[0001] Die Erfindung betrifft ein im Ohr eines Benutzers tragbares Hörhilfegerät mit einem
Gehäuse, einem Richtmikrofon und einem Hörer.
[0002] Der Größe im Ohr tragbarer Hörhilfegeräte sind - bedingt durch die Trageweise im
Ohr eines Benutzers - enge Grenzen gesetzt. Daher ist auch der Abstand zwischen dem
Mikrofon und dem Hörer eines derartigen Hörhilfegerätes in der Regel auf wenige Zentimeter
beschränkt. Dies führt jedoch dazu, dass die Gefahr von Rückkopplungen (Feedback)
besteht, insbesondere dann wenn eine hohe Verstärkung eines akustischen Eingangssignals
durch das Hörhilfegerät verlangt wird.
[0003] Eine in der Praxis gut funktionierende Lösung für dieses Problem gibt es bislang
nicht. Vielmehr sind der maximalen Verstärkung akustischer Eingangssignale durch ein
im Ohr tragbares Hörhilfegerät enge Grenzen gesetzt, auch wenn durch bekannte Feedback-Unterdrückungsalgorithmen
bzw. Feedback-Unterdrückungsfilter die Rückkopplungsneigung eingeschränkt werden kann.
[0004] Aus der
US 5,201,006 ist ein im Ohr tragbares Hörhilfegerät mit einem Hauptmikrofon und mehreren untergeordneten
Mikrofonen zur Feedback-Unterdrückung bekannt. Die zusätzlichen Mikrofone befinden
sich über dem äußeren Umfang des bekannten Hörhilfegerätes verteilt, insbesondere
in dem Bereich des Hörhilfegerätes, der in der Concha und damit außerhalb des Gehörganges
liegt. Die Auswirkungen eines dem Gehörgang nicht vollständig abschließenden Gehäuses
werden dadurch nur punktuell beseitigt. Um eine gute Wirkung zu erreichen, ist eine
Vielzahl untergeordneter Mikrofone erforderlich, die jedoch allenfalls mit großem
Aufwand in einem in dem Ohr tragbaren Hörhilfegerät untergebracht werden können.
[0005] Aus der
DE 198 10 043 A1 ist ein in dem Ohr tragbares Hörhilfegerät mit einem Mikrofonausleger bekannt. Die
gesamte Konstruktion ist verhältnismäßig filigran und daher störanfällig.
[0006] Aus der
US 5,757,933 ist ein in dem Ohr tragbares Hörhilfegerät mit mehreren nebeneinander in einer Faceplate
angeordneten Mikrofonen bekannt. Eine besonders wirkungsvolle Auslöschung des von
dem Hörer des Hörhilfegerätes erzeugten Schalls ist damit nicht möglich.
[0007] Aus der Druckschrift
DE 38 40 393 A1 ist ein im Ohr tragbares Hörgerät bekannt, dessen Gehäuse an den individuellen Gehörgang
des Benutzers angepasst ist und in getragenem Zustand eng am Gehörgang anliegt.
[0008] Aus der Druckschrift
US 4,528,426 ist ein Richtmikrofon bekannt, dessen Gehäuse einen akustisch transparenten Schaumstoff
umfasst.
[0009] Aus der Druckschrift
DE 299 04 157 U1 ist eine Telefonhörerabdeckung aus akustisch transparentem Schaumstoff bekannt.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Rückkopplungsneigung bei in dem Ohr
tragbaren Hörhilfegeräten zu verringern.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein in dem Ohr tragbares Hörhilfegerät mit den Merkmalen
gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
[0012] Bei einem Hörhilfegerät wird mittels eines Eingangswandlers ein Eingangssignal aufgenommen
und in ein elektrisches Eingangssignal überführt. Üblicherweise dient als Eingangswandler
wenigstens ein Mikrofon, welches ein akustisches Eingangssignal aufnimmt und in ein
elektrisches Eingangssignal wandelt. Moderne Hörhilfegeräte umfassen häufig ein Mikrofonsystem
mit mehreren Mikrofonen, um einen von der Einfallsrichtung akustischer Signale abhängigen
Empfang, also eine bestimmte Richtcharakteristik, zu erreichen. Als Eingangswandler
sind jedoch auch Telefonspulen oder Antennen zur Aufnahme elektromagnetischer Eingangssignale
und Wandlung in elektrische Eingangssignale üblich. Die durch den Eingangswandler
in elektrische Eingangssignale gewandelten Eingangssignale werden zur Weiterverarbeitung
und Verstärkung einer Signalverarbeitungseinheit zugeführt. Die Weiterverarbeitung
und Verstärkung erfolgt zum Ausgleich des individuellen Hörverlustes eines Benutzers
in der Regel in Abhängigkeit der Signalfrequenz des Einganssignals. Die Signalverarbeitungseinheit
liefert an ihrem Ausgang ein elektrisches Ausgangssignal, welches über einen Ausgangswandler
dem Gehör des Hörhilfegeräteträgers zugeführt wird, so dass dieser das Ausgangssignal
als akustisches Signal wahrnimmt. Als Ausgangswandler werden üblicherweise Hörer verwendet,
die ein akustisches Ausgangssignal erzeugen. Es sind jedoch auch Ausgangswandler zur
Erzeugung mechanischer Schwingungen bekannt, die direkt bestimmte Teile des Gehörs,
wie beispielsweise die Gehörknöchelchen, zu Schwingungen anregen. Weiterhin sind Ausgangswandler
bekannt, die direkt Nervenzellen des Gehörs stimulieren. Ein Hörhilfegerät umfasst
ferner eine Spannungsquelle (Batterie oder Akku) zur Spannungsversorgung der elektronischen
Komponenten. Weiterhin können auch Bedienelemente (Ein-/Ausschalter, Programmumschalter,
Lautstärkesteller etc.) vorhanden sein.
[0013] Bei Hörhilfegeräten werden im Wesentlichen drei Bauformen unterschieden: Hinter-dem-Ohr
Hörhilfegeräte (HdO) trägt man - abgesehen von einer im Ohr befindlichen Otoplastik
- hinter dem Ohr. In-dem-Ohr Hörhilfegeräte (IdO) befinden sich bei getragenem Hörhilfegerät
überwiegend in der Concha der Ohrmuschel. Teilweise ragen sie auch in den Ohrkanal
hinein. CIC-Hörhilfegeräte (Completely in the Canal) sind von außen so gut wie nicht
sichtbar. Sie befinden sich bei Gebrauch vollständig im Gehörgang.
[0014] Die Wirkungsweise eines Richtmikrofons mit zwei Schalleinlassöffnungen hängt entscheidend
von der Lage der beiden Schalleinlassöffnungen ab. Insbesondere bestimmen diese die
Richtung der geringsten Empfindlichkeit, das sog. Notch des Richtmikrofonsystems.
Gemäß der Erfindung werden die Schalleinlassöffnungen des Richtmikrofons und die Schallauslassöffnung
des Hörers zumindest näherungsweise entlang einer Geraden angeordnet, so dass der
Hörer im Bereich der geringsten Empfindlichkeit des Richtmikrofons angeordnet ist.
Hierzu weist eine erste Schalleinlassöffnung des Richtmikrofons bei getragenem Hörhilfegerät
aus dem Ohrkanal hinaus. Demgegenüber ist die zweite Schalleinlassöffnung des Richtmikrofons
zum Trommelfell des Benutzers hin ausgerichtet. Damit in das Hörhilfegerät einfallender
Schall die zweite Schalleinlassöffnung des Richtmikrofons erreichen kann, weist das
Gehäuse des Hörhilfegerätes eine umlaufende Schalleintrittsöffnung oder mehrere über
den Umfang des Hörhilfegerätes verteilte Schalleintrittsöffnungen auf. Diese münden
zunächst in einem Hohlraum innerhalb des Hörhilfegerätes, wobei die zweite Schalleinlassöffnung
des Richtmikrofons ebenfalls in diesen Hohlraum mündet.
[0015] Vorzugsweise besteht das Richtmikrofon aus zwei elektrisch miteinander verschalteten
omnidirektionalen Mikrofonen. Prinzipiell ist die Erfindung jedoch nicht auf ein derartig
aufgebautes Mikrofonsystem beschränkt. Beispielsweise könnte ebenso ein Gradientenmikrofon
mit zwei Schalleinlassöffnungen verwendet werden.
[0016] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass lediglich zwei omnidirektionale Mikrofone
erforderlich sind, um den vom Hörer des Hörhilfegerätes erzeugten Schall wirkungsvoll
zu unterdrücken und damit Rückkopplungen vorzubeugen. Dadurch lassen sich auch besonders
kleine Bauformen in dem Ohr tragbarer Hörhilfegeräte, beispielsweise CIC-Hörhilfegeräte,
mit relativ hoher Verstärkung realisieren.
[0017] Die Gehäusebauform eines erfindungsgemäßen Hörhilfegerätes wird vorteilhaft zumindest
näherungsweise so gewählt, dass die kürzeste Verbindung des aus der Schallaustrittsöffnung
des Hörhilfegerätes austretenden Schalls zu der Schalleinlassöffnung des inneren Mikrofons
konstant ist, unabhängig davon, welchen Weg der Schall über das Gehäuse nimmt. Bei
einem wenigstens im Wesentlichen zylinderförmigen Hörhilfegerät wird dies dadurch
erreicht, dass sowohl die Schalleinlassöffnungen der Mikrofone als auch die Schallaustrittsöffnung
im Gehäuse des Hörhilfegerätes auf der Symmetrieachse des zylinderförmigen Hörhilfegerätes
liegen. Bei einer individuell an einen Benutzer angepassten Gehäusegeometrie kann
diese Eigenschaft durch eine entsprechende Gehäuseausbildung in Verbindung mit einer
bestimmten Platzierung der Schallaustrittsöffnung in dem Gehäuse erreicht werden.
Vorzugsweise erfolgt eine derartige Optimierung mit Hilfe eines bei der modernen Schalenfertigung
üblichen computergestützten Entwurfs.
[0018] Um auch den indirekt, beispielsweise durch Reflexionen an der Gehörgangswand, in
die Schalleinlassöffnung des inneren Mikrofons gelangenden Schall wirkungsvoll zu
unterdrücken, wird die gesamte Geometrie des erfindungsgemäßen Hörhilfegerätes vorzugsweise
so gewählt, dass die durch die Schalleinlassöffnungen der Mikrofone sowie die Schallaustrittsöffnung
des Hörhilfegerätes verlaufende Gerade wenigstens näherungsweise mittig durch den
Ohrkanal verläuft.
[0019] Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hörhilfegerätes sieht vor, dass ein Gehäusebereich
des Hörhilfegerätes, in dem sich die Schalleintrittsöffnungen für das zweite Mikrofon
befinden, nicht eng am Gehörgang anliegt, wo hingegen ein anderer, bei getragenem
Hörhilfegerät näher zum Trommelfell liegender Gehäusebereich eng am Gehörgang anliegt
und diesen abdichtet. Dadurch wird der Anteil des von dem Hörhilfegerät abgegebenen
Schalls, der direkt wieder zu dem Richtmikrofon gelangt, bereits erheblich reduziert.
Auch diese spezielle Ausgestaltung trägt bereits zur Reduzierung von Rückkopplungen
bei.
[0020] Eine alternative Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das erfindungsgemäße
Hörhilfegerät den Ohrkanal in keinem Gehäusebereich abdichtet. Das betreffende Hörhilfegerät
ist somit für eine offene Versorgung ausgebildet.
[0021] Vorteilhaft ist das Hörhilfegerät wenigstens in einem Gehäuseabschnitt, in dem das
Hörhilfegerät nicht eng am Gehörgang anliegt, von einem Schaumstoffmantel umgeben.
Vorzugsweise ist der Schaumstoffmantel aus einem Material, insbesondere aus einem
offen-porigen Material, welches gleichsam als Cerumenschutz wirkt und das Eindringen
von Schmutz und Cerumen in die Schalleintrittsöffnungen des im Inneren des Hörhilfegerätes
angeordneten Mikrofons verhindert. Das die Schalleintrittsöffnungen umgebende Schaumstoffmaterial
ist vorteilhaft akustisch transparent, so dass Schall nahezu ungehindert von außen
zu dem inneren Mikrofon des im Ohrkanal befindlichen Hörhilfegerätes gelangen kann.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Dabei zeigt FIG 1 in schematischer Darstellung ein im Gehörgang eines Benutzers befindliches
erfindungsgemäßes Hörhilfegerät und FIG 2 ein Richtdiagramm des Richtmikrofons des
Hörhilfegerätes.
[0023] FIG 1 zeigt ein Schnittbild im Bereich eines menschlichen Ohres. Zu erkennen sind
das Außenohr 1 mit dem sich daran anschließenden Gehörgang, der durch das Trommelfell
2 abgeschlossen ist. Der Gehörgang ist in seinem äußeren Bereich von verhältnismäßig
weichem Gewebe und in seinem weiter innen liegenden Bereich von knorpeligem Gewebe
4 umgeben.
[0024] In dem dargestellten Gehörgang befindet sich ein in dem Ohr tragbares Hörhilfegerät
5 in CIC-(completely in the canal) Bauform. Das Gehäuse des beispielhaft gezeigten
Hörhilfegerätes 5 lässt sich in vier Gehäusebereiche untergliedern. Ein erster Gehäusebereich
5A bildet den aus dem Gehörgang hinaus weisenden ersten Gehäuseabschnitt des Hörhilfegerätes
5. Weiter nach innen schließt sich daran ein zweiter, im Wesentlichen zylinderförmiger
Gehäusebereich 5B an, dessen Durchmesser kleiner als der Durchmesser des Gehörgangs
in diesem Bereich ist und der damit nicht eng am Gehörgang anliegt. Weiter nach innen
schließt sich daran ein dritter Gehäusebereich 5C an, der im knorpeligen (knöchernen)
Bereich des Gehörgangs eng an diesem anliegt. Den Gehäuse-Abschluss bildet ein dem
Trommelfell zugewandter vierter Gehäusebereich 5D.
[0025] Zur Aufnahme akustischer Eingangssignale und Wandlung in elektrische Eingangssignale
umfasst das Hörhilfegerät 5 die beiden omnidirektionalen Mikrofone 6 und 7, die elektrisch
zu einem Richtmikrofon 6, 7 verschaltet sind. Die elektrischen Eingangssignale werden
einer Signalverarbeitungseinheit 12 zugeführt, in der die elektrischen Eingangssignale
verarbeitet und verstärkt werden. Es resultiert schließlich ein elektrisches Ausgangssignal,
welches durch einen Hörer 8 in ein akustisches Ausgangssignal gewandelt und über eine
Schallauslassöffnung 8A in dem Hörer 8 sowie einen Schallkanal 8C, der in einer Schallaustrittsöffnung
8B im Hörgerätegehäuse mündet, dem Gehör des Benutzers zugeführt wird.
[0026] Damit Schall in die Schalleinlassöffnung 6A des Mikrofons 6 gelangen kann, befindet
sich etwa in der Mitte des ersten Gehäusebereiches 5A eine Schalleintrittsöffnung
6B, wobei zwischen dieser Schalleintrittsöffnung 6B in dem Gehäuse und der Schalleinlassöffnung
6A des Mikrofons 6 ein Schallschlauch 6C vorhanden ist. Das zweite Mikrofon 7 des
Richtmikrofons 6, 7 befindet sich in bei IdO-Hörhilfegeräten unüblicher Weise weiter
im Inneren des Hörhilfegerätes 5 liegender Position. Damit dem Ohr von außen zugeführter
Schall auch zu diesem Mikrofon 7 gelangen kann, sind über den Umfang des zweiten Gehäusebereichs
5B mehrere zweite Schalleintrittsöffnungen 11A, 11B, 11C usw. verteilt. Dabei ist
das "innere" Mikrofon 7 derart positioniert, dass der Abstand der Schalleinlassöffnung
7A des Mikrofons 7 zu den zweiten Schalleintrittsöffnungen 11A, 11B, 11C usw. in etwa
gleich ist. Die Schalleinlassöffnung 7A und die Schalleintrittsöffnungen 11A, 11B,
11C usw. münden im Ausführungsbeispiel in einem Hohlraum des Hörhilfegerätes 5. Es
können aber auch einzelne Schallkanäle (nicht dargestellt) von den einzelnen zweiten
Schalleintrittsöffnungen 11A, 11B, 11C usw. zu der Schalleinlassöffnung 7A des Mikrofons
7 führen. Der Hohlraum ist im Ausführungsbeispiel durch eine Trennwand 10 von dem
Bereich abgetrennt, in dem sich der Hörer 8 befindet.
[0027] Wie FIG 1 zu entnehmen ist, liegen die Schalleintrittsöffnung 6B im ersten Gehäusebereich
5A des Hörhilfegeräts 5, die Schalleinlassöffnung 6A des Mikrofons 6, die Schalleinlassöffnung
7A des Mikrofons 7 sowie die Schallaustrittsöffnung 8B des Hörhilfegerätes 5 in etwa
auf einer Geraden G, die wiederum zumindest näherungsweise in der Mitte des Ohrkanals
verläuft.
[0028] Die bei dem Richtmikrofon 6, 7 eingestellte Richtcharakteristik ist in FIG 2 veranschaulicht.
Eine derartige Richtcharakteristik lässt sich z.B. dadurch erreichen, dass bei der
elektronischen Verschaltung der beiden Mikrofone 6 und 7 das von dem Mikrofon 7 erzeugte
Mikrofonsignal verzögert und von dem Mikrofonsignal des Mikrofons 6 subtrahiert wird.
Aus FIG 2 wird ersichtlich, dass die Richtung der höchsten Empfindlichkeit des Richtmikrofons
6, 7 aus dem Gehörgang hinaus zeigt und die Richtung der geringsten Empfindlichkeit
(Notch) in Richtung zu der Schallaustrittsöffnung 8B weist. Dadurch wird ein optimaler
Empfang des von außen in den Gehörgang eintretenden Schalls in Verbindung mit der
größtmöglichen Unterdrückung des von dem Hörer 8 erzeugten Schalls durch das Richtmikrofon
6, 7 erreicht.
[0029] Vorteilhaft ist die Gehäuse-Geometrie des Hörhilfegerätes 5 so ausgelegt, dass der
kürzeste Weg des von dem Hörer 8 erzeugten Schalls von der Schallaustrittsöffnung
8B über den dritten Gehäusebereich 5C und die zweiten Schalleintrittsöffnungen 11A,
11B, 11C usw. zu der Schalleinlassöffnung 7A des Mikrofons 7 wenigstens im Wesentlichen
stets gleich lang ist, unabhängig davon, wo sich der Schall über den dritten Gehäusebereich
5C ausbreitet. Diese Bedingungen können bereits beim computergestützten Entwurf der
Gehäuseschale des an den individuellen Gehörgang des Benutzers angepassten Hörgerätes
5 erreicht werden. Insgesamt bietet diese Anordnung den Vorteil, dass mit dem aus
lediglich zwei omnidirektionalen Mikrofonen 6 und 7 aufgebauten Richtmikrofon bereits
eine weitgehende Unterdrückung des von dem Hörer 8 erzeugten Schalls erreicht werden
kann. Rückkopplungen werden damit weitestgehend unterbunden, selbst bei einer hohen
Verstärkung eines in das Hörhilfegerät 5 eingehenden Schallsignals.
[0030] Bei dem Hörhilfegerät 5 gemäß dem Ausführungsbeispiel ist der zweite Gehäusebereich
5B von einem akustisch transparenten Schaumstoff 9 umgeben. Der Schaumstoff 9 bedeckt
auch die zweiten Schalleintrittsöffnungen 11A, 11B, 11C usw., womit das Eindringen
von Cerumen in das Hörhilfegerät 5 verhindert wird. Vorteilhaft ist der den zweiten
Gehäusebereich 5B mantelförmig umgebende Schaumstoff 9 lösbar mit dem Hörhilfegerät
5 verbunden, so dass er ggf. in einfacher Weise ausgetauscht werden kann.
[0031] Als weitere Besonderheit ist das Hörhilfegerät 5 gemäß dem Ausführungsbeispiel so
ausgebildet, dass der dritte Gehäusebereich 5C eng an dem knorpeligen bzw. knöchernen
Bereich 4 des Ohrkanals anliegt. Dadurch wird der von dem Hörer 8 erzeugte und zu
den Mikrofonen 6 und 7 gelangende Schall bereits wesentlich gedämpft. Auch dies trägt
zur Erhöhung der maximal mit dem Hörhilfegerät 5 erreichbaren Verstärkung bei.
1. Im Ohr eines Benutzers tragbares Hörhilfegerät (5) mit
- einem Gehäuse, das einen bei getragenem Hörhilfegerät (5) dem Trommelfell (2) des
Benutzers abgewandten ersten Gehäusebereich (5A) und einen dem Trommelfell (2) des
Benutzers zugewandten vierten Gehäusebereich (5D) aufweist,
- einem Richtmikrofon (6, 7) mit wenigstens zwei Schalleinlassöffnungen (6A, 7A),
wobei die erste Schalleinlassöffnung (6A) mit einer ersten Schalleintrittsöffnung
(6B) in dem ersten Gehäusebereich (5A) des Hörhilfegerätes (5) verbunden ist und wobei
die zweite Schalleinlassöffnung (7A) innerhalb des Gehäuses des Hörhilfegerätes (5)
angeordnet ist,
- einem Hörer (8), der mit einer in dem vierten Gehäusebereich (5D) angeordneten Schallaustrittsöffnung
(8B) verbunden ist,
- wobei in dem Gehäuse des Hörhilfegerätes (5) zwischen der ersten Schalleintrittsöffnung
(6A) und der Schallaustrittsöffnung (8B) wenigstens eine zweite Schalleintrittsöffnung
(11A, 11B, 11C) vorhanden ist, über die Schall der zweiten Schalleinlassöffnung (7A)
des Richtmikrofons (6, 7) zuführbar ist,
- wobei das Gehäuse des Hörhilfegerätes (5) wenigstens in einem zweiten Gehäusebereich
(5B), in dem die zweite Schalleintrittsöffnung (11A, 11B, 11C) angeordnet ist, bei
getragenem Hörhilfegerät (5) nicht eng am Ohrkanal des Benutzers anliegt,
- wobei die erste Schalleintrittsöffnung (6B) und die zweite Schalleinlassöffnung
(7A) des Richtmikrofons (6, 7) zumindest näherungsweise entlang einer in Richtung
des Ohrkanals verlaufenden Geraden (G) angeordnet sind und
- wobei die Richtung eines Minimums der Richtwirkung des Richtmikrofons (6, 7) wenigstens
im Wesentlichen in die zum Trommelfell weisende Richtung der Geraden (G) verläuft.
2. Hörhilfegerät (5) nach Anspruch 1, wobei die Gerade (G) bei getragenen Hörhilfegerät
zumindest näherungsweise mittig durch den Ohrkanal verläuft.
3. Hörhilfegerät (5) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Schallaustrittsöffnung (8B) zumindest
näherungsweise auf der Geraden (G) angeordnet ist.
4. Hörhilfegerät (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Gehäuse in dem ersten
Gehäusebereich (5A) und dem zweiten Gehäusebereich (5B) bei getragenem Hörhilfegerät
(5) nicht eng am Ohrkanal anliegt.
5. Hörhilfegerät (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Hörhilfegerät (5) in
einem dritten Gehäusebereich (5C) eng am Ohrkanal anliegt.
6. Hörhilfegerät (5) nach Anspruch 5, wobei der bei getragenem Hörhilfegerät (5) eng
anliegende Gehäusebereich (5) im knöchernen Abschnitt des Ohrkanals anliegt.
7. Hörhilfegerät (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, ausgebildet für eine offene Versorgung
des Benutzers.
8. Hörhilfegerät (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Richtmikrofon (6, 7)
aus wenigstens zwei elektrisch miteinander verschalteten omnidirektionalen Mikrofonen
(6, 7) aufgebaut ist.
9. Hörhilfegerät (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei mehrere über den Umfang
des Hörhilfegerätes (5) verteilte zweite Schalleintrittsöffnungen (11A, 11B, 11C)
vorhanden sind.
10. Hörhilfegerät (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die zweite Schalleintrittsöffnung
wenigstens im Wesentlichen ringförmig um das Gehäuse verläuft.
11. Hörhilfegerät (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die oder jede zweite Schalleintrittsöffnung
(11A, 11B, 11C) mit einer Cerumenschutzeinrichtung versehen ist.
12. Hörhilfegerät (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei das Gehäuse wenigstens
im zweiten Gehäusebereich (5B) von einem wenigstens im Wesentlichen akustisch transparenten
Schaumstoff (9) umgeben ist.