[0001] Die Erfindung betrifft eine Axialkolbenmaschine mit reduzierter Druckpulsation.
[0002] Axialkolbenpumpen saugen bei einer Drehbewegung einer Zylindertrommel eine Hydraulikflüssigkeit,
meist Öl, aus einer Niederdrucköffnung einer Steuerplatte in Zylinder und pressen
bei einer weiteren Drehung der Zylindertrommel die Hydraulikflüssigkeit in eine Hochdrucköffnung
der Steuerplatte. Jeder Zylinderkolben führt bei einer kompletten Drehung der Zylindertrommel
eine Hubbewegung aus. Durch die ungleichmäßige kinematische Bewegung der Kolben entsteht
ein ungleichmäßiger Auslassdruck am Zylinderausgang. Zudem wird vor dem Eintritt einer
Verbindung mit dem Hochdruckbereich oft dessen Druck in dem Zylinder nicht erreicht.
Es kommt dort beim Eintritt zu einer schlagartigen Druckerhöhung.
[0003] Die Überlagerung der Druckpulsation aller Zylinder in der Zylindertrommel führen
zu einer Druckpulsation in der Hochdruck führenden Arbeitsleitung. Diese Druckpulsationen
regen Körperschwingungen des Gehäuses und der an der Arbeitsleitung angeschlossenen
Systeme an und erzeugen so ein hohes Maß an Körperschall.
[0004] Im Betrieb der Pumpe muss nach dem Umsteuern in die Hochdrucksteueröffnung in jedem
einzelnen Zylinderraum zunächst der Betriebsdruck am Pumpenausgang erreicht werden,
bevor der Kolben zu Volumenstromförderung beiträgt. Dazu muss das Ölvolumen im Zylinderraum
über einen entsprechenden Umsteuerbereich komprimiert werden. Während der Kompression
liefert der Zylinder keinen Volumenstrom an die Hochdruckseite. Bei größeren Druckunterschieden
zwischen der Niederdruck- und der Hochdrucksteueröffnung ist oft der Umsteuerbereich
nicht ausreichend, um den Druck in dem Zylinderraum auf das Betriebsdruck- oder Hochdruckniveau
zu komprimieren. Wird der Kolbenraum nach dem Durchfahren des Umsteuerbereichs mit
der Hochdruckseite verbunden, treten aufgrund des anstehenden Druckunterschieds Volumenströme
auf, die zu Vibrationen und Geräuschentwicklungen führen.
[0005] Zur Minderung der Pulsation werden oft entweder Vorsteuerschlitze bzw. Dämpfungsbohrungen
in dem Umsteuerbereich der Steuerplatte angebracht oder der Druck in den Zylinderräumen
mittels Speicherelementen im Umsteuerbereich auf den Betriebsdruck angehoben. Die
Verwendung von Vorsteuerschlitzen oder Dämpfungsbohrungen hat jedoch den Nachteil,
dass der Volumenstrom für die Druckangleichung direkt der Hochdruckseite entnommen
wird. Damit können zwar größere Druckstöße vermieden werden, die Möglichkeiten zur
Minderung der Druckpulsation sind jedoch stark eingeschränkt.
[0006] Durch ein Speicherelement wird der Volumenstrom zur Druckangleichung dagegen nicht
direkt der Hochdruckseite entnommen, sondern aus dem Speicherelement. Dadurch kann
der Druck in dem Zylinderraum angepasst werden, ohne den Druck in der Hochdruck führenden
Steueröffnung zu reduzieren. Der Volumenstrom zum Aufladen des Speicherelements hingegen
kann über eine Drossel oder sonstige konstruktive Auslegungen über längere Zeit verzögert
werden.
[0007] Eine solches Speicherelement ist in der deutschen Patentschrift
DE 197 06 116 C2 offenbart. Das Speicherelement ist dabei über eine Bohrung in dem Umsteuerbereich
der Steuerplatte mit den über den Umsteuerbereich rotierenden Zylinderöffnungen verbunden.
Als Speicher werden entweder hydropneumatische oder Speicher mit einem elastischen
Element, welches vorzugsweise aus Kunststoff besteht, verwendet.
[0008] Nachteilig an den aufgeführten hydropneumatischen Speicherelementen ist, dass vor
allem die nachgiebige Umwandung oder das Membranmaterial Alterungsprozessen unterworfen
sind und eine dauerhafte Lösung nur mit einem höheren technischen Aufwand möglich
ist. Darüber hinaus nehmen diese Speicherelemente aufgrund der erforderlichen Unterteilung
in Öl- und Gasvolumen immer noch einen relativ großen Bauraum in Anspruch. Ein ölgefüllter
Raum mit einem nachgiebigen Element muss ein sehr elastisches nachgiebiges Element
aufweisen. Im Stand der Technik gibt es jedoch noch keine Erfahrungen mit solchen
Kunststoffen mit einer guten Ölbeständigkeit und einer von der Temperatur unabhängigen
Kompressibiliät.
[0009] Neben den Methoden des Stands der Technik zur Vorkompression des Zylinderraums, z.B.
durch eine gedrosselte Verbindung mit der Hochdruckseite, offenbart die amerikanische
Patentschrift
US 3,199,461 eine Methode zur Dekompression des Zylinderraums für den Fall eines zu hohen Drucks
in dem Zylinderraum. Als Dekompressionseinrichtung wird ein Feder-vorgespannter Kolben
genutzt, der von der Zylinderöffnung abgewandten Seite mit dem Betriebsdruck der Hochdruckseite
beaufschlagt ist. Die Dekompressionseinrichtung ist über den Umsteuerbereich und der
Zylinderöffnung mit dem Zylinderraum verbunden. Herrscht im Zylinderraum ein überhöhter
Druck, d.h. größer als der Betriebsdruck plus das Druckäquivalent der Feder, verschiebt
die in den Dekompressor fließende Hydraulikflüssigkeit die Kolbenposition bis der
Druck in dem Zylinderraum dem des Betriebsdrucks plus das Druckäquivalent der Feder
entspricht. Durch diese Anordnung lässt sich jedoch die Hydraulikflüssigkeit in dem
Zylinderraum nicht vorkomprimieren, da die Dekompressionseinrichtung immer auf der
Kolbenrückseite mit der Kraft der Feder und des Betriebsdrucks beaufschlagt wird.
Bei einer Dekompression des Zylinderraums wird genau so viel Druckmittel hinter dem
Kolben über die Verbindung zurück in die Hochdruck führende Steueröffnung gedrückt,
wie aus dem Zylinderraum entnommen wurde. Die Dekompressionseinrichtung funktioniert
also ähnlich wie ein Vorsteuerschlitz oder eine gedrosselte Verbindung, der oder die
vor dem Verbinden des Zylinderraums mit der Hochdruck führenden Steueröffnung einen
Druckausgleich mit der Steueröffnung erzielt. Eine vorteilhafte Speicherwirkung tritt
nicht auf.
[0010] Die Aufgabe ist es, eine Axialkolbenmaschine mit einer Einrichtung zur Vorkompression
zu schaffen, welche die Probleme des Stands der Technik beseitigt. Das Speicherelement
soll vor allem platzsparend, langlebig, einfach und kostengünstig sein.
[0011] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch eine Axialkolbenmaschine mit einer Steuerplatte
und einer Zylindertrommel mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Steuerplatte
weist eine erste und zweite Steueröffnung auf, zwischen denen sich jeweils ein Umsteuerbereich
befindet. Die Zylindertrommel ist bezüglich der Steuerplatte drehbar und weist mindestens
einen Zylinderraum auf, der unter Drehung der Zylindertrommel über eine Zylinderöffnung
abwechselnd mit der ersten und zweiten Steueröffnung verbunden ist. Zusätzlich weist
die Axialkolbenmaschine ein Speicherelement auf, das mit dem Umsteuerbereich verbunden
ist. Das Speicherelement ist als Zylinder mit einem bewegbaren Kolben zur Begrenzung
eines veränderbaren Speichervolumens ausgebildet, wobei auf der von der Zylinderöffnung
abgewandten Seite des Kolbens nur die Federkraft oder nur die Federkraft plus eine
hydraulische Kraft wirkt. Die hydraulische Kraft entsteht dabei nur durch den Druck
der Hochdruckseite auf eine reduzierte Querschnittsfläche des Kolbens. Vernachlässigt
werden dabei Kräfte, die durch Atmosphärendruck erzeugt werden.
[0012] Der Vorteil eines solchen mechanischen Speicherelements ist die geringe Einbaugröße
und die lange Haltbarkeit.
[0013] Die Unteransprüche betreffen weitere vorteilhafte Weiterführungen der Axialkolbenmaschine.
[0014] Es ist vorteilhaft, die Zylinderöffnung in einem ersten Rotationszustand mit dem
veränderbaren Speichervolumen und in einem zweiten Rotationszustand mit dem veränderbaren
Speichervolumen und der Hochdruck führenden Steueröffnung zu verbinden. So kann in
einem ersten Rotationszustand das Druckmittel in dem Zylinderraum durch die Verbindung
mit dem gefüllten Speicherelement vorkomprimiert werden. Das durch die Vorkomprimierung
zumindest teilweise entleerte Speicherelement wird in einem zweiten Rotationszustand
durch die dann erzeugte Verbindung mit der Hochdruck führenden Steueröffnung wieder
mit Hydraulikflüssigkeit aufgeladen.
[0015] Es ist besonders vorteilhaft, dass, wenn der Kolben nur durch eine Federkraft beaufschlagt
ist, der durch die Speicherkolbenrückseite abgetrennte Speicherrückraum druckentlastet
ist, z.B. durch eine Verbindungsleitung zu einem Tankvolumen. Dadurch herrscht im
Speicherrückraum immer der gleiche Druck, der Tankdruck, und die durch den Atmosphärendruck
erzeugte Kraft im Speicherrückraum bleibt konstant.
[0016] Zur Begrenzung der Hubbewegung des Kolbens ist vorzugsweise an dem Kolben ein Anschlag
vorgesehen.
[0017] Für den zweiten Fall, wenn der Kolben zusätzlich durch eine hydraulische Kraft beaufschlagt
ist, ist es vorteilhaft, dass der durch die Speicherkolbenrückseite abgetrennte Speicherrückraum
eine Aufnahmeausnehmung mit reduzierter Querschnittsfläche aufweist, welche durch
die Aufnahme eines Anschlags des Speicherkolbens einen zweiten, abgedichteten Rückraum
abschließt. Wird dieser zweite Rückraum mit der Hochdruck führenden Steueröffnung
verbunden, so kann eine Feder geringerer Kraft eingesetzt werden und die verlorene
Hydraulikflüssgkeit in der Steueröffnung beim Aufladen des Speicherelements über diese
Verbindung teilweise wieder zurückgegeben werden. Weist diese Verbindung weiterhin
eine Drossel auf, wird das Speicherelement nur langsam aufgeladen und ein plötzlicher
Druckabfall durch den Aufladevorgang wird vermieden. Damit wird eine besonders gute
Pulsationsminderung erreicht.
[0018] Zusätzlich ist es vorteilhaft, dass die Federkraft aus einem Federpaket mit einer
langen und einer kurzen Feder besteht. Dadurch wird der ausgefahrene Kolben nur noch
mit der Kraft der langen, schwächeren Feder beaufschlagt und der Kolben schlägt weicher
an.
[0019] Die Vorspannung der kürzeren Feder kann dabei bei einer weiteren vorteilhaften Ausführung
einstellbar sein. Dadurch lässt sich die Vorkomprimierung des Zylinderraums an den
jeweiligen Betriebszustand anpassen.
[0020] Die Erfindung wird nachstehend anhand schematischer Darstellungen an einem Ausführungsbeispiel
und Ausführungsformen beispielhaft näher erläutert. Übereinstimmende Bauteile sind
dabei mit übereinstimmenden Bezugszeichen versehen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematisch Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der Steuerplatte und
des Speicherelements der erfindungsgemäßen Axialkolbenmaschine in einem ersten Rotationszustand;
- Fig. 2
- eine schematisch Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der Steuerplatte und
des Speicherelements der erfindungsgemäßen Axialkolbenmaschine in einem zweiten Rotationszustand;
- Fig. 3
- eine schematisch Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels der Steuerplatte und
des Speicherelements der erfindungsgemäßen Axialkolbenmaschine; und
- Fig. 4
- eine vereinfachte Darstellung einer Axialkolbenmaschine zur Erläuterung von deren
Funktion.
[0021] Bevor eine konkrete Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Axialkolbenmaschine erläutert
wird, soll zunächst deren prinzipieller Aufbau anhand der Fig. 4 erläutert werden.
[0022] Die Axialkolbenmaschine 40 umfasst eine Triebwelle 41, über die eine drehfest mit
der Triebwelle 41 verbundene Zylindertrommel 42 innerhalb des Gehäuses der Axialkolbenmaschine
40 gedreht werden kann. In der Zylindertrommel 42 sind über einen Umfang verteilt
mehrere sich in Längsrichtung erstreckende Zylinderbohrungen 44 ausgebildet. In den
Zylinderbohrungen 44 sind jeweils Kolben 45 längsverschieblich angeordnet. Die Kolben
45 stützen sich an einer nicht dargestellten Schrägscheibe ab und führen somit bei
einer Drehung der Triebwelle 41 und damit der Zylindertrommel 42 eine Hubbewegung
in dem jeweiligen Zylinderraum aus. Auf der von der Schrägscheibe abgewandten Seite
sind die Zylinderbohrungen 44 zur Stirnseite der Zylindertrommel 42 hin über jeweils
eine Öffnung 7 offen. Die Öffnungen 7 stehen mit einem ersten oder einem zweiten Arbeitskanal
46, 47 bei einer Drehung der Zylindertrommel 42 wechselweise in Kontakt.
[0023] Die Arbeitskanäle 46 und 47 sind in einem ein Gehäuse der Axialkolbenmaschine 40
verschließenden Steuerdeckel 48 ausgebildet. Zwischen dem Steuerdeckel 48 und der
Zylindertrommel 42 ist eine Steuerplatte 1 angeordnet, die über Steueröffnungen 2,
3 verfügt, die sich in nachfolgend noch gezeigter Weise entlang der durch die Öffnungen
7 beschriebenen Kreisbahn erstrecken.
[0024] Die Steuerplatte 1 hat eine ebene Seite, mit der sie an dem Steuerdeckel 48 dichtend
anliegt. Die davon abgewandte Seite steht mit einer Stirnfläche der Zylindertrommel
42 gleitend dichtend in Kontakt. Die Stirnfläche der Zylindertrommel 42 und die Geometrie
der dieser Stirnfläche zugewandten Seite der Steuerplatte 1 sind hierzu korrespondierend
zueinander ausgeführt.
[0025] Fig. 1 und 2 zeigen die Steuerplatte 1, auch Steuerspiegel genannt, eines ersten
Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Axialkolbenmaschine. In den beschriebenen
Ausführungsbeispielen werden speziell Axialkolbenpumpen beschrieben. Die Steuerplatte
1 zeigt die erste Steueröffnung 2 und die zweite Steueröffnung 3, die mit einer Niederdruck-
bzw. einer Hochdruckarbeitsleitung über den Steuerdeckel 48 verbunden sind.
[0026] Auf der Steuerplatte 1 ist die dargestellte Zylindertrommel 42 drehbar bezüglich
der Steuerplatte 1 abgestützt. Das Volumen der Zylinderräume wird durch die in den
Zylinderbohrungen 44 bewegbaren Kolben 45 variiert. Fig. 1 und 2 zeigen zwei Rotationspositionen
einer exemplarischen Zylinderöffnung 7 bei einer Drehung der Zylindertrommel 42.
[0027] In einer Axialkolbenpumpe 40 saugt ein Kolben 45, dessen Zylinderraum über eine Zylinderöffnung
7 mit der ersten Steueröffnung 2 der Niederdruckseite in Verbindung steht, bei einer
Drehung der Zylindertrommel 42 über z.B. die erste Steueröffnung 2 Hydraulikflüssigkeit
in den sich vergrößernden Zylinderraum. Die Drehrichtung ist in Fig. 1 und 2 durch
einen Pfeil markiert. Bei einer weiteren Drehung überstreicht die Zylinderöffnung
7 den ersten Umsteuerbereich 4, in dem er den maximalen Hub, d.h. das maximale Zylinderraumvolumen,
erreicht. Nach Erreichen des maximalen Hubs bewegt sich der Kolben 45 wieder in entgegen
gesetzter Richtung und komprimiert das enthaltene Hydrauliköl bis zur ersten Verbindung
der Zylinderöffnung 7 mit der zweiten, Hochdruck führenden Steueröffnung 3. In Fig.
1 ist im Umsteuerbereich 4 gestrichelt die Position der Zylinderöffnung 7 beim Komprimieren
des Hydrauliköls gezeigt.
[0028] Bei einer weiteren Rotation der Zylindertrommel 42 entsteht eine Verbindung mit der
zweiten Steueröffnung 2 und das komprimierte Hydrauliköl wird aus dem sich durch den
Hub des Kolbens 45 verkleinernden Zylindervolumen in die zweite Steueröffnung 3 gedrückt.
Diese ist mit einer nicht gezeigten Arbeitsleitung verbunden. Das unter Hochdruck
stehende Hydrauliköl wird über die Arbeitsleitung zum Antreiben eines Motors oder
sonstigen hydraulischen Verbrauchers genutzt. Nach dem Beenden der vollständigen Rotation
der Zylindertrommel 42 saugt der Kolben 45 wieder Hydrauliköl in den Zylinderraum,
welches von dem Verbraucher zurückkommt oder aus einem separaten Hydrauliköltank 21
stammt, über die erste Steueröffnung 2 ein und der Prozess beginnt von Neuem.
[0029] Bei geringen Schrägscheibenwinkeln, d.h. bei geringen Kolbenhüben, und/oder bei einem
großen Druckunterschied zwischen der ersten und zweiten Steueröffnung 2, 3 und/oder
bei in Drehrichtung kurzen Umsteuerbereichen 4 genügt die Länge des ersten Umsteuerbereichs
4 nicht, um das Hydrauliköl in der Zylinderbohrung 44 auf den Betriebsdruck in der
zweiten Steueröffnung 3 zu komprimieren. Deshalb wird der Umsteuerbereich 4 erfindungsgemäß
über eine Bohrung 6 in der Steuerplatte 1 und über eine Hydraulikleitung 8 mit einem
hydromechanischen Speicherelement 10 verbunden. Die Bohrung 6 wird dabei so angebracht,
dass die Zylinderöffnung 7 in keinem Rotationszustand gleichzeitig mit der ersten
Niederdruck führenden Steueröffnung 2 und mit dem Speicherelement 10 verbunden ist.
Gleichzeitig ist die Bohrung 6 so angebracht, dass sie in einem ersten Rotationszustand
eines Zylinderraums 44 nur die Zylinderbohrung 44 mit dem Speicherelement 10 verbindet
und dass sie in einem zweiten Rotationszustand über die Zylinderöffnung 7 auch mit
der zweiten Steueröffnung 3 verbunden ist, wie es in Fig. 2 dargestellt ist. Der erste
Rotationszustand sollte dabei so lange andauern, wie es nötig ist, das benötigte Hydrauliköl
des Speicherelements 10 in den Zylinderraum zu entleeren. Dies kann durch die gezeigte
nierenförmige Geometrie der Öffnung 7 erreicht werden.
[0030] Das Speicherelement 10 ist in dem ersten Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 und 2 durch
einen in einer vorzugsweise zylindrischen Gehäuseausnehmung 11 angeordneten, bewegbaren
Kolben 12 in zwei Kammern 15 und 16 getrennt. Die erste Kammer 15 wird durch die Wände
der Gehäuseausnehmung 11 und die Fläche 18 des bewegbaren Kolbens 12 begrenzt und
steht über die gegenüber dem Kolben 12 in die erste Kammer 15 mündende Verbindungsleitung
8 mit dem Umsteuerbereich 4 in Verbindung. Die erste Kammer 15 bildet das Speichervolumen.
Die zweite Kammer 16, die sogenannte Federkammer, weist eine Feder 13 auf, die den
Kolben 12 gegen den in der ersten Kammer 15 wirkenden Druck vorspannt. Die Federkammer
ist gegenüber dem Speichervolumen getrennt und über die Leitung 20 mit dem Tankvolumen
oder Pumpengehäuse 21 verbunden, d.h. die Federkammer ist druckentlastet. Dadurch
herrscht unabhängig vom Speichervolumen und vom Speicherdruck des Speicherelements
10 immer ein konstanter Druck der Atmosphäre oder Pumpengehäusedruck im Federraum
16. Die Kapazität des Speicherelements 10 kann durch die Federsteifigkeit, die Kolbenfläche
18 und den Kolbenhub konstruktiv festgelegt werden. Aufgrund der sehr kompakten Bauweise
kann ein solches Speicherelement 10 z.B. in eine Anschlussplatte bzw. den Steuerdeckel
48 oder auch eine Ventilzwischenplatte integriert werden.
[0031] Der Kolben 12 in dem Speicherelement 10 weist einen natürlichen ersten Anschlag durch
die Gehäuseausnehmung 11 des Speicherelements 10 bei minimalen Speichervolumen und
einen zweiten Anschlag des Kolbens 12 bei maximalem Speichervolumen auf. Der zweite
Anschlag kann z.B. durch eine radiale Stufe des Gehäuses im Bereich des Federraums
gebildet werden. Alternativ kann, wie in Fig. 1 und 2 gezeigt, der Anschlag auch durch
eine am Kolben 12 in den Federraum gerichteten Fortsatz 12' bestimmter Länge realisiert
sein, wobei der Fortsatz bei maximalem Speichervolumen an der Gehäuseausnehmung 11
anschlägt.
[0032] Vorzugsweise wird anstatt einer Feder 13 ein Federpaket mit einer kurzen und einer
längeren Feder als den Kolben 12 vorspannendes Element des Speicherelements 10 verwendet.
Dadurch wirkt kurz vor dem Erreichen des ersten Anschlags an der Gehäuseausnehmung
11 nur noch die lange, schwächere Feder und der Anschlag geht weicher vonstatten.
Es tritt ein geringerer Verschleiß auf, das Speicherelement 10 hält wesentlich länger
und es können günstigere Materialien für den Kolben 12 verwendet werden. Zusätzlich
ist es vorteilhaft, die Länge der kürzeren Feder, z.B. durch eine Schraube, verstellbar
zu realisieren. Somit kann die Steifigkeit des Federpakets 13 und somit die Kompressibilität
des Speicherelements 10 an die jeweiligen Betriebszustände angepasst werden.
[0033] Kurz nach der Trennung der Zylinderöffnung 7 von der ersten Steueröffnung 2, tritt
die Zylinderöffnung 7 in Kontakt mit der Bohrung 6 und befindet sich in dem oben definierten
ersten Rotationszustand Fig. 1. Kurz vor dem ersten Rotationszustand herrscht im Speicherraum
15 des Speicherelements 10 der Betriebsdruck der zweiten Steueröffnung 3. Wird nun
im ersten Rotationszustand die Zylinderbohrung 44 über die Zylinderöffnung 7, die
Bohrung 6 und die Verbindungsleitung 8 mit dem Speicherraum 15 verbunden, kommt es
zu einem Druckausgleich zwischen dem Speicherraum 15 und dem Zylinderraum. Aufgrund
des Druckabfalls im Speichervolumen kommt es zu einem Kräfteungleichgewicht zwischen
der Federkraft der Feder 13 und der Druckkraft auf die druckwirksame Fläche 18 und
es wird solange Druckmittel aus der ersten Kammer 15 in den Zylinderraum 44 gedrückt,
bis sich ein Druckgleichgewicht einstellt. Es ist vorteilhaft, die Federkraft so einzustellen,
dass diese nahezu der Druckkraft des Betriebsdrucks in der zweiten Steueröffnung 3
auf die Fläche 18 entspricht. Somit sorgt die Feder 13 für eine Vorkomprimierung des
Druckmittels in dem Zylinderraum auf etwa den Betriebsdruck in der zweiten Steueröffnung
3.
[0034] Dem Fachmann ist klar, dass das Gesamtvolumen aus Speichervolumen und Zylinderraum
44 gleichzeitig durch den Zylinderkolbenhub und das Kräfteungleichgewicht am Federvorgespannten
Kolben 12 verkleinert wird. Die Kompressibilität des Speicherelements 10 muss an Betriebsbedingungen,
d.h. den Betriebsdruck in der zweiten Steueröffnung 3, angepasst werden. Wie bereits
beschrieben, kann die Kompressibilität des Speicherelements 10 durch eine Verstellung
der Vorspannung der kleineren Feder des Federpakets 13 eingestellt werden. Die Größenordnung
des benötigten Speicherraumvolumens wird durch die fehlende Komprimierung durch den
Zylinderkolbenhub im Umsteuerbereich 4 festgelegt.
[0035] Kurz vor dem zweiten Rotationszustand der Zylindertrommel 42 (Fig. 2), d.h. kurz
vor der Verbindung der Zylinderöffnung 7 mit der zweiten Steueröffnung 3, herrscht
in dem Zylinderraum der durch die Feder 13 bzw. das maximal zur Verfügung stehende
Speichervolumen festgelegte Druck, der optimaler Weise nahezu dem Betriebsdruck in
der zweiten Steueröffnung 3 entspricht. Entsteht nun die Verbindung der Zylinderbohrung
44 über die Zylinderöffnung 7 mit der zweiten Steueröffnung 3, wie es in Fig. 2 dargestellt
ist, so kommt es nicht mehr zu einem größeren Druckeinbruch in der zweiten Steueröffnung
3. Druckpulsationen ausgehend von der zweiten Steueröffnung 3 und sich ausbreitend
in der Arbeitsleitung werden so vermieden. Das Hydrauliköl des Zylinderraums kann
bei konstantem Druck bei Rotation der Zylindertrommel 42 über die zweite Steueröffnung
3 in die Arbeitsleitung gepumpt werden.
[0036] In dem zweiten Rotationszustand wird über die Steueröffnung 7, die Bohrung 6 und
die Verbindungsleitung 8 auch der Speicherraum 15 mit der zweiten Steueröffnung 3
verbunden. Da die Federkraft der Feder 13 einem Druckäquivalent unterhalb des Betriebsdrucks
der zweiten Steueröffnung 3 entspricht, wird in dem zweiten Rotationszustand der Zylindertrommel
42 die erste Kammer 15 mit Hydrauliköl gefüllt, da die Druckkraft im Speichervolumen
15 größer ist als die Federkraft auf den Kolben 12 an dessen Rückseite. Der Speicherraum
15 wird vorzugsweise solange befüllt, bis ein maximales Speichervolumen erreicht ist,
d.h. der zweite Anschlag des Kolbens 12 erreicht ist, oder der Druck in der ersten
Kammer 15 dem Druck der Hochdruckseite angeglichen ist, oder die Verbindung des Speicherraums
15 mit der zweiten Steueröffnung 3 durch Weiterrotation der Zylindertrommel 42 beendet
wird. So wird das Speicherelement 10 wieder befüllt, um den nächsten Zylinder 45 in
der Zylindertrommel 42, der über den Umsteuerbereich 4 streichen wird, vorzukomprimieren.
[0037] Fig. 3 stellt ein zweites Ausführungsbeispiel des Speicherelements 30 der erfindungsgemäßen
Axialkolbenmaschine 40 dar. Gleiche Elemente der Axialkolbenmaschine 40 werden mit
den entsprechenden Referenzzeichen aus Fig. 1 und 2 bezeichnet und werden nicht noch
einmal beschrieben.
[0038] Das Speicherelement 30 ist weiterhin durch den Kolben 12 in eine erste Kammer 15
und eine druckentlastete zweite Kammer 16' aufgeteilt. Die Gehäuseausnehmung 11 weist
gegenüber der Mündung der Verbindung 8 mittig eine weitere zylindrische Aufnahmeausnehmung
33 mit einer im Vergleich zu der Gehäuseausnehmung 11 im Bereich der ersten Kammer
15 und der zweiten Kammer 16' reduzierten Querschnittsfläche auf. Die Aufnahmeausnehmung
33 nimmt den Fortsatz 12' auf und bildet eine in der Aufnahmeausnehmung 33 durch die
Stirnfläche 19 des Fortsatzes abgegrenzte dritte Kammer 17 aus. Der Fortsatz 12' ist
gedichtet in der Aufnahmeausnehmung 33 gleitend geführt, so dass die weiterhin druckentlastete
Federkammer gegenüber der dritten Kammer 17 abgetrennt ist und in der Federkammer
nur Atmosphärendruck oder Pumpengehäusedruck wirkt. Die Stirnfläche 19 entspricht
der Querschnittsfläche der Aufnahmeausnehmung 33.
[0039] Die dritte Kammer 17 ist über eine Verbindungsleitung 31 mit der zweiten Hochdruck
führenden Steueröffnung 3 verbunden. Dadurch herrscht in der dritten Kammer 17 der
Betriebsdruck der zweiten Steueröffnung 3 und die Feder 13 oder das entsprechende
Federpaket kann um so viel weicher und kürzer ausgeführt sein, dass die Federkraft
um die Druckkraft des Betriebsdrucks auf die druckwirksame Fläche 19 reduziert wird.
Dies hat den Vorteil, dass die Baulänge des Speicherelements 30 weiter verkürzt werden
kann. Zusätzlich ergibt sich der Vorteil, dass sich die Beaufschlagung des Kolbens
12 mit einer Vorspannkraft in dem Speicherelement 30 proportional zu dem Betriebsdruck
einstellt. Wichtig ist dabei, dass die druckwirksame Fläche 19 in der dritten Kammer
17 gegenüber der druckwirksamen Fläche 18 reduziert ist, um weiterhin ein Aufladen
des Speicherelements 30 im zweiten Rotationszustand eines jeden Zylinders zu garantieren.
[0040] Diese Ausführung hat auch den Vorteil, dass bereits vor dem zweiten Rotationszustand,
d.h. vor der Verbindung der Zylinderbohrung 44 mit der zweiten Steueröffnung 3, ein
geringer Volumenstrom aus der zweiten Steueröffnung 3 in die dritte Kammer 17 fließt.
Somit wird der Druck in der zweiten Steueröffnung 3 in Vorbereitung auf die Verbindung
mit dem etwas niedriger bedrückten Zylinderraum geringfügig und vor allem langsam
reduziert. Dadurch werden selbst die kleinen noch auftretenden plötzlichen Druckänderungen
teilweise ausgeglichen. In dem zweiten Rotationszustand der Zylindertrommel 42 wird
die entnommene Hydraulikflüssigkeit aus der zweiten Steueröffnung 3 zum Füllen des
Speichervolumens in geringem Maße mit dem aus der dritten Kammer 17 zurückfließenden
Hydraulikölvolumen ausgeglichen. Auch dadurch wird selbst der geringe plötzliche Druckabfall
in der zweiten Steueröffnung 3 durch das Auffüllen des Speicherelements 30 noch reduziert.
[0041] Vorzugsweise wird an der Verbindungsleitung 31 zwischen der dritten Kammer 17 und
der zweiten Steueröffnung 3 eine Drossel 32 angebracht. Durch diese Drossel 32 werden
die Volumenströme aus der zweiten Steueröffnung 3 in die Speicherkammer 15 verlangsamt,
da das Hydrauliköl nur langsam aus der dritten Kammer 17 in die zweite Steueröffnung
3 zurückfließen kann. Der Kolbenhub in dem Speicherelement 30 wird ebenfalls verlangsamt.
[0042] Gewichtskräfte und Reibungskräfte in dem Speicherelement 10 bzw. 30 können gegenüber
den wirkenden Kräften der Feder 13 und den herrschenden Druckkräften vernachlässigt
werden. Kräfte durch den Normaldruck, wie sie z.B. im Federraum auf den Kolben 12
wirken, werden in der Anmeldung nicht explizit erwähnt.
[0043] Die Ausführungsbeispiele wurden für eine Axialkolbenpumpe beschrieben, sind aber
nicht beschränkt auf diese, sondern können auch in allgemeinen verstellbaren hydrostatischen
Maschinen eingesetzt werden, indem das Speicherelement 10 oder 30 nur im Pumpenbetrieb
verbunden wird.
[0044] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Vielmehr
sind auch einzelne Merkmale der erfindungsgemäßen Axialkolbenmaschine in vorteilhafter
Weise kombinierbar.
1. Axialkolbenmaschine aufweisend eine Steuerplatte (1), die eine erste Steueröffnung
(2), eine zweite Steueröffnung (3) und jeweils einen zwischen den beiden Steueröffnungen
(2, 3) angebrachten ersten und zweiten Umsteuerbereich (4, 5) aufweist, eine bezüglich
der Steuerplatte (1) drehbar angeordnete Zylindertrommel (42) mit mindestens einer
Zylinderbohrung (44), die über eine Zylinderöffnung (7) bei Rotation der Zylindertrommel
(42) abwechselnd mit der ersten und zweiten Steueröffnung (2, 3) verbunden ist, und
ein im Volumen veränderbares Speicherelement (10, 30), das mit einem der Umsteuerbereiche
(4, 5) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Speicherelement (10, 30) ein durch einen federbeaufschlagten Kolben (12) veränderbares
Speichervolumen (15) aufweist und eine Kolbenrückseite entweder nur durch eine Federkraft
oder durch eine Federkraft und eine hydraulische Kraft beaufschlagt ist, wobei die
hydraulische Kraft durch einen wirkenden Druck der Hochdruck führenden Steueröffnung
(3) auf eine reduzierte Querschnittsfläche (19) erzeugt ist.
2. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zylinderöffnungen (7) in einem ersten Rotationszustand mit dem veränderbaren
Speichervolumen (15) und in einem zweiten Rotationszustand mit dem veränderbaren Speichervolumen
(15) und der Hochdruck führenden Steueröffnung (3) verbunden ist.
3. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem ersten Rotationszustand die auf die Speicherkolbenrückseite wirkenden Kräfte
größer als die auf die Speicherkolbenvorderseite (18) wirkenden Kräfte sind.
4. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem zweiten Rotationszustand die auf die Speicherkolbenrückseite wirkenden Kräfte
kleiner als die auf die Speicherkolbenvorderseite (18) wirkenden Kräfte sind.
5. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Kolbenrückseite des Kolbens (12) einen Anschlag zur Begrenzung einer Hubbewegung
ausgebildet ist.
6. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine auf der Kolbenrückseite ausgebildete Federkammer (16, 16') druckentlastet ist.
7. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zu der Federkammer (16') eine Aufnahmeausnehmung (33) mit gegenüber der
Querschnittsfläche des Kolbens reduzierter Querschnittsfläche ausgebildet ist, in
welcher der an dem Kolben (12) ausgebildete Fortsatz als Anschlag dichtend geführt
ist, wodurch eine dritte abgedichtete Kammer (17) ausgebildet ist.
8. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die dritte Kammer (17) über eine Verbindung (31) mit der Hochdruck führenden Steueröffnung
(3) verbunden ist.
9. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindung (31) zwischen der dritten Kammer (17) und der Hochdruck führenden
Steueröffnung (3) eine Drossel (32) aufweist.
10. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federkraft aus einem Federpaket (13) mit einer langen und einer kurzen Feder
besteht.
11. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorspannung der kürzeren Feder einstellbar ist.