[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Skibindung mit einem zehenseitigen und einem
fersenseitigen Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregat sowie einer skifest angeordneten oder
anbringbaren, in Skilängsrichtung erstreckten Schienenanordnung, in die die Schuh-
bzw. Sohlenhalteraggregate längsverschiebbar einsetzbar oder bereits eingesetzt sind.
[0002] Auf dem Markt werden Ski mit in die Skistruktur integrierten Schienenanordnungen
angeboten, die zur längsverstellbaren Aufnahme von entsprechend angepassten Schuh-
bzw. Sohlenhalteraggregaten dienen. Der Vorteil einer solchen Konstruktion liegt vor
allem darin, dass die Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregate eines Typs ohne aufwändige
Montagemaßnahmen gegen entsprechende Aggregate eines anderen Typs ausgetauscht werden
können. Darüber hinaus lässt sich der Längsabstand zwischen dem zehenseitigen und
dem fersenseitigen Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregat auch nachträglich leicht zur Anpassung
an unterschiedliche Sohlenlängen der Skischuhe abändern. Insbesondere ist vorteilhaft,
dass zur Fixierung der Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregate am Ski keinerlei Bohrungen
zur Aufnahme von Befestigungsschrauben oder dergleichen angeordnet werden müssen,
wobei die Befestigungsschrauben nur mit begrenztem Drehmoment angezogen werden dürfen,
um eine Beschädigung der Skistruktur zu vermeiden. Schließlich ist vorteilhaft, dass
derartige Skibindungen eine gute Kraftübertragung zwischen Skischuh und Ski gewährleisten.
[0003] Zur Fixierung der Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregate in Schienen- bzw. Skilängsrichtung
können an den Schienen Ausnehmungen vorgesehen sein, die mit an den Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregaten
angeordneten Riegelelementen, wie zum Beispiel Stiften oder dergleichen, zusammenwirken.
Hier besteht grundsätzlich das Problem möglicher Falschmontagen bzw. möglicher gefährlicher
Manipulationen.
[0004] Deshalb ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine "narrensicher" montierbare und handhabbare
Skibindung zu schaffen.
[0005] Die Aufgabe wird bei einer Skibindung der eingangs angegebenen Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass eines der Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregate skifest oder schienenfest
arretierbar und das andere Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregat am arretierbaren Schuh-
bzw. Sohleniaalteraggregat mittels eines Zugglieds fixiert oder fixierbar ist. Im
Folgenden wird für Schuh- bzw. Sohlenhalteraggregat stellvertretend auch nur noch
von Schuhhalteraggregat gesprochen.
[0006] Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, mittels eines die beiden Schuhhalteraggregate
verbindenden Zugglieds ein vormontierbares Ensemble zu schaffen, welches durch schienen-
bzw. skifeste Arretierung eines der beiden Schuhhalteraggregate nach Einsetzen des
Ensembles in die Schienenanordnung gebrauchsfertig am Ski montiert werden kann.
[0007] In bevorzugten Ausführungen koppelt das Zugglied die Schuhhalteraggregate so miteinander,
dass sie in Längsrichtung des Skis öder der Schienenanordnung, also axial, gemeinsam
hin und her verstellbar sind, vorzugsweise relativ zur Schienenanordnung, um die axiale
Position der Schuhhaiteraggregate und somit die Position eines zwischen denselben
gehaltenen Skischuhs relativ zum Ski verstellen zu können. Das Zugglied ist vorteilhafterweise
ausreichend steif oder mittels eines oder mehrerer Versteifungsmittel versteift, um
bei der gemeinsamen Verstellung auch als Schubglied wirken zu können.
[0008] Falls das Zugglied flexibel ist, kann es axial versteift sein, vorzugsweise mittels
eines Versteifungsteils. Das Versteifungsteil kann als axialer Anschlag wirken, um
die Schubhalteraggregate axial stets auf Abstand voneinander zu halten oder auch nur
um axiale Schubkräfte für eine gemeinsame Verstellung übertragen zu können. Ein flexibles
Zugglied kann eine Schlinge für eine Kopplung mit einem der Schuhhalteraggregate bilden,
vorzugsweise dem arretierbaren Schuhhalteraggregat. Dies schließt auch den Fall ein,
dass das Zugglied als Schlinge gebildet ist. Die Schlinge kann insbesondere eine Draht-
oder Drahtseilschlinge sein. Ein Kraft übertragendes Material wie beispielsweise ein
Drahtseil kann in ein Hüllmaterial eingebettet oder mit einem Schlauch umhüllt sein.
[0009] Eine flexible Zugstruktur wie etwa ein Draht oder Drahtseil oder ein Seil ausreichender
Festigkeit aus anderem Material kann das Zugglied insgesamt bereits bilden, bevorzugter
ist das Zugglied jedoch aus mehreren Komponenten zusammengesetzt, die unterschiedliche
Funktionen erfüllen. Eine erste Funktionskomponente kann die genannte Schlinge bilden.
Das genannte Versteifungsteil kann ebenfalls eine solche Funktionskomponente sein.
Als weiteres Beispiel ist die Abstützung einer Anschubfeder zu nennen, die eines der
Schuhhalteraggregate in Richtung auf das andere mit ihrer Federkraft beaufschlagt.
Das Zugglied oder die Zuggliedanordnung kann in Ausübung dieser Abstützfunktion ein
Widerlager für die Anschubfeder bilden.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass das Zugglied an
der skiseitigen Unterseite der Schuhhalteraggregate formschlüssig ankuppelbar und
der Formschluss bei in das Schienenaggregat eingesetzten Schuhhalteraggregaten zwangsgesichert
ist. Bei dieser Anordnung kann das geringe Maß des Vertikalabstandes zwischen Skioberseite
und Unterseite der Schuhhalteraggregate zur Sicherung der Verbindung zwischen dem
Zugelement und den Schuhhalteraggregaten genutzt werden.
[0011] Zur Anpassung an unterschiedliche Sohlenlänge der Skischuhe können gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung unterschiedliche Befestigungspositionen des Zugglieds
an den Schuhhalteraggregaten oder auch unterschiedlich lange Zugglieder vorgesehen
sein.
[0012] Es besteht die Möglichkeit, in das Zugglied und/oder dessen Befestigungselemente
an den Schuhhalteraggregaten eine Anschubfederung zu integrieren, durch die gewährleistet
werden kann, dass die Schuhhalteraggregate auch bei Flexbewegungen des Skis mit vorgegebener,
begrenzter Andruckkraft am jeweiligen Ende des Schuhs bzw. der Skischuhsohle anliegen.
[0013] Die Bindung umfasst in bevorzugten Ausführungen ein Verstellorgan zum Verstellen
der axialen Position des arretierbaren Schuhhalteraggregats relativ zum Ski, vorzugsweise
relativ zur Schienenanordnung. Das Verstellorgan kann von der Schienenanordnung oder
dem Ski oder dem arretierbaren Schuhhalteraggregat oder dem Zugglied verstellbeweglich
gelagert, insbesondere axial abgestützt werden. Wird es von der Schienenanordnung
oder einer separat von dieser am Ski befestigten oder befestigbaren Lagereinrichtung
gelagert, kann es zum Verstellen mit dem Schuhhalteraggregat oder dem Zugglied in
einem Verstelleingriff so gekoppelt sein, dass eine Verstellbewegung des Verstellorgans
die axiale Positionsveränderung des arretierbaren Schuhhalteraggregats bewirkt. Wird
es von dem Schuhhalteraggregat oder dem Zugglied gelagert, kann es zum Verstellen
mit der Schienenanordnung oder einer separat von dieser am Ski befestigten oder befestigbaren
Eingriffseinrichtung in einem Verstelleingriff so gekoppelt sein, dass eine Verstellbewegung
des Verstellorgans die axiale Positionsveränderung des arretierbaren Schuhhalteraggregats
bewirkt.
[0014] Das Verstellorgan kann mit der Schienenanordnung oder separaten Lagereinrichtung
oder aber mit dem arretierbaren Schuhhalteraggregat oder Zugglied direkt in dem Verstelleingriff
sein. In alternativen Ausführungen ist es über ein oder mehrere Koppelglied(er) mit
dem der jeweils nicht lagernden Einrichtung, beispielsweise dem Zugglied, gekoppelt
und mit dem einzigen Koppelglied oder einem von mehreren oder auch mehreren Koppelgliedern
gleichzeitig unmittelbar in dem Verstelleingriff.
[0015] Das Verstellorgan ist vorzugsweise drehverstellbar. In ersten Ausführungen ist seine
Drehachse parallel zur Längsrichtung des Skis oder der Schienenanordnung. In zweiten,
für die Verstellung günstigen Ausführungen weist die Drehachse schräg zur Längsrichtung
nach vorne oben, im montierten Zustand in Richtung auf die Skispitze nach oben. In
beiden Ausführungen ist es vorzugsweise von vorne der Betätigung, d. h. der Drehverstellung,
zugänglich.
[0016] In dritten Ausführungen ist es um eine zur Oberfläche des Skis zumindest im Wesentlichen
orthogonale Drehachse, also eine Hochachse, drehverstellbar und weist an einer Oberseite
eine Kupplungshälfte für einen Kupplungseingriff mit einem Skistock oder einer vergleichbaren
Steighilfe auf, wobei die Kupplungshälfte des Verstellorgans so geformt ist, dass
im Kupplungseingriff ein für die Drehverstellung erforderliches Drehmoment durch Formschluss
übertragbar ist. Wenn von einem Skistock oder einer Skistockspitze die Rede ist, sollen
stockartige sonstige Steighilfen und deren Spitzen stets umfasst sein. Die Kupplungshälfte
weicht in einem im Kupplungseingriff Drehmoment übertragenden, zur Hochachse orthogonalen
Querschnitt daher von der kreisrunden Form ab. Sie ist so geformt, dass der Skifahrer
bei angeschnalltem Ski die von der Skistockspitze gebildete Kupplungsgegenhälfte durch
eine zumindest im Wesentlichen orthogonal zur Oberfläche des Skis weisende Kupplungsbewegung
in den Kupplungseingriff bringen und das Verstellorgan anschließend einfach durch
Drehen des Skistocks um dessen Längsachse verdrehen kann.
[0017] Das Verstellorgan ist vorzugsweise außerhalb eines zwischen den Schuhhalteraggregaten
verbleibenden Zwischenraums angeordnet. Es kann hinter dem fersenseitige Schuhhalteraggregat
angeordnet sein, vorzugsweise so, dass es bei angeschnalltem Ski trotz der bei solcher
Anordnung erforderlichen Körperdrehung des Skifahrers noch immer sicher und bequem
mit der Skistockspitze erreichbar ist. Das Verstellorgan kann auch unmittelbar an
oder auf einem der Schuhhalteraggregate, vorzugsweise dem zehenseitigen Schuhhalteraggregat
angeordnet sein. Schließlich kann es stattdessen vor dem zehenseitigen Schuhhalteraggregat
angeordnet sein, zweckmäßigerweise in einem geringen Abstand, so dass die sich ergebende
Koppiungsstreeke bis zum zehenseitigen Schuhhalteraggregat möglichst kurz ist, seine
Kupplungshälfte andererseits aber ohne Behinderung durch das zehenseitige Sohlenhalteraggregat
für einen aufrecht stehenden Skifahrer von oben zugänglich ist, um den Kupplungseingriff
mit dem Skistock bequem herstellen zu können. Das Verstellorgan der dritten Ausführungen,
insbesondere dessen Kupplungshälfte, ist vorteilhafterweise so angeordnet und geformt,
dass bei seiner Bedienung zumindest im Wesentlichen nur Torsionskräfte auf den Skistock
wirken.
[0018] Die Kupplungshälfte des Verstellorgans weist eine um die Drehachse des Verstellorgans
erstreckte Kupplungskontur auf. Obgleich es zum Kuppeln grundsätzlich genügen würde,
wenn sich die Kupplungskontur über einen Drehwinkelbereich von mehr als 180°, jedoch
weniger als 360°, um die Drehachse erstreckt, wird es nicht zuletzt für die Festigkeit
der Kupplungshälfte des Verstellorgans bevorzugt, wenn die Kupplungskontur um die
Drehachse vollständig, also um 360° umläuft. Die Kupplungskontur und somit die vom
Verstellorgan gebildete Kupplungshälfte ist vorzugsweise ein Mehrflach mit höchstens
fünf Flachseiten und die Flachseiten miteinander verbindenden Rundkanten, wobei der
um die Drehachse des Verstellorgans variierende Krümmungsradius der Kupplungskontur
vorzugsweise überall wenigstens 1 Millimeter, bevorzugter überall wenigstens 2 Millimeter,
beträgt. Vorteilhafterweise sind jedenfalls keine scharfen Kanten vorhanden. Auch
dies erleichtert die Herstellung des Kupplungseingriffs. Die Kupplungskontur kann
beispielsweise eine flache Seite aufweisen und ansonsten kreisrund, also ein Einflach
sein. Sie kann im Ganzen gesehen auch ein Oval, beispielsweise eine echte Ellipse,
also ein Zweiflach bilden. Eine besonders bevorzugte Kupplungskontur ist als Dreiflach,
im großen und ganzen also dreieckförmig geformt. Eine derartige Form vereint die Vorteile
der einfachen Herstellbarkeit des Kupplungseingrzffs und der sicheren Übertragung
des erforderlichen Drehmoments in optimaler Weise.
[0019] Um die Herstellung des Kupplungseingriffs zu erleichtern, ist es vorteilhaft, wenn
sich die Kupplungshälfte des Verstellorgans in den ersten und zweiten Ausführungen
an ihrer Vorderseite und in den dritten Ausführungen an ihrer Oberseite längs der
Drehachse in Richtung auf die Kupplungskontur verjüngt oder aufweitet, um die Kupplungsgegenhälfte,
die Handhabe, vorzugsweise die Skistockspitze, bei dem Versuch der Herstellung des
Kupplungseingriffs zu zentrieren. Innerhalb der Kupplung aus Kupplungshälfte und Kupplungsgegenhälfte,
kann die Kupplungshälfte des Verstellorgans den Stecker oder, bevorzugter, die Buchse,
Muffe oder dergleichen bilden. In Ausführungen, in denen das Verstellorgan innerhalb
der Kupplung die Buchsenfunktion übernimmt, verjüngt sich die Kupplungshälfte somit
in Einführrichtung der Kupplungsgegenhälfte. Erfüllt das Verstellorgan innerhalb der
Kupplung die Steckerfunktion, weitet sich die Kupplungshälfte vorzugsweise entsprechend
in Richtung auf die an ihr geformte Kupplungskontur auf.
[0020] Im Übrigen wird hinsichtlich bevorzugter Merkmale der Erfindung auf die Ansprüche
und die nachfolgende Erläuterung von Ausführungsbeispielen verwiesen, anhand denen
besonders bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung näher beschrieben werden. Schutz
wird nicht nur für angegebene oder dargestellte Merkmalskombinationen, sondern auch
für prinzipiell beliebige Kombinationen der angegebenen oder dargestellten Einzelmerkmale
beansprucht. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer Skibindung eines ersten Ausführungsbeispiels,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Skibindung des ersten Ausführungsbeispiels von oben,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Unterseite der Skibindung des ersten Ausführungsbeispiels,
wobei die Schienenanordnung nicht dargestellt ist,
- Fig. 4
- eine Frontansicht der Skibindung des ersten Ausführungsbeispiels entsprechend dem
Pfeil IV A in Fig. 1 und eine Rückansicht der Skibindung entsprechend dem Pfeil IV
B in Fig. 1,
- Fig. 5
- eine Skibindung eines zweiten Ausführungsbeispiels in einem Längsschnitt,
- Fig. 6
- die Skibindung des zweiten Ausführungsbeispiels in einer Draufsicht, und
- Fig. 7
- eine Skibindung eines dritten Ausführungsbeispiels in einem Längsschnitt.
[0021] Figur 1 zeigt eine Skibindung eines ersten Ausführungsbeispiels vor der Montage auf
einem Ski. Auf der Oberseite eines nicht dargestellten Skis sind im Bereich einer
Standzone für einen Skischuh (nicht dargestellt) ein zehenseitiges Schienenprofil
1 und ein fersenseitiges Schienenprofil 2 angeordnet. Im Beispiel sind die Schienenprofile
1 und 2 mittels Schrauben auf dem Ski befestigt. Grundsätzlich kann die Befestigung
jedoch auch in anderer Weise, beispielsweise durch Verklebung erfolgen. In noch einer
Alternative können die Schienenprofile 1 und 2 in die Struktur des Skis integriert
und/oder zu einem einzigen Schienenprofil zusammengefasst, entweder in einem Stück
geformt oder aus mehreren Stücken gefügt sein.
[0022] Wie insbesondere aus Fig. 4 ersichtlich wird, besitzen die Schienenprofile 1 und
2 nach seitwärts gerichtete Stege 3, die von beispielhaft im Querschnitt C-förrnigen
Führungsstücken 4 umfasst werden, die ihrerseits an der Basis eines zehenseitigen
Schuhhalteraggregats 5 bzw. eines fersenseitigen Schuhhalteraggregats 6 fest angeordnet
sind. Damit sind die Schuhhalteraggregate 5 und 6 an den Schienenprofilen 1 und 2
quer zur Skilängsrichtung durch Formschluss arretiert und in Skilängsrichtung an den
Schienenprofilen 1 und 2 verschiebbar geführt.
[0023] Zur einstellbaren Arretierung des zehenseitigen Schuhhalteraggregats 5 in Skilängsrichtung
ist am Basisteil des Schuhhalteraggregats 5 ein Verstellorgan 7 in Form einer Gewindeschnecke
axial und radial gelagert bzw. abgestützt, die mit einem Abschnitt ihres Umfanges
aus der Unterseite (vgl. Fig. 3) des Basisteils des zehenseitigen Schuhhalteraggregates
5 herausragt und mit ihrem Gewinde in einem Verstelleingriff formschlüssig in einen
Gegengewindeabschnitt eingreift, der innerhalb einer im zehenseitigen Schienenprofil
1 in dessen Längsrichtung erstreckten flachen Vertiefung 8 (vgl. Fig. 2) ausgebildet
ist. Das Verstellorgan 7 lässt sich mit einem Schraubwerkzeug, welches sich beispielsweise
in eine kreuzschlitzartige Ausnehmung am einen durch eine Öffnung im Basisteil des
Schuhhalteraggregates 5 zugänglichen Stirnende der Gewindeschnecke 7 einsetzen lässt,
drehend verstellen. Dabei verschiebt sich das zehenseitige Schuhhalteraggregat 5 in
Längsrichtung des zehenseitigen Schienenprofils 1, wobei die jeweils eingestellte
Position durch Selbsthemmung des Verstellorgans 7 im Gegengewindeabschnitt der Vertiefung
8 fixiert bleibt.
[0024] Die Lage des fersenseitigen Schuhhalteraggregats 6 in Längsrichtung des Skis bzw.
fersenseitigen Schienenprofils 2 wird durch ein Zugglied 9 bestimmt, über das das
Schuhhalteraggregat 6 mit dem zehenseitigen Schuhhalteraggregat 5 verbunden ist. Entsprechend
wird auch das fersenseitige Schuhhalteraggregat 6 in Längsrichtung des Skis und der
Schienenprofile 1 und 2 verstellt, wenn das Verstellorgan 7 am zehenseitigen Schuhhalteraggregat
5 unter Längsverschiebung des Schuhhalteraggregats 5 drehend verstellt wird.
[0025] Das Zugglied 9 kann wie in Fig. 3 dargestellt eine Schlinge 10 aufweisen, die einerseits
an einer mit dem fersenseitigen Schuhhalteraggregat 6 verbindbaren Platte 11 befestigt
und andererseits an der Unterseite des zehenseitigen Schuhhalteraggregats 5 in unterschiedliche,
für unterschiedliche Schuhgrößen bzw. Längsabstände zwischen den Schuhhalteraggregaten
5 und 6 vorbereitete bzw. vorgesehene Lagerstücke 12 unter Verrastung einhängbar ist.
Dabei sind die Lagerstücke 12 derart angeordnet, dass sie bei in das zehenseitige
Schienenprofil 1 eingeschobenem Schuhhalteraggregat 5 dem Schienenprofil 1 unmittelbar
vertikal benachbart sind und dadurch ein Entrasten bzw. Ablösen der Schlinge 10 vom
jeweiligen Lagerstück 12 sicher verhindert wird. Die Schlinge 10 kann insbesondere
eine Draht- oder Drahtseilschlinge 10 sein. Ein Kraft übertragendes Zugmittel wie
beispielsweise ein Draht, Drahtseil oder anderes Seilmaterial kann in ein Hüllmaterial
eingebettet oder lose umhüllt sein oder aber blank vorliegen. An den Lagerstücken
12 sind jeweils die Längenbereiche der (genormten) Skischuhsohlen angegeben, so dass
zu jeder Schuhgröße ohne weiteres das zugeordnete Lagerstück 12 für die Schlinge 10
gefunden werden kann.
[0026] Das Zugglied 9 umfasst eine mit der Schlinge 10 axial fest verbundene Platte 11.
Die Platte 11 ist mit einer auf der Unterseite des fersenseitige Schuhhalteraggregats
6 angeordneten flachbandartigen Leiste 13 verrastbar, wobei die Rastverbindung zwischen
Platte 11 und Leiste 13 nur bei vom Schienenprofil 2 getrenntem Schuhhalteraggregat
6 auftrennbar ist. Auch hier wird also eine auftrennbare Verbindung durch den engen
Abstandsraum zwischen der Unterseite des Schuhhalteraggregates 6 und dem zugeordneten
Schienenprofil 2 unlösbar gesichert.
[0027] Die Leiste 13 ist an der Unterseite des Schuhhalteraggregats 6 längsverschiebbar
geführt und über eine nicht näher dargestellte Anschubfederung am Schuhhalteraggregat
6 abgestützt, derart, dass die genannte Anschubfederung das Schuhhalteraggregat 6
relativ zur Leiste 13 in Richtung auf das zehenseitige Schuhhalteraggregat 5 zu schieben
sucht. Dadurch wird bei Flexberwegungen des Skis, bei denen sich die mit ihrem Vorderende
am zehenseitigen Schuhhalteraggregat 5 fest abgestützte Skisohle mit ihrem fersenseitigen
Ende auf der Skioberseite in Skilängsrichtung verschiebt, gewährleistet, dass das
fersenseitige Schuhhalteraggregat 6 mit seinem Sohlenhalter 14 ständig in kraftschlüssigem
Kontakt mit dem fersenseitigen Sohlenende bleibt. Die Anschubfederung lässt sich mit
einer Gewindeschnecke 15 (vgl. Fig. 4) justieren, die innerhalb einer entsprechenden
Ausnehmung im Basiskörper des fersenseitigen Schuhhalteraggregats 6 derart radial
gelagert bzw. abgestützt ist, dass sie mit ihrem Gewinde in angepasste Schrägschlitze
15' eingreift, die als an der Leiste 13 angeordnete Gegengewindeabschnitte mit der
Gewindeschnecke 15 zusammenwirken. Die Gewindeschnecke 15 besitzt einen durch eine
rückseitige Öffnung am rückwärtigen Ende des Basiskörpers des fersenseitigen Schuhhalteraggregats
6 zugänglichen Kreuzschlitz oder dergleichen (vgl. Fig. 4B) in den ein entsprechendes
Schraubwerkzeug eingreifen kann, so dass sich die Gewindeschnecke 15 relativ zur Leiste
13 schraubverstellen lässt. Damit kann die Anschubfederung und dementsprechend die
Anschubkraft, mit der ein Sohlenhalter 14 des fersenseitigen Schuhhalteraggregats
6 am fersenseitigen Sohlenende anliegt, justiert werden.
[0028] Aufgrund der Anschubfederung ist also das fersenseitige Schuhhalteraggregat 6 über
das Zugglied 9 mit dem zehenseitigen Schuhhalteraggregat 5 in Längsrichtung federbar
verbunden, wobei sich das fersenseitige Schuhhalteraggregat 6 bei Federhüben auf dem
fersenseitigen Schienenprofil 2 in dessen Längsrichtung verschiebt. Bei der erfindungsgemäßen
Skibindung hat also das fersenseitige Schienenprofil 2 eine Doppelfunktion: Einerseits
ermöglicht es eine Verschiebung des fersenseitigen Schuhhalteraggregats 6 in Skilängsrichtung,
um das Schuhhalteraggregat 6 entsprechend der Länge der Skischuhsohle einzustellen.
Andererseits ermöglicht es im Schließzustand Bindung bei Flexbewegungen des Skis eine
federnde Längsbewegung des fersenseitigen Schuhhalteraggregates 6 relativ zum zehenseitigen
Schuhhalteraggregat 5 entsprechend der Relativbewegung zwischen dem Fersenende der
Skisohle und der Skioberseite.
[0029] An der Schlinge 10 ist ein Versteifungsteil 16 angeordnet, welches einerseits die
Handhabung der Schlinge 10 bei deren Festlegung an einem der Lagerstücke 12 auf der
Unterseite des zehenseitigen Schuhhalteraggregats 5 erleichtert und andererseits eine
übermäßige Annäherung des fersenseitigen Schuhhalteraggregats 6 an das zehenseitige
Schuhhalteraggregat 5 bei Nichtgebrauch des Skis, das heißt bei aus der Bindung ausgelöstem
Skischuh, verhindert.
[0030] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann das zur Einstellung des zehenseitigen
Schuhhalteraggregats 5 dienende Verstellorgan 7 auch dazu vorgesehen sein, die Skibindung,
genauer gesagt die Schuhhalteraggregate 5 und 6, als komplette Einheit in Skilängsrichtung
zu verstellen, um die Position der Skibindung am Ski in Anpassung an die Schnee- bzw.
Pistenverhältnisse in Skilängsrichtung zu verändern bzw. einzustellen, d.h. die Längsmitte
der Skischuhsohle kann gegenüber der Längsmitte des Skis wahlweise nach vorne oder
hinten verlagert werden. Für Tiefschnee ist eine im Vergleich zu einer gedachten mittleren
Bezugsposition der Bindung nach hinten verlagerte Position vorteilhaft, während die
Wendigkeit des Skis auf fester Piste durch eine nach vorne verlagerte Position erhöht
werden kann. Um das Verstellorgan 7 für ein vom Skifahrer leicht mitführbares (schlüsselartiges)
Schraubwerkzeug leichter zugänglich zu machen, ist das Verstellorgan 7 vorzugsweise
mit geneigter Drehachse im Basisteil des zehenseitigen Schuhhalteraggregats 5 angeordnet,
derart, dass das zum Ansetzen des Schraubwerkzeugs vorgesehene Stirnende des Verstellorgans
7 in Skilängsrichtung nach vorwärts schräg oben weist. Damit kann ein in der Bindung
stehender Skiläufer die Positionsveränderung der Skibindung am Ski leicht vornehmen.
Anstelle des Schraubwerkzeuges kann an dem Verstellorgan 7 zu dessen Schraubverstellung
auch eine Handhabe nach Art eines kleinen Handrads vorgesehen sein.
[0031] Vorzugsweise ist am zehenseitigen Schienenprofil 1 eine Markierung angeordnet, so
dass leicht erkennbar wird, ob das zehenseitige Schuhhalteraggregat 5 zusammen mit
dem über das Zugglied 9 angekoppelten fersenseitigen Schuhhalteraggregat 6 am Ski
nach vorne oder nach hinten gegenüber der Bezugsposition verlagert ist.
[0032] Die Figuren 5 und 6 zeigen eine Skibindung eines zweiten Ausführungsbeispiels. Auch
in diesem Ausführungsbeispiel sind die Schuhhalteraggregate 5 und 6 gemeinsam in Längsrichtung
X hin und her verstellbar, um den Schwerpunkt des Skifahrers in Bezug auf den Ski
den Schnee- und Geländeverhältnissen anpassen zu können. Der maximale Verstellweg
beträgt vorzugsweise einige Zentimeter, beispielsweise 10 cm, vorzugsweise wenigstens
5 cm. Das zehenseitige Schuhhalteraggregat 5 ist auf einem Lagerkörper 26 und das
fersenseitige Schuhhalteraggregat 6 auf einem Lagerkörper 28 angeordnet. Die beiden
Lagerkörper 26 und 28 sind mittels eines in Längsrichtung X zug- und schubsteifen
Zugglieds 29 miteinander verbunden, so dass die gefügte Zug- und Schubstruktur 26,
28, 29 mit den Schuhhalteraggregaten 5 und 6 in Längsrichtung einheitlich verstellbar
ist. Die Zug- und Schubstruktur 26, 28, 29 ist über ein zehenseitiges Schienenprofil
1 und ein fersenseitiges Schienenprofil 2 mit dem Ski verbunden. Die Schienenprofile
1 und 2 sind relativ zum Ski nicht beweglich, beweglich ist vielmehr die axial steife
Zug- und Schubstruktur 26, 28, 29 relativ zu den stationären Schienenprofilen 1 und
2. Die Zug- und Schubstruktur 26, 28, 29 wird von den Schienenprofilen 1 und 2 in
Längsrichtung X geführt, aber in Querrichtung und vertikal zum Ski fest gehalten.
Vorzugsweise ist eines der Schuhhalteraggregate 5 und 6 relativ zu dem anderen zusätzlich
in Längsrichtung X verstellbar, um die Bindung an unterschiedliche Skischuhe anpassen
zu können. So kann beispielsweise der Lagerkörper 28 das Schuhhalteraggregat 6 in
Längsrichtung X der Position nach verstellbar lagern.
[0033] Für die gemeinsame Verstellung der Schuhhalteraggregate 5 und 6 als Einheit ist die
Zug- und Schubstruktur 26, 28, 29 mit einem um die Hochachse Z drehverstellbaren Verstellorgan
27 gekoppelt. Die Kopplung wird anders als im ersten Ausführungsbeispiel mittels eines
Kurbeltriebs gebildet, in dem das Verstellorgan 27 die Kurbel bildet, die über eine
Kurbelstange 24 mit der Zug- und Schubstruktur 26, 28, 29 verbunden ist. Die Kurbelstange
24 ist in einem Drehgelenk 23 mit dem Verstellorgan 27 und in einem weiteren Drehgelenk
25 mit der Zug- und Schubstruktur 26, 28, 29 verbunden, so dass Drehbewegungen des
Verstellorgans 27, der Kurbel, in Längshubbewegungen der Kurbelstange 24 und schließlich
in reine Längsbewegungen der axial geführten Zug- und Schubstruktur 26, 28, 29 umgewandelt
werden. Der maximale Verstellweg der Schuhhalteraggregate 5 und 6 wird dem Kurbeltrieb
entsprechend durch den radialen Abstand bestimmt, den das Drehgelenk 23 von der Drehachse
Z des Verstellorgans 27 aufweist.
[0034] Das Verstellorgan 27 ist am Ski mittels eines eigenen, vom Schienenprofil 1 separaten
Lagerkörpers befestigt. Das Schienenprofil 1 kann stattdessen aber auch nach vorne
verlängert sein, um das Verstellorgan 27 drehbar um seine Drehachse Z zu lagern.
[0035] Das Verstellorgan 27 kann zwischen Rastpositionen hin und her drehbar sein, die es
mit seinem Lagerkörper bildet. Die Schuhhalteraggregate 5 und 6 können durch das Verstellorgan
27, also durch dessen Verrastung mit seinem Lagerkörper, axial arretiert sein, wenn
das Verstellorgan 27 die jeweilige Rastposition einnimmt. Es kann eine andere Arretiereinrichtung
auch alternativ oder zusätzlich vorgesehen sein.
[0036] Mit 21 ist eine Anschubfeder bezeichnet, die sich nach hinten an der Zug- und Schubstruktur
26, 28, 29 und nach vorne am fersenseitigen Schuhhalteraggregat 6 abstützt, um dieses
in Richtung auf das zehenseitige Schuhhalteraggregat 5 mit einer Federkraft zu beaufschlagen.
Die Anschubfederung kann im ersten Ausführungsbeispiel in analoger Weise gebildet
sein.
[0037] Figur 6 zeigt in einer Draufsicht beispielhaft, wie die Kupplungshälfte 100 des Verstellorgans
27 in bevorzugten Ausführungen geformt sein kann. Die Kupplungshälfte 100 ist als
Ring oder Buchse geformt. Die Kupplungsgegenhälfte des Skistocks bildet in komplementärer
Form den Stecker für einen auf Formschluss beruhenden Kupplungseingriff. Die Kupplungshälfte
100 weist für den Formschluss eine Kupplungskontur auf, die im zur Drehachse Z orthogonalen
Querschnitt ein Dreiflach bildet, also dreieckartig geformt ist. Die Kupplungskontur
weist drei zumindest im wesentlichen gerade Konturabschnitte 101 und diese paarweise
miteinander verbindende, vergleichsweise stark gekrümmte Konturabschnitte 102 auf.
Die Kupplungshälfte 100 verjüngt sich an der Oberseite von einer Eingangsöffnung aus
trichterförmig bis zu dieser Kupplungskontur 101 und 102, so dass sich die Skistockspitze
als Kupplungsgegenhälfte beim Einführen von oben im Trichterbereich zur Kupplungskontur
101, 102 zentriert. Aufgrund der besonderen Querschnittsform zentriert sich die Kupplungsgegenhälfte
nicht nur bei einem exzentrisch zur Drehachse Z erfolgenden Einführen, sondern auch
hinsichtlich der Drehwinkelposition relativ zu der Kupplungskontur 101, 102. Die Kupplungshälften
führen sich aneinander, quasi von alleine, automatisch in den Kupplungseingriff von
Kupplungshälfte 100 und Kupplungsgegenhälfte. Die Dreieckform mit weich gerundeten
Eckbereichen bzw. Rundkanten 102 ist besonders günstig.
[0038] Das Verstellorgan 27 ist im Bereich der Kupplungshälfte 100 mit seitlichen Durchbrechungen
103 versehen, durch die eingedrungener Schnee beim Einführen der Kupplungsgegenhälfte
verdrängt werden kann. Die Durchbrechungen 103 wirken von Hause aus einem Verstopfen
der Kupplungshälfte 100 entgegen. Notfalls kann etwa doch eingedrungener Schnee durch
die Durchbrechung 103 auch seitlich mit dem Finger, einem Stöckchen oder sonstigen
geeigneten Gegenstand herausgekratzt werden. Im Ausführungsbeispiel sind um die Drehachse
Z verteilt wie bevorzugt mehrere Durchbrechungen 103 vorgesehen. Grundsätzlich würde
eine einzige genügen. Mehrere Durchbrechungen sind aber unter anderem auch deshalb
vorteilhaft, weil mit einem Stock, beispielsweise Skistock, von der Seite her in eine
der Durchbrechungen 103 eingefahren und der Schnee durch eine gegenüberliegende hinausgedrückt
werden kann. Vorteilhaft ist auch, dass sich die Kupplungshälfte 100 in der Draufsicht
gesehen hinter der Kupplungskontur 101, 102 wieder aufweitet, also in dem seitlich
durchbrochenen Raum, da dies ebenfalls einer Verstopfung durch Schnee entgegenwirkt.
[0039] In einer nicht dargestellten Modifikation kann das Verstellorgan 27 das Verstellorgan
7 des ersten Ausführungsbeispiels ersetzen und mittels der Kurbelstange 24 mit dem
Schuhalteraggregat 5 des ersten Ausführungsbeispiels gekoppelt sein.
[0040] Figur 7 zeigt von einer Skibindung eines dritten Ausführungsbeispiels nur den vorderen
Teil mit dem zehenseitigen Schuhhalteraggregat 5. Das Schuhhalteraggregat 5 ist wie
im zweiten Ausführungsbeispiel mit dem fersenseitigen Schuhhalteraggregat 6 mittels
einer Zug- und Schubstruktur gekoppelt und daher in Längsrichtung X mit dem Schuhhalteraggregat
6 gemeinsam hin und her verstellbar. Von der dem zweiten Ausführungsbeispiel entsprechenden
Zug- und Schubstruktur ist nur ein hinsichtlich der Zug- und Schubkraftübertragung
dem Lagerkörper 26 entsprechender Lagerkörper 36 dargestellt. Das Verstellorgan 37
entspricht hinsichtlich seiner Kupplungshälfte 100 dem Verstellorgan 27 des zweiten
Ausführungsbeispiels. Vom Verstellorgan 27 unterscheidet es sich allerdings hinsichtlich
der Kopplung mit dem Schuhhalteraggregat 5.
[0041] Das Verstellorgan 37 ist mittels eines Zahnradtriebs mit einem Lagerkörper 36 gekoppelt,
der das Schuhhalteraggregat 5 lagert und gemeinsam mit dem Schuhhalteraggregat 5 relativ
zu dem Schienenprofil 1 in Längsrichtung X hin und her beweglich ist, wobei das Schienenprofil
1 den Lagerkörper 36 in Längsrichtung führt und in jeder anderen Richtung fixiert.
Die Kopplung ist mit einem Koppelglied 31 realisiert, das mit dem Verstellorgan 37
in einem Zahneingriff und mit dem Lagerkörper 36 in einem Gewindeeingriff ist.
[0042] Das Verstellorgan 37 und das Koppelglied 31 bilden im gemeinsamen Zahneingriff ein
Winkelgetriebe. Das Verstellorgan 37 weist hierfür an einer Unterseite eine um die
Drehachse Z erstreckte Verzahnung 30 auf, die mit einem Kegelzahnrad 32 des Koppelglieds
31 im Zahneingriff ist, in dem Drehbewegungen des Verstellorgans 37 um die Hochachse
Z in Drehbewegungen des Koppelglieds 31 um eine zur Längsachse X des Skis parallele
Drehachse übertragen werden. Das Koppelglied 31 weist um seine Drehachse ein Gewinde
auf, das mit einer Gewindemutter 33 im Gewindeeingriff ist. Die Gewindemutter 33 ist
in Längsrichtung X unbeweglich und um ihre Gewindeachse nicht drehbar mit dem Lagerkörper
36 verbunden. Aufgrund der axialen Führung des Lagerkörpers 36 werden Drehbewegungen
des Koppelglieds 31 daher im Gewindeeingriff mit der Gewindemutter 33 in axiale Bewegungen
der Gewindemutter 33 und somit des Lagerkörpers 36 umgewandelt. Diese axialen Bewegungen
entsprechen Positionsverstellungen des Schuhhalteraggregats 5 in Längsrichtung X.
[0043] Zum Verstellorgan 37 ist noch nachzutragen, das seine Verzahnung 30 in einem vor
Schnee und Schmutz geschützten Raum aufgenommen ist, in den auch das Koppelglied 31
mit seinem Zahnrad 32 hineinragt, so dass der Zahneingriff 30, 32 vor Schnee oder
Schmutz geschützt ist. Den Raum bildet ein relativ zum Ski nicht beweglicher Lagerkörper
35. Das Verstellorgan 37 ragt in den nach oben topfförmig offenen Lagerkörper 35 und
bildet für diesen eine Art oberen Deckel zum Abschluss besagten Raums. Der Lagerkörper
35 ist separat vom Schienenprofil 1 am Ski befestigt bzw. für eine separate Befestigung
vorgesehen, kann alternativ aber auch mit dem Schienenprofil 1 gefügt oder mit diesem
in einem Stück geformt sein.
[0044] Würden das Verstellorgan 37 und dementsprechend der Lagerkörper 35 entfallen, könnte
auch das dann von vorne zugängliche Koppelglied 31 die Funktion eines Verstellorgans
im Sinne der Erfindung übernehmen. Das Beispiel zeigt auch, wie die Aufteilung der
beiden Funktionen der Lagerung des so modifiziert gedachten Koppelglieds bzw. Verstellorgans
31 einerseits und des Verstelleingriffs, hier zwischen 31 und 33, andererseits geändert
werden können. Während im ersten Ausführungsbeispiel das Schuhhalteraggregat 5 das
Verstellorgan 7 lagert und dieses im Verstelleingriff mit dem Schienenprofil 1 ist,
lagert im zweiten Ausführungsbeispiel der skifeste Lagerkörper 35 das Koppelglied/Verstellorgan
31, und dieses ist mit dem Lagerkörper 36, genauer gesagt mit der damit fest zu einer
Bewegungseinheit gefügten Gewindemutter 33, im Verstelleingriff. Der bewegliche Lagerkörper
36 ist mit dem Schulahalteraggregat 5 wiederum axial unbeweglich verbunden, so dass
der Verstelleingriff letztlich wie ein Verstelleingriff direkt mit dem Schuhhalteraggregat
5 wirkt. Der Verstelleingriff des ersten Ausführungsbeispiels könnte durch den des
Koppelglieds 31 ersetzt werden, wobei im ersten Beispiel allerdings das Schienenprofil
1 das Verstellorgan 7 lagern würde. Umgekehrt könnte das Koppelglied 31 auch direkt
mit dem Schuhhalteraggregat 5 im Verstelleingriff sein. Es können auch die Schuhhalteraggregate
5 und 6 und die Zug- und Schubstruktur 9, 11 und 16 des ersten Ausführungsbeispiels
in Kombination mit dem Verstellorgan 37 und dem Koppelglied 31 verwirklicht werden,
wobei das Koppelglied 31 in solch einer Ausführung im Verstelleingriff mit dem Schuhhalteraggregat
5 des ersten Ausführungsbeispiels wäre. Das Koppelglied 31 kann auch am Schienenprofil
1 anstatt am separat am Ski befestigten oder befestigbaren Lagerkörper 35 axial und
vorzugsweise auch radial abgestützt und in diesem Sinne gelagert werden.
1. Skibindung mit einem zehenseitigen Schuhhalteraggregat (5), einem fersenseitigen Schuhhalteraggregat
(6) und einer skifest angeordneten oder anbringbaren, in Skilängsrichtung erstreckten
Schienenanordnung (1, 2), in die die Schuhhalteraggregate (5, 6) längsverschiebbar
einsetzbar oder bereits eingesetzt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein erstes (5) der Schuhhalteraggregate (5, 6) skifest oder schienenfest arretierbar
und das andere, zweite Schuhhalteraggregat (6) am ersten Schuhhalteraggregat (5) mittels
eines Zugglieds (9; 29; 39) fixiert oder fixierbar ist.
2. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhhalteraggregate (5, 6) und das Zugglied (9; 29; 39) im eingesetzten Zustand
gemeinsam relativ zur Schienenanordnung (1, 2) längs verschiebbar sind und die Skibindung
ein mit dem ersten Schuhhalteraggregat (5) gekoppeltes Verstellorgan (7; 27; 37) zur
Verstellung der axialen Position der Schuhhalteraggregate (5, 6) im eingesetzten Zustand
umfasst.
3. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugglied (9) flexibel ist.
4. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend ein mit dem ersten Schuhhalteraggregat
(5) gekoppeltes Verstellorgan (7; 27; 37) zur Einstellung der Position des ersten
Schuhhalteraggregats (5) in Ski- bzw. Schienenlängsrichtung, wobei in bevorzugten
Ausführungen das Verstellorgan (7; 27; 37) in einem selbsthemmenden Verstelleingriff
(7, 8; 31, 33) oder zwischen Rastpositionen hin und her verstellbar ist und durch
die Selbsthemmung oder in den Rastpositionen das erste Schuhhalteraggregat (5) axial
arretiert.
5. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am ersten Schuhhalteraggregat (5) ein Verstellorgan (7) zur Einstellung der Position
des ersten Schuhhalteraggregats (5) in Ski- bzw. Schienenlängsrichtung angeordnet
und mit einem Schienenelement (1) der Schienenanordnung (1, 2) koppelbar oder im eingesetzten
Zustand des ersten Schuhhalteraggregats (5) mit dem Schienenelement (1) gekoppelt
ist, vorzugsweise in einem direkten Verstelleingriff des Verstellorgans (7) und des
Schienenelements (1).
6. Skibindung nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Verstellorgan (7) eine am ersten Schuhhalteraggregat (5) axial fest gelagerte
Gewindeschnecke (7) drehverstellbar angeordnet ist, die in eine schienenseitige Verzahnung
(8) eingreift.
7. Skibindung nach einem der drei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellorgan (7) um eine zur Längsrichtung des Skis oder der Schienenanordnung
(1, 2) geneigte Drehachse drehverstellbar angeordnet ist und mit einem für ein ankuppelbares
Drehwerkzeug oder eine Handhabe vorgesehenen Stirnende in Skilängsrichtung nach vorwärts
schräg oben weist.
8. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Verstellorgan (27; 37) um eine zumindest im Wesentlichen orthogonal zur Oberfläche
des Skis weisende Drehachse (Z) drehverstellbar an dem Ski oder der Schienenanordnung
(1, 2) oder einem der Schuhhalteraggregate (5, 6) angeordnet ist und für eine Betätigung
mit einem Skistock an einer Oberseite eine Kupplungshälfte (100) für einen mittels
Formschluss Drehmoment übertragenden Kupplungseingriff mit einer Spitze des Skistocks
aufweist.
9. Skibindung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellorgan (27; 37) in Skilängsrichtung vor dem zehenseitigen Schuhhalteraggregat
(5) oder hinter dem fersenseitigen Schuhhalteraggregat (6), vorzugsweise in einem
kurzen Abstand vor oder hinter dem jeweiligen Schuhhalteraggregat (5, 6) angeordnet
ist.
10. Skibindung nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) die Kupplungshälfte (100) verjüngt sich an ihrer Oberseite zum Zentrieren des
Skistocks (12) längs der Drehachse (Z);
(ii) die Kupplungshälfte (100) weist um die Drehachse (Z) umlaufend eine in den Kupplungseingriff
gelangende Kupplungskontur (101, 102) mit wenigstens einem geraden oder weich gekrümmten
Konturabschnitt (101) und wenigstens einem im Vergleich dazu stärker gekrümmten Konturabschnitt
(102), aber vorzugsweise keine scharfe Kante auf, wobei ein Krümmungsradius der Kupplungskontur
(101, 102) vorzugsweise überall das gleiche Vorzeichen aufweist;
(iii) die Kupplungshälfte (100) weist eine über mehr als 1800 um die Drehachse (Z) erstreckte, ring- oder buchsenförmige Kupplungskontur (101,
102) auf, die freigestellt ist oder von oben in einen von dem Betätigungsorgan (11)
gebildeten, wenigstens eine seitliche Öffnung (103) aufweisenden Raum mündet.
11. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugglied (9) an der skiseitigen Unterseite der Schuhhalteraggregate (5, 6) formschlüssig
ankuppelbar und der Formschluss bei in die Schienenanordnung (1, 2) eingesetzten Schuh-
bzw. Schuhhalteraggregaten (5, 6) zwangsgesichert ist.
12. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugglied (9) in Anpassung an die Sohlenlänge eines in die Skibindung einzusetzenden
Skischuhs an verschiedenen Lagerstücken oder -positionen (12) an den Schuhhalteraggregaten
(5, 6) festlegbar ist.
13. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugglied (9) eine Schlinge (10), vorzugsweise Draht- oder Drahtseilschlinge (10),
bildet, die in wenigstens einen der Form der Schlinge (10) angepassten Aufnahmekanal
an einem Lagerstück (12), vorzugsweise in verschiedene, der Form der Schlinge (10)
angepasste Aufnahmekanäle an Lagerstücken (12), auf der Unterseite eines der Schuhhalteraggregate
(5, 6) einlegbar ist.
14. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) an der Schlinge (10) nach dem vorhergehenden Anspruch ist in einem Abstandsbereich
zwischen dem zehenseitigen Schuhhalteraggregat (5) und dem fersenseitigen Schuhhalteraggregat
(6) ein Versteifungsteil (16) angeordnet;
(ii) eine mit dem Zugglied (9; 29; 39) koppelbare oder verbundene Struktur (13) ist
als Teil einer skiseitigen bzw. relativ zum Ski oder der Schienenanordnung (1, 2)
festen Widerlageranordnung einer Anschubfederung (21) angeordnet.
15. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) an der Schienenanordnung (1, 2) ist eine Markierung vorgesehen, die mit dem ersten
Schuhhalteraggregat (5) zusammenwirkt und dessen Position in Skilängsrichtung relativ
zu einer Standardposition erkennbar macht;
(ii) das zehenseitige Schuhhalteraggregat (5) ist das skifeste oder schienenfest arretierbare
erste Schuhhalteraggregat (5).