[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gasturbinenbrennkammer mit im Wesentlichen
rotationssymmetrischem Querschnitt und wenigstens einem axialen Abschnitt, welcher
eine innere Wand mit einer Außenseite und eine äußere Wand mit einer der Außenseite
der inneren Wand zugewandten und von dieser beabstandeten Innenseite aufweist, so
dass zwischen der Außenseite und der Innenseite ein wenigstens einen Kühlfluidkanal
bildender Zwischenraum vorhanden ist. Daneben betrifft die vorliegende Erfindung eine
Gasturbine.
[0002] Eine Gasturbine umfasst als wesentliche Bestandteile einen Verdichter, eine Turbine
mit Laufschaufeln und Leitschaufeln sowie wenigstens eine Brennkammer. Die Laufschaufeln
der Turbine sind an einer sich zumeist durch die gesamte Gasturbine erstreckende Welle
angeordnet, die mit einem Verbraucher, etwa einem Generator zur Stromerzeugung, gekoppelt
ist. Die mit den Laufschaufeln versehene Welle wird auch Turbinenläufer oder Rotor
genannt
[0003] Im Betrieb der Gasturbine wird der Brennkammer verdichtete Luft aus dem Verdichter
zugeführt. Die verdichtete Luft wird mit einem Brennstoff, beispielsweise Öl oder
Gas, vermischt und in der Brennkammer verbrannt. Die heißen Verbrennungsabgase werden
schließlich über einen Brennkammerausgang der Turbine zugeführt, wo sie unter Entspannung
und Abkühlung Impuls auf die Laufschaufeln übertragen und so Arbeit leisten.
[0004] Insbesondere die Brennkammern von sogenannten Diffusions-Verbrennungssystemen, in
denen ein brennstoffreiches Brennstoff-Luftgemisch verbrannt wird, sind im Betrieb
der Gasturbine sehr hohen Temperaturen ausgesetzt. Die Brennkammer ist hierbei ein
mechanischer Behälter, der dazu dient, die Flamme zu stabilisieren und die Überleitung
der durch die Verbrennung erhitzten Verdichterluft in die Turbine zu gewährleisten.
Da dieser mechanische Behälter nahe der Flamme liegt, ist er Temperaturen ausgesetzt,
die selbst die Schmelztemperatur von Superlegierungen übersteigen. Um das Schmelzen
der Brennkammern zu verhindern, sind diese daher häufig mit komplexen Kühlsystemen
mit doppelter Wandung und Kühlrippen zwischen den Wänden ausgestattet. Eine Brennkammer
für eine Diffusionsflamme, die eine doppelte Wandung aufweist, ist bspw. in
WO 99/17057 A1 beschrieben. Ebenfalls eine Brennkammer mit doppelter Wandung, die aber in Verbindung
mit einer Vormischflamme, d.h. einem vor der Zündung verwirbelten Luft-Brennstoff-Gemisch,
Verwendung findet, ist in
WO 97/14875 A1 beschrieben. Mit ansteigender Temperatur nimmt jedoch bei einem derartig ausgestalteten
Kühlsystem der effektive Strömungsquerschnitt des Kühlfluidkanals ab. Aufgrund der
höheren Dehnung der inneren Wand, wenn diese während des Betriebs wärmer wird, verringert
sich der Abstand zwischen der inneren Wand und der äußeren Wand und somit die Querschnittsfläche
des Kühlluftkanals. Die Änderung der Querschnittsfläche erschwert außerdem das Steuern
der durch den Kühlfluidkanal strömenden Kühlfluidmenge. Ein einfaches Schließen und
Öffnen von Kühlfluideintrittsöffnungen ist zum Steuern der Kühlfluidmenge nicht möglich,
da diese hauptsächlich durch die Querschnittsfläche des Kühlfluidkanals bestimmt wird.
[0005] Gegenüber diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
vorteilhafte Gasturbinenbrennkammer zur Verfügung zu stellen. Es ist eine weitere
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine vorteilhafte Gasturbine zur Verfügung zu
stellen.
[0006] Die erste Aufgabe wird durch eine Gasturbinenbrennkammer nach Anspruch 1 gelöst,
die zweite Aufgabe durch eine Gasturbine nach Anspruch 7. Die anhängigen Ansprüche
enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0007] Eine erfindungsgemäße Gasturbinenbrennkammer weist einen im Wesentlichen rotationssymmetrischen
Querschnitt auf und besitzt wenigstens einen axialen Abschnitt, der eine innere Wand
mit einer Außenseite und eine äußere Wand mit einer der Außenseite der inneren Wand
zugewandten und von dieser beabstandeten Innenseite aufweist. Somit ist zwischen der
Außenseite der Innenwand und der Innenseite der Außenwand ein wenigstens einen Kühlfluidkanal
bildender Zwischenraum vorhanden. Die Außenseite der inneren Wand weist in Richtung
auf die Innenseite der äußeren Wand vorstehende Kühlrippen auf. Außerdem weist die
Außenwand zum Zwischenraum führende Eintrittsöffnungen für ein Kühlfluid auf. In der
erfindungsgemäßen Gasturbinenbrennkammer sind die Kühlrippen helixförmig um die innere
Wand herum gewunden.
[0008] Im Vergleich zu axial verlaufenden Kühlrippen, wie sie im Stand der Technik zur Anwendung
kommen, weisen die helixförmig gewundenen Kühlrippen mehrere Vorteile auf. So ist
die Länge einer helixförmig gewundenen Kühlrippe bei gleicher axialen Länge der inneren
Wand länger als eine in Axialrichtung linear verlaufende Kühlrippe, wodurch die Fläche
zur Wärmeübertragung an das an den Kühlrippen entlang fließende Wärmefluid im Vergleich
zur axialen Rippe vergrößert wird. Eine bessere Wärmeübertragung und somit eine effizientere
Kühlung ist die Folge. Zudem wird das Kühlfluid durch die Kühlrippen auch geleitet,
so dass dieses entlang eines helixförmig gewundenen Strömungspfades strömt. Es bleibt
aufgrund der größeren Länge eines helixförmigen Strömungspfades länger mit der zu
kühlenden inneren Wand in Kontakt, wodurch das Kühlfluid länger Wärme aufnehmen kann
und so effizienter nutzbar ist.
[0009] Ein Nachteil bei Verwendung bei der im Stand der Technik üblichen gerade verlaufenden
Kühlrippen ist, dass die innere Wand der Brennkammer aufgrund der beim Betrieb herrschenden
sehr hohen Temperaturen eine signifikante radiale thermische Ausdehnung erfährt. Diese
thermische Ausdehnung ist groß genug, um den Strömungsquerschnitt durch den Zwischenraum
zwischen einer inneren Wand mit gerader Kühlrippe und der äußeren Wand zu verringern.
Ursache hierfür ist, dass die geraden Kühlrippen keine Steifigkeit der inneren Wand
herbeiführen, die einer radialen Ausdehnung der inneren Wand entgegenstehen würde.
Helixförmige Rippen verleihen der inneren Wand hingegen eine Steifigkeit, die einer
radialen Ausdehnung entgegensteht. Die thermische Ausdehnung einer mit helixförmigen
Kühlrippen versehenen inneren Wand führt bei dieser eher zu einer axialen Ausdehnung
sowie zu einer Verdrehung, jedoch kaum zu einer radialen Ausdehnung. Die radiale Ausdehnung
aufgrund der herrschenden hohen Temperaturen ist daher im Vergleich zu Brennkammern
nach Stand der Technik, d.h. einer Brennkammer mit in Axialrichtung linear verlaufenden
Kühlrippen, deutlich reduziert. Die axiale thermische Ausdehnungen sowie eine Verdrehung
der inneren Brennkammerwand beeinflussen den Strömungsquerschnitt des Zwischenraums
zwischen der inneren Wand und der äußeren Wand kaum, so dass eine bessere Kontrolle
sowie eine bessere Gleichförmigkeit des Kühlfluidstroms bei verschiedenen in der Brennkammer
herrschenden Temperaturen möglich ist.
[0010] Schließlich bieten helixförmig gewundene Kühlrippen auch einen Vorteil hinsichtlich
der Herstellung, da diese im Gegensatz zu gerade verlaufenden Kühlrippen in einem
Drehprozess in die innere Wand eingebracht werden können. Axiale Kühlrippen müssen
dagegen eingefräst werden, was im Vergleich zum Herstellen der helixförmigen Kühlrippen
einen erhöhten Aufwand darstellt.
[0011] In der erfindungsgemäßen Gasturbinenbrennkammer kann die innere Wand insbesondere
ein abströmseitiges Ende aufweisen, an dem der zwischen der Außenseite der inneren
Wand und der Innenseite der äußeren Wand vorhandene Zwischenraum zum Brennkammerinneren
hin offen ist. Das Kühlfluid kann dann dem Brennkammerinneren zugeleitet werden, was
insbesondere bei Diffusionsflammen zur Anwendung kommt. Als Kühlfluid kann hierbei
beispielsweise Verdichterluft oder Dampf Verwendung finden. In dieser Ausgestaltung
führt die helixförmige Windung der Kühlrippen dazu, dass das Kühlfluid auf einer helixförmigen
Bahn entlang der Außenseite der inneren Wand geleitet wird. Das Kühlfluid tritt daher
in einem Wirbel, der die Flamme stabilisiert, in das Brennkammerinnere ein. Außerdem
hält der Wirbel das Kühlfluid infolge der Zentripetalkraft in der Nähe der Wand, was
hinsichtlich der Kühlung vorteile mit sich bring.
[0012] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Gasturbinenbrennkammer
weist die äußere Wand in Axialrichtung der Gasturbinenbrennkammer Stufen auf. Es ist
eine Anzahl von in Axialrichtung hintereinander angeordneten inneren Wänden vorhanden,
wobei die inneren Wände ringförmig ausgebildet sind und die Durchmesser von in Axialrichtung
hintereinander angeordneten ringförmigen inneren Wänden zunehmen. Benachbarte ringförmige
innere Wände sind hierbei teilweise ineinander geschoben. Diese Ausgestaltung ermöglicht
es, die Kühlfluidkanäle zwischen den unterschiedlichen inneren Wänden und der äußeren
Wand jeweils unterschiedlich auszugestalten, sei es mit unterschiedlichen Strömungsquerschnitten
und/oder mit unterschiedlichen Steigungen der helixförmig gewundenen Rippen und/oder
mit unterschiedlichen Rippengeometrien.
[0013] Weiterhin kann in der vorteilhaften Ausgestaltung die jeweils äußere der teilweise
ineinander geschobenen inneren Wände in ihrem die innere der ineinander geschobenen
inneren Wände umgebenden Abschnitt an einem Befestigungsabschnitt der äußeren Wand
befestigt sein. Die Eintrittsöffnungen der äußeren Wand grenzen dann an diese Befestigungsabschnitte
an. Jedem zwischen einer inneren Wand und der äußeren Wand gebildeten Zwischenraum
kann dann individuell Kühlfluid zugeführt werden. Insbesondere kann hierbei jede der
in Axialrichtung hintereinander angeordneten inneren Wände ein abströmseitiges Ende
aufweisen, an dem der zwischen der Außenseite der jeweiligen inneren Wand und der
Innenseite der äußeren Wand vorhandene Zwischenraum zum Brennkammerinneren hin offen
ist. Auf diese Weise wird eine in Axialrichtung hinter einer inneren Wand angeordnete
weitere innere Wand durch das in die Brennkammer eintretende Kühlfluid, welches an
der Innenseite der nachfolgenden inneren Wand entlang strömt, mittels Filmkühlung
weiter gekühlt. Die Filmkühlung wird hierbei durch den Wirbel des in die Brennkammer
eintretenden Kühlfluids zudem stabilisiert. Das Kühlfluid verbleibt dadurch länger
an der Innenseite der nachfolgenden inneren Wand als bei den im Stand der Technik
Verwendung findenden linearen Kühlrippen. Die Effizienz der Kühlung kann dadurch erhöht
werden.
[0014] Eine erfindungsgemäße Gasturbine ist mit wenigstens einer erfindungsgemäßen Brennkammer
ausgestattet. Insbesondere kann eine Mehrzahl von erfindungsgemäßen Brennkammern,
beispielsweise sechs, acht oder zwölf Brennkammern, um den Rotor herum angeordnet
sein. Die mit Bezug auf die erfindungsgemäße Gasturbinenbrennkammer beschriebenen
Vorteile ergeben sich auch bei der erfindungsgemäßen Gasturbine. Es wird daher auf
die mit Bezug die erfindungsgemäße Gasturbinenbrennkammer beschriebenen Vorteile verwiesen.
[0015] Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf
die beiliegenden Figuren.
Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Gasturbine in einem Längsteilschnitt.
Figur 2 zeigt eine erfindungsgemäße Brennkammer in einem Längsschnitt.
Figur 3 zeigt in einer stark schematisierten Darstellung die innere Wand einer erfindungsgemäßen
Gasturbinenbrennkammer.
Figur 4 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt aus Figur 3.
[0016] Figur 1 zeigt eine Gasturbine 1 in einem Längsschnitt. Diese umfasst einen Verdichterabschnitt
3, einen Brennkammerabschnitt 5 und einen Turbinenabschnitt 7. Eine Welle erstreckt
sich durch alle Abschnitte der Gasturbine 1. Im Verdichterabschnitt 3 ist die Welle
9 mit Kränzen von Verdichterlaufschaufeln 11 und im Turbinenabschnitt 7 mit Kränzen
von Turbinenlaufschaufeln 13 ausgestattet. Zwischen den Laufschaufelkränzen befinden
sich im Verdichterabschnitt 3 Kränze von Verdichterleitschaufeln 15 und im Turbinenabschnitt
7 Kränze von Turbinenleitschaufeln 17. Die Leitschaufeln erstrecken sich vom Gehäuse
19 der Gasturbinenanlage 1 im Wesentlichen in Radialrichtung zur Welle.
[0017] Im Betrieb der Gasturbine 1 wird Luft durch einen Lufteinlass 21 des Verdichterabschnittes
3 eingesaugt und von den Verdichterlaufschaufeln 11 komprimiert. Die komprimierte
Luft wird im Brennkammerabschnitt 5 angeordneten Brennkammern 25 zugeleitet, in die
auch ein gasförmiger oder flüssiger Brennstoff über wenigstens einen Brenner 27 eingedüst
wird. Das dadurch entstehende Luft-Brennstoff-Gemisch wird gezündet und in den Brennkammern
25 verbrannt. Entlang des Strömungspfades 29 strömen die heißen Verbrennungsabgase
von der Brennkammer 25 in den Turbinenabschnitt 7, wo sie expandieren und abkühlen
und dabei Impuls auf die Turbinenlaufschaufeln 13 übertragen. Die Turbinenleitschaufeln
17 dienen dabei als Düsen zum Optimieren des Impulsübertrages auf die Laufschaufeln
13. Die durch den Impulsübertrag herbeigeführte Rotation der Welle 9 wird dazu genutzt,
einen Verbraucher wie beispielsweise einen elektrischen Generator anzutreiben. Die
entspannten und abgekühlten Verbrennungsgase werden schließlich durch einen Auslass
23 aus der Gasturbine 1 abgeleitet.
[0018] Figur 2 zeigt eine Brennkammer 25 der Gasturbine 1 in einer schematischen Schnittansicht.
Die Brennkammer 25 umfasst ein brennerseitiges Ende 31, an dem wenigstens ein Brenner
27 angeordnet ist und durch das sowohl der Brennstoff als auch Verdichterluft in die
Brennkammer eingeführt wird. Außerdem umfasst die Brennkammer 25 ein turbinenseitiges
Austrittsende 33, durch welches die heißen Verbrennungsabgase in Richtung auf den
Turbinenabschnitt 7 aus der Brennkammer 25 austreten. Die beim Betrieb der Gasturbine
1 in der Brennkammer 25 vorhandene Flamme führt in einem Abschnitt 35 der Brennkammer
zu sehr hohen Temperaturen, die ein Kühlen der Brennkammerwandung notwendig machen,
insbesondere dann, wenn die Flamme eine Diffusionsflamme ist. Um eine Kühlung zu ermöglichen,
weist die Brennkammerwandung zumindest in diesem Abschnitt 35 eine doppelwandige Struktur
mit einer Außenwand 37 und einer oder mehreren Innenwänden 39A, 39B, 39C auf. Zwischen
den Innenwänden 39A, 39B, 39C und der Außenwand 37 sind Zwischenräume 41A, 41B, 41C
vorhanden, die Kühlfluidkanäle für ein Kühlfluid, im vorliegenden Ausführungsbeispiel
Verdichterluft, bilden. Die Außenseite, der im Wesentlichen zylindrischen Innenwände
39A, 39B, 39C weisen helixförmig gewundene Rippen 43 auf, die in Richtung auf die
Außenwand 37 vorstehen und zwischen denen helixförmige Strömungspfade für die Verdichterluft
gebildet sind. Die Geometrie dieser Strömungspfade ist in Figur 3 dargestellt, die
eine schematisierte Ansicht auf die Außenseite einer Innenwand 39 zeigt. Figur 4 zeigt
einen vergrößerten Ausschnitt aus Figur 3.
[0019] Die Innenwände 39 weisen jeweils einen Befestigungsabschnitt 45 auf, in den sie an
einem Befestigungsabschnitt 46 der Außenwand 37 befestigt sind. Die Innenwände 39
weisen leicht unterschiedliche Radien auf, wobei die Radien in Strömungsrichtung 47
der Verbrennungsgase zunehmen. Die dem Befestigungsabschnitt 45 abgewandten Enden
40 der Innenwände 39 sind zu einem Teil in die abströmseitig angrenzende Innenwand
39 eingeschoben. Dabei bleibt ein Abstand zwischen der Außenseite der inneren Innenwand
(bspw. 39A) und der Innenseite der äußeren Innwand (bspw. 39B) bzw. der Außenwand
37 so, dass abströmseitig eine zum Brennkammerinneren hin offene ringförmige Öffnung
42 entsteht. Die Außenwand 37 weist in der Nähe der Befestigungsabschnitte 46, an
denen die Innenwände 39 mit ihren Befestigungsabschnitten 45 befestigt sind, Durchgangslöcher
49 auf, die als Eintrittsöffnungen für Verdichterluft in die Zwischenräume 41 dienen.
Die Verdichterluft strömt dann an der Außenseite der Innenwände 39 entlang, um diese
zu kühlen. Schließlich strömt die Verdichterluft durch die ringförmige Öffnung 42
in das Brennkammerinnere ein. Aufgrund der helixförmig gewundenen Strömungspfade zwischen
den Rippen 43 bildet die in das Brennkammerinnere eintretende Kühlluft einen Wirbel
aus, der entlang der Innenseite der abströmseitig nachfolgenden Innenwand 39 entlang
strömt und so als Filmkühlung für diese Innenwand 39 dient.
[0020] Die Kühlluft dient im vorliegenden Fall also in zweifacher Weise als Kühlluft, nämlich
zum einen dadurch, dass sie zuerst die Außenseite einer Innenwand, und danach die
Innenseite der nachfolgenden Innenwand kühlt. Die helixförmig gewundenen Kühlrippen
43 an den Außenseiten der Innenwände 39 führen beim ersten Kühlprozess dazu, dass
der Pfad, entlang dem die Kühlluft an der Außenseite der Innenwände 39 strömt, im
Vergleich zu geraden Rippen länger ist, wodurch eine höhere Wärmeübertragung auf die
strömende Luft möglich ist. Die helixförmig gewundene Form der Kühlrippen 43 führt
außerdem dazu, dass die Innenwände 39 eine höhere Steifigkeit gegenüber radialer thermischer
Ausdehnung erhalten, so dass der Strömungsquerschnitt zwischen der Innenseite der
Außenwand 37 und der Außenseite der Innenwände 39 beim Betrieb der Gasturbine auch
bei unterschiedlichen Temperaturen weitgehend konstant bleibt. Statt einer radialen
thermischen Ausdehnung, wie sie bei in Axialrichtung der inneren Wände verlaufenden
linearen Rippen auftreten würde, tritt bei den helixförmig gewundenen Rippen 43 eine
axiale Ausdehnung in Verbindung mit einer Verwindung der Innenwand 39 auf. Die Form
der Rippen 43, beispielsweise die Steigung der helixförmigen Windung, ihre Höhe, ihre
Breite, etc., kann hierbei bspw. so gewählt werden, dass die radiale thermische Ausdehnung
minimiert wird oder so, dass die Zeit, die die Kühlluft benötigt, um an den Kühlrippen
43 entlang zu strömen, auf eine bestimmte Dauer eingestellt wird.
[0021] Weiterhin ist es möglich, die Geometrie der Kühlrippen 43 im Hinblick auf den nach
dem Eintritt der Kühlluft in das Brennkammerinnere auftretenden Wirbel zu optimieren.
Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass die in Figur 4 dargestellten
Kühlrippen zwar einen rechteckigen Querschnitt aufweisen, diese jedoch auch andere
Querschnitte, beispielsweise einen dreieckigen Querschnitt oder einen trapezförmigen
Querschnitt, aufweisen können. Außerdem können die Rippen bei unterschiedlichen Innenwänden
39A, 39B, 39C unterschiedlich ausgestaltet sein, um die Kühlwirkung auf die im jeweiligen
Brennkammerabschnitt herrschenden Bedingungen zu optimieren.
[0022] Die helixförmigen Kühlrippen 43 können in einfacher Weise hergestellt werden, indem
helixförmige Nuten mittels eines Drehprozesses in eine zylinderförmige Innenwand eingebracht
werden.
1. Gasturbinenbrennkammer (25) mit im Wesentlichen rotationssymmetrischem Querschnitt,
welche eine innere Wand (39) mit einer Außenseite und eine äußere Wand (37) mit einer
der Außenseite der inneren Wand (39) zugewandten und von dieser beabstandeten Innenseite
aufweist, so dass zwischen der Außenseite der inneren Wand (39) und der Innenseite
der äußeren Wand (37) ein wenigstens einen Kühlfluidkanal bildender Zwischenraum (41)
vorhanden ist, wobei die Außenseite der inneren Wand (39) in Richtung auf die Innenseite
der äußeren Wand (37) vorstehende Kühlrippen (43) aufweist und wobei die Außenwand
(37) zum Zwischenraum (41) führende Eintrittsöffnungen (49) für ein Kühlfluid aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kühlrippen (43) helixförmig um die innere Wand (39) herum gewunden sind.
2. Gasturbinenbrennkammer (25) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die innere Wand (39) ein abströmseitiges Ende aufweist, an dem der zwischen der Außenseite
der inneren Wand (39) und der Innenseite der äußeren Wand (37) vorhandene Zwischenraum
(41) zum Brennkammerinneren hin offen ist.
3. Gasturbinenbrennkammer (25) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die äußere Wand (37) in Axialrichtung der Gasturbinenbrennkammer (25) Stufen aufweist
und eine Anzahl von in Axialrichtung hintereinander angeordneten inneren Wänden (39A,
39B, 39C) vorhanden ist, wobei die inneren Wände (39A, 39B, 39C) ringförmig ausgebildet
sind und die Durchmesser von in Axialrichtung hintereinander angeordneten ringförmigen
inneren Wänden (39A, 39B, 39C) zunehmen und wobei benachbarte ringförmige innere Wände
(39A, 39B, 39C) teilweise ineinander geschoben sind.
4. Gasturbinenbrennkammer (25) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die jeweils äußere der teilweise ineinander geschobenen inneren Wände (39B, 39C)
in ihrem die innere der ineinander geschobenen inneren Wände (39A, 39B) umgebenden
Abschnitt an einem entsprechenden Befestigungsabschnitt (46) der äußeren Wand (37)
befestigt ist und
- die Eintrittsöffnungen (49) für das Kühlfluid an die Befestigungsabschnitte (46)
der äußeren Wand (37) angrenzen.
5. Gasturbinenbrennkammer nach Anspruch 2 und Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede der in Axialrichtung hintereinander angeordneten inneren Wände (39) ein abströmseitiges
Ende (40) aufweist, an dem der zwischen der Außenseite der jeweiligen inneren Wand
(39) und der Innenseite der äußeren Wand (37) vorhandene Zwischenraum (41) zum Brennkammerinneren
hin offen ist.
6. Gasturbine mit wenigstens einer Brennkammer (25) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
7. Gasturbine nach Anspruch 6, in der eine Mehrzahl von Brennkammern (25) nach einem
der Ansprüche 1 bis 5 um den Rotor (9) der Gasturbine herum angeordnet sind.