[0001] Die Erfindung betrifft eine Verriegelungsvorrichtung für Schlösser, bspw. Vorhängeschlösser.
[0002] Verriegelungsvorrichtungen mit elektronisch gesteuert betätigbaren Sperrelementen
- mechatronische Verriegelungsvorrichtungen - sind bekannt. Die elektronisch gesteuerte
Verriegelung basiert auf einer Datenübertragung zwischen einem schlüsselseitigen Elektronikmodul
und einem schlossseitigen Elektronikmodul. Diese Datenübertragung kann durch Berührung
- bspw. mittels elektrischer Kontakte an Schlüssel und Schloss - oder berührungslos
- bspw. über Radiofrequenzübertragung - stattfinden. Daten können in nur eine oder
in beide Richtungen übertragen werden.
[0003] Zumindest die schlossseitige Einheit der Verriegelungsvorrichtung benötigt im Allgemeinen
eine Stromversorgung (eigene Batterie, Kontakt zu schlüsselseitiger Batterie, Netzanschluss),
einerseits zum Betreiben des Elektronikmoduls, andererseits zum Betätigen der Sperrelemente.
Ausserdem kann auch die Energieversorgung des schlüsselseitigen Elektronikmoduls von
der schlossseitigen Einheit aus erfolgen, bspw. im Falle der RFID-Technik.
[0004] Insbesondere bei Schlössern, die nicht ohne Weiteres mit einem Stromnetz verbunden
werden können, bspw. bei Vorhängeschlössern, bei Schlössern an Möbeln, an isoliert
angebrachten Kästen im outdoor-Bereich etc. ist es üblich, das Schloss mit einem Batteriefach
zu versehen. Ein Beispiel für ein elektronisches Vorhängeschloss mit Batterieversorgung
ist in
WO 98/57017 gezeigt.
[0005] In vielen Fällen ist jedoch eine solche Stromversorgung über eine Batterie nachteilig.
So kommt es bspw. oft vor, dass ein Schloss über lange Zeit - im Extremfall über viele
Monate oder gar ein Jahr oder mehr - nicht bedient wird. In solchen Fällen ist die
Funktionstüchtigkeit des Schlosses keinesfalls gewährleistet, da eine Batterie inzwischen
entladen oder gar ausgelaufen sein kann.
[0006] Aus der
US-Patentschrift 5,061,923 ist ein Stromversorgungs-unabhängiges Kombinations-Zahlenschloss für einen Safe offenbart.
Die Zahlenscheibe des Safes ist mit einem Schrittmotor verbunden, der beim Drehen
der Zahlenscheibe Impulse generiert, die von der Elektronik ausgewertet werden um
festzustellen, ob der Benutzer die richtige Zahlenkombination verwendet. Der Schrittmotor
wird gleichzeitig dafür verwendet, einen elektrischen Kondensator aufzuladen, der
die Elektronik und den elektrischen Antrieb des Sperrriegels mit Energie versorgt.
[0007] Diese Doppelfunktion des Schrittmotors ist für ein Zahlenkombinationsschloss vorteilhaft,
auf andere Anwendungen ist sie aber nicht übertragbar.
[0008] In der Schrift
WO 2005/088559 wird ein ähnlicher Ansatz für Schliesszylinder mit Schliessknauf vorgeschlagen, wobei
vorgeschlagen wird, zusätzlich zur durch Betätigung des Schliessknaufs gewonnenen
Energie - diese wird bspw. für das Aufwecken einer Schaltung verwendet - auch weitere
Energiespeicher (Batterien oder dgl.) vorhanden sind. Die vorgeschlagene Lösung ist
für andere Anwendungen als solche Schliesszylinder ebenfalls nicht geeignet und weist
ausserdem die vorstehend beschriebenen Nachteile konventioneller batteriebetriebener
Lösungen auf.
[0009] Es ist demnach Aufgabe der Erfindung, eine Verriegelungsvorrichtung zur Verfügung
zu stellen, welche Nachteile von Verriegelungsvorrichtungen gemäss dem Stand der Technik
überwindet und welche insbesondere für Anwendungen geeignet ist, bei denen nur beschränkt
Platz zur Verfügung steht (bspw. Euro-Profil, US-Profil) und bei denen eine Stromversorgung
über ein Stromversorgungsnetz nicht möglich und eine Stromversorgung durch eine Batterie
nicht vorteilhaft ist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Verriegelungsvorrichtung gelöst, wie sie in den Patentansprüchen
definiert ist.
[0011] Die Verriegelungsvorrichtung besitzt wie an sich bekannt ein Elektronikmodul zum
Empfangen von Daten von einer Identifikationseinheit (eine solche kann als Karte,
bspw. Chipkarte oder in anderer Form ausgebildet sein und eventuell noch zusätzliche
Funktionen wahrnehmen) und einen Elektromotor zum Betätigen einer Sperr- und/oder
Kuppeleinrichtung für das Schloss, wobei der Motor durch das Elektronikmodul gesteuert
werden kann. Die Verriegelungsvorrichtung zeichnet sich nun dadurch aus, dass sie
in einen ersten und einen zweiten Kupplungszustand bringbar ist, wobei im ersten Kupplungszustand
der Motor mit einem Betätigungselement gekoppelt ist und bei Betätigung des Betätigungselements
als Generator wirkt. In einem zweiten Kupplungszustand ist der Motor mit der Sperr
- und/oder Kuppeleinrichtung gekoppelt und kann das Schloss durch Betätigung dieser
entriegeln.
[0012] Eine Verriegelung (als Umkehrvorgang des Entriegelns) des Schlosses kann ebenfalls
durch den Motor bewirkbar sein, und/ oder es kann vorgesehen sein, dass durch geeignete
Federmittel etc. die Verriegelungsvorrichtung unter den richtigen Voraussetzungen
automatisch in den verriegelten Zustand gelangt.
[0013] Das erfindungsgemässe Vorgehen ermöglicht eine autonome, von externer Stromversorgung
und von Batterien unabhängige Lösung auch auf engem Raum, bspw. in einem Vorhängeschloss.
[0014] Das Betätigungselement ist von ausserhalb des Schlosses zugänglich und kann als Handgriff
ausgebildet sein, bspw. als Drehknopf, - eventuell ausklappbares - Kurbelelement,
etc.
[0015] Das Betätigungselement kann auch in der Art eines Schliesszylinder-Rotors ausgebildet
und nur durch einen eingeführten mechanischen Schlüssel betätigbar sein. Ein solcher
mechanischer Schlüssel kann in an sich bekannter Art Codierungsbohrungen aufweisen,
die mit Zuhaltungs-Gegenzuhaldungspaaren des Betätigungselements zusammenwirken, wodurch
das Betätigungselement nur bei passendem Schlüssel überhaupt betätigbar ist (und die
Energiespeicher des Elektronikmoduls aufladbar sind). In dieser Variante kann - wie
in anderen Varianten auch - ausserdem vorgesehen sein, dass die Ver-und Entriegelung
des ganzen Schlosses im zweiten Kupplungszustand ebenfalls durch Betätigung Betätigungselements
- bspw. durch eine Drehung um 90° oder 180° - erfolgt. Dann kann die richtige mechanische
Codierung auch gleich eine Voraussetzung dafür sein, dass das Betätigungselement im
zweiten Kupplungszustand betätigbar ist.
[0016] Ein solcher mechanischer Schlüssel kann gleichzeitig mit der Identifikationseinheit
versehen sein, die Daten an das Elektronikmodul aussendet; dann kann er äusserlich
ähnlich ausgebildet sein wie bereits bekannte Schlüssel von mechanischmechatronischen
Schlössern. Solche Schlüssel haben oft ein Elektronikmodul im Handgriff eingebaut.
[0017] Vorzugsweise ist zwischen dem Betätigungselement und dem Motor ein Getriebe vorhanden,
durch welches eine durch das es Betätigungselement erzeugbare (Dreh-) Bewegung übersetzt
wird. Als Getriebe geeignet ist ein Planetengetriebe, da alle Zahnradelemente in einer
Ebene angeordnet sein können und das anzutreibende mit der Welle des Motors verbundene
Zahnrad dabei zentral liegen kann. Ebenfalls geeignet sind je nach Konfiguration andere
Getriebe, bspw. Stirnradgetriebe. Das Getriebe kann in einem Motorblock integriert
sein oder mindestens teilweise als separates Element (bspw. als Teil eines Übertragungsmoduls)
ausgebildet sein.
[0018] Es kann alternativ auch vorgesehen sein, dass das Betätigungselement translatorisch
zu bewegen ist und dass geeignete Getriebemittel diese translatorische Bewegung in
eine Drehbewegung umlenken.
[0019] Die Kopplung zwischen dem Betätigungselement und dem Motor kann optional so eingerichtet
sein, dass die übertragbare Kraft begrenzt ist, das heisst zwischen dem Betätigungselement
und dem Motor kann (ggf. nebst einem Getriebe) ein Federelement, eine Schleifkupplung
oder ein vergleichbares Mittel vorhanden sein, durch das bewirkt wird, dass bei übermässigem
Krafteinsatz auf das Betätigungselement die auf den Motor einwirkende Kraft abgedämpft
wird.
[0020] Die Sperr- und/oder Kuppeleinrichtung kann wie an sich von Schliessvorrichtungen
bekannt auf einem der folgendem Prinzipien beruhen:
- a. Versperren eines für die Entriegelung zu bewegenden Elements gegenüber einem anderen
Element und Entsperren nur wenn eine Berechtigung vorliegt;
- b. Koppeln eines vom Benutzer bewegbaren Elements an ein zur Entriegelung zu bewegendes
anderes Element nur dann, wenn eine Berechtigung vorliegt;
- c. Kombinationen von a. und b. und/oder mehrfache Anwendungen von a. und b.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung mehrheitlich anhand des Prinzips a. beschrieben; dies
ist aber nicht so auszulegen, dass nur Prinzip a. in Frage kommt; vielmehr können
auch Vorrichtungen im Sinn der durch die Patentansprüche definierten Erfindung gemacht
werden, die auf dem Prinzip b. oder c. beruhen.
[0022] Die Sperr- und/oder Kuppeleinrichtung besitzt gemäss einer speziellen Ausführungsform
mindestens zwei Sperrmechanismus-Stufen. Mit einem zweiten Sperrmechanismus ist das
Schloss selbst sperrbar. Wenn das Schloss bspw. ein Vorhängeschloss ist, versperrt
der zweite Sperrmechanismus den Bügel des Vorhängeschlosses gegenüber dem Gehäuse.
Wenn das Schloss ein Zylinderschloss ist, versperrt der zweite Sperrmechanismus den
Rotor des Zylinders und/oder ein Abtriebselement und/oder ein Riegelelement gegenüber
dem Gehäuse. Durch die erste Sperrmechanismus-Stufe ist gemäss dieser speziellen Ausführungsform
ein von Hand zu betätigendes Zwischenelement gegenüber dem Gehäuse sperrbar, oder
(gemäss obiger Option b.) mit einem weiteren Element koppelbar. Die erste Sperrmechanismus-Stufe
wird durch den Motor betätigt, die zweite Sperrmechanismus-Stufe durch das Zwischenelement,
d.h. das Entsperren auf der ersten Sperrmechanismus-Stufe ist eine Voraussetzung dafür,
dass auf der zweiten Sperrmechanismus-Stufe entsperrt werden kann. Durch diese Zweistufigkeit
wird bewirkt, dass auch bei Gewaltausübung durch Unbefugte keine Kräfte auf den Motor
ausgeübt werden können.
[0023] Der erste und der zweite Kupplungszustand können sich dadurch unterscheiden, dass
eine Welle des Motors im ersten Kupplungszustand mit den Getriebemitteln und im zweiten
Zustand mit einem Steuermechanismus in Wirkverbindung steht, welcher eine Sperrung
und/oder eine Kupplung bewirkt.
[0024] Ein solcher Steuermechanismus kann bspw. ein Steuerelement aufweisen, das eine Steuerfläche
besitzt und dadurch bei einer Drehung oder sonstiger Bewegung die Lage und/oder den
Bewegungs(frei)raum von Sperrelementen beeinflusst. Dies ist bei einer zylindrischen
Anordnung besonders günstig, kann doch durch eine solche Steuerfläche eine Drehbewegung
auf einfachste Weise in eine radiale Bewegung umgesetzt werden. Beispielsweise können
Sperrelemente durch eine Federkraft radial nach innen gegen die Steuerfläche gedrückt
werden und sich bei Drehung des Steuerelementes entsprechend aufgrund der Federkraft
oder entgegen der Federkraft radial verschieben und dadurch je nach Lage eine Scherfläche
freigeben oder blockieren.
[0025] Im Falle von zwei Sperrmechanismus-Stufen gehört ein solches Steuerelement vorzugsweise
zu der ersten Sperrmechanismus-Stufe.
[0026] Alternativ dazu kann ein Steuerelement auch bewirken, dass ein Sperrelement selbst
verschoben wird, bspw. unter Verwendung des Hubspindel-Prinzips.
[0027] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform ist die Verriegelungsvorrichtung modular
aufgebaut und - gegebenenfalls mit geringfügigen Modifikationen - für verschiedene
Schlosstypen geeignet. Sie kann als Ganze eine zylindrische Formgebung aufweisen.
Alternativ dazu kann sie auch ein anderes, bspw. genormtes (bspw. Hahnprofil (DIN18252,
auch Europrofil genannt) oder ähnliches Profil aufweisen. In einem solchen Fall besitzt
die Verriegelungsvorrichtung eine Partie mit dem entsprechenden Profilzylinder-Querschnitt,
wobei das Betätigungselement von dieser Partie vorsteht und einen grösseren Querschnitt
haben kann - und im Allgemeinen auch hat.
[0028] Die Verriegelungsvorrichtung kann - auch aufgrund eines solchen standardisierten
äusseren Profils - in verschiedene Verschlusssysteme einfügbar sein. Ein den Elektromotor
umfassendes Modul kann ausserdem ein gegen aussen hermetisch abschliessendes Gehäuse
umfassen, das nur von einer Öffnung für die nach aussen ragende Welle unterbrochen
wird, wobei diese Öffnung abgedichtet ist. Das Gehäuse kann teilweise metallisch sein,
umfasst aber im Falle einer kontaktlosen Informationsübertragung vorzugsweise eine
nicht-metallische Komponente, damit eine im Innern des Gehäuses angebrachte Antenne
elektromagnetische Signale von aussen empfangen kann. Das Gehäuse kann auch als Ganzes
nicht-metallisch, bspw. aus Kunststoff sein. Die Verriegelungsvorrichtung kann zusätzlich
zum hier Beschriebenen auch eine rein mechanische Codierung aufweisen, so dass zusätzlich
ein mit mechanischen Codierungen versehener Schlüssel verwendet werden muss, um das
Schloss zu betätigen. Auch ein solcher Schlüssel kann zusätzlich die Identifikationseinheit
beinhalten.
[0029] Bevorzugt erfolgt die Identifikation (d.h. das Übermitteln von Daten von der Identifikationseinheit
an das Elektronikmodul und eventuell auch vom Elektronikmodul an die Identifikationseinheit)
kontaktlos, beispielsweise mit RFID-Technologie. Ebenfalls möglich ist die Informationsübertragung
mittels der kapazitiv-resistiven Kopplung durch den Benutzer, wie sie in der Schrift
WO 2007/036 06, der internationalen Patentanmeldung
PCT/CH 2007/000166 oder darin zitierten Schriften beschrieben ist. Auch andere kontaktlose oder kotnaktbehaftete
Informationsübertragungsarten, bspw. über IR, elektromagnetische Felder anderer Frequenzen,
akustisch (Ultraschall) etc. sind möglich.
[0030] Im Falle einer berührungslosen oder insbesondere auch einer kapazitiv-resistiven
Informationsübertragung ergibt sich ein besonders natürlicher Bewegungsablauf beim
Betätigen der Verriegelungsvorrichtung. So kann bspw. vorgesehen sein, dass die Identifikationseinheit
lediglich am Körper - bspw. in der Hosentasche - zu tragen ist. Der Benutzer muss
dann lediglich den Generator betätigen, indem er die Verriegelungsvorrichtung in den
ersten Kupplungszustand bringt und das Betätigungselement bestimmungsgemäss bewegt.
Während der Benutzer das macht oder unmittelbar danach kann gleich auch eine Informationsübertragung
(über elektromagnetische Wellen und/oder kapazitiv/resistiv via den Körper des Benutzers
erfolgen, so dass sich das Schloss unmittelbar nach dem Aufladen der Energiespeichermittel
öffnen lässt.
[0031] Ebenfalls bevorzugt, was den Bewegungsablauf angeht, sind Ausführungsformen, bei
denen die Vorrichtung selbsttätig vom ersten in den zweiten Kupplungszustand übergeht,
bspw. durch eine Federkraft.
[0032] Es ist aber alternativ oder ergänzend dazu auch möglich, Informationen über elektrische
und/oder optische etc. Kontakte auszutauschen, wobei Identifikationseinheit und Verriegelungsvorrichtung
dann entsprechende Schnittstellen aufweisen.
[0033] Eine erste wichtige Anwendung von erfindungsgemässen Verriegelungsvorrichtungen sind
wie erwähnt Vorhängeschlösser, an die immer öfter ebenso wie für komplexere Schliessanlagen
auch erhöhte Sicherheitsansprüche gestellt werden. So werden Vorhängeschlösser bspw.
oft verwendet, um an abgelegen Orten die Infrastruktur von Mobiltelefonbetreibern
etc. zu schützen. Solche Infrastruktur wird unter Umständen nur sporadisch gewartet,
und es ist daher wichtig, dass eine Funktionstüchtigkeit auch gewährleistet ist, wenn
das Schloss längere Zeit nicht betätigt wurde.
[0034] Ebenfalls zur Anwendung kommen kann die erfindungsgemässe Vorrichtung im Zusammenhang
mit Schliesszylindern, die nicht ohne Weiteres elektrisch versorgt sind, bspw. im
Zusammenhang mit Schliesszylindern (unter diesen Begriff fallen hier auch 'Halbzylinder',
d.h. nur einseitig betätigbare Schliesszylinder) für Möbel-/Vitrinen-/Schrankverschlüssen,
Verschlüssen für Aussenschränke wie Elektrokästen, Ampelschränke, Energieverteiler
etc., für Tore, Safes etc.
[0035] Zur Erfindung gehört also auch das vorstehend bereits dargelegte Konzept, eine Verriegelungsvorrichtung,
insbesondere für Vorhängeschlösser, zur Verfügung zu stellen, bei der das Betätigungselement
eine Doppelfunktion hat. Einerseits dient es dazu, bei Betätigung einen Generator
anzutreiben, mit dem ein Energiespeicher für das Elektronikmodul aufgeladen wird.
Andererseits dient es dazu, die Ver- und Entriegelung des ganzen Schlosses - ebenfalls
durch mechanische Betätigung "von Hand" - vorzunehmen, bspw. indem das Verriegelungsmodul
als ganzes gedreht wird. Zu diesem Zweck ist die Verriegelungsvorrichtung so ausgelegt,
dass sie vom Elektronikmodul gesteuert in einen ersten und in einen zweiten Kupplungszustand
bringbar ist. Im ersten Kupplungszustand bewirkt eine Betätigung (bspw. Drehung) des
Betätigungselements ein Aufladen des Energiespeichers über den Generator. Im zweiten
Kupplungszustand bewirkt eine Betätigung (bspw. Drehung) des Betätigungselements eine
Ver- bzw. Entriegelung des Schlosses.
[0036] Der elektrische Antrieb (bspw. Elektromotor), den Übergang zwischen vom ersten in
dem zweiten Kopplungszustand (und optional auch den umgekehrten Übergang vom zweiten
in den ersten Kopplungszustand) bewirkt, kann gemäss dem vorstehend beschriebenen
Aspekt mit dem Generator identisch sein.
[0037] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand von Zeichnungen
näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1 und 2 Ansichten eines erfindungsgemässen Vorhängeschlosses;
- Fig. 3 eine Ansicht eines Verriegelungsmoduls eines Vorhängeschlosses;
- Fig. 4 und 5 Ansichten eines Übertragungsmoduls eines Vorhängeschlosses;
- Fig. 6 eine Darstellung eines Gehäusemoduls eines Vorhängeschlosses;
- Fig. 7 und 8 Darstellungen, die die Verriegelung des Bügels illustrieren;
- Fig. 9-11 schematisierte Schnittdarstellungen des Vorhängeschlosses, die die Funktionsweise
der zweiten Sperrmechanismus-Stufe zeigen;
- Fig. 12 ein Schema von Komponenten der Verriegelungsvorrichtung.
[0038] Das Vorhängeschloss 1 gemäss
Figur 1 weist im Wesentlichen drei Module auf, aus denen es zusammengesetzt ist:
- Gehäusemodul mit Schlossgehäuse 2, U-förmigem Bügel 3 und Arretiermitteln,
- Verriegelungsmodul,
- Übertragungsmodul.
[0039] Das Verriegelungsmodul und das Übertragungsmodul bilden zusammen die Verriegelungsvorrichtung
des Vorhängeschlosses.
[0040] Vom Verriegelungmodul ist in Figur 1 die das Betätigungselement, nämlich der Drehgriff
11 sichtbar, die im gezeichneten Beispiel als im Vergleich zu einem Kreiszylinder
leicht abgeflachter Drehgriff ausgebildet ist; selbstverständlich sind beliebige andere
Formen denkbar.
[0041] Das Schlossgehäuse und der Bügel können eine an sich für Vorhängeschlösser bekannte
Form oder auch in einer anderen Form aufweisen. Sie können - was ebenfalls an sich
bekannt ist - metallisch sein, bspw. aus rostfreiem Stahl.
[0042] Das Verriegelungsmodul kann relativ zum Gehäuse zwischen zwei Stellungen in axialer
Richtung hin und herbewegt werden.
[0043] Figur 2 zeigt die Verriegelungsvorrichtung mit dem Verriegelungsmodul in herausgezogener
Stellung. In der hier beschriebenen Ausführungsform der Erfindung entspricht die herausgezogene
Stellung dem ersten Kupplungszustand ("Generatorbetrieb"). Ist das Verriegelungsmodul
in der vollständig eingeführten Stellung gemäss Figur 1, befindet sich die Vorrichtung
im zweiten Kupplungszustand ("Ver- und Entriegelungsbetrieb").
[0044] Figur 3 zeigt das Verriegelungsmodul 12 in einer Ansicht. Im Inneren eines metallischen Modulgehäuses
sind ein in der Figur nicht sichtbarer Elektromotor sowie Elektronikkomponenten des
Elektronikmoduls vorhanden. Letzere beinhalten Mittel zum Empfangen von Daten von
einer Identifikationseinheit und zum Verifzieren einer Zugangsberechtigung aufgrund
der empfangenen Daten. Ausserdem beinhalten sie ein Energiespeichermodul zum Zwischenspeichern
der gewonnenen elektrischen Energie - beispielsweise ein oder mehrere Kondensatoren
und/oder eventuell Akkumulatoren - und eine Ansteuerung des Elektromotors sowie beispielsweise
Mittel zur Signalisation des Energieversorgungszustands und/oder von Informationen
darüber, ob empfangene Daten zum Zugang berechtigen. Solche Mittel zur Signalisation
können optisch und/oder akustisch sein (und bspw. eine LED und/oder einen Piezo-Piepser
beinhalten).
[0045] Vom Elektromotor sieht man in Figur 3 die Motorwelle 21 mit einem Zahnrad 41 und
einen Kupplungsstift 15, dessen Funktion nachstehend noch beschrieben wird.
[0046] Figur 4 zeigt das Übertragungsmodul 31 in einer Absicht auf die - vom Verriegelungsbügel
her gesehen - Oberseite. Man sieht ein bezüglich der axialen Richtung nicht drehsymmetrisches
Sperrteil 32, welches dazu dient, mit den Arretiermitteln des Gehäusemoduls zusammenzuwirken.
[0047] Das Übertragungsmodul besitzt ein hier zur Oberseite hin ringförmig ausgebildetes
Stator-Element 33 , welches im zusammengesetzten Zustand des Vorhängeschlosses aufgrund
von Führungsstiften 34 in seiner Position und Orientierung relativ zum Gehäusemodul
fix ist. Das Sperrteil 32 an einem Rotor-Element 35 ausgebildet und bspw. einstückig
mit diesem und ein Teil von diesem. Weiter ist ein relativ zum Stator-Element und
zum Rotor-Element drehbares Getriebeelement 36 ausgebildet, welches im zusammengesetzten
Zustand des Vorhängeschlosses fest an das Verriegelungsmodul gekoppelt und durch eine
Drehung desselben drehbar ist.
[0048] In
Figur 5 sieht man das Übertragungsmodul in einer Ansicht von der Unterseite her. Das Getriebeelement
36 ist als Zahnkranz ausgebildet, in dessen Zähne im in Figur 5 gezeigten ersten Kupplungszustand
die Zähne eines mittleren Zahnrads 42 eingreifen, welches drehbar am Rotor-Element
35 befestigt ist. Das mittlere Zahnrad 42 wirkt seinerseits mit einem zentralen Zahnrad
41 zusammen, das an der Motorwelle 21 angebracht ist. Zusammen bilden das Getriebeelement
36, das mittlere Zahnrad 42 und das zentrale Zahnrad 41 im dargestellten Zustand ein
Planetengetriebe, durch welches Drehungen des Verriegelungsmoduls relativ zum Gehäuse
übersetzt und auf die Motorwelle 21 übertragen werden. Auf diese Weise kann der Motor
als Generator wirken, indem eine erzwungene Drehbewegung der Motorwelle 21 Strom erzeugt
und die Energie im Energiespeichermodul gespeichert werden kann.
[0049] Im zweiten Kupplungszustand werden das zentrale Zahnrad 41 und das Getriebeelement
36 relativ zum mittleren Zahnrad 42 nach oben (d.h. in der Ansicht gemäss Figur 5
nach unten) verschoben und so entkoppelt. Das zentrale Zahnrad 41 kann dann zum ver-
und entschliessen des Vorhängeschlosses benutzt werden, was weiter unten noch näher
erläutert wird.
[0050] Im zweiten Kupplungszustand ragt der Kupplungsstift 15 des Verriegelungsmoduls in
eine entsprechende Aussparung 35.1 des Rotor-Elements 35 hinein und kuppelt dieses
drehfest an das Verriegelungsmodul. In diesem Zustand kann also das Vorhängeschloss
durch Drehung des Verriegelungsmoduls 1 um einen bestimmten Winkel, hier 90° - sofern
letzteres nicht gegen eine solche verriegelt ist - verriegelt oder entriegelt werden,
was man anhand der nachfolgenden Figuren 6 bis 8 noch besser sieht. Das Rotor-Element
dient hierbei als das vorstehend beschriebene Zwischenelement zum Verriegeln des Schlosses.
[0051] Die Länge des Kupplungsstifts 15 ist so gewählt, dass der Kupplungsstift 15 im ersten
Kupplungszustand nicht in die Aussparung 35.1 hineinragt und eine für das vorstehend
beschriebene Aufladen notwendige Drehung des Verriegelungsmoduls relativ zum Rotor-Element
35 erlaubt.
[0052] In
Figur 6 ist das Gehäusemodul dargestellt. Nebst dem eigentlichen Gehäuse 2 und dem U-förmigen
Bügel 3 sieht man auch die Arretiermittel, nämlich die Sperrbolzen 6, die im Arretierzustand
in passende Aussparungen 3.1 eingreifen und ihn so relativ zum Gehäuse arretieren.
Im zusammengesetzten Zustand des Vorhängeschlosses befindet sich das Sperrteil 32
im Zwischenraum zwischen den Sperrbolzen 6 und fixiert diese je nach Stellung im Arretierzustand
oder lässt eine Bewegung der Sperrbolzen radial nach innen zu. Dies ist in den
Figuren 7 und 8 illustriert. Figur 7 zeigt das Sperrteil 32 in seiner Freistelltung, in der die Sperrbolzen
nach innen ausweichen können, wodurch der U-förmige Bügel 3 in an sich bekannter Art
in axialer Richtung nach oben verschoben und so das Vorhängeschloss entriegelt werden
kann. In Figur 8 werden die Sperrbolzen 6 durch das Sperrteil 32 versperrt, und das
Vorhängeschloss ist verriegelt.
[0053] Anhand von Figuren 9-11 wird noch aufgezeigt, auf welche Art das Rotor-Element 35
- an dieses ist wie erwähnt im zweiten Kupplungszustand das Verriegelungsmodul drehfest
gekoppelt - gegenüber dem Stator-Element ver- bzw. entsperrt wird. Diese Figuren zeigen
jeweils dieselbe Ansicht des entlang einer Ebene geschnittenen Vorhängeschlosses in
verschiedenen Zuständen.
[0054] Figur 9 zeigt das Vorhängeschloss im Zustand, in dem das Rotor-Element 35 gegenüber dem Stator-Element
33 versperrt ist, wobei die Verriegelungsvorrichtung im ersten Kupplungszustand ist.
Auf zwei einander gegenüberliegenden Seiten ist je ein Paar von Stiften 51, 52 vorhanden,
die in der Art einer Zuhaltung (entsprechend dem jeweils ersten Stift 51) mit Gegenzuhaltung
(entsprechend dem jeweils zweiten Stift 52) durch eine Federkraft in eine Stellung
gedrückt werden, in der einer der beiden Stifte (im gezeichneten Ausführungsbeispiel
der zweite Stift 52) die Scherfläche zwischen dem Rotor-Element 35 und dem Stator-Element
33 sperrt. Durch das Drehen des hier als exzentrisches Element 54 ausgebildeten Steuerelements
können die Stift-Paare 51, 52 entgegen der Federkraft in eine Stellung bewegt werden,
in der die genannte Scherfläche freigegeben wird.
[0055] Im zweiten Kupplungszustand greift das zentrale Zahnrad 41 in eine entsprechende
Aussparung 54.1 des exzentrischen Elements 54 ein und wird drehfest an diese gekoppelt.
Durch vom Motor angetriebene Drehung der Motorwelle - im gezeichneten Beispiel um
90° - wird das exzentrische Element 54 dann in die Orientierung gebracht, die in
Figur 10 dargestellt ist. Die Mantelfläche des exzentrischen Elements 54 wirkt dabei als Steuerfläche,
die durch die Drehung die Stiftpaare nach aussen bewegt. Da die Trennfläche zwischen
dem ersten Stift 51 und dem zweiten Stift 52 jedes Stift-Paares in der Stellung gemäss
Figur 10 mit der Scherfläche zwischen Rotor-Element 35 und dem Stator-Element 33 zusammenfällt,
kann das Rotor-Element (mit den ersten Stiften 51) gegenüber dem Stator-Element (mit
den zweiten Stiften 52) gedreht werden, was in
Figur 11 gezeigt ist.
[0056] Natürlich sind auch andere Konfigurationen als die in Figuren 9 und 10 gezeichnete
denkbar. Bspw. kann in einer Variante der gezeichneten Ausführungsform die 'Zuhaltung'
länger (und die 'Gegenzuhaltung' entsprechend kürzer) sein, so, dass die Scherfläche
freigegeben wird, wen die Steuerfläche des exzentrischen Elements 54 entsprechend
Fig. 9 orientiert ist. In der Orientierung von Fig. 10 sperrt dann die 'Zuhaltung'
51 die Sperrfläche. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Scherlinie nicht durch
heftiges Schütteln der ganzen Vorrichtung freigegeben werden kann. Die Fachperson
wird viele andere Möglichkeiten für die Realisierung eines wahlweisen Sperrens und
Entsperrens (und/oder Kuppelns/Entkuppelns) durch ein Steuerelement kennen.
[0057] Figur 12 zeigt noch eine Übersicht über einige im Verriegelungsmodul vorhandene Komponenten.
Im ersten Kupplungszustand wird eine Drehbewegung des Drehgriffs 11 über das Getriebe
61 übersetzt an den Motor 62 weiter. Dieser erzeugt Strom, der in Energiespeichermitteln
64 (die bspw. mindestens ein kapazitives Element, zum Beispiel einen Kondensator,
bspw. Elektrolytkondensator aufweisen) gespeichert. Je nach Art des Motors sind noch
Stromgleichrichtmittel und/oder weitere Elektronikkomponenten (nicht gezeichnet) dazwischengeschaltet.
[0058] Die Energiespeichermittel 64 werden zur Stromversorgung eines Prozessorelements 65
sowie des Motors 62 verwendet, wenn dieser im zweiten Kupplungszustand zum Betätigen
der Sperreinrichtung 63 verwendet wird. Die Stromversorgung des Motors kann - wie
durch den gestrichelten Pfeil dargestellt - direkt (wobei dann vom Prozessorelement
an den Motor nur ein Steuersignal übertragen wird) oder auch über das Prozessorelement
65 erfolgen.
[0059] Das Prozessorelement 65 steht in Verbindung mit einer Antenne 66, über welche berührungslos
Daten von der Identifikationseinheit empfangen und eventuell auch an diese gesendet
werden. Diese Übertragung kann wie an sich von der berührungslosen Informationsübertragung
bekannt verschlüsselt erfolgen.
[0060] Ein optionales Signalisations-Mittel 67 - hier als LED dargestellt; das Signalisationsmittel
kann optisch und/oder akustisch sein - kann ebenfalls über das Prozessorelement 65
gesteuert und mit Energie versorgt sein.
[0061] Als Motor kann ein handelsüblicher oder speziell für den Zweck konstruierter Motor
verwendet werden. Besonders geeignet aufgrund ihrer Einfachheit sind Gleichstrommotoren,
es können aber auch Schrittmotoren - diese liefern eine speziell hohe Spannung - oder
andere Motoren verwendet werden.
[0062] Die Identifikationseinheiten (bspw. Schlüssel oder Karten) können vor dem Gebrauch
bspw. mit einer Programmierkarte kontaktlos programmiert werden. Alle notwendigen
Daten wie Zutrittsrechte, Zeitprofile, Ereignisspeicher und Statusinformationen können
im Elektronikmodul der erfindungsgemässen Vorrichtung und/oder in den Identifikationseinheiten
gespeichert werden bzw. gespeichert sein. Auch Änderungen der Konfiguration wie löschen,
hinzufügen oder ändern von gespeicherten Zutrittsrechten und/oder Zeitprofilen können
mittels eines Programmiermediums erfolgen. Wenn die Identifikationseinheiten als äusserlich
mindestens teilweise konventionelle Schlüssel ausgebildet sind, können sie in kombinierten
mechanischen und/oder mechatronischen Schliessanlagen verwendet werden.
[0063] Die Identifikationseinheiten sind beispielsweise als passive Elemente ohne eigene
Energieversorgung vorhanden, wie das bspw. von RFID-'Tags' bekannt ist. Alternativ
oder ergänzend dazu können mindestens einige - Identifikationseinheiten auch aktiv
und batteriebetrieben sein.
[0064] In einem System, in welchem alle Identifikationseinheiten aktiv und batteriebetrieben
sind, können die Verriegelungsvorrichtungen aus vergleichsweise grosser Entfernung
bedient werden.
[0065] Wenn nur einige Identifikationseinheiten mit aktiv und batteriebetrieben sind, können
diese bspw. als Programmiermedien ausgebildet und nur ausgesuchten Benutzern (quasi
als Master) zur Verfügung stehen. Die Datenübertragung für die Programmierung erfolgt
bspw. ebenfalls kontaktlos und bspw. verschlüsselt, wobei Informationen sowohl von
der Identifikationseinheit zum Elektronikmodul der Vorrichtung als auch umgekehrt
übertragen werden kann. Es kann auch vorgesehen sein, dass eine solche aktive Identifikationseinheit
in der Lage ist, Energie kontaktlos oder über elektrische Kontakte an das Elektronikmodul
zu übertragen. Dies kann im Falle der Programmierung des Elektronikmoduls und/oder
für eine Notöffnung im Falle eines Defekts des Energiespeichers von Vorteil sein.
[0066] Für die Verwendung der erfindungsgemässen Verriegelungsvorrichtung für andere Schlösser
als Vorhängeschlösser können beispielsweise das Verriegelungsmodul und das Übertragungsmodul
zusammen in einen Schlosszylinder eingesetzt werden, wobei ein Versperrmechanismus
für einen Rotor des Zylinders und/oder eine Kupplungseinrichtung an ein Abtriebselement
auf geeignete Weise mit dem Rotor-Element 35 wirkverbunden wird.
[0067] Zusätzlich zu den gezeichneten und vorstehend beschriebenen Merkmalen kann vorgesehen
sein, dass die Verriegelungsvorrichtung selbsttätig den zweiten Kupplungszustand einnimmt,
nachdem die Energiespeichermittel aufgeladen sind. Bspw. kann eine Feder vorhanden
sein, entgegen deren Kraft die Verschiebung vom zweiten, standardmässig eingenommenen
Kupplungszustand in den zweiten Kupplungszustand erfolgt. Nachdem der Benutzer das
Betätigungselement nach dem Aufladen loslässt geht die Vorrichtung in den ersten Kupplungszustand
über, und der Entriegelungsvorgang kann bei entsprechendem Empfang von Daten sogleich
ausgelöst werden. Beispielsweise im Falle der vorstehend erwähnten kapazitiv-resistiven
Kopplung ergibt sich ein sehr natürlicher Bewegungsablauf, da der Benutzer die Identifikationseinheit
in der Tasche tragen kann und die Datenübertragung durch die Berührung der Vorrichtung
durch den Benutzer automatisch erfolgt.
[0068] Die Fachperson wird bei Kenntnis der Erfindung weitere Ausgestaltungen realisieren
können. Beispielsweise für den durch den Motor betätigten Sperr- bzw. Kupplungsmechanismus
gibt es unzählige Möglichkeiten, mit oder ohne Kombination mit rein mechanischen Sicherheitselementen.
[0069] Während beispielsweise die Verriegelungsvorrichtung in der gezeichneten Ausführungsform
im Wesentlichen zylindrisch ist, wird auch eine andere äussere Form möglich sein.
So kann das Profil der Verriegelungsvorrichtung bspw. dem normierten Europrofil -
oder einem äquivalenten Profil, bspw. entsprechend anderer Normen - entsprechen. In
einem solchen Fall besteht nebst Anderem die Möglichkeit, im nicht-zylindrischen Teil
der Verriegelungsvorrichtung Elemente eines Stirnradgetriebes anzuordnen.
[0070] Viele weitere Varianten der durch die Patentansprüche definierten Erfindung sind
denkbar.
1. Verriegelungsvorrichtung für ein Schloss, aufweisend ein Elektronikmodul zum Empfangen
von Daten von einer Identifikationseinheit und einen Elektromotor zum Betätigen einer
Sperr- und/oder Kuppeleinrichtung, durch welche das Schloss in Abhängigkeit von vom
Elektronikmodul empfangenen Daten ver- und entriegelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung in einen ersten und einen zweiten Kupplungszustand bringbar
ist, wobei im ersten Kupplungszustand der Elektromotor mit einem Betätigungselement
gekoppelt ist und bei Betätigung des Betätigungselements als Generator wirkt und Energiespeichermittel
für das Elektronikmodul auflädt, und in einem zweiten Kupplungszustand mit der Sperr-
und/oder Kuppeleinrichtung gekoppelt ist.
2. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Welle des Elektromotors im ersten Kupplungszustand mit dem Betätigungselement
in Wirkverbindung steht und im zweiten Zustand mit einem Steuermechanismus in Wirkverbindung
steht, welcher eine Sperrung und/oder eine Kupplung bewirkt.
3. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch Getriebemittel, durch welche im ersten Kupplungszustand eine durch das Betätigungsmittel erzeugte Drehbewegung übersetzt auf die Welle übertragen wird,
wobei vorzugsweise das Getriebe oder ein Teil des Getriebes als Planetengetriebe ausgebildet
ist.
4. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement ein Drehgriff ist.
5. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor im zweiten Kupplungszustand mit einem Steuerelement wirkverbunden
ist, das eine Steuerfläche aufweist und bei Drehung die Lage und/oder den Bewegungsraum
mindestens eines Sperrmittels beeinflusst.
6. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperr- und/oder Kuppeleinrichtung mindestens zwei Sperrmechanismus-Stufen besitzt,
wobei als erste Sperrmechanismus-Stufe ein Zwischenelement gegenüber dem Gehäuse sperrbar
ist und als zweite Sperrmechanismus-Stufe das Schloss durch das Zwischenelement sperrbar
ist.
7. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Elektronikmodul Mittel zum kontaktlosen Empfangen und/oder Senden von Signalen
aufweist.
8. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Elektronikmodul Mittel zum Empfangen und/oder Senden von Signalen mittels der
kapazitiv-resistiven Kopplung aufweist.
9. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch zusätzliche Mittel zum Empfangen von elektrischer Energie von einem nicht zum Schloss
gehörenden und nicht mit diesem permanent verbundenen aktiven Medium, wodurch ein
Betrieb auch im Falle eines Ausfalls der Energiespeichermittel möglich ist.
10. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung durch eine Handbewegung, bspw. ein translatorisches
Verrücken des Betätigungselements, zwischen dem ersten und dem zweiten Kupplungszustand
bewegbar ist.
11. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Mittel zum selbsttätigen Bringen der Vorrichtung vom ersten in den zweiten Kupplungszustand.
12. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung im verriegelten Zustand vom Elektronikmodul gesteuert
von einem ersten in einen zweiten Kupplungszustand bringbar ist, wobei eine Betätigung
des Betätigungselements im ersten Kupplungszustand ein Aufladen eines Energiespeichers
für das Elektronikmodul und den elektronisch steuerbaren Antrieb über einen Generator
und im zweiten Kupplungszustand ein Entriegeln des Schlosses bewirkt.
13. Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie abgesehen von einem Kopfteil mit dem Betätigungselement einen einem normierten
Schliesszylinder-Profil, bspw. dem Profil DIN18252, entsprechenden äusseren Querschnitt
aufweist.
14. Schloss, aufweisend eine Verriegelungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche.
15. Schloss nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichet, dass es ein Vorhängeschloss ist und
ein Vorhängeschloss-Gehäuse und einen Bügel aufweist, wobei durch die Verriegelungsvorrichtung
der Bügel gegenüber dem Vorhängeschloss-Gehäuse verriegelbar ist.
1. A locking device for a lock, comprising an electronics module for receiving data from
an identification unit, and also comprising an electric motor for actuating a blocking
device and/or coupling device, by way of which the lock can be locked and unlocked
depending on data received by the electronics module, characterised in that the locking device can be brought into a first and a second coupling condition, wherein
in the first coupling condition, the electric motor is coupled to an actuation element,
and on actuation of the actuation element acts as a generator and charges energy storage
means for the electronics module, and in a second coupling condition is coupled to
the blocking device and/or coupling device.
2. A locking device according to claim 1, characterised in that a shaft of the electric motor in the first coupling condition is in active connection
with the actuation element and in the second condition is in active connection with
a control mechanism which effects a blocking and/or coupling.
3. A locking device according to claim 2, characterised by gear means by way of which, in the first coupling condition, a rotation movement
produced by the actuation means is transmitted to the shaft in a stepped-up manner,
wherein preferably the gear or a part of the gear is designed as a planetary gear.
4. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the actuation element is a rotary grip.
5. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the electric motor in the second coupling condition is actively connected to a control
element which has a control surface and with a rotation influences the position and/or
the movement space of at least one blocking means.
6. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the blocking device and/or coupling device has at least two blocking mechanism stages,
wherein an intermediate element is blockable with respect to the housing as the first
blocking mechanism stage and the lock is blockable by the intermediate element as
a second blocking mechanism stage.
7. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the electronics module comprises means for the contact-less receiving and/or sending
of signals.
8. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the electronics module comprises means for receiving and/or sending signals, by way
of the capacitive-resistive coupling.
9. A locking device according to one of the preceding claims, characterised by additional means for receiving electrical energy from an active medium which does
not belong to the lock and is not permanently connected to this, by which means an
operation is possible also in the case of a failure of the energy storage means.
10. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the locking device is movable between the first and the second coupling condition,
by way of a hand movement, for example a translatory displacement of the actuation
element.
11. A locking device according to one of the preceding claims, characterised by means for automatically bringing the device from the first into the second coupling
condition.
12. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that the locking device in the locked condition can be brought in a manner controlled
by the electronics module from a first into a second coupling condition, wherein an
actuation of the actuation element in the first coupling condition effects a charging
of an energy storer for the electronics module and for the electronically controllable
drive, via a generator, and in the second coupling condition effects an unlocking
of the lock.
13. A locking device according to one of the preceding claims, characterised in that disregarding a head part with the actuation element, it has an outer cross section
corresponding to a standardised locking cylinder profile, for example according to
the profile DIN18252.
14. A lock, comprising a locking device according to one of the preceding claims.
15. A lock according to claim 14, characterised in that it is a padlock and has a padlock housing and a shackle, wherein the shackle can
be locked with respect to the padlock housing by way of the locking device.
1. Ensemble de verrouillage pour cadenas, l'ensemble présentant un module électronique
qui reçoit des données d'une unité d'identification et un moteur électrique qui actionne
un dispositif de blocage et/ou d'accouplement par lequel le cadenas peut être verrouillé
et déverrouillé en fonction des données reçues par le module électronique,
caractérisé en ce que
l'ensemble de verrouillage peut être amené dans un premier et dans un deuxième état
d'accouplement, le moteur électrique étant accouplé à l'élément d'actionnement dans
le premier état d'accouplement et fonctionnant comme générateur lors de l'actionnement
de l'élément d'actionnement pour charger un moyen d'accumulation d'énergie pour le
module électronique, et étant accouplé au dispositif de blocage et/ou d'accouplement
dans le deuxième état d'accouplement.
2. Ensemble de verrouillage selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans le premier état d'accouplement, un arbre du moteur électrique coopère avec l'élément
d'actionnement et en ce que dans le deuxième état d'accouplement, il coopère avec un mécanisme de commande qui
a pour effet un blocage et/ou un accouplement.
3. Ensemble de verrouillage selon la revendication 2, caractérisé par des moyens de transmission par lesquels, dans le premier état d'accouplement, un
déplacement de rotation entraîné par le moyen d'actionnement est transféré sur l'arbre
après conversion, la transmission ou une partie de la transmission étant configurées
comme transmissions à planétaires.
4. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'actionnement est une poignée rotative.
5. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans le deuxième état d'accouplement, le moteur électrique coopère avec un élément
de commande qui présente une surface de commande et qui agit sur la position et/ou
l'espace de déplacement d'au moins un moyen de blocage lors d'une rotation.
6. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de blocage et/ou d'accouplement possèdent au moins deux étages du mécanisme
de blocage, un élément intermédiaire servant de premier étage du mécanisme de blocage
pouvant être bloqué par rapport au boîtier et le cadenas pouvant être bloqué par l'élément
intermédiaire comme deuxième étage du mécanisme de blocage.
7. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le module électronique présente des moyens de réception et/ou d'émission de signaux
sans contact.
8. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le module électronique présente des moyens de réception et/ou d'émission de signaux
par couplage capacitif-résistif.
9. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par des moyens supplémentaires de réception d'énergie électrique d'un milieu actif qui
ne fait pas partie du cadenas et qui n'est pas relié en permanence à ce dernier, ce
qui permet un fonctionnement même en cas de défaillance du moyen d'accumulation d'énergie.
10. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de verrouillage peut être déplacé entre le premier état et le deuxième
état d'accouplement par un déplacement manuel, par exemple un déplacement de translation
de l'élément d'actionnement.
11. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par des moyens qui amènent automatiquement l'ensemble du premier au deuxième état d'accouplement.
12. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'à l'état verrouillé, l'ensemble de verrouillage peut être amené d'un premier à un
deuxième état d'accouplement sous la commande du module électronique, l'actionnement
de l'élément d'actionnement dans le premier état d'accouplement ayant pour effet une
recharge de l'accumulateur d'énergie prévu pour le module électronique et l'entraînement
à commande électronique par l'intermédiaire d'un générateur et ayant pour effet le
déverrouillage du cadenas dans le deuxième état d'accouplement.
13. Ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'à l'exception d'une partie de tête qui présente l'élément d'actionnement, il présente
une section transversale extérieure qui correspond à un profil normalisé de cylindres
de serrure, par exemple le profil DIN 18252.
14. Cadenas présentant un ensemble de verrouillage selon l'une des revendications précédentes.
15. Cadenas selon la revendication 14, caractérisé en ce qu'il forme un cadenas de rideau et présente un boîtier de cadenas de rideau et un étrier,
l'étrier pouvant être verrouillé par rapport au boîtier du cadenas de rideau par l'ensemble
de verrouillage.