[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Deckel für einen verschließbaren Mischbehälter
für eine Farbspritzpistole, wobei der Deckel mit einer Belüftungsöffnung versehen
ist.
[0002] Ein Deckel für einen verschließbaren Mischbehälter für eine Farbspritzpistole, wobei
der Deckel mit einer Belüftungsöffnung versehen ist, ist beispielsweise aus der
FR 2468412 A bekannt.
[0003] Ferner offenbart die
DE 298 25 119 U1 einen Deckel für einen verschließbaren Mischbehälter für eine Farbspritzpistole,
wobei dieser bekannte Deckel als Einwegdeckel ausgebildet ist und auf den offenen
Mischbehälter aufgesetzt wird, der in seinem Boden ein Luftloch hat und mit einer
in den Behälter passenden Einwegeinlage versehen ist. Der Einweckdeckel wird in das
offene Ende der Einwegeinlage eingedrückt und seine Mittelöffnung ist mit einem Verbindungsrohr
mit Bajonettverbindung verbunden.
[0004] Ein weiterer Deckel für einen verschließbaren Mischbehälter für eine Farbspritzpistole
ist aus der
DE 10 2004 007 733 A1 bekannt, welcher einen Anschlussteil aufweist, um einen Fließbecher auf eine Farbspritzpistole
oder einen Adapter aufzusetzen, wobei der Behälter eine mittels eines Ventils verschließbare
Belüftungsöffnung aufweist.
[0005] Bis zum heutigen Tage ist es gängige Praxis, nach erfolgter Benutzung einer Lackierpistole,
diese und den Becher aufwändig mit Lösemitteln (Chlorkohlenwasserstoffe) zu reinigen
bzw. abzuspülen. Dadurch fallen viele Millionen Liter verunreinigter Lösemittel (Reinigungsverdünnungen)
an. Da der Farbbecher die größten mit Farbe benetzen Flächen hat, entfällt ca. 90%
des Reinigungsverdünnungsaufwandes auf den Becher.
[0006] Es gibt ein sog. Tütensystem. Hierbei wird ein Becher mit sehr dünner Wandung (ähnlich
einer Tüte) in einen Mehrwegbecher gesteckt. Danach wird ein Deckel auf dieses System
geschraubt und anschließend kopfüber mit der Pistole verbunden. Beim Lackieren entsteht
nun ein Unterdruck in der "Tüte" und dieser zieht diese zusammen. Dieses System hat
zwei entscheidende Nachteile. Erstens benötigt man einen zusätzlichen Mischbecher,
um die verschiedenen Lackkomponenten zusammen zu mischen. Hierdurch entstehen weitere
Kosten und es müssen 2 Becher entsorgt bzw. recycelt werden. Zweitens verändert sich
das Spritzbild der Lackierpistole durch den Unterdruck, der in der "Tüte" entsteht.
Das heißt, je mehr sich die "Tüte" zusammenzieht, desto weniger Farbe kommt aus der
Pistole.
[0007] Weiterhin wird ein Mischbechersystem praktiziert:, bei dem ein spezieller Farbmischbecher
als Basis dient, in dem die Farbkomponenten gemischt werden. Dieser Farbmischbecher
wird mit einem Deckel versehen, kopfüber gedreht und mit der Lackierpistole verbunden.
Beim Lackieren entsteht nun ein Unterdruck im Becher. Dieser verhindert, dass die
Farbe homogen zur Pistole fließt und daher ist ein manuelles Ventil am Becherboden
angeordnet. Dieses Ventil muss der Lackierer entweder öffnen (wenn er lackieren will)
oder schließen (wenn er den Becher zurück auf seinen Boden stellt). Dies wird oft
vergessen so dass entweder Lack aus dem Becher läuft oder die Lackierpistole zu stottern
anfängt. Die Produktionskosten sind bei diesem System sehr hoch.
[0008] Hier nun soll die vorliegende Erfindung Abhilfe schaffen und diese soll folgende
Kriterien erfüllen:
- Sie muss günstig in der Herstellung der erforderlichen Teile sein.
- Sie darf kein manuelles Ventil benötigen.
- Sie muss auf vorhandene Mischbechersysteme anwendbar sein.
- Sie darf nicht von einem Unterdruck abhängig sein, der das Spritzbild verändert.
[0009] Erreicht wird dies durch die vorliegende Erfindung gemäß dem Patentanspruch. nämlich
durch einen Deckel für einen verschließbaren Mischbehälter für eine Farbspritzpistole,
wobei der Deckel mit einer Belüftungsöffnung versehen ist, der dadurch gekennzeichnet
ist, dass die Belüftungsöffnung als Labyrinthdichtung mit drei ineinander gesteckten
den Durchgang von Luft zulassenden Zylindern ausgebildet ist.
[0010] Bei bevorzugten Ausführungsformen sind an mindestens einer der einander benachbarten
Mantelflächen der zusammengesteckten Zylinder Nuten oder Rinnen ausgebildet, und insbesondere
sind diese uten oder Rinnen in Axialrichtung der Zylinder ausgerichtet.
[0011] Im Einzelnen: Der Deckel wird einfach auf vorhandene Mischbechersysteme geklippt.
Dieser Deckel hat ein Belüftungssystem, welches sehr einfach in der Produktion ist,
aber großen Nutzen in der täglichen Anwendung hat. Der Lackierer braucht sich keine
Gedanken über geschlossene oder geöffnete Ventile zu machen. Nachdem der Mischbecher
mit dem Deckel versehen wurde, wird auch dieser kopfüber umgedreht und auf die Lackierpistole
gesteckt. Über einen speziellen Belüftungskanal gelangt nun der atmosphärische Druck
in den Becker. Die Besonderheit dabei ist, dass keine Farbe beim "Umdrehvorgang" aus
dem Belüftungskanal austreten kann. Hierzu wurde eine neuartige Kanalgeometrie ersonnen,
die im Wesentlichen wie eine Labyrinthdichtung wirkt.
[0012] Zylindrische Labyrinthdichtungen in Belüftungsöffnungen sind an sich bekannt, jedoch
nicht im Zusammenhang mit für Farbspritzpistolen vorgesehene Mischbehälter-Deckel.
So sind Labyrinthdichtungen an einem Entlüftungsschlitz eines spritzwasser- und explosionssicheren
Entlüfters für Getriebe bekannt (
DD 73 432 A). Weiterhin gibt es einen Benzintankverschluss (
DD 6851 A), der mittels eines Querstückes an dem Tankeinfüllstutzen befestigt wird und der
der Außenluft über eine Labyrinthdichtung den Eintritt in den Tank gestattet.
[0013] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen beispielsweise erläutert.
- Figur 1
- der Zeichnung zeigt eine Querschnittsansicht durch einen Deckel für einen Mischbecher
von Farbspritzpistolen.
- Figur 2
- zeigt Einzelheiten der Labyrinthdichtung
[0014] Mit 10 ist der im Wesentlichen kegelförmige Deckel bezeichnet. Es handelt sich um
einen rotationssymmetrischen Teil. Im Randbereich sind die Teile zu erkennen, die
auf den nicht gezeigten Mischbecher aufgesetzt werden. Mit 9 ist derjenige Teil bezeichnet,
der mit der Farbspritzpistole verbunden werden kann.
[0015] Bei der vorliegenden Erfindung ist am Deckel 10 eine in den Innenraum des Mischbechers
gehende Doppelzylinderanordnung gezeigt. Es ist ein äußerer Zylinder 11 vorgesehen,
der mit dem Deckel einstückig ausgebildet ist. Im Inneren dieses größeren Zylinders
11 befindet sich ein kleinerer Zylinder 12, der ebenfalls mit dem Deckel 10 einstückig
ausgebildet ist. Der Innenzylinder 12 ist nach oben hin geöffnet.
[0016] Am unteren Ende der beiden Zylinder 11 und 12 ist ein Steckteil 13 angeordnet, der
einen nach oben stehenden zylindrischen Teil 14 aufweist. Dieser Teil 14 erreicht
nicht die gleiche axiale Länge, wie die Zylinder 11 und 12. Er ist in seiner Wanddicke
so dimensioniert worden, dass er in den Zwischenraum zwischen den Zylindern 11 und
12 mit etwas Spiel eingeführt werden kann. Der Zylinderteil 14 ist mit einem Deckelteil
13 ausgebildet, der den Innenraum des Zylinders 12 nach unten hin abschließt, jedoch
nicht vollständig. Luft könnte über den Innenzylinder 12 am unteren Ende dieses Zylinders
12 in den Zwischenraum zwischen den Zylindern 11 und 12 gelangen, also dort, wo sich
der Zylinder 14 befindet. Luft, die nun von unten her nach oben, bei Blickrichtung
der Figur, den Zylinder 14 passiert hat, kann nun wiederum nach unten austreten, und
da der Deckel 13 so ausgebildet ist, dass wiederum am unteren Ende Luft in den Innenraum
20 des nicht gezeigten Mischbechers gelangen kann, ist also eine Luftverbindung vom
Außenraum des Mischbechers bzw. Deckels 10 in den Innenraum 20 des Mischbechers gegeben.
Dieser Luftübergang ist ohne weiteres möglich, sofern die einzelnen Abmessungen hinreichend
gering dimensioniert worden sind. Farbflüssigkeit jedoch, die sich im Innenraum 20
befindet, kann diesen Weg nach außen nicht zurücklegen. Einerseits, weil im Betrieb
ein entsprechender Unterdruck vorhanden ist und andererseits weil die Viskosität der
Flüssigkeit diesen Weg nicht zulässt. Höchstens ein gewisses kleines Stück könnte
Flüssigkeit in den Zwischenraum zwischen den äußeren Zylinder 11 und dem Außenraum
des Zylinders 14 gelangen, was jedoch von untergeordneter Bedeutung ist.
[0017] Die Strömungsverhältnisse sind am besten aus der Figur 2 zu erkennen, wobei es sich
hier um eine schematische Darstellung handelt, nicht jedoch um die Wiedergabe der
tatsächlichen Verhältnisse.
[0018] An mindestens einer der einander benachbarten Mantelflächen der zusammengesetzten
Zylinder können Nuten oder Rinnen ausgebildet sein und insbesondere können die Nuten
oder Rinnen in Axialrichtung der Zylinder ausgerichtet sein.
1. Deckel für einen verschließbaren Mischbehälter für eine Farbspritzpistole, wobei der
Deckel mit einer Belüftungsöffnung versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Belüftungsöffnung als Labyrinthdichtung mit drei ineinander gesteckten den Durchgang
von Luft zulassenden Zylindern (11, 12, 14) ausgebildet ist.
2. Deckel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer der einander benachbarten Mantelflächen der zusammengesteckten
Zylinder Nuten oder Rinnen ausgebildet sind.
3. Deckel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten oder Rinnen in Axialrichtung der Zylinder ausgerichtet sind.
1. Cover for a closable mixing container for a paint spray gun, wherein the cover is
provided with a ventilation opening, characterised in that the ventilation opening is designed as a labyrinth seal with three cylinders (11,
12, 14) fitted into one another which allow the passage of air.
2. Cover according to claim 1, characterised in that grooves or channels are formed on at least one of the adjacent casing surfaces of
the fitted together cylinders.
3. Cover according to claim 2, characterised in that the grooves or channels are aligned in the axial direction of the cylinders.
1. Couvercle pour un récipient mélangeur verrouillable d'un pistolet pulvérisateur de
peinture, le couvercle étant pourvu d'un orifice de ventilation, caractérisé en ce que l'orifice de ventilation est réalisé comme une garniture en labyrinthe avec trois
cylindres (11, 12, 14) emboîtés les uns dans les autres, autorisant le passage d'air.
2. Couvercle selon la revendication 1, caractérisé en ce que des rainures ou des rigoles sont réalisées sur au moins l'une des surfaces enveloppes
contiguës les unes aux autres des cylindres emboîtés.
3. Couvercle selon la revendication 2, caractérisé en ce que les rainures ou les rigoles sont orientées dans le sens axial des cylindres.