[0001] Die Erfindung betrifft einen nass abreinigenden Elektrofilter zur Abgasreinigung
gemäß Oberbegriff des Anspruches 1 sowie ein hierfür geeignetes Verfahren gemäß Oberbegriff
des Anspruches 21.
[0002] Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrostatischen, nass abreinigenden Elektrofilter
zur Abgasreinigung und/oder Wärmerückgewinnung gemäß Anspruch 1 sowie auf ein Verfahren
zur Abgasreinigung und/oder Wärmerückgewinnung mittels eines nass abreinigenden Elektrofilters
für beliebige Anwendungsfälle - insbesondere auch für die Rauchgase von Biomasse-Feuerungen.
Unter Abgasreinigung wird hier sowohl die Minderung von partikel- als auch gas- und
geruchsförmigen Emissionen verstanden.
[0003] Die anhaltende Feinstaubdiskussion hat bewirkt, dass der Gesetzgeber eine Verschärfung
der Anforderungen an die Emissionen beabsichtigt. Dabei steht insbesondere die Minderung
der Fein- und Feinststaubemissionen zur Debatte.
[0004] Schon seit langem werden sogenannte Wäscher als Nassabscheider für partikelförmige
Emissionen verwendet. Ihr Konstruktionsprinzip beruht auf der Massenträgheit der zu
entfernenden Staubpartikel im Abgasstrom, die beim Umströmen der eingesprühten Wassertropfen
im Sprühfeld der Abgasströmung nicht folgen können, auf die Tröpfchen aufprallen und
mit ihnen abgeschieden werden. Dies begründet, dass Nassabscheider nur die Abscheidung
gröberer Staubpartikel bis ca. 0,5 µm bewirken. Kleinere Staubpartikel können aufgrund
der geringen Massenträgheit der Staubpartikel nicht mehr effektiv abgeschieden werden,
da sie der gasförmigen Fluidströmung folgen und somit keine Wechselwirkungen mit den
im Wäscher erzeugten Flüssigkeitströpfchen unterliegen.
[0005] Aktuelle Veröffentlichungen belegen jedoch, dass das Maximum der Feinstaubemissionen
z.B. von Holzfeuerungen bei einem mittleren aerodynamischen Durchmesser von unter
0,5 µm liegt. So liegt zum Beispiel das Maximum der Feinstaubemissionen von Holzpellets-Feuerungen
bei unter 100 nm, also im Feinststaubbereich. Theoretisch können Nassabscheider demnach
keine Feinststaub-Minderung bewirken.
[0006] Demgegenüber sind trockene elektrostatische Abscheider in der Lage, auch feinste
Staubpartikel kleiner als 100 nm mit bis zu 99% Effektivität abzuscheiden. Das Abscheideprinzip
beruht auf einer Korona-Spitzenentladung und der daraus folgenden Partikelaufladung,
so dass die negativ aufgeladenen Partikel an einer geerdeten Niederschlagselektrode
abgeschieden werden können. Übliche Bauformen sind Rohr- oder Plattenelektrofilter
z. B. bei Kraftwerken. Derartige trocken elektrostatisch arbeitende Abscheider weisen
jedoch einige Nachteile auf. Dies sind zum einen Bauform und Baugröße. Sie müssen
allerdings mechanisch abgereinigt werden, was entweder eine Unterbrechung des Betriebes
des Abscheiders und damit ggf. einer gesamten Anlage zufolge hat oder gleichzeitig
Emissionen der aufgewirbelten abgeschiedenen Staubpartikel während der Abreinigung
hervorruft. Sie können im Gegensatz zu Nassabscheidern keine Energie aus den Rauchgasen
rückgewinnen. Ebenso können Funkenüberschläge von der Hochspannungselektrode Entzündungen
und Explosionen des Rauchgases zur Folge haben. Weitere Nachteile sind häufige Abreinigungsintervalle
sowie insbesondere für kleinere Anlagen die Notwendigkeit teilweise manueller Reinigung
durch den Betreiber oder den Schornsteinfeger.
[0007] Darüber hinaus sind auch Nass-Elektrofilter bekannt. Die mechanische Abreinigung
entfällt. Sie erfolgt stattdessen durch ein Besprühen der Niederschlagselektrode mit
Wasser. Allerdings haben auch diese Nass-Elektrofilter Nachteile in Bezug auf Bauform
und Baugröße und sind technisch aufwendig aufgebaut, woraus hohe Kosten resultieren.
Auch erfolgt eine Kondensation von im Abgas enthaltenen Schadstoffen, wodurch sich
eine Anreicherung von den Schadstoffen im Umlaufwasser einstellt, ansonsten entsteht
ein hoher Wasserbedarf.
[0008] Ein von der japanischen Firma Mitsubishi entwickelter Nassabscheider namens MDDS
(Mitsubishi Di-Electric Droplet Scrubber) kombiniert dagegen eine elektrostatische
Abscheidung mit einer Nasswäsche, wobei diese in dem dargelegten Verfahren den Dipolcharakter
des Wassers nutzt. Das partikelbeladene Abgas wird vor Eintritt in die eigentliche
Abscheidekammer voraufgeladen und durch ein Wäscherfeld geleitet. Anschließend durchströmt
es eine einem Plattenkondensator ähnliche Kammer, wobei eine Seite der Kammer auf
Hochspannung, die andere auf Masse/Erdpotential liegt. Hierdurch wird zwischen den
Platten ein homogenes elektrisches Feld erzeugt, wodurch sich die Wassermoleküle (Dipole)
ausrichten. Zwischen den sich in der Kammer befindlichen Wassertropfen bilden sich
aufgrund dessen ebenfalls elektrische Felder aus, weswegen Staubteilchen und andere
im Abgasstrom befindliche Verunreinigungen, die sich zwischen den Wassertropfen befinden,
zu den Tropfen hin beschleunigt werden. Dieses Verfahren erlaubt Abscheideraten von
90-99%. Nachteile an diesem Verfahren resultieren aus Bauform und Baugröße sowie daraus,
dass man mit diesem Verfahren ohne hohen technischen Aufwand nicht bereits bestehende
Wäscher nachrüsten kann.
[0009] Weiterhin sind auch Gewebefilter bekannt. Bei diesen Filtern ist die Oberfläche (Metall-,
Textil-, Zellulosegewebe) so feinporig, dass die Staubpartikel zurückgehalten werden.
Die Abreinigung erfolgt mechanisch oder pneumatisch. Gewebefilter benötigen viel Platz,
die Abreinigung setzt Staub frei, weiterhin ergibt sich ein sehr hoher Druckverlust,
daher ist eine hohe zusätzliche Gebläseleistung zur Abführung der Abgase nötig.
[0010] Ebenfalls wird eine Abscheidung der Staubpartikel auch durch Zyklone gelöst. Bei
den Zyklonen wird der gröbere Staub durch die Trägheit der Staubpartikel abgeschieden,
allerdings erfolgt keine Feinstaubabscheidung und es wird eine höhere Gebläseleistung
benötigt.
[0011] Bei ebenfalls bekannten sog. Kondensationsabscheider erfolgt eine geringe Staubabscheidung,
die noch dazu abhängig vom Brennstoffwassergehalt und von den Rücklauftemperaturen
abhängig ist.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Staubemissionen von Abgasen
jeglicher Art und insbesondere von Feststofffeuerungen zu reduzieren und dabei einen
langzeitstabilen Betrieb der entsprechenden Anlage zu gewährleisten.
[0013] Die Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe ergibt sich hinsichtlich des nass abreinigenden
Elektrofilters aus den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 in Zusammenwirken
mit den Merkmalen des Oberbegriffes. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0014] Die Erfindung geht aus von einem gattungsgemäßen Elektrofilter zur Abgasreinigung
und/oder Wärmerückgewinnung, insbesondere auch zur Abgasreinigung für die Abgase von
Biomasse-Feuerungen, bei dem der Elektrofilter eine Abscheidekammer aufweist, durch
die das Abgas geleitet wird, wobei im Bereich der Abscheidekammer oder angrenzend
an die Abscheidekammer eine Aufladeeinrichtung zur elektrostatischen Aufladung von
in dem Abgas befindlichen Partikeln angeordnet ist. Ein derartiger Elektrofilter wird
dadurch weiterentwickelt, dass im Bereich der Abscheidekammer eine entgegen der Ladung
der Partikel elektrostatisch aufgeladene oder geerdete Abscheideeinrichtung mit einer
im Verhältnis zu ihrem Volumen großen Oberfläche zur Wechselwirkung mit den Partikeln
angeordnet ist, die die von der Aufladeeinrichtung elektrostatisch aufgeladenen Partikel
durchströmen, wobei eine Abgabeeinrichtung für Reinigungsflüssigkeit den Bereich der
Abscheideeinrichtung zumindest periodisch besprüht und die Reinigungsflüssigkeit die
an der Oberfläche der Abscheideeinrichtung angelagerten Partikel abreinigt. Eine derartige
Kombination von Abscheideeinrichtung mit einer großen Oberfläche zur Wechselwirkung
mit den Partikeln, einer Abgabeeinrichtung zur feuchten Abreinigung der Partikel von
der Oberfläche der Abscheideeinrichtung sowie der elektrostatischen Aufladung der
Partikel vor dem Durchtreten der Abscheideeinrichtung ermöglicht eine im wesentlichen
automatische und auch über einen längeren Zeitraum zuverlässige Betriebsweise des
Elektrofilters, auch bei einem hohen Grad an Reinigung von unerwünschten Partikeln.
Der erfindungsgemäße Elektrofilter kann dabei zur Reinigung jeglicher Gasströme genutzt
werden, die kleine Partikel jeglicher Art mit sich führen, die für die weitere Verarbeitung
des Gasstromes oder auch das Ablassen des Gasstromes in die Umwelt von Nachteil sein
können. Vereinfachend wird hierbei immer von Abgas und von Partikeln gesprochen, wenn
ein derartiger Gasstrom oder entsprechende Partikel gemeint sind, wobei Abgas nicht
nur das Abgas eines Verbrennungsprozesses oder dergleichen umschreibt. Der Elektrofilter
lädt die Partikel im Abgas dabei mittels Koronaentladung elektrisch auf. Vorteile
des erfindungsgemäßen Elektrofilters sind hierbei insbesondere ein einfacher Aufbau
sowie eine kompakte Bauweise, ein geringer Strombedarf sowie ein geringer Verbrauch
an Reinigungsflüssigkeit bei hoher Reinigungsleistung. Ebenfalls kann durch den geringen
Strömungswiderstand ein hoher Volumenstrom bei gleichzeitig hoher Feinststaubabscheidung
erreicht werden.
[0015] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn die Abscheideeinrichtung eine Füllung aus elektrostatisch
aufladbaren Bestandteilen aufweist, zwischen denen das Abgas hindurch treten und seine
vorher elektrostatisch aufgeladenen Partikel abgeben kann. Eine derartige Füllung
aus elektrostatisch aufladbaren Bestandteilen, insbesondere mit einer im Verhältnis
zu ihrem Volumen großen Oberfläche zur Wechselwirkung mit den Partikel, ermöglicht
einen hohen Grad an Abscheidung des Feinststaubes, da durch das wiederholte Wechselwirken
jedes Partikels mit der großen Oberfläche beim Durchtreten der Füllung für jeden Partikel
oft genug Gelegenheit besteht, sich an dieser Oberfläche anzulagern. Eine besonders
große Oberfläche der Füllung lässt sich dann erreichen, wenn die Füllung aus einem
Haufwerk geometrisch unbestimmt geformter Einzelbestandteile der Füllung gebildet
ist. Ein derartiges Haufwerk aus geometrisch unbestimmt geformten Einzelbestandteilen
bildet in der Regel für sich schon eine große Oberfläche. Durch die ebenfalls geometrisch
unbestimmte Zuordnung der Einzelbestandteile zueinander ergeben sich viele Strömungskanäle
zwischen den Einzelbestandteilen, in denen das Abgas immer wieder umgelenkt wird und
zusätzlich eine entsprechende Verbesserung der Wechselwirkung der Partikel des Abgases
mit der Oberfläche der Einzelbestandteile erreicht wird.
[0016] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Einzelbestandteile des Haufwerks in einem
derartigen Zustand aneinander grenzen, dass sich eine extern an die Abscheideeinrichtung
angelegte elektrostatische Aufladung oder Erdung über das ganze Haufwerk verteilt
und im wesentlichen alle Einzelbestandteile der Füllung elektrostatisch aufgeladen
oder geerdet sind. Hierdurch kann durch den Kontakt jedes Einzelbestandteils mit benachbart
angeordneten weiteren Einzelbestandteilen der Füllung die elektrische Ladung oder
die Änderung einfach in die Füllung eingekoppelt werden, indem von außen eine entsprechende
Kontaktierung erfolgt und sich das elektrische Potenzial über die elektrisch leitenden
Einzelbestandteile über die gesamte Füllung hin ausbreitet.
[0017] Besonders vorteilhaft kann die Füllung dadurch ausgestaltet werden, dass die Füllung
metallische Späne, insbesondere Drehspäne oder dgl., oder metallische Wollen oder
dgl. aufweist. Derartige metallische Späne wie etwa Drehspäne, Hobelspäne oder dergleichen
weisen üblicherweise eine sehr unregelmäßig geformte Geometrie auf und können in der
Füllung nur unter Offenhalten entsprechender Kanäle und Freibereiche kompakt gelagert
werden. Gleichzeitig sind diese metallischen Späne oder metallischen Wollen von sich
aus elektrisch leitend, so dass sich ein von außen an die Füllung angelegtes elektrisches
Potenzial zwangsläufig über die gesamte Füllung ausbreitet. Weiterhin sind derartige
metallische Späne oder metallische Wollen sehr kostengünstig zu beziehen, da es sich
hierbei üblicherweise um Abfallprodukte etwa aus dem Fertigungsbereichen von Metallwerkstätten
oder dergleichen handelt und diese Materialien dort in großer Menge anfallen. Hierdurch
lässt sich die erfindungsgemäße Füllung sehr kostengünstig erstellen und damit ist
die Betriebsweise des Elektrofilters wenig kostenintensiv.
[0018] In einer anderen Ausgestaltung ist es denkbar, dass die Füllung aus einer Schüttung
aus elektrostatisch aufladbaren Teilen, vorzugsweise aus elektrostatisch aufladbaren
Kunststoffkörpern oder dgl. gebildet ist. Derartige elektrostatisch aufladbare Teile
können beispielsweise in ihrer Geometrie unregelmäßig geformt sein und sich damit
nur unter Offenhalten entsprechender Kanäle in der Füllung aneinander anlagern, gleichzeitig
können etwa aus Kunststoff gebildete und elektrisch leitfähig gemachte Teile sehr
kostengünstig hergestellt werden.
[0019] In einer weiteren Ausgestaltung ist es auch denkbar, dass die Füllung aus metallischen
und/oder elektrostatisch aufladbaren Platten oder Körpern geometrisch bestimmter Form
gebildet ist. Derartige elektrostatisch aufladbare Platten oder Körper geometrisch
bestimmter Form werden dabei in ebenfalls geometrisch bestimmter Anordnung zueinander
innerhalb der Abscheideeinrichtung angeordnet, wobei in weiterer Ausgestaltung die
Platten oder Körper derart in der Abscheideeinrichtung angeordnet sind, dass sie zwischen
sich eine Vielzahl von Kanälen zum Durchtritt des Abgases bilden, in denen sich die
elektrostatisch geladenen Partikel des Abgases an den gegengleich elektrostatisch
geladenen Platten oder Körpern anlagern können. Hierdurch lässt sich ebenfalls eine
sehr hohe Oberfläche zur Wechselwirkung mit den Partikeln des Abgases erreichen und
damit eine hohe Abscheidungsrate der Partikel aus dem Abgas. Die Reinigung derartiger
Platten oder Körper geometrisch bestimmter Form durch die Reinigungsflüssigkeit ist
ebenfalls besonders einfach möglich, da sich die Reinigungsflüssigkeit einfach durch
die geometrische Anordnung der Platten oder Körper hindurch bewegen kann.
[0020] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Füllung und/oder die Abscheideeinrichtung
unabhängig von dem Rest des Elektrofilters erneuerbar ist, etwa wenn die Füllung und/oder
die Abscheideeinrichtung in Form einer in ihrer Gesamtheit austauschbaren Einheit,
vorzugsweise einer Patrone oder dgl. in die Abscheidekammer eingebracht werden kann.
Hierdurch lässt sich die Füllung entweder komplett erneuern oder einfach einer Reinigung
zuführen, ohne dass die Füllung aus der Abscheideeinrichtung nach und nach entfernt
und auch entsprechend nach und nach wieder eingeführt werden muss. Hierdurch kann
der Wechsel beziehungsweise die Reinigung der Füllung wesentlich beschleunigt werden.
[0021] Von Wichtigkeit ist es insbesondere, dass die Füllung den gesamten Durchtrittsquerschnitt
der Abscheidekammer ausfüllt und das gesamte Abgas durch die Füllung strömt. Hierdurch
ist eine Umströmung der Füllung ohne Reinigung des Abgasstroms von den Partikeln sicher
ausgeschlossen und die Güte der Reinigung des Abgasstromes insgesamt gewährleistet.
[0022] Weiterhin ist es denkbar, dass die Aufladeeinrichtung in Strömungsrichtung vor der
Abscheidekammer oder auch in Strömungsrichtung innerhalb der Abscheidekammer vor der
Abscheideeinrichtung angeordnet ist. Hierdurch werden die Partikel des Abgasstromes
frühzeitig vor dem Durchströmen durch die Abscheideeinrichtung elektrisch oder elektrostatisch
aufgeladen, so dass die Partikel besonders gut durch die gegengleich geladene oder
geerdete Oberfläche der Abscheideeinrichtung eingefangen werden können.
[0023] Von Vorteil ist es weiterhin, wenn eine Anzahl von Düsen derart in der Abscheidekammer
angeordnet ist, dass die Reinigungsflüssigkeit in Form von Sprühstrahlen oder nebelartig
auf die Abscheideeinrichtung aufgesprüht wird. Durch das Einsprühen der Reinigungsflüssigkeit
in Form von Sprühstrahlen oder Sprühnebel lässt sich eine besonders gute Verteilung
der Reinigungsflüssigkeit über das ganze Volumen der Abscheideeinrichtung und damit
der Füllung erreichen, so dass jeder Teil der Oberfläche der Füllung beziehungsweise
der Abscheideeinrichtung mit der Reinigungsflüssigkeit in Kontakt kommt und damit
die dort angelagerten Partikel des Abgases abgereinigt werden können. Die Abreinigung
mithilfe der Reinigungsflüssigkeit kann dabei vorzugsweise vollautomatisch periodisch
durch einen oder mehrere Sprühwäscher erfolgen. Hierbei kann in weiterer Ausgestaltung
die Reinigungsflüssigkeit nach dem Aufsprühen, vorzugsweise unter Schwerkrafteinfluss,
im wesentlichen alle Einzelbestandteile der Füllung benetzen und dort angelagerte
Partikel des Abgases lösen und abführen. Die auf die Abscheideeinrichtung aufgesprühte
Reinigungsflüssigkeit bewegt sich dabei unter Schwerkrafteinfluss durch die Kanäle
der Füllung bis zum unteren Ende der Abscheideeinrichtung und tritt dort wieder aus
der Füllung aus. Auf diesem Weg benetzt die Reinigungsflüssigkeit nahezu die gesamte
Oberfläche der Füllung und nimmt dabei alle angelagerten Partikel aus dem Abgasstrom
mit sich. Damit lässt sich eine einfache, kostengünstige und gleichwohl sehr effektive
Reinigung der Abscheideeinrichtung beziehungsweise der Füllung erreichen.
[0024] Ebenfalls ist es denkbar, dass die Aufladeeinrichtung in Strömungsrichtung innerhalb
der Abscheidekammer hinter den Düsen angeordnet ist. Hierdurch kann die Aufladeeinrichtung
durch die von den Düsen abgegebene Reinigungsflüssigkeit gleichzeitig und laufend
mit abgereinigt werden, so dass sich keine Verkrustungen an der Aufladeeinrichtung
bilden können und auch der Einsatz einer Keramik-Zuleitung zu der Aufladeeinrichtung
möglich würde.
[0025] Je nach der Art des Abgases kann es von Vorteil sein, wenn die Materialien der Füllung
zur Reinigung von aggressiven Abgasen derart ausgestaltet sind, dass die Füllung aus
einem elektrochemisch unedleren Material als der Rest der Abscheideeinrichtung besteht
und daher als Opferanode wirkt. Hierdurch wird verhindert, dass die Abscheidekammer
oder die Hülle der Abscheideeinrichtung durch aggressive Bestandteile aus den Abgasen
mit der Zeit korrodiert oder sogar aufgelöst wird, da die Füllung als Opferanode wirkt,
dies sich durch den Austausch der Füllung aber nicht nachteilig auswirkt.
[0026] Denkbar ist es weiterhin, dass vor und/oder nach dem Eintritt in die Abscheidekammer
ein Wärmetauscher angeordnet ist, in dem die Temperatur des Abgases gesenkt und/oder
ein Teil der in dem Abgas enthaltenen Wärmemenge zurückgewonnen wird. Insbesondere
bei hohen Abgastemperaturen kann durch Vorschalten oder auch Nachschalten eines Wärmetauschers
die Abgastemperatur gesenkt und damit ein Teil der Energie aus dem Abgas zurückgewonnen
werden. Zudem kann dadurch die Menge an eingesprühter Flüssigkeit minimiert und eine
zu starke Verdunstung der Reinigungsflüssigkeit vermieden werden, wenn die Anordnung
des Wärmetauschers vor dem Eintritt in die Abscheidekammer oder die Abscheideeinrichtung
erfolgt.
[0027] Weiter es ist von Vorteil, dass die Abscheideeinrichtung nicht nur für Neuanlagen,
sondern auch für bestehende Abgasanlagen nachrüstbar gestaltet werden kann.
[0028] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Abgasreinigung und/oder Wärmerückgewinnung,
insbesondere auch zur Abgasreinigung für die Abgase von Biomasse-Feuerungen, bei dem
ein Elektrofilter eine Abscheidekammer aufweist, durch die das Abgas geleitet wird,
wobei im Bereich der Abscheidekammer oder angrenzend an die Abscheidekammer eine Aufladeeinrichtung
zur elektrostatischen Aufladung von in dem Abgas befindlichen Partikeln angeordnet
ist. Hierbei können die von der Aufladeeinrichtung elektrostatisch aufgeladenen Partikel
durch einen Bereich der Abscheidekammer geleitet werden, in dem eine entgegen der
Ladung der Partikel elektrostatisch aufgeladene oder geerdete Abscheideeinrichtung
angeordnet ist, wobei der Bereich der Abscheideeinrichtung zumindest periodisch durch
eingesprühte Reinigungsflüssigkeit besprüht und die an der Oberfläche der Abscheideeinrichtung
angelagerten Partikel abgereinigt werden.
[0029] Von Vorteil ist es insbesondere, wenn die Reinigungsflüssigkeit nach dem Durchtreten
der Abscheideeinrichtung aufgefangen oder bei geringer Verschmutzung beim Einsatz
von Wasser als Reinigungsflüssigkeit in das Abwassernetz eingeleitet wird. In einer
anderen Ausgestaltung ist es auch denkbar, dass die Reinigungsflüssigkeit nach dem
Durchtreten der Abscheideeinrichtung aufgefangen und gereinigt oder auch beispielsweise
wiederverwendet wird. Je nach Verschmutzungsgrad kann die genutzte Reinigungsflüssigkeit
wie etwa Wasser entweder unmittelbar in die Kanalisation eingeleitet oder aber gesammelt
und entsorgt werden. Damit entfällt die bei sonstigen trockenen Elektrofiltern erforderliche
periodische Reinigung und Entsorgung des Staubes. Die Reinigungsflüssigkeit wird zusammen
mit den in ihr gelösten Partikeln aus dem Elektrofilter abgelassen und entweder gesammelt
und entsorgt, oder aufbereitet und ins Abwassernetz eingeleitet, oder bei geringerer
Belastung auch direkt ins Abwassernetz eingeleitet.
[0030] Denkbar ist es in einer ersten Ausgestaltung, dass das Einsprühen der Reinigungsflüssigkeit
in Strömungsrichtung des Abgases durch die Füllung erfolgt. Eine andere denkbare Ausgestaltung
sieht vor, dass das Einsprühen der Reinigungsflüssigkeit gegen die Strömungsrichtung
des Abgases durch die Füllung erfolgt. Hierdurch lässt sich ein zusätzlicher Gegenstromeffekt
erzielen. Ebenfalls ist es denkbar, dass das Einsprühen der Reinigungsflüssigkeit
im Kreuzstrom oder auch quer zur Strömungsrichtung des Abgases durch die Füllung erfolgt.
[0031] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Elektrofilters zeigt
die Zeichnung.
[0032] Es zeigen:
- Figur 1
- - eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Elektrofilters mit einem vorgeschalteten
Wärmetauscher und aus Spänen bestehenden Füllung im Gegenstrom,
- Figur 2
- - eine Variante des Elektrofilters gemäß Figur 1 mit gegenläufiger Durchströmungsrichtung,
- Figur 3
- - eine Variante des Elektrofilters gemäß Figur 1 ohne vorgeschalteten Wärmetauscher,
- Figur 4
- - eine Variante des Elektrofilters gemäß Figur 1 mit einer aus Platten bestehenden
Ausgestaltung der Füllung.
[0033] In der Figur 1 ist in einer systematischen Darstellung der grundsätzliche Aufbau
des erfindungsgemäßen Elektrofilters 1 dargestellt, wobei die Figuren 2 bis 4 entsprechende
Varianten des Elektrofilters 1 gemäß Figur 1 darstellen. Gleiche Sachnummern bezeichnen
hierbei gleiche Bauteile.
[0034] Der Elektrofilter 1 gemäß Figur 1 besteht im wesentlichen aus zwei voneinander getrennten,
über einen Überströmkanal 14 verbundenen Kammern, wobei in der in Strömungsrichtung
11 vorderen Kammer ein Wärmetauscher 7 angedeutet ist, mit dem aus dem Abgasstrom
entsprechende Wärmemengen ausgekoppelt werden können. Dieser Wärmetauscher 7 kann,
muss aber nicht bei dem erfindungsgemäßen Elektrofilter 1 vorgesehen sein, wie dies
beispielsweise aus der Figur 3 erkennbar wird.
[0035] Nach dem Durchströmen des Wärmetauschers 7 in Strömungsrichtung 11 ist im Bereich
des Überströmkanals 14 eine Elektrode 6 angedeutet, mit der in dem Abgasstrom vorhandene
Partikel elektrostatisch aufgeladen werden, bevor sie in der Abscheidekammer 2 in
den Bereich der Abscheideeinrichtung 12 eintreten und dort in noch nachstehend beschriebener
Weise abgeschieden werden. Bei dem Elektrofilter 1 gemäß Figur 1 wird der Strom des
Abgases nach dem Eintreten in den Einlass 9 mehrfach umgelenkt, bevor der Abgasstrom
in den Bereich der Abscheideeinrichtung 12 gelangt. Selbstverständlich ist hier auch
eine direktere Führung des Abgasstromes ohne diese Umlenkungen denkbar, wie dies ebenfalls
aus der Figur 3 zu erkennen ist.
[0036] Im Bereich der Abscheidekammer 2 ist eine Abscheideeinrichtung 12 aus einer Füllung
3 derart angeordnet, dass sie den gesamten Strömungsquerschnitt in der Abscheidekammer
2 ausfüllt und der Abgasstrom zwangsläufig durch die Abscheideeinrichtung 12 durchtreten
muss. Die Füllung der Abscheideeinrichtung 12 kann hierbei beispielsweise aus einer
dichten Packung von Spänen oder Wollen aus metallischen Werkstoffen oder dergleichen
bestehen, zwischen denen entsprechende Strömungskanäle offen bleiben und damit der
Abgasstrom durch die Füllung 3 insgesamt hindurchtreten kann. Nach dem Aufladen der
Partikel des Abgasstromes durch die Elektrode 6 haben sich die Partikel derart verändert,
dass sie sich bei einer Erdung der Füllung 3 oder bei einer gegengleichen Polarität
der Füllung 3 zu der Polarität der Partikel an die Späne der Füllung 3 anlagern können
und dort aufgrund elektrischer Anziehungskräfte festgehalten werden. Somit wirkt die
Füllung 3 aufgrund ihrer elektrischen Ladung und der Durchströmung des Abgasstromes
wie eine Art Filter für die Partikel des Abgasstromes, die im wesentlichen innerhalb
der Füllung 3 aufgefangen und zurückgehalten werden.
[0037] Würde sich beim Betrieb des Elektrofilters 1 diese Durchströmung der Füllung 3 über
einen gewissen Zeitraum hin fortsetzen, so würde die Füllung 3 sich mit der Zeit zusetzen
und nicht mehr durchlässig sein. Zur Vermeidung dieses Effektes wird oberhalb der
Füllung 3 der Abscheideeinrichtung 12 eine Düse 5 derart angeordnet, dass sie eine
Reinigungsflüssigkeit wie etwa Wasser in Form eines Sprühfeldes 4 in Richtung auf
die Abscheideeinrichtung 12 abgibt und diese Reinigungsflüssigkeit unter Schwerkraftwirkung
durch die Füllung 3 der Abscheideeinrichtung 12 hindurch fließt und am unteren Ende
der Abscheideeinrichtung 12 wieder austritt. Auf dem Weg durch die Füllung 3 wird
die Reinigungsflüssigkeit die in der Füllung 3 zurückgehaltenen Partikel von der Füllung
3 abwaschen und damit die Füllung 3 abreinigen und die Partikel über die Kanäle zwischen
den zum Beispiel Spänen der Füllung 3 mit sich fortschwemmen. Nach dem Austreten aus
der Füllung 3 fließt die Reinigungsflüssigkeit in den unteren Bereich des Elektrofilters
1 und kann über die Abläufe 8 aus dem Elektrofilter 1 austreten. Hier kann die Reinigungsflüssigkeit
beispielsweise wieder aufgefangen und gereinigt wieder der Düse 5 zugeführt werden,
ebenfalls ist es denkbar, etwa bei Verwendung von Wasser als Reinigungsflüssigkeit
die Reinigungsflüssigkeit direkt oder nach einer Abreinigung der Partikel dem Abwassersystem
zuzuführen.
[0038] Nach dem Durchtreten der Abscheideeinrichtung 12 und des Sprühfeldes 4, in dem noch
einmal eine gewisse Restreinigung des Abgasstromes von verbliebenen Partikeln erfolgen
wird, tritt der gereinigte Abgasstrom in Strömungsrichtung 11 aus dem Auslass 10 wieder
aus.
[0039] In Figur 2 ist eine Modifikation des Elektrofilters 1 der Figur 1 insofern dargestellt,
dass die Durchströmungsrichtung 11 des Abgasstromes durch den Elektrofilter 1 umgekehrt
verläuft und der Abgasstrom in Richtung der Sprühwirkung der Düse für das Sprühfeld
4 die Abscheideeinrichtung 12 durchtritt. Ansonsten bleibt die Funktion des Elektrofilters
1 wie schon beschrieben.
[0040] In Figur 3 ist eine Modifikation des Elektrofilters 1 der Figur 1 insofern dargestellt,
dass der Elektrofilter 1 ohne einen Wärmetauscher 7 ausgebildet ist und daher im wesentlichen
nur aus der Abscheidekammer 12 mit der darin angeordneten Abscheideeinrichtung 12
besteht. Auch hier ist die Funktion analog zu dem in Strömungsrichtung 11 hinteren
Teil des Elektrofilters 1 der Figur 1.
[0041] In Figur 4 ist eine Modifikation des Elektrofilters 1 der Figur 1 insofern zu erkennen,
dass die Füllung 3 der Abscheideeinrichtung 12 nicht mehr aus geometrisch unbestimmten
Bestandteilen wie etwa Spänen besteht, sondern aus einer parallelen Anordnung von
einzelnen Platten 13 besteht, die zwischen sich entsprechend schmale Kanäle zum Durchtreten
des Gasstromes des Abgases offen lassen. Hierbei sind die Platten 13 analog zu den
Spänen der Füllung 3 elektrisch geladen oder geerdet und wechselwirken in schon beschriebener
Weise mit den Partikeln des Abgases. Durch die große Oberfläche der Platten 13 können
sich entsprechend viele Partikel auf den Oberflächen der Platten 13 beim Durchtreten
der Abscheideeinrichtung 12 der Figur 4 ablagern und in schon beschriebener Weise
durch das Sprühfeld 4 wieder abgereinigt werden.
Sachnummernliste
[0042]
- 1
- - Elektrofilter
- 2
- - Abscheidekammer
- 3
- - Füllung
- 4
- - Sprühfeld
- 5
- - Düse
- 6
- - Elektrode
- 7
- - Wärmetauscher
- 8
- - Ablauf
- 9
- - Einlass
- 10
- - Auslass
- 11
- - Strömungsrichtung
- 12
- - Abscheideeinrichtung
- 13
- - Platten
- 14
- - Überströmkanal
1. Elektrofilter (1) zur Abgasreinigung und/oder Wärmerückgewinnung, insbesondere auch
zur Abgasreinigung für die Abgase von Biomasse-Feuerungen, bei dem der Elektrofilter
(1) eine Abscheidekammer (2) aufweist, durch die das Abgas geleitet wird, wobei im
Bereich der Abscheidekammer (2) oder angrenzend an die Abscheidekammer (2) eine Aufladeeinrichtung
(6) zur elektrostatischen Aufladung von in dem Abgas befindlichen Partikeln angeordnet
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Bereich der Abscheidekammer (2) eine entgegen der Ladung der Partikel elektrostatisch
aufgeladene oder geerdete Abscheideeinrichtung (12) mit einer im Verhältnis zu ihrem
Volumen großen Oberfläche zur Wechselwirkung mit den Partikeln angeordnet ist, die
die von der Aufladeeinrichtung (6) elektrostatisch aufgeladenen Partikel durchströmen,
wobei eine Abgabeeinrichtung (5) für Reinigungsflüssigkeit den Bereich der Abscheideeinrichtung
(12) zumindest periodisch besprüht und die Reinigungsflüssigkeit die an der Oberfläche
der Abscheideeinrichtung (12) angelagerten Partikel abreinigt.
2. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheideeinrichtung (12) eine Füllung (3) aus elektrostatisch aufladbaren Bestandteilen
aufweist, zwischen denen das Abgas hindurch treten und seine vorher elektrostatisch
aufgeladenen Partikel abgeben kann.
3. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (3) eine im Verhältnis zu ihrem Volumen große Oberfläche zur Wechselwirkung
mit den Partikeln aufweist.
4. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (3) aus einem Haufwerk geometrisch unbestimmt geformter Einzelbestandteile
der Füllung (3) gebildet ist.
5. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelbestandteile des Haufwerks in einem derartigen Zustand aneinander grenzen,
dass sich eine extern an die Abscheideeinrichtung (12) angelegte elektrostatische
Aufladung oder Erdung über das ganze Haufwerk verteilt und im wesentlichen alle Einzelbestandteile
der Füllung (3) elektrostatisch aufgeladen oder geerdet sind.
6. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (3) metallische Späne, insbesondere Drehspäne oder dgl., oder metallische
Wollen oder dgl. aufweist.
7. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (3) aus einer Schüttung aus elektrostatisch aufladbaren Teilen, vorzugsweise
aus elektrostatisch aufladbaren Kunststoffkörpern oder dgl. gebildet ist.
8. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (1) aus metallischen und/oder elektrostatisch aufladbaren Platten (13)
oder Körpern geometrisch bestimmter Form gebildet ist.
9. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Platten (13) oder Körper derart in der Abscheideeinrichtung (12) angeordnet sind,
dass sie zwischen sich eine Vielzahl von Kanälen zum Durchtritt des Abgases bilden,
in denen sich die elektrostatisch geladenen Partikel des Abgases an den gegengleich
elektrostatisch geladenen Platten (13) oder Körpern anlagern können.
10. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (3) und/oder die Abscheideeinrichtung (12) unabhängig von dem Rest des
Elektrofilters (1) erneuerbar ist.
11. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (3) und/oder die Abscheideeinrichtung (12) in Form einer in ihrer Gesamtheit
austauschbaren Einheit, vorzugsweise einer Patrone oder dgl. in die Abscheidekammer
(2) einbringbar ist.
12. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung (3) den gesamten Durchtrittsquerschnitt der Abscheidekammer (2) ausfüllt
und das gesamte Abgas durch die Füllung (3) strömt.
13. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufladeeinrichtung (6) in Strömungsrichtung (11) vor der Abscheidekammer (2)
angeordnet ist.
14. Elektrofilter (1) gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufladeeinrichtung (6) in Strömungsrichtung (11) innerhalb der Abscheidekammer
(2) vor der Abscheideeinrichtung (12) angeordnet ist.
15. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl von Düsen (5) derart in der Abscheidekammer (2) angeordnet ist, dass
die Reinigungsflüssigkeit in Form von Sprühstrahlen (4) oder nebelartig auf die Abscheideeinrichtung
(12) aufgesprüht wird.
16. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufladeeinrichtung (6) in Strömungsrichtung (11) innerhalb der Abscheidekammer
(2) hinter den Düsen (5) angeordnet ist.
17. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsflüssigkeit nach dem Aufsprühen, vorzugsweise unter Schwerkrafteinfluss,
im wesentlichen alle Einzelbestandteile der Füllung (3) benetzt und dort angelagerte
Partikel des Abgases löst und abführt.
18. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialien der Füllung (3) zur Reinigung von aggressiven Abgasen derart ausgestaltet
sind, dass die Füllung (3) aus einem elektrochemisch unedleren Material als der Rest
der Abscheideeinrichtung (12) besteht und daher als Opferanode wirkt.
19. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor und/oder nach dem Eintritt in die Abscheidekammer (2) ein Wärmetauscher (7) angeordnet
ist, in dem die Temperatur des Abgases gesenkt und/oder ein Teil der in dem Abgas
enthaltenen Wärmemenge zurückgewonnen wird.
20. Elektrofilter (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheideeinrichtung (12) für bestehende Abgasanlagen nachrüstbar gestaltet ist.
21. Verfahren zur Abgasreinigung und/oder Wärmerückgewinnung, insbesondere auch zur Abgasreinigung
für die Abgase von Biomasse-Feuerungen, bei dem ein Elektrofilter (1) eine Abscheidekammer
(2) aufweist, durch die das Abgas geleitet wird, wobei im Bereich der Abscheidekammer
(2) oder angrenzend an die Abscheidekammer (2) eine Aufladeeinrichtung (6) zur elektrostatischen
Aufladung von in dem Abgas befindlichen Partikeln angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die von der Aufladeeinrichtung (6) elektrostatisch aufgeladenen Partikel durch einen
Bereich der Abscheidekammer (2) geleitet werden, in dem eine entgegen der Ladung der
Partikel elektrostatisch aufgeladene oder geerdete Abscheideeinrichtung (12) angeordnet
ist, wobei der Bereich der Abscheideeinrichtung (12) zumindest periodisch durch eingesprühte
Reinigungsflüssigkeit besprüht und die an der Oberfläche der Abscheideeinrichtung
(12) angelagerten Partikel abgereinigt werden.
22. Verfahren gemäß Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsflüssigkeit nach dem Durchtreten der Abscheideeinrichtung (12) aufgefangen
wird.
23. Verfahren gemäß Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsflüssigkeit in das Abwassernetz eingeleitet wird.
24. Verfahren gemäß Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsflüssigkeit nach dem Durchtreten der Abscheideeinrichtung (12) aufgefangen
und gereinigt wird.
25. Verfahren gemäß Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsflüssigkeit wiederverwendet wird.
26. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 21 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigung der Füllung (3) automatisch zeitgesteuert erfolgt.
27. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 21 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass als Reinigungsflüssigkeit Wasser verwendet wird.
28. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 21 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass das Einsprühen der Reinigungsflüssigkeit in Strömungsrichtung (11) des Abgases durch
die Füllung (3) erfolgt.
29. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 21 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Einsprühen der Reinigungsflüssigkeit gegen die Strömungsrichtung (11) des Abgases
durch die Füllung (3) erfolgt.
30. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 21 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Einsprühen der Reinigungsflüssigkeit im Kreuzstrom oder im wesentlichen quer
zur Strömungsrichtung (11) des Abgases durch die Füllung (3) erfolgt.
31. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 21 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass das Abgas vor und/oder nach dem Eintritt in die Abscheidekammer (2) einen Wärmetauscher
(7) durchläuft, in dem die Abgastemperatur gesenkt und/oder ein Teil der in dem Abgas
enthaltenen Wärmemenge zurückgewonnen wird.