[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrische Kupplungsvorrichtung, insbesondere für hohe
Ströme und hohe Dauerströme, mit mindestens einer Steckverbinderbuchse, vorzugsweise
einer RADSOK-Buchse.
[0002] Die erfindungsgemäße elektrische Kupplungsvorrichtung ist dazu vorgesehen, hohe Ströme
zu tragen von typischerweise 80 Ampere bis mehreren 100 Amperen, wobei die Kupplungsvorrichtung
dauerbelastet werden kann. Sowohl Dauerströme wie Impulsströme treten dabei auf. Impulsströme
und Stromstöße sind bis in den Kiloamperebereich für kurze Zeit möglich. Der Anwendungsbereich
ist geeignet für Außenanwendungen mit feuchten Umgebungsbedingungen. Insbesondere
dort wo hohe Ströme benötigt werden und gleichzeitig bedingt durch die Umgebungsbedingungen
hohe Anforderungen an die Dichtigkeit eines Steckverbinders gestellt werden, besteht
ein Bedarf an einen Steckverbinder, welcher dieser Aufgaben ausreichend berücksichtigt.
[0003] Hochstromstecksysteme sind unter dem Markennamen RADSOK allgemein bekannt.
[0005] Diese Hochstromstecksysteme, welche auch als hyperbolische Stecksysteme mit lineargestanzten,
an der Innenseite der Buchse angeordneten Lamellen, bekannt sind, die ihre hyperbolische
Form durch ein genau definiertes Verdrehen während der Montage erhalten, ermöglichen
beim Steckvorgang eine Kontaktüberdeckung von bis zu 65 % der Oberfläche. Der Querschnitt
der an der Innenseite der Buchse angeordneten federnden Lamellen ist an den Enden
der Buchse größer als in der Mitte, wo der eigentliche elektrische Kontakt zwischen
der Buchse und dem Steckstift stattfindet. Durch diese Ausbildung des Kontaktsystems
erreicht die elektrische Kupplungsvorrichtung das Ziel, hohe Ströme dauerhaft übertragen
zu können.
[0006] Die im Stand der Technik bekannten Steckverbinder, welche RADSOK-Buchsen einsetzen,
weisen allesamt den Nachteil auf, dass diese nicht gegen eine feuchte Umgebung und
gegen Spritzwasser geschützt sind. Beim Einsatz in rauer Umgebung, zum Beispiel in
landwirtschaftlichen Maschinen, ist es daher notwendig, einen gattungsgemäßen Steckverbinder
so zu verbessern, dass dieser einfach zu stecken ist, gleichzeitig mit einem Schutzschlauch
für die Leitung versehen werden kann und zumal dauerhaft dicht ist gegenüber Wassereintritt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die vorliegende Erfindung mittels der erfindungsgemäßen
elektrischen Kupplungsvorrichtung gelöst, dadurch, dass die zuvor genannte RADSOK-Buchse
in ein Gehäuse eingebracht wird, welches über deckelseitige Öffnungen verfügt und
über eine O-Ring-Dichtung. Die O-Ring-Dichtung dient dazu, ein Kontaktkammergehäuse,
welches im Umgehäuse der Kupplungsvorrichtung angeordnet ist, gegen Umwelteinflüsse
zu schützen. Die Kontaktkammer ist im Wesentlichen radial symmetrisch und zylinderförmig
um den RADSOK-Kontakt herum ausgebildet. Außerhalb, also umlaufend um die Kontaktkammer,
befindet sich ein im wesentlichen zylindermantelförmiger Aufnahmeraum für einen Gegenstecker,
welcher Steckbar anordenbar ist mit der Kupplungsvorrichtung. Zwischen dem Aufnahmeraum
und der Kontaktkammer wird erfindungsgemäß ein O-Ring angebracht. Im Deckel des Gehäuses
befinden sich Öffnungen, welche dazu dienen, eine Dichtflüssigkeit nach der Montage
der RADSOK-Buchse und des Kabels in das Umgehäuse mit entsprechendem Dichtstoff zu
füllen. Der Dichtstoff trägt dazu bei, dass die Kabelzuführung oder auch der Kabelabgang
ebenfalls gegenüber der Umgebung abgedichtet wird.
[0008] Durch diese beiden Maßnahmen erhält man kombinatorisch den Effekt, dass der Steckverbinder
insgesamt gegenüber Umwelteinflüssen abgedichtet ist, sofern er sich im gesteckten
Zustand befindet.
[0009] Als weitere Ausbildung der vorliegenden Erfindung wird der Kabelabgang mit einer
Rastrippe ausgestattet, so dass ein Wellschlauch direkt am Steckverbinder fest montiert
werden kann. Hierdurch kann erreicht werden, dass Dichtmasse, die in die Öffnung des
Gehäuseoberteils der elektrischen Kupplungsvorrichtung eingebracht wird, nicht zwischen
den Gehäuseschalen austritt, sondern den Wellschlauch Anschluss gegenüber dem Gehäuse
abdichtet.
[0010] Vorzugsweise wird das Gehäuse als Gehäuseoberteil und Gehäuseunterteil ausgebildet.
[0011] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Kupplungsvorrichtung;
Fig. 2 eine weitere perspektivische Ansicht, gemäß Fig. 1 von unten;
Fig. 3 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Kupplungsvorrichtung, gemäß Fig. 1
von unten;
Fig. 4 eine Seitenansicht auf die Kupplungsvorrichtung, gemäß Fig. 1 bis Fig. 3.
[0012] In allen Zeichnungen haben gleiche Bezugszeichen die gleiche Bedeutung und werden
daher gegebenenfalls nur einmal erläutert.
[0013] Die in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Ausführungsform der erfindungsgemäßen elektrischen
Kupplungsvorrichtung besteht aus einem Gehäuseoberteil 2 und einem Gehäuseunterteil
3, welche mittels Rastelementen 17 miteinander mechanisch verbunden werden.
Am Gehäuseoberteil und am Gehäuseunterteil befinden sich jeweils Teile des Kabelabgangs
6.
[0014] Das vorliegende Ausführungsbeispiel zeigt eine elektrische Kupplungsvorrichtung,
bei weicher der Kabelabgang 6 im Winkel von 90° zur Steckrichtung der Kupplungsvorrichtung
ausgebildet ist. Am Ende des Kabelabgangs 6 befindet sich ein zylinderförmiger Rastflansch
7, an welchem jeweils an der Oberseite und der Unterseite, also am Gehäuseoberteil
und Gehäuseunterteil eine Rastrippe 8 angeordnet ist. Die Rastrippe 8 dient zur Festlegung
eines nicht dargestellten Wellschlauchs. Der Wellschlauch kann mit seinen Wellschlaucheinbuchtungen
in die Rastrippen eingreifen und wird dadurch sicher an der elektrischen Kupplungsvorrichtung
1 befestigt. Die Kupplungsvorrichtung 1 umfasst ferner einen RADSOK-Kontakt oder allgemein
einen radial symmetrischen Buchsenkontakt 4. Der Buchsenkontakt 4 ist in einer Kontaktkammer
5 angebracht. Die Kontaktkammer 5 ist selbst als im wesentlichen zylinderförmige radial
symmetrische Kontaktkammer ausgebildet.
[0015] Am Ende der Kontaktkammer 5 auf der Steckseite der Kupplungsvorrichtung 1 befindet
sich ein im wesentlichen ebener Ringabschnitt 18, welcher die Kontaktkammer 5 so verschließt,
dass der radial symmetrische Kontakt 4 fest in der Kontaktkammer 5 arretiert wird.
An der Kontaktkammer 5 befindet sich außen umlaufend ein O-Ring 16.
[0016] Zwischen der Kontaktkammer 5 und dem Gehäuseunterteil 3 befindet sich darüber hinaus
ein Aufnahmeraum 19 für einen mit der Kupplungsvorrichtung 1 steckbaren Gegenstecker.
[0017] Am Gehäuseunterteil befinden sich darüber hinaus in Steckrichtung zwei diametral
gegenüberliegende Codierstege 14. Diese sorgen dafür, dass die Kupplungsvorrichtung
1 in korrekter Position in einen Gegenstecker eingeführt werden kann, welcher über
entsprechende Aufnahmeschlitze für die Codierstege verfügt.
[0018] Seitlich am Gehäuseunterteil 3 befinden sich Entformungsspalte 15. Die Entformungsspalte
15 stellen zwar Öffnungen für das Steckverbindergehäuse dar, die allerdings bezüglich
Eintritt von Feuchtigkeit unschädlich sind, da die erfindungsgemäße Kupplungsvorrichtung
ihre Dichtfläche an der Kontaktkammer 5 definiert, so dass äußere Öffnungen unschädlich
sind.
[0019] Weiterhin verfügt die Kupplungsvorrichtung 1 am Gehäuseunterteil 2 über eine stirnseitige
Rastanordnung, nämlich ein stirnseitiges Rastelement 9. Das stirnseitiges Rastelement
9 umfasst zwei Federzungen 11 a, 11 b, über welche das Rastelement 9 am Gehäuseunterteil
2 beweglich angebunden ist.
[0020] Beim Einstecken der Kupplungsvorrichtung 1 in den entsprechenden Gegenstecker kann
das Rastelement 9 mittels der Federzungen 11a, 11b aus seiner Position ausgeschwenkt
werden und zwar derart, dass am Ende der Steckbewegung das Rastelement 9 mit einem
am Gegenstecker angebrachten Gegenrastelement fest verrastet.
[0021] Im Deckeloberteil 2 befindet sich mindestens eine Öffnung 10. Die Öffnung 10 dient
dazu, den erfindungsgemäßen Steckverbinder mit dem Merkmal auszustatten, dass die
Kupplungsvorrichtung 1 komplett gefüllt ist mit einem Dichtstoff D.
[0022] Als Dichtstoff D kann jeder fließfähige Dichtstoff verwendet werden, welcher geeignet
ist, in die Hohlräume des Gehäuses der Kupplungsvorrichtung 1 zu fließen.
[0023] Durch geeignete Prozessbedingungen lässt sich die Viskosität eines Dichtstoffs D
so einstellen, dass das Gehäuse bis hin zum Kabelabgang 6 so abgedichtet wird, dass
der Steckverbinder insgesamt vollständig dicht wird.
Bezugszeichenliste
Elektrische Kupplungsvorrichtung
[0024]
- 1
- Elektrische Kupplungsvorrichtung
- 2
- Gehäuseoberteil
- 3
- Gehäuseunterteil
- 4
- radial symmetrischer Kontakt
- 5
- Kontaktkammer
- 6
- Kabelabgang
- 7
- Rastflansch
- 8
- Rastrippe
- 9
- stirnseitiges Rastelement
- 10
- Öffnungen
- 11a, 11b
- Federzungen
- 14
- Codierstege
- 15
- Entformungsspalte
- 16
- O-Ring
- 17
- Rastelemente
- 18
- Ringabschnitt
- 19
- Aufnahmeraum
- D
- Dichtstoff
1. Elektrische Kupplungsvorrichtung (1) mit einem Gehäuse umfassend ein Gehäuseoberteil
(2) und ein Gehäuseunterteil (3), wobei im Gehäuseunterteil (3) eine Kontaktkammer
(5) vorgesehen ist, in welcher ein radial symmetrischer Kontakt (4), vorzugsweise
ein RADSOK-Kontakt, angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse mittels eines Dichtstoffes (D) über Öffnungen (10) im Gehäuseoberteil
(2) nahezu vollständig befüllt wurde.
2. Elektrische Kupplungsvorrichtung (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäuseoberteil (2) und am Gehäuseunterteil (3) jeweils ein gemeinsamer Kabelabgangbereich
angeordnet ist, welche den Kabelabgang (6) bildet und der Kabelabgang (6) weiterhin
über einen Rastflansch (7) für einen Wellschlauch verfügt.
3. Elektrische Kupplungsvorrichtung (1) gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Gehäuseunterteil (3) und der im Gehäuseunterteil (3) befindlichen Kontaktkammer
(5) ein Aufnahmeraum (19) ausgebildet ist und im Bereich des Aufnahmeraums (19) umlaufend
an der Kontaktkammer (5) ein Dichtelement (16) vorgesehen ist.
4. Elektrische Kupplungsvorrichtung (1) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (16) ein O-Ring ist.
5. Elektrische Kupplungsvorrichtung (1) gemäß einem der Ansprüche 2, 3 oder 4. dadurch gekennzeichnet, dass der am Kabelabgang (6) vorgesehene Rastflansch (7) über eine Rastrippe (8) zum Eingriff
in einen Wellschlauch verfügt.
6. Elektrische Kupplungsvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäuse, vorzugsweise am Gehäuseunterteil (3), ein Rastelement (9) angeordnet
ist, welches über Federzungen (11a, 11b) am Gehäuseunterteil (3) federnd befestigt
ist.