Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schlüssel, insbesondere einen Flachschlüssel für einen
Schließzylinder, mit Schlüsselschaft und Schlüsselreide und ferner einen Knauf an
einem Schließzylinder, der einem Schlüssel entsprechend zum Sperren des Schließzylinders
vorgesehen ist.
Stand der Technik
[0002] Um einen Riegel in einem Einstemmschloss vollständig in das stockseitige Schließstück
einzuschieben, muss ein Schlüssel in einem Schließzylinder zweimal um 360° gedreht
werden. Bei Balkenschlössern, deren Riegel zu beiden Seiten einer Tür ausfahren, sind
zumeist vier Umdrehungen des Schlüssels im Schließzylinder notwendig.
[0003] Gleiches gilt für Knaufzylinder, bei welchen ein Knauf wohnungsseitig den Schlüssel
ersetzt. Der Knauf ist direkt mit einem Zylinderkern auf einer Seite des Doppelschließzylinders
verbunden. Das Drehen eines Einzelschlüssels erfordert ein mehrfaches Umgreifen an
der Schlüsselreide. Insbesondere wenn der Schlüssel an einem Schlüsselbund (Schlüsselring,
Schlüsselkette) hängt, muss der gesamte Schlüsselbund mitgedreht werden. Auch ein
Wirbelgelenk zwischen dem Schlüsselbund und dem im Schließzylinder steckenden Schlüssel
hilft nicht viel, da es nicht einfach ist, eine Relativbewegung zwischen der Schlüsselreide
und dem Schlüsselbund bei mehrfachem Umgreifen von Daumen und Zeigefinger auszuführen.
Wie die Praxis beweist, sind Türblatt, Türstock und Drückerschild durch das häufige
Sperren abgeschürft und zerkratzt.
[0004] Aus der
DE 202008010995 U ist eine Schlüsselbundvorrichtung bekannt, bei der eine Mehrzahl von Flachschlüsseln
zwischen zwei länglichen Platten ausschwenkbar gelagert ist. In der Art eines Taschenmessers
werden die Schlüssel - den Klingen des Taschenmessers vergleichbar - in die Gebrauchslage
herangeschwenkt. Beim Sperrvorgang muss die gesamte Schlüsselbundvorrichtung mitgedreht
werden.
[0005] Die
DE 8505406 U betrifft einen Schlüsselknauf. Um einen Schließzylinder in einen Knaufzylinder umzuändern,
wird auf eine Schlüsselreide eines Flachschlüssels ein kreiszylindrischer Körper aufgesteckt
und mit Hilfe von Wurmschrauben fixiert. Wenn dieser Schlüssel permanent im Schloss
bleibt, dann hat der Zylinder die Funktion eines Knaufzylinders. Der Knauf agiert
als Drehhilfe beim Sperrvorgang.
[0006] Die
DE 4433122 A bezieht sich auf einen motorischen Türschlossantrieb. Über ein Drückerschild mit
Schließzylinder wird ein Antriebskasten gestülpt, in dem ein Schlüssel elektrisch
drehbar eingebaut ist. Durch Einschalten des Elektroantriebes wird der Schlüssel gedreht
und der Drücker betätigt. Diese Ausführung ist extrem aufwändig und nur für den stationären
Betrieb geeignet.
Darstellung der Erfindung
[0007] Die Erfindung zielt darauf ab, den Sperr- oder Öffnungsvorgang zu erleichtern und
gleichzeitig Beschädigungen rund um das Schloss zu vermeiden.
[0008] Dies wird mit einem Schlüssel der eingangs beschriebenen Art dadurch erreicht, dass
die Schlüsselreide als Kurbel mit exzentrischem Kurbelgriff zur Drehung des Schlüssels
im Schließzylinder ausgebildet ist. Es kann also die Schlüsselreide selbst die Form
einer Kurbel haben oder an der Schlüsselreide eine Kurbel angreifen. Der Schlüsselschaft
bzw. Bart kann unmittelbar in eine Kurbel übergehen.
[0009] Es ist zweckmäßig, wenn der Kurbelgriff frei drehbar gegenüber dem Schlüssel gelagert
ist und am freien Ende des Kurbelgriffes vorzugsweise eine Öffnung bzw. ein Auge für
eine Schlüsselkette oder für einen Schlüsselring eines Schlüsselbundes aufweist. Der
Kurbelgriff ist jener Teil der Kurbel, an dem man mit Daumen und Zeigefinger angreift.
Dieser bleibt drehfest und gleitet nicht zwischen den Fingern. Daher rotiert auch
ein Schlüsselbund nicht beim Sperrvorgang, wenn der Schlüsselring durch die Öffnung
bzw. das Auge des frei drehbaren Kurbelgriffes greift. Ein Drehlager kann am Fußpunkt
des Kurbelgriffes an der Schlüsselreide oder einem Kurbelschenkel vorgesehen sein.
[0010] Besonders zweckmäßig ist es, wenn auf dem Kurbelgriff eine Hülse frei drehbar gelagert
ist und wenn am freien Ende der Hülse eine Öffnung bzw. ein Auge für eine Schlüsselkette
oder für einen Schlüsselring eines Schlüsselbundes vorgesehen ist. Als Alternative
zum frei drehbaren Kurbelgriff ist also die Hülse mit Spiel auf dem Kurbelgriff angeordnet.
Die Hülse ist hier mit einer Öffnung oder einem Auge für den Schlüsselring des Schlüsselbundes
ausgestattet.
[0011] Eine praxisgerechte kompakte Ausführungsform ist
dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbel bzw. der Kurbelgriff in die Schlüsselreide radial einklappbar bzw. zur
Versenkung in der Reide linear einschiebbar ist. Die Kurbel legt sich somit in der
Wartestellung an die Seitenflächen der Schlüsselreide an und rastet in dieser Stellung
ein. Auch ein Versenken der Kurbel durch Einschieben in die Reide ist möglich.
[0012] Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Kurbel als Winkelstück mit zwei im rechten Winkel
aneinander schließenden Schenkeln ausgebildet ist, wobei der eine Schenkel mit der
Schlüsselreide ausklappbar bzw. ausschwenkbar verbunden bzw. in die Schlüsselreide
einschiebbar ist und der andere Schenkel den Kurbelgriff bildet.
[0013] Der Hebelarm der Kurbel soll möglichst groß sein, damit ein maximales Drehmoment
erzielt werden kann. Dazu ist ein Drehlager zum Ausklappen oder Ausschwenken der Kurbel
am äußeren Rand der Schlüsselreide im radialen Abstand von der Drehachse des Schlüssels
bzw. eines Zylinderkernes im Schließzylinder vorgesehen.
[0014] Ein Äquivalent zum Schlüssel stellt der Knauf an der Einbauinnenseite eines Schließzylinders
- meist Doppelschließzylinders - dar. Solche Schließzylinder sind als Knaufzylinder
oder Hotelzylinder bekannt und erfordern raumseitig zum Öffnen und Schließen keinen
Schlüssel - dieser wird durch den Knauf im Sinne eines permanent steckenden Schlüssels
gebildet. Die Erfindung bezieht sich somit gleichermaßen auf einen Knauf an einem
Schließzylinder, der einem Schlüssel entsprechend zum Sperren des Schließzylinders
vorgesehen ist. Um diesen Knauf leichter zu drehen ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass der Knauf als Kurbel mit einem exzentrisch zur Drehachse des Knaufes angeordneten
Kurbelgriff ausgebildet ist.
[0015] Die Kurbel bzw. der Kurbelgriff kann an dem Knauf ausklappbar bzw. ausschwenkbar
sein. Insbesondere ist es zweckmäßig, wenn die Kurbel als Winkelstück mit zwei im
rechten Winkel aneinander schließenden Schenkeln ausgebildet ist, wobei der eine Schenkel
ausklappbar bzw. ausschwenkbar mit dem Knauf verbunden bzw. in den Knauf seitlich
einschiebbar ist und der andere Schenkel den Kurbelgriff, gegebenenfalls mit Hülse,
bildet.
Kurze Beschreibung der Abbildungen der Zeichnungen
[0016] Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den Zeichnungen dargestellt.
Fig. 1 zeigt die Seitenansicht eines Flachschlüssels mit Schlüsselreide und Kurbelgriff,
Fig. 2 einen Flachschlüssel in Seitenansicht mit ausklappbarer Kurbel, Fig. 3 einen
Doppelschließzylinder mit Knauf und ausklappbarer Kurbel von der Seite, Fig. 4 die
Frontansicht auf den Knauf und Fig. 5 eine Alternative eines Flachschlüssels mit ausschiebbarer
Kurbel.
Weg(e) zur Ausführung der Erfindung
[0017] Gemäß Fig. 1 umfasst ein Flachschlüssel einen Schlüsselschaft 1 mit Profilierung
und Zahnung oder einer anderen Kodierung und eine Schlüsselreide 2. An dieser ist
exzentrisch zur Drehachse ein Kurbelgriff 3 vorgesehen, auf dem eine Hülse 4 unverlierbar
und drehbar gelagert ist. Am freien Ende trägt die Hülse 4 eine Öffnung 5 zum Auffädeln
des Schlüssels auf einem Schlüsselring eines Schlüsselbundes. Wenn der Schlüssel in
den Schlüsselkanal eines Schließzylinders gesteckt wird, dann verbleibt der Schlüsselbund
in der hohlen Hand. Mit Daumen und Zeigefinger wird die Hülse 4 ergriffen und es wird
eine drehende Bewegung (Kurbelbewegung) ausgeführt. Der Schließzylinder wird somit
"aufgekurbelt" bzw. "zugekurbelt". Insbesondere bei Balkenschlössern mit vielen Umdrehungen
stellt dies eine Erleichterung dar und verhindert ein Abschlagen oder Zerkratzen des
Türblattes, Stockes oder Drückerschildes, weil sich der Schlüsselbund in der Hand
nicht mitdreht.
[0018] Fig. 2 zeigt eine verbesserte Ausführungsform mit größerer Exzentrizität der Kurbel
6. Seitlich an der Schlüsselreide 2 ist als Kurbel 6 ein Winkelstück aus zwei rechtwinkelig
zueinander stehenden Schenkeln 7, 8 ganz außen ausschwenkbar gelagert. Schenkel 7
steht mit einem Drehlager 9 in Verbindung und Schenkel 8 trägt als Kurbelgriff die
frei drehbare Hülse 9. Eine Öffnung 10 liegt bei eingeklappter Kurbel 6 annähernd
in der Drehachse des Schlüssels. Wird die Kurbel 6 in die Position 6' ausgeklappt,
dann vergrößert der Schenkel 7' die Kurbelexzentrizität. Die Hülse 9' wird zwischen
Daumen und Zeigefinger aufgenommen und es werden Kreisbewegungen ausgeführt. Der in
der Öffnung 10' aufgenommene Schlüsselring des Schlüsselbundes dreht sich beim Sperrvorgang
in der hohlen Hand nicht mit. Sowohl das mehrfache Sperren wird erleichtert als auch
werden Beschädigungen durch den Schlüsselbund vermieden.
[0019] Die Fig. 3 und 4 zeigen einen Knaufzylinder. An einem Ende eines Doppelschließzylinders
11 ist an Stelle eines Schlüssels ein Knauf 12 vorgesehen. Dieser weist in der Stirnfläche
eine diagonale Nut 13 auf, in der eine Kurbel 14 mit drehbarer Hülse 15 eingeschwenkt
liegt (strichliert dargestellt). Der ausgeschwenkte Zustand ist mit vollen Linien
dargestellt. Die Kurbel 14 trägt die drehbare Hülse 15. Genau so, wie beim Schlüssel
nach Fig. 1 und 2 ergibt sich eine wesentliche Vereinfachung des Sperrvorganges mit
der Kurbel 14, 14'.
[0020] In Fig. 5 ist ein Schlüssel mit einer in eine Reide 16 einschiebbaren Kurbel 17 mit
Hülse 18 und Öffnung 19 dargestellt. Durch Einschieben kann die Baugröße im Ruhezustand
verkleinert werden. In der Gebrauchslage ergibt sich ein großes Drehmoment infolge
der vergrößerten Exzentrizität der Kurbel 17.
1. Schlüssel, insbesondere Flachschlüssel für einen Schließzylinder, mit Schlüsselschaft
(1) und Schlüsselreide (2, 16), dadurch gekennzeichnet, dass die Schlüsselreide (2, 16) als Kurbel (6, 6', 17) mit exzentrischem Kurbelgriff (3)
zur Drehung des Schlüssels im Schließzylinder ausgebildet ist.
2. Schlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurbelgriff (3) frei drehbar gegenüber dem Schlüssel gelagert ist und am freien
Ende des Kurbelgriffes (3) vorzugsweise eine Öffnung (5, 10, 19) bzw. ein Auge für
eine Schlüsselkette oder für einen Schlüsselring eines Schlüsselbundes aufweist.
3. Schlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Kurbelgriff (3) eine Hülse (4, 9, 18) frei drehbar gelagert ist und dass
am freien Ende der Hülse (4, 9, 18) eine Öffnung (5, 10, 19) bzw. ein Auge für eine
Schlüsselkette oder für einen Schlüsselring eines Schlüsselbundes vorgesehen ist.
4. Schlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbel (6, 6', 17) bzw. der Kurbelgriff (3) in die Schlüsselreide (2, 16) radial
einklappbar bzw. zur Versenkung in der Reide linear einschiebbar ist.
5. Schlüssel nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbel (6, 6') als Winkelstück mit zwei im rechten Winkel aneinander schließenden
Schenkeln (7, 7', 8, 8') ausgebildet ist, wobei der eine Schenkel (7, 7') mit der
Schlüsselreide (2) ausklappbar bzw. ausschwenkbar verbunden bzw. in die Schlüsselreide
einschiebbar ist und der andere Schenkel (8, 8') den Kurbelgriff bildet.
6. Schlüssel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Drehlager zum Ausklappen oder Ausschwenken der Kurbel (6, 6') am äußeren Rand
der Schlüsselreide (2) im radialen Abstand von der Drehachse des Schlüssels bzw. eines
Zylinderkernes im Schließzylinder vorgesehen ist.
7. Knauf (12) an einem Schließzylinder (11), der einem Schlüssel entsprechend zum Sperren
des Schließzylinders vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Knauf (12) als Kurbel (14, 14') mit einem exzentrisch zur Drehachse des Knaufes
(12) angeordneten Kurbelgriff ausgebildet ist.
8. Knauf nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbel (14, 14') als Winkelstück mit zwei im rechten Winkel aneinander anschließenden
Schenkeln ausgebildet ist, wobei der eine Schenkel ausklappbar bzw. ausschwenkbar
mit dem Knauf (12) verbunden bzw. in den Knauf seitlich einschiebbar ist und der andere
Schenkel den Kurbelgriff, gegebenenfalls mit Hülse (15, 15'), bildet.