[0001] Die Erfindung betrifft einen Rastbeschlag nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein gattungsgemäßer Rastbeschlag, der sich insbesondere in funktionaler Hinsicht
außerordentlich bewährt hat, ist aus der
DE 91 05 323 Ul bekannt.
[0003] Dabei weist das Gesperre eine Sperrklinke auf, die auf einer Schwenkachse einer Anschlusslasche
gelagert ist und die in eine Außenverzahnung einer Schwenklasche eingreift und diese,
je nach Schwenkwinkel, in unterschiedlichen Stellungen arretiert.
[0004] Zur Entriegelung der Verrastung wird die Schwenklasche bzw. ein daran angeschlossenes
Bauteil, vorzugsweise ein Möbelteil, wie eine Kopfstütze, Armlehne oder Fußstütze,
bis in eine abgewinkelte Endstellung verschwenkt, in der die Sperrklinke außer Eingriff
gelangt, so dass die Schwenklasche und mit ihr das getragene Möbelteil frei in eine
mit dem anderen Möbelteil gestreckte Funktionslage zurückgeschwenkt werden kann.
[0005] Allerdings ergibt sich in der abgewinkelten Nichtfunktionsstellung der Schwenklasche,
dass durch einen die beiden Möbelteile überdeckenden Bezugsstoff eine Zugspannung
auf den Rastbeschlag ausgeübt wird, die dazu führt, dass der Rastbeschlag um einen
gewissen Winkelbereich zurückgeschwenkt wird, so dass eine definierte Endstellung
des Rastbeschlages nicht möglich ist.
[0006] Eine Verlängerung des Bezugsstoffes, um die genannte Spannung zu verhindern, verbietet
sich allein schon deshalb, weil sich dadurch in gestreckter Lage des Rastbeschlages
eine erhebliche Faltenbildung ergibt, die neben einem unschönen Aussehen zu sogenannten
Schmutzecken führt, durch die der Bezugsstoff innerhalb kurzer Zeit unansehnlich wird.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rastbeschlag der gattungsgemäßen
Art so weiterzuentwickeln, dass seine Funktionsfähigkeit mit konstruktiv geringem
Aufwand verbessert wird.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Rastbeschlag mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Durch ein entsprechend der Erfindung ausgebildetes Arretierelement wird die Schwenklasche
in einer abgewinkelten Endstellung so weit sicher gehalten, dass ein Zurückschwenken
auch um wenige Grade verhindert wird, wobei die Federkraft des an dem Rastzapfen anliegenden
und diesen teilweise umgreifenden Schenkels so bemessen ist, dass sie einerseits größer
ist als die wirksame Zugkraft bzw. Spannkraft des Bezugsstoffes, andererseits aber
ein einfaches, d.h. mit sehr geringem Kraftaufwand erreichbares Zurückschwenken möglich
ist.
[0010] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist die Klammer zwei, ein
Maul bildende federnde Schenkel auf, die den Rastzapfen in Arretierstellung beidseitig
teilweise umgreifen.
[0011] Bevorzugt ist das Arretierelement als Kunststoff-Spritzgussteil ausgebildet, dessen
Material dauerhaft die für die Funktionsfähigkeit der Klammer notwendigen Rückstellkräfte
besitzt, wobei die Klammer so ausgebildet ist, dass ihre beiden Schenkel den Rastbolzen,
der zylinderförmig ausgebildet ist, über seine Zentralachse hinaus umgreifen. Hierdurch
wird ein sicherer Halt der Schwenklasche gewährleistet, andererseits aber auch ein
leichtes Lösen der Arretierung.
[0012] Als besonderer Vorteil der Erfindung ist hervorzuheben, dass das Arretierelement
nachträglich an einen bereits montierten Rastbeschlag angebaut werden kann, insbesondere
an einen solchen Rastbeschlag, der nicht ausgebaut werden kann, weil er beispielsweise
mit einem Gestell unlösbar verbunden ist. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus,
dass praktisch keine Veränderungen an einem bereits vorhandenen Rastbeschlag notwendig
sind, außer dass der Rastbolzen an der entsprechenden Schwenklasche zu befestigen
ist, was jedoch ohne nennenswerten Aufwand möglich ist. Dies gilt gleichermaßen für
einen Anschlagbolzen, der mit dem Arretierelement derart korrespondiert, dass dies
verdrehsicher an der Anschlusslasche gehalten ist.
[0013] Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung ist vorgesehen, das Arretierelement zweiteilig
auszubilden und zwar mit einer Ober- und einer Unterschale.
[0014] Die Unterschale, die an der Anschlusslasche anliegt, kann in ihrem Innenraum eine
Zahnreihe aufweisen, die in einer konzentrischen Bahn angeordnet sind und bereichsweise
mit einem Zahnsegment in Eingriff stehen, das in der aufliegenden Oberschale angeformt
ist. Dabei ist die Anzahl der Zähne der Zahnreihe größer als die Anzahl der Zähne
des Zahnsegments, so dass eine Verstellung der Oberschale gegenüber der Unterschale
innerhalb eines bestimmten Winkelbereichs möglich ist, wobei die Unterschale verdrehsicher
an der ersten Schwenklasche gehalten ist.
[0015] Durch diese Verstellmöglichkeit der Ober- zur Unterschale kann die End- bzw. Arretierposition
der Schwenklasche im Vorhinein festgelegt werden, je nach Wunsch und Erfordernis.
[0016] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen
beschrieben.
[0018] Es zeigen:
- Figuren 1 und 2
- einen erfindungsgemäßen Rastbeschlag jeweils in unterschiedlichen Stellungen in einer
Seitenansicht;
- Figur 3
- eine Einzelheit des Rastbeschlages in einer schaubildlichen Darstellung.
[0019] In den Figuren 1 und 2 ist ein Rastbeschlag für zwei gelenkig miteinander verbundene
Bauteile, insbesondere Möbelteile gezeigt, mit einer Anschlusslasche 1 und einer damit
drehbar verbundenen Schwenklasche 2, die in verschiedenen Winkelstellungen mittels
eines nicht dargestellten Gesperres zueinander arretierbar sind.
[0020] In einer Endstellung der Schwenklasche 2, wie sie in der Figur 2 gezeigt ist, ist
das Gesperre außer Eingriff, so dass sich die Schwenklasche 2 um einen gewissen Winkelbereich
frei zurückdrehen lässt.
[0021] Um dies zu verhindern, ist ein Arretierelement 3 vorgesehen, das verdrehsicher an
der Anschlusslasche 1 befestigt ist, vorzugsweise, wie im Beispiel, im Bereich der
mit der Schwenklasche 2 gemeinsamen Drehachse.
[0022] Zur Verdrehsicherung weist das Arretierelement 3 eine Ausnehmung 8 auf, die bereichsweise
einen Zapfen 9 der Anschlusslasche 1 umgreift.
[0023] In der Figur 1 ist eine Schwenkstellung des Rastbeschlages wiedergegeben, während
die Figur 2 eine Endstellung zeigt, in der die Anschlusslasche 1 und die Schwenklasche
2 rechtwinklig zueinander stehen.
[0024] Um die Schwenklasche 2 in dieser Stellung gegenüber der Anschlusslasche 1 zu halten,
ist das Arretierelement 3 mit einer Klammer 4 versehen, die zwei federnde Schenkel
5 aufweist, die ein in Richtung der Schwenklasche 2 offenes Maul 6 bilden.
[0025] Dabei ist die Breite der Öffnung des Maules 6 kleiner als der Durchmesser eines zylinderförmigen
Rastzapfens 7, der an der Schwenklasche 2 befestigt ist und der bei einer Verschwenkung
der Schwenklasche 2 in die in der Figur 2 gezeigte Endstellung in das Maul 6 eintaucht,
unter Aufspreizung der Schenkel 5, die aufgrund ihrer Rückstellkräfte an den Rastzapfen
7 angepresst sind.
[0026] Zum Rückschwenken der Schwenklasche 2 müssen diese Rückstellkräfte überwunden werden,
die jedoch so durch Materialwahl und Dimensionierung der Klammer 4 eingestellt werden
können, dass ein problemloses Lösen aus der Umklammerung durch einen Benutzer möglich
ist.
[0027] Wie erwähnt und erkennbar, stehen die Anschlusslasche 1 und die Schwenklasche 2 in
einer Endstellung rechtwinklig zueinander. Um im Bedarfsfall die Anschlusslasche 1
und die Schwenklasche 2 in einer durch einen anderen Winkel definierten Endstellung
zu halten, ist, wie in der Figur 3 sehr deutlich erkennbar, das Arretierelement 4
zweiteilig ausgebildet und zwar in Form einer Oberschale 12 und einer Unterschale
13, die auf der Anschlusslasche 1 aufliegt, während an die Oberschale 12 die Klammer
4 angeformt ist.
[0028] Die Unterschale 13 weist in einem konzentrischen Kreisbogen eine Zahnreihe 10 auf,
in die bereichsweise ein Zahnsegment 11 der Oberschale 12 eingreift. Dieses Zahnsegment
11 ist gleichfalls konzentrisch angeordnet, wobei je nach Positionierung innerhalb
der Zahnreihe 10 die Winkelstellung der Klammer 4 zur Ausnehmung 8 verändert wird,
wodurch sich auch die arretierte Endstellung des Schwenkhebels 2 zum Anschlusshebel
1 verändert.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Anschlusslasche
- 2
- Schwenklasche
- 3
- Arretierelement
- 4
- Klammer
- 5
- Schenkel
- 6
- Maul
- 7
- Rastzapfen
- 8
- Ausnehmung
- 9
- Stift
- 10
- Zahnreihe
- 11
- Zahnsegment
- 12
- Oberschale
- 13
- Unterschale
1. Rastbeschlag für zwei gelenkig miteinander verbundene Bauteile, insbesondere Möbelteile,
mit einer Anschlusslasche (1) und einer drehbar damit verbundenen Schwenklasche (2),
die in verschiedenen Winkelstellungen mittels eines Gesperres zueinander arretierbar
sind, wobei das Gesperre in einer Endstellung der Schwenklasche (2) außer Eingriff
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Arretierung der Schwenklasche (2) in Außereingriffsstellung des Gesperres ein
Arretierelement (3) verdrehsicher an der Anschlusslasche (1) befestigt ist, das eine
Klammer (4) mit mindestens einem federnden Schenkel (5) aufweist, der in Arretierstellung
einen an der Schwenklasche (2) befestigten Rastzapfen (7) teilweise umgreift.
2. Rastbeschlag nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klammer (4) zwei sich gegenüberliegende, ein Maul (6) bildende federnde Schenkel
(5) aufweist, wobei die Öffnung des Maules (6) zum Rastzapfen (7) hin gerichtet ist.
3. Rastbeschlag nach Ansprach 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung des Maules (6) kleiner ist als der Durchmesser des zylindrischen Rastzapfens
(7).
4. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (3) eine Ausnehmung (8) aufweist, in der ein an der Anschlusslasche
(1) befestigter Stift (9) einhegt.
5. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (3) aus einer Unterschale (13) und einer Oberschale (12) besteht,
wobei die Unterschale (13) mit der Ausnehmung (8) und die Oberschale (12) mit der
Klammer (4) versehen sind.
6. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberschale (12) und die Unterschale (13) in unterschiedlichen Winkelstellungen
zueinander arretierbar sind.
7. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Unterschale (13) eine konzentrische, in einem Kreisbogen angeordnete Zahnreihe
(10) aufweist, in die bereichsweise ein Zahnsegment (11) der Oberschale (12) eingreift.
8. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (3) im Bereich einer gemeinsamen Schwenkachse der Anschlusslasche
(1) und der Schwenklasche (2) angeordnet ist.