[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abtrennen wenigstens eines ersten
Stoffes aus einer Mischung enthaltend diesen wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens
einen zweiten Stoff, wobei der erste Stoff zunächst zu seiner Hydrophobierung mit
einer oberflächenaktiven Substanz in Kontakt gebracht wird, diese Mischung weiter
in Kontakt mit mindestens einem Magnetpartikel gebracht wird, so dass sich der Magnetpartikel
und der hydrophobisierte erste Stoff anlagern und dieses Agglomerat von dem wenigstens
einen zweiten Stoff durch die Anwendung eines Magnetfeldes abgetrennt wird, und anschließend
der wenigstens eine erste Stoff bevorzugt quantitativ von dem Magnetpartikel getrennt
wird, wobei bevorzugt der Magnetpartikel wieder in den Prozess zurückgeführt werden
kann.
[0002] Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Anreicherung von
Werterzen in Gegenwart der Gangart.
[0003] Verfahren zum Abtrennen von Werterzen aus Mischungen enthaltend diese sind aus dem
Stand der Technik bereits bekannt.
[0004] WO 02/0066168 A1 betrifft ein Verfahren zur Abtrennung von Werterzen aus Mischungen enthaltend diese,
in dem Suspensionen oder Aufschlämmungen dieser Mischungen mit Partikeln, welche magnetisch
und/oder schwimmfähig in wässrigen Lösungen sind, behandelt werden. Nach Zugabe der
magnetischen und/oder schwimmfähigen Partikel wird ein Magnetfeld angelegt, so dass
die Agglomerate von der Mischung abgetrennt werden. Der Grad der Anbindung der magnetischen
Partikel an die Werterze und die Stärke der Bindung ist jedoch nicht ausreichend,
um das Verfahren mit genügend hoher Ausbeute und Effektivität durchzuführen.
[0005] US 4,657,666 offenbart ein Verfahren zur Anreicherung von Werterzen, wobei das in der Gangart
vorliegende Werterz mit magnetischen Partikeln umgesetzt wird, wodurch sich aufgrund
der hydrophoben Wechselwirkungen Agglomerate bilden. Die magnetischen Partikel werden
durch Behandlung mit hydrophoben Verbindungen auf der O-berfläche hydrophobiert, so
dass eine Anbindung an das Werterz erfolgt. Die Agglomerate werden dann durch ein
magnetisches Feld von der Mischung abgetrennt. Das genannte Dokument offenbart auch,
dass die Werterze mit einer oberfiächenaktivierenden Lösung von 1% Natrium-ethylxanthogenat
behandelt werden, bevor das magnetische Teilchen zugefügt wird. Eine Trennung von
Werterz und Magnetpartikel erfolgt bei diesem Verfahren durch das Zerstören der oberflächenaktivierenden
Substanz, die in Form der oberflächenaktivierenden Lösung auf das Werterz aufgebracht
worden ist. Weiter werden bei diesem Verfahren lediglich C
4-Hydrophobisierungsmittel für das Erz eingesetzt.
[0006] US 4,834,898 offenbart ein Verfahren zum Abtrennen nicht magnetischer Materialien durch Inkontaktbringen
dieser mit magnetischen Reagenzien, welche mit zwei Schichten aus oberflächenaktiven
Substanzen umhüllt sind.
US 4,834,898 offenbart des Weiteren, dass die Oberflächenladung der nicht magnetischen Partikel,
welche abgetrennt werden sollen, durch verschiedene Arten und Konzentrationen von
Elektrolytreagenzien beeinflusst werden kann. Beispielsweise wird die Oberflächenladung
durch Zugabe von multivalenten Anionen, beispielsweise Tripolyphosphationen, verändert.
[0008] WO 2007/008322 A1 offenbart einen magnetischen Partikel, welche auf der Oberfläche hydrophobiert ist,
zur Abtrennung von Verunreinigungen von mineralischen Substanzen durch magnetische
Separationsverfahren. Gemäß
WO 2007/008322 A1 kann der Lösung oder Dispersion ein Dispergiermittel, ausgewählt aus Natriumsilikat,
Natriumpolyacrylat oder Natriumhexametaphosphat zugegeben werden.
[0009] US 5,043,070 offenbart ein Verfahren zur magnetischen Lösungsmittelextraktion. Dazu wird ein organisches
Lösungsmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus 2-Hydroxy-5-Nonylbenzo-Phenoneoxime,
5,8-Diethyl-7-hydroxydodecan-6-oxime und anderen mit magnetischen Partikeln versetzt,
um das organische Lösungsmittel auf diese Art und Weise zu magnetisieren. Die magnetischen
Partikel können mit einer polaren oberflächenaktiven Substanz beschichtet werden.
Geeignete oberflächenaktive Materialien beinhalten anionische, kationische oder amphothere,
oberflächenaktive Substanzen. Dieses magnetisierte organische Lösungsmittel wird dann
zu einer wässrigen Aufschlämmung einer Metallkationen enthaltenden Verbindung, beispielsweise
Kupfersulfat, gegeben. Unter Einwirkung eines magnetischen Feldes wird diese zweiphasige
Mischung gerührt, um das Kupfersulfat in die organische Phase zu befördern. Dadurch
dass magnetische Teilchen in der organischen Phase vorliegen, gelingt eine schnellere
Trennung der Phasen.
[0010] US 5,161,694 offenbart ein Verfahren zur Abtrennung von feinteiligen Partikeln durch selektive
hydrophobe Koagulation. Dieses Verfahren kann zur Abtrennung von Kohle aus mineralhaltigen
Mischungen verwendet werden. Das Verfahren basiert darauf, dass das hydrophobe Material,
beispielsweise Kohle in einem wässrigen Medium durch hydrophobe Kräfte agglomeriert,
und die Agglomerate dann auf bekannte Arten abgetrennt werden können.
[0011] DE 37 09 852 A1 offenbart stabile magnetische Flüssigkeitszusammensetzungen und Verfahren zu ihrer
Herstellung und ihre Verwendung. Die stabilen magnetischen Flüssigkeiten bestehen
aus fein verteilten superparamagnetischen Teilchen in einem flüssigen Dispersionsmittel
und einer für die Stabilisierung und Eigenschaftsmodifizierung ausreichenden Menge
eines Gemischs von oberflächenaktiven Substanzen, die mit der Oberfläche der Magnetteilchen
chemisch verbunden sind.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, durch das
wenigstens ein erster Stoff aus Mischungen enthaltend wenigstens einen ersten Stoff
und wenigstens einen zweiten Stoff effizient abgetrennt werden können. Des Weiteren
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die abzutrennenden ersten Partikel
so zu behandeln, dass das Anlagerungsprodukt zwischen magnetischem Partikel und erstem
Stoff genügend stabil ist, um eine hohe Ausbeute an erstem Stoff bei der Abtrennung
zu gewährleisten.
[0013] Diese Aufgaben werden gelöst durch ein Verfahren zum Abtrennen wenigstens eines ersten
Stoffes aus einer Mischung enthaltend diesen wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens
einen zweiten Stoff, umfassend die folgenden Schritte:
- (A) Inkontaktbringen der Mischung enthaltend wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens
einen zweiten Stoff mit wenigstens einer oberflächenaktiven Substanz, gegebenenfalls
in Gegenwart wenigstens eines Dispersionsmittels, wobei die oberflächenaktive Substanz
an den wenigstens einen ersten Stoff anbindet,
- (B) gegebenenfalls Zugabe wenigstens eines Dispersionsmittels zu der in Schritt (A)
erhaltenen Mischung, um eine Dispersion mit geeigneter Konzentration zu erhalten,
- (C) Behandeln der Dispersion aus Schritt (A) oder (B) mit wenigstens einem hydrophoben
Magnetpartikel, so dass sich der wenigstens eine erste Stoff, an den die wenigstens
eine oberflächenaktive Substanz angebunden ist, und der wenigstens eine Magnetpartikel
anlagern,
- (D) Abtrennen des Anlagerungsproduktes aus Schritt (C) von der Mischung durch Anlegen
eines magnetischen Feldes,
- (E) Spalten des abgetrennten Anlagerungsproduktes aus Schritt (D), um den wenigstens
einen ersten Stoff und den wenigstens einen Magnetpartikel separat zu erhalten, wobei
die oberflächenaktive Substanz eine Substanz der allgemeinen Formel (I)
A-Z (I) ist, worin
A ausgewählt aus linearem oder verzweigtem C3-C30-Alkyl, C3-C30-Heteroalkyl, gegebenenfalls substituiertes C6-C30-Aryl, gegebenenfalls substituiertes C6-C30-Heteroalkyl, C8-C30-Aralkyl ist und
Z eine Gruppe ist, mit der die Verbindung der allgemeinen Formel (I) an den wenigstens
einen listen Stoff anbindet.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren dient bevorzugt zum Abtrennen wenigstens eines ersten,
hydrophoben Stoffes aus einer Mischung umfassend diesen wenigstens einen ersten, hydrophoben
Stoff und wenigstens einen zweiten, hydrophilen Stoff.
[0015] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutet "hydrophob", dass das entsprechende
Teilchen nachträglich durch Behandlung mit der wenigstens einen oberflächenaktiven
Substanz hydrophobiert sein kann. Es ist auch möglich, dass ein an sich hydrophobes
Teilchen durch Behandlung mit der wenigstens einen oberflächenaktiven Substanz zusätzlich
hydrophobiert wird.
[0016] "Hydrophob" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass die Oberfläche einer
entsprechenden "hydrophoben Substanz" bzw. einer "hydrophobisierten Substanz" einen
Kontaktwinkel von > 90° mit Wasser gegen Luft aufweist. "Hydrophil" bedeutet im Rahmen
der vorliegenden Erfindung, dass die Oberfläche einer entsprechenden "hydrophilen
Substanz" einen Kontaktwinkel von < 90° mit Wasser gegen Luft aufweist.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist der wenigstens
eine erste Stoff wenigstens eine hydrophobe Metallverbindung oder Kohle, und der wenigstens
eine zweite Stoff ist bevorzugt wenigstens eine hydrophile Metallverbindung.
[0018] Somit ist der wenigstens eine abzutrennende erste Stoff bevorzugt eine Metallverbindung
ausgewählt aus der Gruppe der sulfidischen Erze, der oxidischen und/oder carbonathaltigen
Erze, beispielsweise Azurit [Cu
3(CO
3)
2(OH)
2], oder Malachit [Cu
2[(OH)
2[CO
3]]), oder der Edelmetalle und deren Verbindungen, an die sich selektiv eine oberflächenaktive
Verbindung unter Erzeugung von hydrophoben Oberflächeneigenschaften anlagern kann.
[0019] Die wenigstens eine hydrophile Metallverbindung ist bevorzugt ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus oxidischen und hydroxidischen Metallverbindungen, beispielsweise
Siliziumdioxid SiO
2, Silikate, Alumosilikate, beispielsweise Feldspate, beispielsweise Albit Na(Si
3Al)O
8, Glimmer, beispielsweise Muskovit KAl
2[(OH,F)
2AlSi
3O
10], Granate (Mg, Ca, Fe
II)
3(Al, Fe
III)
2(SiO
4)
3, Al
2O
3, FeO(OH), FeCO
3, Fe
2O
3, Fe
3O
4 und weitere verwandte Mineralien und Mischungen davon.
[0020] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare sulfidische Erze sind z.B. ausgewählt aus
der Gruppe der Kupfererze bestehend aus Covellit CuS, Molybdän(IV)-sulfid, Chalkopyrit
(Kupferkies) CuFeS
2, Bornit Cu
5FeS
4, Chalkozyt (Kupferglanz) Cu
2S und Mischungen davon.
[0021] Geeignete erfindungsgemäß einsetzbare oxidische Metallverbindungen sind bevorzugt
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Siliziumdioxid SiO
2, Silikate, Alumosilikate, beispielsweise Feldspate, beispielsweise Albit Na(Si
3Al)O
8, Glimmer, beispielsweise Muskovit KAl
2[(OH,F)
2AlSi
3O
10], Granate (Mg, Ca, Fe
II)
3(Al, Fe
III)
2(SiO
4)
3 und weitere verwandte Mineralien und Mischungen davon.
[0022] In dem erfindungsgemäßen Verfahren werden demnach bevorzugt unbehandelte Erzmischungen
eingesetzt, welche aus Minenvorkommen gewonnen werden.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt die Mischung
enthaltend wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff in Schritt
(A) in Form von Partikeln mit einer Größe 100 nm bis 100 µm vor, siehe beispielsweise
US 5,051,199. In einer bevorzugten Ausführungsform wird diese Partikelgröße durch Mahlen erhalten.
Geeignete Verfahren und Vorrichtungen sind dem Fachmann bekannt, beispielsweise Nassmahlen
in einer Kugelmühle. Somit ist eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung enthaltend wenigstens einen ersten
Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff vor oder während Schritt (A) zu Partikeln
mit einer Größe von 100 nm bis 100 µm vermahlen wird. Bevorzugt einsetzbare Erzmischungen
weisen einen Gehalt an sulfidischen Mineralien von mindestens 0,4 Gew.-%, besonders
bevorzugt mindestens 10 Gew.%, auf.
[0024] Beispiele für sulfidische Mineralien, die in den erfindungsgemäß einsetzbaren Mischungen
vorliegen, sind die oben genannten. Zusätzlich können in den Mischungen auch Sulfide
anderer Metalle als Kupfer vorliegen, beispielsweise Sulfide von Eisen; Blei, Zink
oder Molybdän, d.h. FeS/FeS
2, PbS, ZnS oder MoS
2. Des Weiteren können in den erfindungsgemäß zu behandelnden Erzmischungen oxidische
Verbindungen von Metallen und Halbmetallen, beispielsweise Silikate oder Borate oder
andere Salze von Metallen und Halbmetallen, beispielsweise Phosphate, Sulfate oder
Oxide/Hydroxide/Carbonate und weitere Salze vorliegen, beispielsweise Azurit [Cu
3(CO
3)
2(OH)
2], Malachit [Cu
2[(OH)
2(CO
3)]], Baryt (BaSO
4), Monacit ((La-Lu)PO
4). Weitere Beispiele für den wenigstens einen ersten Stoff, der durch das erfindungsgemäße
Verfahren abgetrennt wird, sind Edelmetalle. beispielsweise Au, Pt, Pd, Rh etc. bevorzugt
im gediegenen Zustand.
[0025] Eine typischerweise eingesetzte Erzmischung, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
getrennt werden kann, hat die folgende Zusammensetzung: ca. 30 Gew.-% SiO
2, ca. 10 Gew.-% NA(Si
3Al)O
8, ca. 3 Gew.-% Cu
2S, ca. 1 Gew.-% MoS
2, Rest Chrom-, Eisen-, Titan- und Magnesiumoxide.
[0026] Die einzelnen Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens werden im Folgenden detailliert
beschrieben:
Schritt (A):
[0027] Schritt (A) des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst das Inkontaktbringen der Mischung
enthaltend wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff mit wenigstens
einer oben genannten oberflächenaktiven Substanz, gegebenenfalls in Gegenwart wenigstens
eines Dispersionsmittels, wobei die oberflächenaktive Substanz selektiv an den wenigstens
einen ersten Stoff anbindet,
[0028] Geeignete und bevorzugte erste und zweite Stoffe sind oben genannt.
[0029] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutet "oberflächenaktive Substanz" eine Substanz,
die in der Lage ist, die Oberfläche des abzutrennenden Teilchens in Anwesenheit der
anderen Teilchen, die nicht abgetrennt werden sollen, so zu ändern, dass eine Anlagerung
eines hydrophoben Teilchens durch hydrophobe Wechselwirkungen zu Stande kommt. Erfindungsgemäß
einsetzbare oberflächenaktive Substanzen lagern sich an den mindestens einen ersten
Stoff an und bewirken dadurch eine geeignete Hydrophobizität des ersten Stoffes.
[0030] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist A in Formel (I) ein lineares oder
verzweigtes C
4-C
12-Alkyl, ganz besonders bevorzugt ein lineares C
4- oder C
8-Alkyl. Erfindungsgemäß gegebenenfalls vorhandene Heteroatome sind ausgewählt aus
N, O, P, S und Halogenen wie F, Cl, Br und I.
[0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist A in Formel (I) bevorzugt ein lineares
oder verzweigtes, bevorzugt lineares, C
8-C
20-Alkyl. Weiterhin ist A bevorzugt ein verzweigtes C
6-C
14-Alkyl, wobei der wenigstens eine Substituent, bevorzugt mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
bevorzugt in 2-Position, vorliegt, beispielsweise 2-Ethylhexyl und/oder 2-Propylheptyl.
[0032] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist Z in Formel (I) ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus anionischen Gruppen -(X)
n-PO
32-, -(X)
n-PO
2S
2-, - (X)
n-POS
22-, -(X)
n-PS
32-, -(X)
n-PS
2-, -(X)
n-POS
-, -(X)
n-PO
2-, -(X)
n-PO
32- -(X)
n-CO
2-, -(X)
n-CS
2-, -(X)
n-COS
-, -(X)
n-C(S)NHOH. -(X)
n-S
- mit X ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus O
, S, NH, CH
2 und n = 0, 1 oder 2, mit gegebenenfalls Kationen ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Wasserstoff, NR
4+ mit R gleich unabhängig voneinander Wasserstoff und/oder C
1-C
8-Alkyl, Alkali- oder Erdalkalimetallen. Die genannten Anionen und die entsprechenden
Kationen bilden erfindungsgemäß neutral geladene Verbindungen der allgemeinen Formel
(I).
[0033] Bedeutet in den genannten Formeln n = 2, so liegen zwei gleiche oder unterschiedliche,
bevorzugt gleiche, Gruppen A an eine Gruppe Z gebunden vor.
[0034] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden Verbindungen eingesetzt, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Xanthaten A-O-CS
2-, Dialkyldithiophosphaten (A-O)
2PS
2-, Dialkyldithioposphinaten (A)
2-PS
2- und Mischungen davon, wobei A unabhängig voneinander ein lineares oder verzweigtes,
bevorzugt lineares, C
8-C
20-Alkyl, beispielsweise n-Octyl, oder ein verzweigtes C
6-C
14-Alkyl, wobei die Verzweigung bevorzugt in 2-Position vorliegt, beispielsweise 2-Ethylhexyl
und/oder 2-Propylheptyl, ist. Als Gegenionen liegen in diesen Verbindungen bevorzugt
Kationen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Wasserstoff, NR
4+ mit R gleich unabhängig voneinander Wasserstoff und/oder C
1-C
8-Alkyl, Alkali- oder Erdalkalimetallen, insbesondere Natrium oder Kalium, vor.
[0035] Ganz besonders bevorzugte Verbindungen der allgemeinen Formel (I) sind ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Natrium- oder Kalium-n-octylxanthat, Natrium- oder Kalium-butylxanthat,
Natrium- oder Kalium-di-n-octyldithiophosphinat, Natrium- oder Kalium-di-n-octyldithiophosphat,
und Mischungen dieser Verbindungen.
[0036] Für Edelmetalle, beispielsweise Au, Pd, Rh etc., sind besonders bevorzugte oberflächenaktive
Substanzen Mono-, Di- und Trithiole oder 8-Hydroxychinoline, beispielsweise beschrieben
in
EP 1200408 B1.
[0037] Für Metalloxide, beispielsweise FeO(OH), Fe
3O
4, ZnO etc., Carbonate, beispielsweise Azurit (Cu(CO
3)
2(OH)
2], Malachit [Cu
2[(OH)
2CO
3]], sind besonders bevorzugte oberflächenaktive Substanzen Octylphosphonsäure (OPS),
(EtO)
3Si-A, (MeO)
3Si-A, mit den oben genannten Bedeutungen für A. In einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens werden als oberflächenaktive Substanzen keine Hydroxamate
zur Modifizierung von Metalloxiden eingesetzt.
[0038] Für Metallsulfide, beispielsweise Cu
2S, MoS
2, etc., sind besonders bevorzugte oberflächenaktive Substanzen Mono-, Di- und Trithiole
oder Xanthogenate.
[0039] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens bedeutet
Z -(X)
n-CS
2-, -(X)
n-PO
2- oder -(X)
n-S
- mit X gleich O und n gleich 0 oder 1 und einem Kation ausgewählt aus Wasserstoff,
Natrium oder Kalium. Ganz besonders bevorzugte oberflächenaktive Substanzen sind 1-Octanthiol,
Kalium-n-oktylxanthat, Kalium-butylxanthat, Octylphosphonsäure oder eine Verbindung
der folgenden Formel (IV)

[0040] Das Inkontaktbringen in Schritt (A) des erfindungsgemäßen Verfahrens kann durch alle
dem Fachmann bekannte Verfahren geschehen. Schritt (A) kann in Substanz oder in Dispersion,
bevorzugt in Suspension, besonders bevorzugt in wässriger Suspension, durchgeführt
werden.
[0041] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird Schritt (A) in Substanz,
d.h. in Abwesenheit eines Dispersionsmittels, durchgeführt.
[0042] Beispielsweise werden die zu behandelnde Mischung und die wenigstens eine oben genannte
oberflächenaktive Substanz ohne weiteres Dispersionsmittel in den entsprechenden Mengen
zusammen gegeben und vermischt. Geeignete Mischungsapparaturen sind dem Fachmann bekannt,
beispielsweise Mühlen, wie Kugelmühle.
[0043] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird Schritt (A) in einer Dispersion,
bevorzugt in Suspension, durchgeführt. Als Dispersionsmittel sind alle Dispersionsmittel
geeignet, in denen die Mischung aus Schritt (A) nicht vollständig löslich ist. Geeignete
Dispersionsmittel zur Herstellung der Aufschlämmung oder Dispersion gemäß Schritt
(B) des erfindungsgemäßen Verfahrens sind ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Wasser, wasserlöslichen organischen Verbindungen, beispielsweise Alkoholen mit 1 bis
4 Kohlenstoffatomen, und Mischungen davon.
[0044] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Dispersionsmittel in Schritt
(A) Wasser.
[0045] Schritt (A) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird im Allgemeinen bei einer Temperatur
von 1 bis 80 °C, bevorzugt bei 20 bis 40 °C, besonders bevorzugt bei Umgebungstemperatur
durchgeführt.
[0046] Die wenigstens eine oben genannte oberflächenaktive Substanz wird im Allgemeinen
in einer Menge eingesetzt, die ausreicht, um den gewünschten Effekt zu erzielen. In
einer bevorzugten Ausführungsform wird die wenigstens eine oberflächenaktive Substanz
in einer Menge von 0,01 bis 5 Gew.-% zugegeben, jeweils bezogen auf die gesamte zu
behandelnde Mischung.
Schritt (B):
[0047] Der optionale Schritt (B) des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst die Zugabe wenigstens
eines Dispersionsmittels zu der in Schritt (A) erhaltenen Mischung, um eine Dispersion
zu erhalten
[0048] Die in Schritt (A) erhaltene Mischung enthält in einer Ausführungsform, falls Schritt
(A) in Substanz durchgeführt wird, wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen
zweiten Stoff, der an der Oberfläche mit wenigstens einer oberflächenaktiven Substanz
modifiziert worden ist. Wird Schritt (A) in Substanz durchgeführt, wird Schritt (B)
des erfindungsgemäßen Verfahrens durchgeführt, d.h. wenigstens ein geeignetes Dispersionsmittel
wird zu der in Schritt (A) erhaltenen Mischung zugegeben, um eine Dispersion zu erhalten.
[0049] In der Ausführungsform, in der Schritt (A) des erfindungsgemäßen Verfahrens in Dispersion
durchgeführt wird, wird Schritt (B) nicht durchgeführt. Es ist jedoch auch bei dieser
Ausführungsform möglich, Schritt (B) durchzuführen, d.h. weiteres Dispersionsmittel
zuzugeben, um eine Dispersion mit einer niedrigeren Konzentration zu erhalten.
[0050] Als geeignete Dispersionsmittel sind alle Dispersionsmittel geeignet, die bereits
bezüglich Schritt (A) genannt worden sind. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist das Dispersionsmittel in Schritt (A) Wasser.
[0051] In Schritt (B) wird somit entweder die in Substanz vorliegende Mischung aus Schritt
(A) in eine Dispersion überführt, oder die bereits in Dispersion vorliegenden Mischung
aus Schritt (A) wird durch Zugabe von Dispersionsmittel in eine Dispersion niedrigerer
Konzentration überführt.
[0052] Im Allgemeinen kann die Menge an Dispersionsmittel, zugegeben in Schritt (A) und/oder
Schritt (B) erfindungsgemäß so gewählt werden, dass eine Dispersion erhalten wird,
welche gut rührbar und/oder förderbar ist. In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt
die Menge an zu behandelnder Mischung bezogen auf die gesamte Aufschlämmung oder Dispersion
bis 100 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,5 bis 10 Gew.-%.
[0053] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird Schritt
(B) nicht durchgeführt, sondern Schritt (A) wird in wässriger Dispersion durchgeführt,
so dass in Schritt (A) direkt eine Mischung in wässriger Dispersion erhalten wird,
die die richtige Konzentration aufweist, um in Schritt (C) des erfindungsgemäßen Verfahrens
eingesetzt zu werden.
[0054] Die Zugabe von Dispersionsmittel in Schritt (B) des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann erfindungsgemäß nach allen dem Fachmann bekannten Verfahren erfolgen.
Schritt (C):
[0055] Schritt (C) des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst das Behandeln der Dispersion
aus Schritt (A) oder (B) mit wenigstens einem hydrophoben Magnetpartikel, so dass
sich der wenigstens eine in Schritt (A) hydrophobierte erste Stoff, an den die wenigstens
eine oben genannte oberflächenaktive Substanz angebunden ist, und der wenigstens eine
Magnetpartikel anlagern.
[0056] In Schritt (C) des erfindungsgemäßen Verfahrens können alle dem Fachmann bekannten
magnetischen Substanzen und Stoffe eingesetzt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist der wenigstens eine Magnetpartikel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus magnetischen
Metallen, beispielsweise Eisen, Cobalt, Nickel und Mischungen davon, ferromagnetischen
Legierungen von magnetischen Metallen, beispielsweise NdFeB, SmCo und Mischungen davon,
magnetischen Eisenoxiden, beispielsweise Magnetit, Maghemit, kubischen Ferriten der
allgemeinen Formel (II)
M
2+xFe
2+1-xFe
3+2O
4 (II)
mit
- M
- ausgewählt aus Co, Ni, Mn, Zn und Mischungen davon und
- x
- ≤ 1,
hexagonalen Ferriten, beispielsweise Barium- oder Strontiumferrit MFe
6O
19 mit M = Ca, Sr, Ba, und Mischungen davon. Die Magnetpartikel können zusätzlich eine
äußere Schicht, beispielsweise aus SiO
2, aufweisen.
[0057] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Anmeldung ist der
wenigstens eine magnetische Partikel Magnetit oder Kobaltferrit Co
2+xFe
2+1-xFe
3+2O
4 mit x ≤ 1.
[0058] In einer bevorzugten Ausführungsform liegen die in Schritt (C) des erfindungsgemäßen
Verfahrens eingesetzten Magnetpartikel in einer Größe von 100 nm bis 100 µm, besonders
bevorzugt 1 bis 50 µm, vor. Die Magnetpartikel können vor Verwendung in Schritt (C)
nach dem Fachmann bekannten Verfahren in die entsprechende Größe überführt werden,
beispielsweise durch Mahlen. Weiter können die Partikel, hergestellt durch eine Fällungsreaktion,
durch Einstellen der Reaktionsparameter (z. B. pH, Reaktionsdauer, Temperatur) auf
diese Partikelgröße gebracht werden.
[0059] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der wenigstens eine magnetische
Partikel an der Oberfläche mit wenigstens einer hydrophoben Verbindung hydrophobiert.
Bevorzugt ist die hydrophobe Verbindung ausgewählt aus Verbindungen der allgemeinen
Formel (III)
B-Y (III),
worin
- B
- ausgewählt ist aus linearem oder verzweigtem C3-C30-Alkyl, C3-C30-Heteroalkyl, gegebenenfalls substituiertes C6-C30-Aryl, gegebenenfalls substituiertes C6-C30-Heteroalkyl, C6-C30-Aralkyl und
- Y
- eine Gruppe ist, mit der die Verbindung der allgemeinen Formel (III) an den wenigstens
einen magnetischen Partikel anbindet.
[0060] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist B ein lineares oder verzweigtes
C
6-C
18-Alkyl, bevorzugt lineares C
8-C
12-Alkyl, ganz besonders bevorzugt ein lineares C
12-Alkyl. Erfindungsgemäß gegebenenfalls vorhandene Heteroatome sind ausgewählt aus
N, O, P, S und Halogenen wie F, Cl, Br und I.
[0061] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist Y ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus -(X)
n-SiHal
3, -(X)
n-SiHHal
2, -(X)
n-SiH
2Hal mit Hal gleich F, Cl, Br, I, und anionischen Gruppen wie -(X)
n-SiO
33-, -(X)
n-CO
2-, -(X)
n-PO
32-, -(X)
n-PO
2S
2-, - (X)
n-POS
22-, -(X)
n-PS
32-, -(X)
n-PS
2-, -(X)
n-POS
-, -(X)
n-PO
2-, -(X)
n-CO
2-, -(X)
n-CS
2-, -(X)
n-COS
-, -(X)
n-C(S)NHOH, -(X)
n-S
- mit X = O, S, NH, CH
2 und n = 0, 1 oder 2, und gegebenenfalls Kationen ausgewählt aus der Gruppe bestehen
aus Wasserstoff, NR
4+ mit R gleich unabhängig voneinander Wasserstoff und/oder C
1-C
8-Alkyl, Alkali-, Erdalkalimetallen oder Zink, des Weiteren -(X)
n-Si(OZ)
3 mit n = 0, 1 oder 2 und Z = Ladung, Wasserstoff oder kurzkettiger Alkylrest.
[0062] Bedeutet in den genannten Formeln n = 2, so liegen zwei gleiche oder unterschiedliche,
bevorzugt gleiche, Gruppen B an eine Gruppe Y gebunden vor.
[0063] Ganz besonders bevorzugte hydrophobierende Substanzen der allgemeinen Formel (III)
sind Alkyltrichlorsilane (Alkylgruppe mit 6-12 Kohlenstoffatomen), Alkyltrimetoxysilane
(Alkylgruppe mit 6-12 Kohlenstoffatomen), Octylphosphonsäure, Laurinsäure, Ölsäure,
Stearinsäure oder Mischungen davon.
[0064] Das Behandeln der Lösung oder Dispersion mit wenigstens einem hydrophoben Magnetpartikel
in Schritt (C) des erfindungsgemäßen Verfahrens kann nach allen dem Fachmann bekannten
Verfahren erfolgen.
[0065] In einer bevorzugten Ausführungsform wird der wenigstens eine magnetische Partikel
in einem geeigneten Dispersionsmittel dispergiert.
[0066] Als geeignete Dispersionsmittel sind alle Dispersionsmittel geeignet, in denen der
wenigstens eine Magnetpartikel nicht vollständig löslich ist. Geeignete Dispersionsmittel
zur Dispergierung gemäß Schritt (C) des erfindungsgemäßen Verfahrens sind ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Wasser, wasserlöslichen organischen Verbindungen und
Mischungen davon, besonders bevorzugt Wasser. Besonders bevorzugt wird in Schritt
(C) das gleiche Dispersionsmittel eingesetzt wie in Schritt (B).
[0067] Im Allgemeinen kann die Menge an Dispersionsmittel zum Vordispergieren der Magnetpartikel
erfindungsgemäß so gewählt werden, dass eine Aufschlämmung oder Dispersion erhalten
wird, welche gut rührbar und/oder förderbar ist. In einer bevorzugten Ausführungsform
beträgt die Menge an zu behandelnder Mischung bezogen auf die gesamte Aufschlämmung
oder Dispersion bis 60 Gew.-%.
[0068] Die Dispersion der Magnetpartikel kann erfindungsgemäß nach allen dem Fachmann bekannten
Verfahren hergestellt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform werden die zu dispergierenden
Magnetpartikel und die entsprechende Menge Dispersionsmittel bzw. Dispersionsmittelgemisch
in einem geeigneten Reaktor, beispielsweise einem Glasreaktor, zusammengegeben und
mit dem Fachmann bekannten Vorrichtungen gerührt, beispielsweise in einer Glaswanne
mit einem mechanisch betriebenen Flügelrührer, beispielsweise bei einer Temperatur
von 1 bis 80 °C, bevorzugt bei Raumtemperatur.
[0069] Das Behandeln der Dispersion aus Schritt (B) mit wenigstens einem hydrophoben Magnetpartikel
geschieht im Allgemeinen so, dass beide Komponenten durch dem Fachmann bekannte Methoden
zusammengegeben werden. In einer bevorzugten Ausführungsform wird eine Dispersion
des wenigstens einen magnetischen Partikels zu der zuvor mit wenigstens einer oberflächenaktiven
Substanz behandelten Mischung gegeben. In einer weiteren Ausführungsform kann der
magnetische Partikel in fester Form zu einer Dispersion der zu behandelnden Mischung
gegeben werden. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegen beide Komponenten
in dispergierter Form vor.
[0070] Schritt (C) wird im Allgemeinen bei einer Temperatur von 1 bis 80 °C, bevorzugt 10
bis 30 °C durchgeführt.
[0071] In Schritt (C) lagert sich der wenigstens eine magnetische Partikel an den hydrophoben
Stoff der zu behandelnden Mischung an. Die zwischen den beiden Komponenten bestehende
Bindung basiert auf hydrophoben Wechselwirkungen. Zwischen dem wenigstens einen magnetischen
Partikel und dem hydrophilen Anteil der Mischung findet im Allgemeinen keine bindende
Wechselwirkung statt, so dass zwischen diesen Komponenten keine Anlagerung stattfindet.
Nach Schritt (C) liegen somit in der Mischung Anlagerungsprodukte des wenigstens eine
hydrophoben Stoffes und des wenigstens einen magnetischen Partikels neben dem wenigstens
einen hydrophilen Stoff vor.
Schritt (D):
[0072] Schritt (D) des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst das Abtrennen des Anlagerungsproduktes
aus Schritt (C) von der Mischung durch Anlegen eines magnetischen Feldes.
[0073] Schritt (D) kann in einer bevorzugten Ausführungsform durchgeführt werden, indem
ein Dauermagnet in den Reaktor eingebracht wird, in dem sich die Mischung aus Schritt
(C) befindet. In einer bevorzugten Ausführungsform befindet sich zwischen Dauermagnet
und zu behandelnder Mischung eine Trennwand aus nicht magnetischem Material, beispielsweise
die Glaswand des Reaktors. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird in Schritt (D) ein elektrisch schaltbarer Magnet eingesetzt, der nur
dann magnetisch ist, wenn ein elektrischer Strom fließt. Geeignete Vorrichtungen sind
dem Fachmann bekannt.
[0074] Schritt (D) des erfindungsgemäßen Verfahrens kann bei jeder geeigneten Temperatur
durchgeführt werden, beispielsweise 10 bis 60 °C.
[0075] Während Schritt (D) wird die Mischung bevorzugt permanent mit einem geeigneten Rührer,
beispielsweise einem Teflonrührbalken oder einem Flügelrührer, gerührt.
[0076] In Schritt (D) kann das Anlagerungsprodukt aus Schritt (C) gegebenenfalls durch alle
dem Fachmann bekannten Verfahren abgetrennt werden, beispielsweise durch Ablassen
der Flüssigkeit mit dem hydrophilen Anteil der Suspension aus dem Bodenventil aus
dem für Schritt (D) benutzten Reaktor oder Abpumpen der nicht durch den mindestens
einen Magneten festgehaltenen Anteile der Suspension durch einen Schlauch.
Schritt (E):
[0077] Schritt (E) des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst das Spalten des abgetrennten
Anlagerungsproduktes aus Schritt (D), um den wenigstens einen ersten Stoff und den
wenigstens einen Magnetpartikel separat zu erhalten. In einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Spalten in Schritt (E) nicht zerstörerisch,
d.h. dass die in der Dispersion vorliegenden Einzelkomponenten chemisch nicht verändert
werden. Beispielsweise erfolgt die erfindungsgemäße Spaltung nicht durch Oxidation
des Hydrophobierungsmittels, beispielsweise unter Erhalt der Oxidationsprodukte oder
von Abbauprodukten des Hydrophobierungsmittels.
[0078] Das Spalten kann nach allen dem Fachmann bekannten Verfahren erfolgen, die dazu geeignet
sind, das Anlagerungsprodukt derart zu spalten, dass der wenigstens eine magnetische
Partikel in wieder einsetzbarer Form zurück gewonnen werden kann. In einer bevorzugten
Ausführungsform wird der abgespaltene Magnetpartikel wieder in Schritt (C) eingesetzt.
[0079] In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Spalten in Schritt (E) des erfindungsgemäßen
Verfahrens durch Behandlung des Anlagerungsproduktes mit einer Substanz ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus organischen Lösungsmitteln, basischen Verbindungen, sauren
Verbindungen, Oxidationsmitteln, Reduktionsmitteln, oberflächenaktiven Verbindungen
und Mischungen davon.
[0080] Beispiele für geeignete organische Lösungsmittel sind Methanol, Ethanol, Propanol,
beispielsweise n-Propanol oder iso-Propanol, aromatische Lösungsmittel, beispielsweise
Benzol, Toluol, Xylole, Ether, beispielsweise Diethylether, Methyl-t-butyl-ether,
Ketone, beispielsweise Aceton, aromatische oder aliphatische Kohlenwasserstoffe, beispielsweise
gesättigte Kohlenwasserstoffe mit beispielsweise 8 bis 16 Kohlenstoffatomen, beispielsweise
Dodecan und/oder Shellsol®, Dieselkraftstoffe und Mischungen davon. Die Hauptbestandteile
des Dieselkraftstoffes sind vorwiegend Alkane, Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe
mit etwa 9 bis 22 KohlenstoffAtomen pro Molekül und einem Siedebereich zwischen 170
°C und 390 °C.
[0081] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare basische Verbindungen sind wässrige Lösungen
basischer Verbindungen, beispielsweise wässrige Lösungen von Alkali- und/oder Erdalkalihydroxiden,
beispielsweise KOH, NaOH, Kalkmilch, wässrige Ammoniaklösungen, wässrige Lösungen
organischer Amine der allgemeinen Formel R
23N, wobei R
2 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus C
1-C
8-Alkyl, gegebenenfalls substituiert mit weiteren funktionellen Gruppen. In einer bevorzugten
Ausführungsform erfolgt Schritt (D) durch Zugabe von wässriger NaOH-Lösung bis zu
einem pH-Wert von 13, beispielsweise für die Abtrennung von mit OPS modifiziertem
Cu
2S. Die sauren Verbindungen können mineralische Säuren sein, beispielsweise HCl, H
2SO
4, HNO
3 oder Mischungen davon, organische Säuren, beispielsweise Carbonsäuren. Als Oxidationsmittel
kann beispielsweise H
2O
2 eingesetzt werden, beispielsweise als 30 gew.%ige wässrige Lösung (Perhydrol). Für
die Abtrennung von mit Thiolen modifiziertem Cu
2S wird bevorzugt H
2O
2 oder Na
2S
2O
4 eingesetzt.
[0082] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare oberflächenaktive Verbindungen sind nichtionische,
anionische, kationische und/oder zwitterionische Tenside.
[0083] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Anlagerungsprodukt aus hydrophoben
Stoff und magnetischem Teilchen mit einem organischen Lösungsmittel, besonders bevorzugt
mit Aceton und/oder Diesel, gespalten. Dieser Vorgang kann auch mechanisch unterstützt
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform wird Ultraschall zur Unterstützung des
Spaltungsvorgangs eingesetzt.
[0084] Im Allgemeinen wird das organische Lösungsmittel in einer Menge verwendet, die ausreicht,
um möglichst das gesamte Anlagerungsprodukt zu spalten. In einer bevorzugten Ausführungsform
werden 20 bis 100 ml des organischen Lösungsmittels pro Gramm zu spaltendem Anlagerungsprodukt
aus hydrophobem Stoff und magnetischem Partikel verwendet.
[0085] Erfindungsgemäß liegt nach der Spaltung der wenigstens eine erste Stoff und der wenigstens
eine Magnetpartikel als Dispersion in dem genannten Spaltungsreagenz, bevorzugt einem
organischen Lösungsmittel, vor.
[0086] Der wenigstens eine Magnetpartikel wird aus der Dispersion enthaltend diesen wenigstens
einen Magnetpartikel und den wenigstens einen ersten Stoff durch einen permanenten
oder schaltbaren Magneten von der Lösung abgetrennt. Details dieses Abtrennens sind
analog zu Schritt (D) des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0087] Bevorzugt wird der abzutrennende erste Stoff, bevorzugt die abzutrennende Metallverbindung,
von dem organischen Lösungsmittel durch Abdestillieren des organischen Lösungsmittels
getrennt. Der so erhältliche erste Stoff kann durch weitere, dem Fachmann bekannte
Verfahren gereinigt werden. Das Lösungsmittel kann, gegebenenfalls nach Aufreinigung,
wieder in das erfindungsgemäße Verfahren zurückgeführt werden.
Beispiele
Beispiel 1:
[0088] Eine Mischung aus 10,0 g Seesand (Bernd Kraft GmbH; mit Salzsäure gereinigt; Charge
1046306), 2,02 g Cu
2S (Pulver, 325 mesh; Aldrich Lot 01516LD-416) und 1,7 Gew.-% 1-Octanthiol (98 %ig,
z. Synthese von Merck; Charge S20709716) wird in einer Planetenkugelmühle (500 mL
Achatbehälter mit 50 Achatkugeln (Ø = 10 mm) 30 min bei 200 U/min. miteinander vermahlen.
Die Mischung wird anschließend im Vakuumtrockenschrank (p < 100 mbar) für 16 h bei
50 °C getrocknet.
[0089] Dieses Gemisch wird mit 1,506 g Magnetit, der mit Dodecyltrichlorsilan modifiziert
worden ist (primäre Partikelgröße: ca. 10 nm), in eine 1 L Rührapparatur gegeben,
mit 580 mL Wasser und 0,1 g Dodecylamin (Fa. Alfa Aeser Lot: 10108955) versetzt und
45 min bei 150 U/min. mit einem Teflonrührbalken vermengt. Anschließend wir ein Co-Sm-Magnet
(5 cm Höhe, 2 cm Länge, 2 cm Breite) an eine Außenwand der Rührapparatur gehalten
und noch weitere 30 min. bei 150 U/min. gerührt. Danach wird das Wasser über einen
Schlauch entfernt, und die Apparatur noch für 10 min mit einem Heißluftgebläse getrocknet.
Der Sand, der sich auf dem Boden befindet, wird mit 9,77 g zurückgewogen. Der Rückstand
am Magneten beträgt 1,76 g (87% des eingesetzten Cu
2S).
[0090] Anschließend wird das Becken mit 400 mL Aceton aufgefüllt und für 30 min bei 200
U/min. gerührt. Dann wird das Aceton, in dem sich das Cu
2S als feine Partikel befindet, über einen Schlauch abgelassen und getrocknet. Man
erhält 1,59 g (79% Cu
2S).
Beispiel 2:
[0091] Es wird eine analoge Sand-Cu
2S-Mischung wie in Beispiel 1 hergestellt. Anstelle von 1-Octanthiol wird aber Kaliumbutylxanthat
verwendet. Die weitere Versuchsführung erfolgt analog Beispiel 1. Die Menge Sand am
Boden beträgt 9,64 g, der Rückstand am Magneten 1,61 g (80,0 % Cu
2S). Nach dem Trennprozess von Magnetpartikel und Werterz durch Rühren in Aceton werden
1,44 g Cu
2S (71%) erhalten.
Beispiel 3:
[0092] Eine Mischung von 1,00 g Cu
2S (Fluka, 99%) und 28,00 g Quarz (Euroquarz, Microsil Typ S8) wird mit 0,03 g Octylphosphonsäure
(Rhodia; 80%) in 30 mL Wasser für 1 h miteinander vermahlen. Gleichzeitig werden 3,00
g Magnetit (Magnetpigment S0045, BASF, d
50 = 2 µm) für 1 h mit einer Suspension aus 0,015 g Octylphosphonsäure und 15 mL Wasser
miteinander verrührt. Beide Suspensionen werden in 500 mL Wasser miteinander vermengt,
für 1 h verrührt und magnetisch getrennt. Der Quarzgehalt am Magneten ist ≤ 0,5 Gew.-%.
Anschließend wird die Anordnung mit 0,1 M NaOH-Lösung geflutet, gelinde geschüttelt
und anschließend wird die Flüssigkeit abgeführt. Nach Trocknung werden 60% des Cu
2S wieder gefunden.
Beispiel 4:
[0093] Es werden 0,5 g Pd-gecoatetes ZnO in 10 mL VE-Wasser dispergiert, wobei sich die
Lösung grau färbt. Anschließend werden 0.5 g Thiol-modifiziertes Fe
3O
4 zugeben und kräftig gerührt. Nach 1 h wird ein Co/Sm-Magnet an die Gefäß-Außenwand
gehalten, wobei sich die Lösung weitestgehend aufklärt. Die überstehende Lösung wird
von den magnetischen Bestandteilen abdekantiert und die flüchtigen Bestandteile im
Vakuum entfernt. Es werden 0,1 g g Pd-gecoatetes ZnO wieder gefunden, d.h. der Rest
des ZnO wird magnetisch aus dem Gemisch abgetrennt.
Beispiel 5:
[0094] 1,00 g Palladiumpulver werden mit 1,7 Gew.-% Octanthiol in der Kugelmühle vermengt
und in 50 mL VE-Wasser gegeben. Anschließend werden 4,00 g hydrophobiertes Fe
3O
4 zugegeben und das System 3 mal 15 min geschüttelt. Anschließend wird ein Co/Sm-Magnet
an die eine Seite des Reaktionsgefäßes gehalten. Das Wasser wird abdekantiert, wobei
der Magnet die festen Bestandteile an der Glaswand hält. Aus der überstehenden Lösung
werden 0,11 g Palladium isoliert. Der Rest (0,89 g, entsprechend 89%) sind entsprechend
magnetisch aus der Lösung abgetrennt und am Magneten gesammelt worden.
Beispiel 6:
[0095] Es wird 1 g Cu
2S (-325 mesh, Fa. Aldrich) mit 0,065 g Kaliumoctylxanthat in 50 mL Wasser für 30 min.
verrührt. Anschließend werden 3 g mit Octylphosphonsäure modifizierter Magnetit (Magnetic
Black 345) und weitere 100 mL Wasser zugegeben. Nach 1 h wird das Wasser abgelassen,
und es wird für 1 min. Druckluft über den Rückstand geleitet. Dann werden 500 mL Diesel
("Super Diesel-Kraftstoff") zugegeben und das Reaktionsgemisch für 20 min. kräftig
gemischt und anschließend noch für 10 min. im Ultraschallbad behandelt. Es wird anschließend
die Dieselphase über einen Magneten so abdekantiert, dass die magnetischen Bestandteile
zurückgehalten werden. Die Dieselphase mit den unmagnetischen Bestandteilen wird einer
Filtration unterworfen, und anschließend wird der feste Rückstand getrocknet. Es werden
0,98 g Feststoff zurückgewonnen, der zu 98% aus Cu
2S besteht. Der Anteil an Fe
3O
4 ist kleiner 0.01 g.
[0096] Dieser Versuch wird 3 Mal entsprechend wiederholt, wobei lediglich der Magnetit aus
dem ersten Trennzyklus eingesetzt wird. Die Auswagen an Cu
2S entsprechen 0,87 g (Gehalt an Cu
2S 88%), 0,99 g (Gehalt an Cu
2S 87%), 0,93 g (Gehalt an Cu
2S 95%). In keinem Fall wird ein Gehalt an Fe
3O
4 von mehr als 0,01 g detektiert.
Beispiel 7: Aufarbeitung von natürlichem Kupfererz aus Pelambres (Chile)
[0097] Anfangsgehalte des zu trennenden Erzes: Cu 0,54 Gew.-%, Mo 0,029 Gew.-%
Vorbehandlung Erz
[0098] Vor den Trennexperimenten wird das Erzgestein in einer Hammermühle trocken zerkleinert,
bis 90 Gew.-% des Erzes in der Fraktion in einer Größe von weniger als 125 µm vorliegen.
Hydrophobierter Magnetit:
[0099] Magnetpigment 345 (BASF SE) wird mit 0,5 Gew.-% Octylphosphonsäure in wässriger Lösung
über 30 min bei Raumtemperatur (RT) behandelt. Der Feststoff wird abfiltriert, bis
zur Leitfähigkeit von ca. 50 µS mit heißem Wasser (50 °C) gewaschen und bei 80 °C
im Vakuum getrocknet.
Trennprozedur:
[0100] 1 L Trenngut wird über eine Reihe von stationären Permanentmagneten geleitet. Der
Auslauf wird als Fraktion A1 gesammelt. Der an den Magneten festgehaltene Anteil wird
unter Bewegung der Magnete mit 1 L Wasser gewaschen, wobei der ausgetragene Feststoff
als Fraktion A2 gesammelt wird. Die an den Magneten weiterhin zurückgehaltene Fraktion
R sowie die Fraktionen A1 und A2 werden auf Cu-, Fe- und Mo-Gehalt untersucht.
Beispiel 7.1:
[0101] 100 g Erz werden in einer Schwingmühle (160 mL ZrO2 Kugeln, Ø 1,7-2,7 mm) mit 60
mL Wasser, 0,065 g Kalium-n-Octylxanthat und 0,04 g Shellsol D40 über 5 min konditioniert.
Anschließend wird eine Suspension von 3 g hydrophobiertem Magnetit in 3 g Isopropanol
in das Mahlgefäß zugegeben und noch einmal 5 min konditioniert. Die Mahlsuspension
wird von den Mahlkörpern abgetrennt, auf 1 L verdünnt und der Trennprozedur (s. o.)
unterworfen. Die Fraktion R (6,4 g) enthält das gesamte eingesetzte Magnetit sowie
92,4 % des Kupfers und 86,1 % des Molybdäns.
Beispiel 7.2:
[0102] 100 g Erz werden in einem Rührbehälter, ausgestattet mit einem Propellerrührer, in
900 mL Wasser suspendiert. Eine Lösung von 0,065 g Kalium-di-n-octyldithiophosphinat
in 100 mL Wasser sowie 0,04 mL Shellsol werden unter Rühren zugegeben und das Erz
1 h durch Rühren konditioniert. Anschließend wird eine Suspension von 3 g hydrophobiertem
Magnetit in 3 g Isopropanol zugegeben und weitere 30 min gerührt. Anschließend wird
sie der oben beschriebenen Trennprozedur unterworfen. Die Fraktion R (8,97 g) enthält
das gesamte eingesetzte Magnetit sowie 85,8 % des Kupfers und 82,3 % des Molybdäns.
Beispiel 7.3:
[0103] 100 g Erz werden in einer Schwingmühle (160 mL ZrO
2 Kugeln, Ø 1,7-2,7 mm) mit 60 mL Wasser, 0,065 g Kalium-di-n-Octyldithiophosphinat
und 0,04 g Shellsol D40 über 5 min konditioniert. Anschließend wird eine Suspension
von 3 g hydrophobiertem Magnetit in 3 g Isopropanol in das Mahlgefäß zugegeben und
noch einmal 5 min konditioniert. Die Mahlsuspension wird von den Mahlkörpern abgetrennt,
auf 1 L verdünnt und der Trennprozedur (s. o.) unterworfen. Die Fraktion R (6,9 g)
enthält das gesamte eingesetzte Magnetit sowie 94,7 % des Kupfers und 83,2 % des Molybdäns.
Die Fraktion besteht zu 35% aus Chalcopyrit (aus XRD Daten).