Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Borstenbüschel für eine Zahnbürste mit einer Anzahl von
Borsten einer ersten Art und einer Anzahl von Borsten einer zweiten Art, wobei die
Borsten erster Art ein Verschleißverhalten aufweisen das vom Verschleißverhalten der
Borsten zweiter Art abweicht. Die Erfindung betrifft weiterhin auch eine Zahnbürste
mit einem derartigen Borstenbüschel.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Aus der
US 3 263 258 ist ein Borstenbüschel bekannt, welches aus Borsten mit voneinander verschiedenen
Durchmessern gebildet ist. Durch die Verwendung von Borsten unterschiedlichen Durchmessers
in einem Borstenbüschel soll die Reinigungswirkung der Zahnbürste verbessert werden,
da dünnere Borsten leichter in Zahnzwischenräume eindringen können, während die dicken
Borsten der Reinigung der einfacher zugänglichen Zahnbereiche dienen.
[0003] Aus der
US 5 313 909 und der
US 4 802 255 sind jeweils Zahnbürsten bekannt, bei welchen die Borsten der Zahnbürste aus sogenannten
Indikator-Filamenten bestehen. Die Indikator-Filamente weisen einen farbigen Bereich
auf, wobei die Benutzung der Zahnbürste dazu führt, dass sich die Farbe in diesem
farbigen Bereich mit fortlaufender Nutzung der Zahnbürste ändert. Die Änderung der
Farbe dient dabei als Indikator für die Abnutzung der Zahnbürste.
Aufgabe der Erfindung
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Borstenbüschel für Zahnbürsten bereitzustellen,
bei welchem der Verschleiß der Zahnbürste dem Anwender besonders deutlich angezeigt
wird.
Lösung
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit einem Borstenbüschel der eingangs genannten
Art, bei dem Borsten erster Art bei fortlaufender Benutzung einer Farbänderung und
Borsten zweiter Art bei fortlaufender Benutzung einer sichtbaren mechanischen Veränderung
unterliegen.
[0006] Durch die Verwendung verschiedener Abnutzungsindikatoren innerhalb eines Borstenbüschels
wird der Verschleiß noch deutlicher und genauer sichtbar. Das Ende der empfohlenen
Nutzungsdauer der Zahnbürste kann dadurch dem Verwender der Zahnbürste noch präziser
angezeigt werden. Zusätzlich wird verhindert, dass ein unterschiedliches Putzverhalten
bzw. eine unterschiedliche Putztechnik die Anzeige des Verschleißes und damit auch
das tatsächliche Ende der empfohlenen Nutzungsdauer verfälschen.
[0007] Vorzugsweise besitzen die Borsten erster Art ein anderes Verhalten bezüglich mechanischen
Verschleißes als die Borsten zweiter Art. Dies kann durch unterschiedliche Borstengeometrien,
-querschnittsformen oder Oberflächenstrukturierungen bedingt sein. Auch kann die Querschnittsfläche
der Borsten zweiter Art kleiner sein als die Querschnittsfläche der Borsten erster
Art.
[0008] Beispielsweise kann die mechanische Veränderung der Borsten zweiter Art eine Verformung
sein, wobei die Verformung ein Verbiegen der Borsten zweiter Art sein kann. Es können
jedoch die freien Enden der Borsten zweiter Art auch mindestens eine Sollbruchstelle
aufweisen, wobei die fortlaufende mechanische Beanspruchung der Borsten zweiter Art
ein Aufspleißen der freien Enden der Borsten zweiter Art bewirkt. Zusätzlich können
die Borsten zweiter Art einen farblich veränderbaren Verschleißindikator aufweisen.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0009] Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die in den Figuren dargestellt
sind:
- Fig. 1a
- zeigt ein Borstenbüschel mit dicken Borsten erster Art mit farblichem Verschleißindikator
und dünnen Borsten zweiter Art;
- Fig. 1b
- zeigt eine Draufsicht auf das Borstenbüschel nach Fig. 1a;
- Fig. 2a
- zeigt ein Borstenbüschel mit dicken Borsten erster Art mit farblichem Verschleißindikator
und dünnen aufspleißbaren Borsten zweiter Art;
- Fig. 2b
- zeigt eine Draufsicht auf das Borstenbüschel nach Fig. 2a;
- Fig. 3
- zeigt eine alternative Variante eines Borstenbüschels nach Fig. 2a in der Draufsicht,
wobei die aufspleißbaren Borsten zweiter Art denselben Durchmesser aufweisen wie die
Borsten erster Art;
- Fig. 4a
- zeigt eine weitere Variante einer aufspleißbaren Borste im Querschnitt;
- Fig. 4b
- zeigt die aufspleißbare Borste nach Fig. 4a im aufgespleißten Zustand; und
- Fig. 5
- zeigt eine schematische Darstellung einer aufgespleißten Borste.
Ausführliche Beschreibung der Figuren
[0010] Fig. 1a zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines Borstenbüschels 1 in perspektivischer
Darstellung. Das Borstenbüschel 1 besteht aus einer Anzahl von Borsten, wobei eine
Anzahl von Borsten erster Art 2 und eine Anzahl von Borsten zweiter Art 3 vorhanden
sind. Die Borsten erster Art 2 weisen am freien Ende jeweils einen farblich veränderbaren
Verschleißindikator 5 auf. Der farblich veränderbare Verschleißindikator 5 zeichnet
sich im Wesentlichen dadurch aus, dass sich mit fortlaufender Nutzungsdauer der Zahnbürste
die Farbe des Verschleißindikators verändert, so dass mit Erreichen einer vorherbestimmten
Farbe des Verschleißindikators, beispielsweise der Farbe Weiß, dem Benutzer signalisiert
wird, dass die empfohlene Nutzungsdauer der Zahnbürste erreicht ist, bzw. die Borsten
verschlissen sind.
[0011] Die Borsten zweiter Art 3 sind im Wesentlichen im inneren Bereich des Borstenbüschels
1 angeordnet. Die Borsten zweiter Art 3 weisen eine im Verhältnis zu den Borsten erster
Art 2 geringere Querschnittsfläche bzw. Durchmesser auf. Der geringere Durchmesser
der Borsten 3 führt dazu, dass sich diese bei zunehmender Nutzungsdauer der Zahnbürste
mechanisch in anderer Weise abnutzen als die wesentlich dickeren Borsten erster Art
2. Die mechanische Abnutzung bewirkt beispielsweise, dass sich die Borsten zweiter
Art 3 gegen Ende der empfohlenen Nutzungsdauer der Zahnbürste verbiegen. Der Benutzer
der Zahnbürste erhält hiermit zusätzlich zur farblichen Anzeige des Verschleißindikators
5 einen weiteren Hinweis auf das Ende der empfohlenen Nutzungsdauer der Zahnbürste.
[0012] Durch die Verwendung unterschiedlicher Borsten in einem Borstenbüschel, welche jeweils
auf unterschiedliche Art und Weise einem Verschleiß unterliegen, kann der Verschleiß
der Borsten und damit die empfohlene Nutzungsdauer einer Zahnbürste dem Benutzer noch
deutlicher und noch genauer angezeigt werden.
[0013] Fig. 1b illustriert das in Fig. 1a gezeigten Borstenbüschel 1 im Querschnitt. Wie hier erkennbar
ist, sind die dicken Borsten erster Art 2 im Außenbereich des Büschels 1 angeordnet,
während die dünnen Borsten zweiter Art 3 im Innenbereich des Borstenbüschels 1 angeordnet
sind. Selbstverständlich kann die Anordnung der Borsten erster Art 2 und der Borsten
zweiter Art 3 in einem Borstenbüschel auch hiervon abweichend ausgestaltet sein. So
können beispielsweise die dicken Borsten 2 so angeordnet sein, dass sie von einer
Anzahl dünner Borsten 3 umgeben werden. Des Weiteren ist eine zufällige Anordnung
der dicken Borsten 2 und der dünnen Borsten 3 innerhalb des Borstenbüschels 1 möglich.
[0014] Fig. 2a zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Borstenbüschels 1. Das Borstenbüschel
1 besteht aus einer Anzahl erster Borsten 2, welche jeweils einen farblichen Verschleißindikator
5, wie bereits in Fig. 1a gezeigt, aufweisen, und einer Anzahl zweiter Borsten 4,
welche im Inneren des Borstenbüschels 1 angeordnet sind und somit von den Borsten
2 erster Art umgeben werden. In diesem Ausführungsbeispiel weisen die Borsten 4 zweiter
Art ebenfalls einen geringeren Durchmesser als die Borsten 2 erster Art auf. Zusätzlich
sind die Borsten 4 zweiter Art an deren freien Ende in Längsrichtung aufspleißbar
ausgestaltet.
[0015] Bei diesem Ausführungsbeispiel eines Borstenbüschels 1 erhält der Benutzer, wie auch
im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1a, anhand der an den Borsten erster Art 2 vorgesehenen
farblich veränderbaren Verschleißindikatoren einen ersten Hinweis auf das empfohlene
Ende der Nutzungsdauer. Ein weiterer Hinweis auf das Ende der empfohlenen Benutzungsdauer
wird dem Benutzer durch die Borsten 4 zweiter Art gegeben. Die Borsten zweiter Art
4 sind so ausgestaltet, dass sich das freie Ende dieser Borsten gegen Ende der empfohlenen
Nutzungsdauer aufspleißt.
[0016] Fig. 2b zeigt einen Querschnitt durch das in Fig. 2a gezeigte Borstenbüschel. Die dünnen
aufspleißbaren Borsten 4 zweiter Art sind hier so angeordnet, dass sie von den dicken
mit farblichen Verschleißindikatoren 5 versehenen Borsten umgeben sind. Eine andere
Anordnung der Borsten erster Art 2 und der Borsten 4 zweiter Art ist hier ebenfalls
möglich. Des Weiteren sind die Borsten 4 zweiter Art im Durchmesser dünner als die
Borsten 2 erster Art. Dadurch ist es möglich, neben der Anzeige des mechanischen Verschleißes
der Borsten 4 zweiter Art durch Aufspleißen des freien Endes dieser Borsten zusätzlich
noch die Anzeige des Verschleißes, beispielsweise durch Verbiegen, wie im Ausführungsbeispiel
zu Fig. 1a gezeigt, bereitzustellen.
[0017] Der Durchmesser der Borsten zweiter Art 4 im nicht-aufgespleißten Zustand kann aber
auch dem Durchmesser der Borsten 2 erster Art entsprechen. Ein Querschnitt durch ein
derartiges Borstenbüschel mit aufspleißbaren Borsten 4 zweiter Art ist in
Fig. 3 gezeigt.
[0018] Während in den Figuren 2 und 3 zweite aufspleißbare Borsten 4 mit einer im Wesentlichen
kreisförmigen Querschnittsfläche gezeigt wurden, zeigt
Fig. 4a eine weitere Ausführungsform einer aufspleißbaren Borste 4 im Querschnitt, wobei
die Borste eine im Wesentlichen kleeblattförmige Querschnittsfläche aufweist. Der
obere Teil des freien Endes der aufspleißbaren Borste 4 besteht hier im Wesentlichen
aus drei in Längsrichtung gleichförmig ausgestalteten Borstensegmenten 4a, 4b, 4c,
wobei die drei Borstensegmente zunächst in Längsrichtung fest miteinander verbunden
sind. Die Borste 4 weist im oberen Bereich drei Sollbruchstellen 6 auf, an welchen
die Borste 4 aufspleißbar ist. Die Sollbruchstellen 6 sind dabei so ausgestaltet,
dass ein Aufspleißen erst möglichst nahe dem Ende der empfohlenen Nutzungsdauer der
Zahnbürste erfolgt oder aber die Borste im Laufe der Zeit längs der Sollbruchstellen
immer weiter ausfranst.
[0019] In
Fig. 4b ist die aufspleißbare Borste 4 aus Fig. 4a im aufgespleißten Zustand im Querschnitt
gezeigt. Die drei Borstensegmente 4a, 4b, 4c haben sich entlang der Sollbruchstellen
6 voneinander gelöst.
[0020] In
Fig. 5 ist eine aufspleißbare Borste 4 im aufgespleißten Zustand in perspektivischer Ansicht
gezeigt. Die hier gezeigten kreissegmentförmigen Borstensegmente 4a, 4b, 4c haben
sich entlang der Sollbruchstellen voneinander gelöst und bilden somit für den Benutzer
der Zahnbürste deutlich erkennbare abstehende Spitzen der Borste.
[0021] Die beschriebenen Borstenbüschel sind sowohl in Handzahnbürsten als auch in elektrischen
Zahnbürsten einsetzbar. Vorzugsweise sind die freien Enden der Borsten abgerundet
(in den Figuren nicht dargestellt), um Verletzungen des Zahnfleischs beim Putzen möglichst
zu vermeiden.
1. Borstenbüschel (1) für eine Zahnbürste, aufweisend eine Anzahl von Borsten erster
Art (2) und eine Anzahl von Borsten zweiter Art (3), wobei die Borsten erster Art
ein von den Borsten zweiter Art abweichendes Verschleißverhalten aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten erster Art einen Verschleißindikator (5) aufweisen der eine farbliche
Veränderung der Borsten bewirkt und daß die Borsten zweiter Art bei fortlaufender
mechanischer Beanspruchung einer sichtbaren mechanischen Veränderung unterliegen.
2. Borstenbüschel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Veränderung nach einem vorherbestimmten Zeitraum, vorzugsweise nach
einer vorherbestimmten Nutzungsdauer der Zahnbürste, erkennbar wird.
3. Borstenbüschel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsfläche der Borsten zweiter Art kleiner ist als die Querschnittsfläche
der Borsten erster Art.
4. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Veränderung der Borsten zweiter Art eine Verformung ist.
5. Borstenbüschel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verformung ein Verbiegen ist.
6. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden der Borsten zweiter Art in Längsrichtung aufspleißbar ausgestaltet
sind.
7. Borstenbüschel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten zweiter Art im Bereich ihrer freien Enden mindestens eine Sollbruchstelle
aufweisen, die durch fortlaufende mechanische Beanspruchung der Borsten zweiter Art
aufspleißt.
8. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten zweiter Art einen farblich veränderbaren Verschleißindikator aufweisen.
9. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten erster Art ein anderes Verhalten bezüglich mechanischen Verschleißes
aufweisen als die Borsten zweiter Art.
10. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten erster Art einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen, und daß die Borsten
zweiter Art einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweisen.
11. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden der Borsten erster und/oder zweiter Art abgerundet sind.
12. Zahnbürste mit einem Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis
11.