[0001] Die Erfindung betrifft ein Kantenschutzprofil zum Schutz der Ecken und Kanten von
Möbeln, Werkstücken, Maschinen und dergleichen, insbesondere währe nd eines Transportes
dieser Elemente.
[0002] Aus der
DE 38 19 606 C2 ist ein Kantenschutzprofil bekannt, mit dem die Kanten von Gegenständen während einer
transportbedingten Umreifung geschützt werden können. Um eine ausreichende Stabilität
für den hohen Druck de s Umreifungsbandes gewährleisten zu können, ist das Kantenschutzprofil
als starrer Winkel ausgebildet. Eine besondere Formgebung sorgt ferner dafür, dass
am Profil vorhandene Klebestreifen bei einer Stapelung von Profilen nicht zu einer
wechselseitigen Verklebung führen.
[0003] Vor diesem Hintergrund war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Kantenschutz
bereitzustellen, der sich besonders leicht bevorraten und in Verbindung mit Gegenständen
verschiedener Geometrien einfach und kostensparend anwenden lässt.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Kantenschutzprofil mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0005] Das erfindungsgemäße Kantenschutzprofil hat allgemein eine längliche Form mit einer
Längsachse und enthält eine Schaumstoffschicht, welche den Gegenstand durch ihre elastischen
Eigenschaften schützt. Weiterhin enthält das Kantenschutzprofil in der Schaumstoffschicht
mindestens eine Trennlinie mit einer Materialschwächung, die als Abreißhilfe dient.
Typischerweise ist eine Mehrzahl von Trennlinien vorhanden, welche hinsichtlich ihres
Verlaufes und ihrer Realisierung gleich oder aber auch verschiedenartig ausgebildet
sein können (vgl. unten erläuterte Ausführungsformen).
[0006] Aufgrund der im Kantenschutzprofil vorgesehenen Trennlinie(n) ist es möglich, dieses
Profil besonders einfach und beispielsweise ohne Zuhilfenahme von Werkzeug zu verwenden.
[0007] Das Kantenschutzprofil enthält ferner vorzugsweise eine Kleberschicht, mit der es
selbstklebend auf einem Gegenstand befestigt werden kann. Die Schaumstoffschicht ist
dabei in der Regel mittelbar oder unmittelbar auf der Kleberschicht angeordnet.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung weist das Kantenschutzprofil eine Knicklinie
auf, welche in Richtung der Längsachse verläuft. Die Knicklinie soll ferner etwa in
der Mitte des Profils liegen, d. h. in einem Bereich zwischen 30 % und 70 % der Profilbreite.
Die Knicklinie kann insbesondere als eine Materialschwächung im Schaumstoffstreifen
ausgebildet sein, beispielsweise durch einen ganz oder teilweise durch die Dicke der
Schaumstoffschicht gehenden Einschnitt. Entlang der Knicklinie kann das Kantenschutzprofil
abgeklappt werden, um sich dem Verlauf einer Gegenstandskante optimal anpassen zu
können.
[0009] Die Materialschwächungen der Trennlinien können auf verschiedene Weise realisiert
werden, beispielsweise durch Zonen geringerer Materialdichte in der Schaumstoffschicht.
Besonders bevorzugt ist es, wenn mindestens eine Trennlinie als eine Perforation ausgebildet
ist, d. h. als ein durchgehender oder intermittierender Einschnitt bzw. eine Ausnehmung
in der Schaumstoffschicht. Eine solche Perforation lässt sich in einem nachträglichen
Bearbeitungsschritt einfach und mit nahezu jedem beliebigen geometrischen Verlauf
erzeugen.
[0010] Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform verläuft die mindestens eine Trennlinie
im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse des Kantenschutzprofils. Durch einen solchen
senkrechten Verlauf kann das Kantenschutzprofil entlang dieser Trennlinie sauber auf
eine passende Länge gekürzt werden. Die Trennlinie kann sich dabei über die gesamte
Breite des Kantenschutzprofils erstrecken, oder aber vorzugsweise auch nur über einen
Teil der Breite. Beispielsweise kann die Trennlinie nur von einem Rand des Kantenschutzprofils
bis etwa zur Mitte bzw. - falls vorhanden - bis zur oben erwähnten Knicklinie verlaufen,
so dass die restliche Breite des Profils mit unverminderter Stabilität ausgebildet
ist. Ein sauberes Abreißen des Kantenschutzprofils ist in diesen Fällen dennoch möglich,
da die Trennlinie einen definierten Anfang für einen Querriss vorgibt.
[0011] Typischerweise sind von den vorstehend genannten, senkrecht zur Längsachse verlaufenden
Trennlinien mehrere vorhanden, damit das Kantenschutzprofil je nach Bedarf an unterschiedlichen
Stellen abgetrennt werden kann. Besonders bevorzugt ist es, wenn derartige Trennlinien
einen axialen Abstand (d. h. einen Abstand gemessen in Richtung der Längsachse) von
ca. 70 % bis ca. 200 % der Breite des Kantenschutzprofils haben. In diesem Falle besitzen
sie eine ausreichend feine Rasterung, um an quasi jede Gegenstandsgeometrie angepasst
werden zu können.
[0012] Gemäß einer anderen Ausführungsform von Trennlinien können mehrere Trennlinien schräg
zur Längsachse verlaufen und dabei dreieckige Ausreißelemente begrenzen. Insbesondere
können derartige Trennlinien unter einem Winkel von ca. 45° relativ zur Längsachse
stehen. Wie mit Hilfe der Figuren näher erläutert wird, hat die Ausbildung von dreieckigen
Ausreißelementen den Vorteil, dass das Kantenschutzprofil durchgehend um Ecken eines
Gegenstandes herum gelegt werden kann und dabei die aneinanderstoßenden Kanten an
allen Flächen lückenlos und ohne störende Materialüberlappungen schützt.
[0013] Die Dicke des Kantenschutzprofils richtet sich im Wesentlichen nach den Anforderungen
der vorgesehenen Anwendung und liegt typischerweise in einem Bereich von 1 mm bis
10 mm.
[0014] Weiterhin wird das Kantenschutzprofil, welches in der Regel flexibel ist, vorzugsweise
in Rollenform konfektioniert, so dass es platzsparend in großen Längen zur Verfügung
steht. Von derartigen Rollen kann es dann in passenden Größen abgetrennt werden, insbesondere
unter Zuhilfenahme von Trennlinien der oben beschriebenen Art, so dass quasi kein
Materialverschnitt entsteht.
[0015] Die Schaumstoffschicht kann im Prinzip aus allen gängigen Schaumstoffarten bestehen
und insbesondere einen Polyethylenschaum enthalten.
[0016] Die Kleberschicht weist vorzugsweise einen Kleber auf, welcher sich nach Beendigung
der Benutzung des Kantenschutzprofils rückstandslos vom beklebten Gegenstand entfernen
lässt. Geeignete Kleberstoffe aus Acrylaten, Dispersionen, Kautschuk (Hotmelt-Verfahren),
Bitumen oder Butylen sind beispielsweise bekannt von Wannenschutzbändern (Oberflächenschutz),
Messeklebebändern, Abstandshaltern/Stapelscheiben im Fensterrahmenbau etc. Der Kleber
ist vorzugsweise mit einer Trennschicht verankert, z. B. mit einem Gelege oder einer
Folie.
[0017] Im Folgenden wird die Erfindung mit Hilfe der schematischen Figuren beispielhaft
näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine Aufsicht auf einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Kantenschutzprofils;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch das Kantenschutzprofil von Figur 1 entlang der Linie II-II;
- Fig. 3
- die Entfernung eines dreieckigen Ausreißelementes aus dem Kantenschutzprofil;
- Fig. 4
- die Anbringung des gemäß Figur 3 vorbereiteten Kantenschutzprofils an der Ecke eines
Gegenstandes.
[0018] Das erfindungsgemäße Kantenschutzprofil 10 erstreckt sich "endlos" axial entlang
einer Längsachse (x-Achse des eingezeichneten Koordinatensystems) und hat senkrecht
zu dieser Achse eine Breite B von beispielsweise 60 mm. Wie aus dem vergrößerten und
nicht maßstäblichen Querschnitt von Figur 2 erkennbar ist, besteht das Kantenschutzprofil
10 im unteren Teil aus einer Kleberschicht 11, auf welcher eine Schaumstoffschicht
12 angeordnet ist. Die Dicke d beträgt typischerweise 2 bis 5 mm.
[0019] Etwa entlang der Mittellinie des Kantenschutzprofils 10, d. h. auf halber Breite
B/2, ist eine Knicklinie 21 vorgesehen. Bei der dargestellten Ausführungsform ist
diese Knicklinie als ein durch den Schaumstoffstreifen 12 gehender Schnitt ausgebildet.
Der Schnitt kann dabei wie dargestellt bis auf die Kleberschicht 11 reichen oder auch
nur teilweise durch die Schaumstoffschicht 12 gehen. Entlang der Knicklinie 21 kann
das Kantenschutzprofil 10 beim Anbringen an der Kante eines Gegenstandes um beliebige
Winkel geklappt werden.
[0020] Ein besonderes Merkmal des Kantenschutzprofils 10 ist es, dass es Trennlinien 22,
23 aufweist. Im dargestellten Beispiel verlaufen diese Trennlinien dabei nur in einer
Längshälfte des Kantenschutzprofils, d. h. von der Knicklinie 21 bis zu einem der
Ränder. Ferner gibt es im Beispiel zwei sich in ihrer Verlaufsrichtung unterscheidende
Arten von Trennlinien, nämlich:
- 1. Senkrecht zur Längsachse x verlaufende erste Trennlinien 22, entlang derer das
Kantenschutzprofil 10 auf eine gewünschte Länge abgetrennt werden kann. Diese ersten
Trennlinien befinden sich dabei in einem Abstand a, welcher typischerweise der Breite
B des Profils entspricht.
- Zweite, schräg zur Längsachse verlaufende Trennlinien 23. Im dargestellten Beispiel
haben diese zweiten Trennlinien 23 einen Winkel α von ca. 45° relativ zur Längsachse
und entspringen an dem Schnittpunkt der ersten Trennlinien 22 mit der Knicklinie 21.
[0021] Wie aus Figur 3 erkennbar ist, begrenzen zwei an der Knicklinie 21 aneinanderstoßende
zweite Trennlinien 23 ein dreieckiges Ausreißelement D, dessen Grundseite entlang
einer Außenkante des Kantenschutzprofils 10 verläuft und dessen Spitze auf der Knicklinie
liegt. Wenn mit Hilfe der zweiten Trennlinien 23 ein dreieckiges Ausreißelement D
aus dem Kantenschutzprofil 10 entfernt wird, kann dieses um die Ecke eines Gegenstandes
1 geführt werden. Dies ist in Figur 4 gezeigt. Nach Ankleben der trennlinienfreien
unteren Profilhä lfte an die an der Kante C zusammentreffenden Flächen des Gegenstandes
1 werden die hochstehenden, mit Trennlinien versehenen oberen Hälften des Kantenschutzprofils
10 entlang der Knicklinie 21 um 90° zurückgeschlagen, so dass sie auf der oberen Fläche
des Gegenstandes festkleben. In der Ecke, in der die drei Kanten A, B und C des Gegenstandes
1 zusammentreffen, stoßen die genannten oberen Profilhälften dabei lückenlos und ohne
Überlappungen aneinander, da die theoretisch bestehende Überlappungsfläche zuvor mit
dem Ausreißelement D entfernt wurde.
[0022] Zusammenfassend offenbart die Erfindung ein Kantenschutzprofil, das Gefahrenstellen
beim Transport signalisiert und entschärft, indem es Ecken und Längskanten von Produkten
auf Transportwegen sowie das Inventar schützt und Stoßverletzungen verhindert. Es
ist vorzugsweise ausgebildet als selbstklebender Kantenschutz mit rückseitiger Antirutschhaftung
für Innen - und Außenanwendungen an beispielsweise Werkstoffen, Maschinen, Fahrzeugen,
oder mobilem Inventar.
[0023] Das Kantenschutzprofil hat vorzugsweise folgende Materialeigenschaften:
- das Schutzmaterial wird gebildet durch einen hochverdichteten, kratzfesten, alterungsbeständigen
Polyethylenschaum;
- ein Klebeeffekt wird erzeugt mit hoher Klebekraft, wobei der Kleber rückstandslos
entfernbar ist (beispielsweise von Holz, Kunststoff, Metall);
- Temperaturbeständigkeit von -40°C bis +90°C;
- Perforationen zum Abreißen;
- Möglichkeit individueller Zuschnitte durch Schneidbarkeit;
- Länge variabel, z. B. bis 150 Meter
[0024] Das selbstklebende Kantenschutzprofil erlaubt eine einfache Montage, da es auf glatten
und auf gereinigten, staubfreien, entfetteten Flächen, Ecken und Kanten dauerhaft
und sicher haftet.
1. Kantenschutzprofil (10) mit einer Längsachse (x), enthaltend eine Schaumstoffschicht
(12), in der mindestens eine Trennlinie (22, 23) mit einer Materialschwächung als
Abreißhilfe vorgesehen ist.
2. Kantenschutzprofil (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass es eine Kleberschicht (11) enthält.
3. Kantenschutzprofil (10) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass es eine Knicklinie (21) enthält, die etwa in der Mitte des Profils in Richtung der
Längsachse (x) verläuft.
4. Kantenschutzprofil (10) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Trennlinie (22, 23) als Perforation in der Schaumstoffschicht (12) ausgebildet
ist.
5. Kantenschutzprofil (10) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Trennlinie (22) senkrecht zur Längsachse (x) verläuft.
6. Kantenschutzprofil (10) nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Trennlinie (22) sich nicht über die gesamte Breite (B) des Kantenschutzprofils
erstreckt.
7. Kantenschutzprofil (10) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass mehrere derartige Trennlinien (22) vorgesehen sind in einem Abstand (a) entsprechend
ca. 70 % bis ca. 200 % der Profilbreite (B).
8. Kantenschutzprofil (10) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Trennlinien (23) schräg zur Längsachse (x) verlaufen und dreieckige
Ausreißelemente (D) begrenzen.
9. Kantenschutzprofil (10) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass es eine Dicke (d) von ca. 1 mm bis ca. 10 mm hat.
10. Kantenschutzprofil (10) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass es auf einer Rolle konfektioniert ist.
11. Kantenschutzprofil (10) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumstoffschicht einen Polyethylenschaum enthält.
12. Kantenschutzprofil (10) nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberschicht (11) einen rückstandslos entfernbaren Kleber enthält, der insbesondere
mit einer Trenn schicht verankert sein kann.