[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltersicherungsanordnung für Sammelschienensysteme
mit einer oder mehreren Schaltersicherungseinheiten zur Aufnahme je eines Sicherungseinsatzes.
Bevorzugt werden 3-polige Schaltersicherungsanordnungen mit drei Schaltersicherungseinheiten
verwendet, es ist aber auch möglich, 2-polige oder mehrpolige Schaltersicherungsanordnungen
vorzusehen. In Ausnahmefällen ist auch eine 1-polige Schaltersicherungsanordnung möglich.
Solche Schaltersicherungsanordnungen werden insbesondere zur Absicherung von Drehstromkreisen
eingesetzt, wobei bei einem solchen Einsatzgebiet in der Regel 3-polige Schaltersicherungseinheiten
notwendig sind.
[0002] Eine mehrpolige Schaltersicherungsanordnung für Sammelschienen ist beispielsweise
aus der
DE 199 37 017 C1 bekannt.
[0003] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schaltersicherungsanordnung,
insbesondere eine mehrpolige Schaltersicherungsanordnung, zur Verfügung zu stellen,
die zum einen sehr zuverlässig arbeitet, zum anderen kostengünstig herzustellen ist,
wobei ferner auch eine möglichst einfache Bedienung sichergestellt ist. Diese Aufgabe
wird durch eine Schaltersicherungsanordnung gemäß Anspruch 1 gelöst, die Ansprüche
2 bis 10 betreffen besonders vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Schaltersicherungsanordnung.
[0004] Gemäß der Erfindung umfasst eine Schaltersicherungsanordnung für Sammelschienensysteme
eine oder mehrere Schaltersicherungseinheiten zur Aufnahme je eines Sicherungseinsatzes.
Ein solcher Sicherungseinsatz kann entweder mittels eines Sicherungssteckers in die
Schaltersicherungseinheit eingesetzt werden, es ist jedoch auch möglich, einen Sicherungseinsatz
direkt in die Schaltersicherungseinheit einzusetzen, wobei dieser beispielsweise auch
mittels einer Schraubverbindung befestigt werden kann. Bevorzugt werden jedoch Sicherungsstecker
verwendet, die einen Sicherungseinsatz aufnehmen können und die in die Schaltersicherungseinheit
eingeschoben werden und beispielsweise mittels Rastverbindungen in ihrer Position
gehalten werden können.
[0005] Jede Schaltersicherungseinheit weist einen Fußkontakt für einen Kontakt mit einem
einzusetzenden Sicherungseinsatz auf. Dieser Fußkontakt ist in einer bevorzugten Ausführungsform
mittels einer Federvorrichtung unter Vorspannung gehalten, so dass immer ein guter
Kontakt zwischen Sicherungseinsatz und Fußkontakt sichergestellt ist.
[0006] Gemäß der Erfindung umfasst die Schaltersicherungsanordnung eine Schaltvorrichtung
mit je einem Schaltfinger für jede Schaltersicherungseinheit, der zwischen einer Einschaltstellung
und einer Ausschaltstellung hin- und herbewegbar ist, wobei der Schaltfinger so angeordnet
ist, dass er direkt eine Oberfläche einer zugehörigen Sammelschiene kontaktiert, wenn
die Schaltersicherungsanordnung, ordnungsgemäß und im Betriebszustand, auf einem Sammelschienensystem
angebracht ist. Ferner ist erfindungsgemäß der Schaltfinger so angeordnet, dass er
in der Einschaltstellung den zugehörigen Fußkontakt kontaktiert, während er in der
Ausschaltstellung mit Abstand von dem zugehörigen Fußkontakt angeordnet ist. Die Schaltvorrichtung
ist dabei bevorzugt so angeordnet und ausgebildet, dass durch ein Betätigen der Schaltvorrichtung
durch den Nutzer jeder Schaltfinger in jeder Schaltersicherungseinheit automatisch
zwischen der Einschaltstellung und der Ausschaltstellung hin- und herbewegbar ist.
Es ist allerdings auch möglich, dass einzelne Schaltvorrichtungen vorgesehen sind,
so dass jeder Schaltfinger einer Schaltersicherungseinheit einzeln betätigt werden
kann, was jedoch nur in Ausnahmefällen gewünscht ist.
[0007] Diese Ausgestaltung und der erfindungsgemäße Schaltfinger, der direkt eine zugehörige
Sammelschiene kontaktiert, hat den Vorteil, dass der Schaltvorgang mit sehr wenigen
Teilen realisiert werden kann. Neben dem eigentlichen Fußkontakt ist lediglich ein
weiteres Kontaktelement, nämlich der Schaltfinger, erforderlich, um einen Kontakt
zur zugehörigen Sammelschiene zu ermöglichen. Die Anzahl der notwendigen Teile wird
daher merklich reduziert, beispielsweise auch im Vergleich mit einer Schaltersicherungsanordnung
gemäß dem oben genannten Stand der Technik.
[0008] Die Reduzierung der Teile betrifft ferner nicht nur die eigentlichen Kontaktelemente,
sondern auch die damit in Verbindung stehenden Betätigungselemente und Federelemente,
so dass insgesamt eine deutliche Reduzierung der Anzahl der notwendigen Teile ermöglicht
wird, was sowohl Kosten als auch Gewicht spart, ferner insbesondere die Montage der
Schaltersicherungsanordnung deutlich vereinfacht. Auch wird aufgrund der geringen
Anzahl der verwendeten Teile und insbesondere der verwendeten beweglichen Teile, eine
höhere Zuverlässigkeit und eine längere Lebensdauer gewährleistet. Auch die Baugröße
der Schaltersicherungsanordnung kann verringert werden, was insbesondere bei komplexen
Anlagen von hoher Bedeutung ist.
[0009] Bevorzugt ist der Schaltfinger so ausgebildet und angeordnet, dass im Betriebszustand,
also in dem Zustand in dem die Schaltersicherungsanordnung ordnungsgemäß auf dem Sammelschienensystem
angeordnet ist, der Schaltfinger immer mit der zugehörigen Sammelschiene in Kontakt
steht, sowohl in der Einschalt- als auch in der Ausschaltstellung des Schaltfingers.
Dadurch wird sichergestellt, dass an dieser Stelle bei Schaltvorgängen keinerlei Funken
durch Überschläge entstehen können.
[0010] Bevorzugt ist der Schaltfinger dabei so angeordnet und ausgebildet, dass der Kontakt
zur zugehörigen Sammelschiene im Wesentlichen punktförmig oder linienförmig (ein oder
mehrere Punkt- und/oder Linienkontakte) ausgebildet ist, wobei die Schaltvorrichtung
und der Schaltfmger bevorzugt so ausgelegt sind, dass der Schaltfinger bei seiner
Bewegung von der Einschaltstellung zur Ausschaltstellung und umgekehrt im Wesentlichen
eine Drehbewegung ausführt.
[0011] Bevorzugt ist dabei der Drehpunkt im Bereich eines Punktkontaktes und/oder eines
Linienkontaktes.
[0012] Durch diese besonders bevorzugte Ausführungsform des Schaltfingers wird sichergestellt,
dass sich der Schaltfinger im Wesentlichen um einen oder mehrere Kontaktpunkte und/oder
einen oder mehrere Kontaktlinien mit der zugehörigen Sammelschiene dreht, so dass
keinerlei Schleifen des Kontaktes oder der Kontakte auftritt. Hierdurch wird ein Verschleiß
sowohl des Kontaktfmgers als auch der Sammelschiene vermieden, ferner wird hierdurch
auch vermieden, dass Funken und/oder Abbrände entstehen können. Hierdurch wird insbesondere
die Zuverlässigkeit des Betriebs und die Lebensdauer der Schaltersicherungseinheit
merklich erhöht.
[0013] Bevorzugt ist der Schaltfinger so ausgebildet, dass es zwei oder sogar mehr Kontaktpunkte
gibt, was zu einer besseren Stromtragfähigkeit führt, ohne auf die oben genannten
Vorteile verzichten zu müssen. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist
die Schaltersicherungsanordnung so ausgebildet, dass ein bistabiles Schaltsystem zur
Verfügung gestellt wird. Bevorzugt sind dabei die Elemente, insbesondere ein sogenannter
"Umsprunghebel" und eine Schubstange sowie der Schaltfinger so ausgebildet, dass ein
Betätigungselement, beispielsweise die Schubstange, die über einer Abdeckung der Schaltersicherungsanordnung
betätigt wird, sich in einem Führungsschlitz des zugehörigen Umsprungshebels so lange
bewegt, bis ein Umschlagpunkt erreicht wird, der dafür sorgt, dass der Schaltfinger
ruckartig von der Einschaltstellung in die Ausschaltstellung oder umgekehrt bewegt
wird. Damit wird sichergestellt, dass die Schaltvorgänge an den Kontaktstellen schnell
und ohne Verzögerungen stattfinden, auch wenn möglicherweise die Bedienelemente, die
vom Nutzer direkt betätigt werden, wie beispielsweise die oben genannte Abdeckung
oder die Schubstange selbst, nur langsam vom Benutzer bewegt werden. Auch dies vermindert
Funkenüberschläge und Abbrände und erhöht damit die Lebensdauer der Vorrichtung.
[0014] Es gibt verschiedene Möglichkeiten, im Rahmen der Erfindung den Schaltfinger und
insbesondere den Kontaktbereich des Schaltfingers zur zugehörigen Sammelschiene auszugestalten.
[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist der Schaltfinger länglich ausgebildet,
und bevorzugt weist er eine, gegebenenfalls gekrümmte, Längsachse auf, während seine
Querschnittsfläche quer zur Längsachse relativ klein ist. Bevorzugt ist die Länge
des Schaltfingers deutlich größer als der längste Durchmesser bzw. die längste Diagonale
der Querschnittsfläche des Schaltfingers. Bei einer bevorzugten Ausführungsform beträgt
der längste Durchmesser bzw. die längste Diagonale (oder die längste gerade Erstreckung
in einer Querschnittsfläche normal zur Längsachse) maximal 50%, bevorzugt maximal
30%, besonders bevorzugt maximal 20% der Länge des Schaltfingers.
[0016] Der Schaltfinger kann bei einer bevorzugten Ausführungsform im Wesentlichen in Form
eines Drahtes, mit einer viereckigen, rechteckigen, quadratischen oder auch runden
Querschnittsform ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist der Schaltfinger in Form
eines Streifens mit einem rechteckigen Querschnitt ausgebildet.
[0017] Durch die oben genannten Ausgestaltungen des Schaltfingers kann der Schaltfinger
besonders einfach und kostengünstig in der Herstellung sein, ferner gut auf die geometrischen
Gegebenheiten der Schaltersicherungsanordnung angepasst sein.
[0018] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Schaltfinger in seinem Kontaktbereich
verjüngt ausgebildet, insbesondere sind im Bereich des Kontaktes bevorzugt bestimmte
Bereiche ausgeschnitten. Bei einem streifenförmigen Schaltfinger kann beispielsweise
der Mittelbereich ausgeschnitten bzw. ausgenommen sein, so dass in den Randbereichen
des streifenförmigen Schaltfingers zwei Kontaktbereiche bzw. Kontaktvorsprünge mit
einer geringen Querschnittsfläche entstehen. Auch ist es möglich, dass der Schaltfinger
in seinem Kontaktbereich konisch zulaufend ausgebildet ist.
[0019] Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist der Schaltfinger in seinem Kontaktbereich
abgeschrägt ausgebildet. Bevorzugt ist die Abschrägung so ausgebildet, dass die untere
Fläche des Schaltfingers, die Abschrägung, in der Ausschaltstellung des Schaltfingers
im Wesentlichen parallel zur Oberfläche der zugehörigen Sammelschiene verläuft, so
dass diese Flächen aneinander anliegen.
[0020] Wird ein solcher Schaltfinger in seine Einschaltstellung gebracht, bevorzugt gedreht,
wird der Kontakt durch einen Kantenbereich des Schaltfingers realisiert, was zu einer
kleineren und wohl definierteren Kontaktstelle führt.
[0021] Die Abschrägung eines Schaltfingers, wie sie gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
vorliegt, kann bei unterschiedlichen Formen des Schaltfingers vorgesehen sein, beispielsweise
auch bei einem streifenförmigen Schaltfinger, bei dem der Mittenbereich ausgenommen
ist, so dass im Randbereich zwei Kontaktvorsprünge entstehen, die dann jeweils abgeschrägt
ausgebildet sind.
[0022] Bevorzugt umfasst der Schaltfinger ferner ein Haltelement, das sicherstellt, dass
der Schaltfinger in seiner gewünschten Position eines Gehäuses einer Schaltersicherungsanordnung
verbleibt und insbesondere nicht aus einer Öffnung des Gehäuses, durch die der Schaltfinger
die zugehörige Sammelschiene kontaktiert, herausfällt. Insbesondere bevorzugt ist
dabei dieses Halteelement direkt aus dem Material des Schaltfingers hergestellt, beispielsweise
indem ein kleiner Bereich, bevorzugt ein Mittelbereich, des Schaltfingers umgebogen
wird. Hierdurch wird ferner automatisch sichergestellt, dass zwei äußere Kontaktvorsprünge
entstehen, so dass automatisch auch die oben genannten Vorteile in kombinatorischer
Wirkung erzielt werden.
[0023] Die Sammelschienen bestehen typischerweise aus Kupfer. In manchen Fällen ist es jedoch
auch möglich, dass die Sammelschienen aus Messing oder Aluminium bestehen. In diesen
Fällen ist es bevorzugt, auch das Material des Schaltfingers entsprechend anzupassen.
Beispielsweise kann der Metallfinger selbst aus einem so genannten Kupal-Material
bestehen (Kupfer-/Aluminium-Material). Auch ist es möglich, in den Fällen, in denen
der Schaltfinger und die Sammelschiene aus unterschiedlichem Material bestehen, beispielsweise
der Schaltfinger aus Kupfer und die Sammelschiene aus Aluminium, ein Zwischenstück
einzufügen, z.B. ein Kupal-Blech, dessen Oberseite oder Schaltfingerseite aus Kupfer
besteht und dessen Unterseite, zur Sammelschiene hin gerichtet, ein Aluminium-Material
ist.
[0024] Gemäß einem weiteren, eigenständigen erfinderischen Aspekt der vorliegenden Erfindung,
sind in einer Schaltersicherungsanordnung 3-dimensional ausgebildete Kontaktdrähte
vorgesehen, die einen Kontakt zwischen den jeweiligen Sicherungseinsätzen einerseits
und den zugehörigen Anschlussschrauben andererseits ermöglichen. Im Gegensatz zu üblicherweise
verwendeten Kontaktleisten, die schwer zu verarbeiten sind, können solche Kontaktdrähte
im Wesentlichen in beliebiger 3-dimensionaler Form innerhalb der Schaltersicherungsanordnung
verlegt werden, was zum einen Material und damit Kosten spart, zum anderen das Gesamtgewicht
deutlich reduziert. Die Schaltersicherungseinheit kann dadurch auch wesentlich kompakter
gestaltet werden. Ferner ist es möglich, mit solchen erfindungsgemäßen 3-dimensionalen
Kontaktdrähten, die vorteilhaft aus einem Stück und bevorzugt abfalllos gefertigt
werden, bei der Herstellung verlustfrei zu arbeiten.
[0025] Diese Kontaktdrähte aus einem Stück, bevorzugt bestehend aus Kontaktdraht und Formflächen
für die Anschlussklemme und den Abgreifkontakt des Sicherungskontaktes haben, im Gegensatz
zu zusammengesetzten Verbindungsvorrichtungen nach dem Stand der Technik, keine zusätzlichen
elektrischen Übergangswiderstände und sind somit elektrisch verlustfrei. Diese eigenständig
erfinderischen Kontaktdrähte aus einem Stück sind daher zum einen effizienter, und
sie sorgen zum anderen für eine geringere Erwärmung aufgrund der geringeren energetischen
Verluste.
[0026] Besonders bevorzugt ist es dabei, dass die Kontaktelemente speziell und passgenau
angeschmiedet sind.
[0027] Ein Übergabe-Kontaktelement zum Abgreifkontakt des Sicherungssteckers unterliegt
wegen seiner hohen Passgenauigkeit eingeengten Toleranzen. Bei einer besonders bevorzugten
Ausführungsform beträgt das Abgreifmaß des Kontaktübergabeelements 6,0 mm +/- 0,005
mm.
[0028] Bei einer weiteren Ausführungsform können die Abgreifflächen des Übergabekontaktelementes
in Längsrichtung ballig geformt sein. Die Außenmaße betragen bei einer besonders bevorzugten
Ausführungsform 6,0 mm +/- 0,005 mm. Die Stärke des Übergabekontaktelements beträgt
bevorzugt 2,0 mm bis 2,5 mm.
[0029] Das Klemmkontaktelement besitzt vorzugsweise eine Rechteckform, wobei die bevorzugten
Querschnittsmaße 8,0 mm +0 mm/-0,2 mm x 1,5 mm +0,5 mm/-0 mm.
[0030] Diese und weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der beigefügten
Zeichnungen, die eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schaltersicherungsanordnung
zeigen, deutlich:
- Fig. 1
- zeigt einen Querschnitt einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schaltersicherungsanordnung
im Einschaltzustand;
- Fig. 2
- zeigt die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schaltersicherungsanordnung
in einem Ausschaltzustand;
- Fig. 3
- zeigt eine Draufsicht auf die in Fig. 2 gezeigte Schaltersicherungsanordnung in ihrem
Ausschaltzustand;
- Fig. 4
- zeigt eine Vergrößerung des Ausschnitts B im Einschaltzustand, wobei eine erste Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Schaltfingers verwendet wird;
- Fig. 5
- zeigt den in Fig. 4 gezeigten Ausschnitt B, jedoch befindet sich das System in dem
Ausschaltzustand.
- Fig. 6
- zeigt eine Vergrößerung des Ausschnitts B im Einschaltzustand, wobei eine zweite Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Schaltfingers verwendet wird;
- Fig. 7
- zeigt den in Fig. 6 gezeigten Ausschnitt B, jedoch befindet sich das System in dem
Ausschaltzustand;
- Fig. 8
- zeigt eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Schaltfingers, wie er in
den Fig. 4 und Fig. 5 gezeigt ist, und
- Figs. 9 und 10
- zeigen perspektivische Ansichten von 3-dimensional geformten Verbindungsdrähten, wie
sie bevorzugt bei einer erfindungsgemäßen Schaltersicherungsanordnung verwendet werden.
[0031] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Schaltersicherungsanordnung 10, die 3-polig ausgebildet ist und daher drei Schaltersicherungseinheiten
umfasst, in die jeweils ein Sicherungsstecker 20 eingesetzt ist, von denen jeder wiederum
einen Sicherungseinsatz 22 aufnimmt. Die Schaltersicherungseinheiten sind in einem
Gehäuse 40 untergebracht. Bei dieser Ausführungsform handelt es sich um ein gemeinsames
Gehäuse, wobei die einzelnen Schaltersicherungseinheiten durch Zwischenwände 42 getrennt
sind. Dies kann jedoch auch anders gelöst werden, beispielsweise durch voneinander
getrennte Einzelgehäuse für jede Schaltersicherungseinheit, die beispielsweise lediglich
miteinander verbunden sind.
[0032] Die Schaltersicherungsanordnung 10 umfasst eine Befestigungsvorrichtung 60 zur Befestigung
der Schaltersicherungseinheit an den Sammelschienen L1, L2 und L3.
[0033] Die in Fig. 1 gezeigte Schaltersicherungsanordnung 10 befindet sich in ihrem Betriebszustand,
wobei sich ein Deckel 50 in seiner geschlossenen Position befindet. Mit dem Deckel
50 sind Schubstangen 140 verbunden, die auf einen Umsprunghebel 120 wirken. Dieser
Umsprunghebel 120 wiederum schaltet einen Schaltfinger 100 zwischen seiner Einschaltstellung
und seiner Ausschaltstellung, wobei Fig. 1 den Schaltfinger 100 in seiner Einschaltstellung
zeigt.
[0034] In dieser Einschaltstellung kontaktiert der Schaltfinger 100 einerseits den Fußkontakt
30 und andererseits die zugehörige Sammelschiene L1, L2 oder L3.
[0035] Damit wird ein Kontakt von der Sammelschiene L1, L2 oder L3 über den Schaltfinger
100 und den Fußkontakt 30 zu einem Sicherungseinsatz 22 hergestellt, wobei der Sicherungseinsatz
22 in einem Sicherungsstecker 20 angeordnet ist.
[0036] Bei der in Fig. 1 dargestellten Schaltersicherungsanordnung ist bei der rechten Schaltersicherungseinheit
eine Pass-Hülse 26 gezeigt, die sicherstellt, dass nur geeignete Sicherungseinsätze
22 eingesetzt werden können. Bei den beiden linken Schaltersicherungseinheiten ist
diese Pass-Hülse der Übersichtlichkeit halber weggelassen worden.
[0037] Der Fußkontakt 30 ist mittels einer Feder 32 vorgespannt, so dass zwischen Fußkontakt
30 und Sicherungseinsatz 22 immer ein zuverlässiger Kontakt sichergestellt ist.
[0038] Eine Feder 122, die an dem Umsprunghebel 120 vorgesehen ist und auch auf den Schaltfinger
100 wirkt, stellt, in Verbindung mit der besonderen Ausgestaltung des Umsprunghebels
120 einerseits und der Schubstange 140 andererseits, die in einem länglichen Führungsschlitz
des Ursprungshebels 120 läuft, sicher, dass der Schaltvorgang, der durch das Öffnen
und Schließen des Deckels 50 hervorgerufen wird, so auf den Schaltfinger übertragen
wird, dass dieser bei Erreichen eines Umschlagpunktes des Schaltsystems, ruckartig
von einer Einschaltstellung in eine Ausschaltstellung und umgekehrt geführt wird,
auch wenn beispielsweise der Deckel 50 durch den Nutzer nur langsam und gleichmäßig
geöffnet bzw. geschlossen wird.
[0039] Wie deutlich in Fig. 1 ersichtlich, muss lediglich der Schaltfinger 100 von einer
Einschaltstellung in seine Ausschaltstellung und umgekehrt bewegt werden, um den Schaltvorgang
zu bewerkstelligen, da der Schaltfinger 100 selbst in direktem Kontakt steht mit der
zugehörigen Sammelschiene L1, L2 oder L3.
[0040] Der Schaltfinger 100 dreht sich dabei im Wesentlichen um eine Achse, die durch den
Kontaktpunkt bzw. die Kontaktpunkte auf der Sammelschiene L1, L2 oder L3 verläuft.
Dies wird insbesondere anhand der Ausschnittsvergrößerung des Bereichs B deutlich,
die, für zwei verschiedene Ausführungsformen des Schaltfingers, in Fig. 4 bis Fig.
7 gezeigt wird.
[0041] Fig. 2 zeigt die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform, bei der jedoch der Deckel 50
geöffnet ist, so dass sich das System in der Ausschaltstellung befindet.
[0042] Da der Deckel 50 mit der Schubstange 140 gekoppelt ist, wird diese durch den Deckel
nach oben gezogen, so dass die Bewegung der Schubstange 140 wiederum auf den Umsprunghebel
120 wirkt, so dass das System und insbesondere der Schaltfinger 100 in seine Ausschaltstellung
bewegt wird, wie es in Fig. 2 dargestellt ist.
[0043] In dieser Ausschaltstellung liegt der Schaltfinger 100 an einer Rippe 44 des Gehäuses
40 an, die als Führungs- oder Halteelement für den Schaltfinger 100 dient.
[0044] Der Schaltfinger 100 steht in dieser Ausschaltstellung nicht mehr mit dem Fußkontakt
30 in Verbindung, steht jedoch nach wie vor mit der Sammelschiene L1, L2 oder L3 in
Verbindung. Auch hierzu wird insbesondere auf die in den Fig. 5 und 7 gezeigten Vergrößerungen
des Bereichs B verwiesen. Die besonders vorteilhaften 3-dimensional geformten Kontaktdrähte
220 und 240 sind insbesondere in den Figs. 9 und 10 dargestellt.
[0045] Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf die in Fig. 2 gezeigte Schaltersicherungsanordnung
in ihrem Ausschaltzustand, also mit einem geöffneten Deckel 50. Gut sichtbar sind
bei dieser Draufsicht die Sammelschienen L1, L2 und L3, ferner auch die Kontaktschrauben
222 und 242, die an die 3-dimensionalen Kontaktdrähte 220 und 240 (siehe Fig. 1 und
Fig. 2) angeschlossen sind, sowie die Kontaktschraube 262 für die dritte, in Fig.
1 oder Fig. 2 rechte, Schaltersicherungseinheit.
[0046] Wie in Fig. 2 und in Fig. 3 ersichtlich, ist bei der Schaltersicherungsanordnung
im Ausschaltzustand ein Berührungsschutz gegeben, da selbst bei geöffnetem Deckel
50 und entnommenem Sicherungsstecker bzw. Sicherungseinsatz bestenfalls der Fußkontakt
30 berührt werden kann, der jedoch strom- und spannungslos ist, während der Schaltfinger
100 bzw. die Sammelschienen L1, L2 oder L3 nicht berührt werden können.
[0047] Die Fig. 4 und Fig. 5 zeigen eine Ausschnittsvergrößerung des Bereichs B, wobei eine
erste Ausführungsform eines Schaltfingers 100 dargestellt ist. Fig. 4 zeigt den Schaltfinger
und das System in seinem Einschaltzustand, während Fig. 5 das System in dem Ausschaltzustand
zeigt.
[0048] Der Schaltfinger 100 ist in seinem Kontaktbereich im Wesentlichen quaderförmig ausgebildet,
mit einer, im Bezug auf seine Längsachse, im Wesentlichen eben und senkrecht zur Längsachse
ausgebildeten unteren Abschluss- oder Kontaktfläche. Ein Mittelbereich des Schaltfingers
100 ist um etwa 90° gebogen und dient als Halteelement 102, siehe insbesondere auch
Fig. 8. Aus Fig. 8 wird ferner deutlich, dass der Schaltfinger 100 aufgrund des umgebogenen
Mittelbereiches zwei äußere Abschluss- oder Kontaktflächen aufweist, die, im Hinblick
auf die Darstellung in den Figuren 4 und 5, "hintereinander" angeordnet sind. Fig.
8 verdeutlicht die Geometrie des Schaltfingers 100 durch die perspektivischen Darstellungen.
[0049] Fig. 4 zeigt den Schaltfinger 100 in seiner Einschaltstellung, gemäß Fig. 1, wobei
der Schaltfinger 100 die Sammelschiene L3 kontaktiert, wobei der untere Kontaktbereich
des Schaltfingers 100 nahezu parallel zur Oberfläche der Sammelschiene L3 verläuft,
jedoch einen kleinen Winkel mit der Oberfläche der Sammelschiene L3 einschließt, typischerweise
5° bis 20°, insbesondere typischerweise 10°.
[0050] Das Halteelement 102 des Schaltfingers 100 liegt innerhalb des Gehäuses 40 und beeinträchtigt
den Schaltvorgang nicht, stellt jedoch sicher, dass der Schaltfinger 100 in dem Fall,
dass die Schaltersicherungsanordnung von den Sammelschienen entfernt wird, nicht aus
der Öffnung des Gehäuses 40 herausrutschen kann.
[0051] Fig. 5 zeigt den Schaltfinger 100 in seiner Ausschaltstellung, wobei die Längsachse
des Schaltfingers 100 im Wesentlichen parallel zu der Rippe 44, die als Führungs-
bzw. Halteelement dient, verläuft und an dieser anliegt.
[0052] Wie gut in den Fig. 4 und 5 sichtbar ist, dreht sich der Schaltfinger 100 von seiner
Einschaltstellung in seinen Ausschaltstellung und umgekehrt im Wesentlichen um eine
Achse bzw. um einen Punkt, der im Bereich des Kontaktes zwischen Schaltfinger 100
und Sammelschiene L3 liegt, so dass ein schleifender Kontakt zumindest weitgehend
vermieden wird.
[0053] Die Fig. 6 und 7 zeigen im Wesentlichen identische Darstellungen, wie sie in Zusammenhang
mit den Fig. 4 und 5 erläutert worden sind, allerdings mit einer weiteren Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Schaltfingers 100.
[0054] Im Gegensatz zu der in den Fig. 4 und 5 gezeigten Ausführungsform ist die Kontaktfläche
bzw. der Kontaktbereich des Schaltfingers 100 abgeschrägt ausgebildet. Dies führt
dazu, dass bei der in Fig. 6 gezeigten Einschaltstellung ein sehr gut definierter
Kontaktpunkt zwischen Schaltfinger 100 und Sammelschiene L3 definiert wird, während
bei der in Fig. 7 dargestellten Ausschaltstellungen die Kontaktfläche des Schaltfingers
100 im Wesentlichen parallel zur Oberfläche der Sammelschiene L3 verläuft und auf
dieser aufliegt.
[0055] Zur Vermeidung von Wiederholungen wird ansonsten auf die Erläuterungen zu den Fig.
4 und Fig. 5 verwiesen.
[0056] Fig. 8 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Schaltfingers 100, wie er auch in
den Fig. 4 und Fig. 5 dargestellt ist. In Fig. 8 wird deutlich, dass der Schaltfinger
100 zwei Kontaktstege 106 aufweist, so dass eine 2-Punkt-Auflage realisiert wird,
was zu einer besseren Stromtragfähigkeit führt.
[0057] Deutlich sichtbar in Fig. 8 ist auch das Halteelement 102, das direkt aus dem Material
des Schaltfingers 100 geformt ist.
[0058] Ein Fortsatz 108 des Schaltfingers 100 dient der Wechselwirkung mit dem Umsprunghebel
120 und der Feder 122.
[0059] Als bevorzugtes Material für den Schaltfinger 100 wird typischerweise Kupfer, insbesondere
versilbertes Kupfer oder Elektrolyt-Kupfer, verwendet.
[0060] Die Fig. 9 und Fig. 10 zeigen die beiden einstückig ausgebildeten 3-dimensionalen
Kontaktdrähte 220 und 240, an die direkt Übergangs-Kontaktelemente 224, 244 einerseits
und Klemmenkontaktelemente 226, 246 andererseits angeschmiedet sind.
[0061] Diese erfinderische Ausgestaltung der Kontaktdrähte ermöglicht eine einfache und
kostengünstige Herstellung, ein verlustfreies Herstellen der Kontaktdrähte bzw. -verbindungen
und eine hohe Flexibilität bei der Führung der Kontaktelemente, was insgesamt zu einer
erheblichen Gewichts- und Kostenreduzierung führt.
[0062] Bei den in Fig. 9 und in Fig. 10 gezeigten Ausführungsformen haben die Übergabekontaktelemente
224, 244 eine Breite von 6,0 mm +/- 0,005 mm, während die Klemmenkontaktelemente 226,
246 eine Breite von 8,0 mm +0 mm/-0,1 mm aufweisen.
[0063] Diese und weitere Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger
Kombination für die Realisierung der Erfindung wesentlich sein.
1. Schaltersicherungsanordnung (10) für Sammelschienensysteme mit einer oder mit mehreren
Schaltersicherungseinheiten zur Aufnahme je eines Sicherungseinsatzes (22), wobei
jede Schaltersicherungseinheit einen Fußkontakt (30) für einen Kontakt mit einem einzusetzenden
Sicherungseinsatz (22) umfasst, und mit einer Schaltvorrichtung (50, 100, 120, 140),
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Schaltersicherungseinheit einen Schaltfinger (100) umfasst, wobei jeder Schaltfinger
(100) zwischen einer Einschaltstellung und einer Ausschaltstellung hin- und herbewegbar
und so angeordnet ist, dass er, wenn die Schaltersicherungsanordnung (10) auf einem
Sammelschienensystem angeordnet ist, direkt eine Oberfläche einer zugehörigen Sammelschiene
(L1, L2, L3) kontaktiert und in der Einschaltstellung den zugehörigen Fußkontakt (30)
kontaktiert, während er in der Ausschaltstellung mit Abstand von dem zugehörigen Fußkontakt
(30) angeordnet ist.
2. Schaltersicherungsanordnung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schaltfinger (100) die zugehörige Sammelschiene (L1, L2, L3) sowohl in der
Einschaltstellung als auch in der Ausschaltstellung kontaktiert, wenn die Schaltersicherungsanordnung
(10) auf einem Sammelschienensystem angeordnet ist.
3. Schaltersicherungsanordnung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltfinger (100) so ausgebildet ist, dass er mit der zugehörigen Sammelschiene
(L1, L2, L3) im Wesentlichen einen oder mehrere Punktkontakte und/oder einen oder
mehrere Linienkontakte herstellt.
4. Schaltersicherungsanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie so ausgebildet ist, dass der Schaltfinger (100) bei einer Bewegung von der Einschaltstellung
in die Ausschaltstellung und umgekehrt im Wesentlichen eine Drehbewegung ausführt.
5. Schaltersicherungsanordnung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehbewegung des Schaltfingers (100) um einen Drehpunkt und/oder eine Drehlinie
erfolgt, die in der Nähe eines Kontaktpunktes oder einer Kontaktlinie liegt oder identisch
mit einer Kontaktlinie oder einem Kontaktpunkt ist.
6. Schaltersicherungsanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein bistabiles Schaltsystem zur Verfügung gestellt wird.
7. Schaltersicherungsanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltfinger (100) einen im Wesentlichen quaderförmig ausgebildeten Kontaktbereich
aufweist.
8. Schaltersicherungsanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltfinger (100) einen abgeschrägten Kontaktbereich aufweist.
9. Schaltersicherungsanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltfinger (100) ein Halteelement (102) zur sicheren Positionierung des Schaltfingers
(100) innerhalb des Gehäuses (40) aufweist.
10. Schaltersicherungsanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie 3-dimensional verlaufende Kontaktdrähte umfasst.