[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Poliervorrichtung zum zonalen Polieren von optischen
Linsen mit einem kippbaren Basisteil zur mittel- oder unmittelbaren Aufnahme eines
Poliertellers, wobei das Basisteil zwecks rotatorischen Antriebs mit einer eine Drehachse
D aufweisenden Polierspindel verbunden ist.
[0002] Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Drehdurchführung für eine Polierspindel
für optische Flächen.
[0003] Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum zonalen Polieren von asphärischen,
nicht rotationssymmetrischen Linsen unter Verwendung eines durch eine Polierspindel
kippbar geführten Poliertellers.
[0004] Bei der Herstellung asphärischer bzw. nicht rotationssymmetrischer Linsen wie Linsen
mit torischer Oberfläche oder Freiformflächen werden in der Regel Werkzeuge bzw. Polierköpfe
benutzt, die kleiner sind als die zu bearbeitende Fläche der Linse, sogenannte zonale
Polierwerkzeuge.
[0005] Bei der zonalen Bearbeitung wird das Werkzeug bzw. der Polierkopf über die Oberfläche
geführt, wobei auf die Bereiche der zu bearbeitenden Fläche der Linse, die nicht vom
Werkzeug verdeckt ist, Poliermittel aufgegeben wird, welches dann zwischen das Polierwerkzeug
und die zu bearbeitende Fläche der Linse eingearbeitet wird, womit die Polierleistung
verbessert wird. Zwecks Anpassung des Polierkopfes an die Form der zu bearbeitenden
Oberfläche ist dieser über ein Kugelgelenk kippbar gelagert. Ferner weist der Polierkopf
eine elastische Trägerschicht für die Polierfolie auf, sodass eine lokale Verformung
des Polierkopfes zwecks Anpassung an die Form der Linse möglich ist.
[0006] Ein solches Polierwerkzeug ist aus der
DE 10 2004 062 319 B3 bekannt. Sie beschreibt eine Poliervorrichtung für optische Linsen mit einer eine
Rotationsachse X aufweisenden Aufnahme zum Anordnen an einer Poliermaschine und einer
an der Aufnahme angeordneten Manschette zum rotatorischen Antreiben einer an der Manschette
angeordneten Werkzeugaufnahme bzw. Polierkopfaufnahme, wobei die Werkzeugaufnahme
über einen koaxial in der Aufnahme gelagerten und in Richtung der Rotationsachse X
verschiebbaren Führungskolben kippbar geführt ist.
[0007] Wie bereits oben ausgeführt wird bei der zonalen Bearbeitung das Poliermittel auf
die freien Teile der zu polierenden Fläche aufgetragen. Eine darüber hinausgehende
Zufuhr von Poliermittel ist zunächst nicht notwendig.
[0008] Bei der Bearbeitung von sphärischen Flächen, insbesondere in der Präzisionsoptik,
wo in der Regel Mineralglaslinsen eingesetzt werden, werden zwecks Erhalt einer hochgenauen
sphärischen Fläche große Polierwerkzeuge verwendet, die die zu polierende Fläche überdecken.
Die vorgehend beschriebene Zufuhr von Poliermittel ist in diesem Fall nicht möglich,
weil die zu polierende Fläche während des Polierprozesses nicht freigegeben wird.
In diesem Fall ist es vorteilhaft, das Poliermittel auf anderem Wege zuzuführen.
[0009] Es ist bereits eine Vorrichtung für die Zufuhr von Poliermittel für die Feinbearbeitung
sphärischer Flächen aus der
DE 199 05 583 B4 bekannt. Die Vorrichtung weist ein Formgebungswerkzeug aus Guss mit einer sphärisch
geformten Bearbeitungsfläche zur Aufnahme einer nicht dargestellten Polierfolie, mit
einem sich zu der Bearbeitungsfläche hin öffnenden Zuführkanal und mit einem drehbaren,
einen Verbindungskanal aufweisenden Verbindungsabschnitt, über den das Werkzeug lösbar
befestigt ist, auf. An den Verbindungsabschnitt ist in radialer Richtung ein Versorgungsteil
angeschlossen, das relativ zu dem Verbindungsabschnitt drehbar ist, wobei zwischen
dem Verbindungsabschnitt und dem Versorgungsteil ein die Leckage für Hilfsmittel gewährendes
Spiel vorhanden ist. Die so ausgebildete Drehdurchführung ist an einem Basisteil der
Spindel befestigt und trägt das Polierwerkzeug. Ein einfacher Austausch der Drehdurchführung
oder des Polierwerkzeuges ist nicht möglich.
[0010] Die relative Winkellage zwischen dem Werkzeug mit der Bearbeitungsfläche und der
zu bearbeitenden Fläche ist starr. Ein Verschwenken des Werkzeuges oder des Basisteils
ist nicht möglich.
[0011] Das aus dem Stand der Technik bekannte Polierwerkzeug ist nicht als Polierteller
ausgebildet, sondern ein starres Gussteil mit einer aufgelegten Polierfolie. Ein Polierteller
im Sinne dieser Erfindung ist gekennzeichnet durch ein Trägerteil, in der Regel aus
Kunststoff, auf dem eine elastische Schaumstoffschicht aufgebracht ist. Die Schaumstoffschicht
dient als Trägerschicht für eine vorzugsweise auswechselbare Polierfolie, die auch
als Polierpad bezeichnet wird.
[0012] Die elastische Schaumstoffschicht ist notwendig, damit eine Anpassung der Polierfolie
an die lokalen Gegebenheiten der zu polierenden Oberfläche über die Kippbewegung des
Poliertellers am Kugelgelenk hinaus möglich ist. Wie bereits ausgeführt werden in
der Regel asphärische Oberflächen poliert, deren Krümmung sowohl in radialer Richtung
als auch in Umfangsrichtung variiert.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Mittel für eine Poliervorrichtung für die
zonale Bearbeitung nicht rotationssymmetrischer Flächen bereit zu stellen, die eine
verbesserte Zufuhr von Poliermittel gewährleisten.
[0014] Gelöst wird die Aufgabe erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1, 13 und
15.
[0015] Der Einsatz einer Drehdurchführung zwecks Zufuhr von Poliermittel, die mit Bezug
zu der Drehachse D und mit Bezug zum Basisteil zumindest teilweise gegenüberliegend
zur Polierspindel angeordnet ist, ermöglicht die ergänzende Zufuhr von Poliermittel
zwischen einem Polierkopf und einer zu bearbeitenden Fläche trotz des Einsatzes eines
schwenkbaren Basisteils. Die Drehdurchführung und die Polierspindel bzw. das Kugelgelenk
sind also mit Bezug zu der Drehachse D benachbart zum Basisteil angeordnet, sodass
das Basisteil mit Bezug zu der Drehachse D zwischen der Polierspindel bzw. dem Kugelgelenk
und der Drehdurchführung platziert ist.
[0016] Die Polierspindel weist in der Regel ein Kugelgelenk auf, über das das Basisteil
kippbar an der Polierspindel gelagert ist. Mit dem Einsatz der Drehdurchführung an
der erfindungsgemäßen Position vergrößert sich der Abstand zwischen dem Kugelgelenk
und einem aufzusetzenden Polierkopf, was sich zunächst nachteilig auf das Polierverhalten
auswirkt. Jedoch wird eine Durchführung von Poliermittel im Bereich des Kugelgelenkes
oder gar im Bereich der Spindel vermieden.
[0017] Die Verwendung eines Kupplungselements, mittels dessen die Drehdurchführung auf eine
Polierspindel lösbar aufsteckbar oder aufklipsbar ist, gewährleistet einen einfachen
oder auch maschinellen Wechsel der Drehdurchführung zwecks Reinigung bzw. Wässerung
derselben. Ein solcher Austausch ist bei der aus dem Stand der Technik bekannten Drehdurchführung
nicht möglich, weil diese starr mit der Spindel und dem Polierwerkzeug verschraubt
sein muss.
[0018] Vorteilhaft kann es hierzu auch sein, wenn die Drehdurchführung mindestens ein Poliermittelkanalsystem
mit mindestens einer Zuführöffnung und mit mindestens einer Auslauföffnung aufweist,
wobei die Auslauföffnung des Poliermittelkanalsystems mit Bezug zum Basisteil zumindest
teilweise gegenüberliegend zur Polierspindel angeordnet ist. Es wäre auch möglich,
die Drehdurchführung und das Kanalsystem oder eine Schlauchverbindung zum Weiterleiten
von Poliermittel räumlich zu trennen. Letztlich kommt es darauf an, dass das Poliermittel
mit Bezug zur Richtung der Drehachse vor dem Kugelgelenk bzw. vor dem Basisteil austritt
und dort einem anzuordnenden Polierteller zugeführt wird. Die Präposition "vor" bezieht
sich dabei auf die freie Seite des Basisteils, an der der Polierteller und/oder die
Drehdurchführung angeordnet werden.
[0019] Ferner kann es vorteilhaft sein, wenn die Zuführöffnung des Poliermittelkanalsystems
als Ringkanal ausgebildet ist und mehrere voneinander getrennte Verbindungskanäle
aufweist, wobei der jeweilige Verbindungskanal den Ringkanal mit der Auslauföffnung
verbindet. Die aus dem Stand der Technik bekannte Drehdurchführung weist ebenfalls
ein Poliermittelkanalsystem mit verschiedenen Verbindungskanälen auf. Diese Verbindungskanäle
erfüllen, soweit sie voneinander getrennt sind, das vorstehend genannte Merkmal jedoch
nicht, weil sie nicht den Ringkanal mit der Auslassöffnung verbinden, sondern ausgehend
vom Ringkanal in einen gemeinsamen Zentralkanal führen, der das Poliermittel letztlich
zur Auslauföffnung leitet. Der Einsatz gänzlich voneinander getrennter Verbindungskanäle
gewährleistet eine gewisse Redundanz im Falle der Verstopfung einer der Kanäle.
[0020] Vorteilhaft kann es auch sein, wenn der jeweilige Verbindungskanal eine Richtungskomponente
Vd parallel zur Drehachse D aufweist, wobei der jeweilige Verbindungskanal zumindest
über einen Teil seiner Länge mit einem Abstand c zur Drehachse D angeordnet ist. Eine
solche Ausbildung des jeweiligen Verbindungskanals gewährleistet die Zufuhr von Poliermittel
in dem erfindungsgemäßen Bereich der Polierspindel, also vor dem Kugelgelenk bzw.
vor dem Basisteil, einerseits sowie die Vermeidung eines unnötig großen Abstandes
zwischen der Poliertelleraufnahme und dem Kugelgelenk andererseits. Jeder der Verbindungskanäle
weist somit sowohl eine radiale als auch eine axiale Richtungskomponente Vd, Vr auf,
sodass sich insgesamt ein trichterförmiges Poliermittelkanalsystem ergibt.
[0021] Dabei kann es vorteilhafterweise vorgesehen sein, dass die Drehdurchführung zwecks
Wässerung oder Reinigung abnehmbar an dem Basisteil befestigt ist. Während des laufenden
Betriebes, also bei kontinuierlicher Nachführung bzw. bei kontinuierlichem Umlauf
von Poliermittel ist ein Aushärten desselben nicht möglich. Im Falle des Stillstandes
der Vorrichtung, also ohne kontinuierlichen Poliermittelumlauf, ist jedoch ein Austrocknen
bzw. ein damit verbundenes Aushärten des Poliermittels unausweichlich. Mit einer abnehmbaren
Drehdurchführung lässt sich die Handhabung einer so gebildeten Poliervorrichtung wesentlich
vereinfachen. Abnehmbar bedeutet in diesem Sinne, dass die Drehdurchführung durch
einfache Rastmittel und/oder Klemmmittel mit wenigen Handgriffen oder gar maschinell
abgenommen und entsprechend auch montiert werden kann.
[0022] Von besonderer Bedeutung kann für die vorliegende Erfindung sein, wenn die Drehdurchführung
mit Bezug zur Richtung der Drehachse D eine vordere Stirnkante und das Kugelgelenk
einen Mittelpunkt M aufweist, wobei zwischen der Stirnkante und dem Mittelpunkt M
mit Bezug zur Richtung der Drehachse D ein Abstand b vorgesehen ist, wobei der Abstand
b maximal 25 mm oder zwischen 5 mm und 20 mm oder 11 mm beträgt. Wie bereits angesprochen
ist es wichtig, dass die Aufnahme für einen Polierteller nicht weiter als unbedingt
notwendig von dem Mittelpunkt des Kugelgelenkes entfernt ist. Wenn die Drehdurchführung
die Aufnahme für den Polierkopf bildet, so sollte der vorstehend beschriebene Abstand
b nicht überschritten werden. Mit wachsendem Abstand b stellen sich während der Bearbeitung
Rückstellmomente ein, die eine dynamische Anpassung des Basisteils mit dem daran angeordneten
Polierteller an die Geometrie bzw. Neigung der zu bearbeitenden Teilfläche nachteilig
beeinflussen.
[0023] Im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Ausbildung und Anordnung kann es von Vorteil
sein, wenn ein Polierteller montiert ist, wobei die Drehdurchführung zwischen dem
Basisteil und dem Polierteller angeordnet ist. Im Anwendungsfall, also bei aufgesetztem
Polierteller, gewährleistet die so platzierte Drehdurchführung eine optimale Zufuhr
von Poliermitteln an bzw. in den Polierteller zwecks Weiterführung durch diesen in
den Bereich zwischen einer Polierfolie und der zu bearbeitenden Fläche.
[0024] Vorteilhaft kann es ferner sein, wenn die Auslauföffnung des Poliermittelkanalsystems
zwischen dem Basisteil und dem Polierteller angeordnet ist. Die Auslauföffnung befindet
sich vorzugsweise zwischen dem Kugelgelenk und dem Polierteller, da das Kugelgelenk
zentrisch angeordnet ist und das Poliermittel vorzugsweise zentrisch in den Polierteller
eingeleitet werden sollte. Ausgehend von der zentrischen Einleitung ist eine Verteilung
des Poliermittels in radialer Richtung aufgrund der Rotation des Poliertellers während
des Betriebes gewährleistet.
[0025] Außerdem kann es vorteilhaft sein, wenn der Polierteller eine Polierauflage aufweist
und zwischen dem Mittelpunkt M des Kugelgelenks und der Polierauflage mit Bezug zur
Richtung der Drehachse D ein Abstand a vorgesehen ist, wobei der Abstand a maximal
40 mm oder zwischen 10 mm und 30 mm oder 25 mm beträgt. Der Polierteller ist in der
Regel aus einem Träger, einer auf dem Träger angeordneten flexiblen bzw. elastischen
Trägerschicht sowie der auf der Trägerschicht angeordneten Polierauflage gebildet.
Je nach Dicke der Trägerschicht variiert der Abstand a zwischen dem Mittelpunkt M
des Kugelgelenkes und der Polierauflage. Wie vorstehend bereits erläutert hat ein
zu großer Abstand a negativen Einfluss auf die dynamische Verkippbarkeit des Poliertellers
bzw. die Anpassungsfähigkeit des Poliertellers an die Winkellage der zu polierenden
Oberfläche im Falle der dynamischen Bearbeitung derselben.
[0026] Ferner kann es vorteilhaft sein, wenn die Drehdurchführung oder das Basisteil als
Kupplungsteil für den Polierteller ausgebildet ist oder mindestens ein Kupplungselement
für den Polierteller aufweist. Der Polierteller wird vorzugsweise aufgesteckt bzw.
aufgeklipst, sodass dieser maschinell wechselbar ist. Zwecks axialer Befestigung des
Poliertellers ist eine Klippverbindung ausreichend, denn der Polierteller wird während
der Bearbeitung durch das Basisteil bzw. die Spindel gegen die zu bearbeitende Oberfläche
gedrückt. Vielmehr bedarf es bei dem Polierteller eines ausreichenden Form- bzw. Kraftschlusses
in Umfangsrichtung sowie in radialer Richtung, sodass die Polierbewegung bzw. die
Polierkräfte übertragen werden können. Im Falle des formschlüssigen Anschlusses werden
hierbei in der Regel Mitnehmernasen vorgesehen, die vorstehend genannten Bedingungen
Rechnung tragen. Die Ankopplung des Poliertellers betreffend kann grundsätzlich eine
Funktionentrennung vorgesehen sein. Sowohl die Drehdurchführung als auch das Basisteil
können das Kupplungselement aufweisen.
[0027] Dabei kann es von Vorteil sein, wenn die Drehdurchführung mit dem Basisteil einteilig
verbunden ist. Damit wäre die Ausbildung des Basisteils bzw. der Drehdurchführung
etwas einfacher gestaltet, jedoch würde sich die Demontage zwecks Reinigung bzw. Besserung
der Drehdurchführung etwas schwieriger gestalten.
[0028] Schließlich kann es von Vorteil sein, wenn die Polierspindel eine axiale Translationsachse
T sowie eine weitere Drehdurchführung für Gas aufweist. Zwecks Anpassung des Basisteils
bzw. des daran befestigten Poliertellers an die Höhenunterschiede der zu bearbeitenden
Oberfläche ist in der Regel eine pneumatische Vorspannung des Basisteils über das
Kugelgelenk vorgesehen, welche über die weitere Drehdurchführung mit entsprechendem
Gasdruck versorgt wird.
[0029] Das Vorsehen eines Kupplungselementes, mittels dessen die Drehdurchführung auf eine
Polierspindel lösbar aufsteckbar oder aufklipsbar ist, macht den Wechsel zwecks Reinigung
und/oder Austausch sehr einfach. Ergänzend sollte die axiale Sicherung der Drehdurchführung
einerseits wie auch die Kraftübertragung zum rotatorischen und translatorischen Antrieb
durch die Spindel bzw. das Basisteil mittels Form- und/oder Kraftschluss andererseits
gewährleistet werden.
[0030] Hierzu kann es von Vorteil sein, wenn mindestens ein Kupplungsteil zum lösbaren Aufstecken
oder Aufklipsen eines Poliertellers vorgesehen ist. Da die Drehdurchführung erfindungsgemäß
auf das Basisteil aufsetzbar bzw. aufsteckbar oder aufklipsbar ist, ist es vorteilhaft
den Polierteller über ein entsprechendes Kupplungsteil an der Drehdurchführung zu
befestigen. Diese Befestigung ist in der Regel als Klips- oder Steckverbindung ausgebildet,
sodass diese wie bereits erwähnt mit wenigen Handgriffen oder gar maschinell gelöst
werden kann, um den Polierteller bei Bedarf auszutauschen. Der Austausch kann dabei
ohne Demontage sonstiger Spindelteile erfolgen. Eventuell vorzusehende Sicherungsmittel
sollten mit wenigen Handgriffen zu lösen bzw. festzusetzen sein.
[0031] Das Einbringen von Poliermittel zwischen den Polierteller und die Linse beim Polieren
über eine zwischen der Polierspindel und dem Polierteller angeordnete Drehdurchführung
verbessert die zu erreichende Polierleistung und die Polierqualität. Das seitlich
zum Polierteller aufgebrachte und im Polierprozess eingearbeitete Poliermittel mag
in den meisten Fällen ausreichend sein.
[0032] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind in den Patentansprüchen und
in der Beschreibung erläutert und in der Figur dargestellt.
[0033] Eine dargestellte Poliervorrichtung 1 besteht aus einer Spindel 1.2, an deren vorderem
Ende ein Basisteil 1.1 vorgesehen ist, welches stirnseitig eine Drehdurchführung 3
trägt. Auf die Drehdurchführung 3 ist ein Polierteller 2 aufsetzbar bzw. gemäß Darstellung
aufgesetzt.
[0034] Die Polierspindel 1.2 weist ein Gehäuse 1.7 auf, welches mit einem nicht dargestellten
Antrieb zwecks rotatorischen Antriebs verbunden ist. Innerhalb des Gehäuses 1.7 ist
ein axial beweglicher Kolben 1.5 gelagert, an dessen stirnseitgem Ende ein Kugelgelenk
1.3 zur kippbaren Aufnahme des Basisteils 1.1 vorgesehen ist. Der Kolben 1.5 ist in
Richtung einer Translationsachse T axial beweglich und wird hierzu über einen Zylinder
1.8, der mit einer weiteren Drehdurchführung 1.4 für Gas verbunden ist, mit Axialkraft
beaufschlagt. Die Drehbewegung wird über das Gehäuse 1.7 auf einen Faltenbalg 1.6
übertragen, der wiederum mit dem Basisteil 1.1 zwecks rotatorischen Antriebs verbunden
ist. Zwecks Gewährleistung einer definierten Lage zwischen dem Basisteil 1.1 und dem
Kolben 1.5 bzw. dem Gehäuse 1.7 weist das Gehäuse 1.7 am stirnseitigen Ende ein Anschlag-
und Zentriermittel 1.9 auf, gegen welches das Basisteil 1.1 in axialer Richtung und/oder
radialer Richtung anlegbar ist. Die axiale Anlage erfolgt durch eine entsprechende
Bewegung des Kolbens 1.5 gemäß Darstellung nach unten, sodass das Basisteil 1.1 bei
gleichzeitigem Zusammendrücken des Faltenbalges 1.6 gegen das Anschlagmittel 1.9 anliegt.
[0035] Die Drehdurchführung 3 ist im Wesentlichen aus einem Gehäuse 3 gebildet, welches
stirnseitig auf das Basisteil 1.1 aufgesetzt und über ein Sicherungsmittel 3.9 gesichert
ist. Das Gehäuse 3 rotiert mit dem Basisteil 1.1. Zwecks Gewährleistung der Drehdurchführung
3 ist ein Wandteil 3.5 vorgesehen, welches in einer entsprechenden Ausnehmung am Gehäuse
3 gelagert und in Umfangsrichtung beweglich ist. Das Wandteil 3.5 weist einen U-förmigen
Querschnitt auf und bildet somit eine Kanalwand 3.5 eines Ringkanals 3.2 der Drehdurchführung
3. Das Wandteil 3.5 vollzieht die Rotationsbewegung des Gehäuses 3 nicht und weist
einen Zuführstutzen 4 für Poliermittel auf. Innerhalb des Gehäuses 3 sind ein erster
Verbindungskanal 3.4 sowie ein zweiter Verbindungskanal 3.4' vorgesehen. Der jeweilige
Verbindungskanal 3.4, 3.4' erstreckt sich ausgehend von dem Ringkanal 3.2 bis zu einem
stirnseitigen Ende bzw. einer Auslauföffnung 3.3 des Gehäuses 3. Der Ringkanal 3.2
bildet hierbei eine Zuführöffnung 3.2 für Poliermittel. Der jeweilige Verbindungskanal
3.4, 3.4' weist mit Bezug zu einer Drehachse D der Polierspindel 1.2 sowohl eine radiale
Richtungskomponente Vr sowie eine axiale Richtungskomponente Vd auf. Die vorgenannten
Richtungskomponenten Vr, Vd sind am Beispiel des stirnseitigen Abschnittes des jeweiligen
Verbindungskanals 3.4, 3.4' beschrieben. Der jeweilige Verbindungskanal 3.4, 3.4'
weist jedoch zusätzlich zu dem stirnseitigen Kanalabschnitt auch einen unmittelbar
anschließenden, ringkanalseitigen Kanalabschnitt auf, der ebenfalls sowohl eine radiale
Richtungskomponente Vr als auch eine axiale Richtungskomponente Vd hat. Insgesamt
ergibt sich eine Einlaufgeometrie des Poliermittelkanalsystems 3.1 mit einer radialen
und einer axialen Strömungskomponente, womit eine kurze Bauweise begünstigt wird.
[0036] Die Drehdurchführung 3 ist über ein Kupplungsteil 3.8 an das Basisteil 1.1 gekoppelt.
[0037] Die Drehdurchführung 3 weist verschiedene Kupplungselemente 3.7 auf, die als ringförmige
Wulste ausgebildet sind und die zum Aufstecken bzw. Aufklipsen des Poliertellers 2
dienen. Der Polierteller 2 weist einen entsprechenden Träger 2.1 auf, welcher aufgrund
seiner Geometrie auf die vorgenannten Kupplungselemente 3.7 aufsetzbar bzw. aufsteckbar
ist. Auf dem Träger 2.1 ist eine aus Schaumstoff gebildete Trägerschicht 2.2 angeordnet,
auf der stirnseitig letztlich eine Polierauflage 2.3 befestigt ist.
[0038] Koaxial zur Drehachse D weisen sowohl die Polierauflage 2.3 als auch die Trägerschicht
2.2 und der Träger 2.1 eine Ausnehmung auf, durch die das aus der Auslauföffnung 3.3
austretende Poliermittel gegen eine zu polierende Fläche austreten kann.
[0039] Das Kugelgelenk 1.3 weist einen Mittelpunkt M auf, der mit Bezug zur Richtung der
Drehachse D einen Abstand a zur Polierauflage 2.3 aufweist. Zwischen dem Mittelpunkt
M und einer Stirnkante 3.6 der Drehdurchführung 3 ist ein Abstand b vorgesehen. Die
Differenz zwischen dem Abstand a und dem Abstand b ergibt sich im Wesentlichen durch
eine nicht dargestellte Höhe der Trägerschicht 2.2 des Poliertellers 2.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Poliervorrichtung
- 1.1
- Basisteil
- 1.2
- Polierspindel
- 1.3
- Kugelgelenk
- 1.4
- weitere Drehdurchführung
- 1.5
- Kolben
- 1.6
- Faltenbalg
- 1.7
- Gehäuse
- 1.8
- Zylinder
- 1.9
- Anschlag- & Zentriermittel
- 2
- Polierteller
- 2.1
- Träger
- 2.2
- Trägerschicht, Schaumstoffteil
- 2.3
- Polierauflage
- 3
- Drehdurchführung, Gehäuse
- 3.1
- Poliermittelkanalsystem
- 3.2
- Zuführöffnung, Ringkanal
- 3.3
- Auslauföffnung
- 3.4
- Verbindungskanal
- 3.4'
- Verbindungskanal
- 3.5
- Wandteil, Kanalwand
- 3.6
- Stirnkante
- 3.7
- Kupplungselement
- 3.8
- Kupplungsteil
- 3.9
- Sicherungsmittel
- 4
- Zuführstutzen
- M
- Mittelpunkt
- a
- Abstand
- b
- Abstand
- c
- Abstand
- D
- Drehachse
- T
- Translationsachse
- V
- Vektor
- Vd
- Richtungskomponente
- Vr
- Richtungskomponente
1. Poliervorrichtung (1) zum Polieren von optischen Linsen mit einem kippbaren Basisteil
(1.1) zur mittel- oder unmittelbaren Aufnahme eines Poliertellers (2), wobei das Basisteil
(1.1) zwecks rotatorischen Antriebs mit einer eine Drehachse D aufweisenden Polierspindel
(1.2) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Drehdurchführung (3) zwecks Zufuhr von Poliermittel vorgesehen ist, wobei die
Drehdurchführung (3) mit Bezug zur Richtung der Drehachse D und mit Bezug zum Basisteil
(1.1), zumindest teilweise gegenüberliegend zur Polierspindel (1.2) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehdurchführung (3) mindestens ein Poliermittelkanalsystem (3.1) mit mindestens
einer Zuführöffnung (3.2) und mit mindestens einer Auslauföffnung (3.3) aufweist,
wobei die Auslauföffnung (3.3) des Poliermittelkanalsystems (3.1) mit Bezug zum Basisteil
(1.1) zumindest teilweise gegenüberliegend zur Polierspindel (1.2) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuführöffnung des Poliermittelkanalsystems (3.1) als Ringkanal (3.2) ausgebildet
ist und mehrere voneinander getrennte Verbindungskanäle (3.4, 3.4') aufweist, wobei
der jeweilige Verbindungskanal (3.4, 3.4') den Ringkanal (3.2) mit der Auslauföffnung
(3.3) verbindet.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der jeweilige Verbindungskanal (3.4, 3.4') eine Richtungskomponente Vd parallel zur
Drehachse D aufweist, wobei der jeweilige Verbindungskanal (3.4, 3.4') zumindest über
einen Teil seiner Länge mit einem Abstand c zur Drehachse D angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehdurchführung (3) zwecks Wässerung oder Reinigung abnehmbar an dem Basisteil
(1.1) befestigt ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehdurchführung (3) mit Bezug zur Richtung der Drehachse D eine vordere Stirnkante
(3.6) und dass das Kugelgelenk (1.3) einen Mittelpunkt M aufweist, wobei zwischen
der Stirnkante (3.6) und dem Mittelpunkt M mit Bezug zur Richtung der Drehachse D
ein Abstand b vorgesehen ist, wobei der Abstand b maximal 25 mm oder zwischen 5 mm
und 20 mm oder 11 mm beträgt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Polierteller (2) montiert ist, wobei die Drehdurchführung (3) zwischen dem Basisteil
(1.1) und dem Polierteller (2) unmittelbar an dem Basisteil (1.1) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auslauföffnung (3.3) des Poliermittelkanalsystems (3.1) zwischen dem Basisteil
(1.1) und dem Polierteller (2) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Polierteller (2) eine Polierauflage (2.3) aufweist und zwischen dem Mittelpunkt
M des Kugelgelenks (1.3) und der Polierauflage (2.3) mit Bezug zur Richtung der Drehachse
D ein Abstand a vorgesehen ist, wobei der Abstand a maximal 40 mm oder zwischen 10
mm und 30 mm oder 25 mm beträgt.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehdurchführung (3) oder das Basisteil (1.1) als Kupplungsteil für den Polierteller
(2) ausgebildet ist oder mindestens ein Kupplungselement (3.7) für den Polierteller
(2) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehdurchführung (3) mit dem Basisteil (1.1) einteilig verbunden ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Polierspindel (1.2) eine axiale Translationsachse T sowie eine weitere Drehdurchführung
(1.4) für Gas aufweist.
13. Drehdurchführung (3) für eine Polierspindel (1.2) für optische Flächen,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Kupplungselement (3.8) vorgesehen ist, mittels dessen die Drehdurchführung (3)
auf eine Polierspindel (1.2) lösbar aufsteckbar oder aufklipsbar ist.
14. Drehdurchführung (3) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Kupplungsteil (3.8) zum lösbaren Aufstecken oder Aufklipsen eines
Poliertellers (2) vorgesehen ist.
15. Verfahren zum zonalen Polieren von asphärischen, nicht rotationssymmetrischen Linsen
unter Verwendung eines durch eine Polierspindel (1.2) kippbar geführten Poliertellers
(2),
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Polieren über eine zwischen der Polierspindel (1.2) und dem Polierteller (2)
angeordnete Drehdurchführung (3) Poliermittel zwischen den Polierteller (2) und die
Linse eingebracht wird.