[0001] Die Erfindung betrifft eine biegsame elektrische Rohrheizpatrone zur Bildung einer
Patronenwendel mit unterschiedlichen Steigungen und/oder zur Bildung einer mäanderförmig
verlaufenden Patronenschlange auf dem Umfang eines zu beheizenden zylindrischen Rohrkörpers
und/oder zum Einlegen in zusammenhängende, mit unterschiedlichen Steigungen wendelartig
verlaufende Nuten eines metallenen, rohrartigen Hohlkörpers einer Rohrwendelpatrone,
insbesondere für metallene Kunststoffspritzdüsen von Spritzgußsystemen, wobei die
Rohrheizpatrone mit wenigstens einer auf einem biegsamen Wickelkern aus Isolierstoff
gewickelten Heizdrahtwendel versehen ist, die in einem Metallmantel von einem den
Metallmantel ausfüllenden, verdichteten Isolierstoff umschlossen ist.
[0002] In der nachfolgenden Beschreibung und in den Ansprüchen werden folgende Begriffe
verwendet:
Rohrheizpatrone(n);
Heizdrahtwendel; das ist der zu einer Wendel geformte Heizdraht der Rohrheizpatrone;
Wendelstrang; darunter versteht man einen sich vom einen Ende zum anderen Ende des Metallmantels
einer Rohrheizpatrone erstreckender Anschnitt der Heizdrahtwendel;
Rohrwendelpatrone(n); darunter ist ein Heizelement zu verstehen, das aus einem Rohrkörper besteht, der
mit einer mäanderförmig und/oder wendelförmig verlaufenden Rohrwendelpatrone versehen
ist;
Patronenwendel; darunter ist die zu einer Wendel geformte Rohrheizpatrone zu verstehen;
Patronenschlange; darunter ist eine zu einem mäanderförmigen Verlauf geformte Rohrheizpatrone zu verstehen.
[0003] Rohrheizpatronen der gattungsgemäßen Art sind bekannt. Man versteht darunter in der
Branche sowohl zylindrische als auch ovale und abgeflachte Heizelemente mit einem
leicht biegsamen Metallmantel, vorzugsweise aus Kupfer, einer Kupferlegierung, Nickel,
Stahl oder Edelstahl, in dem wenigstens eine Heizdrahtwendel mit stirnseitig aus dem
Metallmantel austretenden elektrischen Anschlüssen untergebracht ist. Dabei ist diese
aus einem Wendelstrang oder mehr Wendelsträngen bestehende Heizdrahtwendel gegen den
Metallmantel elektrisch isoliert in eine ursprünglich feinkörnige und nach dem Einfüllen
zu einem homogenen Wärmeleiter verdichtete Isolierstoffpackung eingebettet. In der
Regel haben die Metallmäntel solcher Rohrheizpatronen, um leicht und mit kleinem Biegeradius
biegbar zu sein, einen Durchmesser bzw. eine Dicke von weniger als 5 mm. Ihre gewöhnlich
kernlosen Heizdrahtwendeln können bei Auslegung für Hochleistung gewöhnlich eine Dicke
von 0,2 mm bis 0,6 mm aufweisen. Ihre Steigungen bzw. Wicklungsabstände sind über
die gesamte Länge konstant bzw. gleich, was bedeutet, dass sie an jeder Stelle die
gleiche Heizleistung haben. Dabei ist die Steigung bzw. sind die Windungsabstände
der Heizdrahtwendel, um eine möglichst hohe Heizleistungsdichte zu erreichen, möglichst
klein gehalten.
[0004] Um mit einer solchen Rohrheizpatrone eine sog. Rohrwendelpatrone (auch "Wendelrohrpatrone"
genannt, siehe hierzu:
Peter Unger "Heißkanaltechnik", ISBN 3-446-22585-4, www.hanser.de, Carl Hanser Verlag
München) mit axial unterschiedlichen Heizleistungsabschnitten herstellen zu können, wird
die Rohrheizpatrone mit unterschiedlichen Steigungen bzw. Windungsabständen auf einen
als Wicklungsträger dienenden Rohrkörper eng anliegend auf dessen Umfang angeordnet
oder in entsprechend verlaufenden Nuten verlegt. Dabei können die Nuten auf dem Umfang
oder in der Innenfläche des Rohrkörpers angeordnet sein. Der Rohrkörper selbst kann
über seinen gesamten Umfang geschlossen sein. Es sind aber auch Rohrkörper bekannt,
die mit einem axialen Trennschlitz versehen sind, um eine gewisse radiale Federelastizität
zu erhalten.
[0005] Aus
DE 29 07 870 ist ein elektrischer Rohrheizkörper bekannt, der die Eigenschaften einer Rohrheizpatrone
der gattungsgemäßen Art aufweist und der über seine gesamte Länge gleiche Querschnitte
mit einem Rohrdurchmesser von etwa 3 mm besitzt. Dieser Rohrheizkörper ist mit einer
in zwei parallelen Wendelsträngen verlaufenden Heizdrahtwendel versehen, die elektrisch
isoliert in einem Metallmantel angeordnet ist. Der Metallmantel ist an einem Ende
durch eine festsitzende Metallscheibe verschlossen. An den Enden der Heizdrahtwendel
sind Anschlussleiter befestigt, die aus dem der Metallscheibe gegenüberliegenden Ende
des Metallmantels stirnseitig herausragen. Die Heizdrahtwendel ist über die ganze
Länge mit gleicher Steigung bzw. mit gleichen Windungsabständen auf einem sich über
ihre gesamte Länge erstreckenden Wickelkern aus Isolierstoff, nämlich auf einem Glasfaserkern,
aufgewickelt. Im Metallmantel befindet sich ein zylindrischer Keramikkörper, der den
Hohlraum des Metallmantels querschnittsmäßig nahezu ausfüllt und der durch eine isolierende
Granulatfüllung von der schließenden Metallscheibe auf einem gewissen Abstand gehalten
ist. Dieser Keramikkörper schließt bündig ab mit dem der Metallscheibe gegenüberliegenden
Ende des Metallmantels. Die Heizdrahtwendel ist mit jeweils einem Wendelstrang in
zwei achsparallelen Kanälen des Keramikkörpers untergebracht. Dabei sind die beiden
gleich langen Wendelstränge der Heizdrahtwendel wesentlich kürzer als der Keramikkörper
und dessen Kanäle, so dass die Verbindungen zwischen den Enden der Heizdrahtwendel
und den Anschlüssen innerhalb der Kanäle liegen. In diesem Zustand ist diese Rohrheizpatrone
durch radiales Verpressen unter einer Durchmesserreduzierung um ein Viertel hoch verdichtet.
Die so hergestellte Rohrheizpatrone ist biegsam und etwa 150 cm lang. Sie kann zu
einer Patronenwendel mit einem Windungsdurchmesser von etwa 25 mm oder weniger gewickelt
werden und zur Beheizung von Heisskanalwerkzeugen, Spritzgussmaschinen oder dgl. verwendet
werden.
[0006] Es ist bekannt, dass sog. Rohrwendelpatronen, die zum Beheizen von Angießdüsen verwendet
werden, deren Wärmebedarf über die Länge der Angießdüsen abschnittweise sehr unterschiedlich
sein kann. Daraus ergibt sich, dass auch die Wärmezufuhr und somit die Heizleistung
abschnittweise unterschiedlich sein muss.
[0007] Bei der Anwendung solcher Rohrheizpatronen mit Heizdrahtwendeln durchgehend gleicher
Steigung ist die Anpassung des Heizleistungsprofils an ein vorgegebenes Temperaturprofil
z.B. entlang einer Angießdüse eines Spritzgusssystems insofern beschränkt, als die
räumliche Verdichtung der Windungen der Patronenwendel durch deren Durchmesser bzw.
durch die Breite der Nuten, in denen die Rohrheizpatronen geführt sind, begrenzt ist.
Wenn bei dicht aneinander liegenden Windungen der Patronenwendel die erzielbare Erwärmung
durch höhere Heizleistung erhöht werden muss, erhöht sich auch zwangsläufig die Heizleistung
in den Abschnitten der Angießdüse, in denen eine höhere Erwärmung nicht erwünscht
ist. Das bedeutet, dass eine Glättung des Temperaturprofils bzw. eine Anpassung der
Rohrwendelpatrone an das Wärmebedarfsprofil nicht im erwünschten Maße möglich ist.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rohrheizpatrone der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit der es möglich ist, über die axiale Länge eines zu beheizenden
metallenen Bauteils, insbesondere eines Rohrkörpers oder eines anderen länglichen
Maschinenelements, wie z.B. einer Angießdüse eines Spritzgusssystems, ein an ein vorgegebenes
Temperaturprofil angepasstes Heizleistungsprofil zu erzeugen. Dabei soll insbesondere
in den Abschnitten mit höherem Wärmebedarf eine stark erhöhte Heizleistung ermöglicht
werden, ohne die Heizleistung in den Abschnitten mit minimalem Wärmebedarf zu erhöhen.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass die Heizdrahtwendel zur Erzeugung
unterschiedlicher Heizleistungsdichten mit Wendelabschnitten unterschiedlicher Steigungen
bzw. Windungsabständen auf einen Wickelkern mit weniger als 1 mm Durchmesser gewickelt
und mit diesem Wickelkern derart im Metallmantel in einer mit dem Metallmantel verdichteten
Isolierstoffpackung aus Metalloxid, insbesondere Magnesiumoxid, eingebettet ist, dass
die Wendelabschnitte der Heizdrahtwendel mit den geringsten Steigungen bzw. Wicklungsabständen
die Abschnitte der Patronenwendel bzw. der Patronenschlange mit den höchsten Heizleistungsdichten
bilden.
[0010] Der besondere Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass das Leistungsprofil der Patronenwendel
dem Temperaturprofil bzw. dem dazu analogen Wärmebedarfsprofil des zu beheizenden
Maschinenbauteils wesentlich besser und über größere Temperaturbereiche genauer angepasst
werden kann. In den Abschnitten der Patronenwendel mit dem höchsten Leistungsbedarf
können die Heizdrahtwendelabschnitte mit den geringsten Steigungen bzw. Windungsabständen
angeordnet werden, während in den Patronenwendelabschnitten mit dem geringeren oder
geringsten Leistungsbedarf Heizdrahtwendelabschnitte mit größerer Steigung bzw. mit
der größten Steigung bzw. mit den größten Windungsabständen angeordnet werden können
bzw. werden.
[0011] Es ist zudem möglich, die höchste Heizleistung auf einen oder mehrere sehr kurze
Längenabschnitte des Maschinenbauteils, beispielsweise einer Spritzguss- oder Angießdüse,
zu konzentrieren.
[0012] Die unterschiedlich gewickelten Abschnitte der Heizdrahtwendel müssen schon beim
Wickelvorgang in den jeweils vorgegebenen Längen erzeugt werden.
[0013] Damit es überhaupt möglich ist, eine Heizdrahtwendel mit unterschiedlichen Steigungen
bzw. Windungsabständen herzustellen, bedarf es der Verwendung eines in der Heizdrahtwendel
verbleibenden Wickelkerns. Dieser Wickelkern ist auch erforderlich, damit sich die
beim Wickeln der Heizdrahtwendel erzeugten Steigungen bzw. Windungsabstände während
der weiteren Bearbeitung, insbesondere während des Einfügens der Heizdrahtwendel in
den rohrartigen Metallmantel und beim nachfolgenden Einfüllen des Isolierstoffgranulats
in den Metallmantel, nicht verändern.
[0014] Mit der Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 2 können ihre Vorteile optimal
genutzt werden.
[0015] Obwohl es grundsätzlich auch möglich ist, für den Wickelkern andere Isolierstoffe
vorzusehen, hat die nach Anspruch 3 getroffene Ausführung insofern Vorteile, als ein
solcher Keramikfaden sowohl als Wickelkern beim Wickeln der Heizdrahtwendel wie auch
beim Biegen und Einsetzen der Heizdrahtwendel in ein Metallmantelrohr sich als besonders
günstig erweist. Der hier zur Verwendung kommende Keramikfaden besteht aus mehreren
sehr dünnen, gesponnenen oder verdrillten Fasern, die ihm eine hohe Zugfestigkeit
und Flexibilität verleihen.
[0016] Durch die Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 4 kann gegenüber den nur mit
einem Wendelstrang versehenen Rohrheizpatronen ein fertigungstechnisch erheblicher
Vorteil erzielt werden. Dieser besteht darin, dass die elektrischen Anschlüsse der
Enden der Heizdrahtwendel aus demselben Ende des Metallmantelrohrs herausgeführt werden
können. Dieses Merkmal eröffnet die Möglichkeit, die Rohrheizpatrone als eingängige
Rohrheizpatronenwendel in oder auf einem Rohrkörper anzubringen und dabei die beiden
Anschlüsse an der gleichen Stelle zu haben. Die elektrischen Anschlüsse können aus
Drähten, Litzen, Metallstäben, Steckzapfen od. dgl. bestehen. Mit Rohrheizkörpern,
die nur einen Wendelstrang haben, können die beiden an den beiden Enden des Metallmantelrohrs
herausgeführten Anschlüsse nur dann an einer gemeinsamen Stelle zusammengeführt werden,
wenn die Rohrheizpatrone bifilar, d.h. mit zwei parallelen Strängen derselben Rohrheizpatrone,
gewickelt wird. Dazu ist es erforderlich, aus der ursprünglich einstrangigen, gestreckten
Rohrheizpatrone vor dem Wickeln eine zweistrangige Rohrheizpatrone zu bilden, in dem
sie auf der Hälfte ihrer Länge haarnadelförmig gebogen wird. Das haarnadelförmig gebogene
Ende des Doppelstrangs bildet den Anfang der Heizpatronenwendel. Diese umständliche
und kostenträchtige Arbeitsweise kann durch die Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch
4 vermieden werden.
[0017] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen 5
bis 8 angegeben.
[0018] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Von den Zeichnungen
zeigt:
- Fig. 1
- in 3D Darstellung eine Rohrwendelpatrone;
- Fig. 2
- stark vergrößert in 3D Darstellung, eine aus ei- ner Heizrohrpatrone mit flachem Querschnitt
ge- wickelte, kernlose Heizrohrwendel;
- Fig. 2a
- in vergrößerter Schnittdarstellung einen Rohr- wendelabschnitt IIa aus Fig. 2;
- Fig. 2b
- in vergrößerter Schnittdarstellung einen Rohr- wendelabschnitt IIb aus Fig. 2;
- Fig. 3
- stark vergrößert in 3D Darstellung einen Heiz- drahtwendelabschnitt mit hälftig geschnittenem
Metallmantelrohr und Isolierstoffpackung;
- Fig. 4
- stark vergrößert in 3D Darstellung den geschlos- senen Endabschnitt einer Rohrheizpatrone
mit zwei Heizdrahtwicklungssträngen;
- Fig. 4a
- den gleichen Heizpatronenabschnitt wie Fig. 4, jedoch mit in Isolierstoffröhrchen
geführten Heizdrahtwicklungssträngen;
- Fi. 4b
- stark vergrößert ein Isolierstoffröhrchen in 3D Darstellung;
- Fig. 5
- in schematisierter 3D Darstellung eine bifilar in mäanderförmigen Schlangenlinien
gewickelte und zylindrisch gebogene Patronenschlange;
- Fig. 6
- in vergrößerter Schnittdarstellung einen Wen- delabschnitt VI aus Fig. 5;
- Fig. 7
- eine in zwei Gruppen mäanderförmig verlaufende Patronenwendel in einer Ebene liegend.
[0019] Der Rohrkörper 2 der in Fig. 1 dargestellten Rohrwendelpatrone 1 ist auf seinem Umfang
mit einer wendelartig verlaufenden Nut 3 versehen. Diese Nut 3 ist doppelzügig ausgebildet;
d.h. sie besteht aus zwei zueinander parallel verlaufenden Nutzügen 3/1 und 3/2, die
in ihrem Anfangsbereich durch einen U-Bogen 4 miteinander verbunden sind und an einer
davon entfernten Stelle 5 des Rohrumfangs enden. In den Endbereichen
E1 und
E2 des Rohrkörpers 2 weist diese Nut 3 eine sehr kleine Steigung mit sehr geringen Windungsabständen
w1 auf. In dem wesentlich größeren Mittelabschnitt
M ist die Steigung so groß, dass dieser Mittelabschnitt von nur einer Windung überbrückt
wird.
[0020] In diese Nut 3 ist eine Rohrheizpatrone 6 in Form einer Patronenwendel 12 eingelegt
bzw. eingepresst, deren elektrische Anschlüsse 7 und 8 am Ende der Nut 3 radial nach
außen gerichtet sind. Im Mittelabschnitt
M und im Endbereich
E2 verläuft parallel zu der zweizügigen Nut 3 eine zweite Nut 9, in der ein Thermoelement
10 geführt ist.
[0021] Der Rohrkörper 2 hat einen Außendurchmesser von etwa 20 mm bis 30 mm. Der Querschnitt
der Nut 3 ist so gewählt, dass eine Rohrheizpatrone 6 mit einer Dicke von etwa 2 mm
bis 5 mm passend darin aufgenommen werden kann.
[0022] Wie aus den Fig. 3 bis 4a zu erkennen ist, weist die Rohrheizpatrone 6 in einem Metallmantel
11, konzentrisch angeordnet, eine Heizdrahtwendel 15 auf, die auf einen faden-, garn-
oder kordelartigen Wickelkern 16 aus Isolierstoff gewickelt ist. Die Heizdrahtwendel
15 kann bei derartigen Anwendungen eine Drahtdicke von etwa 0,1 mm bis etwa 0,8 mm
aufweisen.
[0023] Vorzugsweise besteht dieser etwa 0,3 mm bis 0,7 mm dicke Wickelkern 16 aus einem
Keramikfaden oder einer Keramikkordel, die nicht nur die erforderliche Zugfestigkeit,
sondern auch eine ausreichende Biegeelastizität besitzt. Dieser Wickelkern 16 wird
dazu benutzt, die Heizdrahtwendel 15 beim Wickelvorgang, d.h. beim Erzeugen der Heizdrahtwendel
15 mit abschnittweise unterschiedlichen Steigungen bzw. Windungsabständen
d1, d2 bzw.
d3, d.h. mit unterschiedlichen Windungsdichten zu versehen. Dabei entspricht
d3 einem minimalen,
d2 einem mittleren und
d1 einem größeren Windungsabstand.
[0024] Mit diesen unterschiedlichen Windungsdichten lassen sich entlang der Rohrheizpatrone
6 bzw. entlang der Patronenwendel 12 Abschnitte mit unterschiedlichen Heizleistungsdichten
bei gleicher Leistungsaufnahme erzielen, die sich zumindest annähernd proportional
zu den jeweiligen Wicklungsdichten und reziprok zu den Windungsabständen
d1, d2, d3 verhalten.
[0025] Wie an sich bekannt, ist die Heizdrahtwendel 15 in ein hoch verdichtetes Isolierstoffpaket
17 eingebettet, das einen guten Wärmeleiter zum Metallmantel 11 und zugleich eine
gute elektrische Isolierung gegen den Metallmantel 11 bildet.
[0026] Eine solche ursprünglich als langer einfacher Strang hergestellte Rohrheizpatrone
6 bzw. Patronenwendel 12 ist in die doppelzügige Nut 3 der Rohwendelpatrone 1 eingefügt.
Dazu ist es vorab erforderlich, die Rohrheizpatrone 6 auf der Hälfte ihrer Länge haarnadelförmig
bzw. U-förmig zu biegen, um eine zweizügige Form zu erhalten, die in die ebenfalls
zweizügige Nut 3 eingelegt und ggf. verpresst werden kann, so dass sie die Patronenwendel
12 bildet.
[0027] Um in den beiden Endbereichen
E1 und
E2 des Rohrkörpers 2 wesentlich höhere Heizleistungen wirksam werden zu lassen als im
Mittelabschnitt
M, sind nicht nur die Windungsabstände
w1 und
w1 der Patronenwendel 12 wesentlich kleiner als im Mittelabschnitt
M, sondern es ist in den in diesen Endbereichen
E1 und
E2 liegenden Abschnitten der Rohrheizpatrone 6 bzw. der Patronenwendel 12 die Heizdrahtwendel
15 mit einer wesentlich kleineren Steigung bzw. mit kleineren Windungsabständen von
beispielsweise
d3, d.h. mit einer wesentlich höheren Wicklungsdichte versehen als im Mittelabschnitt
M. Damit können die Heizleistungsunterschiede zwischen den einzelnen Längenabschnitten
des Rohrkörpers 2 nicht nur größer sondern auch variabler gestaltet werden.
[0028] Fig. 2 zeigt in schematisch vereinfachter 3D Darstellung eine zylindrisch gewickelte,
kernlose Patronenwendel 20, deren Rohrheizpatrone 21 einen abgeflachten Querschnitt
aufweist. Wie die Fig. 4 und 4a zeigen, ist im Metallmantel 22 dieser Rohrheizpatrone
21 eine Heizdrahtwendel 15 in zwei Wicklungssträngen 23 und 24 verlegt, die wie üblich
in eine verdichtete Isolierstoffpackung 17 eingebettet ist. Auch hierbei ist die Heizdrahtwendel
15 mit unterschiedlichen Windungsabständen
d1 und
d2 auf einen Wickelkern 16 aufgewickelt, die jedoch nicht gleich groß sein müssen wie
in Fig. 3.
[0029] In den Fig. 2a und 2b sind in vergrößerter Schnittdarstellung die beiden Wendelabschnitte
IIa und IIb schematisch vereinfacht dargestellt. Während im Wendelabschnitt IIa die
beiden Wicklungsstränge 23 und 24 jeweils eine hohe Wicklungsdichte und einen geringen
Windungsabstand aufweisen, sind dieselben Wicklungsstränge 23, 24 im Bereich des Wendelabschnitts
IIb mit einer kleineren Wicklungsdichte, d.h. mit einem größeren Windungsabstand versehen.
Wie aus Fig. 2 zu erkennen ist, hat auch der Wendelabschnitt IIa eine kleinere Steigung
als der Wendelabschnitt IIb. Je nach Bedarf können die übrigen Wendelabschnitte der
Patronenwendel 20 unterschiedliche Wicklungsdichten aufweisen, mit denen unterschiedliche
Heizleistungsdichten bzw. Heizleistungen entlang der Patronenrohrwendel 20 erzeugt
werden können.
[0030] Bei einer solchen Rohrheizpatrone 21 liegen die mit Anschlüssen 28, 29 versehenen
Wicklungsenden der Heizdrahtwendel 15 am gleichen Ende 26 des am anderen Ende 27 verschlossenen
Metallmantels 22. Die Patronenwendel 20 kann deshalb eingängig gewickelt werden.
[0031] Bei der Ausführung gemäß Fig. 4 ist die am geschlossenen Ende 27 des Metallmantels
22 U-förmig gebogene Heizdrahtwendel 15 durch nicht dargestellte Führungselemente
innerhalb des Metallmantels in Parallellage der beiden Wicklungsstränge fixiert. Bei
der Ausführungsart der Fig. 4a hingegen sind die beiden Wicklungsstränge 23, 24 jeweils
separat in zwei parallelen Bohrungen 31 und 32 mehrerer, lückenlos aneinander gereihter
und sich gemeinsam über die gesamte Länge des Metallmantels 22 erstreckender Keramikröhrchen
30 geführt und so gegeneinander und gegen den Metallmantel 22 elektrisch isoliert.
Dabei hat die Heizdrahtwendel 15 in den Bohrungen 31, 32 vor dem Einfüllen des Isolierstoffgranulats
soviel radiales Spiel, dass die Heizdrahtwendel 15 innerhalb dieser Bohrungen 31,
32 vollständig mit dem Isolierstoffgranulat umhüllt werden kann und sich beim Verdichten
eine zumindest nahezu homogene Isolierstoffpackung 17 ergibt.
[0032] Je nach den Gegebenheiten am Einsatzort und den Heizleistungserfordernissen, die
sich aus einem vorgegebenen Temperaturprofil ergeben, können die Windungsabstände
d1, d2, d3 usw. auf den beiden Wicklungssträngen 23, 24 unterschiedlich gewählt und ausgeführt
werden.
[0033] Wie weitere Ausführungsbeispiele zeigen, lassen sich Rohrheizpatronen, die Heizdrahtwendeln
15 mit abschnittweise unterschiedlichen Wicklungsdichten bzw. Windungsabständen d1,
d2, d3 usw. aufweisen, auch zur Herstellung mäanderförmig verlaufender Patronenschlangen
verwenden.
[0034] In Fig. 5 ist in schematisierter 3D Darstellung eine kernlose bifilar in mäanderförmigen
Schlangenlinien gewundene und zu einer zylindrisch gebogenen Patronenschlange 35 geformte
Rohrheizpatrone 36 dargestellt, die geeignet und dafür vorgesehen ist, auf einen zylindrischen
Maschinenteil aufgesetzt zu werden um diesen zu beheizen. Bifilar bedeutet, dass die
Rohrheizpatrone 36 zwei gleich lange, parallel zueinander verlaufende Stränge 37,
38 bildet, die durch einen vorzugsweise mit einem minimalen Biegeradius versehenen
Bogenabschnitt 39 einstückig miteinander verbunden sind. Dieser Bogenabschnitt 39
bildet zugleich den Anfang der Patronenschlange 35, wobei deren Ende 40 von den zwei
nebeneinander liegenden Enden 41 und 42 der Rohrheizpatrone 36 gebildet ist.
[0035] In Fig. 7 ist diese Patronenschlange 35 in einer Ebene liegend, quasi in Strecklage,
dargestellt.
[0036] Diese Patronenschlange 35 besteht aus zwei Windungsgruppen 43 und 44, die durch einen
geraden Patronenabschnitt 45 miteinander verbunden sind. Daraus folgt, dass der Maschinenteil,
auf den diese Patronenschlange 35 aufgesetzt wird, im Bereich der beiden Windungsgruppen
jeweils stärker beheizt werden soll als im mittleren Abschnitt.
[0037] Wie der vergrößerte Windungsabschnitt VI der Fig. 6 zeigt, ist die Heizdrahtwendel
15 im Bereich der unteren Abschnitte
A der geraden Schlangenabschnitte 47, 48, 49 und 50 und in den Bereichen der Bogen
B und C jeweils mit einer höheren Wicklungsdichte, d.h. mit geringeren Windungsabständen
d3 versehen als in den restlichen Abschnitten und in den oberen Bogenbereichen 39 und
39', wo die Windungsabstände beispielsweise mit
d2 und
d1 angegeben sind. Damit soll nur gezeigt werden, dass die Windungsdichte über die gesamte
Länge der Rohrheizpatrone 36 abschnittweise den jeweiligen Erfordernissen entsprechend
durch die geeignete Wahl der Windungsabstände
d1, d2, d3 usw. bzw. Wicklungsdichte angepasst werden kann. So können auch in den anderen geraden
Schlangenabschnitten und in den Bogenabschnitten der Patronenschlange andere unter
sich unterschiedliche Wicklungsdichten, d.h. Windungsabstände vorgesehen sein, um
einem bestimmten Temperaturprofil oder Heizleistungsprofil entlang eines zu beheizenden
Maschinenbauteils zu entsprechen.
[0038] Ob die Rohrheizpatrone 6 in Form einer Patronenwendel 12 bzw. 20 oder in Form einer
Patronenschlange 35 oder in Form eines anderen Verteilersystems verwendet wird, ist
an sich gleichgültig. Die durch die planmäßig abschnittweise unterschiedlichen Windungsdichten
bzw. Wicklungsabstände der Heizdrahtwendel 15 erzielbaren Vorteile sind von der Form
der Rohrheizpatrone unabhängig.
1. Biegsame elektrische Rohrheizpatrone (6, 36) zur Bildung einer Patronenwendel (12,
20) mit unterschiedlichen Steigungen und/oder zur Bildung einer mäanderförmig verlaufenden
Rohrheizschlange (35) auf dem Umfang eines zu beheizenden zylindrischen Rohrkörpers
(2) und/oder zum Einlegen in zusammenhängende, mit unterschiedlichen Steigungen wendelartig
verlaufende Nuten (3) eines metallenen, rohrartigen Hohlkörpers einer Rohrwendelpatrone
(1), insbesondere für metallene Kunststoffspritzdüsen von Spritzgusssystemen, wobei
die Rohrheizpatrone (6, 36) mit wenigstens einer auf einem flexiblen Wickelkern (16)
aus Isolierstoff gewickelten Heizdrahtwendel (15) versehen ist, die in einem Metallmantel
(11, 22) von einem den Metallmantel ausfüllenden, verdichteten Isolierstoff (17) umschlossen
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Heizdrahtwendel (15) zur Erzeugung unterschiedlicher Heizleistungsdichten mit
Wendelabschnitten unterschiedlicher Steigungen bzw. Windungsabständen (d1, d2, d3,
usw.) auf einen faden, garn- oder kordelartigen Wickelkern (16) mit weniger als 1
mm Durchmesser gewickelt und mit diesem Wickelkern (16) im Metallmantel (22) in einer
mit dem Metallmantel (2) verdichteten Isolierstoffpackung (17) aus Metalloxid, insbesondere
Mg0 oder dgl., eingebettet ist, derart dass die Wendelabschnitte der Heizdrahtwendel
(15) mit den geringsten Steigungen und Wicklungsabständen (d3) bzw. mit der höchsten
Heizleistung die Abschnitte (E1, E2) der Patronenwendel (12) bzw. der Patronenschlange
(35) mit den höchsten Leistungsdichten bilden.
2. Elektrische Rohrheizpatrone zum Einlegen in zusammenhängende, mit gleichen und/oder
unterschiedlichen Steigungen wendelartig verlaufende Umfangsnuten (3)des metallenen
Rohrkörpers (2) einer Rohrwendelpatrone (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigungen und Windungsabstände der Heizdrahtwendel (15) in den Endbereichen
(E1, E2) des Rohrkörpers (2) wesentlich geringer sind als im Mittelabschnitt (M) des
Rohrkörpers (2).
3. Elektrische Rohrheizpatrone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickelkern (16) aus einem eine Dicke von 0,1 bis 0,7 mm aufweisenden Keramikfaden
oder einer aus Keramikfasern gebildeten Keramikkordel besteht.
4. Elektrische Rohrheizpatrone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizdrahtwendel (25) innerhalb des Metallmantels (22) in zwei parallelen, elektrisch
gegeneinander isolierten Wendelsträngen (23, 24) verläuft.
5. Elektrische Rohrheizpatrone nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wendelabschnitte mit den unterschiedlichen Windungsabständen (d1, d2, d3) des
einen Wendelstrangs (23) anders angeordnet und/oder ausgebildet sind als die des anderen
Wendelstrangs (24).
6. Elektrische Rohrheizpatrone nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der beiden Wendelstränge (23, 24) durch Isolierstoffröhrchen, insbesondere
Keramikröhrchen(30), geführt ist.
7. Elektrische Rohrheizpatrone nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Metallmantel (22) einen abgeflachten Querschnitt aufweist.
8. Elektrische Rohrheizpatrone nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Patronenwendel (20) als kernlose Wendel ausgebildet und mit einem eine radiale
Spannung erzeugenden Passsitz auf den zylindrischen Umfang eines zu beheizenden Rohrkörpers,
insbesondere einer Angießdüse eines Spritzgusssystems, aufsetzbar ist.