[0001] Die Erfindung betrifft eine Wärmepumpenanlage mit in Strömungsrichtung des Kältemittels
und eines äußeren Fluids nacheinander angeordnetem Unterkühler und Verdampfer. Des
Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer Wärmepumpenanlage.
[0002] Herkömmliche Wärmepumpen, insbesondere Kompressionswärmepumpen, weisen bekanntlich
einen Verdichter auf, der elektrisch oder durch einen Verbrennungsmotor angetrieben
wird. Der Verdichter komprimiert ein Kältemittel auf einen höheren Druck, wobei es
sich erwärmt. Die beim nachfolgenden Enthitzen und Verflüssigen des Kältemittels freigesetzte
Energie wird in einem Wärmeübertrager auf das Medium des Heizkreises übertragen. Das
Kältemittel wird anschließend in einem Expansionsventil entspannt, es kühlt sich dabei
ab. Das entspannte Kältemittel wird dem Verdampfer zugeführt, in dem es Wärme aus
der Umgebung aufnimmt und verdampft. Anschließend wird das dampfförmige Kältemittel
vom Verdichter angesaugt. Der Kreislauf des Kältemittels ist geschlossen.
Als Wärmequelle werden in den meisten Fällen Luft, wie Außenluft oder Umgebungsluft,
der Erdboden oder Wasser, wie das Grundwasser, genutzt, denen Wärme entzogen wird.
Unter Einsatz beispielsweise elektrischer Leistung wird die aufgenommene Wärme der
Wärmequelle auf ein höheres Temperaturniveau angehoben. Am Enthitzer beziehungsweise
Kondensator steht die aufgenommene Wärme zuzüglich eines Teils der Verdichterleistung
als Wärme auf höherem Niveau zur Verfügung und wird für Heizzwecke, zum Beispiel der
Raumheizung oder zur Warmwasserbereitung genutzt.
Um eine möglichst hohe Leistungszahl und so eine hohe Energieeffizienz zu erlangen,
sollten die Differenzen zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der Nutztemperatur
möglichst gering sein, das heißt zum Beispiel, dass die Wärmeübertrager für möglichst
geringe Temperaturdifferenzen zwischen der Primär- und Sekundärseite auszulegen sind.
[0003] Eine Wärmepumpe, die die Umgebungsluft als Wärmequelle nutzt, weist dabei zumeist
eine deutlich niedrigere Verdampfungstemperatur als eine Anlage mit dem Erdboden als
Wärmequelle auf. Mit geringer werdender Temperatur der Umgebungsluft wird der Wärmebedarf
größer und die Leistungszahl der Anlage geringer. Zudem ist die Wärmeübergangszahl
von Luft an den Verdampferflächen gering, der Taupunkt wird häufig unterschritten
und das sich bildende Kondensat muss abgeführt werden. Liegt die Verdampfungstemperatur
des Kältemittels unterhalb der Temperatur des Gefrierpunkts des Kondensats, bildet
sich eine Eisschicht aus, die den Wärmedurchgang erheblich verschlechtert und in regelmäßigen
Abständen abgetaut werden muss. Während des Abtauvorganges kann keine Wärme aufgenommen
werden und für das Abtauen wird zusätzliche Energie benötigt.
[0004] Im Stand der Technik sind nunmehr Wärmepumpenanlagen in unterschiedlichen Betriebsarten
und Schaltungen bekannt. Die Anlagen können beispielsweise an der Anzahl der Fluidkreise
unterschieden werden.
Die Entkopplung der Kreise durch indirekte Zuführung der Verdampfungswärme mittels
eines Wärmeträgerkreislaufes aus der Umgebung und die Abfuhr der Verflüssigungsenergie
beispielsweise über ein Warmwasserheizungsnetz sind regelungstechnisch vorteilhaft,
die Kältemittelmenge und die Wahrscheinlichkeiten von Leckagen sind gering. Dies ist
insbesondere unter dem Aspekt der Umweltgefährdung des Kältemittels und den Gefährlichkeitsmerkmalen,
wie Toxizität oder Entzündbarkeit, zu bewerten. Als nachteilig erweist sich der Einsatz
von Wärmeübertragern in den zusätzlichen Kreisläufen, zum Beispiel dem Wärmeträger-
und dem Heizungskreislauf, als Verbindungen zum Kältemittelkreislauf, wodurch jeweils
eine zusätzliche Temperaturdifferenz auftritt. Dies hat zur Folge, dass die Verdampfungstemperatur
am Wärmeübertrager um eine Temperaturdifferenz geringer ist als die Vorlauftemperatur
des Wärmeträgers. Ebenso muss die Kondensationstemperatur des Kältemittels um eine
Differenz höher sein als die Vorlauftemperatur im Heizungskreis.
In sogenannten Direktsystemen wird auf einen Wärmeträgerkreislauf verzichtet, sodass
der Wärmeübergang vom Wärmeträgerkreislauf auf den Arbeitskreis der Wärmepumpe entfällt.
Das Kältemittel nimmt die Wärme in Direktverdampfung auf. Dadurch entfällt die energetisch
nachteilige Temperaturdifferenz am zusätzlichen Wärmeübertrager. Die Direktsysteme
sind jedoch nicht für alle Anwendungsfälle geeignet.
[0005] In der
EP 0846 923 B1 wird ein System zur Klimatisierung eines Raumes offenbart, mit dem dem Raum zugeführte
Außenluft aufbereitet wird. Dabei wird die von außen einströmende Luft in Strömungsrichtung
vorerst abgekühlt sowie, je nach durch Temperatur und Feuchtigkeit definiertem Zustand,
entfeuchtet und anschließend wieder erwärmt. Der Vorgang der Abkühlung der Luft ist
vergleichbar mit der Aufnahme der Wärme in einem Verdampfer einer Wärmepumpenanlage,
wobei die Luft als Wärmequelle dient. Die in der
EP 0846 923 B1 beschriebene Kälteanlage zur Klimatisierung weist in Strömungsrichtung des Kältemittels
nach dem Kondensator einen zusätzlichen Unterkühler auf, der ja nach Bedarf über Ventile
zu- oder abgeschaltet werden kann. Jeweils stromabwärts nach dem Kondensator oder
Unterkühler wird das Kältemittel mit Hilfe eines Expansionsventils in den Verdampfer
entspannt. Die aufzubereitende Luft wird im Verdampfer abgekühlt. Die Wärme wird von
der Luft an das Kältemittel übertragen. Danach wird die abgekühlte Luft im Unterkühler
wieder erwärmt. Die Bezeichnung Unterkühler bezieht sich auf das Unterkühlen des Kältemittels
nach der Kondensation. Die Wärme wird folglich vom Kältemittel an die Luft übertragen.
[0006] Ein ähnliches System, wie in der
EP 0846 923 B1, wird auch in der
US 5,664,425 A beschrieben, in der eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Entfeuchtung beziehungsweise
Aufbereitung von Luft offenbart werden. Das System weist in Strömungsrichtung des
Kältemittels ebenfalls einen Kondensator mit nachgeschaltetem Unterkühler sowie ein
Expansionsorgan zur Entspannung des Kältemittels in einen Verdampfer auf. Die Luft
wird nach Bedarf im Verdampfer abgekühlt sowie entfeuchtet und anschließend im Wärmeübertrager
zur Unterkühlung des Kältemittels wieder erwärmt.
[0007] Aus der
US 2005/0028545 A1 gehen eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Unter- und/oder Vorkühlen eines Kältemittels
hervor. Die Vorrichtung ist für die Aufnahme von kalter, trockener Gebäudeabluft und
zur Speicherung von Kondensatwasser vorgesehen, das von einem Klimatisierungs-, Kälte-
oder Wärmepumpensystem oder einer anderen Wasserzufuhr bereitgestellt wird.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Wärmepumpenanlage sowie ein Verfahren
zum Betreiben einer Wärmepumpenanlage zur Verfügung zu stellen, die nach dem Prinzip
des direkten oder des indirekten Systems Wärme von der Wärmequelle an den Kältemittelkreislauf
überträgt, wobei die Leistungszahl der Wärmepumpe im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen
vergrößert werden und damit die Energieeffizienz gesteigert werden soll. Mit der Anlage
sollen außerdem zusätzlich notwendige Vorgänge zum Betrieb der Anlage in ihrem zeitlichen
Umfang minimiert und damit der Energieaufwand und die Betriebskosten gesenkt werden.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Wärmepumpenanlage mit einem geschlossenen
Kältemittelkreislauf gelöst, die in Strömungsrichtung des Kältemittels eine Verdichtereinheit,
einen Wärmeübertrager als Enthitzer-Verflüssiger, einen Kondensator, einen Wärmeübertrager
als Unterkühler, einen Sammler, ein Expansionsorgan und einen Verdampfer aufweist.
Ein äußeres Fluid, das sich in Bezug auf den Kältemittelkreislauf außerhalb des Kreislaufes
befindet, strömt entweder als Wärmeträgermedium oder als Medium, das als Wärmequelle
Wärme an den Kältemittelkreislauf überträgt, in strömungsrichtung über die äußeren
Wärmeübertragerflächen des Unterkühlers und des Verdampfers. Dabei nimmt es im Unterkühler
zusätzlich Wärme vom Kältemittel auf, erwärmt sich und strömt anschließend mit dem
Zustand höherer Temperatur über die Verdampferflächen, wo es Wärme abgibt.
Erfindungsgemäß wird Wärme vom flüssigen Kältemittel, dem sogenannten Kältemittelkondensat,
an das äußere Fluid und vom äußeren Fluid an das verdampfende Kältemittel übertragen.
Dabei wird vorteilhaft die Temperaturdifferenz zwischen der Verdampfungstemperatur
des Kältemittels und der Temperatur der Wärmequelle verringert.
[0010] Als Verdichtereinheit ist entweder ein einzelner oder ein Verbund aus mehreren Verdichtern
zu verstehen, die parallel miteinander verschaltet sind. Je nach Wärmebedarf wird
die Leistung der Anlage geregelt und über die Parallelschaltung damit die Regelung
der Verdichterleistungen vereinfacht.
Konzeptionsgemäß wird das Kältemittel nach der Verdichtung innerhalb eines Enthitzer-Verflüssigers
enthitzt und/oder verflüssigt. Liegt am Austritt des Enthitzer-Verflüssigers dampfförmiges
Kältemittel vor, wird der dampfförmige Anteil im Kondensator der Kälteanlage vollständig
verflüssigt.
Anstelle der zwei Wärmeübertrager Enthitzer-Verflüssiger und Kondensator ist je nach
Anwendungsfall auch die Nutzung eines einzelnen Kondensators möglich, in dem neben
der Kondensation auch der Vorgang der Enthitzung stattfindet.
[0011] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind der Unterkühler und der Verdampfer
innerhalb eines gemeinsamen Gehäuses integriert und somit als integrierter Unterkühler-Verdampfer
ausgebildet ist. Das birgt den Vorteil der möglichen Platzersparnis.
[0012] Konzeptionsgemäß ist ein Wärmeträgerkreislauf vorgesehen, der den Unterkühler und
den Verdampfer des Kältemittelkreislaufes sowie einen Wärmequellen-Wärmeübertrager
aufweist. Das Wärmeträgermedium, auch als äußeres Fluid bezeichnet, das mittels einer
Wärmeträgerpumpe im Wärmeträgerkreislauf umgewälzt wird, nimmt nacheinander Wärme
im Wärmequellen-Wärmeübertrager und im Unterkühler auf, die dann beim Durchströmen
des Verdampfers wieder abgegeben wird. Durch die Aufnahme von Wärme im Unterkühler
erhöht sich die Temperatur des Wärmeträgermediums. Die Verdampfungstemperatur des
Kältemittelkreislaufes ist neben konstruktiven Merkmalen des Wärmeübertragers selbst
auch von der Temperatur des Wärmeträgermediums abhängig. Durch das Erhöhen der Temperatur
des Wärmeträgermediums kann bei gleichen konstruktiven Merkmalen des Verdampfers,
die Verdampfungstemperatur des Kältemittels angehoben werden. Die gesamte Wärmepumpenanlage
ist dadurch energieeffizienter zu betreiben. Außerdem wird durch die Wärmeabgabe an
das Wärmeträgermedium im Unterkühler, das verflüssigte Kältemittel unterkühlt. Die
zusätzliche Unterkühlung bei Kondensationsdruck, erhöht die spezifische Kälteleistung
nach der Entspannung. Bei gleichbleibendem Massestrom kann auf Grund der größeren
zur Verfügung stehenden Enthalpiedifferenz im Verdampfer mehr Wärme aufgenommen werden
oder der Massestrom ist vorteilhaft zu verringern. Die energetische Effizienz der
Wärmepumpenanlage wird erhöht.
[0013] Nach einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung sind der Unterkühler und der
Verdampfer derart ausgebildet, dass ein Wärmequellenmedium als äußeres Fluid direkt
durch den Unterkühler und den Verdampfer strömt. In dieser, auch als Direktsystem
bezeichneten, Wärmepumpenschaltung, in der das Kältemittel die Wärme bei Direktverdampfung
aufnimmt, wird auf einen Wärmeträgerkreislauf verzichtet. Dadurch entfällt die energetisch
nachteilige Temperaturdifferenz am zusätzlichen Wärmequellen-Wärmeübertrager und die
Verdampfungstemperatur kann weiter angehoben werden.
Je höher die Verdampfungstemperatur beziehungsweise je höher der Verdampfungsdruck
im Kältemittelkreislauf ist, umso geringer ist das Druckverhältnis der Verdichtung
und damit die zugeführte Leistung am Verdichter. Die Leistungszahl der Anlage wird
vorteilhaft größer. Die Anlage arbeitet effizienter.
[0014] Sowohl der Unterkühler als auch der Verdampfer können beispielsweise als luftbeaufschlagte,
sole- oder wasserbeaufschlagte Wärmeübertrager ausgebildet sein.
Bei Einsatz luftbeaufschlagter Wärmeübertrager und Betriebsbedingungen mit Temperaturen
der Außenluft um 0 °C und damit der Verdampfungstemperatur unterhalb von 0 °C kommt
es zur Vereisung der Wärmeübertragerfläche des Verdampfers und einer zunehmenden Verschlechterung
des Wärmeüberganges. Die Flächen müssen in regelmäßigen Abständen abgetaut werden.
Durch die Konzeption der Erfindung wird die Verdampfungstemperatur gegenüber herkömmlichen
Schaltungen angehoben. Bei einem Anheben auf Verdampfungstemperaturen oberhalb von
0 °C wird die Vereisung verhindert. Bei Temperaturen unterhalb von 0 °C wird der Vorgang
der Vereisung verzögert. Je höher die Verdampfungstemperatur ist, um so langsamer
vollzieht sich dieser Vorgang. Der Betrieb der Anlage verursacht weniger Kosten.
[0015] Sowohl der Verdampfer, als auch der Unterkühler und der integrierte Unterkühler-Verdampfer
können als ein Verbund mehrerer Wärmeübertrager ausgestaltet sein, die beispielsweise
parallel zueinander geschaltet sind.
[0016] Beim erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben einer Wärmepumpenanlage werden der
Unterkühler und der Verdampfer nacheinander von einem äußeren Fluid, das heißt einem
Wärmequellenmedium oder einem Wärmeträger, durchströmt. Das äußere Fluid nimmt dabei
im Unterkühler Wärme auf und gibt anschließend im Verdampfer Wärme ab. Als Wärmequellenmedien
oder Wärmeträger sind beispielsweise Sole, Wasser oder andere Medien, wie Gase, insbesondere
Luft, zu verstehen.
Beim Verfahren mit Wärmeträger als äußerem Fluid zirkuliert dieses Fluid innerhalb
eines Wärmeträgerkreislaufes. Der Wärmeträger durchströmt dabei in Strömungsrichtung
außer den Unterkühler und den Verdampfer auch einen Wärmequellen-Wärmeübertrager.
Dabei nimmt der Wärmeträger im Wärmequellen-Wärmeübertrager Wärme aus einer Wärmequelle
auf, die er zuzüglich der anschließend im Unterkühler aufgenommenen Wärme im Verdampfer
wieder abgibt.
Die Wärmeabgabe im Enthitzer-Verflüssiger und/oder Kondensator der Wärmepumpenanlage
erfolgt in einem Temperaturbereich zwischen 50 °C und 80 °C.
[0017] Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Betrieb der Anlage weniger kostenintensiv
als der Betrieb der im Stand der Technik bekannten Anlagen ist. Zum einen wird durch
die Erwärmung des äußeren Fluids vor dem Eintritt in den Verdampfer vorteilhaft die
Verdampfungstemperatur angehoben, sodass das Druckverhältnis am Verdichter verringert
wird. Zum anderen wird durch die Unterkühlung des Kältemittels nach der Kondensation
die spezifische Kälteleistung erhöht, was zur Verringerung des Massestromes des Kältemittels
bei gleicher Leistung am Verdampfer führt. Beide Kriterien führen zur vorteilhaften
Verringerung der am Verdichter dem Kältemittelkreislauf zuzuführenden Leistung und
zur Vergrößerung der Leistungszahl. Die Anlage ist energetisch effektiver zu betreiben.
Außerdem können durch das Anheben der Verdampfungstemperatur bei bestimmten Betriebsbedingungen
Vereisungen am Verdampfer verhindert oder mindestens verzögert werden. Damit wird
die Anzahl kostenverursachender Abtauvorgänge verringert.
[0018] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung mit Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Fließbild der Wärmepumpenanlage mit indirekter Wärmezufuhr und Wärmeträgerkreislauf,
- Fig. 2:
- Fließbild der Wärmepumpenanlage mit direkter Wärmezufuhr.
[0019] Die Wärmepumpenanlage 1 besteht als geschlossenes System im Wesentlichen aus den
Komponenten Verdampfer 5, Verdichter 8, Enthitzer-Verflüssiger 2, Kondensator 3, Unterkühler
4 und Expansionsorgan 9. Das im Verdampfer 5 verdampfende Kältemittel nimmt bei konstanter
Temperatur Wärme auf, die vom äußeren Fluid, das heißt dem Wärmeträger, abgegeben
wird. Der Wärmeträger kühlt sich ab. Nach Überhitzung des verdampften Kältemittels
wird dieses durch eine Saugleitung 16 als Verbindung zwischen Verdampfer 5 und Verdichter
8 vom Verdichter 8 angesaugt und auf einen höheren Druck verdichtet. Dabei nimmt neben
dem Druck auch die Temperatur des dampfförmigen Kältemittels zu. Das sogenannte Heißgas,
auch als überhitzter Dampf bezeichnet, wird dem Enthitzer-Verflüssiger 2 über eine
Druckleitung 14 zugeführt, im Enthitzer-Verflüssiger 2 auf Kondensationstemperatur
abgekühlt und anschließend bei konstanter Temperatur verflüssigt. Je nach Wärmeleistung
im Enthitzer-Verflüssiger 2 wird das Kältemittel bereits vollständig enthitzt und
zumindest zum Teil bereits verflüssigt. Im Kondensator 3 wird das Kältemittel je nach
Eintrittszustand weiter enthitzt und/oder verflüssigt. Die Abkühlung des Kältemittels
auf Kondensationstemperatur wird als Enthitzen bezeichnet. Die Verflüssigung des Kältemittels
beginnt beim Erreichen der Taulinie.
Im Enthitzer-Verflüssiger 2 sowie im Kondensator 3 wird die Wärme vom Kältemittel
an das Heizsystem, in dem Wasser zirkuliert, übertragen. Die Verbindungen zwischen
Enthitzer-Verflüssiger 2 sowie Kondensator 3, als Wärmeübertrager des Kältemittelkreislaufes,
und dem Wasserspeicher 11 des Heizsystems wird somit über Kreisläufe realisiert, in
denen mit Hilfe von Wasserpumpen 13 Wasser umgewälzt wird.
Das Kältemittel gibt die im Verdampfer 5 aufgenommene und bei der Verdichtung zugeführte
Wärme an das Heizungssystem wieder ab. Nach Austritt aus dem Kondensator 3 wird das
flüssige Kältemittel bei gleichbleibenden Druck unterkühlt. Die dabei entzogene Wärme
wird dem Wärmeträger zugeführt, der sich dabei erwärmt. Die Temperatur des Wärmeträgers
wird im Unterkühler 4 erhöht. Anschließend wird der Druck des flüssigen, unterkühlten
Kältemittels innerhalb eines Expansionsorgans 9 auf Verdampfungsdruck abgesenkt. Als
Verbindung zwischen Unterkühler 3 und Expansionsorgan 9 dient eine Flüssigkeitsleitung
15. Der Durchfluss des Kältemittels zum Verdampfer wird dabei auch über ein Magnetventil
7 gesteuert. Im Anschluss an den Expansionsvorgang liegt das Kältemittel als Flüssigkeits-Dampfgemisch
vor und wird wiederum dem Verdampfer 5 zugeführt. Der Kreislauf ist geschlossen.
[0020] Innerhalb eines derartigen Kältemittelkreislaufes ist ebenfalls die Anordnung eines
Kältemittelsammlers 10 vorgesehen, der die Unterschiede an Kältemittelmenge während
des Betriebes innerhalb der Wärmepumpenanlage 1 ausgleicht.
Die Wärmeträgerpumpe 12 ermöglicht, dass der Wärmeträger innerhalb des Wärmeträgerkreislaufes
in Strömungsrichtung durch den Wärmequellen-Wärmeübertrager 6, den Unterkühler 4 und
den Verdampfer 5 zirkuliert. Dabei nimmt der Wärmeträger im Wärmequellen-Wärmeübertrager
6 Wärme aus der Umgebung auf. Die Austrittstemperatur des Wärmeträgers ist dabei von
der jeweiligen Wärmequelle abhängig. Bei der Verwendung von Erdreich oder Grundwasser
als Wärmequelle wird die Wärme bei Temperaturen zwischen 2 °C bis 10 °C übertragen.
Wird die Wärme der Umgebungsluft entzogen, geschieht das bei Temperaturen zwischen
-20 °C und +20 °C je nach Tages- und Jahreszeit. Die Temperaturen der Wärmeübertragung
sind auch bei der Aufnahme solarer Wärme von der Tages- und Jahreszeit abhängig.
Da der Wärmeträger im Unterkühler 4 zusätzliche Wärme aufnimmt und dabei seine Temperatur
weiter erhöht wird, lässt sich beim anschließenden Durchströmen des Verdampfers 5
und der darin stattfindenden Wärmeübertragung die Verdampfungstemperatur des Kältemittels
erhöhen. Eine höhere Verdampfungstemperatur im Kältemittelkreislauf führt bei sonst
gleichbleibenden Bedingungen bekanntlich zu einer größeren Leistungszahl, da sich
die am Verdichter 8 zuzuführende Leistung verringert. Die Wärmeaufnahme des Wärmeträgers
im Unterkühler 4 führt andererseits zur Unterkühlung des Kältemittels und damit zur
Erhöhung der spezifischen Kälteleistung nach der Entspannung. Bei sonst gleichbleibenden
Bedingungen, insbesondere der im Verdampfer 5 aufzunehmenden Wärme, wird der notwendige
Massestrom des Kältemittels und damit auch die am Verdichter 8 zuzuführende Leistung
verringert. Die energetische Effizienz der Wärmepumpenanlage 1 wird vergrößert.
[0021] In Fig. 2 ist das Fließbild der Wärmepumpenanlage 1 mit direkter Wärmezufuhr dargestellt.
Im Vergleich zu Figur 1 entfällt dabei der zusätzliche Wärmeträgerkreislauf zwischen
der Wärmeträgerquelle und dem Kältemittelkreislauf. Dadurch entfällt im Wesentlichen
der Wärmequellen-Wärmeübertrager 6 und damit die energetisch nachteilige Temperaturdifferenz
am Wärmequellen-Wärmeübertrager 6, die sich nachteilig auf die Energieeffizienz der
Wärmepumpenanlage 1 auswirkt.
Der Unterkühler 4 und der Verdampfer 5 des Kältemittelkreislaufes sind in einem Bauteil,
dem Unterkühler-Verdampfer 17 integriert. Dabei kann zum Beispiel vorteilhaft auch
Platz beim Aufstellen der Wärmepumpenanlage eingespart werden.
Das Medium der Wärmequelle, wie Luft, wird im ersten Teil, dem eigentlichen Unterkühler
4 gemäß Fig. 1, erwärmt, wobei das Kondensat des Kältemittels unterkühlt wird. Die
Wärme des nunmehr erwärmten Mediums der Wärmequelle wird im zweiten Teil des Unterkühler-Verdampfers
17, dem eigentlichen Verdampfer 5 der Wärmepumpenanlage 1, an das Kältemittel übertragen.
Dieses sogenannte Direktsystem ist jedoch nicht für alle Anwendungsfälle, insbesondere
alle Wärmequellen, geeignet.
[0022] Die vorliegende Erfindung kann überall da eingesetzt werden, wo Wärmepumpenanlagen
zur Heizung benötigt werden. Dabei kann jedes herkömmliche, auch brennbare, Kältemittel
genutzt werden.
[0023] Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere bei
- der drastischen Reduktion des Heizenergiebedarfs sowie des Gesamtenergiebedarfs,
- der Substitution aller Einzelsysteme wie Heizungsanlage, Klimaanlage und Kälteanlage
durch ein Integralsystem mit den damit verbundenen Platz- und Kosteneinsparungen,
- der parallelen Beheizbarkeit und Klimatisierbarkeit von Teilflächen eines Gebäudes,
- der platzsparenden Außenaufstellung der Anlage als Kompakteinheit.
LISTE DER BEZUGSZEICHEN
[0024]
- 1
- Wärmepumpenanlage
- 2
- Enthitzer-Verflüssiger
- 3
- Verflüssiger / Kondensator
- 4
- Unterkühler
- 5
- Verdampfer
- 6
- Wärmequellen-Wärmeübertrager
- 7
- Magnetventil
- 8
- Verdichter / Verdichtereinheit
- 9
- Expansionsorgan/Expansionsventil
- 10
- Sammler
- 11
- Wasserspeicher
- 12
- Wärmeträgerpumpe
- 13
- Wasserpumpe
- 14
- Druckleitung
- 15
- Flüssigkeitsleitung
- 16
- Saugleitung
- 17
- Unterkühler-Verdampfer
1. Wärmepumpenanlage (1) mit einem geschlossenen Kältemittelkreislauf, aufweisend in
Strömungsrichtung des Kältemittels eine Verdichtereinheit (8), einen Wärmeübertrager
als Enthitzer-Verflüssiger (2), einen Kondensator (3), einen Wärmeübertrager als Unterkühler
(4), einen Sammler (10), ein Expansionsorgan (9) und einen Verdampfer (5), dadurch gekennzeichnet, dass der Unterkühler (4) und der Verdampfer (5) in Strömungsrichtung eines äußeren Fluids
nacheinander angeordnet sind.
2. Wärmepumpenanlage (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterkühler (4) und der Verdampfer (5) innerhalb eines Gehäuses integriert sind
und ein integrierter Unterkühler-Verdampfer (17) ausgebildet ist.
3. Wärmepumpenanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wärmeträgerkreislauf vorgesehen ist, der den Unterkühler (4), den Verdampfer
(5) und einen Wärmequellen-Wärmeübertrager (6) aufweist.
4. Wärmepumpenanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterkühler (4) und der Verdampfer (5) derart ausgebildet sind, dass ein Wärmequellenmedium
als Fluid direkt durch den Unterkühler (4) und den Verdampfer (5) strömt.
5. Wärmepumpenanlage (1) nach einen der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdampfer (5) aus einem Verbund mehrerer Wärmeübertrager besteht, die parallel
zueinander geschaltet sind.
6. Wärmepumpenanlage (1) nach einen der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterkühler (4) aus einem Verbund mehrerer Wärmeübertrager besteht, die parallel
zueinander geschaltet sind.
7. Wärmepumpenanlage (1) nach einen der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der integrierte Unterkühler-Verdampfer (17) aus einem Verbund mehrerer Wärmeübertrager
besteht, die parallel zueinander geschaltet sind.
8. Verfahren zum Betrieb einer Wärmepumpenanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Unterkühler (4) und der Verdampfer (5) nacheinander von einem äußeren Fluid durchströmt
werden, wobei
- das Fluid im Unterkühler (4) Wärme aufnimmt und erwärmt wird sowie anschließend
- im Verdampfer (5) Wärme abgibt und abgekühlt wird.
9. Verfahren zum Betrieb einer Wärmepumpenanlage (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem Wärmeträgerkreislauf ein Wärmeträger zirkuliert, wobei
- der Wärmeträger in Strömungsrichtung den Unterkühler (4), den Verdampfer (5) und
den Wärmequellen-Wärmeübertrager (6) durchströmt und
- der Wärmeträger in dem Wärmequellen-Wärmeübertrager (6) Wärme aus einer Wärmequelle
aufnimmt.
10. Verfahren zum Betrieb einer Wärmepumpenanlage (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wärmequellenmedium als Fluid direkt durch den Unterkühler (4) und den Verdampfer
(5) strömt.
11. Verfahren zum Betrieb einer Wärmepumpenanlage (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmeabgabe der Wärmepumpenanlage in einem Temperaturbereich zwischen 50°C und
80°C erfolgt.