(19)
(11) EP 2 202 289 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.06.2010  Patentblatt  2010/26

(21) Anmeldenummer: 09013264.8

(22) Anmeldetag:  21.10.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
C11D 3/48(2006.01)
C11D 7/10(2006.01)
C11D 3/02(2006.01)
C11D 17/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(30) Priorität: 23.12.2008 EP 08022331

(71) Anmelder: R3PC DI Roman Reder
4060 Leonding (AT)

(72) Erfinder:
  • Reder, Roman
    4060 Leonding (AT)

(74) Vertreter: Landgraf, Elvira 
Schulfeld 26
4210 Gallneukirchen
4210 Gallneukirchen (AT)

   


(54) Waschhilfsmittel


(57) Die Erfindung betrifft ein Waschhilfsmittel, bzw. einen Waschmittelzusatzstoff enthaltend Silberionen, dadurch gekennzeichnet, dass die Silberionen in Form einer zumindest teilweise löslichen Silberverbindung vorliegen und das Waschhilfsmittel bzw. der Waschmittelzusatzstoff, in gepresster, gespritzter oder spritzgepresster Form in einer Medikamenten-Blisterverpackung verkapselt ist.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Waschhilfsmittel, das bei Anwendung die Keimzahl in der Wäsche reduziert, bzw. die Vermehrung der Keime beim Tragen der gewaschenen Wäsche verhindert.
Die antibakterielle Wirkung von Silberionen ist seit Jahren bekannt. Die Verwendung von Silberteller, -löffel, -becher, ... geht bereits auf die Zeit der Römer zurück. Auch wurden Silbermünzen vor Jahren noch in den Milchbehälter gelegt um ein sauer werden der Milch zu verhindern, bzw. zu verzögern.

[0002] Insbesondere werden Silberionen wie in den Schriften DE 10346387A1 und US 2003/0050212A1, sowie DE 10312617A1 dargestellt insbesondere im Bereich der Hygieneartikel (Bad- und WC-Artikel, Waschhilfsmittel, bzw. Wasch- und Reinigungsmittel) verwendet.

[0003] Mittlerweile gibt es auch kommerzielle Artikel insbesondere im Bereich der Waschmaschinenindustrie und Waschmittelzusatzindustrie. So bietet die Fa. Samsung zur Zeit eine Waschmaschine mit einem speziellen Silber-Programm am Markt an und die Firma smartfiber AG den sogenannten bluemagicball. Beide arbeiten auf dem Prinzip, dass Silber aus Trägerplatten, bzw. TrägerFasern während des Waschvorganges ausgespült werden und so in das Wasser der Waschmaschine gelangen.

[0004] Dort enthalten geht das Silber in die Fasern der Wäsche über und imprägniert somit die Kleidung und stellt damit den antibakteriellen Effekt dar. Eine ausführliche Beschreibung liefert z.B. die Marketingpräsentation der Firma smartfiber AG.

[0005] Des Weiteren werden verschiedene silberkolloidhaltige Lösungen für Desinfektionszwecke angeboten.

[0006] All diese Anwendungen haben den Nachteil, dass einerseits der Anteil an ausgewaschenem Silber nicht exakt bestimmt werden kann und insbesondere bei den Trägersystemen, bei denen keine Silberplatten verwendet werden die Anzahl der abgegebenen Silberatome stetig abnimmt.

[0007] Somit ergibt sich für den Konsumenten ein entweder aufwändiges Hantieren mit den entsprechenden Waschmitteln, bzw. Waschmittelzusätzen, oder die Unsicherheit, genügend Silberionen für die antibakterielle Ausstattung der Kleidung in dem Waschwasser vorliegen zu haben. Zusätzlich verlieren generell alle silberkolloidhaltigen Lösungen im Laufe der Zeit stark von ihrer ursprünglichen Wirkung. Zudem bleibt die Silberionenkonzentration, die für die antibakterielle Wirkung verantwortlich ist, nicht konstant und verringert sich mit der Zeit. Es muss somit mit einer sicherheitshalber viel höheren Silberionenkonzentration gestartet werden.

[0008] Aufgabe der Erfindung war es ein Waschhilfsmittel bereitzustellen, das die Nachteile der oben beschriebenen bekannten Lösungen nicht aufweist, leicht und handlich zu dosieren ist und eine in der Menge gleich bleibende Freisetzung der Silberionen ermöglicht, ohne dass es zu einer Fehldosierung (Über- oder Unterdosierung) kommt.

[0009] Die Vermehrung von Keimen, insbesondere bakteriellen Keimen führt insbesondere bei Schweißbildung zu einer Geruchsentwicklung. Diese Geruchsentwicklung soll durch Anwendung des erfindungsgemäßen Waschhilfsmittels vermieden werden.

[0010] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff enthaltend Silberionen, dadurch gekennzeichnet, dass die Silberionen in Form einer zumindest teilweise löslichen Silberverbindung vorliegen und das Waschhilfsmittel bzw. der Waschmittelzusatzstoff, in gepresster, gespritzter oder spritzgepresster Form in einer Medikamenten-Blisterverpackung sicher verkapselt ist.

[0011] Der Vorteil der hier zugrunde liegenden Erfindung ist einerseits die Verpackung, das heißt die Medikamenten-Blisterverpackung. Durch diese Verpackungsart ist es möglich, dass einerseits eine exakt definierte Menge an Wirksubstanz je Waschvorgang freigesetzt, bzw. zugegeben werden kann.

[0012] Somit ist eine schädliche Über- bzw. Unterdosierung nicht mehr möglich. Zudem kommt dabei das Waschhilfsmittel bzw. der Waschmittelzusatzstoff beim Ausdrücken aus der Verpackung nicht mit der menschlichen Haut in Berührung. Dadurch werden Verfärbungen der Haut, die durch den Kontakt mit Silberionen entstehen können, vermieden.

[0013] Zusätzlich ist durch die Verkapselung der Wirksubstanz in der Blisterverpackung die längere Lagerfähigkeit gegeben. Weiters ist es durch die erfindungsgemäße Ausführung und Form des Waschhilfsmittels, bzw. des Waschmittelzusatzstoffs im Hinblick auf die Verpackungsart gewährleistet, dass der Einsatz der Wirksubstanz gezielt und kontrolliert erfolgen kann.

[0014] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass eine zumindest teilweise lösliche Silberverbindung mit einer Trägersubstanz, vorzugsweise ein mit der Silberverbindung nicht reagierender Hilfsstoff, verwendet wird.

[0015] Als zumindest teilweise lösliche Silberverbindungen kommen nicht komplexierte Silbersalze, beispielsweise Silbernitrat, Silbersulfat, Silberfluorid, Silberacetat und teilweise auch Silberchlorid, welches aber durch seine Lichtempfindlichkeit nicht besonders geeignet ist, in Frage.

[0016] Die Silberverbindungen weisen vorzugsweise eine Löslichkeit von mindestens 0,1 bis 5000 g/l, vorzugsweise 5 bis 2500 g/l in Wasser auf.

[0017] Als Trägersubstanz kommen bevorzugt beispielsweise Waschmittel (Tenside) und deren Hilfs- und Zusatzstoffe wie zum Beispiel Duft-, Farbstoffe, Reduktions- bzw. Oxidationsmittel und Enzyme als auch weniger bevorzugt wasserlösliche Salze, welche keinen negativen Effekt auf die Waschwirkung haben, in Betracht.

[0018] Um eine Verpackung in einer Blisterverpackung zu ermöglichen und gleichzeitig eine saubere Handhabung zu gewährleisten, wird das erfindungemäße Waschhilfsmittel bzw. der Waschmittelzusatzstoff vorzugsweise zu Tabletten verpresst, gespritzt oder spritzgepresst.

[0019] Diese Tabletten können dann einfach in einer Blisterverpackung verpackt werden. Ferner ist durch die kompaktierte Form eine einfache und saubere Handhabung ohne unangenehmes Bröseln. Krümeln oder Stauben gewährleistet.

[0020] Um die Verarbeitung durch Verpressen zu gewährleisten, ist der Zusatz von Presshilfsmitteln bevorzugt. Als Presshilfsmittel kommen beispielsweise Kaliumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, oder verschiedene Zuckerverbindungen (z.B. Dextrose, Maltodextrin, Saccharose, ...) zum Einsatz. Diese Presshilfsmittel beeinflussen die Wirkung der teilweise löslichen Silberverbindung und auch den Waschvorgang nicht negativ.

[0021] Um eine antibakterielle Wirkung zu erzielen ((Hollemann*Wiberg Lehrbuch der Anorganischen Chemie Walter de Gruyter Verlag Berlin*New York) beträgt die Dosierung an nicht komplexierte Silberionen beträgt mindestens 2*10-9 g pro I Wasser. Bevorzugt sollte die Konzentration an Silberionen mindestens 1*10-7, besonders bevorzugt mindestens 1*10-4 g pro I Wasser betragen. Somit ergibt sich eine ideale Konzentration von 0,1-100 mg Silbersalz pro 5I Waschlauge. Das Verhältnis der zumindest teilweise löslichen Silberverbindung zum verwendeten Träger kann jeden gewünschten Wert aufweisen und dient nur der besseren Dosierbarkeit der Wirksubstanz. Als Beispiel kann das Verhältnis je nach verwendeter Gesamtdosiermenge auch 0 (Dosierung der reinen Wirksubstanz) bis zu beispielsweise 1.000.000 (0,1 mg Silbersalz auf einer Gesamtdosiermenge von 100 g) betragen.

[0022] Diese zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen reagieren mit dem im Waschwasser vorhandenen Chloridionen zu Silberchlorid, welches durch sein Löslichkeitsprodukt immer für eine konstante Silberionenkonzentration in der Waschlösung sorgt.

[0023] Somit gibt es weder den Fall einer Über-, noch einer Unterdosierung.

[0024] Der weitere wesentliche Vorteil der hier zugrunde liegenden Erfindung ist, dass die zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen in Wasser in unkomplexierte Silberionen (Ag+) zerfallen können und somit ihre vollständige Wirksamkeit im Waschwasser erzielen können, da komplexierte Silberionen eine wesentlich schwächere desinfizierende Wirkung aufweisen. Dies ist ein wesentlicher Vorteil der hier zugrunde liegenden Erfindung im Vergleich zu den bereits am Markt befindlichen oben beschriebenen Technologien. Überschüssiges Silberchlorid wird auf der Wäsche in deren Fasern deponiert und steht bei erneuter Feuchtigkeitseinwirkung (z.B. durch Schweiß) wieder als antibakteriell wirkendes Silberion zur Verfügung.


Ansprüche

1. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff enthaltend Silberionen, dadurch gekennzeichnet, dass die Silberionen in Form einer zumindest teilweise löslichen Silberverbindung vorliegen und das Waschhilfsmittel bzw. der Waschmittelzusatzstoff, in gepresster, gespritzter oder spritzgepresster Form in einer Medikamenten-Blisterverpackung verkapselt ist.
 
2. Waschhilfsmittel bzw. Waschmittelzusatzstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses, um die Pressbarkeit zu gewährleisten, Presshilfsmittel in einer Konzentration von 10 bis 90 %, vorzugsweise 40 bis 80 % enthält um die Tabletten herstellen (pressen) zu können.
 
3. Waschhilfsmittel bzw. Waschmittelzusatzstoffnach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses, bzw. dieser einzeln dosierbar ist und somit bei jeder Zugabe eine exakt definierte Menge an Wirksubstanz im Waschvorgang freigesetzt wird.
 
4. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoffnach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dieses, bzw. dieser ohne erforderlichen Kontakt mit der menschlichen Haut in den Waschmittelvorratsbehälter der Waschmaschine eingebracht werden kann.
 
5. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen mindestens eine Löslichkeit von 0,1 bis 5000 g/l, vorzugsweise 5 bis 2500 g/l in Wasser aufweisen.
 
6. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Silberionen nicht komplexiert sind, die zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen in Wasser somit in unkomplexierte Silberionen (Ag+) zerfallen können.
 
7. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , dadurch gekennzeichnet, dass dieses, bzw. dieser auch eine Mischung aus verschieden, zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen enthalten kann.
 
8. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass dieses, bzw. dieser keine Schutzkolloide in welcher Form auch immer enthält, bzw. benötigt.
 





Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente