[0001] Die Erfindung betrifft ein Hydrauliksystem mit einem Antriebsmotor, einer durch den
Antriebsmotor antreibbaren hydraulischen Verstellpumpe, einem durch die Verstellpumpe
antreibbaren hydraulischen Verbraucher und einer elektronischen Steuereinheit, wobei
die Verstellpumpe mit einer Fördervolumenverstelleinheit ausgestattet ist, an welcher
über einen mit einem Verstellkolben in Eingriff bringbaren Anschlag ein maximales
Fördervolumen der Verstellpumpe einstellbar ist.
[0002] Es sind landwirtschaftliche Maschinen bekannt, beispielsweise Traktoren, oder auch
andere Arten von Arbeitsmaschinen, wie z.B. Baumaschinen oder Teleskoplader, die über
ein Hydrauliksystem verfügen, mit dem ein oder mehrere hydraulische Verbraucher betrieben
werden, z.B. Hydraulikzylinder, Hydraulikmotoren oder andere hydraulisch betriebene
Komponenten. Derartige Hydrauliksysteme umfassen Hydraulikpumpen, die direkt, oder
über ein starres Übersetzungsgetriebe ins Schnelle oder Langsame übersetzt, mit der
Antriebswelle eine Antriebsmotors verbunden sind. Der maximal förderbare Volumenstrom
der Hydraulikpumpe verändert sich somit mit der Drehzahl des Antriebsmotors. Je schneller
der Antriebsmotor dreht, desto größer ist der Volumenstrom, der von der Hydraulikpumpe
gefördert werden kann. Bei verstellbaren Load-Sense geregelten Hydraulikpumpen, sogenannten
hydraulischen Verstellpumpen, wie sie heute als Stand der Technik im Einsatz sind,
kann das geförderte maximale Fördervolumen dem vom hydraulischen Verbraucher benötigten
Bedarf angepasst werden. Dieses geschieht üblicherweise über einen sogenannten Förderstromregler,
der eine voreingestellte Regeldruckdifferenz zwischen dem Druck am Ausgang der Verstellpumpe
und dem vom Verbraucher gemeldeten Load-Sense-Signal (im Folgenden LS-Signal genannt)
regelt bzw. aufrecht erhält. Der Förderstromregler einer LS-geregelten Verstellpumpe
funktioniert nun derart, dass er den Fördervolumenstrom der Verstellpumpe so verstellt,
dass die voreingestellte Regeldruckdifferenz, die am Förderstromregler über eine Verstellfeder
fest eingestellt werden kann, immer konstant gehalten wird. Die genaue Wirkungsweise
eines solchen (Druck-) Förderstromreglers, kann in der einschlägigen Literatur nachgelesen
werden und ist als solche Stand der Technik.
[0003] Der Fördervolumenstrom der von einem Hydraulikventil an einen Verbraucher, beispielsweise
einen Hydraulikzylinder oder einen Hydromotor, abgegeben werden kann, ist direkt von
dieser voreingestellten Regeldruckdifferenz abhängig. Über die Verstellfeder und einen
Stellkolben des Förderstromreglers wird ein bestimmter zu regelnder Druck eingestellt,
was die Verstellpumpe dazu zwingt, eine diesem eingestellten Druck entsprechende Regeldruckdifferenz
zwischen Ausgang der Verstellpumpe und Verbraucher (L-S-Signal) aufrecht zu erhalten.
Um diese Regeldruckdifferenz zu erreichen, schwenkt die in Abhängigkeit eines Verstellkolbens
regelbare bzw. verstellbare Fördervolumenverstelleinheit der Verstellpumpe auf und
beginnt, einen entsprechenden Fördervolumenstrom zu fördern. Der Verstellkolben ist
dabei hydraulisch mit dem Förderstromregler verbunden und verändert seine Stellung
in Abhängigkeit der am Förderstromregler vorliegenden bzw. eingestellten Regeldruckdifferenz.
Die Fördervolumenverstelleinheit kann beispielsweise eine Schwenkscheibe umfassen,
die mit Steuer- oder Hubkolben verbunden ist, wobei durch Drehen der Schwenkscheibe
die Drehbewegung in eine Längsbewegung der Hubkolben umgewandelt wird. Der von der
Verstellpumpe geförderte Fördervolumenstrom strömt durch die Leitungen und Ventile
des Hydrauliksystems und erzeugt dabei bestimmte Druckverluste in den Leitungen und
bei den jeweiligen Ventilen zu den Verbrauchern. Der Druck, der sich dann hinter den
Ventilen bzw. am Verbraucher einstellt, wird als Lastdruck (LS-Signal) zurück an die
Verstellpumpe gemeldet (über eine Lastdruckleitung (L-S-Leitung), die mit dem Förderstromregler
verbunden ist) und veranlasst die Verstellpumpe dazu, derart viel Volumenstrom zu
fördern, dass der Druck am Ausgang der Verstellpumpe um den Regeldruckdifferenzwert
höher ist, als der vom L-S-Signal gelieferte Lastdruck am Verbraucher.
[0004] Je weiter nun ein Ventil von der Verstellpumpe entfernt ist, desto größer werden
durch die längere Strömungsstrecke die Druckverluste, was zu dem Effekt führt, dass
Ventile, die weiter von der Verstellpumpe entfernt sind als andere Ventile, weniger
Volumenstrom an einen Verbraucher ankommen lassen, obwohl es Ventile der gleichen
Bauart sind. Um diesen Effekt zu kompensieren, ist es bekannt, Ventile einzusetzen,
die ein verstärktes Lastsignal an die Pumpe melden, wie beispielsweise in der
EP 176 0 325 A2 offenbart ist.
[0005] Vereinfacht gilt demnach, dass man einen bestimmten Druck benötigt, um einen bestimmten
Volumenstrom durch eine Leitung und/oder ein Ventil zu drücken. Da die Druckverluste
beim Durchströmen mit dem Volumenstrom ansteigen, wäre es also von Vorteil, die Querschnitte
und Führungen der Leitungen und Bohrungen so groß wie möglich sowie die Verluste über
die Ventile konstruktiv so klein wie möglich zu halten, wenn man eine bestimmte Menge
Hydrauliköl für einen Verbraucher nutzbar machen will. Werden die Verluste nun zu
groß und nimmt dadurch der Volumenstrom ab, kann man dies durch Querschnittsvergrößerung
an den Ventilöffnungen kompensieren d.h. durch Querschnittsveränderungen an den Ventilöffnungen
können Volumenströme verändert, also angehoben oder abgesenkt werden.
[0006] Anderen Möglichkeiten den Volumenstrom zu verändern zielen darauf ab, eine am Förderstromregler
der Verstellpumpe wirkende Stellkraft zu verändern. So wird in der
EP 0 439 621 B1 offenbart, dass für einen Feinbetrieb des Hydrauliksystems durch manuelles Auslösen
einer Stellkraft am Förderstromregler die Regeldruckdifferenz der Verstellpumpe verringert
werden kann, was einen geringeren maximalen Volumenstrom im Hydrauliksystem bzw. an
den Ventilen zur Folge hat.
[0007] Nun stellt sich das Problem dar, dass es aus Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsaspekten
von Vorteil sein kann, ein Hydrauliksystem einer Arbeitsmaschine im unteren Motordrehzahlbereich
zu betreiben. Dieses hat zur Folge, dass bei den heutigen Verstellpumpengrößen dann
zu wenig Volumenstrom für die Anwendungen zur Verfügung steht, was zu dem Einsatz
von größeren Verstellpumpen führt, so dass bei geringen Motordrehzahlen große Volumenströme
gefördert werden können. Dies führt wiederum dazu, dass bei hohen Motordrehzahlen
noch sehr viel größere (nicht ausschöpfbare) Volumenströme gefördert werden, die zu
sehr großen Leistungsverlusten in der Gesamtleistungsbilanz führen. Man könnte diese
Probleme zumindest teilweise überwinden, indem man die Regeldruckdifferenz der Pumpe
erhöht, was letztendlich aber auch zu einem höheren Kraftstoffverbrauch der Maschine
führen würde, da man eine bestimmte Leistung benötigt, bzw. einen bestimmten Fördervolumenstrom
benötigt, um die Regeldruckdifferenz zu erreichen. Ferner besteht die Möglichkeit
alle Leitungen und Ventile auf die maximale Pumpenförderleistung hin auszulegen, was
wiederum zu sehr hohen Kosten der einzelnen Komponenten und zu Platzproblemen auf
der Arbeitsmaschine führen würde.
EP 349 092 B1 offenbart eine weitere Möglichkeit, hohe Volumenströme bei geringen Motordrehzahlen
zu ermöglichen, jedoch den Volumenstrom bei hohen Motordrehzahlen zu begrenzen. Dabei
wird das von der Verstellpumpe geförderte maximale Fördervolumen begrenzt, wobei die
Fördermenge der Verstellpumpe gemessen (z.B. durch Messung der Lage der Fördervolumenverstellmechanismen,
z.B. des Verstellwinkels einer Stellscheibe bzw. Schwenkscheibe) und überwacht wird.
Diese Verstellpumpen und die entsprechende Regelelektronik sind jedoch aufwändig und
teuer.
[0008] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird darin gesehen, ein Hydrauliksystem
der eingangs genannten Art anzugeben, durch welches die vorgenannten Probleme überwunden
werden. Insbesondere soll mit einfachen, sicheren und kostengünstigen Mitteln ein
Hydrauliksystem geschaffen werden, welches bei geringen Antriebsdrehzahlen ein hohes
maximales Fördervolumen zur Verfügung stellt, dieses jedoch bei höheren Antriebsdrehzahlen
auf einen bestimmten Maximalwert begrenzt.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
[0010] Erfindungsgemäß wird ein Hydrauliksystem der eingangs genannten Art derart ausgebildet,
dass der Anschlag der Fördervolumenverstelleinheit durch die Steuereinheit ansteuerbare
Stellmittel umfasst, durch welche das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe über
die elektronische Steuereinheit veränderbar ist, wobei die elektronische Steuereinheit
ein antriebsdrehzahlabhängiges Signal erfasst, in Abhängigkeit dessen durch die Steuereinheit
ein Steuersignal für das ansteuerbare Stellmittel generierbar ist, welches das maximale
Fördervolumen der Verstellpumpe an der Fördervolumenverstelleinheit durch Verstellen
des Anschlags verändert. Durch die mittels der Steuereinheit fernansteuerbaren Stellmittel
am Anschlag des Verstellkolbens und durch Erfassung der Antriebsdrehzahl kann ein
voreingestelltes maximales Fördervolumen der Verstellpumpe an der Fördervolumenverstelleinheit
in Abhängigkeit von der Antriebsdrehzahl gezielt verändert werden, so dass bei zunehmender
Antriebsdrehzahlen das maximale Fördervolumen vorzugsweise proportional angepasst
und ein maximaler Fördervolumenstrom nicht überschritten wird.
[0011] Dies heißt, dass bei einer geringen Antriebsdrehzahl die Regeldruckdifferenz beispielsweise
P=P1 bar beträgt. Entsprechend wird der hydraulisch mit dem Förderstromregler verbundene
Verstellkolben der Fördervolumenverstelleinheit eingestellt. Diese Einstellung ist
beispielsweise geeignet einen Volumenstrom bis zu einer Größe von V1 l/min durch die
Ventile zu fördern. Die Verstellpumpe hat jedoch aufgrund ihrer maximalen Förderkapazität
die Möglichkeit, Volumenströme von Vmax l/min zu fördern, was zu hohe Verluste in
den Leitungen und Ventilen erzeugen würde. Bei Leerlaufdrehzahl fördert diese Pumpe
nun z.B. maximal Vleer l/min (Vleer < V1 < Vmax) und mit zunehmender Antriebsdrehzahl
(U+) steigt der Volumenstrom (V) bei gleichbleibendem maximalen Fördervolumen an.
Nun ist es denkbar, dass man bei Erreichen der V1 l/min-Grenze den Anschlag des Verstellkolbens
der Fördervolumenverstelleinheit derart in Abhängigkeit der Antriebsdrehzahl verstellt,
dass das maximale Fördervolumen reduziert wird, so dass bei maximaler Antriebsdrehzahl
von z.B. Umax U/min noch immer nur V(1) l/min als maximaler Fördervolumenstrom von
der Verstellpumpe gefördert werden kann. In Bezug auf die Schwenkscheibe einer Fördervolumenverstelleinheit
würde dies bedeuten, dass man den maximalen Schwenkwinkel der Schwenkscheibe reduziert.
Sinkt die Antriebsdrehzahl wieder, hebt man das maximale Fördervolumen wieder an,
wobei mit abnehmender Antriebsdrehzahl der maximale Schwenkwinkel der Fördervolumenverstelleinheit
bzw. der Schwenkscheibe wieder angehoben wird, bis der Ursprungswert bei Erreichen
der V1 l/min-Grenze wieder erreicht worden ist. Die entsprechenden Funktionen und
Berechnungsalgorithmen sind vorzugsweise in der elektronischen Steuereinheit abgelegt.
Ein entsprechendes Steuersignal wird von der Steuereinheit generiert und an die Stellmittel
des Anschlags am Verstellkolben der Fördervolumenverstelleinheit zwecks Ansteuerung
derselben geleitet. Durch Ansteuerung der Stellmittel wird das maximale Fördervolumen
der Verstellpumpe variabel in Abhängigkeit der Antriebsdrehzahl gesteuert.
[0012] Bei Überschreiten eines voreinstellbaren Antriebsdrehzahlwertes kann das maximale
Fördervolumen der Verstellpumpe durch Ansteuerung der Stellmittel am Anschlag des
Verstellkolbens reduziert werden. Der voreinstellbare Antriebsdrehzahlwert, der die
Verstellung des maximalen Fördervolumens auslöst, kann dabei je nach Anwendung vorzugsweise
über ein Eingabemodul an einem Fahrerdisplay eines Arbeitsgerätes oder über eine andere
geeignete Eingabeschnittstelle der Steuereinheit vorgegeben werden. Es kann jedoch
auch gemäß der Leistungsgröße der Verstellpumpe bereits ein fester Antriebsdrehzahlwert
vorgegeben und in der Steuereinheit abgelegt sein.
[0013] Bei Überschreiten eines voreinstellbaren Antriebsdrehzahlwertes wird das maximale
Fördervolumen der Verstellpumpe durch Ansteuerung der Stellmittel am Anschlag des
Verstellkolbens proportional zur Antriebsdrehzahl verändert, wobei die Steuereinheit
mit zunehmender Antriebsdrehzahl den maximalen Fördervolumenstrom reduziert und mit
abnehmender Antriebsdrehzahl erhöht. Diesbezüglich ist das von der Steuereinheit generierte
Steuersignal vorzugsweise stufenlos an eine Antriebsdrehzahländerung angepasst, so
dass ein Bediener des Systems die Veränderung des maximalen Fördervolumens nicht direkt
bemerkt.
[0014] Es ist ferner für spezielle Anwendungsfälle vorgesehen, das höchste maximale Fördervolumen
der Verstellpumpe ausnutzen zu können. Dazu sind Einstellmittel vorgesehen, in Abhängigkeit
derer das Steuersignal modifizierbar ist, und der Anschlag des Verstellkolbens über
die Einstellmittel veränderbar ist, derart, dass das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe
unabhängig von der Antriebsdrehzahl erhöht (bzw. anschließend wieder reduziert) werden
kann. So kann eine Bedienperson die von der Steuereinheit übernommene Ansteuerung
der an der Fördervolumenverstelleinheit bzw. am Anschlag des Verstellkolbens vorgesehenen
Stellmittel quasi "überstimmen" und durch entsprechende Eingaben am Einstellmittel,
beispielsweise an einem Eingabemodul oder an einem Eingabeknopf mit Stellrad oder
einem Potentiometer die antriebsdrehzahlabhängige Steuerfunktion der Steuereinheit
deaktivieren und durch direkte Vorgabe eines über die Einstellmittel vorgebbaren Eingabesignals
das Steuersignal modifizieren, so dass trotz ursprünglicher antriebsdrehzahlabhängigen
Generierung eines Steuersignals das durch die Einstellmittel eingegebene Signal priorisiert
wird. Damit ist es möglich, eine antriebsdrehzahlabhängige Steuerung zu umgehen und
beispielsweise auch bei hohen Antriebsdrehzahlen das Hydrauliksystem mit einem hohen
maximalen Fördervolumen zu betreiben bzw. bei jeder beliebigen Antriebsdrehzahl einen
beliebigen Fördervolumenstrom einzustellen. Es gibt besondere Anwendungen, bei denen
der Bediener unbedingt die volle Pumpenkapazität ohne Rücksicht auf die Leistungsverluste
ausnutzen möchte. Eine solche Anwendung wäre zum Beispiel der Betrieb eines Frontladers,
bei dem der Bediener möglichst kurze Zykluszeiten und damit mehr Umschlagleistung
erreichen möchte. In einem solchen Fall würde eine Verstellpumpe mit großem Fördervolumen
nicht viel helfen, wenn nicht alle Leitungen und Ventile ebenfalls vergrößert würden.
Hier kann es dann sinnvoll sein, das maximale Fördervolumen durch entsprechendes Verstellen
des Anschlags des Verstellkolbens gezielt zu erhöhen, um sicherzustellen, dass bei
höheren Antriebsdrehzahlen die Verstellpumpe bzw. die Fördervolumenverstelleinheit
der Verstellpumpe bzw. die Schwenkscheibe voll aufschwenken kann, um einen höheren
Fördervolumenstrom zu liefern.
[0015] Das Hydrauliksystem kann ferner einen Temperatursensor umfassen, der die Temperatur
im Hydrauliksystem erfasst und ein entsprechendes Signal an die Steuereinheit liefert.
Insbesondere die Viskosität einer Hydraulikflüssigkeit hängt von der Temperatur ab,
so dass es von Vorteil sein kann, bei tiefen Temperaturen, bzw. bei einer hohen Viskosität
der Hydraulikflüssigkeit, das maximale Fördervolumen ferner in Abhängigkeit der Viskosität
bzw. Temperatur zu verstellen, beispielsweise zu erhöhen. Ferner kann es von Vorteil
sein, bei extrem tiefen Temperaturen viskositätsbedingten Kavitationsproblemen entgegenzuwirken,
so dass das maximale Fördervolumen begrenzt ist bzw. reduziert wird und erst bei einer
bestimmten Temperatur eine Erhöhung stattfindet und zwar unabhängig oder abhängig
von der Antriebsdrehzahl. Ebenso kann es ratsam sein, das maximale Fördervolumen bei
höheren Temperaturen den geringeren Strömungsverlusten anzupassen, also beispielsweise
zu reduzieren. So können also sowohl in Abhängigkeit von der Antriebsdrehzahl als
auch in Abhängigkeit von der Temperatur im Hydrauliksystem Zustandsbedingungen eintreten,
für die eine Verstellung des maximalen Fördervolumens vorteilhaft ist. Dementsprechende
Steuerfunktionen bzw. Steueralgorithmen können in der elektronischen Steuerung implementiert
und als entsprechende Zustandsdiagramme abgelegt sein. Anhand dieser Steuerfunktionen
bzw. Steueralgorithmen können entsprechende Steuersignale, sowohl in Abhängigkeit
von der Antriebsdrehzahl allein, als auch in Kombination in Abhängigkeit von der Temperatur,
zur Ansteuerung der Stellmittel bzw. zur Verstellung des Anschlags, generiert werden.
[0016] Die Stellmittel am Anschlag des Verstellkolbens umfassen vorzugsweise einen Elektromotor,
der von der Steuereinheit ansteuerbar ist und den Anschlag verstellen kann. Ferner
ist es auch denkbar einen Elektromagneten einzusetzen, der den Anschlag verstellt.
Vorzugsweise sollte die Verstellung des Anschlags direkt erfolgen, beispielsweise
über einen Schrittmotor, der mit einem Spindeltrieb verbunden ist, welcher eine Drehbewegung
des Motors in eine Linearbewegung einer Spindel, deren Ende als Anschlag für den Verstellkolben
wirken kann, umwandelt. Der Verstellkolben wiederum stellt entweder selbst einen Anschlag
für die Fördervolumenverstelleinheit (z.B. für die Schwenkscheibe) dar oder bewegt
einen derartigen Anschlag in eine Position, durch den der Schwenkwinkel der Fördervolumenverstelleinheit
verstellt bzw. begrenzt wird. Erfolgen kann diese Verstellung wie oben bereits erwähnt
elektrisch oder elektromagnetisch, aber auch hydraulisch, pneumatisch oder rein mechanisch,
wobei eine elektrische bzw. elektromagnetische Verstellung des Anschlags des Verstellkolbens
bevorzugt wird, da diese einfacher zu handhaben ist, als andere Verstellarten. Die
Verstellung des Anschlags kann nun das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe erhöhen
oder verringern. Die Verstellung kann beispielsweise auch über einen Proportionalmagneten,
der in beide Richtungen wirksam ist, erfolgen. Natürlich ist es auch denkbar, eine
Verstellung nur in eine Richtung zuzulassen. Da es immer dazu kommen kann, dass die
Elektronik am Arbeitsfahrzeug ausfällt, ist es sinnvoll, Maßnahmen vorzusehen, die
bei Ausfall der Elektronik verhindern, dass es zu einem Ausfall des ganzen Hydrauliksystems
kommt. Aus diesem Grund ist der Einsatz eines Schrittmotors für die Verstellung des
Anschlags des Verstellkolbens besonders geeignet. Der Schrittmotor hat den Vorteil,
dass er eine bestimmte Selbsthemmung hat und sehr genau in eine bestimmte Position
(Drehwinkel) verfahren werden kann, die er nicht mehr verlässt, es sei denn, er bekommt
ein neues Steuersignal oder eine sehr starke Kraft zieht an ihm. Ein solcher Schrittmotor
kann beispielsweise an eine Verstellspindel zur Verstellung des maximalen Hubweges
eines Verstellkolbens an einer Fördervolumenverstelleinheit angeschlossen werden und
kann diese Verstellspindel dann je nach Steuersignal sehr genau und sehr schnell verdrehen,
so dass die Lage des Verstellkolbens, und damit der maximale Schwenkwinkel der Schwenkscheibe
der Fördervolumenverstelleinheit bzw. das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe,
sehr feinfühlig verstellt werden kann. Hierbei stellt die Verstellspindel bzw. das
mit dem Verstellkolben in Eingriff tretende Ende der Verstellspindel den Anschlag
des Verstellkolbens dar. Sollte es zu einem Ausfall der Elektronik kommen, würde der
Schrittmotor einfach in seiner letzten Position stehen bleiben und somit sicherstellen,
dass zumindest ein bestimmter Minimalbetrieb des Hydrauliksystem gewährleistet bleibt.
[0017] Ein erfindungsgemäßes Hydrauliksystem findet in Arbeitsfahrzeugen Anwendung, die
insbesondere in der Landwirtschaft verwendet werden. Dazu zählen landwirtschaftliche
Fahrzeuge, wie beispielsweise Traktoren mit oder ohne Frontlader sowie auch Teleskoplader.
Ferner eignet sich ein derartiges Hydrauliksystem auch für den Einsatz in Baumaschinen,
beispielsweise Bagger oder Radlader.
[0018] Das erfindungsgemäße Hydrauliksystem ermöglicht einen optimalen Betrieb eines Hydrauliksystems
in allen antriebsabhängigen Betriebszuständen des Fahrzeugs und dient insbesondere
der Verringerung von Leistungsverlusten und der Zurverfügungstellung großer Volumenströme
bei geringer Antriebsdrehzahl. Ferner können vorhandene kleinere Leitungsquerschnitte
und Ventile trotz einer Verstellpumpe mit großem Fördervolumen verwendet werden. Bei
Bedarf sind sehr große Volumenströme trotz kleiner Leitungsquerschnitte und Ventile
möglich. Eine Beibehaltung der vorhandenen Ventile und Leitungen, unabhängig von der
Verwendung einer größeren Verstellpumpe, ist damit möglich. Ferner kann trotz elektronischer
Ansteuerung des Förderstromreglers bei Ausfall der Elektrik gewährleistet werden,
dass das vorhandene Hydrauliksystem weiterhin verfügbar ist.
[0019] Anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt, werden nachfolgend
die Erfindung sowie weitere Vorteile und vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen
der Erfindung näher beschrieben und erläutert.
[0020] Es zeigt:
- Fig. 1
- einen schematischen hydraulischen Schaltplan eines erfindungsgemäßen Hydrauliksystems
und
- Fig. 2
- ein Arbeitsfahrzeug mit einem Hydrauliksystem gemäß Figur 1.
[0021] Figur 1 zeigt ein Hydrauliksystem 10 zum Betreiben eines hydraulischen Verbrauchers
12, beispielsweise eines hydraulischen Zylinders zum Heben und Senken eines Frontladers
14.
[0022] Das Hydrauliksystem 10 umfasst einen Hydrauliktank 16, eine hydraulische Verstellpumpe
18 mit einem Förderstromregler 20 zum Einstellen eines Regeldruckdifferenzwertes zwischen
Verstellpumpe 18 und Verbraucher 12, einem Druckbegrenzer 22 zur Begrenzung des Betriebsdrucks
für die Verstellpumpe 18, sowie einem Verstellkolben 23 zum Verstellen des über eine
Fördervolumenverstelleinheit 24 einstellbaren Fördervolumens der Verstellpumpe 18.
Ferner ist ein Anschlag 23' für den Verstellkolben 23 vorgesehen, der mit dem Verstellkolben
23 in Eingriff bringbar ist und mit dem ein maximales Fördervolumen der Verstellpumpe
18 variabel einstellbar ist. Die Verstellpumpe 18 wird über einen Antriebsmotor 25
angetrieben. Zwischen Verbraucher 12 und Verstellpumpe 18 ist ein hydraulisches Steuerventil
26 geschaltet, über welches der hydraulische Verbraucher 12 ansteuerbar ist. Zwischen
Verbraucher 12 und Steuerventil 26 ist eine Lastdruckleitung 28 angeschlossen, die
mit dem Förderstromregler 20 verbunden ist, wobei die Lastdruckleitung 28 ein mit
dem Tank 16 verbundene Druckentlastungsblende 29 und ein in Richtung des Verbrauchers
12 schließendes Rückschlagventil 30 aufweist, wobei das Rückschlagventil 30 zwischen
der Druckentlastungsblende 29 und dem Verbraucher 12 angeordnet ist. Ferner verfügt
das Hydrauliksystem 10 über eine elektronische Steuereinheit 32 die mit einem Drehzahlsensor
34 und einer Einstellvorrichtung 36 verbunden ist. Des Weiteren ist ein Temperatursensor
37 vorgesehen, der die Temperatur einer sich im Hydrauliksystem 10 befindlichen Hydraulikflüssigkeit
erfasst und ein entsprechendes Signal an die elektronische Steuerung liefert. Der
Anschlag 23' des Verstellkolbens 23 der Fördervolumenverstelleinheit 24 verfügt über
Stellmittel 38, die als Elektromotor, vorzugsweise als Schrittmotor, ausgebildet sind
und von der elektronischen Steuereinheit 32 ansteuerbar sind. An Stelle des in Figur
1 abgebildeten Elektromotors 38 kann jedoch auch beispielsweise ein elektromagnetischer
Proportionalmagnet (nicht gezeigt) eingesetzt werden. Der Proportionalmagnet ist vorzugsweise
ebenfalls in beide Richtungen wirksam, wobei generell eine Verstellung der Fördervolumenverstelleinheit
24 in nur eine Richtung durchaus denkbar ist, so dass beispielsweise nur eine Reduzierung
des maximalen Fördervolumens ermöglicht wird.
[0023] Der Antriebsmotor 25 ist direkt mit der Verstellpumpe 18 verbunden, wobei dies hier
nur exemplarisch dargestellt ist.
[0024] Selbstverständlich können hier auch Unter- oder Übersetzungsgetriebe zwischengeschaltet
sein. Die Antriebswelle des Motors 25, der vorzugsweise als Verbrennungsmotor ausgebildet
ist, jedoch beispielsweise auch als Elektromotor ausgebildet sein kann, ist direkt
mit dem Drehzahlsensor 34 versehen, welcher ein Drehzahlsignal an die elektronische
Steuereinheit 32 leitet. Ferner kann die elektronische Steuereinheit 32 Eingabesignale
von der Einstellvorrichtung 36 empfangen, welche sie dann bei der Generierung eines
Steuersignals für die Stellmittel 38 berücksichtigt. Bei der Generierung eines Steuersignals
wird in erster Linie nur ein von dem Drehzahlsensor 34 geliefertes Drehzahlsignal
berücksichtigt, in Abhängigkeit dessen die elektronische Steuereinheit 32 das Steuersignal
für die Stellmittel 38 generiert. Sollte jedoch eine zusätzlich Eingabe über die Einstellmittel
36 erfolgen, so wird das zunächst auf dem Drehzahlsignal basierende Steuersignal entsprechend
modifiziert. Dies hat den Hintergrund, dass über die Einstellmittel 36 von einer Bedienperson
signalisierbar ist, dass keine drehzahlabhängige Ansteuerung der Stellmittel 38 an
der Fördervolumenverstelleinheit 24 erfolgen soll, sondern vielmehr von der Bedienperson
vorgebbare Steuergrößen zur Ansteuerung der Stellmittel 38 herangezogen werden sollen.
Beispielsweise kann die Bedienperson über die Einstellmittel 36 das maximale Fördervolumen
für die Verstellpumpe 18 vorgeben, das unabhängig von der Drehzahl des Antriebsmotors
25 durch die elektronische Steuereinheit 32 eingestellt werden soll.
[0025] Der Förderstromregler 20 ist über eine Vorspannfeder 40 mit einem festen Regeldruckdifferenzwert
voreingestellt. Je nach herrschendem Druckverhältnis des zwischen Steuerventil 26
und Verbraucher 12 vorliegenden Systemdruck und dem am Verstellpumpenausgang vorliegenden
Systemdruck ergibt sich eine Druckdifferenz, die dem Förderstromregler 20 über die
Load-Sensing-Druckleitung 28 und über eine mit dem Ausgang der Verstellpumpe 18 verbundenen
Steuerdruckleitung 42 vorgegeben wird. Gemäß dem voreingestellten Regeldruckdifferenzwert
wird der mit dem Förderstromregler 20 über den Druckbegrenzer 22 verbundene Verstellkolben
23 in eine entsprechende Steuerstellung (Hubstellung) gebracht. Entsprechend der Steuerstellung
des Verstellkolbens 23 wird wiederum die Fördervolumenverstelleinheit 24 der Verstellpumpe
18 eingestellt. So wird also über den am Förderstromregler 20 eingestellten Regeldruckdifferenzwert
das Fördervolumen der Verstellpumpe 18 derart gesteuert bzw. geregelt, dass der Verstellkolben
in eine Steuerstellung (Hubstellung) gezwungen wird, die den im Förderstromregler
20 herrschenden Druckverhältnissen unterliegt. Über die Vorspannfeder 40 kann der
Regeldruckdifferenzwert am Förderstromregler 20 verstellt werden, so dass über die
mit der Vorspannfeder 40 verbundenen Stellmittel 38 der Regeldruckdifferenzwert verstellbar
ist. Der Verstellkolben 23 ist über eine Spindeltrieb 41 in seiner Stellung begrenzbar,
wobei ein Ende des Spindeltriebs 41 bzw. der Spindel mit den Stellmitteln 38 verbunden
ist und das andere Ende als Anschlag 23' für den Verstellkolben 23 dient. Der Verstellkolben
23 wird dabei durch den Anschlag 23' am Spindeltrieb 41 in seiner Verschiebbarkeit
begrenzt, wobei die Begrenzung durch den Anschlag 23' das maximale Fördervolumen der
Verstellpumpe 18 bestimmt. Der Anschlag ist somit über den Spindeltrieb 41 verstellbar
bzw. in seiner Lage längsverschiebbar, wobei der maximale Verschiebeweg (Hubweg) des
Verstellkolbens 23 in eine Richtung durch den Spindeltrieb 41 bzw. durch den Anschlag
23' vorgegeben wird. Der Verstellkolben 23 ist ferner auch mit der Fördervolumenverstelleinheit
24, beispielsweise mit einer dort befindlichen Schwenkscheibe (nicht gezeigt), verbunden
und beschränkt im Rahmen seiner maximalen Längsverschiebbarkeit den maximalen Hubweg
der Steuerkolben der Verstellpumpe 18, beispielsweise durch Beschränken des maximalen
Schwenkwinkels der Schwenkscheibe, so dass in Abhängigkeit von dem vom Drehzahlsensor
34 gelieferten Signal eine Ansteuerung der Stellmittel 38 am Anschlag 23' des Verstellkolbens
23 der Fördervolumenverstelleinheit 24 und damit eine Verstellung des maximalen Fördervolumens
der Verstellpumpe 18 vorgenommen werden kann.
[0026] Vorzugsweise sind dazu in der elektronischen Steuereinheit 32 abgelegte bzw. abgespeicherte
Schwellwerte implementiert, anhand derer ein entsprechendes Steuerprogramm gestartet
werden kann, so dass beispielsweise ab Erreichen eines vorgebbaren Drehzahlwertes
am Antriebsmotor 25 das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe 18 in Abhängigkeit
der weiter steigenden Drehzahl immer weiter reduziert wird, um das maximale Fördervolumen
zu begrenzen. Wird nun im Betrieb stets das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe
18 ausgeschöpft, so kann man auch von einer direkten Steuerung bzw. Regelung des Fördervolumenstroms
sprechen, da sich dann der Fördervolumenstrom durch Ausschöpfung des gesamten durch
den Anschlag 23' des Verstellkolbens 23 begrenzten maximalen Fördervolumens der Verstellpumpe
18 ergibt.
[0027] Über die Einstellmittel 36 kann nun eine Bedienperson die voreingestellten Schwellwerte
"aushebeln" bzw. "übersteuern", so dass unabhängig von der Drehzahl eine über die
Einstellmittel 36 vorgebbare Ansteuerung der Stellmittel 38 erfolgen kann. Beispielsweise
kann das maximale Fördervolumen über die Einstellmittel 36 auf einen konstanten Wert
gesetzt werden, wobei die Steuereinheit 32 dann die Ansteuerung der Stellmittel 38
unabhängig von der Drehzahl des Antriebsmotors 25 vornimmt. Die Einstellmittel 36
können dabei mehrere belegte Schalter oder ein Eingabedisplay oder ein verstellbares
Potentiometer etc. umfassen, mit denen entsprechende Einstellgrößen vorgegeben werden
können. Ferner kann über die Einstellmittel 36 auch eine Aktivierung oder Deaktivierung
der drehzahlabhängigen Steuerung der Fördervolumenverstelleinheit 24 erfolgen.
[0028] Der Temperatursensor 37 erfasst, wie bereits erwähnt, die Temperatur der Hydraulikflüssigkeit
und liefert ein entsprechendes Temperatursignal an die Steuereinheit 32. Die Steuereinheit
32 kann sowohl in Abhängigkeit von der Antriebsdrehzahl als auch in Abhängigkeit von
der Temperatur das maximale Fördervolumen durch Verstellen des Anschlags 23' verändern
bzw. steuern oder regeln. So kann das maximale Fördervolumen zusätzlich in Abhängigkeit
von der Temperatur einer Hydraulikflüssigkeit des Hydrauliksystems 10 reduziert oder
erhöht werden. Dementsprechende Steuersignale werden durch in der Steuereinheit 32
implementierte Steuerfunktionen bzw. Steueralgorithmen in Abhängigkeit von der Antriebsdrehzahl
und/oder von der Temperatur generiert.
[0029] Figur 2 zeigt ein landwirtschaftliches Fahrzeug 44 in Form eines Schleppers, der
mit einem Frontlader 14 bestückt ist, welcher durch ein in Figur 1 beschriebenes Hydrauliksystem
betrieben wird. Hierbei sind auch andere Anwendungsfälle für das erfindungsgemäße
Hydrauliksystem denkbar, beispielsweise für den Einsatz in Baumaschinen oder bei Teleskopladern.
Das erfindungsgemäße Hydrauliksystem kann auch zur Versorgung anderer hier nicht explizit
aufgeführter hydraulischer Verbraucher genutzt werden, beispielsweise zur Versorgung
von Dreipunktanhängevorrichtungen an landwirtschaftlichen Schleppern.
[0030] Auch wenn die Erfindung lediglich anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben wurde,
erschließen sich für den Fachmann im Lichte der vorstehenden Beschreibung sowie der
Zeichnung viele verschiedenartige Alternativen, Modifikationen und Varianten, die
unter die vorliegende Erfindung fallen.
1. Hydrauliksystem (10) mit einem Antriebsmotor (25), einer durch den Antriebsmotor (25)
antreibbaren hydraulischen Verstellpumpe (18), einem durch die Verstellpumpe (18)
antreibbaren hydraulischen Verbraucher (12) und einer elektronischen Steuereinheit
(32), wobei die Verstellpumpe (18) mit einer Fördervolumenverstelleinheit (24) ausgestattet
ist, an welcher über einen mit einem Verstellkolben (23) in Eingriff bringbaren Anschlag
(23') ein maximales Fördervolumen der Verstellpumpe (18) einstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (23') der Fördervolumenverstelleinheit (24) durch die Steuereinheit
(32) ansteuerbare Stellmittel (38) umfasst, durch welche das maximale Fördervolumen
der Verstellpumpe (18) über die elektronische Steuereinheit (32) veränderbar ist,
wobei die elektronische Steuereinheit (32) ein antriebsdrehzahlabhängiges Signal erfasst,
in Abhängigkeit dessen durch die Steuereinheit (32) ein Steuersignal für das ansteuerbare
Stellmittel (38) generierbar ist, welches das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe
(18) an der Fördervolumenverstelleinheit (24) durch Verstellen des Anschlags (23')
verändert.
2. Hydrauliksystem (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersignal bei Überschreiten eines voreinstellbaren Antriebsdrehzahlwertes
das maximale Fördervolumen reduziert.
3. Hydrauliksystem (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersignal bei Überschreiten eines voreinstellbaren Antriebsdrehzahlwertes
das maximale Fördervolumen proportional zur Antriebsdrehzahl verändert, wobei die
Steuereinheit (32) mit zunehmender Antriebsdrehzahl das maximale Fördervolumen reduziert
und mit abnehmender Antriebsdrehzahl erhöht.
4. Hydrauliksystem (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Einstellmittel (36) vorgesehen sind, in Abhängigkeit derer das Steuersignal modifizierbar
ist, und das maximale Fördervolumen über die Einstellmittel (36) veränderbar ist,
derart, dass das maximale Fördervolumen unabhängig von der Antriebsdrehzahl reduziert
oder erhöht werden kann.
5. Hydrauliksystem (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperatursensor (37) vorgesehen ist und in Abhängigkeit eines vom Temperatursensor
(37) gelieferten Temperatursignals das Steuersignal modifizierbar ist, derart, dass
das maximale Fördervolumen zusätzlich in Abhängigkeit von der Temperatur einer Hydraulikflüssigkeit
des Hydrauliksystems reduziert oder erhöht werden kann.
6. Hydrauliksystem (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellmittel (38) einen Elektromotor umfassen.
7. Arbeitsfahrzeug (44), insbesondere landwirtschaftliches Fahrzeug oder Baumaschine,
mit einem Hydrauliksystem (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6.