[0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrtreppe oder einen Fahrsteig, gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
[0002] Fahrtreppen und Fahrsteige weisen Spannketten auf, an denen Stufenbänder bzw. Palettenbänder
umlaufen. Die Spannketten sind zwar ausgesprochen solide und mit genügenden Sicherheitsreserven
dimensioniert ausgelegt, jedoch unterliegen sie einem Verschleiß, der zur Längung
der Ketten führt.
[0003] Es sind allgemein Kettenspannvorrichtungen bekannt, die im Umlenkbereich von Fahrtreppen
und Fahrsteigen eingebaut werden, um die Kette auch bei einer unerwünschten Längung
im gespannten Zustand zu halten und somit verhindern sollen, dass die Kette von den
Kettenrädern abspringt und infolgedessen, dass eine Kollision von Stufen bzw. von
Stufeneinlaufteilen auftritt.
[0004] Es ist seit recht langer Zeit bekannt geworden, Sicherheitsschalter einzusetzen,
die die Fahrtreppe, beim Überschreiten einer vorgegebenen Längung, abschalten sollen.
[0005] Eine solche Fahrtreppe ist aus der
DE-GM 298 09 268 bekannt. Bei dieser Lösung ist eine Sicherheitsschaltung für Fahrtreppen vorgesehen,
bei welcher durch einen Potentiometer oder einen optischen Fühler, der auf entsprechende
optische Markierungen anspricht und einen kalibrierbaren Schaltnocken-Schalter auslöst,
die Überwachung der Kettenspannvorrichtung erreicht werden soll.
[0006] Aus
DE 103 22 955 B4 ist eine Fahrtreppe bekannt, die eine Spannstation für die Stufenkette aufweist,
welche schiebebeweglich gegenüber einem Rahmen der Fahrtreppe gelagert ist. Die Relativbewegung
zwischen einem Lagerschlitten und dem Rahmen wird mittels eines Wegsensors kontinuierlich
erfasst. Der Wegsensor gibt dann ein analoges Ausgangssignal in Abhängigkeit von der
gerade vorliegenden Position an einer Auswerteeinheit ab, die dazu dient, den erfassten
Spannungswert in die betreffende Kettenlängung, also die Verlagerung des Lagerschlittens,
umzusetzen. Die Spannstation weist eine Druckfeder auf, durch die die Stufenkette
unter Spannung gehalten wird.
[0007] Die bisher bekannten Fahrtreppen und Fahrsteige weisen jedoch alle den Nachteil auf,
dass die Spannstation am Traggerüst aufgenommen und ausgerichtet wird. Es werden auch
zusätzliche seitlich angeordnete Bauteile zur Abstützung und Führung der Spannstation
bei den bisher bekannten Lösungen benötigt. Dies führt zu einem erhöhten Materialaufwand
und einer zeit- und kostenaufwendigen Montage.
[0008] Die Hersteller von Fahrtreppen und Fahrsteige sind aber ständig bemüht, die Kosten
nicht nur für die Montage solcher, sondern auch für die Fertigung von Fahrtreppen
und Fahrsteigen zu reduzieren. Des Weiteren erfordert der Wettbewerb eine kurze Lieferzeit
von Fahrtreppen und Fahrsteige und somit - eine möglichst rasche Herstellung.
[0009] Daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fahrtreppe oder einen Fahrsteig
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 zu schaffen, die bzw. der mit möglichst geringem
Fertigungsaufwand und kostengünstig hergestellt werden kann, bei einer vereinfachten
Montage.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Ein wesentlicher Punkt der Erfindung besteht darin, die Spannstation in Führungssystembauelemente
zu integrieren und somit den Aufwand durch die Reduzierung von Materialeinsatz und
Ausrichtarbeiten zu senken.
[0012] Erfindungsgemäß besonders günstig ist es, dass im Umlenkbereich der Fahrtreppe oder
des Fahrsteigs, die Kettenrollenschienen im Umlenkbereich federnd zur Aufrechterhaltung
der Kettenspannung geführt sind. Dabei sind die Schlepprollenschienen fest und daher
nicht beweglich an Schienenbauelemente, wie Seitenbleche, die mit dem Rahmen der Fahrtreppe
bzw. des Fahrsteigs verbunden werden, angebracht. Die Kettenrollenschienen und damit
die Lauffläche der Kettenrollen werden zwischen einem rahmenfesten Seitenteil und
den Schlepprollenschienen zum Spannen der Kette beweglich ausgeführt.
[0013] Durch die federnde Ausbildung der Kettenrollenschienen wird erreicht, dass bei einer
auftretenden Stufenkettenlängung bzw. Palettenkettenlängung, ein Nachspannen der Ketten
auf einfache und Platz sparende Weise realisierbar ist. Die Spannstation, mit der
die Kettenrollenschienen in Verbindung stehen, ist in seitliche Bauelemente, über
welche die Schienen der Fahrtreppe bzw. des Fahrsteigs mit dem Rahmen der Fahrtreppe
oder des Fahrsteigs verbunden sind, integriert, was zu einer wesentlichen Reduzierung
von Materialeinsatz führt.
[0014] Dadurch, dass erfindungsgemäß nur die Kettenrollenschienen zum Spannen beweglich
ausgeführt werden und die Schlepprollenschienen fest mit an den Rahmen der Fahrtreppe
bzw. des Fahrsteigs angebrachten Schienenbauelementen, wie Seitenbleche, verbunden
werden, weisen die Schlepprollenschienen keine Unterbrechung auf, die die Laufruhe
und Sicherheit beeinträchtigen könnte.
[0015] Vorzugsweise sind die Kettenrollenschienen mit Bauelementen einer Spannstation, welche
schiebebeweglich gegenüber dem Rahmen der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs gelagert
ist, verbunden. Die Gewichts- und die Spannkräfte sowie die horizontalen und vertikalen
Führungskräfte zur Ausrichtung der Spannstation werden durch die seitlichen Bauelemente
der Schienen, in denen die Spannstation integriert ist, übernommen.
[0016] Vorzugsweise ist die Spannstation über ein Lager, insbesondere ein Gleitlager, an
dem rahmenfesten Seitenteil gelagert. Das Gleitlager ist dabei an eine für die Spannstation
in dem rahmenfesten Seitenteil vorgesehene Ausnehmung angebracht, was für die kompakte
Ausführung der Spannstation sorgt.
[0017] Besonders günstig ist es, dass die Spannstation derart ausgebildet ist, dass sie
einen Rahmen aufweist, der auf dem Gleitlager angebracht ist, und mit welchem die
Spannfeder und ein Sicherheitsschalter, insbesondere ein Schaltnocken-Schalter, zur
Überwachung von Stufenkettenlängung bzw. Palettenkettenlängung in Verbindung stehen.
[0018] Vorzugsweise ist der Sicherheitsschalter zur Überwachung der Stufenkettenlängung
bzw. der Paiettenketteniängung auf den Rahmen der Spannstation gelagert, so dass er
bei einem Nachspannen der Ketten mit verschoben wird. Dadurch entfällt das nachträgliche
Anpassen der Schalterposition.
[0019] Vorteilhafterweise weist die Spannstation ein Seitenteil auf, auf dem die Kettenrollenschiene
angebracht ist, wobei das Seitenteil mit dem Rahmen der Spannstation fest verbunden
ist. Somit wird beim Einstellen der Spannkraft der Spannfeder sowohl das Seitenteil
der Spannstation als auch die mit ihm verbundene Kettenrollenschiene mit verschoben,
um die Ketten bei einer auftretenden Längung nachzuspannen.
[0020] Vorzugsweise ist die Kettenrollenschiene mit seitlich angebrachten Zapfen versehen,
welche zur Positionierung der Kettenrollenschiene auf dem Seitenteil der Spannstation
vorgesehen sind. Das Seitenteil der Spannstation weist korrespondierende Aussparungen
auf, in denen die Zapfen bei dem Anbringen der Kettenrollenschiene an dem Seitenteil
eingreifen. Somit wird auf einfache Weise die Montage der beweglichen Kettenrollenschiene
und die Verbindung der Kettenrollenschiene mit der Spannstation realisiert.
[0021] Gemäß einer weiteren, ebenfalls günstigen Ausgestaltung werden die Bauelemente der
Spannstation unlösbar miteinander verbunden und vorzugsweise durch Laserschweißen
gefügt. Die Formgebung der Einzelteile erfolgt vorzugsweise durch Laserschneiden.
[0022] Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnungen.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Außenansicht eines rahmenfesten Seitenteils für Kettenrollen-
und Schlepprollenschienen mit integrierter Spannstation, gemäß einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Fahrtreppe oder eines erfindungsgemäßen Fahrsteigs,
- Fig. 2
- eine perspektivische Innenansicht eines rahmenfesten Seitenteils für Kettenrollen-
und Schlepprollenschienen mit integrierter Spannstation, gemäß einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Fahrtreppe oder eines erfindungsgemäßen Fahrsteigs.
[0024] Gleiche Bezugszeichen weisen in den Figuren 1 und 2 auf gleiche oder entsprechende
Teile hin, so dass eine nähere Erläuterung entbehrlich ist.
[0025] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Außenansicht eines Umlenkbereichs 10 einer Fahrtreppe
oder eines Fahrsteigs. Der Umlenkbereich 10 weist ein Seitenteil 12 auf, der an einem
hier nicht dargestellten Rahmen befestigt wird und an welchem Kettenrollenschienen
14 und Schlepprollenschienen 16 für hier nicht gezeigte Ketten- und Schlepprollen
für Fahrtreppen-Stufen oder Fahrsteig-Paletten befestigt werden. Das Seitenteil 12
ist als ein Seitenblech ausgebildet.
Das Seitenteil 12 weist eine Ausnehmung 12' auf, in welcher eine Spannstation 18 angebracht
ist. Das Seitenteil 12 wird dabei so weit verlängert, dass es die Spannstation aufnehmen
kann. Somit erübrigt sich eine Aufnahme und Ausrichtung der Spannstation am Traggerüst
der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs.
Die Spannstation 18 weist eine Spannfeder 20 auf, die mit einem Ende an dem rahmenfesten
Seitenteil 12 anschlägt, wobei das andere Ende der Spannfeder 20 sich frei von der
Ausnehmung 12' des Seitenteils 12 in Längsrichtung hinerstreckt, so dass die Spannkraft
eingestellt werden kann.
Die Lagerung der Spannstation 18 erfolgt auf einem Gleitlager 26, das an dem rahmenfesten
Seitenteil 12 im Bereich der Ausnehmung 12' angebracht ist.
[0026] Der Rahmen 22 der Spannstation 18 ist an seinem schienenseitigen Teil mit einem Seitenteil
30 unlösbar verbunden. Die einzelnen Teile der Spannstation 18 werden durch hochgenaue
Fügeverfahren, insbesondere durch Laserschweißen gefügt, wobei die Formgebung der
Einzelteile vorzugsweise durch Laserschneiden erfolgt.
Das Seitenteil 30 der Spannstation 18 ist, wie auch aus der Fig. 2 ersichtlich ist,
mit der Kettenrollenschiene 14 verbunden und derart ausgebildet, dass es den Verlauf
der Kettenrollenschiene im Umlenkbereich folgt. Beim Auftreten einer Kettenlängung
wird die Spannkraft der Spannfeder an die Längung angepasst. Zum Nachspannen der Kette
wird erfindungsgemäß ausschließlich die Lauffläche der Kettenrollen beweglich ausgeführt.
Zur Positionierung der Kettenrollenschiene 14 auf dem Seitenteil 30 der Spannstation
18 sind, hier nicht dargestellte, Zapfen an der Kettenrollenschiene 14 vorgesehen,
die beim Fügen mit dem Seitenteil 30 in dort eingebrachte Aussparungen, eingreifen.
[0027] Dagegen sind, wie aus Figur 2 ersichtlich ist, die Schlepprollenschienen 16, zur
Führung und Niederhaltung der Schlepprollen, fest mit dem rahmenfesten Seitenteil
12 verbunden und weisen keine Unterbrechung auf, die die Laufruhe und Sicherheit beeinträchtigen
könnte.
[0028] Zur Überwachung der Stufenkettenlängung bzw. der Palettenkettenlängung ist ein Schaltnocken-Schalter
28 vorgesehen. Der Schaltnocken-Schalter 28 ist, wie aus Fig. 1 ersichtlich, auf den
Rahmen 22 der Spannstation 18 beweglich gelagert, so dass beim Nachspannen der Ketten
auch der Schalter mit verschoben wird. Somit entfällt ein nachträgliches Anpassen
der Schalterposition.
[0029] Bei einer erfassten Kettenlängung, die jedoch in einem zulässigen Bereich liegt,
wird die Treppe abgeschaltet, so dass das Wartungspersonal durch Nachspannen der Spannfeder
20, diese Längung ausgleichen kann. Falls eine größere Kettenlängung auftritt, besteht
die Gefahr, dass die Stufenkette von den Kettenrädern abspringt. Dann wird ein Stopsignal
ausgegeben, das die Fahrtreppe oder Fahrsteig abschaltet.
1. Fahrtreppe oder Fahrsteig, mit einem Rahmen, an welchem, insbesondere über Seitenbleche,
Schienen (14) für die Kettenrollen und Schienen (16) für die Schlepprollen fest angebracht
sind, mit einem Umlenkbereich (10) für Ketten der Fahrtreppe bzw. des Fahrsteigs,
weicher eine Spannstation (18) für die Ketten aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spannstation (18) auf einem rahmenfesten Seitenteil (12) unabhängig vom Traggerüst
geführt und gelagert ist.
2. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass die Spannstation (18) eine Spannfeder (20) aufweist, die an dem rahmenfesten Seitenteil
(12) anschlägt.
3. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spannstation (18) über ein Lager, insbesondere ein Gleitlager (26), an dem rahmenfesten
Seitenteil (12) gelagert ist.
4. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spannstation (18) einen Rahmen (22) aufweist, mit welchem die Spannfeder (20)
und ein Sicherheitsschalter (28), insbesondere ein Schaltnocken-Schalter, zur Überwachung
von Stufenkettenlängung bzw. Palettenkettenlängung in Verbindung stehen.
5. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherheitsschalter (28) derart angeordnet ist, dass er bei einem Nachspannen
der Ketten mit der Spannstation (18) mitverschoben wird und daher nicht nachjustiert
werden muss.
6. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kettenrollenschiene (14) seitlich angebrachte Zapfen aufweist, zur Positionierung
der Kettenrollenschiene (14) auf dem Seitenteil (30) der Spannstation (18), welche
korrespondierende Aussparungen aufweist.
7. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bauteile der Spannstation unlösbar miteinander verbunden sind und vorzugsweise
durch Laserschweißen gefügt sind.
8. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kettenrollenschienen (14) im Umlenkbereich (10) zwischen rahmenfesten Schlepprollenschienen
(16) und einem rahmenfesten Seitenteil (12) federnd zur Aufrechterhaltung der Kettenspannung
geführt sind.