(19)
(11) EP 2 198 744 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.06.2010  Patentblatt  2010/25

(21) Anmeldenummer: 08022101.3

(22) Anmeldetag:  19.12.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A46B 9/04(2006.01)
A46D 1/00(2006.01)
A46B 15/00(2006.01)
A46B 9/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(71) Anmelder: Braun GmbH
61476 Kronberg/Taunus (DE)

(72) Erfinder:
  • Driesen, Georges
    61276 Weilrod (DE)
  • Kunath, Ivo
    61476 Kronberg (DE)

   


(54) Borstenbüschel und Zahnbürste mit Borstenbüschel


(57) Die Erfindung betrifft ein Borstenbüschel (1) für eine Zahnbürste mit einer Anzahl von Borsten einer ersten Art (2) und einer Anzahl von Borsten einer zweiten Art (3), wobei die Borsten erster Art (2) ein Verschleißverhalten aufweisen das vom Verschleißverhalten der Borsten zweiter Art (3) abweicht. Die Erfindung betrifft weiterhin auch eine Zahnbürste mit einem derartigen Borstenbüschel (1). Aufgabe der Erfindung ist es, ein Borstenbüschel (1) für Zahnbürsten bereitzustellen, bei welchem der Verschleiß der Zahnbürste dem Anwender besonders deutlich angezeigt wird. Diese Aufgabe ist dadurch gelöst, dass die Borsten erster Art (2) einen farblich veränderbaren Verschleißindikator (5) aufweisen und die Borsten zweiter Art (3) bei fortlaufender mechanischer Beanspruchung einer sichtbaren mechanischen Veränderung unterliegen.




Beschreibung

Gebiet der Erfindung



[0001] Die Erfindung betrifft ein Borstenbüschel für eine Zahnbürste mit einer Anzahl von Borsten einer ersten Art und einer Anzahl von Borsten einer zweiten Art, wobei die Borsten erster Art ein Verschleißverhalten aufweisen das vom Verschleißverhalten der Borsten zweiter Art abweicht. Die Erfindung betrifft weiterhin auch eine Zahnbürste mit einem derartigen Borstenbüschel.

Hintergrund der Erfindung



[0002] Aus der US 3 263 258 ist ein Borstenbüschel bekannt, welches aus Borsten mit voneinander verschiedenen Durchmessern gebildet ist. Durch die Verwendung von Borsten unterschiedlichen Durchmessers in einem Borstenbüschel soll die Reinigungswirkung der Zahnbürste verbessert werden, da dünnere Borsten leichter in Zahnzwischenräume eindringen können, während die dicken Borsten der Reinigung der einfacher zugänglichen Zahnbereiche dienen.

[0003] Aus der US 5 313 909 und der US 4 802 255 sind jeweils Zahnbürsten bekannt, bei welchen die Borsten der Zahnbürste aus sogenannten Indikator-Filamenten bestehen. Die Indikator-Filamente weisen einen farbigen Bereich auf, wobei die Benutzung der Zahnbürste dazu führt, dass sich die Farbe in diesem farbigen Bereich mit fortlaufender Nutzung der Zahnbürste ändert. Die Änderung der Farbe dient dabei als Indikator für die Abnutzung der Zahnbürste.

Aufgabe der Erfindung



[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Borstenbüschel für Zahnbürsten bereitzustellen, bei welchem der Verschleiß der Zahnbürste dem Anwender besonders deutlich angezeigt wird.

Lösung



[0005] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit einem Borstenbüschel der eingangs genannten Art, bei dem Borsten erster Art bei fortlaufender Benutzung einer Farbänderung und Borsten zweiter Art bei fortlaufender Benutzung einer sichtbaren mechanischen Veränderung unterliegen.

[0006] Durch die Verwendung verschiedener Abnutzungsindikatoren innerhalb eines Borstenbüschels wird der Verschleiß noch deutlicher und genauer sichtbar. Das Ende der empfohlenen Nutzungsdauer der Zahnbürste kann dadurch dem Verwender der Zahnbürste noch präziser angezeigt werden. Zusätzlich wird verhindert, dass ein unterschiedliches Putzverhalten bzw. eine unterschiedliche Putztechnik die Anzeige des Verschleißes und damit auch das tatsächliche Ende der empfohlenen Nutzungsdauer verfälschen.

[0007] Vorzugsweise besitzen die Borsten erster Art ein anderes Verhalten bezüglich mechanischen Verschleißes als die Borsten zweiter Art. Dies kann durch unterschiedliche Borstengeometrien, -querschnittsformen oder Oberflächenstrukturierungen bedingt sein. Auch kann die Querschnittsfläche der Borsten zweiter Art kleiner sein als die Querschnittsfläche der Borsten erster Art.

[0008] Beispielsweise kann die mechanische Veränderung der Borsten zweiter Art eine Verformung sein, wobei die Verformung ein Verbiegen der Borsten zweiter Art sein kann. Es können jedoch die freien Enden der Borsten zweiter Art auch mindestens eine Sollbruchstelle aufweisen, wobei die fortlaufende mechanische Beanspruchung der Borsten zweiter Art ein Aufspleißen der freien Enden der Borsten zweiter Art bewirkt. Zusätzlich können die Borsten zweiter Art einen farblich veränderbaren Verschleißindikator aufweisen.

Kurzbeschreibung der Figuren



[0009] Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die in den Figuren dargestellt sind:
Fig. 1a
zeigt ein Borstenbüschel mit dicken Borsten erster Art mit farblichem Verschleißindikator und dünnen Borsten zweiter Art;
Fig. 1b
zeigt eine Draufsicht auf das Borstenbüschel nach Fig. 1a;
Fig. 2a
zeigt ein Borstenbüschel mit dicken Borsten erster Art mit farblichem Verschleißindikator und dünnen aufspleißbaren Borsten zweiter Art;
Fig. 2b
zeigt eine Draufsicht auf das Borstenbüschel nach Fig. 2a;
Fig. 3
zeigt eine alternative Variante eines Borstenbüschels nach Fig. 2a in der Draufsicht, wobei die aufspleißbaren Borsten zweiter Art denselben Durchmesser aufweisen wie die Borsten erster Art;
Fig. 4a
zeigt eine weitere Variante einer aufspleißbaren Borste im Querschnitt;
Fig. 4b
zeigt die aufspleißbare Borste nach Fig. 4a im aufgespleißten Zustand; und
Fig. 5
zeigt eine schematische Darstellung einer aufgespleißten Borste.

Ausführliche Beschreibung der Figuren



[0010] Fig. 1a zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines Borstenbüschels 1 in perspektivischer Darstellung. Das Borstenbüschel 1 besteht aus einer Anzahl von Borsten, wobei eine Anzahl von Borsten erster Art 2 und eine Anzahl von Borsten zweiter Art 3 vorhanden sind. Die Borsten erster Art 2 weisen am freien Ende jeweils einen farblich veränderbaren Verschleißindikator 5 auf. Der farblich veränderbare Verschleißindikator 5 zeichnet sich im Wesentlichen dadurch aus, dass sich mit fortlaufender Nutzungsdauer der Zahnbürste die Farbe des Verschleißindikators verändert, so dass mit Erreichen einer vorherbestimmten Farbe des Verschleißindikators, beispielsweise der Farbe Weiß, dem Benutzer signalisiert wird, dass die empfohlene Nutzungsdauer der Zahnbürste erreicht ist, bzw. die Borsten verschlissen sind.

[0011] Die Borsten zweiter Art 3 sind im Wesentlichen im inneren Bereich des Borstenbüschels 1 angeordnet. Die Borsten zweiter Art 3 weisen eine im Verhältnis zu den Borsten erster Art 2 geringere Querschnittsfläche bzw. Durchmesser auf. Der geringere Durchmesser der Borsten 3 führt dazu, dass sich diese bei zunehmender Nutzungsdauer der Zahnbürste mechanisch in anderer Weise abnutzen als die wesentlich dickeren Borsten erster Art 2. Die mechanische Abnutzung bewirkt beispielsweise, dass sich die Borsten zweiter Art 3 gegen Ende der empfohlenen Nutzungsdauer der Zahnbürste verbiegen. Der Benutzer der Zahnbürste erhält hiermit zusätzlich zur farblichen Anzeige des Verschleißindikators 5 einen weiteren Hinweis auf das Ende der empfohlenen Nutzungsdauer der Zahnbürste.

[0012] Durch die Verwendung unterschiedlicher Borsten in einem Borstenbüschel, welche jeweils auf unterschiedliche Art und Weise einem Verschleiß unterliegen, kann der Verschleiß der Borsten und damit die empfohlene Nutzungsdauer einer Zahnbürste dem Benutzer noch deutlicher und noch genauer angezeigt werden.

[0013] Fig. 1b illustriert das in Fig. 1a gezeigten Borstenbüschel 1 im Querschnitt. Wie hier erkennbar ist, sind die dicken Borsten erster Art 2 im Außenbereich des Büschels 1 angeordnet, während die dünnen Borsten zweiter Art 3 im Innenbereich des Borstenbüschels 1 angeordnet sind. Selbstverständlich kann die Anordnung der Borsten erster Art 2 und der Borsten zweiter Art 3 in einem Borstenbüschel auch hiervon abweichend ausgestaltet sein. So können beispielsweise die dicken Borsten 2 so angeordnet sein, dass sie von einer Anzahl dünner Borsten 3 umgeben werden. Des Weiteren ist eine zufällige Anordnung der dicken Borsten 2 und der dünnen Borsten 3 innerhalb des Borstenbüschels 1 möglich.

[0014] Fig. 2a zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Borstenbüschels 1. Das Borstenbüschel 1 besteht aus einer Anzahl erster Borsten 2, welche jeweils einen farblichen Verschleißindikator 5, wie bereits in Fig. 1a gezeigt, aufweisen, und einer Anzahl zweiter Borsten 4, welche im Inneren des Borstenbüschels 1 angeordnet sind und somit von den Borsten 2 erster Art umgeben werden. In diesem Ausführungsbeispiel weisen die Borsten 4 zweiter Art ebenfalls einen geringeren Durchmesser als die Borsten 2 erster Art auf. Zusätzlich sind die Borsten 4 zweiter Art an deren freien Ende in Längsrichtung aufspleißbar ausgestaltet.

[0015] Bei diesem Ausführungsbeispiel eines Borstenbüschels 1 erhält der Benutzer, wie auch im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1a, anhand der an den Borsten erster Art 2 vorgesehenen farblich veränderbaren Verschleißindikatoren einen ersten Hinweis auf das empfohlene Ende der Nutzungsdauer. Ein weiterer Hinweis auf das Ende der empfohlenen Benutzungsdauer wird dem Benutzer durch die Borsten 4 zweiter Art gegeben. Die Borsten zweiter Art 4 sind so ausgestaltet, dass sich das freie Ende dieser Borsten gegen Ende der empfohlenen Nutzungsdauer aufspleißt.

[0016] Fig. 2b zeigt einen Querschnitt durch das in Fig. 2a gezeigte Borstenbüschel. Die dünnen aufspleißbaren Borsten 4 zweiter Art sind hier so angeordnet, dass sie von den dicken mit farblichen Verschleißindikatoren 5 versehenen Borsten umgeben sind. Eine andere Anordnung der Borsten erster Art 2 und der Borsten 4 zweiter Art ist hier ebenfalls möglich. Des Weiteren sind die Borsten 4 zweiter Art im Durchmesser dünner als die Borsten 2 erster Art. Dadurch ist es möglich, neben der Anzeige des mechanischen Verschleißes der Borsten 4 zweiter Art durch Aufspleißen des freien Endes dieser Borsten zusätzlich noch die Anzeige des Verschleißes, beispielsweise durch Verbiegen, wie im Ausführungsbeispiel zu Fig. 1a gezeigt, bereitzustellen.

[0017] Der Durchmesser der Borsten zweiter Art 4 im nicht-aufgespleißten Zustand kann aber auch dem Durchmesser der Borsten 2 erster Art entsprechen. Ein Querschnitt durch ein derartiges Borstenbüschel mit aufspleißbaren Borsten 4 zweiter Art ist in Fig. 3 gezeigt.

[0018] Während in den Figuren 2 und 3 zweite aufspleißbare Borsten 4 mit einer im Wesentlichen kreisförmigen Querschnittsfläche gezeigt wurden, zeigt Fig. 4a eine weitere Ausführungsform einer aufspleißbaren Borste 4 im Querschnitt, wobei die Borste eine im Wesentlichen kleeblattförmige Querschnittsfläche aufweist. Der obere Teil des freien Endes der aufspleißbaren Borste 4 besteht hier im Wesentlichen aus drei in Längsrichtung gleichförmig ausgestalteten Borstensegmenten 4a, 4b, 4c, wobei die drei Borstensegmente zunächst in Längsrichtung fest miteinander verbunden sind. Die Borste 4 weist im oberen Bereich drei Sollbruchstellen 6 auf, an welchen die Borste 4 aufspleißbar ist. Die Sollbruchstellen 6 sind dabei so ausgestaltet, dass ein Aufspleißen erst möglichst nahe dem Ende der empfohlenen Nutzungsdauer der Zahnbürste erfolgt oder aber die Borste im Laufe der Zeit längs der Sollbruchstellen immer weiter ausfranst.

[0019] In Fig. 4b ist die aufspleißbare Borste 4 aus Fig. 4a im aufgespleißten Zustand im Querschnitt gezeigt. Die drei Borstensegmente 4a, 4b, 4c haben sich entlang der Sollbruchstellen 6 voneinander gelöst.

[0020] In Fig. 5 ist eine aufspleißbare Borste 4 im aufgespleißten Zustand in perspektivischer Ansicht gezeigt. Die hier gezeigten kreissegmentförmigen Borstensegmente 4a, 4b, 4c haben sich entlang der Sollbruchstellen voneinander gelöst und bilden somit für den Benutzer der Zahnbürste deutlich erkennbare abstehende Spitzen der Borste.

[0021] Die beschriebenen Borstenbüschel sind sowohl in Handzahnbürsten als auch in elektrischen Zahnbürsten einsetzbar. Vorzugsweise sind die freien Enden der Borsten abgerundet (in den Figuren nicht dargestellt), um Verletzungen des Zahnfleischs beim Putzen möglichst zu vermeiden.


Ansprüche

1. Borstenbüschel (1) für eine Zahnbürste, aufweisend eine Anzahl von Borsten erster Art (2) und eine Anzahl von Borsten zweiter Art (3), wobei die Borsten erster Art ein von den Borsten zweiter Art abweichendes Verschleißverhalten aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten erster Art einen Verschleißindikator (5) aufweisen der eine farbliche Veränderung der Borsten bewirkt und daß die Borsten zweiter Art bei fortlaufender mechanischer Beanspruchung einer sichtbaren mechanischen Veränderung unterliegen.
 
2. Borstenbüschel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Veränderung nach einem vorherbestimmten Zeitraum, vorzugsweise nach einer vorherbestimmten Nutzungsdauer der Zahnbürste, erkennbar wird.
 
3. Borstenbüschel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsfläche der Borsten zweiter Art kleiner ist als die Querschnittsfläche der Borsten erster Art.
 
4. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Veränderung der Borsten zweiter Art eine Verformung ist.
 
5. Borstenbüschel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verformung ein Verbiegen ist.
 
6. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden der Borsten zweiter Art in Längsrichtung aufspleißbar ausgestaltet sind.
 
7. Borstenbüschel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten zweiter Art im Bereich ihrer freien Enden mindestens eine Sollbruchstelle aufweisen, die durch fortlaufende mechanische Beanspruchung der Borsten zweiter Art aufspleißt.
 
8. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten zweiter Art einen farblich veränderbaren Verschleißindikator aufweisen.
 
9. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten erster Art ein anderes Verhalten bezüglich mechanischen Verschleißes aufweisen als die Borsten zweiter Art.
 
10. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten erster Art einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen, und daß die Borsten zweiter Art einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweisen.
 
11. Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden der Borsten erster und/oder zweiter Art abgerundet sind.
 
12. Zahnbürste mit einem Borstenbüschel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht
















Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente