[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Filterbanksystem für eine Hörvorrichtung mit
einer Analysefilterbank zum Zerlegen eines Eingangssignals in Teilbandsignale, einer
Verarbeitungseinrichtung zum Manipulieren mindestens eines der Teilbandsignale und
einer Synthesefilterbank zum Zusammensetzen des manipulierten Teilbandsignals mit
mindestens einem weiteren der Teilbandsignale. Darüber hinaus betrifft die vorliegende
Erfindung ein Hörgerät mit einem derartigen Filterbank-system. Unter dem Begriff "Hörvorrichtung"
wird hier jedes im oder am Ohr bzw. am Kopf tragbare schallausgebende Gerät verstanden,
insbesondere ein Hörgerät, ein Headset, Kopfhörer und dergleichen.
[0002] Hörgeräte sind tragbare Hörvorrichtungen, die zur Versorgung von Schwerhörenden dienen.
Um den zahlreichen individuellen Bedürfnissen entgegenzukommen, werden unterschiedliche
Bauformen von Hörgeräten wie Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO), Hörgerät mit externem
Hörer (RIC: receiver in the canal) und In-dem-Ohr-Hörgeräte (IdO), z.B. auch Concha-Hörgeräte
oder Kanal-Hörgeräte (ITE, CIC), bereitgestellt. Die beispielhaft aufgeführten Hörgeräte
werden am Außenohr oder im Gehörgang getragen. Darüber hinaus stehen auf dem Markt
aber auch Knochenleitungshörhilfen, implantierbare oder vibrotaktile Hörhilfen zur
Verfügung. Dabei erfolgt die Stimulation des geschädigten Gehörs entweder mechanisch
oder elektrisch.
[0003] Hörgeräte besitzen prinzipiell als wesentliche Komponenten einen Eingangswandler,
einen Verstärker und einen Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist in der Regel ein
Schallempfänger, z. B. ein Mikrofon, und/oder ein elektromagnetischer Empfänger, z.
B. eine Induktionsspule. Der Ausgangswandler ist meist als elektroakustischer Wandler,
z. B. Miniaturlautsprecher, oder als elektromechanischer Wandler, z. B. Knochenleitungshörer,
realisiert. Der Verstärker ist üblicherweise in eine Signalverarbeitungseinheit integriert.
Dieser prinzipielle Aufbau ist in FIG 1 am Beispiel eines Hinter-dem-Ohr-Hörgeräts
dargestellt. In ein Hörgerätegehäuse 1 zum Tragen hinter dem Ohr sind ein oder mehrere
Mikrofone 2 zur Aufnahme des Schalls aus der Umgebung eingebaut. Eine Signalverarbeitungseinheit
3, die ebenfalls in das Hörgerätegehäuse 1 integriert ist, verarbeitet die Mikrofonsignale
und verstärkt sie. Das Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinheit 3 wird an einen
Lautsprecher bzw. Hörer 4 übertragen, der ein akustisches Signal ausgibt. Der Schall
wird gegebenenfalls über einen Schallschlauch, der mit einer Otoplastik im Gehörgang
fixiert ist, zum Trommelfell des Geräteträgers übertragen. Die Energieversorgung des
Hörgeräts und insbesondere die der Signalverarbeitungseinheit 3 erfolgt durch eine
ebenfalls ins Hörgerätegehäuse 1 integrierte Batterie 5.
[0004] Schallsignale, die von einem oder mehreren Mikrofonen eines Hörgeräts bzw. einer
anderen Hörvorrichtung aufgenommen werden, werden üblicherweise zur weiteren Verarbeitung
in Teilbandsignale zerlegt. Hierzu bedient man sich üblicherweise eines Analyse-Synthese-Filterbanksystems.
Dieses besitzt eine oder mehrere frequenzselektive digitale Analyse-Filterbänke (AFB),
mit denen das Schallsignal in K > 1 Teilbandsignale zerlegt wird. Anschließend erfolgt
eine teilbandspezifische Signalmanipulation, insbesondere eine Verstärkung bzw. Abschwächung
der Teilbandsignale. Anschließend wird eine Re-Synthese der manipulierten Teilbandsignale
mittels einer oder mehrerer digitaler Synthese-Filterbänke (SFB) durchgeführt. Das
Filterbank-System ist in der Regel überabtastend und besitzt einen Überabtastfaktor
U ≥ 1.
[0005] An hochwertige Filterbänke in Hörgeräten werden gewisse Anforderungen gestellt. So
wird beispielsweise in den untersten Bändern eine Kanalbreite von mindestens etwa
250 Hz benötigt. Ansonsten sollte sich der Bandabstand in etwa nach der Bark-Skala
richten. Eine feinere Auflösung, beispielsweise in den breiteren Bändern nach der
Bark-Skala, steht der Anwendung jedoch nicht entgegen. Ferner ist eine Kanalzahl von
mindestens 22 wünschenswert. Störanteile durch Aliasing und Imaging sollten je nach
Anwendungsfall (Hörschaden des Patienten) unterhalb von etwa 40-60 dB liegen. Aufgrund
der intensiven Teilbandverarbeitung (insbesondere die hohe erforderliche Verstärkung
zur Kompensation des Hörschadens) bei Hörgeräten sind herkömmliche Verfahren zur Auslöschung
von Aliasing und Imaging nicht wirksam. Die Filterbänke sind daher grundsätzlich "nicht
kritisch" abzutasten. Des Weiteren sollte die Gruppenlaufzeit (jeweils für AFB und
SFB) deutlich unter 5 ms liegen und die Gruppenlaufzeitverzerrungen einen gewissen
Rahmen nicht überschreiten. Insbesondere für hohe Frequenzen ist dabei die Gruppenlaufzeit
so gering wie möglich zu halten, was einen wesentlichen limitierenden Faktor für die
Filterbank darstellt.
[0006] Speziell sollten die AFB und die SFB derart ausgebildet sein, dass sich der Signal/Stör-Abstand
am Ausgang des Filterbank-Systems bei beliebiger Manipulation (Verstärkung/Abschwächung)
der Teilbandsignale nur innerhalb vorgebbarer Grenzen verändert. Darin eingeschlossen
ist auch der Fall der gänzlichen Unabhängigkeit des Signal/Stör-Abstands am Ausgang
des Filterbanksystems von der Manipulation der Teilbandsignale.
[0007] Darüber hinaus sollten die AFB und die SFB derart ausgelegt sein, dass für eine am
Ausgang des Filterbank-Systems in Abhängigkeit von der Manipulation der Teilbandsignale
zulässige Schwankung des Signal/Stör-Abstands der Schaltungsaufwand (entspricht den
Filterordnungen) und/oder die Gruppenlaufzeit (Gesamtverzögerung) des Filterbanksystems
gegenüber dem Stand der Technik vermindert ist.
[0008] Bei bisherigen Ansätzen zur Lösung dieser Problematiken wurden die Filterbänke AFB
und SFB beispielsweise gleich entworfen (insbesondere gleiche Betragsspezifikation
von minimalphasiger AFB und maximalphasiger SFB). Bei der frequenzunabhängigen Sperrdämpfung
wurde der Überabtastfaktor nicht im Detail berücksichtigt. Ebenso wenig wurde die
Signalmanipulation bei der Systemspezifikation des Filterbanksystems berücksichtigt.
Damit ergaben sich große Schwankungen der Signalqualität (Signal/Stör-Abstand) in
Abhängigkeit von der jeweiligen Manipulation (Verstärkung) der Teilbandsignale.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein Filterbanksystem
mit vermindertem Rechenaufwand vorzuschlagen, mit dem dennoch eine hohe Signalqualität,
insbesondere ein bestimmter Signal/Stör-Abstand, erreicht werden kann.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Filterbanksystem für eine Hörvorrichtung
mit einer Analysefilterbank (AFB) zum Zerlegen eines Eingangssignals in Teilbandsignale,
einer Verarbeitungseinrichtung zum Manipulieren mindestens eines der Teilbandsignale
und einer Synthesefilterbank (SFB) zum Zusammensetzen des manipulierten Teilbandsignals
mit mindestens einem weiteren der Teilbandsignale, wobei die Sperrdämpfung mindestens
einer der Übertragungsfunktionen der Analysefilterbank (AFB) sich zusammensetzt aus
einem separat konfigurierbaren, frequenzunabhängigen Analyse-Grunddämpfungsanteil
und einem separat konfigurierbaren, frequenzabhängigen Analyse-Dämpfungsanteil, und/oder
die Sperrdämpfung mindestens einer der Übertragungsfunktionen der Synthesefilterbank
(SFB) sich zusammensetzt aus einem separat konfigurierbaren, frequenzabhängigen Synthese-Grunddämpfungsanteil,
einem separat konfigurierbaren, frequenzabhängigen und von dem Manipulieren abhängigen,
ersten Synthese-Dämpfungsteil und einem separat konfigurierbaren, frequenzabhängigen,
zweiten Synthese-Dämpfungsanteil.
[0011] In vorteilhafter Weise ist es somit möglich, bei der Sperrdämpfung bestimmte Effekte
auszunutzen und die Dämpfung nur dort hochzuhalten, wo es notwendig ist. Dadurch kann
die Filterordnung unter Umständen deutlich reduziert werden.
[0012] Vorzugsweise sind sämtliche Dämpfungsanteile anhand des Signal/Stör-Abstands am Ausgang
des Filterbanksystems konfiguriert. Damit ist dem Fachmann ein einfaches Kriterium
beim Entwurf der Filterbanksysteme an die Hand gegeben.
[0013] In einer speziellen Ausführungsform hängt der Analyse-Grunddämpfungsanteil von dem
Abwärtstastfaktor der Analysefilterbank ab. Somit lässt sich die Grunddämpfung auf
einen minimalen Wert festlegen.
[0014] Darüber hinaus kann in dem frequenzabhängigen Analyse-Dämpfungsanteil und/oder Synthese-Dämpfungsanteil
ein Maskierungseffekt eines menschlichen Gehörs berücksichtigt werden. Damit wird
die Tatsache genutzt, dass bei der Schallwahrnehmung zwei spektral nahe beieinanderliegende
Anteile sich unter Umständen ganz oder teilweise verdecken. Rauschanteile, die durch
andere Anteile verdeckt werden, müssten somit nicht mehr in vollem Maße gedämpft werden.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform kann der frequenzabhängige Analyse-Dämpfungsanteil
periodisch modifiziert sein, wobei die Periodizität durch den Überabtastfaktor der
Analysefilterbank (AFB) und die maximale Dämpfungsabsenkung durch die Durchlassbereiche
(Übertragungsverhalten) der AFB und SFB bestimmt ist. In gleicher Weise kann der frequenzabhängige
Synthese-Dämpfungsanteil periodisch modifiziert sein, wobei auch hier die Periodizität
von dem Aufwärtstastfaktor bzw. Integrationsfaktor der Synthesefilterbank und die
maximale Dämpfungsabsenkung durch den Überabtastfaktor bestimmt ist. Durch die Periodizität
der Dämpfungsanteile wird der Tatsache Rechnung getragen, dass auch die Artefakte
durch Aliasing und Imaging periodisch auftreten.
[0016] Ebenso kann der Synthese-Grunddämpfungsanteil von dem Aufwärtstastfaktor der Synthesefilterbank
abhängen.
[0017] Des Weiteren ist von besonderem Vorteil, wenn der frequenzabhängige erste Synthese-Dämpfungsanteil
von einer Verstärkung der Verarbeitungseinrichtung abhängt. Damit kann die Dämpfung
der Störanteile gerade so gewählt werden, dass diese nur dann stark bedämpft werden,
wenn sie durch hohe Verstärkung des Nutzsignals ebenfalls hoch sind. Auch dadurch
lässt sich generell bzw. temporär der Filteraufwand reduzieren.
[0018] Ferner ist es günstig, wenn der frequenzabhängige zweite Synthese-Dämpfungsanteil
periodisch modifiziert ist, die Periodizität durch den Überabtastfaktor der Synthesefilterbank
(SFB) und die maximale Dämpfungsabsenkung durch den Durchlassbereich (Übertragungsverhalten)
der SFB bestimmt ist.
[0019] Es wurde bereits angedeutet, dass das oben beschriebene Filterbanksystem besonders
vorteilhaft in einem Hörgerät genutzt werden kann.
[0020] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert,
in denen zeigen:
- FIG 1
- eine Prinzipskizze eines Hörgeräts gemäß dem Stand der Technik;
- FIG 2
- ein Blockschaltbild eines Filterbanksystems;
- FIG 3
- ein Beispiel für die Spezifikation eines AFB-Prototypfilters und
- FIG 4
- ein Beispiel für die Spezifikation eines SFB-Prototypfilters.
[0021] Die nachfolgend näher geschilderten Ausführungsbeispiele stellen bevorzugte Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung dar.
[0022] In FIG 2 ist ein Filterbanksystem schematisch dargestellt, wie es beispielsweise
in einem Gerät genutzt wird. Ein Eingangssignal e (z. B. Sprachsignal) wird einer
Analysefilterbank AFB zugeführt. Diese zerlegt das Eingangssignal e in 32 Teilbänder.
Anschließend erfolgt eine teilbandspezifische Manipulation M1, M2, M3, ..., M32 der
Einzelsignale. Nach der Manipulation werden die einzelnen Teilbandsignale in einer
hinsichtlich des Betragsfrequenzgangs an die Analysefilterbank AFB angepasste Synthesefilterbank
SFB wieder zu einem Ausgangssignal a synthetisiert.
[0023] Sowohl in der Analysefilterbank AFB als auch der Synthesefilterbank SFB werden die
einzelnen Filterfunktionen durch so genannte Prototypfilter realisiert, von dem beispielsweise
durch einen komplex modulierenden Transformationskern in der Filterbank die Einzelfilter
abgeleitet werden. Diese Prototypfilter besitzen beispielsweise Tiefpasscharakteristik.
Nachfolgend wird lediglich der Sperrbereich der Prototypfilter betrachtet.
[0024] Entsprechend dem erfindungsgemäßen Kerngedanken setzt sich die Sperrdämpfungsspezifikation
der Übertragungsfunktionen der AFB aus einer frequenzunabhängigen Grunddämpfung a
AFB und frequenzabhängigen Dämpfungsanteilen zusammen. Die Sperrdämpfungsspezifikation
der Übertragungsfunktionen der SFB setzt sich aus einer frequenzunabhängigen Grunddämpfung
a
SFB und ersten und zweiten frequenzabhängigen Dämpfungsanteilen zusammen, wobei der erste
frequenzabhängige Dämpfungsanteil zusätzlich von der Signalmanipulation zwischen den
beiden Filterbänken abhängt. Insbesondere soll die AFB und die SFB derart spezifiziert
sein, dass durch Nutzung der Überabtastung der Teilbandsignale um einen Faktor U >
1 (U= Überabtastfaktor) der Schaltungsaufwand, d. h. die Filterordnung und/oder die
Gesamtgruppenlaufzeit (Verzögerung) des Filterbanksystems vermindert ist. Außerdem
sollen als Option auch wechselseitige Maskierungseffekte frequenzmäßig eng benachbarter
Signalanteile genutzt werden, um den Schaltungsaufwand bzw. die Filterordnung und/oder
die Gesamtgruppenlaufzeit des Filterbanksystems zu vermindern. Ferner sollte die Verschlechterung
des Signal/Stör-Abstands am Ausgang des Filterbanksystems bei beliebiger Manipulation
(Verstärkung/Abschwächung der Teilbandsignale durch Aliasingbeiträge der AFB bzw.
durch Imagingbeiträge der SFB etwa gleich groß sein.
[0025] Die Konfiguration eines konkreten Filterbanksystems wird nun anhand der FIG 3 und
4 näher erläutert. Als objektives Kriterium für die Dimensionierung der Filter wird
generell der Signal/Stör-Abstand SNR am Ausgang des Filterbanksystems verwendet.
[0026] Bei der Konfiguration der Analysefilterbank AFB wird zunächst eine frequenzunabhängige
Grunddämpfung a
AFB durch den gewünschten SNR
AFB festgelegt. Dieser Signal/Stör-Abstand SNR
AFB ergibt sich aufgrund von Aliasing in der AFB. Dabei ist die Grunddämpfung a
AFB abhängig vom Dezimationsfaktor M (= Abwärtstastfaktor) der AFB, der die Anzahl der
überhaupt vorhandenen Aliasing-Anteile bestimmt. Die Grunddämpfung im Sperrbereich
wird nun durch eine frequenzabhängige zusätzliche Sperrdämpfung ergänzt. Ein erster
Teil 10 des frequenzabhängigen Dämpfungsanteils der AFB-Spezifikation ergibt sich
dadurch, dass Maskierungseffekte des menschlichen Ohrs ausgenutzt werden. Dadurch
wird die Sperrdämpfung in der Nähe des Filterdurchlassbereichs vermindert. In dem
Beispiel von FIG 3 ist dieser zweite Teil 10 in der Nähe des Durchlassbereichs um
10 dB reduziert und steigt dann ab dem achten Teilband rampenförmig zu seinem Endwert
an.
[0027] Ein zweiter Teil 11 des frequenzabhängigen Dämpfungsanteils der AFB-Spezifikation
ergibt sich dadurch, dass die in der AFB durch Aliasing erzeugten Störanteile in der
SFB unterschiedlich bewertet werden. Der zweite Teil 11 ist periodisch, so dass die
gesamte Sperrdämpfung über der Frequenz periodisch modifiziert wird. Dabei hängt die
Anzahl der Perioden vom Überabtastfakor U ab, und die Tiefe der zulässigen Dämpfungsabsenkung
wird vom Produkt der Durchlassbereiche der Prototypfilter in der AFB und SFB bestimmt.
[0028] Die gesamte Sperrdämpfung 12 ergibt sich aus der Summe aller Dämpfungsanteile einschließlich
der Grunddämpfung, ein logarithmisches Maß (Dezibel) zu Grunde legend. In FIG 3 ist
die gesamte frequenzabhängige Sperrdämpfung 12 dargestellt. Ihr absolutes Niveau ergibt
sich aus der Grunddämpfung a
AFB (in FIG 3 nicht dargestellt), die im logarithmischen Maß zur frequenzabhängigen Sperrdämpfung
addiert wird. Die frequenzabhängige Sperrdämpfung steigt damit über den hier gewählten
32 Teilbändern entsprechend der Rampe des ersten Teils 10 an.
[0029] Die Grunddämpfung a
SFB der Synthesefilterbank wird ebenfalls durch den gewünschten Signal/Stör-Abstand SNRS
FB festgelegt. Er ergibt sich aufgrund von Imaging in der SFB. Auch hier ist die Grunddämpfung
a
SFB abhängig vom Interpolationsfaktor M der SFB, der gleich dem Dezimationsfaktor M der
AFB ist.
[0030] Ein erster frequenzabhängiger Dämpfungsanteil 13 erhöht die Grunddämpfung a
SFB der Sperrdämpfungsspezifikation um die frequenzabhängige Verstärkung (Abschwächung=
negative Verstärkung in dB), mit der die Teilbandsignale zwischen den Filterbänken
manipuliert werden. Diese verstärkungsabhängige Komponente ist wichtig, denn die Imaging-Anteile
in der SFB werden mitverstärkt.
[0031] Ein erster Teil 14 des zweiten frequenzabhängigen Dämpfungsanteils der SFB-Spezifikation
(vgl. FIG 4) ergibt sich wie bei der AFB dadurch, dass Maskierungseffekte des menschlichen
Ohrs ausgenützt werden. Damit wird die Spezifikation der Sperrbereichsdämpfung der
Übertragungsfunktion der SFB-Filter in der Nähe des Filterdurchlassbereichs genau
wie bei der AFB vermindert. Auch diese Verminderung kann zu einer Reduzierung der
Filterordnung beitragen.
[0032] Weiterhin ergibt sich ein zweiter Teil 15 des zweiten frequenzabhängigen Dämpfungsanteils
der SFB-Spezifikation dadurch, dass U•(M-1) Spektralanteile (Images der SFB) unterschiedlicher
Stärke in jedem Kanal zu liegen kommen. In einem Kanal ergeben sich M-1 Hauptanteile
(Zentralbereich einer spektralen Verteilung von Signal- und Alias-Leistung) und KM-1
unterschiedlich stark abgeschwächte Nebenanteile (Außenbereiche der spektralen Verteilung
von Signal- und Alias-Leistung). Die Spezifikation der Sperrdämpfung wird folglich
periodisch über der Frequenz modizifiert, wobei die Anzahl der Perioden vom Überabtastfaktor
U abhängt und die Tiefe der zulässigen Dämpfungsabsenkung vom Durchlassbereich des
Prototypfilters (in der SFB) bestimmt ist.
[0033] Die gesamte Sperrdämpfung 16 des Prototypfilters für die SFB ergibt sich wieder aus
der Summe sämtlicher Dämpfungsanteile. Auch hier bestimmt die Grunddämpfung a
SFB die absolute Lage der Sperrdämpfung, indem sie für die Spezifikation des Prototypfilters
zu den frequenzabhängigen Dämpfungsanteilen im logarithmischen Sinne hinzuaddiert
wird.
[0034] Die frequenzabhängige Verkleinerung der Sperrdämpfung 12 bzw. 16 in den optimierten
Spezifikationen (vgl. FIG 3 und 4) wird nun dazu genutzt, beispielsweise den Schaltungsaufwand
bzw. die Filterordnung zu reduzieren. Alternativ, zusätzlich oder implizit (für den
Fall eines bei einem gegebenen Filtertyp gegebenen festen Zusammenhangs zwischen Filterordung
und Gruppenlaufzeit) kann die frequenzabhängige Verkleinerung der Sperrdämpfung auch
dazu genutzt werden, die Gruppenlaufzeit zu reduzieren. Optional kann auch die frequenzunabhängige
Grunddämpfung der Filterbänke erhöht werden, wenn sich die Sperrdämpfung frequenzabhängig
verkleinern lässt. Diese Vorteile lassen sich einzeln oder in Kombination nutzen.
1. Filterbanksystem für eine Hörvorrichtung mit
- einer Analysefilterbank (AFB) zum Zerlegen eines Eingangssignals (e) in Teilbandsignale,
- einer Verarbeitungseinrichtung zum Manipulieren (M1 bis M32) mindestens eines der
Teilbandsignale und
- einer Synthesefilterbank (SFB) zum Zusammensetzen des manipulierten Teilbandsignals
mit mindestens einem weiteren der Teilbandsignale,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Sperrdämpfung (12) mindestens einer der Übertragungsfunktionen der Analysefilterbank
(AFB) sich zusammensetzt aus
o einem separat konfigurierbaren, frequenzunabhängigen Analyse-Grunddämpfungsanteil
und
o einem separat konfigurierbaren, frequenzabhängigen Analyse-Dämpfungsanteil (10,
11), und/oder
- die Sperrdämpfung (16) mindestens einer der Übertragungsfunktionen der Synthesefilterbank
(SFB) sich zusammensetzt aus
o einem separat konfigurierbaren, frequenzabhängigen Synthese-Grunddämpfungsanteil,
o einem separat konfigurierbaren, frequenzabhängigen und von dem Manipulieren abhängigen,
ersten Synthese-Dämpfungsteil (13) und
o einem separat konfigurierbaren, frequenzabhängigen, zweiten Synthese-Dämpfungsanteil
(14, 15).
2. Filterbanksystem nach Anspruch 1, wobei sämtliche Dämpfungsanteile anhand des Signal/Stör-Abstands
am Ausgang des Filterbanksystems konfiguriert sind.
3. Filterbanksystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Analyse-Grunddämpfungsanteil von
dem Abwärtstastfaktor der Analysefilterbank (AFB) abhängt.
4. Filterbanksystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in dem frequenzabhängigen
Analyse-Dämpfungsanteil (10, 11) und/oder zweiten Synthese-Dämpfungsanteil (14, 15),
ein Maskierungseffekt eines menschlichen Gehörs berücksichtigt ist.
5. Filterbanksystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der frequenzabhängige
Analyse-Dämpfungsanteil (10, 11) periodisch modifiziert ist, die Periodizität durch
den von dem Überabtastfaktor der Analysefilterbank (AFB) und die maximale Dämpfungsabsenkung
durch die Durchlassbereiche der Analysefilterbank (AFB) und der Synthesefilterbank
(SFB) bestimmt ist.
6. Filterbanksystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Synthese-Grunddämpfungsanteil
von dem Abwärtstastfaktor der Synthesefilterbank (SFB) abhängt.
7. Filterbanksystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der frequenzabhängige
erste Synthese-Dämpfungsanteil (13) von einer Verstärkung der Verarbeitungseinrichtung
abhängt.
8. Filterbanksystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der frequenzabhängige
zweite Synthese-Dämpfungsanteil (14, 15) periodisch modifiziert ist, die Periodizität
durch den Überabtastfaktor der Synthesefilterbank (SFB) und die maximale Dämpfungsabsenkung
durch den Durchlassbereich (Übertragungsverhalten) der SFB bestimmt ist.
9. Hörgerät mit einem Filterbanksystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche.