[0001] Die Erfindung betrifft ein Möbelstück mit einer Kantenleiste.
[0003] Die
EP 1 479 524 B1 offenbart eine Pressspanplatte mit einem Kunststoffumleimer. Die Druckschrift
EP 0125336 A1 offenbart weiterhin eine Profil- oder Kantenleiste für das Verkleiden von Möbelplatten
oder dergleichen. Ein steifer Leistenkörper dieser Profil- oder Kantenleiste weist
eine die Sichtseite bildende und bereichsweise flexible Außenzone auf, die mit einer
Dekorfolie überzogen ist. Der Leistenkörper umfasst zwei in Leistenlängsrichtung verlaufende
Ausnehmungen, die sich von der Leisteninnenseite her soweit in den Leistenkörper hinein
erstrecken, dass die Breite der Profilleiste durch Zusammendrücken der Ausnehmungen
verkleinerbar ist. Die Ausnehmungen sind schlitzförmig und mit keilförmigem Querschnitt
ausgebildet und verjüngen sich in Richtung auf die Außenzone. Die
DE 87 00 536 U1 offenbart eine Kantenleiste für die Möbelindustrie.
[0004] Herkömmliche Kantenleisten werden so produziert, dass sie gegenüber der Dicke einer
Möbelbauplatte ca. 2 bis 4 mm breiter sind. Beispielsweise weist die Möbelbauplatte
eine Dicke von 25 mm auf, während die Kantenleiste eine Breite von ca. 28 mm aufweist.
Nach dem Anleimen der Kantenleiste an die Stirnseite der Möbelbauplatte wird der überstehende
Rand der Kantenleiste mit verschiedenen, an sich bekannten, Bearbeitungsmaschinen
bündig befräst. Dadurch werden ca. 10 bis 20 % der Kantenleiste bei der Nachbearbeitung
abgearbeitet.
[0005] Weiterhin nachteilig wird gesehen, dass die Bearbeitungsmaschine aufgrund der umfangreichen
Nachbearbeitung eine große Maschinenlänge und hohe Investitionskosten aufweist.
[0006] Auch der optische Eindruck wird durch das Abfräsen gestört, da zwischen dem Dekor
der Kantenleiste und dem Dekor der Möbelbauplatte das Grundmaterial der Kantenleiste
eine Art Rahmen erzeugt (sogenannter Bilderrahmeneffekt), an dem kein Dekor zu sehen
ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik zu
beseitigen, und ein dementsprechend verbessertes Möbelstück bereitzustellen.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung das Möbelstück gemäß der Merkmale
des Anspruches 1 bereit.
[0009] Die Kantenleiste ist bei der Herstellung bereits auf das Dickenmaß des Möbelstücks
gefertigt und im Übergangsbereich, der einen fließenden Übergang zwischen der Oberseite
der Kantenleiste und einer Oberseite des Möbelstücks bewerkstelligt, mit einem Dekor
versehen. Zur Anpassung an einen spezifischen Anwendungszweck ist keine materialabtragende
Nachbearbeitung der Schmalseiten der Kantenleiste erforderlich, so dass das Dekor
im Übergangsabschnitt nicht abgetragen wird und die eingangs definierten Ziele und
Aufgaben der Erfindung erreicht bzw. gelöst werden.
[0010] Weitere bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden in den
Unteransprüchen beansprucht.
[0011] Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung betrifft ein Möbelstück nach der vorangegangenen
Ausführung, wobei der Übergangsabschnitt eine Krümmung, vorzugsweise eine Krümmung
mit konstantem Krümmungsradius aufweist. Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass eine
derartige Krümmung aufgrund der geometrischen Regelmäßigkeit leicht herstellbar ist,
und dass das Dekor komfortabel und wirtschaftlich aufzubringen ist.
[0012] Eine weitere bevorzugte Ausführung der Erfindung betrifft ein Möbelstücknach einer
der vorangegangenen Ausführungen, wobei der Übergangsabschnitt eine gegenüber der
Unterseite geneigte Fläche aufweist. Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass eine derartige
Kantenleiste, z.B. aufgrund von Lichtreflexionen an der geneigten Fläche, einen besonders
hochwertigen optischen Eindruck erzielt, wobei die Fläche mit herkömmlichen Verfahren
leicht zu dekorieren ist.
[0013] Erfindungsgemäß grenzt der Übergangsbereich an einen Rand des Grundkörpers, d.h.
einen Rand der Oberseite des Grundkörpers und/oder einen Rand der Unterseite des Grundkörpers,
unmittelbar an.
[0014] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass ein fließender Übergang zu einer der Kantenleiste
benachbarten Fläche eines Möbelstücks bewerkstelligt werden kann.
[0015] Erfindungsgemäß bedeckt das Dekor den Übergangsabschnitt vollflächig. Diese Maßnahme
hat den Vorteil, dass der Übergangsabschnitt mit einem bis an den Rand der Kantenleiste
reichenden Dekor versehen werden kann, so dass ein entsprechend hochwertiges Erscheinungsbild
erzeugt wird.
[0016] Erfindungsgemäß bedeckt das Dekor die Oberseite der Kantenleiste vollflächig. Diese
Maßnahme hat den Vorteil, dass die Oberfläche des Grundkörpers durch das Dekor gleichzeitig
versiegelt werden kann.
[0017] Die Erfindung betrifft ein Möbelstück, wobei das Dekor aufgedruckt ist. Diese Maßnahme
hat den Vorteil, dass die Drucktechnik, insbesondere eine Inkjet-Drucktechnik, aber
auch der sogenannte Digitaldruck für runde Oberflächen, für die Massenfertigung besonders
geeignet ist.
[0018] Erfindungsgemäß ist der Grundkörper aus Kunststoff gefertigt. Diese Maßnahme hat
den Vorteil, dass sich derartige Materialien leicht formen lassen und für den Einsatz
als Kantenleiste von hochwertigen Möbelstücken besonders eignen.
[0019] Erfindungsgemäß ist der Grundkörper ein Extrusionsprofil aus Kunststoff. Diese Maßnahme
hat den Vorteil, dass sich ein derartiges Extrusionsprofil als strangförmiges Extrudat
in einem kontinuierlichen Verfahren besonders wirtschaftlich herstellen lässt.
[0020] Die bestimmungsgemäße Querschnittsform der Kantenleiste wird im Extrusionsverfahren
oder auch im Koextrusionsverfahren mit hoher Maßhaltigkeit besonders vorteilhaft erzeugt.
[0021] Erfindungsgemäß weist der Grundkörper Polyamid (PA), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid
(PVC), Alcrynitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS), Polycarbonat (PC), Styrolbutadien
(SB), Polyethylenterephthalat (PET) und/oder Polymethylmetacrylat (PMMA) auf. Diese
Maßnahme hat den Vorteil, dass derartige Materialien insbesondere für eine Verarbeitung
im Wege der Extrusion und/oder der Koextrusion wirtschaftlich und besonders gut verarbeitbar
sind.
[0022] Eine weitere bevorzugte Ausführung der Erfindung betrifft ein Möbelstücknach einer
der vorangegangenen Ausführungen, wobei die Kantenleiste eine Breite von 10 mm bis
150 mm, vorzugsweise 15 mm bis 50 mm, bevorzugt 20 mm bis 30 mm aufweist. Diese Maßnahme
hat den Vorteil, dass die gängigsten Anwendungen bei Möbelstücken durch die Kantenleisten
mit derartigen Breiten abgedeckt werden.
[0023] Die Erfindung betrifft ein Möbelstück mit einer Kantenleiste nach einer der vorangegangenen
Ausführungen, wobei die Kantenleiste an einer Kante des Möbelstücks aufgebracht ist.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die Kantenleiste die Möbelkante optisch verkleidet
und schützt, insbesondere, wenn sich um eine Schnittkante des Möbelstücks handelt,
wobei beispielsweise ein Feuchtigkeitseintrag in das Möbelstück über die verkleidete
Kante verhindert wird.
[0024] Die Oberseite des Möbelstücks ist i.d.R. für einen Betrachter besser sichtbar als
z.B. die Unterseite des Möbelstücks.
[0025] Die Erfindung betrifft ein Möbelstück nach einer der vorangegangenen Ausführungen,
wobei ein Rand der Kantenleiste bündig an wenigstens einem Rand der Kante des Möbelstücks
anliegt. Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die Kantenleiste ohne Nachbearbeitung
einer obenliegenden Sichtkante einen fließenden Übergang zwischen der Kantenleiste
und dem Möbelstück bewerkstelligt, so dass das optische Erscheinungsbild bzw. das
Dekor der Kantenleiste nicht beeinträchtigt wird.
Kurze Beschreibung der beiliegenden Zeichnungen
[0026]
- Figuren 1 bis 4 zeigen bevorzugte Querschnittsformen der Kantenleiste in einem Schnitt
quer zur Längs- bzw. Erstreckungsrichtung der Kantenleiste.
- Figur 5 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Möbelplatte mit der auf einer Plattenkante
aufgebrachten Kantenleiste.
- Figur 6 zeigt eine Schnittansicht der Möbelplatte mit der auf der Plattenkante aufgebrachten
Kantenleiste, zur Veranschaulichung einer Nachbearbeitung der aufgebrachten Kantenleiste.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
[0027] Die Erfindung betrifft ein Möbelstück mit einer Kantenleiste Die Kantenleiste umfasst
einen Grundkörper 1 mit einer an einem Möbelstück 6 anlegbaren Unterseite 2 und einer
von der Unterseite 2 abgewandten Oberseite 3, 4, wobei die Oberseite 3, 4 zumindest
einen zu einem Rand UR, OR des Grundkörpers 1 hin abfallenden Übergangsabschnitt 3
aufweist, wobei der Übergangsabschnitt 3 zumindest abschnittsweise ein Dekor 5 aufweist.
Der Begriff "Übergangsabschnitt" ist im Rahmen dieser Beschreibung dahingehend zu
verstehen, dass er den Oberflächenabschnitt eines Abschnitts des Grundkörpers 1 bezeichnet,
in welchem sich eine Dicke des Grundkörpers 1 in Richtung einer Breite verändert.
Der Begriff "zu einem Rand hin abfallend" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich
die Dicke des Grundkörpers 1 zu einem seitlichen Rand UR, OR hin verringert. Der Übergangsabschnitt
3 kann eine Krümmung aufweisen oder eine schiefe Ebene zur Unterseite 2 bzw. zu einer
von der Unterseite 2 definierten Anlageebene bilden.
[0028] Der Abstand der seitlichen Ränder des Grundkörpers 1 (d.h. der Abstand der oberen
Ränder OR zueinander bzw. der Abstand der unteren Ränder UR zueinander) wird als Breite
des Grundkörpers 1 bzw. Breite der Kantenleiste bezeichnet. Eine Erstreckung des Grundkörpers
1 senkrecht zu einer von der Unterseite 2 definierten Anlageebene wird als Dicke des
Grundkörpers 1 bzw. Dicke der Kantenleiste bezeichnet.
[0029] Die Figuren 1 bis 4 zeigen bevorzugte Querschnittsformen der Kantenleiste in einem
Querschnitt senkrecht zur jeweiligen Längsrichtung L der Kantenleiste.
[0030] Der Grundkörper 1 der Kantenleiste besteht aus Kunststoff.
[0031] In den nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen ist der Grundkörper 1 der
Kantenleiste ein Extrusionsprofil aus einem Kunststoff(-gemisch) der Materialien Polypropylen
(PP), Polyamid (PA), Polyvinylchlorid (PVC), Polymethylmetacrylat (PMMA), Alcrynitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat
(ABS), Polycarbonat (PC)), Polyethylenterephthalat (PET) und/oder Styrolbutadien (SB).
Die Kantenleiste wird mit einer Breite zwischen 10 mm und 150 mm, vorzugsweise 15
mm bis 50 mm, bevorzugt 20 bis 30 mm in einer Extrusionsvorrichtung extrudiert, kalibriert
und abgekühlt.
[0032] Die Unterseite 2 des Grundkörpers 1 definiert eine Anlageebene und ist vorzugsweise
eben, um in Anlage mit einer Kante 7 eines Möbelstücks 6 gebracht zu werden. Die Unterseite
2 wird seitlich durch die unteren Ränder UR begrenzt. Die Oberseite 3, 4 wird seitlich
durch die oberen Ränder OR begrenzt.
[0033] Das Dekor 5 ist vorzugsweise ein in einem Inkjet-Verfahren aufgetragener Farbdruck.
Beliebige Farbdruckmuster sind darstellbar. Die Farbdruckeinrichtung funktioniert
vorzugsweise mit Digitaltechnik, d.h. Bilddateien können aus einer Rechnereinrichtung
zur Bedruckung des Grundkörpers 1 bereitgestellt werden.
[0034] Zur Verbesserung der Haftung des Dekors 5 auf dem Grundkörper 1 der Kantenleiste
werden vorzugsweise geeignete Maßnahmen ergriffen, wie beispielsweise eine Koronabehandlung
und/oder das Auftragen eines Haftvermittlers auf dem Grundkörper 1 vor dem Aufbringen
des Dekors 5. Zum Schutz des Dekors 5 kann das Dekor 5 nachträglich mit einem Klarlack
überzogen werden. Auch mehrschichtige Dekorierungen bzw. Lackierungen zur Erzeugung
eines räumlichen Effekts werden im Sinne dieser Erfindung als Dekor 5 verstanden.
[0035] Ein erstes Ausführungsbeispiel der Kantenleiste wird nachstehend mit Bezug auf Figur
1 beschrieben.
[0036] Der Grundkörper 1 der Kantenteiste umfasst die an dem Möbelstück 6 anlegbare Unterseite
2, die von der Unterseite 2 abgewandte Oberseite 3, 4, wobei die Oberseite 3, 4 zwei
Übergangsabschnitte 3 und einen ebenen Abschnitt 4 aufweist. Die Unterseite 2 des
Grundkörpers 1 ist eben. In diesem Ausführungsbeispiel fällt jeweils ein oberer Rand
OR mit jeweils einem unteren Rand UR zusammen.
[0037] Die Übergangsabschnitte 3 weisen jeweils eine Krümmung mit konstantem Krümmungsradius
auf, und verlaufen jeweils von einem Rand OR des Grundkörpers 1 über eine Breite A,
bis zu dem ebenen Abschnitt 4, der sich parallel zur Unterseite 2 erstreckt. Der ebene
Abschnitt 4 überspannt eine Breite B und erstreckt sich zwischen den beiden Übergangsabschnitten
3. Die Übergangsabschnitte 3 fallen somit vom ebenen Abschnitt 4 jeweils zu einem
Rand OR hin ab. Die Dicke der Kantenleiste beträgt im Bereich des ebenen Abschnitts
4 zwischen 1 mm und 5 mm, vorzugsweise zwischen 2 mm und 3 mm. Der Krümmungsradius
der Krümmung des Übergangsabschnitts 3 entspricht vorzugsweise der Dicke des Grundkörpers
1 im Bereich des ebenen Abschnitts 4, d. h. dem Abstand des ebenen Abschnitts 4 von
der Unterseite 2 des Grundkörpers 1. Das Verhältnis A/B beträgt vorzugsweise in etwa
0,2 bis 1,0.
[0038] Das Dekor 5 überzieht und verdeckt die gesamte Oberseite 3, 4 der Kantenleiste, d.
h. sowohl den ebenen Abschnitt 4 als auch die beiden Übergangsabschnitte 3. Die Kantenleiste
weist einen spiegelsymmetrischen Aufbau auf.
[0039] Ein zweites Ausführungsbeispiel der Kantenleiste wird nachstehend mit Bezug auf Figur
2 beschrieben. In Figur 2 weist der Grundkörper 1' der Kantenleiste eine im Wesentlichen
linsenförmige Gestalt auf. Die Unterseite 2' ist eben und die der Unterseite 2' gegenüberliegende
Oberseite 3' des Grundkörpers 1' ist durchgehend zwischen dem linken oberen Rand OR
und dem rechten oberen Rand OR gekrümmt. Der Krümmungsradius der gekrümmten Oberseite
3' entspricht in etwa der Breite der Kantenleiste. Auf die gesamte Oberseite 3' ist
flächendeckend ein Dekor 5' aufgebracht. Im Gegensatz zum ersten Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 1 ist kein ebener Abschnitt 4 vorhanden. Die Übergangsabschnitte 3' fallen
ausgehend von der Mitte der Kantenleiste 1 (halber Abstand zwischen den oberen Rändern
OR) zu den oberen Rändern OR hin ab. In diesem Ausführungsbeispiel fällt jeweils ein
oberer Rand OR mit jeweils einem unteren Rand UR zusammen.
[0040] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Kantenleiste wird nachstehend mit Bezug auf
Figur 3 beschrieben. Gemäß Figur 3 weist die Kantenleiste eine im Wesentlichen trapezförmige
Querschnittsform auf. Der Grundkörper 1" umfasst die in Anlage mit dem Möbelstück
6 zu bringende Unterseite 2", die unmittelbar an die unteren Ränder UR bzw. oberen
Ränder OR angrenzenden Übergangsabschnitte 3" mit jeweils einer gegenüber der Unterseite
2" im spitzen Winkel von ca. 45° geneigten Schrägfläche, und den zwischen den beiden
Übergangsabschnitten 3" befindlichen ebenen Abschnitt 4", der sich parallel zur Unterseite
2" der Kantenleiste erstreckt. Jeder Übergangsabschnitt 3" erstreckt sich ausgehend
vom oberen Rand OR bzw. unteren Rand UR über jeweils eine Breite A. Der ebene Abschnitt
4" erstreckt sich zwischen den beiden Übergangsabschnitten 3" über eine Breite B.
Das Verhältnis A/B beträgt vorzugsweise in etwa 0,2 bis 1,0.
[0041] Ein viertes Ausführungsbeispiel der Kantenleiste wird nachstehend mit Bezug auf Figur
4 beschrieben. Gemäß Figur 4 weist die Kantenleiste eine im Wesentlichen trapezförmige
Querschnittsform wie in Figur 3 auf, wobei allerdings die oberen Ränder OR von den
unteren Rändern UR beabstandet sind, so dass zwischen jeweils einem oberen Rand OR
und einem unteren Rand UR der Kantenleiste eine Schmalseite ausgebildet ist.
[0042] Fig. 5 zeigt ein erfindungsgemäßes Möbelstück 6 mit einer Kantenleiste, die auf einer
Kanten 7 des Möbelstücks 6 aufgebracht ist. Das Möbelstück 6 ist hierbei eine Span-/MDF-/Holzplatte.
Die Kantenleiste wird vorzugsweise mit einem Übermaß von weniger als 0,7 mm, vorzugsweise
weniger als 0,5 mm, bevorzugt weniger als 0,3 mm über Plattenbreite hergestellt und
derart an die Kante 7 des Möbelstücks 6 angefahren, dass sie bündig mit einem Kantenrand,
d.h. bündig mit der Oberseite 8 der Möbelplatte 6 abschließt.
[0043] Der Montagezustand der Kantenleiste ist anschaulich in der Schnittansicht der Figur
6 dargestellt.
[0044] Die montierte Kantenleiste schließt bündig mit dem oberen Kantenrand OR, d.h. bündig
mit der Oberseite 8 des Möbelstückes 6, ab und bedeckt die Kante 7 vollständig. Am
oberen Kantenrand ist somit ein fließender Übergang zwischen der Oberseite 8 des Möbelstückes
6 und der Oberseite 3, 4 der Kantenleiste bewerkstelligt.
[0045] Am unteren Kantenrand bzw. an der Unterseite 9 des Möbelstückes 6 kann es aufgrund
des Übermaßes der Kantenleiste zu einem geringfügigen Überstand kommen, der im Wege
einer abtragenden Bearbeitung entfernt wird.
[0046] Der Umriss der montierten Kantenleiste vor der nachträglichen spanabhebenden Bearbeitung
zu Anpassungszwecken an den spezifischen Anwendungsfall ist mit der gestrichelten
Linie dargestellt. Der Umriss der montierten und nachbearbeiteten Kantenleiste ist
mit der durchgezogenen Linie dargestellt.
[0047] Im Wege der spanabhebenden Nachbearbeitung wird die unten liegende, längsrandseitige
Sichtkante der Kantenleiste nachträglich profiliert und z.B. abgerundet, so dass die
Kantenleiste ebenfalls bündig mit dem unteren Kantenrand, d.h. bündig mit der Unterseite
9 des Möbelstückes 6, abschließt. Im Wege der spanabhebenden Nachbearbeitung der Kantenleiste
wird das Dekor 5 im Übergangsabschnitt 3 an der unteren Sichtkante der Kantenleiste
abgetragen. Insbesondere bei Verwendung der Kantenleiste zur Verkleidung von Tischkanten
oder Kanten von Küchenarbeitsplatten ist die Unterseite der jeweiligen Tischplatte
bzw. Küchenarbeitsplatte schwierig einzusehen.
[0048] Daher ist es dem optischen Erscheinungsbild der Kantenleiste nicht abträglich, wenn
lediglich die unten liegende Sichtkante der Kantenleiste nachgearbeitet wird, um bündig
mit der Unterseite 9 der Platte 6 abzuschließen. Es versteht sich von selbst, dass
die Kantenleisten gemäß den Figuren 2 bis 4 in gleicher Weise wie die Kantenleiste
gemäß Figur 1 montiert werden, wenngleich in Figur 6 lediglich die Anwendung und Montage
der Kantenleiste gemäß Figur 1 gezeigt ist.
[0049] Die bevorzugte Herstellung und Anwendung der Kantenleiste wird nachstehend beschrieben.
[0050] Zur Herstellung der Kantenleiste wird ein Grundkörper 1 gemäß den Figuren 1 bis 4
bspw. als Extrusionsprofil aus Kunststoff erzeugt. Dazu wird ein Kunststoffmaterial
aufgeschmolzen und extrudiert. Die Formgebung erfolgt in einem Extrusionswerkzeug
und nachgeschalteten, vorzugsweise wassergefüllten Kalibriereinrichtungen, um dem
Grundkörper 1 mit hoher Maßhaltigkeit seine bestimmungsgemäße Querschnittsform zu
verleihen. In einer nachgeschalteten Dekoranbringungseinrichtung mit bspw. Digital-Farbdruckeinrichtung
wird die Oberseite 3, 4 der Kantenleiste zunächst vorbehandelt, um die Haftfähigkeit
und die Aufnahmefähigkeit für das Dekor 5 zu verbessern.
[0051] Dazu wird die Oberseite 3, 4 des Grundkörpers 1 einer Koronabehandlung bzw. Plasmabehandlung
unterzogen und/oder mit einem Haftvermittler beaufschlagt. Anschließend wird ein Dekor
5 über die gesamte Oberseite 3, 4 des Grundkörpers 1 aufgebracht, so dass das Dekor
5 die Oberseite 3, 4 des Grundkörpers 1 vollflächig überzieht und verdeckt. Insbesondere
reicht das Dekor 5 unmittelbar bis an beide obere Ränder OR der Kantenleiste. Dabei
wird der Grundkörper 1 versiegelt. Um das Dekor 5 gegen Kratzer oder sonstige mechanische
Einwirkungen zu schützen, kann nach dem Aufdruck des Dekors 5 ein Klarlack aufgetragen
und beispielsweise durch ultraviolette Strahlung ausgehärtet werden. Die Kantenleiste
wird nachfolgend mit der Unterseite 2 an die Kante 7 des Möbelstücks 6 angebracht
bspw. durch Verkleben oder Verschweißen, und wird dabei so angeordnet, dass ein Rand
OR, UR des Grundkörpers 1 der Kantenleiste bündig mit dem oberen Kantenrand des Möbelstücks
6, d.h. mit der Oberseite 8 der Möbelstückes 6 abschließt. Auf der Unterseite 9 des
Möbelstückes 6 entsteht dabei ggf. ein geringfügiger Überstand aufgrund eines Übermaßes
der Kantenleiste, der nachträglich im Wege einer spanabhebenden Nachbearbeitung entfernt
wird, so dass die Kantenleiste ebenfalls bündig mit der Unterseite 9 der Möbelplatte
6 abschließt.
[0052] Dabei wird das Dekor 5 an der unten liegenden, längsrandseitigen Sichtkante der Kantenleiste
insbesondere im Bereich des Übergangsabschnitts 3 abgetragen. I.d.R. ist die Unterseite
9 des Möbelstücks 6 nicht einsehbar, so dass der Material- bzw. Dekorabtrag an der
Kantenleiste in dem an die Unterseite 9 des Möbelstücks 6 angrenzenden Übergangsabschnitt
3 nicht als nachteilig empfunden wird.
[0053] Insbesondere bleibt das Dekor 5 im Übergangsabschnitt 3 an der oben liegenden, längsrandseitigen
Sichtkante der Kantenleiste unbeeinträchtigt.
1. Möbelstück (6) mit einer Kantenleiste, wobei die Kantenleiste einen Grundkörper (1)
mit einer an ein Möbelstück (6) anlegbaren Unterseite (2) und einer von der Unterseite
(2) abgewandten Oberseite (3, 4) umfasst, wobei die Oberseite (3, 4) zumindest einen
zu einem Rand (UR, OR) des Grundkörpers (1) hin abfallenden Übergangsabschnitt (3)
aufweist, in welchem sich eine Dicke des Grundkörpers (1) in Richtung einer Breite
verändert, wobei der Übergangsabschnitt (3) an einen Rand (UR, OR) des Grundkörpers
(1) unmittelbar angrenzt und zumindest abschnittsweise ein Dekor (5) aufweist, wobei
das Dekor (5) auf den Grundkörper (1) der Kantenleiste aufgedruckt ist und die Oberseite
(3, 4) des Grundkörpers (1) der Kantenleiste vollflächig bedeckt, wobei der Grundkörper
(1) ein Extrusionsprofil aus Kunststoff ist, wobei der Grundkörper (1) aus Polyamid
(PA), Polypropylen (PP), Polwinylchlorid (PVC), Alcrynitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat
(ABS), Polycarbonat (PC), Styrolbutadien (SB), Polyethylenterephthalat (PET) und/oder
Polymethylmetacrylat (PMMA) gefertigt ist, wobei diese zuvor bedruckte Kantenleiste
mit ihrer Unterseite (2) an einer Kante (7) des als Möbelplatte ausgebildeten Möbelstücks
(6) aufgebracht ist, wobei wenigstens ein Rand (OR, UR) des Grundkörpers (1) der Kantenleiste
bündig an einem Rand der Kante (7) des Möbelstücks (6) anliegt, sodass die montierte
Kantenleiste bündig mit dem oberen Kantenrand (OR), d.h. bündig mit der Oberseite
(8) des Möbelstücks (6) abschließt und die Kante (7) vollständig bedeckt, wobei am
unteren Kantenrand (UR) bzw. an der Unterseite (9) des Möbelstücks (6) ein Überstand
aufgrund eines Übermaßes der Kantenleiste entsteht, wobei ein maximaler Überstand
der Kantenleiste über einen Rand der Kante (7) des Möbelstücks (6) etwa 0,7 mm beträgt,
wobei im Wege der spanabhebenden Nachbearbeitung die unten liegende, längsrandseitige
Sichtkante der Kantenleiste nachträglich profiliert und abgerundet ist, sodass die
Kantenleiste ebenfalls bündig mit dem unteren Kantenrand (UR), d.h. bündig mit der
Unterseite (9) des Möbelstückes (6), abschließt.
2. Möbelstück (6) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsabschnitt (3) eine Krümmung, vorzugsweise eine Krümmung mit konstantem
Krümmungsradius aufweist.
3. Möbelstück (6) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (1) der Kantenleiste eine Breite von 10 bis 150 mm, vorzugsweise
15 bis 50 mm, bevorzugt 20 bis 30 mm aufweist.
4. Möbelstück (6) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Übergangsabschnitt
(3) eine gegenüber der Unterseite (2) geneigte Fläche aufweist.
1. Piece of furniture (6) having an edge moulding, wherein the edge moulding comprises
a base body (1) with a lower side (2) that can be placed against a piece of furniture
(6) and an upper side (3, 4) facing away from the lower side (2), wherein the upper
side (3, 4) has at least one transition section (3) sloping down towards an edge (UR,
OR) of the base body (1),in which a thickness of the base body (1) changes in the
direction of a width, wherein the transition section (3) directly adjoins an edge
(UR, OR) of the base body (1) and has a decoration (5) at least in sections, wherein
the decoration (5) is printed on the base body (1) of the edge moulding and the upper
side (3, 4) of the base body (1) completely covers the edge moulding, wherein the
base body (1) is an extrusion profile made of plastic, wherein the base body (1) is
made of polyamide (PA), polypropylene (PP), polyvinyl chloride (PVC), alcrynitrile-butadiene-styrene
copolymer (ABS), polycarbonate (PC), styrene-butadiene (SB), polyethylene terephthalate
(PET) and/or polymethyl methacrylate (PMMA), wherein this previously printed edge
moulding is applied with its lower side (2) to an edge (7) of the piece of furniture
(6) formed as a furniture panel, wherein at least one edge (OR, UR) of the base body
(1) of the edge moulding lies flush against an edge of the edge (7) of the piece of
furniture (6), so that the mounted edge moulding is flush with the upper edge (OR),
i.e. flush with the upper side (8) of the piece of furniture (6) and completely covers
the edge (7), wherein an overhang is created at the lower edge (UR) or on the lower
side (9) of the piece of furniture (6) due to an oversize of the edge moulding, wherein
a maximum overhang of the edge moulding over a rim of the edge (7) of the piece of
furniture (6) is approximately 0.7 mm, wherein the lower visible edge of the edge
moulding on the longitudinal edge side is subsequently profiled and rounded by means
of machining, so that the edge moulding is also flush with the lower edge (UR), i.e.
flush with the lower side (9) of the piece of furniture (6).
2. Piece of furniture according to claim 1, characterised in that the transition section (3) has a curvature, preferably a curvature with a constant
radius of curvature.
3. Piece of furniture (6) according to any one of the preceding claims, wherein the transition
section has a surface inclined in relation to the lower side (2).
4. Piece of furniture (6) according to any one of the preceding claims, characterised in that the base body (1) of the edge moulding has a width of 10 to 150 mm, preferably 15
to 50 mm, more preferably 20 to 30 mm.
1. Pièce de meuble (6) avec une baguette de chant, la baguette de chant comprenant un
corps de base (1) avec un côté inférieur (2) pouvant être appliqué contre une pièce
de meuble (6) et un côté supérieur (3, 4) détourné du côté inférieur (2), le côté
supérieur (3, 4) présentant au moins une section de transition (3) descendant vers
un bord (UR, OR) du corps de base (1), dans laquelle une épaisseur du corps de base
(1) varie en direction d'une largeur, la section de transition (3) étant directement
adjacente à un bord (UR, OR) du corps de base (1) et présentant au moins par sections
un décor (5), le décor (5) étant imprimé sur le corps de base (1) de la baguette de
chant et recouvrant sur toute la surface le côté supérieur (3, 4) du corps de base
(1) de la baguette de chant, le corps de base (1) étant un profilé extrudé en matière
plastique, le corps de base (1) étant fabriqué en polyamide (PA), en polypropylène
(PP), en chlorure de polyvinyle (PVC), en copolymère d'acrylonitrile-butadiène-styrène
(ABS), en polycarbonate (PC), en styrène-butadiène (SB), en polyéthylène-téréphtalate
(PET) et/ou en polyméthacrylate de méthyle (PMMA), cette baguette de chant préalablement
imprimée étant appliquée par son côté inférieur (2) sur un chant (7) de la pièce de
meuble (6) réalisée sous forme de panneau de meuble, au moins un bord (OR, UR) du
corps de base (1) de la baguette de chant s'appliquant à fleur contre un bord du chant
(7) de la pièce de meuble (6), de telle sorte que la baguette de chant montée se termine
à fleur avec le bord de chant supérieur (OR), c'est-à-dire à fleur avec le côté supérieur
(8) de la pièce de meuble (6), et recouvre entièrement le chant (7), une saillie se
formant sur le bord de chant inférieur (UR) ou sur le côté inférieur (9) de la pièce
de meuble (6) en raison d'une sur-dimension de la baguette de chant, une saillie maximale
de la baguette de chant sur un bord du chant (7) de la pièce de meuble (6) étant d'environ
0,7 mm, le chant visible situé en bas, côté bord longitudinal, de la baguette de chant
étant profilé et arrondi ultérieurement au cours de la reprise par enlèvement de copeaux,
de telle sorte que la baguette de chant se termine également à fleur avec le bord
de chant inférieur (UR), c'est-à-dire à fleur avec le côté inférieur (9) de la pièce
de meuble.
2. Pièce de meuble (6) selon la revendication 1, caractérisée en ce que la section de transition (3) présente une courbure, de préférence une courbure à
rayon de courbure constant.
3. Pièce de meuble (6) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
la section de transition (3) présente une surface inclinée par rapport au côté inférieur
(2).
4. Pièce de meuble (6) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le corps de base (1) de la baguette de chant présente une largeur de 10 à 150 mm,
de préférence de 15 à 50 mm, de préférence de 20 à 30 mm.