver Abtransport jeder anfallenden Feuchtigkeit bewerkstelligt werden.

[0107] Die Evakuierung des Hohlraums 2 auf Grob- oder Feinvakuum kann herstellerseitig bewerkstelligt werden, indem die Dämmelemente 1 bereits im Zuge des Herstellungsverfahrens evakuiert werden bzw. bereits unter Vakuum hergestellt werden. Dies lässt sich beispielsweise bei einem Blasformverfahren, bei dem die Dämmelemente 1 einteilig hergestellt werden, beherrschen. Die in den Zeichnungen dargestellten Dämmelemente 1 sind im Wesentlichen alle einteilig bzw. einstückig durch Blasformen ausgebildet. Alternativ kann jedoch vorgesehen sein, dass die Dämmelemente 1 zweiteilig oder mehrteilig sein, indem zunächst die Einzelteile hergestellt werden, die dann, gegebenenfalls unter Vakuumbedingungen, zu dem fertigen Dämmelement 1 zusammengefügt werden.

[0108] Alternativ lässt sich, wie dies in Fig. 8 dargestellt ist, ein Dämmelement 1 auch nachträglich d.h. nach Fertigstellung evakuieren, indem ein Ventil 10 eingebaut wird. Gemäß der Ausführungsform von Fig. 8 befindet sich ein Rückschlagventil 10 in der Seitenwandung bzw. Stirnfläche 9, wodurch es bei der Schaffung einer einheitlichen Dämmfläche geschützt gelagert ist. Auf diese Weise lässt sich ein evakuiertes Dämmelement 1 auch nachträglich wieder belüften, ohne die strukturelle Integrität, beispielsweise durch Anbohren etc., zu zerstören. Ein derartiges belüftetes Dämmelement 1 kann als Funktionselement 1', wie später beschrieben, eingesetzt werden.

[0109] In den Dämmelementen 1 gemäß Fig. 7, 8 und 10 sind auf der Innenseite 7, die der Unterfläche 3 gegenüber liegt, Verstärkungsrippen 5 ausgebildet, die nach innen in den Hohlraum 2 einragen. Diese Verstärkungsrippen 5 dienen zur Erhöhung der strukturellen Integrität, insbesondere gegen Trittbelastungen und machen ein derartiges Dämmelement 1 auch für den Bodenbereich einsetzbar.

[0110] Eine alternative Ausgestaltung ist in Fig. 9 beschrieben, bei der der Hohlraum 2 im Bereich der Trittbelastung kuppelartig gewölbt ist bzw. die Innenseite 7 gekrümmt ausgebildet und seitlich materialverstärkt ist.

[0111] Am Dämmelement 1, insbesondere im Hohlraum 2 oder an der Unterfläche 3, können, hier nicht dargestellte, Mittel zur Reduzierung der Wärmestrahlung angeordnet sein. In erster Linie sind metallische Folien und/oder aufgedampfte metallische Beschichtungen möglich, die die Infrarotstrahlung reflektieren und/oder absorbieren können. Durch diesen zusätzlichen Dämmeffekt wird das Dämmelement 1 in seiner Effektivität gesteigert, gleichzeitig wird eine Verlängerung der Standzeit des Vakuums erreicht. Die Folien oder Beschichtungen sind vorteilhafterweise an beiden gegenüberliegenden Innenflächen des Hohlraumes 2 angeordnet. Um durch die gut wärmeleitenden Beschichtungen keine zusätzlichen Wärmebrücken zu schaffen, sollten die beiden Beschichtungen nicht aneinander liegen und voneinander beabstandet sein.

[0112] Die Dämmelemente 1, die in den Fig. 7 bis 16 dargestellt sind, sind vorzugsweise aus Kunststoff gefertigt, wobei insbesondere faserverstärkte Duroplaste, Polyester oder Polyamide zum Einsatz gelangen. Dämmelemente 1 aus Kunststoff sind einerseits leichter herzustellen und andererseits bieten diese durch ihre geringe Leitfähigkeitwerte eine inhärent höhere Dämmwirkung. Vorteilhafterweise bestehen diese Dämmelemente 1 der Fig. 7 bis 16 bzw. die Hüllwandungen 8 aus demselben geschäumten Material, wie die zuvor in den Fig. 1 bis 6 beschriebenen Dämmelemente 1, nämlich aus geschäumtem Material bzw. Schaumstoff, insbesondere aus Schaumglas.

[0113] In den Dämmelementen sind in den Stirnflächen 9 Verbindungsmittel 11 ausgebildet, die es ermöglichen, mehrere Dämmelemente 1 miteinander über korrespondierende Verbindungsmittel 11 zusammenzustecken bzw. zu verbinden. In den Fig. 7 bis 9 handelt es sich dabei um stufenförmig versetzte Verbindungsmittel in Form von Stufenfalzen, die den Gasdurchtrittsweg durch die Nut verlängern. Alternativ können gemäß Fig. 10 auch ineinandergreifende Nut-und-Feder-Systeme ausgebildet sein, die ein tatsächliches Zusammenstecken gewährleisten und eine schwebende Konstruktion bzw. einen Verbund ermöglichen. In jedem Fall ist es vorteilhaft, wenn die Dämmelemente 1 einstückig und integral in der Hüllwandung 8 ausgeformt sind, da dies leichter in der Herstellung ist.

[0114] Mit diesen Dämmelementen kann eine Dämmanordnung geschaffen werden, bei der die einzelnen Dämmelemente 1 auf einer zu dämmenden Wand 13 befestigt sind. Die einzelnen Dämmelemente 1 bilden dabei eine durchgehende geschlossene Dämmfläche 15, die vorteilhafterweise luft- und oder feuchtigkeitsdicht ist. Die Dämmfläche 15 wird aus einer Vielzahl von in zwei Dimensionen miteinander über deren Stirnflächen 9 zusammengesetzten Dämmelementen 1 erstellt. Die Unterflächen 3 der Dämmelemente 1 mit den Hinterlüftungsmitteln bzw. Kanälen 4 sind dabei der Wand 13 zugewendet. Auf diese Weise bildet sich ein Hinterlüftungsnetzwerk zur Abfuhr von Wasserdampf bzw. Feuchtigkeit aus diesem sensiblen Bereich zwischen Wand 13 und Dämmfläche 15 aus.

[0115] Bei der Montage werden die neu hinzukommenden Dämmelemente 1 über die Verbindungsmittel 11 möglichst eng und dicht bzw. formschlüssig aneinander bzw. an die Seitenflächen 9 der bereits montierten Dämmelemente 1 angepasst, unter angemessener Berücksichtigung der thermischen Dehnung.

[0116] Bei der erfindungsgemäßen Dämmanordnung gemäß Fig. 11 ist zusätzlich zu der aus evakuierten Dämmelementen 1 gebildeten Dämmfläche 15 eine weitere Schicht, und zwar eine Funktionsfläche 20, vorgesehen. Die Funktionsfläche 20 ist als durchgehende geschlossene Fläche ausgebildet und ist an der Oberfläche 6 der Dämmfläche 15 angeordnet bzw. angeklebt. Die Funktionsfläche 20 besteht aus einer Vielzahl von miteinander über deren Stirnflächen 9' verbundenen Funktionselementen 1'. Die Funktionselemente 1' sind im Wesentlichen identisch zu den Dämmelementen 1 aufgebaut. Der einzige Unterschied zwischen den Dämmelementen 1 und den Funktionselementen 1' besteht darin, dass die Funktionselemente 1' nicht evakuiert und mit Luft gefüllt sind. Alternativ können die Funktionselemente 1' auch mit weiteren Dämmmaterialien gefüllt sein, wodurch beispielsweise ein zusätzlicher Schutz gegen Strahlungswärme geschaffen werden kann, indem ein absorbierender Dämmstoff verwendet wird.

[0117] Wie aus Fig. 11 ersichtlich, sind die einzelnen Funktionselemente 1' bzw. die Funktionsfläche 20 bezüglich der Dämmfläche 15 derart ausgerichtet, dass die Verbindungslinien bzw. -nuten zwischen den einzelnen Elementen der jeweiligen Fläche nicht direkt übereinander liegen, sondern versetzt zueinander angeordnet sind. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die lateralen Abstände maximal gegeneinander versetzt sind und die Nuten möglichst weit voneinander beabstandet sind, wodurch der Luftweg der durch diese Spalten eindringenden feuchten Luft maximal verlängert wird.

[0118] Bei der Dämmanordnung gemäß Fig. 11 ist ein Funktionsbelag 30 in Form eines durchgehenden, gegebenenfalls dichten, Teppichs, eines Antirutschbelages oder eines Parkettbodens etc. auf die Funktionsfläche 20 aufgelegt.

[0119] Zwischen der Wand 13 und der Dämmfläche 15 ist der zuvor beschriebene Kondensatumwandler 25 angeordnet.

[0120] Mittels eines derartigen Systems kann eine Außendämmung gänzlich entfallen. Weiters werden Heizkosten für die Erwärmung der Außenwände gespart und in der wärmeren Jahreszeit steigt die Temperatur des Mauerwerks im Kondensationsbereich, wodurch weniger schädliches Kondensat gebildet wird.

[0121] In Fig. 12 ist eine alternative Ausgestaltungsform dargestellt, die den grundsätzlichen Aufbau von Fig. 11 beibehält. Die äußere, der Wand 13 abgewendete Oberfläche der Funktionsfläche 20 bzw. der einzelnen Funktionselemente 1' ist perforiert bzw. weist eine Vielzahl an regelmäßig verteilten durchgehenden Löchern bzw. Öffnungen 31 auf. Zudem sind in den einzelnen Funktionselementen 1' an ihren Stirnflächen bzw. Seitenflächen 9' Durchtrittsverbindungen 32 ausgebildet, wodurch zwischen den einzelnen Funktionselementen 1' der Funktionsfläche 20 ein Gasaustausch bzw. -durchtritt gewährleistet ist. Auf diese Weise kann durch Einblasen von warmer Luft in die Funktionsfläche 20 ein Luftstrom 33 erzeugt werden, der durch die Öffnungen 31 austritt (siehe Pfeil 33 in Fig. 12). Dadurch können die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit im Raum reguliert werden, wenn beispielsweise eine Klimaanlage bei geringer Vorlauftemperatur angeschlossen wird.

[0122] Bei der Dämmung einer Wand 13 ist es für die Hinterlüftung vorteilhaft, wenn an den Seitenrändern oder im Inneren der Dämmfläche 15 und/oder der Funktionsfläche 20 freie Randstreifen bzw. Entlüftungseinrichtungen 29 aus einem luftdurchlässigen Material oder in Form von Kanälen eingearbeitet sind. In diese Entlüftungseinrichtungen 29 münden die Hinterlüftungskanäle 4 ein, wodurch die abgeführte Feuchtigkeit entweichen kann und die Hinterlüftung ermöglicht wird. Dadurch ist eine gute Isolationswirkung gegeben, wodurch auch ein Einsatz als Bodenplatte im Keller möglich ist.

[0123] Fig. 13a zeigt die Möglichkeit des Einsatzes der Dämmelemente 1 mit Hohlraum auf einem Flachdach eines Neubaus. Auf der Wand 13 des Flachdachs in Form eine Betondecke ist ein Estrich aufgebracht. Über den Estrich ist die Dämmfläche 15 verlegt, die ihrerseits von einem Funktionsbelag 30 in Form einer wasserdichten Dachabdichtung bedeckt ist. Zu den Randbereichen des Daches hin ist sowohl die Dämmfläche 15 als auch der Funktionsbelag 30 hochgezogen und die Dämmfläche 15 erstreckt sich auch über den waagrechten Bereich des äußersten Dachbereiches bis hin zur senkrecht abfallenden Außenwand bzw. bis zum Vollwärmeschutz. Die Feuchtigkeit tritt aus den Hinterlüftungskanälen 4 im Bereich der Außenwand aus und diffundiert in die Atmosphäre. Der Kondensatumwandler 25 ist hier nicht dargestellt.

[0124] Fig. 13b zeigt eine Sanierung eines Flachdaches bei einem Altbau. Auf der Wand 13 in Form einer Betondecke ist eine Dampfsperre aufgebracht. Weiters ist bei Altbauten darüber eine alte Wärmedämmung sowie eine alte Dachabdichtung angeordnet. In diese alten Abdichtungen sowie in die Dampfsperre werden Löcher hineinperforiert, um die Feuchtigkeitsfalle zwischen der Dampfsperre und den weiteren Aufbauschichten zu öffnen und der Feuchtigkeit zu ermöglichen, auszutreten. Über die nun perforierte alte Abdichtung werden in gewohnter Weise die Vakuumdämmelemente 1 sowie ein Funktionsbelag 30 aufgebracht. Schon allein dadurch kann die aus der alten Dämmung austretende Feuchtigkeit abgeführt werden. Die alte Feuchtdämmung trocknet auf diese Weise wieder vollkommen aus. Um die Entlüftung und Entfeuchtung zu beschleunigen und effektiver zu gestalten, werden jedoch zusätzlich Entlüfter 29 eingebaut, durch die der Weg der in den Hinterlüftungskanälen 4 zirkulierenden Feuchtigkeit abgekürzt wird. Die Feuchtigkeit kann somit leichter und schneller in die Atmosphäre diffundieren. Pro 100 m2 Dachfläche wird etwa ein Entlüfter 29 benötigt. Der Kondensatumwandler 25 ist hier nicht dargestellt.

[0125] Fig. 14 zeigt den Effekt der Wärmedämmung bzw. die Wärmeleitfähigkeit bzw. die Wärmedurchgangskoeffizienten einer Dämmanordnung, wobei die Wand 13 eine Ziegelwand ist und die Dämmanordnung weiters einen Kondensatumwandler 25, eine evakuierte Dämmfläche 15 sowie eine Funktionsfläche 20 umfasst. Der U-Wert einer derartigen Dämmanordnung beträgt in etwa 0,02 W/Km2.

[0126] Fig. 15 zeigt eine Dämmanordnung an der Innenseite einer Wand 13, bei der auch die von unten aufsteigende Kälte in der Wand 13 berücksichtigt ist. Die Dämmanordnung umfasst weiters einen Kondensatumwandler 25, eine evakuierte Dämmfläche 15 sowie einen Funktionsbelag 30 sowohl am Boden als auch an der Wand 13 selbst. Eine Außenisolierung ist nicht vorgesehen, an der Außenwand ist lediglich ein herkömmlicher Putz aufgebracht.

[0127] Fig. 16 zeigt die unterschiedlichen Anwendungsvarianten der erfindungsgemäßen Dämmelemente bzw. Dämmanordnung. Das hier schematisch im Querschnitt dargestellte Haus zeigt an unterschiedlichen Wänden und unterschiedlichen Bodenflächen bzw. Sektoren unterschiedliche Dämmvarianten bzw. Dämmanordnungen. Die Darstellung in Fig. 16 ist lediglich exemplarisch und dient der Veranschaulichung der unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten, die lediglich der besseren Übersichtlichkeit halber in einer gemeinsamen Zeichnung zusammengefasst sind.

[0128] So kann die aus den evakuierten Dämmelementen 1 bestehende Dämmfläche 15 je nach Bedarf an den Innenwänden oder am Boden oder aber auch an den Außenwänden montiert werden. Erkennbar ist, dass aber nicht nur Innen- oder Außenwände, sondern auch Stiegen, Flachdächer, Kanalsysteme oder Steildächer mit einer derartigen Dämmfläche 15 ausgestaltet sein können. Bei Bedarf, insbesondere bei Altbauten, kann zwischen der Wand 13 und der Dämmfläche 15 ein Kondensatumwandler 25 zwischengeordnet sein. Die Dämmfläche 15 kann allenfalls von Funktionsflächen 20 in Form von luftgefüllten Funktionselementen 1' bedeckt sein, die ebenfalls sowohl innen als auch außen montiert werden können.

[0129] Die einzelnen Dämmelemente 1 und/oder die Funktionselemente 1' können an ihrer Oberseite auch an einer flexiblen Folie befestigt z.B. angeklebt sein, gegebenenfalls in bereits zusammengefügter Konfiguration als Dämmfläche 15 bzw. Funktionsfläche 20. Dadurch sind diese auf einer einrollbaren Matrix angeordnet und können schnell und einfach, beispielsweise zur Dachisolierung, verlegt werden. In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn die Verbindungen zwischen den einzelnen Dämmelementen 1 beweglich sind bzw. die Dämmelemente 1 gegeneinander aus der Ebene der Dämmfläche 15 heraus verschwenkbar sind.


Ansprüche

1. Dämmanordnung, umfassend eine Wand bzw. Oberfläche (13), beispielsweise eine Außenmauer, eine Innenwand, eine Bodenfläche, einen Estrich oder eine Dachfläche, sowie eine an dieser Wand (13) angeordnete durchgehende, geschlossene Dämmfläche (15), gebildet aus einer Vielzahl von miteinander über deren Stirnflächen (9), insbesondere gas- und/oder feuchtigkeitsdicht, verbundenen Dämmelementen (1) aus einem geschäumten Material bzw. Schaumstoff, dadurch gekennzeichnet, dass auf bzw. in einer der Wand (13) zugewendeten Unterfläche (3) jedes Dämmelements (1) bzw. der Dämmfläche (15) Hinterlüftungsmittel (4) zur Ermöglichung einer Hinterlüftung bzw. einer Abfuhr von Wasserdampf aus dem Bereich zwischen der Wand (13) und der Dämmfläche (15) vorgesehen sind, wobei zwischen der Dämmfläche (15) und der Wand (13) ein an sich bekannter Kondensatumwandler (25) in Form einer Schicht aus diffusionsoffenem und/oder hydrophilen Putz vorgesehen ist, der aus der Wand (13) austretende Kondensations- und/oder Mauerfeuchtigkeit in Wasserdampf umwandelt und als Wasserdampf abgibt und der Wasser aus durchfeuchtetem Mauerwerk ansaugt und dieses Wasser bzw. den entstandenen Wasserdampf durch die Putzdicke leitet und an die Umgebung abgibt.
 
2. Dämmanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterlüftungsmittel (4), beispielsweise Erhebungen, Noppen, Vertiefungen etc., integral in der Unterfläche (3) jedes Dämmelements (1) ausgeformt, insbesondere in das Dämmelement (1) hineingearbeitet, insbesondere hineingefräst, sind.
 
3. Dämmanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Unterfläche (3) jedes Dämmelements (1) zumindest ein, vorzugsweise mehrere, Kanäle (4) zur Hinterlüftung ausgebildet, vorzugsweise eingearbeitet oder eingefräst, sind, wobei jeder einzelne der Kanäle (4) beidseitig stirnseitig offen ist, und insbesondere in zumindest zwei verschiedene, vorzugsweise einander gegenüberliegende, Stirnflächen (9) jedes Dämmelements (1) einmündet,
und/oder
dass die Hinterlüftungsmittel bzw. Kanäle (4) jedes Dämmelementes (1) mit den Hinterlüftungsmitteln bzw. Kanälen (4) der jeweils benachbarten Dämmelemente (1) fluchten bzw. fluidmäßig verbunden sind, wobei auf der Unterseite der Dämmfläche (5) ein verzweigtes Netzwerk ausgebildet ist,
und/oder
dass in jedem Dämmelement (1) zwei Gruppen von jeweils geraden Kanälen (4) ausgebildet sind, wobei die Kanäle (4) jeweils einer Gruppe zueinander parallel verlaufen und zu den Kanälen (4) der jeweils anderen Gruppe im rechten Winkel angeordnet sind, wodurch ein rechtwinkeliges, gitterartiges Hinterlüftungsnetzwerk ausgebildet ist.
 
4. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Dämmelement (1) massiv ist bzw. durch und durch aus einem einzigen Material besteht, sowie homogen und gleichförmig ist.
 
5. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämmelement (1) in Form einer Hüllwandung (8) ausgebildet ist, die zumindest einen evakuierbaren, insbesondere im Feinvakuumbereich zwischen 10-3 und 1 mbar evakuierten, Hohlraum (2) umgibt, wobei insbesondere vorgesehen ist,
dass der Hohlraum (2) im wesentlichen leer bzw. frei von zusätzlichem Dämmmaterial oder geschäumten feinporigen Materialien ist,
und/oder
dass in der Hüllwandung (8), insbesondere auf der der Unterfläche (3) gegenüberliegenden Innenseite (7), in den Hohlraum (2) ragende Verstärkungsrippen (5) ausgebildet sind oder dass die Innenseite (7) gekrümmt bzw. kuppelartig gewölbt ausgebildet ist,
und/oder
dass das Dämmelement (1) einteilig bzw. einstückig durch Blasformen gebildet ist oder aus zumindest zwei Teilelementen zusammengesetzt ist,
und/oder
dass im Dämmelement (1), insbesondere in einer Stirnfläche (9), ein Ventil (10) zur nachträglichen Evakuierung oder Belüftung angeordnet ist.
 
6. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Dämmelement (1) bzw. das geschäumte Material bzw. der Schaumstoff dicht gegen den Eintritt, den Durchtritt und die Diffusion von Flüssigkeiten und Gasen, insbesondere von Wasser und Wasserdampf, bzw. absolut dampf- und wasserdicht ist,
und/oder
dass das geschäumte Material bzw. der Schaumstoff jedes Dämmelements (1) geschlossenzellig ist, keine Kapillarität und/oder Wasseraufnahme aufweist,
und/oder
dass in den Zellen des geschäumten Materials bzw. des Schaumstoffs ein gegenüber dem Umgebungsdruck verringerter Druck, insbesondere im Feinvakuumbereich zwischen 10-3 und 1 mbar, vorliegt,
und/oder
dass jedes Dämmelement (1) wärmedämmend mit einem Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten λ < 0,06 W/K*m, vorzugsweise < 0,03 W/K*m, ist.
 
7. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Dämmelement (1) einteilig bzw. einstückig und insbesondere frei von Ausnehmungen oder durchgehenden Öffnungen ist,
und/oder
dass jedes Dämmelement (1) bzw. das geschäumte Material jedes Dämmelements (1) nicht brennbar, resistent gegen chemische Einflüsse, insbesondere säurefest und/oder resistent gegen Umwelteinflüsse, gegen Insekten und Kleintierfraß ist,
und/oder
dass das geschäumte Material bzw. der Schaumstoff ein Hartschaumstoff oder Halbhartschaumstoff ist und/oder das der Schaumstoff ein Schaumkunststoff, vorzugsweise aus Polyurethan oder Polystyrol, beispielsweise XPS oder EPS, oder ein Schaumbeton oder Schaumglas ist.
 
8. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Reduzierung der Wärmestrahlung durch jedes Dämmelement (1) hindurch, insbesondere zumindest eine metallische Folie oder aufgedampfte Beschichtung, vorgesehen sind, die vorzugsweise auf der Unterfläche (3) und/oder im Hohlraum (2), vorzugsweise an beiden gegenüberliegenden Innenflächen (7) des Hohlraumes (2) voneinander beabstandet, angeordnet sind
und/oder
dass jedes Dämmelement (1) über Verbindungsmittel (11), beispielsweise über ein Nut-Feder-System oder ein Stufenfalzsystem, zur Verbindung mit anderen gleichartigen korrespondierenden Dämmelementen (1) zur Ausbildung der flächigen geschlossenen, vorzugsweise gas- und/oder feuchtigkeitsdichten, Dämmfläche (15) verfügt, wobei die Verbindungsmittel (11) vorzugsweise integral in den Stirnflächen (9) ausgeformt sind
und/oder
dass jedes Dämmelement (1) plattenförmig, vorzugsweise im wesentlichen quaderförmig, eben oder gekrümmt, insbesondere mit einer Dicke von maximal 5 cm, vorzugsweise etwa 1 bis 3 cm, ist und/oder dass auf der, der Unterfläche (3) gegenüberliegenden, Oberfläche (6) des Dämmelements (1) eine Dekorationsschicht od. dgl. aufgebracht ist.
 
9. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterfläche (3) jedes Dämmelements (1), insbesondere an den vorstehenden bzw. erhabenen Flächen der Hinterlüftungsmittel (4), Steckmittel zur Montage des Dämmelements (1) an entsprechenden, in bzw. an der Wand (13) angeordneten Aufnahmemitteln angeordnet sind,
und/oder
dass die Kanten der vorstehenden bzw. erhabenen Flächen (4') der Hinterlüftungsmittel (4) bzw. der Kanäle (4) abgefast bzw. abgeschrägt sind.
 
10. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kondensatumwandler (25) aus, nach einer spezifizierten Sieblinie gemahlenen oder gebrochenen Sanden, Altglas und/oder entkontaminierter Hausmüllschlacke, weiters Zement sowie einem Zusatzmittel, das oberflächenaktive Mittel sowie Kunststoffe enthält, zusammengesetzt ist,
und/oder
dass der Kondensatumwandler (25) folgende Parameter aufweist:

Luftporengehalt: > 35 %

Porosität: > 40 Vol %

Kapillare Wasseraufnahme: > 0,5 kg/m2

Wassereindringtiefe: > 5 mm

Druckfestigkeit: 1,5 bis 5 N/mm2

Dampfdiffusionswiderstand: µ < 12

Körnung: 0 bis 6 mm, vorzugsweise 0 bis 4 mm, insbesondere 0 bis 2 mm,

Raumgewicht: < 1,4 kg/dm3.


 
11. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass, wenn die Dämmfläche (15) aus evakuierten Dämmelementen mit Hohlraum gemäß Anspruch 5 ausgebildet ist, an der der Wand (13) abgewendeten Seite der evakuierten Dämmfläche (15) eine durchgehende, geschlossene Funktionsfläche (20), gebildet aus einer Vielzahl von miteinander über deren Stirnflächen (9'), insbesondere luft- und/oder feuchtigkeitsdicht, verbundenen Funktionselementen (1') angeordnet, insbesondere angeklebt, ist.
 
12. Dämmanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Funktionselemente (1') zu den Dämmelementen (1) gemäß Anspruch 5 identisch aufgebaut sind, mit dem Unterschied, dass die Funktionselemente (1') luftgefüllt bzw. nicht evakuiert sind,
und/oder
dass die Funktionsfläche (20) bzw. die einzelnen Funktionselemente (1') bezüglich der Dämmfläche (15) derart ausgerichtet ist, dass die Verbindungslinien bzw. -nuten zwischen den einzelnen Elementen (1,1') der jeweiligen Fläche (15,20) nicht übereinander liegen, insbesondere maximal gegeneinander versetzt bzw. in der Flächenebene maximal seitlich voneinander beabstandet sind,
und/oder
dass die Innenräume bzw. Hohlräume (2') der einzelnen Funktionselemente (1') in Gewährung eines Gasaustausches untereinander in Fluidverbindung stehen, wobei insbesondere an den Stirnflächen bzw. Seitenflächen (9') der Funktionselemente (1'), jeweils Durchtrittsverbindungen (32) ausgebildet sind, die, bei zur Funktionsfläche (20) zusammengesetzter Form, miteinander korrespondieren, und dass in der Sichtseite bzw. in der der Wand (13) abgewendeten Oberfläche der Funktionselemente (1') bzw. der Funktionsfläche (20) eine Anzahl an, insbesondere regelmäßig verteilten, Öffnungen (31) zum Gasaustritt ausgebildet sind.
 
13. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Dämmfläche (15) oder der Funktionsfläche (20) ein Funktionsbelag (30), beispielsweise ein Bodenbelag, angeordnet ist,
und/oder
dass die Dämmelemente (1), zusammengesetzt zu der Dämmfläche (15), auf einer flexiblen, einrollbaren Folienbahn einseitig befestigt bzw. aufkaschiert sind.
 
14. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmelemente (1) bzw. die Dämmfläche (15) bei feuchten oder feuchteanfälligen Wänden an der Gebäudeinnenseite bzw. einer Innenwand angebracht ist.
 
15. Dämmanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterlüftungsmittel bzw. Kanäle (4) permanent frei und durchgängig sind und ein Eindringen von Material, beispielsweise Beton oder Putz, vermieden wird und eine Hinterlüftung bzw. einen Gasstrom gewährleisten,
und/oder
dass an den Seitenrändern und/oder innerhalb der Dämmfläche (15) oder der Funktionsfläche (20) Randstreifen bzw. Entlüfter aus einem gasdurchlässigen Material und/oder in Form eines Abluftkanals angeordnet sind, wobei die Hinterlüftungsmittel (4) bzw. Kanäle (4) in diese Entlüfter (29) einmünden.
 




Zeichnung