[0001] Die Erfindung betrifft eine Zündeinrichtung für eine Brennkraftmaschine, welche zur
Zündung eines Treibstoff-/Luftgemischs im Brennraum der Brennkraftmaschine eine Koronaentladung
bereitstellt. Weiters betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Zünden eines Treibstoff-/
Luftgemischs vorzugsweise im Brennraum einer Brennkraftmaschine mittels einer Koronaentladung.
Schließlich betrifft die Erfindung eine Brennkraftmaschine sowie eine stationäre Kraftanlage
mit einer ebensolchen Zündeinrichtung.
[0002] Zur Zündung von ottomotorisch betriebenen Brennkraftmaschinen werden verschiedene
Technologien eingesetzt. Zum überwiegenden Teil erfolgt die Zündung mittels sogenannter
Funkenzündanlagen. Aufgrund steigender Anforderungen zur Optimierung der Verbrennung
wurden neben dieser Möglichkeit auch noch andere Technologien, wie beispielsweise
die Dieselpilot-, Laser- oder Koronazündung entwickelt und bei Hochleistungsmotoren
eingesetzt.
[0003] Bei Koronazündeinrichtungen wird das Treibstoff-/Luftgemisch im Brennraum der Brennkraftmaschine
durch hohe elektrische Feldstärken, aber ohne Bogenentladung gezündet. Im Gegensatz
zu Funkenzündanlagen wird bei der Koronazündung nur eine Glimmentladung, nicht jedoch
die Ausbildung der Bogenentladung zugelassen. Von Bogenentladung spricht man, wenn
ein Durchschlag mit der Ausbildung eines elektrischen Zündfunkens zwischen den Elektroden
entsteht. Eine Koronaentladung ist also ein Zustand, in dem es in der Luftstrecke
zwischen zwei Elektroden zu Teilentladungen kommt, welche sich in kurzen hochfrequenten
Stromspitzen ausdrückt. Es wird jedoch kein dauerhafter Stromfluss erzeugt. Kurz vor
dem Durchbruch zwischen den beiden Elektroden treten die Teilentladungen sehr häufig
auf. Im Durchbruch wird ein kontinuierlicher Stromfluss zwischen den beiden Elektroden
erzeugt. Als Ladungsträger wirken dabei Ionen, die durch ein Plasma um wenigstens
eine der Elektroden erzeugt werden. Es wird also ein Fluid ionisiert, das einen elektrischen
Leiter umgibt.
[0004] Für eine Koronazündeinrichtung wird zur Erzeugung der erforderlichen Feldstärken
üblicherweise eine Elektrode, welche vorzugsweise als Spitze oder mit mehreren Spitzen
ausgeführt ist, im Bereich eines jeden Zylinderkopfes der Brennkraftmaschine eingesetzt.
Als Gegenpol wird in der Regel der Brennraum des Zylinders selbst verwendet. Der Kolben
und die Unterseite des Zylinderkopfes bilden die Masselektrode für derartige Koronazündeinrichtungen.
[0005] In der
US 6,883,507 von Paul Douglas Freen wurde eine Zündeinrichtung für eine Brennkraftmaschine, welche
zur Zündung eines Treibstoff-/luftgemischs im Brennraum der Brennkraftmaschine eine
Koronaentladung bereitstellt, beschrieben. Dabei wird eine Wechselspannung mit 30
kHz bis 3 MHz bereitgestellt. In der
US 5,649,507 wird ebenfalls eine gattungsgemäße Zündeinrichtung bereitgestellt. Für den Zündvorgang
wird eine Spannung bereitgestellt, die nur aus den positiven Sinuswellen einer Wechselspannung
bestehen.
[0006] Um den Arbeitsbereich der Koronaentladung zu optimieren, muss die Entstehung der
Bogenentladung verhindert werden. Der Spannungsbereich ist daher eingeschränkt durch
eine untere Spannung, welche hoch genug sein muss, um die Elektronen anzuregen und
eine obere Spannung, welche zur Bogenentladung führt. Die Bogenentladung kann verhindert
werden, indem einerseits diese obere Spannungsgrenze nicht überschritten wird oder
die Zeit zur Entstehung der Bogenentladung zu kurz ist. Bei der Verwendung von Wechselspannungsquellen
gibt es hierbei eine spannungsmäßige bzw. zeitliche Einschränkung, da einerseits der
Scheitelwert der Spannung unterhalb des Durchbruchs zur Bogenentladung gehalten werden
muss und andererseits auch die Zeit der Umladung nicht genutzt werden kann. Erschwerend
kommt hinzu, dass die Grenze zur Bogenentladung und zur Entstehung einer Koronaentladung
von der Polarität abhängig ist.
[0007] Die beim Stand der Technik verwendeten Zündeinrichtungen weisen den Nachteil auf,
dass die zur Entflammung des Treibstoff-/Luftgemischs eingebrachte Energie nicht optimal
genutzt wird.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Zündeinrichtung der eingangs
genannten Gattung bereitzustellen, bei der diese Probleme vermindert sind.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Zündeinrichtung, vorzugsweise Koronazündeinrichtung,
für eine Brennkraftmaschine, welche zur Zündung eines Treibstoff-/Luftgemischs im
Brennraum der Brennkraftmaschine eine Koronaentladung bereitstellt, die dadurch gekennzeichnet
ist, dass die Zündeinrichtung zur Auslösung und Aufrechterhaltung der Koronaentladung
für jeden Zündvorgang eine stets von Null verschiedene Grundspannung U
L liefert.
[0010] Bei Versuchen hat es sich gezeigt, dass der optimale Energieeintrag erreicht wird,
wenn kontinuierlich die Spannung an der Grenze kurz vor der Bogenentladung gehalten
wird. Wesentlich ist dabei, dass zur Auslösung und Aufrechterhaltung jeder einzelnen
Koronaentladung die zur Verfügung gestellte Grundspannung stets von Null verschieden
ist. Das bedeutet, dass im Gegensatz zu einer Wechselspannung kein Nulldurchgang vorgesehen
ist bzw. im Gegensatz zur Vorrichtung gemäß
US 5,649,507 die an der Elektrode anliegende Spannung nie über einen längeren Zeitraum auf Null
abfällt. Beim Stand der Technik gibt es nämlich einerseits Verluste beding durch die
Umladung an den Elektroden. Unterhalb der "Koronagrenze" bricht die Korona während
der Umladung zusammen und muss anschließend bei emeutern Erreichen der Koronagrenze
wieder aufgebaut werden. Andererseits kann man bei der Verwendung einer stets von
0 verschiedenen Grundspannung näher an die die Durchschlagsgrenze zur Bogenentladung
herangehen, da Polaritätseffekte durch die Umpolung an den Elektroden nicht mehr auftreten,
sodass die Effektivität des Energieeintrages erhöht ist. Daher ist bevorzugt vorgesehen,
dass die von 0 verschiedene Grundspannung stets oberhalb der Koronagrenze gehalten
wird.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass die Zündeinrichtung
gekennzeichnet ist durch einen Transformator, wobei auf der Primärseite des Transformators
eine Spannungsquelle vorgesehen ist, welche Wechselstrom oder eine variierende Gleichspannung
liefert. Als variierende Gleichspannung ist dabei eine solche Gleichspannung gemeint,
die sich in Abhängigkeit von der Zeit in ihrer Höhe ändert. Im einfachsten Fall ist
eine herkömmliche Wechselstromquelle vorgesehen, die eine sinusförmige oder rechteckförmige
Spannung erzeugt.
[0012] Um eine kleine Spannungsquelle auf der Primärseite einsetzen zu können, kann günstigerweise
vorgesehen sein, dass auf der Sekundärseite des Transformators ein Spannungsvervielfacher
vorgesehen ist.
[0013] Um die Spannung auf der Sekundärseite im Wesentlichen konstant zu halten, kann vorgesehen
sein, dass auf der Sekundärseite des Transformators ein Spannungsglätter angeordnet
ist. Im einfachsten Fall kann dabei vorgesehen sein, dass der Spannungsglätter ein
Einwegglätter ist. Beispielsweise bietet sich hier ein sogenannter Glättkondensator
an. Für aufwändigere Anwendungen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Spannungsglätter
ein Mehrwegglätter ist.
[0014] Für eine besonders optimale Koronaentladung kann vorgesehen sein, dass die Steuereinrichtung
und/oder Regeleinrichtung die Spannung U
L an der Elektrode im Brennraum im Wesentlichen konstant hält. Hier kann einerseits
im einfachsten Fall eine Steuereinrichtung vorgesehen sein, mit der die Spannung auf
einem im Wesentlichen konstanten Wert gehalten wird. Um Störeinflüsse noch besser
berücksichtigen zu können, kann eine Regeleinrichtung vorgesehen sein, die die Spannung
auf der Sekundärseite des Transformators im Wesentlichen konstant hält. Hierzu wird
die Spannung idealerweise auf einen Sollwert nachgeregelt, der beispielsweise in Abhängigkeit
von unterschiedlichen Motorparametern ermittelt wird. Dabei kann vorgesehen sein,
dass der wenigstens eine Motorparameter ausgewählt ist aus der Gruppe Zündzeitpunkt,
Zünddauer oder Kombinationen daraus. Die Zündeinrichtung kann so ausgebildet sein,
dass die Steuereinrichtung und/oder Regeleinrichtung die Grundspannung U
L stets unterhalb der Durchbruchsspannung U
B für eine Bogenentladung hält. Weiters kann die Zündeinrichtung so ausgebildet sein,
dass die Steuereinrichtung und/oder Regeleinrichtung die Grundspannung U
L stets oberhalb der Koronagrenze U
K hält.
[0015] Im einfachsten Fall ist die Zündeinrichtung dabei so ausgebildet, dass an der Sekundärseite
eine Elektrode vorgesehen ist, die in den Brennraum der Brennkraftmaschine hineinreicht.
An dieser Elektrode wird die von Null verschiedene Grundspannung angelegt. Die Gegenelektrode
kann ebenfalls in den Brennraum hineinreichen. Die Gegenelektrode kann allerdings
auch vom Brennraum selbst gebildet werden, beispielsweise über Kolben und / oder Unterseite
des jeweiligen Zylinderkopfes.
[0016] Neben der zuvor beschriebenen Zündeinrichtung wird die eingangs gestellte Aufgabe
selbstverständlich auch durch ein entsprechendes Verfahren gelöst. Bei einem solchen
Verfahren zum Zünden eines Treibstoff-/Luftgemischs vorzugsweise im Brennraum einer
Brennkraftmaschine mittels einer Koronaentladung ist vorgesehen, dass zur Auslösung
und Aufrechterhaltung der Koronaentladung eine stets von Null verschiedene Grundspannung
U
L bereitgestellt wird. Die weiteren Ausgestaltungen des Verfahrens ergeben sich im
Wesentlichen aus der zuvor genannten Zündeinrichtung bzw. aus der noch folgenden Figurenbeschreibung.
[0017] In einem weiteren Aspekt der Erfindung ist eine Brennkraftmaschine mit einer Zündeinrichtung
der vorgenannten Art vorgesehen. Weiters ist eine stationäre Kraftanlage umfassend
einen Generator, eine Brennkraftmaschine und eine Zündeinrichtung der vorgenannten
Art erfindungsgemäß vorgesehen. Im bevorzugten Fall handelt es sich bei der Brennkraftmaschine
um eine stationäre Brennkraftmaschine, wie sie beispielsweise in stationären Kraftanlagen
Einsatz finden. Stationäre Kraftanlagen weisen in der Regel eine Brennkraftmaschine
und einen elektrischen Generator zur elektrischen Stromerzeugung auf.
[0018] Weiters kann es sich bei der, vorzugsweise stationären, Brennkraftmaschine um einen
Gasmotor handeln, d.h. um einen Verbrennungsmotor, der ein einen gasförmigen Treibstoff
wie Methan verbrennt. Besonders bevorzugt handelt es sich um einen gemischaufgeladenen
Gasmotor. Bei gemischaufgeladenen Gasmotoren wird als Fluid nicht reine Luft, sondern
ein Treibstoff/Luftgemisch in den Verdichtungseinrichtungen verdichtet. Gasmotoren
eignen sich besonders hervorragend für Zündeinrichtungen mit Koronaentladung.
[0019] Weitere Vorteile und Details der Erfindung werden anhand der folgenden Figuren und
Figurenbeschreibungen erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- das Schaltbild einer ersten erfindungsgemäßen Zündeinrichtung,
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Zündeinrichtung,
- Fig. 3
- eine dritte Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Zündeinrichtung,
- Fig. 4
- ein Blockdiagramm eines Regelkreises für eine erfindungsgemäße Zündeinrichtung
- Fig. 5
- ein Diagramm, das den verbesserten Energieeintrag demonstriert und
- Fig. 6
- den Zeitverlauf verschiedener Spannungen und Stromstärken anhand des Beispiels der
Zündeinrichtung gemäß Fig. 3.
[0020] Die Fig. 1 zeigt schematisiert eine Zündeinrichtung für eine Brennkraftmaschine gemäß
der Erfindung. Dabei ist eine erste Elektrode 1 vorgesehen, die in den schematisch
(strichliert) angedeuteten Brennraum der Brennkraftmaschine reicht. Die Gegenelektrode
2 wird zumindest teilweise vom Brennraum 24 bzw. den Wandungen des Brennraums 24 gebildet.
Zwischen Elektrode 1 und Gegenelektrode 2 wird innerhalb des Brennraums 24 eine Koronaentladung
bereitgestellt. Die Zündeinrichtung liefert dabei zunächst für die Auslösung und anschließend
für die Aufrechterhaltung der Koronaentladung innerhalb des Brennraums für jeden Zündvorgang
eine stets von Null verschiedene Grundspannung U
L über den gesamten Zeitraum der Koronaentladung. Hierfür ist auf der Primärseite 4
des Transformators 3 eine Spannungsquelle 5 vorgesehen. Diese weist eine Gleichspannungsquelle
6 und mehrere Thyristoren 7, 7', 7", 7"' auf. Mittels einer Regeleinrichtung 8 wird
aus der Gleichspannung der Gleichspannungsquelle 6 eine getaktete Wechselspannung
durch schalten der Thyristoren 7, 7', 7", 7"' erzeugt. Dabei ist vorgesehen, dass
die erzeugte Spannung in eine Wechselspannung mit etwa 150 bis 200 kHz Frequenz umgewandelt
wird. Auf der Sekundärseite 5 des Transformators 3 ist - wie bereits angedeutet -
die eigentliche Elektrode 1 und die Gegenelektrode 2 vorgesehen. Mittels der Diode
9 und dem Kondensator 10 erzielt man eine Gleichrichtung der Spannung. Der Kondensator
10 und die Diode 9 bilden gemeinsam einen Einwegglätter, wobei der Kondensator 10
als Glättkondensator wirkt. Die Zündeinrichtung weist also eine Gleichspannungsquelle,
beispielsweise eine Batterie, mit einer Spannung U
0 auf. Über die Regeleinrichtung 8 und die Thyristoren 7, 7', 7", 7"', die gemeinsam
mit der Gleichspannungsquelle 6 die Spannungsquelle 5 bilden wird aus der Gleichspannung
U
0 eine Wechselspannung U
1 erzeugt. Über den Transformator 3 und das Wicklungszahlverhältnis n
1 / n
2 von Primärspule 3' und Sekundärspule 3" ergibt sich die transformierte Spannung U
2. Die Diode 9 und der Kondensator 10 machen aus der Wechselspannung U
2 eine an den Elektroden 1, 2 anliegende Gleichspannung U
L. Eine zusätzlich vorgesehene Regeleinrichtung 8 erfasst über den Widerstand 25 an
der Sekundärseite 5 des Transformators 3 den Sekundärstrom I
2. Gleichzeitig erfasst die Regeleinrichtung 8 diverse Motorparameter. Über einen geschlossenen
Regelkreis kann über Betätigung einzelner Thyristoren 7, 7', 7", 7"' die Primärspannung
U
1 so nachgeregelt werden, dass die Sekundärspannung U
2 auf ihren Sollwert nachgeführt wird. Zur genaueren Regelung wird auf zusätzliche
Motorparameter 23 zurückgegriffen.
[0021] In den Brennraum 24 wird zu Beginn des Zündvorgangs ein Treibstoff-/Luftgemisch eingelassen
und über einen Kolbenhub verdichtet. Zur Zündung wird die Spannung U
L aufgebaut und über den gesamten Zündvorgang aufrechterhalten und mit der Regeleinrichtung
8 nachgeregelt. Es bildet sich eine Koronaentladung bei gleichzeitigem Stromfluss
I
L. Die Koronaentladung wird aufrecht erhalten, bis sich ein stabiler Flammenkern gebildet
hat. Anschließend wird die Spannung U
L abgeschalten.
[0022] Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel der Fig. 1 weist das Ausführungsbeispiel der
Fig. 2 nunmehr nicht nur einen Einwegglätter sondern einen Mehrwegglätter auf. Durch
die zwei Dioden 9, 9' und den Kondensator 10 ist dieser als Mittelpunktgleichrichter
ausgebildet. Eine nicht gezeigte Variante könnte auch über einen Brückengleichrichter
als Vollweggleichrichter ausgebildet sein.
[0023] Sowohl im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 als auch im Ausführungsbeispiel der Fig.
2 ist zusätzlich eine Regeleinheit 8 vorgesehen. Diese ist allerdings nur optional
vorhanden. Bei bekannter Spannungscharakteristik U
L an den Elektroden 1, 2 über den gesamten Zündvorgang kann auch ein einfacher Stellbetrieb
vorgesehen sein. Die Spannung U
L wird dabei einfach nur auf einen bestimmten Wert gehalten. Im Beispiel der Fig. 2
ist wird die Spannung U
L zusätzlich als Größe für die Regelung verwendet.
[0024] Während sich die Spannung U
2 an der Sekundärseite 5 lediglich über die Wicklungszahl der jeweiligen Spule 3',
3" am Transformator 3 ergibt, wird im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 auf der Sekundärseite
5 des Transformators 3 zusätzlich ein Spannungsvervielfacher 26 eingesetzt. Hierzu
ist eine sogenannte Hochspannungskaskade vorgesehen, welche mehrere Stufen aufweisen
kann. Im gezeigten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine dreistufige Kaskade,
mit der die Spannung an der Sekundärseite 5 theoretisch verdreifacht werden kann.
In praktischen Ausführungsvarianten haben sich Hochspannungskaskaden mit 3 bis 5 Stufen
als vorteilhaft erwiesen. Die übrigen Bauteile sowie die Regelung sind in Anlehnung
an die Fig. 1 und 2 gehalten.
[0025] In praktischen Beispielen wurden folgenden Werte erzielt: Die primäre Spannung der
Zündspule U
1 betrug zwischen 100 und 500 V, die sekundäre Spannung der Spule U
2 lag im Bereich zwischen 5 und 100 kV, vorzugsweise zwischen 5 und 30 kV. Die Wechseispannung
zur Anspeisung der Kaskadenschaltung lag in Frequenzbereichen zwischen 50 und 500
kHz. Durch das Verstärken und Umrichten in der Kaskadeschaltung erreicht die gleichgerichtete
Zündspannung U
L Werte von 10 bis 100kV.
[0026] In Fig. 4 ist schematisch die Funktionsweise der Regeleinrichtung 8 dargestellt.
Zentrales Bauteil ist dabei die Regeleinrichtung 8, die einerseits mit bestimmten
Motorparametern 23, beispielsweise Zündungsparametern wie Zündzeitpunkt und Zünddauer
versorgt wird. Die Regeleinrichtung bezieht außerdem über die Spannungsmessung an
der Sekundärseite zwischen Elektroden 1 und 2 über ein Filter 22 aus der Koronastrecke
20 Informationen. Die eigentliche Regelung erfolgt durch Stellgrößennachführung über
die Leistungsschaltung 21 auf der Primärseite 4 des Transformators 3.
[0027] Die Fig. 5 zeigt ein Diagramm Spannung U als Funktion der Zeit t. Schematisch ist
der bei einer nach Stand der Technik ausgebildeten Koronazündeinrichtung an der Elektrode
1 anliegende Spannungsverlauf (als Sinuskurve) während eines Entflammvorgangs dargestellt.
Zunächst wird die Spannung aufgebaut, bis die Koronagrenze U
K. erreicht wird, oberhalb derer es zur Ausbildung der Koronaentladung im Brennraum
kommt. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass bei den Spannungen immer der Betrag der
Spannung, d.h. ohne das jeweilige Vorzeichen, gemeint ist, wenn von "oberhalb" oder
"unterhalb" die Rede ist.) Die maximale Spannung muss allerdings unterhalb der Durchschlagsgrenze
für die Bogenentladung U
B+ gehalten werden. Anschließend fällt die Spannung wieder ab und unterschreitet die
Koronagrenze U
K+, macht einen 0-Durchgang und verläuft weiter bis die untere Koronagrenze U
K- erreicht wird, sodass es wieder zur Ausbildung einer Korona kommt. Auch hier darf
Betrag zur Durchschlagspannung für die Bogenentladung U
B- nicht überschritten werden. Aufgrund von Polarisationseffekten sind die Beträge der
Spannungen U
B+ bzw U
B- und U
K- bzw. U
K- unterschiedlich. Daraus ergeben sich unterschiedlich hohe Koronafenster F+ bzw- F-
in denen die Koronaentladung stattfinden kann. Der tatsächliche Energieeintrag in
den Brennraum ist proportional dem Integral über den jeweiligen Zeitraum t
K eines Koronafensters in dem eine Koronaentladung stattfindet. Die übrige Zeit erfolgt
kein Energieeintrag und die Umpolung der Elektroden bleibt im Bereich g zwischen U
K+ und U
K- ungenutzt. Hinzukommt, dass aufgrund von Polarisationseffekten der Abstand zwischen
den Extremstellen der Sinuskurve zur jeweiligen Durchschlagspannung U
B für die Bogenentladung U
B+ bzw. U
B- unterschiedlich, sodass die eingebrachte Energiemenge nur auf eine Polung (plus oder
minus) optimiert sein kann (hier: auf den unteren Teil der Sinusspannung). Bei gleichgerichteten
Spannungen wo nur eine Halbwelle der Spannung "abgeschnitten" ist, müsste man zumindest
die Verluste zwischen 0 und der Koronagrenze U
K+ bzw. U
K- (je nachdem welche Halbwelle abgeschnitten wird) hinnehmen. Indem man die Grundspannung
U
0 stets oberhalb der Koronagrenze U
K (je nach Polung) hält, kann man die Energieverluste minimieren und optimal an die
Grenze für die Durchschlagspannung für die Bogenentladung U
B herangehen und stets im Koronafenster F+ bzw. F- bleiben.
[0028] In der Fig. 6 sind die Zeitverläufe der wichtigsten Signale (Spannungen und Stromstärken)
für die Koronazündeinrichtung der Fig. 3 dargestellt. Dabei zeigen die übereinander
angeordneten Fig. 6a bis 6f jeweils zueinander gehörende Werte. Der dargestellte Zeitraum
ist jener für einen Zündvorgang. Ein solcher sollte innerhalb von etwa 2 ms, vorzugsweise
innerhalb von 500 µs und 1 ms abgeschlossen sein, sodass eine optimale Zündung des
Treibstoff/Luftgemischs erfolgt. In der Fig. 6a ist die aus der Gleichspannungsquelle
6 über die Thyristoren 7 bis 7"' gepulste Wechselspannung an der primärseitigen Spule
des Transformators 3 erkennbar. Aufgrund der Transformatorwirkung ergibt sich an der
Sekundärseite der Spule die in der Fig. 6b dargestellte Wechselspannung mit der in
Fig. 6c dargestellten Stromstärke I
2. Durch die Hochspannungskaskade und die gleichrichtende Wirkung an der Sekundärseite
wird an der Elektrode 1 die Spannung U
L gemäß Fig. 6d gebildet. Diese ist über den gesamten Zeitverlauf der Koronaentladung
stetig und sobald die Koronagrenze überschritten wird auch nie mehr unterhalb der
Koronagrenze U
K. In der Fig. 5f sind die Impulsströme aus der Fig. 5e nochmals gezeigt, allerdings
nach dem Filter 27 der Fig. 3.
1. Zündeinrichtung für eine Brennkraftmaschine, welche zur Zündung eines Treibstoff-/Luftgemischs
im Brennraum (24) der Brennkraftmaschine eine Koronaentladung bereitstellt, dadurch gekennzeichnet, dass die Zündeinrichtung zur Auslösung und Aufrechterhaltung der Koronaentladung für jeden
Zündvorgang eine stets von Null verschiedene Grundspannung UL liefert.
2. Zündeinrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Transformator (3), wobei auf der Primärseite (4) des Transformators (3) eine
Spannungsquelle (5) vorgesehen ist, welche Wechselstrom oder eine variierende Gleichspannung
liefert.
3. Zündeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Sekundärseite (5) des Transformators (3) ein Spannungsvervielfarher vorgesehen
ist.
4. Zündeinrichtung nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Sekundärseite (5) des Transformators (3) ein Spannungsglätter angeordnet
ist.
5. Zündeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannungsglätter ein Einweggleichrichter ist.
6. Zündeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannungsglätter ein Mehrweggleichrichter ist.
7. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinrichtung und/oder Regeleinrichtung (8) vorgesehen ist.
8. Zündeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung und/oder Regeleinrichtung (8) die Spannung UL auf der Sekundärseite (5) des Transformators (3) im Wesentlichen konstant hält.
9. Zündeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (8) die Spannung UL auf der Sekundärseite (5) des Transformators (3) auf einen Sollwert nachregelt.
10. Zündeinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zur Regelung zusätzlich auf wenigstens einen Motorparameter (23) zurückgegriffen
wird.
11. Zündeinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Motorparameter (23) ausgewählt ist aus der Gruppe Zündzeitpunkt,
Zünddauer oder Kombinationen daraus.
12. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung und/oder Regeleinrichtung (8) die Grundspannung UL stets unterhalb der Durchbruchsspannung UB für eine Bogenentladung hält.
13. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung und/oder Regeleinrichtung (8) die Grundspannung UL stets oberhalb der Koronagrenze UK hält.
14. Verfahren zum Zünden eines Treibstoff-/Luftgemischs vorzugsweise im Brennraum (24)
einer Brennkraftmaschine mittels einer Koronaentladung, dadurch gekennzeichnet, dass zur Auslösung und Aufrechterhaltung der Koronaentladung eine stets von Null verschiedene
Grundspannung UL bereitgestellt wird.
15. Brennkraftmaschine mit einer Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13.
16. Stationäre Kraftanlage, umfassend einen Generator, eine Brennkraftmaschine sowie eine
Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13.