[0001] Die Erfindung betrifft ein Sieb, aufweisend zumindest Stege, deren Stegflächen normal
zur Siebfläche verlaufen, sowie Profile. Deren Profilflächen verlaufen bevorzugt zumindest
teilweise parallel zur Siebfläche.
[0002] Derartige Siebe, bei denen die Stege und die Profile zumeist aus Metallstreifen,
bevorzugt aus Stahlstreifen, bestehen, werden im Stand der Technik so hergestellt,
dass sowohl in die Stege als auch in die Profile jeweils von einer Seite her Einschnitte
eingearbeitet werden, in die die jeweils anderen Elemente eingesteckt werden, ähnlich
zu Abdeckgittern von Schächten oder anderen Öffnungen. Nach dem Ineinanderstecken
aller Bestandteile, zumeist innerhalb eines Rahmens, werden an den Verbindungsstellen
die einander dort kreuzenden Elemente durch Schweißpunkte miteinander verbunden. Die
Größe des zur Verfügung stehenden Schweißkopfes legt dabei die kleinste mögliche Sieböffnung
fest, da ja die Schweißpunkte nicht an einer der beiden Sieboberflächen vorgesehen
sein können, sondern im zwar nicht sehr hohen, aber wegen der Maschenweite doch schlecht
zugänglichen, mittleren Bereich des Siebes. Der Winkel von Abschnitten bzw. Teilen
der Profile zur Siebfläche kann dabei auch 90° sein, sodass die Profile und die Stege
rechteckige Quader ausbilden. Als bisher minimal mögliche Maschenweite sind Vierecke
mit etwa 33 mm Kantenlänge zu nennen.
[0003] Eine Abwandlung derartiger Siebe, bei der die Siebfläche einen Zylindermantel ausbildet,
ist aus der
EP 1 163 835 A als Abscheidevorrichtung für Mähdrescher bekannt. Dabei werden rechenartige, abgewinkelte
Gebilde in Richtung der Erzeugenden des Zylindermantels zwischen Wangen montiert und
durch darauf aufgesetzte, passend gekröpft gebogene Rundstäbe, die in Umfangsrichtung
des Zylindermantels verlaufen, wird eine Stützfläche für die darauf liegende Gutschicht
gebildet. Diese Konstruktion ist für die Abtrennung von Halmen etc. geeignet, nicht
aber für massiveres Gut.
[0004] Es gibt bei den gattungsgemäßen Sieben selbstverständlich für kleinere benötigte
Sieböffnungen eine Vielzahl anderer Siebbeläge, doch ist aus verschiedenen Gründen,
insbesondere in der Aufbereitung von Altmaterial, die Verwendung derartiger Siebe,
bestehend aus Stegen und Profilen, gewünscht und es ist bei der Behandlung von Altmaterial
nach den verschiedenen Grobtrennungen und dergleichen, auch gewünscht, derartige Siebe
mit kleineren Sieböffnungen als den bisher minimal möglichen etwa 33 mm zur Verfügung
zu haben.
[0005] Die Erfindung hat die Aufgabe, ein Sieb des eingangs genannten Aufbaus mit solchen
kleineren Sieböffnungen zur Verfügung zu stellen.
[0006] Erfindungsgemäß werden diese Ziele dadurch erreicht, dass in den Stegen allseits
umschlossene Ausnehmungen bzw. Öffnungen vorgesehen sind, deren Querschnitt dem Querschnitt
der Profile der Form und Größe nach entspricht, und dass die Profile seitlich in die
Ausnehmungen der Stege geschoben werden.
[0007] Es soll zum Begriff "Siebfläche" ausgeführt werden, dass damit nicht nur die von
den obersten Stellen der Stege und/oder Profile gebildete Fläche, die zumeist eben,
gegebenenfalls aber auch zylindrisch gekrümmt sein kann, gemeint ist, sondern alle
damit parallelen Flächen, da der Begriff in der Beschreibung und den Ansprüchen nur
als Referenz dient, um die Lage und Orientierung der Stege bzw. Profile anzugeben.
Es könnte auch die Fläche herangezogen werden, die durch die Schwerpunkte der einzelnen
Stege und Profile definiert wird, und die zur Fläche gemäß der ersten Definition in
technisch ausreichendem Maß parallel verläuft. In Kenntnis der Erfindung ist es für
den Fachmann ein Leichtes, für jeden Konstruktionsfall die Siebfläche auf günstigste
Weise festzulegen.
[0008] Die Ausbildung der Ausnehmungen im Inneren der Fläche der Stege und die damit verbundene
Verwendung von Profilen ohne Schlitzen, die durch die Stege geschoben werden, führen
zu einer wesentlichen Erhöhung der mechanischen Stabilität. Auf diese Weise entfällt
die Notwendigkeit des Fixierens durch Schweißpunkte und es können Siebweiten von 12
mm und auch darunter erzielt werden.
[0009] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
bzw. zeigen
die Fig. 1 eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Sieb,
die Fig. 2 eine Seitenansicht in Richtung des Pfeils II,
die Fig. 3a bis 3c erfindungsgemäße Stege und
die Fig. 4a bis 4d Rahmenteile und Profile.
[0010] Wie aus dem Zusammenhalt der Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, sind in einem Rahmen,
der aus abgewandelten Stegen und Profilen besteht, die eigentlich das Sieb bildenden
Stege und Profile zusammengesteckt. In Siebrichtung, in der Darstellung in Richtung
des Pfeils S von rechts nach links verlaufen die Stege 2 des Siebes 1. Im Wesentlichen
normal zur Längserstreckung der Stege, somit normal zur Darstellungsebene, verlaufen
die Profile 3. Die Siebebene ist durch diesen Aufbau definiert, sie kann entweder
als die "obere" Ebene 10 angesehen werden oder als dazu parallele Ebene, die beispielsweise
in der Mitte der Höhe des Siebes verläuft, für die Erfindung spielt dies keine Rolle.
Die Stegflächen verlaufen normal zur Siebebene; die Längsachsen der Stege verlaufen
parallel zur Siebfläche.
[0011] Der Aufbau des Siebes 1 ist nun im Wesentlichen der folgende: In zwei Rahmenteilen
4 und 5, die normal zu Siebrichtung S verlaufen und somit die vordere und hintere
Begrenzung des Siebes 1 bilden, sind Ausnehmungen 6, 6' vorgesehen, in die die aus
verschiedenen mechanischen Gründen leicht von einander abweichende Abmessung aufweisenden,
aber in ihrer Gesamtheit jeweils mit 2 bzw. 2' bezeichneten Stege eingeschoben werden.
Am linken und am rechten Ende des Siebes werden Seitenteile 7 mit den Rahmenteilen
4 und 5 verbunden. Damit sind alle Stege 2, 2' an ihrem Platz und auch der Rahmen
des Siebes 1 ist vollständig.
[0012] Nunmehr werden die einzelnen Profile 3, auch hier kann es aus Stabilitätsgründen
zu leicht unterschiedlichen Ausbildungen kommen, von der Seite, in Richtung des Doppelpfeils
8, in schlitzförmige Ausnehmungen 9 der Stege 2 und der Seitenteile 7 geschoben, was
durch die fluchtende Anordnung der Ausnehmungen 9 kein Problem darstellt. Diese Ausnehmungen
sollen zur Verbesserung der mechanischen Stabilität die Profile möglichst spielfrei
aufnehmen, was dadurch erreicht wird, dass die Ausnehmungen dem Umriss bzw. Querschnitt
der Profile nach Form und Größe entsprechen. Sodann werden die Profile 3 mit den beiden
Seitenteilen 7 von außen verschweißt und so fixiert.
[0013] Da die Siebrichtung S in Richtung der Stege 2, 2' verläuft, ist die mechanische Beanspruchung
der Stege 2 in Richtung der Profile 3 (Biegebeanspruchung) im Allgemeinen nur klein
und führt zu keiner Beschädigung des Siebes. Dargestellt sind abgewinkelte Profile,
die teilweise parallel zur Siebebene 10 verlaufen, teilweise im Winkel zu ihr. Es
ist durchaus möglich, Stege zu verwenden, die anders oder auch gar nicht abgewinkelt,
sondern eben ausgebildet sind, und dann zur Gänze im Winkel (unter Umständen auch
90°) zur Siebebene 10 verlaufen. Die Ausnehmungen 9 sind dann entsprechend auszubilden,
wichtig ist, das sie auch in diesen Fällen völlig innerhalb der Fläche der Stege 2,
2' liegen..
[0014] Durch Verzinken bzw. vergleichbare Tauchverfahren oder andere Auftragsverfahren,
bei denen Kunststoff oder dergleichen flächig aufgebracht wird, erhält der Siebbelag
eine Versiegelung der zahlreichen, wenn auch kleinen, Spalten, die sich aus dem Stecksystem
ergeben, und verhindert somit auch das Hängenbleiben diverser Materialien wie Drähte,
Fäden, Bändern und dergleichen. Dies bedeutet in der Praxis, dass die erfindungsgemäßen
Siebe im Vergleich zu anderen Siebbelägen nur einen extrem geringen Reinigungsaufwand
erfordern.
[0015] Als Materialien für das Sieb und seine Beschichtung können alle im Stand der Technik
bei derartigen Sieben üblichen Materialien verwendet werden, durch die erfindungsgemäßen
Maßnahmen tritt diesbezüglich keine Änderung ein.
1. Sieb, bestehend aus Stegen (2, 2'), die normal zur Siebfläche (10) verlaufen und Profilen
(3), dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (2, 2') allseitig umschlossene Ausnehmungen (9) aufweisen, die dem Umriss
der Profile (3) entsprechen und dass die Profile (3) durch die Ausnehmungen (9) der
Stege (2, 2') geschoben sind.
2. Sieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einzelne Profile (3) einen gekrümmten oder geknickten Querschnitt aufweisen.
3. Sieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abschnitt des gekrümmten oder geknickten Querschnitts der einzelnen Profile (3)
zumindest annähernd parallel zur Siebfläche (10) verlaufen.
4. Sieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es nach der Montage verzinkt oder mit Kunststoff beschichtet worden ist.