[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Borstenfeldern für Bürsten
oder von Borstenbündeln für Pinsel, wobei Borstenbüschel in Lochungen von Formen eingefüllt
werden, wobei zunächst die Borstenbüschel aus Einzelborsten gebildet werden, indem
ein Borstenvorrat zu Borstenbüscheln vereinzelt wird, wonach die Borsten der Form
büschelweise mit Hilfe eines Gas- oder Luftstroms über einzelne, jeweils ein Borstenbüschel
aufnehmende Zufuhrleitungen zugeführt und in die Lochungen der Form oder einer Vorform
eingebracht werden, wobei der Gas- oder Luftstrom mit Hilfe von Unterdruck erzeugt
wird, wobei die Borstenbüschel während ihrer Förderung zumindest zeitweise zusätzlich
mit einem in Förderrichtung bewirkenden Druckgas oder mit Druckluft beaufschlagt werden.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Herstellen von Borstenfeldern
für Bürsten oder von Borstenbündeln für Pinsel, mit einer mit Lochungen versehenen
Form oder Vorform, in welche Lochungen jeweils ein Borstenbüschel passt, wobei Zuführleitungen
zu der Form oder Vorform vorgesehen sind und insbesondere zu jeder zu füllenden Lochung
mindestens eine Zuführleitung führt, an welche Zuführleitungen Mittel zur Erzeugung
eines Gas- oder Luftstroms zu der Form oder Vorform hin anschließbar sind, wobei die
Mündungen der Zuführleitungen und die Form oder Vorform relativ zu einander bewegbar
sind und die Form oder Vorform einen Anschluss zum Anlegen eines Unterdrucks an die
einzelnen Lochungen hat, wobei im Eintrittsbereich der Zuführleitungen eine Druckquelle
vorgesehen ist oder mündet, die mit den Zuführleitungen verbunden oder verbindbar
ist.
[0003] Ein derartiges Verfahren sowie eine derartige Vorrichtung sind aus der
DE 39 20 769 C2 bekannt. Dabei ist aus dieser Druckschrift bekannt, die Borstenbüschel mittels Druckluft
zu fördern und dies durch Unterdruck zu verstärken und zu ergänzen. In dem Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 14 von
DE 39 20 769 C2 ist vorgesehen, dass die Borstenbüschel mit Hilfe der Druckluft in die Zufuhrleitungen
eingeblasen werden und demgemäß befindet sich auch die Druckquelle mit den Kanälen
36 in Förderrichtung vor den Einführöffnungen 19 in diese Zufuhrleitungen. Dabei besteht
die Gefahr, dass die Borstenbüschel durch den sie anschiebenden Überdruck auseinandergedrückt
und/oder die einzelnen Borsten aus ihrer ursprünglichen Orientierungsrichtung abgelängt
werden, sodass es zu Störungen und dazu kommen kann, dass nicht alle Borsten eines
Borstenbüschels in die jeweilige Zufuhrleitung gelangen.
[0004] Es besteht deshalb die Aufgabe, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art dahingehend weiterzuentwickeln, dass die Zeit zum Herstellen von Borstenfeldern
gering gehalten werden kann und dass eventuelle Staus oder Verklemmungen einzelner
Borsten verhindert werden können.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht das eingangs definierte Verfahren vor, dass die Borstenbüschel
zu Beginn der Förderung und beim Eintritt in die Zuführleitungen ausschließlich einem
in den Zuführleitungen herrschenden Unterdruck ausgesetzt werden und dass ein Überdruck
auf die Zuführleitungen an deren Eintrittsbereich erzeugt oder aufgebracht wird, nachdem
die Borstenbüschel eine Teilstrecke oder eine Eintrittsstelle für den Überdruck passiert
haben.
[0006] Somit wird die Förderung der Borstenbüschel nur während eines Teiles des Förderwegs
zusätzlich mit Druckgas oder Druckluft unterstützt, sodass also ein Förderstrom durch
eine Kombination von Unterdruck und Überdruck bewirkt wird, wobei der Überdruck aber
erst verzögert und somit unter Vermeidung von eventuellen Staus am Eintritt in die
Zuführleitungen wirksamgemacht wird. Dadurch entsteht eine höhere Strömungsgeschwindigkeit,
was zu einer höheren Transportgeschwindigkeit der Borstenbüschel und dadurch zu einer
Verminderung der Herstellungszeit der Borstenfelder führt. Dennoch werden die Borstenbüschel
in der schon durch die Anordnung gemäß
EP 0 405 204 B1 bekannten Weise sehr genau und sicher durch die Zuführleitungen befördert, weil die
Kombination des an den Borstenbüscheln "ziehenden" Unterdrucks und des "schiebenden"
Überdrucks aufgrund der zeitlich verzögerten Anwendung dieses Überdrucks eventuelle
Staus oder Verklemmungen einzelner Borsten in den Zuführleitungen verhindern können.
[0007] Dabei werden die Borstenbüschel also zunächst mittels Unterdruck in die Zuführleitung
eingezogen werden, ohne dass sie dabei hinsichtlich ihrer Einführbewegung durch einen
zusätzlichen Überdruck ausgelenkt werden können. Die Sicherheit, dass die einzelnen
Borsten als Borstenbüschel in die jeweiligen Zuführleitungen eintreten können, wird
durch diese Maßnahme verbessert.
[0008] Unterstützt wird dies dadurch, dass ein Überdruck auf die Zuführleitungen an deren
Eintrittsbereich erzeugt oder aufgebracht wird, nachdem die Borstenbüschel eine Teilstrecke
oder eine Eintrittsstelle für den Überdruck passiert haben.
[0009] Somit können die Borstenbüschel nach einer gezielten Beförderung in die Zuführleitungen
dann zusätzlich dem Überdruck ausgesetzt und hinsichtlich ihrer weiteren Förderbewegung
beschleunigt werden.
[0010] Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann vorsehen, dass nach
dem Einfüllen der Borstenbüschel in die Form oder eine Vorform die Mündungen der Zuführleitungen
von der Form oder Vorform wegbewegt oder abgehoben und der Unterdruck insbesondere
ausgeschaltet werden und dass der Überdruck für eine Restzeit ganz oder vermindert
aufrecht erhalten und die Zuführleitungen durchgeblasen werden.
[0011] Dadurch kann erreicht werden, dass die Zuführleitungen zumindest von Zeit zu Zeit
durch die Druckgas- oder Druckluftströmung von Abrieb oder von eventuell doch darin
verbliebenen einzelnen Borsten befreit und gereinigt werden. Entsprechend sicher können
bei einem nächsten Arbeitstakt Borsten durch die entsprechend sauberen und glatten
Zuführleitungen bewegt werden.
[0012] Weiterhin ist es möglich, dass der zur Unterstützung der Förderung der Borstenbüschel
dienende Überdruck während der Förderung geändert und die Borstenbüschel mit einem
intermittierenden und/oder pulsierenden Gas- oder Luftstrom durch die Zuführleitungen
bewegt werden. Dadurch kann die Strömungsgeschwindigkeit und damit die Transportgeschwindigkeit
der Borstenbüschel während der Beförderung durch die Zuführleitungen geändert werden,
um eventuelle Staus oder Verklemmungen in den Zuführleitungen zu vermeiden oder gegebenenfalls
zu lösen.
[0013] Es kann zweckmäßig sein, wenn ein Überdruck angelegt wird, der gegenüber dem atmosphärischen
Normaldruck eine größere Differenz als der Unterdruck hat. Beispielsweise kann während
der Förderung ein Überdruck verwendet werden, der etwa doppelt so hoch bis zehnmal
so hoch wie der Unterdruck ist. Entsprechend gut wird die Förderung der Borstenbüschel
unterstützt und gegenüber einer Förderung nur mit Hilfe von Unterdruck beschleunigt.
[0014] Es kann auch vorgesehen werden, dass die Borstenbüschel mit Hilfe einer Gasmischung,
zum Beispiel einer Mischung aus Luft und einem anderen Gas durch die Zuführleitungen
bewegt werden. Es kann also zur Unterstützung der Förderung ein Gas oder Gasgemisch
Verwendung finden, welches bessere Strömungseigenschaften als Luft hat und zum Beispiel
bei gleicher Druckdifferenz eine höhere Strömungsgeschwindigkeit aufweist.
[0015] Die eingangs definierte Vorrichtung ist zur Lösung der Aufgabe
dadurch gekennzeichnet, dass die Druckquelle zur Zufuhr von Druckgas oder Druckluft an die Zuführleitungen dient
und zwischen der Druckquelle und den Zuführleitungen Absperrmittel vorgesehen sind,
die während des Fördervorgangs offen oder öffenbar sind, und dass die Steuerung der
Druckquelle die Absperrmittel derart ansteuert, dass Druckgas oder Druckluft erst
in die Zuführleitungen eintritt, wenn Borstenbüschel die Zufuhrstelle für das Druckgas
oder die Druckluft passiert oder eine Teilstrecke zurückgelegt haben.
[0016] Somit kann an der Vorrichtung vorzugsweise in automatisierter Form dafür gesorgt
werden, dass die Borstenbüschel relativ langsam mit Hilfe von Unterdruck in die Zuführleitungen
oder Förderleitungen eingesaugt werden und dann dem höheren Druck ausgesetzt werden,
um ihre Fördergeschwindigkeit zu erhöhen, wobei die Vorrichtung ein gezieltes Zuführen
von Druckgas und Druckluft dahingehend erlaubt, dass die entsprechenden Absperrmittel
zu einem gewünschten Zeitpunkt geöffnet und dazu mittels einer Steuerung angesteuert
werden.
[0017] Eine zweckmäßige Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann darin bestehen,
dass eine Halterung oder Einführplatte für die Einführenden der Zuführleitungen vorgesehen
ist und dass diese Halterung zu den Einführenden der Zuführleitung führende Kanäle
für den Überdruck aufweist, die mit Absperrorganen und/oder Ventilen zusammen wirken.
Insbesondere können diese zu den Zuführleitungen führenden Kanäle für den Überdruck
seitlich von den Eintrittsstellen für die Borstenbüschel angeordnet sein, sodass bei
geschlossenen Absperrorganen- und/oder Ventilen zunächst die Borstenbüschel an diesen
Mündungen der Kanäle vorbeigesaugt werden können, bevor diese durch Öffnen der Absperrorgane-
oder Ventile wirksam werden.
[0018] Vor allem bei Kombination einzelner oder mehrerer der vorgeschriebenen Merkmale und
Maßnahmen ergibt sich die Möglichkeit, Borstenfelder für Bürsten oder Borstenbündel
für Pinsel mit den Vorteilen herzustellen, wie sie aus der
EP 0 405 204 B1 bekannt sind, aber die Herstellungsgeschwindigkeit erheblich zu steigern. Ein entsprechend
großer Ausstoß an Bürsten, insbesondere Zahnbürsten, oder Pinseln pro Zeiteinheit
ist möglich. Denkbar ist dabei, dass die für die bisherige Herstellung gemäß der
EP 0 405 204 B1 gegebenenfalls schon vorhandenen Einrichtungen weitgehend benutzt und gegebenenfalls
nachträglich mit einer zusätzlichen Druckquelle und einer angepassten Steuerung versehen
werden können. Die Zuführleitungen oder Förderleitungen können auch in diesem Falle
weitgehend weiterverwendet werden.
[0019] Nachstehend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand der Zeichnungen näher
beschrieben. Es zeigt in schematisierter Darstellung:
- Figur 1:
- Eine erfindungsgemäße Vorrichtung, mit welcher aus einem Borstenvorrat oder Borstenfüllkasten
zu Borstenbüscheln zusammengefasste Borsten mittels Leitungen einer an einen Unterdruck
angeschlossenen Form zugeführt werden, wobei diese Leitungen zusätzlich mit Überdruck
beaufschlagt werden können, wobei die Borstenbüschel sich noch vor dem Eintritt in
die Zuführ- oder Förderleitungen befinden,
- Figur 2:
- Eine der Figur 1 entsprechende Darstellung nach dem Eintritt der Borstenbüschel in
die Zuführleitungen und dem Verschieben eines Absperrorgans für die Druckluft, die
dadurch Zugang zu den Zuführleitungen an einer Stelle erhält, die von dem Borstenbüscheln
bereits passiert ist,
- Figur 3:
- Eine der Figur 2 entsprechende Darstellung eines bezüglich der Zufuhr des Druckgases
oder der Druckluft und der dabei vorgesehenen Absperrventile im Eintrittsbereich der
Zuführleitungen abgewandelte Ausführungsform,
- Figur 4:
- Eine der Darstellung gemäß Figur 2 und 3 entsprechende, hinsichtlich der Zufuhr des
Überdrucks wiederum abgewandelte Ausführungsform, bei welcher im Eintrittsbereich
für die Borstenbüschel eine anschließbare Druckkammer für den Überdruck vorgesehen
ist.
[0020] Bei der nachfolgenden Beschreibung der verschiedenen Ausführungsbeispiele erhalten
hinsichtlich ihrer Funktion übereinstimmende Teile auch bei abgewandelter Formgebung
übereinstimmende Bezugszahlen, sodass diesbezüglich die Beschreibung einer Figur in
analoger Weise auch für eine andere Figur mit einem anderen Ausführungsbeispiel gilt.
[0021] Eine in Ganzen mit 1 bezeichnete, in den Figuren 1 bis 4 jeweils mit gewissen Abwandlungen
erkennbare Vorrichtung dient zum Herstellen von Borstenfeldern für Bürsten, wie es
aus der
EP 0 405 204 B1 bekannt ist.
[0022] Dabei können die Enden von insbesondere aus Kunststoff bestehenden Borsten 2 einzelner
Borstenbüschel 3 miteinander und/oder mit denen eines Nachbarbüschels verbunden, insbesondere
verschmolzen werden.
[0023] Demgemäß weist die Vorrichtung 1 eine mit Lochungen 4 für jeweils ein Borstenbüschel
3 versehene Form 5 auf, wobei Zuführleitungen 6 zu der Form 5 - oder einer Vorform
- vorgesehen sind und zu jeder zu füllenden Lochung 4 eine derartige Zuführleitung
6 führt.
[0024] An den Zuführleitungen 6 können in nicht näher dargestellter Weise, der Anordnung
gemäß
EP 0 405 204 B1 entsprechende Mittel zur Erzeugung eines Gas- oder Luftstroms zu der Form 5 anschließbar
sein, wobei die Mündungen 7 der Zuführleitungen 6 und die Form 5 gemäß dem Doppelpfeil
Pf 1 in allen Figuren relativ zueinander bewegbar sind. Die Form 5 hat dabei in nicht
näher dargestellter Weise einen Anschluss zum Anlegen des Unterdrucks an die einzelnen
Lochungen 4, was durch die Pfeile Pf 5 angedeutet ist. Bevorzugt bleibt die Form 5
in ihrer Lage und die Mündungen 7 können mit ihrer Halterung 7 a bewegt werden.
[0025] Zusätzlich ist bei allen Ausführungsbeispielen im Eintrittsbereich 8 der Zuführleitungen
oder Förderleitungen 6 eine Druckquelle vorgesehen, die mit den Zuführleitungen 6
verbunden oder verbindbar ist.
[0026] Gemäß den Figuren 1 bis 4 gehört zu der Vorrichtung 1 auch wenigstens ein Borstenmagazin
9, wobei aber auch analog der in der
EP 0 405 204 B1 beschriebenen Ausführungsform zwei derartige Borstenmagazine 9 mit einander zugewandeten
Entnahmestellen vorgesehen sein können.
[0027] Ferner ist in den Figuren 1 bis 4 ein Entnahmeschieber 10 dargestellt, der den Borstenvorrat
im Borstenmagazin 9 jeweils begrenzt und quer zu einer Entnahmestelle bewegbar ist.
Dieser Entnahmeschieber 10 kann mit Abstand zueinander angeordnete, dem Borstenvorrat
in dem Borstenmagazin 9 jeweils zugewandte und zu diesem hin randoffene, in der Zeichnung
nicht näher dargestellte Ausnehmungen oder Aussparungen zum Bilden der Borstenbüschel
3 haben. Der Abstand dieser Aussparungen ist dabei in den Figuren durch den Abstand
schon entnommener und der Vorrichtung 1 zugeführter Borstenbüschel 3 zu erkennen.
[0028] In Figur 1 ist eine Verschiebestellung des Entnahmeschiebers 10 dargestellt, in welcher
dieser Entnahmeschieber 10 mit den Ausnehmungen oder Aussparungen und darin aufgenommenen
Borstenbüscheln 3 unter die Einführöffnungen 11 der Zuführleitungen 6 verschoben ist,
sodass die gebildeten Borstenbüschel 3 kurz vor dem Eintritt in die Zuführleitungen
6 und deren Einführöffnungen 11 angeordnet sind. In analoger Weise wird bei den Ausführungsbeispielen
gemäß Figur 3 und 4 ebenfalls mit Hilfe des Entnahmeschiebers 10 für eine Vereinzelung
und Bildung von Borstenbüscheln 3 und deren Transport zu dem Eintrittsbereich 8 der
Zuführleitungen 6 gesorgt, um die Borstenbüschel 3 dann gemäß der Darstellung in Figur
2, 3 und 4 mit Hilfe von Unterdruck in die Eintrittsbereiche 8 der Zuführleitungen
6 hineinzubewegen.
[0029] Durch den Doppelpfeil Pf 2 ist dabei angedeutet, dass auch der Eintrittsbereich 8
der Zuführleitungen 6 relativ zu den Borstenbüscheln 3 bewegbar sein kann, um ein
erstes Einführen zumindest eines Teilbereichs dieser Borstenbüschel 3 in die Zuführleitungen
6 zu erleichtern.
[0030] Die eigentliche Druckquelle ist in den Figuren nicht dargestellt, jedoch erkennt
man, dass zwischen dieser Druckquelle und den Zuführleitungen 6 beziehungsweise deren
Eintrittsbereich 8 gemäß den Figuren 1 bis 3 unterschiedlich gestaltete Absperrmittel
vorgesehen sind, die während des Fördervorgangs, also während der Zufuhr von Druckgas
oder Druckluft offen und also öffenbar sind, wobei eine Steuerung der Druckquelle
diese Absperrmittel derart ansteuert, dass Druckgas oder Druckluft erst in die Zuführleitungen
6 eintritt, wenn die Borstenbüschel 3 gemäß den Figuren 2 bis 4 eine Zuführstelle
12 für das Druckgas oder die Druckluft oder eine gewisse Teilstrecke im Eintrittsbereich
8 der Zuführleitungen 6 passiert haben.
[0031] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 erfolgt die Zufuhr des Druckgases oder der Druckluft
über eine Druckkammer 13, die die Druckluft oder das Druckgas über Kanäle 14 den Einführöffnungen
11 der Zuführleitungen 6 unmittelbar zuführt und die dazu gemäß dem Doppelpfeil Pf
3 für diese Zufuhr des Überdrucks relativ zu dem Eintrittsbereich 8 in eine abgedichtete
Position bewegt werden kann. In den Ausführungsbeispielen gemäß Figur 1 bis 3 ist
eine Halterung oder Einführplatte 15 für die im Eintrittsbereich 8 befindlichen Einführenden
16 der Zuführleitungen 6 vorgesehen und diese Halterung 15 enthält die zu den Einführenden
16 dieser Zuführleitungen 6 führenden Kanäle für den Überdruck, die mit Absperrorganen
oder Ventilen zusammen wirken.
[0032] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 und 2 ist ein Schieber 17 vorgesehen, der gemäß
dem Doppelpfeil Pf 4 relativ zu der Halterung 15 quer oder rechtwinklig zu dem Verlauf
der Einführenden 16 der Zuführleitungen 6 verschiebbar ist, wie der Vergleich der
Figuren 1 und 2 verdeutlicht. In Figur 1 sind Durchtrittsöffnungen 18 an diesem Schieber
in Übereinstimmung mit den Einführenden 16 der Zuführleitungen 6, sodass die Borstenbüschel
3 mit Hilfe von Unterdruck, der an den entgegen gesetzten der Zuführleitungen 6 angelegt
werden kann, eingesaugt werden können, bis sie die in Figur 2 dargestellte Position
erreicht haben. Danach kann der Schieber 17 durch eine Verschiebebewegung in die in
Figur 2 dargestellte Schließposition gebracht werden, bei welcher die Durchtrittsöffnungen
18 aus dem in die Halterung 15 eingearbeiteten Bereich der Zuführleitungen 6 verschoben
sind und der Schieber 17 nun den Durchtritt durch die Einführenden 16 schließt.
[0033] Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei welchem an der Halterung oder Einführplatte
15 jeweils im Bereich der darin eingearbeiteten Einführenden 16 schematisiert angedeutete
Rohrventile 19 vorgesehen sind, mit denen ebenfalls zunächst ein Durchlass zu den
Zuführleitungen 6 verhindert und nach dem Einführen der Borstenbüschel 3 geöffnet
werden kann. Figur 3 zeigt diese geöffnete Position, in welcher die Förderung der
Borstenbüschel 3 zusätzlich zu dem an ihnen wirkenden Unterdruck auch mit einem Überdruck
unterstützt wird.
[0034] Mit der unterschiedlich gestalteten Vorrichtung 1 können Borstenfelder für Bürsten
oder gegebenenfalls auch Borstenbündel für Pinsel hergestellt werden, wobei die Borstenbüschel
3 in Lochungen 4 von Formen 5 oder Vorformen eingefüllt werden. Dabei werden die Borstenbüschel
3 zunächst aus Einzelborsten 2 gebildet, indem ein in einem Borstenmagazin 9 befindlicher
Borstenvorrat zu solchen Borstenbüscheln 3 vereinzelt wird. Danach werden diese Borsten
der Form 5 oder einer Vorform büschelweise mit Hilfe eines Gas- oder Luftstroms über
einzelne Zuführleitungen 6 zugeführt. Der Gas- oder Luftstrom wird zunächst durch
Unterdruck erzeugt. Darüber hinaus werden die Borstenbüschel 3 während ihrer Förderung
zumindest zeitweise, insbesondere nach ihrem Einsaugen in die Einführenden 16 der
Zuführleitungen 6 zumindest zeitweise zusätzlich mit einem in Förderrichtung wirkenden
Druckgas oder mit Druckluft beaufschlagt, also einem Überdruck des Fördermediums ausgesetzt,
um die Fördergeschwindigkeit zu erhöhen und dadurch die Zeit für die Herstellung von
Borstenfeldern zu verkürzen.
[0035] Die Borstenbüschel 3 werden dabei zu Beginn der Förderung, also beispielsweise bis
zu ihrem Einsaugen in die Förderleitungen 6 gemäß Figur 2 aus ihrer in Figur 1 dargestellten
Position ausschließlich dem in den Zuführleitungen 6 herrschenden Unterdruck ausgesetzt,
das heißt die Druckquelle ist gegenüber den Zuführleitungen 6 noch abgesperrt. Nachdem
die Borstenbüschel 3 gemäß den Figuren 2 bis 4 eine Teilstrecke oder die Eintritts-
oder Zuführstelle 12 für den Überdruck passiert haben, kann dann der Überdruck auf
diese Zuführleitungen 6 an deren Eintrittsbereich 8 aufgebracht werden, sodass auch
dieser Überdruck in Förderrichtung wirksam wird und die in den Zuführleitungen 6 befindlichen
Borstenbüschel 3 an deren der Förderrichtung entgegen gesetzten Enden beaufschlagen
kann.
[0036] Nachdem in den Figuren nicht dargestellten Einfüllen der Borstenbüschel 3 in die
Form 5, werden die Mündungen 7 der Zuführleitungen 6 gemäß dem Doppelpfeil Pf 1 von
der Form 5 wegbewegt oder abgehoben und der Unterdruck abgeschaltet. Der Überdruck
kann noch für eine Restzeit ganz oder vermindert aufrecht erhalten bleiben, um die
Zuführleitungen 6 zu ihrer Reinigung durchzublasen.
[0037] Es sei noch erwähnt, dass der zur Unterstützung der Förderung der Borstenbüschel
3 während ihrer Beförderung dienende Überdruck im Laufe der Bewegung der Borstenbüsche
3 durch die Zuführleitungen 6 geändert und die Borstenbüschel 3 mit einem intermittierenden
und/oder pulsierenden Gas- oder Luftstrom durch die Zuführleitungen 6 bewegt werden
können.
[0038] Zum Herstellen von Borstenfeldern für Bürsten oder von Borstenbündel für Pinsel werden
Borstenbüschel 3 in Lochungen 4 von Formen 5 eingefüllt, wobei zunächst die Borstenbüschel
3 aus Einzelborsten 2 gebildet werden, indem ein in einem Borstenmagazin 9 befindlicher
Borstenvorrat mit Hilfe eines Entnahmeschiebers 10 zu den Borstenbüscheln 3 vereinzelt
wird. Danach werden die Borsten der Form 5 büschelweise mit Hilfe eines Gas- oder
Luftstroms über einzelne, jeweils ein Borstenbüschel 3 aufnehmende Zuführleitungen
6 zugeführt und in die Lochungen 4 der Form 5 eingebracht. Der Gas- oder Luftstrom
wird dabei vor allem zu Beginn der Förderung der Borstenbüschel 4 mit Hilfe von Unterdruck
erzeugt. Zusätzlich werden die Borstenbüschel 3 während ihrer Förderung zumindest
zeitweise zusätzlich mit einem in Förderrichtung wirkenden Druckgas oder mit Druckluft
beaufschlagt, insbesondere nachdem sie eine erste kurze Teilstrecke oder eine Eintrittsstelle
12 für den Überdruck passiert haben.
1. Verfahren zum Herstellen von Borstenfeldern für Bürsten oder von Bürstenbündeln für
Pinsel, wobei Borstenbüschel (3) in Lochungen (4) von Formen (5) eingefüllt werden,
wobei zunächst die Borstenbüschel (3) aus Einzelborsten (2) gebildet werden, indem
ein Borstenvorrat zu Borstenbüscheln (3) vereinzelt wird, wonach die Borsten der Form
(5) büschelweise mit Hilfe eines Gas- oder Luftstromes über einzelne, jeweils ein
Borstenbüschel (3) aufnehmende Zuführleitungen (6) zugeführt und in die Lochungen
(4) der Form (5) oder einer Vorform eingebracht werden, wobei der Gas- oder Luftstrom
mit Hilfe von Unterdruck erzeugt wird, wobei die Borstenbüschel (3) während ihrer
Förderung zumindest zeitweise zusätzlich mit einem in Förderrichtung wirkenden Druckgas
oder mit Druckluft beaufschlagt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Borstenbüschel (3) zu Beginn der Förderung und beim Eintritt in die Zuführleitungen
ausschließlich einem in den Zuführleitungen (6) herrschenden Unterdruck ausgesetzt
werden und, dass ein Überdruck auf die Zuführleitungen (6) an deren Eintrittsbereich
(8) erzeugt oder aufgebracht wird, nachdem die Borstenbüschel (3) eine Teilstrecke
oder eine Eintrittsstelle (12) für den Überdruck passiert haben.
2. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Einführen der Borstenbüschel (3) in die Form (5) die Mündungen der Zuführleitungen
(6) von der Form (5) oder Vorform wegbewegt oder abgehoben und der Unterdruck insbesondere
ausgeschaltet werden und dass der Überdruck für eine Restzeit ganz oder vermindert
aufrecht erhalten und die Zuführleitungen (6) durchgeblasen werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Unterstützung der Förderung der Borstenbüschel (3) dienende Überdruck während
der Förderung geändert und die Borstenbüschel (3) mit einem intermittierenden und/oder
pulsierenden Gas- oder Luftstrom durch die Zuführleitungen (6) bewegt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Überdruck angelegt wird, der gegenüber dem atmosphärischen Normaldruck eine größere
Differenz als der Unterdruck hat.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass während der Förderung ein Überdruck verwendet wird, der etwa doppelt so hoch bis
zehn Mal so hoch wie der Unterdruck ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Borstenbüschel mit Hilfe einer Gasmischung, zum Beispiel einer Mischung aus Luft
und einem anderen Gas durch die Zuführleitungen bewegt werden.
7. Vorrichtung (1) zum Herstellen von Borstenfeldern für Bürsten oder von Borstenbündeln
für Pinsel, mit einer mit Lochungen (4) versehenen Form (5) oder Vorform, in welche
Lochungen (4) jeweils ein Borstenbüschel (3) passt, wobei Zuführleitungen (6) zu der
Form (5) oder Vorform vorgesehen sind und insbesondere zu jeder zu füllenden Lochung
(4) mindestens eine Zuführleitung (6) führt, an welche Zuführleitungen Mittel zur
Erzeugung eines Gas- oder Luftstroms zu der Form (5) oder Vorform hin anschließbar
sind, wobei die Mündungen (7) der Zuführleitungen (6) und die Form (5) oder Vorform
relativ zueinander bewegbar sind und die Form (5) oder Vorform einen Anschluss zum
Anlegen eines Unterdrucks an die einzelnen Lochungen (4) hat, wobei im Eintrittsbereich
(8) der Zuführleitungen (6) eine Druckquelle vorgesehen ist oder mündet, die mit den
Zuführleitungen (6) verbunden oder verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckquelle zur Zufuhr von Druckgas oder Druckluft in die Zuführleitungen (6)
dient und zwischen der Druckquelle und den Zuführleitungen (6) Absperrmittel vorgesehen
sind, die während des Fördervorganges offen oder öffenbar sind, und dass die Steuerung
der Druckquelle die Absperrmittel derart ansteuert, dass Druckgas oder Druckluft erst
in die Zuführleitungen (6) eintritt, wenn Borstenbüschel (3) die Zufuhrstelle (12)
für das Druckgas oder die Druckluft passiert oder eine Teilstrecke zurückgelegt haben.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Halterung oder Einführplatte (15) für die Einführenden (16) der Zuführleitungen
(6) vorgesehen ist und dass diese Halterung (15)zu den Einführenden (16) der Zuführleitungen
(6) führende Kanäle für den Überdruck aufweist, die mit Absperrorganen und/oder Ventilen
zusammenwirken.