[0001] Die Erfindung betrifft ein Waschhilfsmittel, das bei Anwendung die Keimzahl in der
Wäsche reduziert, bzw. die Vermehrung der Keime beim Tragen der gewaschenen Wäsche
verhindert.
Die antibakterielle Wirkung von Silberionen ist seit Jahren bekannt. Die Verwendung
von Silberteller, -löffel, -becher, ... geht bereits auf die Zeit der Römer zurück.
Auch wurden Silbermünzen vor Jahren noch in den Milchbehälter gelegt um ein sauer
werden der Milch zu verhindern, bzw. zu verzögern.
[0002] Insbesondere werden Silberionen wie in den Schriften
DE 10346387A1 und
US 2003/0050212A1, sowie
DE 10312617A1 dargestellt insbesondere im Bereich der Hygieneartikel (Bad- und WC-Artikel, Waschhilfsmittel,
bzw. Wasch- und Reinigungsmittel) verwendet.
[0003] Mittlerweile gibt es auch kommerzielle Artikel insbesondere im Bereich der Waschmaschinenindustrie
und Waschmittelzusatzindustrie. So bietet die Fa. Samsung zur Zeit eine Waschmaschine
mit einem speziellen Silber-Programm am Markt an und die Firma smartfiber AG den sogenannten
bluemagicball. Beide arbeiten auf dem Prinzip, dass Silber aus Trägerplatten, bzw.
TrägerFasern während des Waschvorganges ausgespült werden und so in das Wasser der
Waschmaschine gelangen.
[0004] Dort enthalten geht das Silber in die Fasern der Wäsche über und imprägniert somit
die Kleidung und stellt damit den antibakteriellen Effekt dar. Eine ausführliche Beschreibung
liefert z.B. die Marketingpräsentation der Firma smartfiber AG.
[0005] Des Weiteren werden verschiedene silberkolloidhaltige Lösungen für Desinfektionszwecke
angeboten.
[0006] All diese Anwendungen haben den Nachteil, dass einerseits der Anteil an ausgewaschenem
Silber nicht exakt bestimmt werden kann und insbesondere bei den Trägersystemen, bei
denen keine Silberplatten verwendet werden die Anzahl der abgegebenen Silberatome
stetig abnimmt.
[0007] Somit ergibt sich für den Konsumenten ein entweder aufwändiges Hantieren mit den
entsprechenden Waschmitteln, bzw. Waschmittelzusätzen, oder die Unsicherheit, genügend
Silberionen für die antibakterielle Ausstattung der Kleidung in dem Waschwasser vorliegen
zu haben. Zusätzlich verlieren generell alle silberkolloidhaltigen Lösungen im Laufe
der Zeit stark von ihrer ursprünglichen Wirkung. Zudem bleibt die Silberionenkonzentration,
die für die antibakterielle Wirkung verantwortlich ist, nicht konstant und verringert
sich mit der Zeit. Es muss somit mit einer sicherheitshalber viel höheren Silberionenkonzentration
gestartet werden.
[0008] Aufgabe der Erfindung war es ein Waschhilfsmittel bereitzustellen, das die Nachteile
der oben beschriebenen bekannten Lösungen nicht aufweist, leicht und handlich zu dosieren
ist und eine in der Menge gleich bleibende Freisetzung der Silberionen ermöglicht,
ohne dass es zu einer Fehldosierung (Über- oder Unterdosierung) kommt.
[0009] Die Vermehrung von Keimen, insbesondere bakteriellen Keimen führt insbesondere bei
Schweißbildung zu einer Geruchsentwicklung. Diese Geruchsentwicklung soll durch Anwendung
des erfindungsgemäßen Waschhilfsmittels vermieden werden.
[0010] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff
enthaltend Silberionen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Silberionen in Form einer zumindest teilweise löslichen Silberverbindung vorliegen
und das Waschhilfsmittel bzw. der Waschmittelzusatzstoff, in gepresster, gespritzter
oder spritzgepresster Form in einer Medikamenten-Blisterverpackung sicher verkapselt
ist.
[0011] Der Vorteil der hier zugrunde liegenden Erfindung ist einerseits die Verpackung,
das heißt die Medikamenten-Blisterverpackung. Durch diese Verpackungsart ist es möglich,
dass einerseits eine exakt definierte Menge an Wirksubstanz je Waschvorgang freigesetzt,
bzw. zugegeben werden kann.
[0012] Somit ist eine schädliche Über- bzw. Unterdosierung nicht mehr möglich. Zudem kommt
dabei das Waschhilfsmittel bzw. der Waschmittelzusatzstoff beim Ausdrücken aus der
Verpackung nicht mit der menschlichen Haut in Berührung. Dadurch werden Verfärbungen
der Haut, die durch den Kontakt mit Silberionen entstehen können, vermieden.
[0013] Zusätzlich ist durch die Verkapselung der Wirksubstanz in der Blisterverpackung die
längere Lagerfähigkeit gegeben. Weiters ist es durch die erfindungsgemäße Ausführung
und Form des Waschhilfsmittels, bzw. des Waschmittelzusatzstoffs im Hinblick auf die
Verpackungsart gewährleistet, dass der Einsatz der Wirksubstanz gezielt und kontrolliert
erfolgen kann.
[0014] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass eine zumindest teilweise
lösliche Silberverbindung mit einer Trägersubstanz, vorzugsweise ein mit der Silberverbindung
nicht reagierender Hilfsstoff, verwendet wird.
[0015] Als zumindest teilweise lösliche Silberverbindungen kommen nicht komplexierte Silbersalze,
beispielsweise Silbernitrat, Silbersulfat, Silberfluorid, Silberacetat und teilweise
auch Silberchlorid, welches aber durch seine Lichtempfindlichkeit nicht besonders
geeignet ist, in Frage.
[0016] Die Silberverbindungen weisen vorzugsweise eine Löslichkeit von mindestens 0,1 bis
5000 g/l, vorzugsweise 5 bis 2500 g/l in Wasser auf.
[0017] Als Trägersubstanz kommen bevorzugt beispielsweise Waschmittel (Tenside) und deren
Hilfs- und Zusatzstoffe wie zum Beispiel Duft-, Farbstoffe, Reduktions- bzw. Oxidationsmittel
und Enzyme als auch weniger bevorzugt wasserlösliche Salze, welche keinen negativen
Effekt auf die Waschwirkung haben, in Betracht.
[0018] Um eine Verpackung in einer Blisterverpackung zu ermöglichen und gleichzeitig eine
saubere Handhabung zu gewährleisten, wird das erfindungemäße Waschhilfsmittel bzw.
der Waschmittelzusatzstoff vorzugsweise zu Tabletten verpresst, gespritzt oder spritzgepresst.
[0019] Diese Tabletten können dann einfach in einer Blisterverpackung verpackt werden. Ferner
ist durch die kompaktierte Form eine einfache und saubere Handhabung ohne unangenehmes
Bröseln. Krümeln oder Stauben gewährleistet.
[0020] Um die Verarbeitung durch Verpressen zu gewährleisten, ist der Zusatz von Presshilfsmitteln
bevorzugt. Als Presshilfsmittel kommen beispielsweise Kaliumchlorid, Natriumhydrogencarbonat,
oder verschiedene Zuckerverbindungen (z.B. Dextrose, Maltodextrin, Saccharose, ...)
zum Einsatz. Diese Presshilfsmittel beeinflussen die Wirkung der teilweise löslichen
Silberverbindung und auch den Waschvorgang nicht negativ.
[0021] Um eine antibakterielle Wirkung zu erzielen ((Hollemann*Wiberg Lehrbuch der Anorganischen
Chemie Walter de Gruyter Verlag Berlin*New York) beträgt die Dosierung an nicht komplexierte
Silberionen beträgt mindestens 2*10-9 g pro I Wasser. Bevorzugt sollte die Konzentration
an Silberionen mindestens 1*10-7, besonders bevorzugt mindestens 1*10-4 g pro I Wasser
betragen. Somit ergibt sich eine ideale Konzentration von 0,1-100 mg Silbersalz pro
5I Waschlauge. Das Verhältnis der zumindest teilweise löslichen Silberverbindung zum
verwendeten Träger kann jeden gewünschten Wert aufweisen und dient nur der besseren
Dosierbarkeit der Wirksubstanz. Als Beispiel kann das Verhältnis je nach verwendeter
Gesamtdosiermenge auch 0 (Dosierung der reinen Wirksubstanz) bis zu beispielsweise
1.000.000 (0,1 mg Silbersalz auf einer Gesamtdosiermenge von 100 g) betragen.
[0022] Diese zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen reagieren mit dem im Waschwasser
vorhandenen Chloridionen zu Silberchlorid, welches durch sein Löslichkeitsprodukt
immer für eine konstante Silberionenkonzentration in der Waschlösung sorgt.
[0023] Somit gibt es weder den Fall einer Über-, noch einer Unterdosierung.
[0024] Der weitere wesentliche Vorteil der hier zugrunde liegenden Erfindung ist, dass die
zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen in Wasser in unkomplexierte Silberionen
(Ag+) zerfallen können und somit ihre vollständige Wirksamkeit im Waschwasser erzielen
können, da komplexierte Silberionen eine wesentlich schwächere desinfizierende Wirkung
aufweisen. Dies ist ein wesentlicher Vorteil der hier zugrunde liegenden Erfindung
im Vergleich zu den bereits am Markt befindlichen oben beschriebenen Technologien.
Überschüssiges Silberchlorid wird auf der Wäsche in deren Fasern deponiert und steht
bei erneuter Feuchtigkeitseinwirkung (z.B. durch Schweiß) wieder als antibakteriell
wirkendes Silberion zur Verfügung.
1. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff enthaltend Silberionen, dadurch gekennzeichnet, dass die Silberionen in Form einer zumindest teilweise löslichen Silberverbindung vorliegen
und das Waschhilfsmittel bzw. der Waschmittelzusatzstoff, in gepresster, gespritzter
oder spritzgepresster Form in einer Medikamenten-Blisterverpackung verkapselt ist.
2. Waschhilfsmittel bzw. Waschmittelzusatzstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses, um die Pressbarkeit zu gewährleisten, Presshilfsmittel in einer Konzentration
von 10 bis 90 %, vorzugsweise 40 bis 80 % enthält um die Tabletten herstellen (pressen)
zu können.
3. Waschhilfsmittel bzw. Waschmittelzusatzstoffnach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses, bzw. dieser einzeln dosierbar ist und somit bei jeder Zugabe eine exakt definierte
Menge an Wirksubstanz im Waschvorgang freigesetzt wird.
4. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoffnach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dieses, bzw. dieser ohne erforderlichen Kontakt mit der menschlichen Haut in den
Waschmittelvorratsbehälter der Waschmaschine eingebracht werden kann.
5. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen mindestens eine Löslichkeit
von 0,1 bis 5000 g/l, vorzugsweise 5 bis 2500 g/l in Wasser aufweisen.
6. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Silberionen nicht komplexiert sind, die zumindest teilweise löslichen Silberverbindungen
in Wasser somit in unkomplexierte Silberionen (Ag+) zerfallen können.
7. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , dadurch gekennzeichnet, dass dieses, bzw. dieser auch eine Mischung aus verschieden, zumindest teilweise löslichen
Silberverbindungen enthalten kann.
8. Waschhilfsmittel, bzw. Waschmittelzusatzstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass dieses, bzw. dieser keine Schutzkolloide in welcher Form auch immer enthält, bzw.
benötigt.