[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Abdeckelement bei einer Tür-, Tor- oder Fensterbeschlaggarnitur,
mit einer im wesentlichen parallel zur Ebene der Tür, des Tors oder des Fensters verlaufenden
und die Sichtseite des Abdeckelements bildenden Stirnwandung mit einer Öffnung für
den Durchtritt eines Drückers, eines Griffs oder eines Schließzylinders der Beschlaggarnitur
und mit einer zu dieser Sichtseite im wesentlichen senkrecht verlaufenden Umfangswandung,
wobei die Stirnwandung einstückig in die Umfangswandung übergeht.
[0002] Bekannte Abdeckelemente, häufig auch als Rosetten bezeichnet, haben eine mehr oder
weniger verrundete Gestalt im Übergang von der die Sichtseite bildenden Stirnwandung
zu ihrer Umfangswandung. Sie sind beispielsweise in einem Tiefziehvorgang herstellbar.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Abdeckelement der vorstehend
genannten Art dahingehend zu verbessern, dass eine von vorbekannten Formen abweichende
Erscheinungsform realisiert wird, wobei aber dennoch eine wirtschaftliche Herstellbarkeit
gegeben sein soll.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem Abdeckelement der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die Stirnwandung auf der Sichtseite scharfkantig mit einem Übergangsradius
von höchstens 0,50 mm in die Umfangswandung übergeht.
[0005] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Abdeckelements beträgt
der Übergangsradius 0,1 - 0,5 mm, insbesondere 0,2 - 0,5 mm, insbesondere 0,2 - 0,45
mm, insbesondere 0,2 - 0,4 mm. Durch Ausbildung eines derart scharfkantigen Übergangs
zwischen Stirnwandung und Umfangswandung lässt sich in unerwarteter Weise ein wesentlich
markanteres Erscheinungsbild des Abdeckelements erreichen.
[0006] Diese scharfkantige Ausbildung kann erfindungsgemäß dadurch erzielt werden, dass
das Abdeckelement ein Tiefziehteil ist und dass die Stirnwandung auf der Sichtseite
flächenhaft spanend bearbeitet ist. Hierdurch wird eine scharfe Kante oder Unstetigkeit
im übergangsbereich gebildet.
[0007] Nach dieser spanenden Bearbeitung kann das Abdeckelement zumindest im Übergangsbereich
von Stirnwandung und Umfangswandung geschliffen oder poliert werden, was aber nicht
zwingend ist. Auf diese Weise wird ein allzu scharfer Grat, der bei der vorausgegangenen
spanenden Bearbeitung der Stirnwandung möglicherweise gebildet wurde, noch etwas verrundet.
[0008] Wenn die Stirnwandung flächenhaft poliert wird, so geschieht dies bei länglichen
ovalen Abdeckelementen vorzugsweise in einer Vorzugsrichtung entlang der längeren
Abmessung. Wenn die spanende Bearbeitung durch Abdrehen, insbesondere bei einem runden
Abdeckelement ausgeführt wurde, so ist in der Regel eine schleifende oder polierende
Bearbeitung nicht erforderlich. Durch das Abdrehen kann eine konzentrisch anmutende
Oberflächengestaltung geschaffen werden.
[0009] Die Wandstärke des Abdeckelements beträgt vorzugsweise 0,8 -2 mm, insbesondere 0,8
- 1,6 mm und weiter insbesondere 1,0 -1,4 mm.
[0010] Die Höhe der Umfangswandung des Abdeckelements senkrecht zur Ebene der Stirnseite
beträgt vorzugsweise 2 - 20 mm, insbesondere 5 - 20 mm, insbesondere 5 - 18 mm. Das
Abdeckelement besteht vorzugsweise aus Edelstahl.
[0011] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zum Herstellen eines Abdeckelements
mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Es wurde erfindungsgemäß erkannt, dass nach der
Formung des Abdeckelements in einem Tiefziehverfahren durch eine anschließende spanende
und dabei materialabtragende Bearbeitung der Stirnwandung des Abdeckelements eine
gegenüber vorbekannten Abdeckelementen sehr scharfkantige Ausbildung des Übergangs
der Stirnwandung in die Umfangswandung realisiert werden kann. Bei der spanenden materialabtragenden
Bearbeitung wird Material einer Dicke von vorzugsweise 0,1 bis 0,5 mm, insbesondere
von 0,2 - 0,5 mm, insbesondere von 0,2 - 0,45 mm, insbesondere von 0,2 - 0,4 mm abgetragen.
Daran könnte sich eine schleifende oder polierende Bearbeitung im Anschluss an die
spanende Bearbeitung anschließen, was aber in der Regel nicht zwingend erforderlich
ist.
[0012] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten
Patentansprüchen und aus der zeichnerischen Darstellung und nachfolgenden Beschreibung
einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Abdeckelements und seiner
Herstellung. In der Zeichnung zeigt:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Abdeckelements;
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Abdeckelements;
- Figur 3
- eine Schnittansicht im Bereich des Übergangs von einer Stirnwandung in eine Umfangswandung
des erfindungsgemäßen Abdeckelements (nicht maßstabsgetreu).
[0013] Die Figuren 1 und 2 zeigen zwei Ausführungsformen erfindungsgemäßer Abdeckelemente
2, 4. Bei dem Abdeckelement 2 handelt es sich um eine sogenannte Drückerrosette und
bei der Abdeckrosette 4 um ein sogenanntes Langschild. Das Abdeckelement 2 umfasst
eine Öffnung 6 für einen Drücker oder gegebenenfalls für einen Stoßgriff einer Beschlaggarnitur,
und das Abdeckelement 4 umfasst eine Öffnung 8 für einen Drücker oder Stoßgriff und
eine Öffnung 10 für den Durchtritt eines Schließzylinders.
[0014] Beide Abdeckelemente 2, 4 umfassen eine parallel zu der Ebene der Tür verlaufende
und die Sichtseite des Abdeckelements bildende Stirnwandung 12 und eine hierzu im
Wesentlichen senkrecht verlaufende Umfangswandung 14, die in Umfangsrichtung durchgehend
ausgebildet ist. Ein Übergangsbereich 16 von der jeweiligen Stirnwandung 12 in die
Umfangswandung 14 ist erfindungsgemäß scharfkantig ausgebildet, was dem Abdeckelement
ein markantes Aussehen verleiht. Der Übergangsbereich 16 ist gekennzeichnet durch
einen Übergangsradius von höchstens 0,5 mm, insbesondere von höchstens 0,45 mm.
[0015] zur Herstellung des erfindungsgemäßen Abdeckelements 2 beziehungsweise 4 wird ein
Tiefziehvorgang ausgeführt. Die aus den Figuren 1 und 2 ersichtliche grundsätzliche
Formgebung des Abdeckelements 2, 4 wird also ausgehend von einer ebenen Platine durch
Tiefziehen hergestellt. Durch einen einzigen Tiefziehvorgang lässt sich jedoch der
Übergangsbereich 16 nicht derart scharfkantig ausbilden. Dies wird erst dadurch realisiert,
dass die Stirnwandung 12 des jeweiligen Abdeckelements 2, 4 auf der Sichtseite flächenhaft
spanend, insbesondere durch einen Fräsvorgang bearbeitet wird, wobei Material vorzugsweise
flächenhaft über die gesamte Erstreckung der Stirnwandung 12 abgetragen wird, und
zwar je nach Wanddicke des Abdeckelements im Bereich von 0,1 bis 0,5 mm Dicke. Hierdurch
lässt sich der Übergangsbereich 16 zwischen Stirnwandung 12 und Umfangswandung 14
sehr scharfkantig ausbilden.
[0016] In einem nachfolgenden Schleifvorgang kann ein durch die spanabtragende Bearbeitung
resultierender scharfer Grat wieder etwas verrundet werden, so dass insgesamt eine
zwar scharfkantige aber für den Benutzer keine Verletzungsgefahr bergende Ausbildung
des Übergangsbereichs 16 geschaffen wird. Dies ist aber in den meisten Fällen nicht
erforderlich.
[0017] Figur 3 zeigt vergrößert dargestellt und nicht maßstabsgetreu die Herstellung des
erfindungsgemäßen Abdeckelements, wobei in unterbrochenen Linien die äußere Gestalt
des Abdeckelements nach einem Tiefziehvorgang dargestellt ist. Im Anschluss hieran
wird ein schraffiert dargestellter Oberflächenbereich 20 spanend, durch Fräsen abgetragen,
wodurch die ebene Oberseite der Stirnwandung 12 geschaffen wird. Man erkennt im Übergangsbereich
16 eine unstetige scharfe Kante 22. Insgesamt wird ein Übergang mit einem Übergangsradius
R geschaffen, der geringer ist als bei bekannten Abdeckelementen und gegenüber einem
allein durch einen einmaligen Tiefziehvorgang herstellbaren Übergangsradius reduziert
ist.
1. Abdeckelement (2, 4) bei einer Tür-, Tor- oder Fensterbeschlaggarnitur, mit einer
im wesentlichen parallel zur Ebene der Tür, des Tors oder des Fensters verlaufenden
und die Sichtseite des Abdeckelements bildenden Stirnwandung (12) mit einer Öffnung
(6, 8, 10) für den Durchtritt eines Drückers, eines Griffs oder eines Schließzylinders
der Beschlaggarnitur und mit einer zu dieser Sichtseite im wesentlichen senkrecht
verlaufenden Umfangswandung (14), wobei die Stirnwandung (12) einstückig in die Umfangswandung
(14) übergeht, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnwandung (12) auf der Sichtseite scharfkantig mit einem Übergangsradius (R)
von höchstens 0,50 mm in die Umfangswandung (14) übergeht.
2. Abdeckelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsradius (R) 0,1 - 0,5 mm, insbesondere 0,2 - 0,5 mm, insbesondere 0,2
- 0,45 mm, insbesondere 0,2 - 0,4 mm beträgt.
3. Abdeckelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Tiefziehteil ist und dass die Stirnwandung (12) auf der Sichtseite flächenhaft
spanend bearbeitet ist.
4. Abdeckelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Stirnwandung (12), vorzugsweise die gesamte äußere Oberfläche des Abdeckelements,
in einer Vorzugsrichtung poliert ist.
5. Abdeckelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wandstärke des Abdeckelements 0,8 - 2 mm, insbesondere 0,8:- 1,6 mm und weiter
insbesondere 1,0 - 1,4 mm beträgt.
6. Abdeckelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Umfangswandung (14) senkrecht zur Ebene der Stirnseite 2 - 20 mm, insbesondere
5 - 20 mm, insbesondere 5 - 18 mm beträgt.
7. Abdeckelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement aus Edelstahl besteht.
8. Verfahren zum Herstellen eines Abdeckelements (2, 4) nach einem oder mehreren der
vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement in einem Tiefziehvorgang geformt ist und dass anschließend die
Stirnwandung (12) flächenhaft spanend und dabei materialabtragend bearbeitet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnwandung (12) durch Abdrehen bearbeitet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass von der Stirnwandung (12) Material einer Dicke von 0,1 - 0,5 mm spanend abgetragen
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 8, 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass anschließend an die spanende Bearbeitung eine schleifende oder polierende Bearbeitung
ausgeführt wird.