[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten der Oberfläche eines Leichtmetallsubstrates,
insbesondere Aluminium und Magnesium mit einer Schicht, die sich durch eine vorteilhafte
Kombination von Kratzfestigkeit. Dehnbarkeit und Korrosionsschutzwirkung auszeichnet,
sowie beschichtete Leichtmetallsubstrate.
[0002] Unbehandelte Oberflächen von Gegenständen (beispielsweise Halbzeuge) aus Leichtmetallen,
insbesondere aus Aluminium (einschließlich Aluminiumlegierungen) oder Magnesium (einschließlich
Magnesiumlegierungen) weisen insbesondere in bestimmten Medien, wie z.B. Laugen oder
Säuren, eine starke Korrosionsanfälligkeit auf. Zudem ist ihre mechanische Stabilität
vergleichsweise gering. Daher werden insbesondere Aluminiumoberflächen (ggf. durch
eine chemische, elektrochemische oder mechanische Vorbehandlung veredelt) häufig durch
Eloxieren (Eloxal-Verfahren. anodische Oxidation. Anodisation) behandelt. Hierdurch
wird die oberste Schicht des Metalls kontrolliert in eine Oxidschicht umgewandelt.
Entsprechende eloxierte Oberflächen verfügen aufgrund der Transparenz der erzeugten
Oxidschicht über einen metallischen Glanz und sind gegenüber nichtbehandelten Oberflächen
in gewisser Weise gegen Korrosion und Verkratzen geschützt. Eloxalschichten besitzen
typischerweise eine offenporige Oberflächenstruktur. In die Poren können optional
Farbstoffe eingelagert werden. Häufig werden die Öffnungen der Eloxalporen durch Verdichten
verschlossen. Hierzu wird üblicherweise Aluminiumoxidhydrat in der Pore gebildet.
was den Korrosionsschutz und die Langlebigkeit verbessert. Eloxalschichten bilden
einen integralen Bestandteil des Aluminiums und blättern bzw. platzen daher nicht
ab.
[0003] Nachteilig an Eloxalschichten ist jedoch ihre geringe Dehnbarkeit. Typisch ist eine
Rissdehnung (crack-onset-strain. Dehnung bis Mikroriss) von etwa 0.4%. die somit schlechter
ist als bei unbehandelten Aluminium. Dies bedeutet bei der Verarbeitung von entsprechenden
Bauteilen aus Aluminium bzw. Aluminiumlegierungen (Aluminiumsubstraten). beispielsweise
im Fall von Automobilzierleisten. eine starke Einschränkung. Bereits eine leichte
Biegung, etwa aufgrund eines Festhaltens einer mindestens 1 m langen Zierleiste an
nur einem Ende. verursacht Haarrisse in einer Eloxalschicht. Solche Risse treten auch
regelmäßig auf, wenn ein solches Bauteil aus Arbeitshöhe auf den Boden fällt. Haarrisse
beobachtet man auch bei einer Erwärmung auf über ca. 100°C. wie sie regelmäßig etwa
beim Schweißen oder Warmbiegen auftritt. Bei einem solchen Temperaturanstieg verändert
sich das Materialgefüge, was beim Eloxieren sichtbar werden und zu undekorativem Aussehen
führen kann. An den Stellen, an denen Haarrisse verlaufen, versagt insbesondere die
Korrosionsschutzwirkung der Eloxalschicht.
[0004] Weiterhin wird zwar durch das Eloxieren die Korrosionsbeständigkeit der Oberfläche
eines Aluminiumsubstrates gegenüber dem unbehandelten Aluminiumsubstrat verbessert.
jedoch ist sie nicht für alle Anwendungsgebiete ausreichend. Insbesondere gegen den
Angriff von starken Basen (pH etwa 13.5 oder höher) schützen Eloxalschichten nur unzureichend.
Dies hat dazu geführt. dass Eloxaloberflächen in einigen technischen Anwendungsbereichen
wie z.B. der Automobilindustrie nicht mehr das aktuelle Anforderungsprofil erfüllen.
Die Kratzfestigkeit einer Eloxaloberfläche ist zwar gegenüber der Oberfläche eines
unbehandelten Aluminiumsubstrates erhöht, jedoch nicht in einem für alle Anwendungsgebiete
ausreichenden Maße (z.B. nicht für Zierleisten. Abdeckungen. Lampen. Beschläge und
Maschinenteile der Lebensmittelverarbeitung).
[0005] Ein Beispiel für eine vielfältige Oberflächenbeanspruchung. der eine durch ein Eloxalverfahren
behandelte Oberfläche oftmals nicht gewachsen ist. ist wiederum im Automobilbereich
zu finden, und zwar etwa im Fall von Aluminiumfelgen. Sollen derartige Felgen. um
ihren metallischen Glanz zu erhalten, nach einer Politur nicht lackiert werden so
ist ein Verfahren zum Erzeugen von Beschichtungen notwendig, welche das optische Erscheinungsbild
kaum oder nicht verändern. einen guten Korrosionsschutz bieten, bei mechanischer Druck-
und Zugbeanspruchung nicht zur Rissbildung neigen, eine hohe Kratzfestigkeit aufweisen.
bei lokaler Zerstörung nicht unterwandert werden, gegenüber Laugen und Reinigungsmittel
möglichst unempfindlich sind. die Oberfläche gut nachbilden sowie eine hohe Temperaturbeständigkeit
und gegebenenfalls ein schmutzabweisendes Oberflächenverhalten aufweisen, so dass
sich z.B. kein Bremsstaub festsetzen kann.
[0006] Dokument
EP0752483A1 offenbart ein Verfahren zum Abscheiden von siliziumhaltigen, kratzfesten Schutzschichten
auf Substraten. Die Abscheidung erfolgt mittels eines Plasma-CVD Verfahrens wobei
die Umsetzung des siliziumhaltigen Gases (z.B. HMDSO) zu SiO
2 nicht quantitativ läuft.
[0007] Weitere Verfahren zur kratzfesten Beschichtung von Oberflächen sind aus den Dokumenten
WO00/47290 und
US5846649 bekannt.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es. ein Verfahren anzugeben. mit dem auf einem
Aluminiumsubstrat eine Schutzschicht erzeugt werden kann, die einige oder alle der
oben beschriebenen Nachteile von Eloxalschichten nicht oder zumindest nur in verringertem
Ausmaß aufweist. Insbesondere sollte eine solche Schicht eine verbesserte Rissdehnung
aufweisen. Weiterhin ist eine verbesserte chemische Stabilität gegenüber alkalischen
Medien sowie generell eine verbesserte Korrosionsschutzwirkung im Vergleich zu Eloxalschichten
erstrebenswert. Weiterhin sollte eine solche Schicht eine im Vergleich zu Eloxalschichten
verbesserte Kratzfestigkeit besitzen und in einem wirtschaftlich vorteilhaften Prozess,
insbesondere mit einer verhältnismäßig hohen Geschwindigkeit, hergestellt werden können.
[0009] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass diese Aufgabe gelöst wird durch ein Verfahren
zum Beschichten der Oberfläche eines Leichtmetallsubstrates, mit folgenden Schritten:
- A. Bereitstellen des Leichtmetallsubstrates und gegebenenfalls Säubern der zu beschichtenden
Substratoberfläche.
- B. Beschichten der gegebenenfalls in Schritt A gesäuberten Substratoberfläche in einem
Plasmapolymerisationsreaktor mittels Plasmapolymerisation, wobei
- in Schritt B als Precursor(en) für das Plasma eine oder mehrere siliciumorganische
sowie (a) keine weiteren oder (b) weitere Verbindungen eingesetzt werden und
- in Schritt B das Leichtmetallsubstrat im Plasmapolymerisationsreaktor so angeordnet
wird, dass es (i) sich zwischen der Zone, in der das Plasma gebildet wird, und der
Kathode befindet oder (ii) als Kathode wirkt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren so geführt wird, dass die durch das Verfahren
hergestellte Beschichtung
- einen durch Messung mittels XPS bestimmbaren Anteil von Kohlenstoff von 5 bis 20 Atom-%,
vorzugsweise 10 bis 15 Atom-%, bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung
enthaltenen Kohlenstoff-, Silicium- und Sauerstoffatome,
- einen nach ASTM D 1925 bestimmten Gelbindex (Yellow Index) von ≤ 3, vorzugsweise 2.5
und
- eine mittels Nanoindentation zu messende Härte im Bereich von 2.5 bis 6 GPa, vorzugsweise
3.1 bis 6 GPa
aufweist.
[0010] Leichtmetall im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein metallischer Werkstoff mit
einer speziellen Dichte von maximal 4.5 g/cm
3. Dazu gehören insbesondere Magnesium, Aluminium, Beryllium und Titan sowie deren
Legierungen. Bevorzugte Leichtmetallsubstrate sind Magnesiumsubstrate und insbesondere
Aluminiumsubstrate.
[0011] Eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Beschichtung zeichnet sich
durch eine bisher unbekannte vorteilhafte Kombination von Eigenschaften aus, die bislang
als nicht miteinander vereinbar betrachtet wurden. nämlich gute Kratz- und Korrosionsfestigkeit
bei hoher Dehnbarkeit (Rissdehnung vorzugsweise größer oder gleich 1%. insbesondere
größer oder gleich 1.5%). Zudem können durch das erfindungsgemäße Verfahren auch eine
gute Substrathaftung. gute optische Transparenz im sichtbaren Bereich und/oder eine
hohe Schichtdickenhomogenität erreicht werden.
[0012] Beschichtungen mit einem Gelbindex von 2.5 oder darunter weisen in der Regel keine
für das menschliche Auge feststellbare Gelbfärbung auf. Bei Beschichtungen, die als
Ersatz für Eloxalschichten vorgesehen sind, ist jedoch auch eine minimale Gelbfärbung
wie bei einem Gelbindex im Bereich von über 2.5 bis 3 tolerierbar. Der Gelbindex wird
weiterhin wesentlich von dem Anteil an Si-H-Bindungen in der mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Beschichtung bestimmt, der wie weiter unten ausgeführt für
das Erzielen von günstigen Bereichen von Härte und Elastizität und damit für das Erreichen
der vorteilhaften Eigenschaftskombination entscheidend ist.
[0013] Eine weitere wichtige Kenngröße ist der Kohlenstoffanteil in der mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Beschichtung, der durch den Anteil an organischen Gruppen
beeinflusst wird. Dieser wiederum ist ebenso wichtig für die Härte und Elastizität
der Beschichtung, die ebenfalls für das Erreichen der vorteilhaften Eigenschaftskombination
erwünscht ist. Durch eine hohe Elastizität der Beschichtung kann diese z.B. zusammen
mit dem beschichteten Gegenstand gedehnt werden, ohne dass es zu einer Rissbildung
kommt. Bei sehr hoher Elastizität der Beschichtung kann das Substrat sogar plastisch
verformt werden, ohne dass die Beschichtung geschädigt wird. Hierdurch werden Umformprozesse
des beschichteten Materials in gewissem Rahmen möglich.
[0014] Bei den durch das erfindungsgemäße Verfahren herstellbaren Beschichtungen sind im
Vergleich zu den für Aluminium typischen Eloxalschichten die Kratzfestigkeit, die
Rissdehnung und die Korrosionsschutzeigenschaften verbessert. Die Kratzfestigkeit
der Schichten ist in vielen Fällen vergleichbar mit der von Glasoberflächen. Es stellte
sich erstaunlicherweise heraus, dass es durch Einsatz des erfindungsgemäßen (trockenchemischen)
Verfahrens möglich ist, gänzlich auf das (nasschemische) Eloxieren zu verzichten.
Dies ist vorteilhaft, da das Eloxieren wegen des hohen Energieeinsatzes ein teures
und aus Umweltgesichtspunkten problematisches Verfahren ist. Zudem stellt das erfindungsgemäße
Verfahren geringere Ansprüche an die Qualität des Aluminiumsubstrats. da es nicht
notwendig ist. Material in Eloxalqualität einzusetzen. Es kann jedoch auch eine Eloxaloberfläche
beschichtet werden, was insbesondere im Fall von gefärbten Eloxalschichten wünschenswert
sein kann. Hierbei werden insbesondere die Kratzfestigkeit und die Korrosionsschutzeigenschaften
verbessert. Zudem können an der Beschichtungsoberfläche schmutzabweisende (niederenergetische)
Oberflächeneigenschaften eingestellt werden. Die erzielbare Schichteigenschaftsfunktion
ist nicht nur als Eloxalersatz von Interesse. sondern auch für die generelle Beschichtung
von Leichtmetallen.
[0015] Aus der
DE 197 48 240 A1 ist ein Verfahren zur korrosionsfesten Beschichtung von Metallsubstraten, insbesondere
aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen, mittels Plasmapolymerisation bekannt. Als
Precursor(en) wird wenigstens eine kohlenwasserstoff- oder siliciumorganische Verbindung
eingesetzt. In der
DE 197 48 240 A1 finden sich keine Angaben zum Anteil der Kohlenstoffatome in den hergestellten plasmapolymeren
Beschichtungen oder zu deren Gelbindex. Die dort offenbarten Schichten schützen die
Oberfläche gut vor Korrosion, ohne sie optisch zu verändern. Eine Einschränkung ist
jedoch ihre geringe Kratzfestigkeit. Das dort offenbarte Verfahren ist aufgrund der
geringen Abscheideraten nicht geeignet, wirtschaftlich höhere Schichtdicken herzustellen,
wie sie für Kratzschutz-Beschichtungen notwendig sind. Außerdem stellt es sehr hohe
Anforderungen an die Oberflächenrauhigkeit des Substrates.
[0016] In der
WO 03/002269 A2 sind Artikel, umfassend ein Substrat und eine flächig mit dem Substrat verbundene
plasmapolymere. O, C und Si umfassende Beschichtung offenbart. in der die Stoffmengenverhältnisse
von O zu Si und C zu Si jeweils in bestimmten Bereichen liegen und die sich leicht
reinigen lässt. Die dort offenbarten Beschichtungen besitzen jedoch mit mindestens
25 Atom-% einen höheren Kohlenstoffanteil als die durch das erfindungsgemäße Verfahren
herstellbaren Beschichtungen und weisen nicht die oben genannte Kombination von günstigen
Eigenschaften auf. Auch ist nichts über den einzustellenden Gelbindex gesagt.
[0017] Domingues et al. (2002) Electrochimica Acta 47, 2253-2258 offenbart eine Aluminiumlegierung mit einer plasmapolymeren Beschichtung, die einen
gewissen Korrosionsschutz bewirkt (nachgewiesen durch elektrochemische Impedanzspektroskopie).
Der offenbarten Beschichtung fehlt jedoch insbesondere die gute Kratzfestigkeit und
die hohe Dehnbarkeit, wie sie der erfindungsgemäßen Beschichtung zu eigen sind. Weiterhin
zeichnet sie sich durch eine hohe Wasseraufnahme aus, vergleichbar mit der von organischen
Beschichtungen. Domingues et al. enthält keine Informationen hinsichtlich einer Gelbfärbung
oder hinsichtlich des Kohlenstoffanteiles. Aufgrund der Verfahrensführung (Verhältnis
der Gasflüsse von Sauerstoff zum siliciumorganischen Precursor etwa 23 : 1; Näheres
zum Einfluss dieser Parameter s. unten) hat die in Domingues et al. offenbarte Beschichtung
einen geringeren Kohlenstoffanteil als die durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellte
Beschichtung.
[0018] In der
EP 0 748 259 B1 sind Beschichtungen für weiche Substrate offenbart. Es ist nicht offenbart, dass
die Beschichtungen geeignet sein könnten, um Aluminiumsubstrate vor Korrosion zu schützen.
Die in der
EP 0 748 259 B1 offenbarten Beschichtungen, die einen Gelbindex von ≤ 3 aufweisen. haben jedoch eine
Nanoindentations-Härte von unter 2.5 GPa.
[0019] Ferner wird keine Lehre gegeben die Menge an nicht stoiöchiometrischem Silizium und
damit die Bildung von Si-H zu kontrollieren, um besonders harte (gut vernetzte), dehnfähige
Schichten bei geringer Gelbfärbung zu erzeugen. Die optimierte Vernetzung sorgt für
ein optimiertes Korrosionsschutzverhalten.
[0020] Dickschichtverfahren. z.B. der Auftrag von Lacken oder Sol-Gel-Beschichtungen, können
zwar die notwendige Korrosionsbeständigkeit erzielen, jedoch verändern sie das optische
Erscheinungsbild. Dieser Effekt wird im Fall von Unregelmäßigkeiten wie etwa bei mechanischer
Beschädigung oder mangelnder Haftung der Dickschichten noch verstärkt.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren ist in der Lage, den Bedarf an einem preiswerten Verfahren
zum Erzeugen einer Dünnschicht zu decken, welche die Oberflächenfarbe des Aluminiums
nicht verändert (keine Eigenfarbe und somit im sichtbaren Bereich eine hinreichend
hohe Transmission besitzt), welche die Oberflächenstruktur (z.B. poliert, geschliffen,
mattiert) nachbildet, so dass kein "Lackglanz" entsteht, welche neben einer hohen
Korrosionsstabilität eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit (Kratzfestigkeit.
Dehnbarkeit) besitzt und welche auch bei komplexen Geometrien eine hohe Schichtdickengleichmäßigkeit
aufweist.
[0022] Durch Variation von Verfahrensparametern lassen sich die Schichteigenschaften in
weiten Grenzen wie im Folgenden beschrieben einstellen.
[0023] Eine Erhöhung des Self-Bias erhöht hierbei die Härte der Schicht, ihre optische Absorption
im sichtbaren Bereich (und damit den Gelbindex) und ihre Korrosionsschutzwirkung.
[0024] Durch Einstellung der Härte der durch das erfindungsgemäße Verfahren herstellbaren
Beschichtungen ist es dem Fachmann möglich, hinsichtlich der Kratzfestigkeit der Beschichtung
ein Optimum zu erzielen: Ist die Härte zu gering, so ist die abgeschiedene plasmapolymere
Schicht nicht genügend kratzfest. Bei zu großer Härte nimmt die Kratzfestigkeit jedoch
ebenfalls ab, da die Schicht dann zu spröde wird. Allgemein wird die Kratzfestigkeit
der Schicht durch die geeignete Auswahl von Schichtdicke und - zusammensetzung bestimmt.
Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, das so geführt wird, dass die durch
das Verfahren hergestellte Beschichtung eine Bleistifthärte von 4H oder höher aufweist,
bestimmt nach ASTM D 3362. Die Messung der Härte mittels Nanoindentation ist im Beispiel
2 erläutert.
[0025] Bei der Einstellung des Self-Bias ist auch die Zusammensetzung des Gasgemisches zu
berücksichtigen. aus dem das Plasma erzeugt wird. So ist etwa bei einer hohen Molekülmasse
eines Precursors im Allgemeinen ein niedrigerer Self-Bias zu wählen als bei einer
geringen. Je leichter sich ein Precursor ionisieren lässt, desto geringer muss die
Plasmaleistung sein. um einen bestimmten Self-Bias zu erreichen. Bei einer hohen elektrischen
Leitfähigkeit des Plasmas wird eine geringe Plasmaleistung benötigt, um einen vorgegebenen
Self-Bias zu erzielen.
[0026] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, wobei während Schritt B eine Regelung
erfolgt. so dass der Self-Bias im Bereich von 50 bis 1000 V, vorzugsweise im Bereich
von 100 bis 400 V, bevorzugt im Bereich von 100 bis 300 V, liegt.
[0027] Der Self-Bias kann z.B. bei gleichbleibender Plasmaleistung verringert werden, indem
die Plasmaanregungsfrequenz erhöht wird.
[0028] Eine Erhöhung des Self-Bias bewirkt auch eine Verbesserung der Schichtdickenhomogenität.
So konnte in eigenen Versuchen etwa festgestellt werden, dass sich auf einem runden
Substrat mit einem Durchmesser von 10 cm die maximale Schichtdicke von der minimalen
Schichtdicke bei 100 V Self-Bias um den Faktor 1,1 unterscheiden kann, während dieser
Faktor bei 200 V Self-Bias 1.005 betragen kann.
[0029] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird in Schritt B das Leichtmetallsubstrat im Plasmapolymerisationsreaktor
so angeordnet. dass es sich entweder (i) zwischen der Zone. in der das Plasma gebildet
wird, und der Kathode befindet oder (ii) als Kathode wirkt. Alternative (ii) ist hierbei
bevorzugt. Als Kathode wirkt das Substrat dann, wenn es in direktem elektrisch leitenden
Kontakt zu dem Teil der Kathode steht, der vom Leichtmetallsubstrat unterscheidbar
ist oder wenn es sich in einem hinreichend kleinen Abstand dazu befindet. Hierdurch
wird das Erzielen einer hohen Abscheiderate der positiv geladenen Ionen des Plasmas.
die zur negativ geladenen Kathode hingezogen werden. erleichtert. Wenn das Substrat
selbst als Kathode wirkt. wird die Wucht besonders erhöht. mit der die positiv geladenen
Ionen auf die Oberfläche prallen. Dadurch verändert sich der Aufbau der Schicht in
Richtung eines geringeren Anteils an organischen (in der Regel vorwiegend aus C und
H bestehenden) Gruppen und eines dementsprechend höheren Anteils an Si und O. Der
gleiche Effekt tritt auch auf (gegebenenfalls verringert), wenn das Substrat zwar
nicht als Kathode wirkt, aber in der Beschleunigungsbahn der Kationen angeordnet ist.
[0030] Ohne durch eine bestimmte Theorie festgelegt sein zu wollen, wird davon ausgegangen.
dass eine erhöhte Wucht wie etwa durch ein verstärktes Ionenbombardement das Abschlagen
von organischen Gruppen sowohl in den schichtbildenden Ionen als auch in der entstehenden
Beschichtung erleichtert, wobei die abgespaltenen Gruppen eine geringe Wahrscheinlichkeit
besitzen. in die Schicht eingebaut zu werden. Außerdem wird durch die Wucht der aufprallenden
Ionen die innere Spannung (Eigenspannungen) der Schicht herabgesetzt, was die Dehnung
bis Mikroriss der Schicht erhöht. Zur Messung der Dehnung bis Mikroriss (Rissdehnung)
vergleiche Beispiel 1.
[0031] Die gleichen Beobachtungen (höhere Abscheiderate, geringerer Anteil organischer Gruppen,
geringere innere Spannung, höhere Rissdehnung) werden gemacht, wenn der Self-Bias
erhöht wird. Aus diesem Grund können harte Beschichtungen eine höhere Rissdehnung
als weiche aufweisen. Bei sehr niedrigem Self-Bias fehlt eine ausreichende Wucht (Impact),
die die Beschichtung entspannt, was zu weichen (z.B. durch Nanoindentation zu messende
Härte von 1 GPa) und gleichzeitig rissempfindlichen Beschichtungen führen kann.
[0032] Wird allerdings der Self-Bias über einen vorteilhaften Bereich (siehe dazu auch oben)
hinaus erhöht, so entstehen Beschichtungen, die einen zu geringen Anteil an organischen
Gruppen und einen zu hohen Anteil von Si-H-Bindungen (siehe dazu auch unten) enthalten,
wodurch sie zu hart und zu spröde werden und ihre Kratzfestigkeit abnimmt. Anzustreben
ist somit ein Optimum im Hinblick auf die Härte und Elastizität der durch das erfindungsgemäße
Verfahren hergestellten Beschichtung bei einem akzeptablen Gelbindex (siehe dazu auch
unten).
[0033] Eine Erhöhung des Self-Bias bewirkt in der entstehenden Schicht einerseits den Abbau
von Eigenspannungen und damit einen die Rissdehnung erhöhenden Effekt, andererseits
eine Erhöhung der Härte und des Elastizitätsmoduls und damit einen die Rissdehnung
verringernden Effekt. Dadurch, dass sich zwei gegenläufige Effekte teilweise aufheben.
gibt es ein Optimum der Rissdehnung in Abhängigkeit vom Self-Bias. so dass eine hervorragende
Kombination von jeweils verhältnismäßig hoher Härte und hoher Rissbildung erzeugt
werden kann.
[0034] Zusätzlich führt eine Erhöhung des Self-Bias zu einer erhöhten Abscheiderate und
einer verbesserten Korrosionsbeständigkeit in der resultierenden Schicht.
[0035] Es handelt sich bei den mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugbaren Schichten
um organisch modifizierte SiO
2-Gerüste. Die organischen Anteile lassen sich im IR-Spektrum durch Banden bei bei
ca. 2950 cm
-1 und bei ca. 1275 cm
-1 nachweisen. Zudem können sie durch Messung der Oberflächenenergie mit Testtinten
nachgewiesen werden können. Je höher der Anteil organischer Gruppen, desto geringer
ist die Oberflächenenergie. Daher ist die Oberflächenenergie umso größer. je höher
der Self-Bias eingestellt wird.
[0036] Im Stand der Technik ist das Anordnen des Substrats in einer Weise, dass es als Kathode
wirkt. im Allgemeinen nicht bevorzugt, da dies die Gefahr des Ausbildens undefinierbarer
siliciumorganischer Schichten auf dem Substrat birgt und dem Wunsch nach einem relativ
hohen Anteil organischer Gruppen in der Schicht entgegenläuft. Die organische Modifikation
erhöht die Flexibilität und Elastizität der erzeugten Schicht. Zudem setzt sie ihre
Eigenspannungen (innere Spannung) herab, wodurch die Rissdehnung der Schicht erhöht
wird.
[0037] Vorzugsweise wird in einem erfindungsgemäßen Verfahren während Schritt B des Self-Bias
auf dem Substrat eingestellt. Die Abhängigkeit der Abscheiderate und der Schichteigenschaften
vom Self-Bias wurde bereits erläutert. Wird der Self-Bias direkt auf dem Substrat
und somit auf dem zu beschichtenden Gegenstand eingestellt. so erleichtert dies das
Erzielen einer Schicht mit den gewünschten genau definierten Eigenschaften.
[0038] Vorzugsweise erfolgt in einem erfindungsgemäßen Verfahren während Schritt B eine
Regelung. so dass der Self-Bias konstant ist. Hierdurch kann der Aufbau der Schicht
genau kontrolliert werden. Vorteile eines möglichst konstanten Self-Bias sind ein
homogener Schichtaufbau und eine einfache Prozessübertragung auf verschiedenartige
Substrate oder eine Mehrzahl von Substraten. Vorzugsweise wird während Schritt B direkt
der Self-Bias geregelt. Wird die Plasmaleistung geregelt, so wird in der Regel der
Self-Bias nicht völlig konstant sein, sondern um einen bestimmten Wert fluktuieren.
In einem solchen Fall ist es bevorzugt. wenn die Gesamtschwankungsbreite des Self-Bias
maximal 5% des zeitlichen Mittelwertes ist, vorzugsweise maximal 3%.
[0039] Besonders bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren (insbesondere in Kombination
mit einem oder mehreren Merkmalen eines anderen als bevorzugt oder besonders bevorzugt
beschriebenen Verfahrens), wobei während Schritt B eine Regelung erfolgt. so dass
der Self-Bias auf dem Substrat im Bereich von 50 bis 1000 V, vorzugsweise im Bereich
von 100 bis 400 V, weiter bevorzugt im Bereich von 100 bis 300 V, liegt, insbesondere
so. dass der Self-Bias konstant ist.
[0040] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, wobei sich in Schritt B das Leichtmetallsubstrat
in räumlichem Kontakt befindet mit (i) der Kathode oder (ii) einem Teil der Kathode.
der vom Leichtmetallsubstrat unterscheidbar ist. Alternative (ii) bezieht sich im
Gegensatz zur Alternative (i) auf den Fall. dass das Substrat selbst als Kathode wirkt.
Durch das Herstellen eines räumlichen Kontaktes wird die Anordnung des Substrats im
Plasmapolymerisationsreaktor erleichtert.
[0041] Eine Erhöhung des Zuflusses des oder der siliciumorganischen Precursoren für das
Plasma. (im Verhältnis zu gegebenenfalls ebenfalls zufließendem O
2 insbesondere unter Konstanthalten des Gesamtzuflusses) bewirkt im Allgemeinen eine
Erniedrigung der Härte. eine Erhöhung der Absorption im sichtbaren Bereich (Erhöhung
des Gelbindex), eine Verschlechterung der Korrosionsschutzwirkung und eine Verbesserung
der Rissdehnung.
[0042] Bei einer hohen Anzahl von Si-H-Bindungen in einer erfindungsgemäßen Schicht kann
im UV/Vis-Spektrum eine erhöhte Absorption von Licht des ultravioletten und blauen
Spektralbereichs festgestellt werden. Diese führt zu einer unerwünschten Gelbfärbung
(Erhöhung des Gelbindex). Es ist daher wünschenswert. den Anteil an Si-H-Bindungen
nicht zu groß werden zu lassen. Eine Verringerung des Self-Bias verhindert die Ausbildung
von Si-H-Bindungen in der Beschichtung. Ebenfalls inhibieren lässt sich die Ausbildung
von Si-H-Bindungen durch eine geeignete Auswahl der Menge und/oder Art an Precursor(en).
Dies wird in der Regel durch eine Verringerung des Zuflusses an siliciumorganischen
Precursoren erreicht, die darüber hinaus auch den Anteil an organischen Gruppen in
der Beschichtung reduziert. Das Auftreten von Si-H-Bindungen lässt sich auch im IR-Spektrum
(2150 bis 2250 cm
-1) nachweisen.
[0043] Die Ausbildung von Si-H-Bindungen in der Beschichtung wird ebenfalls verringert,
wenn dem Plasma eine hinreichende Menge an Sauerstoff zugeführt wird, was darüber
hinaus auch den Anteil an organischen Gruppen in der Beschichtung reduziert. Bevorzugt
ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, wobei in Schritt B dem Plasma Sauerstoff (in
Form von O
2) zugeführt wird und vorzugsweise alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffe
vor Eintritt in den Plasmapolymerisationsreaktor gasförmig sind. Eine Verfahrensführung
in der Art, dass die dem Plasma zugeführten Stoffe nicht nur unter den Bedingungen
des Plasmas. sondern bereits vor dem Eintritt in den Reaktor gasförmig sind, erleichtert
die genaue Abstimmung der Dosierung der Stoffe.
[0044] Eine Erhöhung des Sauerstoffzuflusses führt zu einer Erhöhung der Härte, einer Verringerung
der Absorption im sichtbaren Bereich (Verringerung des Gelbindex). zu einer Verbesserung
der Korrosionsschutzwirkung. zu einer Verringerung der Anteile von organischen Gruppen
in der Beschichtung und zu einer Erniedrigung der Rissdehnung.
[0045] In einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren wird dem Plasma Sauerstoff (O
2) zugeführt. sind alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffe vor Eintritt in
den Plasmapolymerisationsreaktor gasförmig und liegt das Verhältnis der dem Plasma
in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff und weiteren Precursor(en) (insbesondere
siliziumorganischer Precursoren) im Bereich von 1:1 bis 6:1, vorzugsweise 3:1 bis
5:1. In diesem Bereich ist es erfindungsgemäß besonders einfach, den gewünschten Anteil
von Kohlenstoff in der durch das Verfahren hergestellten Beschichtung einzustellen
und die gewünschten Eigenschaften der Beschichtung zu erzielen.
[0046] Erhält man bei einem gegebenen Parametersatz eine gelbe Beschichtung. so kann der
O
2-Flus erhöht werden. Alternativ kann der Zufluss an dem oder den siliciumorganischen
Precursoren oder der Self-Bias verringert werden. Ist die Beschichtung zu hart und
damit zu spröde, so kann die Self-Bias reduziert bzw. der Zufluss an dem oder den
siliciumorganischen Precursoren erhöht werden.
[0047] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, insbesondere in einer der als bevorzugt
bezeichneten Ausgestaltungen, wobei in Schritt B als Precursor(en) für das Plasma
ein oder mehrere Siloxane. gegebenenfalls Sauerstoff (O
2) sowie vorzugsweise keine weiteren Verbindungen eingesetzt werden. Siloxane. insbesondere
Hexamethyldisiloxan (HMDSO), haben sich als besonders geeignete Precursoren erwiesen,
um ein erfindungsgemäßes Verfahren zu führen, mit dem Beschichtungen mit der vorteilhaften
Eigenschaftskombination hergestellt werden können. Vorzugsweise wird in einem erfindungsgemäßen
Verfahren in Schritt B als Precursor(en) für das Plasma HMDSO. gegebenenfalls Sauerstoff
sowie vorzugsweise keine weitere Verbindung eingesetzt. Eine Erhöhung des Zuflusses
an HMDSO im Verhältnis zu Sauerstoff bewirkt u. a. eine Erniedrigung der Härte, eine
Erhöhung der Absorption im sichtbaren Bereich und eine Verschlechterung der Korrosionsschutzwirkung.
[0048] Besonders bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren, in dem in Schritt B dem
Plasma Sauerstoff zugeführt wird. alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffe
vor Eintritt in den Plasmapolymerisationsreaktor gasförmig sind, das Verhältnis der
dem Plasma in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff und weiteren Precursor(en)
im Bereich von 1:1 bis 6:1 liegt und als Precursor(en) für das Plasma HMDSO. Sauerstoff
sowie insbesondere keine weitere Verbindung eingesetzt wird.
[0049] Vorzugsweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Plasmapolymerisation bei
einer Temperatur von weniger als 200°C. bevorzugt weniger als 180°C und/oder einem
Druck von weniger als 1 mbar. bevorzugt im Bereich von 10
-3 bis 10
-1 mbar durchgeführt. Falls der Druck während der Abscheidung zu hoch ist, kann eine
unerwünschte Pulverbildung des abgeschiedenen Materials auftreten. Bei einer Temperatur
größer als 180°C wird das Aluminium zunehmend weicher, da sich das Kristallgefüge
ändert. Bei einem Druck kleiner als 10
-3 mbar kann das Plasma nicht mehr gezündet werden.
[0050] Vorzugsweise wird in einem erfindungsgemäßen Verfahren Schritt B bis zu einer Dicke
der abgeschiedenen Beschichtung von größer oder gleich 2 µm, bevorzugt größer oder
gleich 4 µm durchgeführt. Eine höhere Dicke erhöht die Kratzschutzwirkung einer gegebenen
Beschichtung.
[0051] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren. wobei in Schritt B die Abscheiderate
auf einen Wert von größer oder gleich 0.2 µm/min, vorzugsweise größer oder gleich
0.3 µm/min, eingestellt wird. Es kann beispielsweise ein Wert von 0.5 µm/min gewählt
werden. Hohe Abscheideraten erhöhen zum einen die Wirtschaftlichkeit des erfindungsgemäßen
Verfahrens und erleichtern zudem die Einstellung der gewünschten Schichteigenschaften.
[0052] Vorzugsweise ist in einem erfindungsgemäßen Verfahren das Leichtmetallsubstrat ein
Aluminiumsubstrat, ausgewählt aus der Gruppe von Substraten bestehend aus: Aluminium
oder Aluminiumlegierung mit gereinigter, unbeschichteter Oberfläche; Aluminium oder
Aluminiumlegierung mit oberflächlicher Oxidschicht; anodisierte(s) (eloxierte(s))
Aluminium oder Aluminiumlegierung mit gefärbter oder ungefärbter, verdichteter oder
unverdichteter Oxidschicht. Das Aluminium oder die Aluminiumlegierung mit gereinigter,
unbeschichteter Oberfläche ist optional mechanisch und/oder elektrisch geglänzt und/oder
glanzgebeizt bzw. durch eine chemische, elektrochemische oder mechanische Vorbehandlung
veredelt, beispielsweise glanzgebeizt, elektropoliert oder poliert. Darüber hinaus
können auch andere Leichtmetalle, wie z.B. Magnesium und seine Legierungen als Substrate
bevorzugt sein. Auch derartige Substrate können vor der erfindungsgemäßen Beschichtung
durch Glättungs-. oder Konversionsverfahren modifiziert worden sein.
[0053] Es ist vorteilhaft, das erfindungsgemäße Verfahren so zu führen, dass in Schritt
A die zu beschichtende Substratoberfläche mittels eines Plasmas gereinigt wird. Eine
solche Plasmareinigung verbessert die Schichthaftung. Vorzugsweise wird im erfindungsgemäßen
Verfahren in Schritt A dem Plasma zur Durchführung der Plasmareinigung ein Gas oder
Gasgemisch zugesetzt. wobei das Gas oder Gasgemisch ausgewählt ist aus der Gruppe
bestehend aus: Argon. Argon-Wasserstoff-Gemisch. Sauerstoff.
[0054] In manchen Fällen ist es vorteilhaft. das erfindungsgemäße Verfahren so zu führen,
dass im Anschluss an Schritt B innerhalb des Plasmapolymerisationsreaktors nicht fragmentierte
siliciumorganische Verbindungen vorliegen, die sich mit reaktiven Stellen an der Oberfläche
der Beschichtung unter Ausbildung einer hydrophoben Oberfläche umsetzen. Dies kann
dadurch erreicht werden, dass der oder die unfragmentierten siliciumorganischen Precursoren
nach dem Ausschalten der Plasmaquelle zunächst im Reaktor belassen werden und so die
Gelegenheit bekommen. mit den Oberflächenradikalen der Plasmapolymerschicht zu reagieren.
Hierdurch lassen sich Schichten erzeugen. die besonders einfach zu reinigen sind.
Die Ausbildung einer oberflächennahen hydrophoben Schicht kann mittels XPS nachgewiesen
werden. Bei einer solchen Verfahrensführung enthält eine mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellte Schicht vorzugsweise in den oberen (vom Substrat abgewandten)
5 nm einen Kohlenstoffanteil von 40-55 Atom-%, einen Siliciumanteil von 15-25 Atom-%
und einen Sauerstoffanteil von 20-35 Atom-%. bezogen auf die Gesamtzahl der in der
Beschichtung enthaltenen Si-. C- und O-Atome. Dem Fachmann ist dabei klar. dass dieser
oberflächliche Bereich erst nach Durchführung der erfindungswesentlichen Schritte
aufgebracht wird.
[0055] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird das Plasma vorzugsweise mittels Hochfrequenz
(HF) erzeugt. Plasmen, die z. B. mittels Mittelfrequenz erzeugt werden, führen häufig
zu Beschichtungen, die zu spröde sind.
[0056] Für ein ganz besonders bevorzugtes erfindungsgemäßes Verfahren gilt:
- in Schritt B wird dem Plasma Sauerstoff zugeführt;
- alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffe sind vor Eintritt in den Plasmapolymerisationsreaktor
gasförmig;
- das Verhältnis der dem Plasma in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff und
weiteren Precursor(en) im Bereich von 1:1 bis 6:1;
- während Schritt B erfolgt eine Regelung. so dass der Self-Bias auf dem Substrat im
Bereich von 100 bis 400 V liegt, vorzugsweise so, dass der Self-Bias konstant ist;
- als Precursor(en) für das Plasma wird Hexamethyldisiloxan (HMDSO). Sauerstoff und
vorzugsweise keine weitere Verbindung eingesetzt;
- in Schritt B befindet sich das Leichtmetallsubstrat in räumlichem Kontakt mit einem
Teil der Kathode, der vom Leichtmetallsubstrat unterscheidbar ist;
- die Plasmapolymerisation wird bei einer Temperatur von weniger als 200°C und einem
Druck im Bereich von 10-3 bis 10-1 mbar durchgeführt;
- in Schritt B wird die Abscheiderate auf einen Wert von größer oder gleich 0.2 µm/min
eingestellt;
- Schritt B wird bis zu einer Dicke der abgeschiedenen Beschichtung von größer oder
gleich 2 µm durchgeführt;
- das Leichtmetallsubstrat ist ein Aluminiumsubstrat. ausgewählt aus der Gruppe von
Substraten bestehend aus: Aluminium oder Aluminiumlegierung mit gereinigter, unbeschichteter
Oberfläche; Aluminium oder Aluminiumlegierung mit oberflächlicher Oxidschicht; anodisierte(s)
Aluminium oder Aluminiumlegierung mit gefärbter oder ungefärbter. verdichteter oder
unverdichteter Oxidschicht.
- oder das Leichtmetallsubstrat ist ein Magnesiumsubstrat, ausgewählt aus der Gruppe
von Substraten bestehend aus: Magnesium oder Magnesiumlegierung mit gereinigter. unbeschichteter
Oberfläche; Magnesium oder Magnesiumlegierung mit oberflächlicher Oxidschicht.
- in Schritt A wird die zu beschichtende Substratoberfläche mittels eines Plasmas gereinigt.
wobei dem Plasma zur Durchführung der Plasmareinigung ein Gas oder Gasgemisch zugesetzt
wird. das ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus: Argon. Argon-Wasserstoff-Gemisch.
Sauerstoff;
- das Plasma wird mittels Hochfrequenz erzeugt.
[0057] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung auch ein beschichtetes
Leichtmetallsubstrat. bevorzugt ein Magnesium- oder ein Aluminiumsubstrat, herstellbar
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren. vorzugsweise in einer der vorstehend als bevorzugt
bezeichneten Ausgestaltungen.
[0058] Vorzugsweise weist bei einem erfindungsgemäßen beschichteten Leichtmetallsubstrat
die Beschichtung durch Messung mittels XPS bestimmbare Anteile von 5 bis 30 Atom-%.
bevorzugt 10 bis 25 Atom-% Silicium und 30 bis 70 Atom-%, bevorzugt 40 bis 60 Atom-%
Sauerstoff auf. bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung enthaltenen Kohlenstoff-.
Silicium- und Sauerstoffatome. In diesen Atomprozent-Bereichen ist die Einstellung
der gewünschten Eigenschaftskombination besonders gut möglich. Die Abhängigkeit der
Anteile an Kohlenstoff, Silicium und Sauerstoff von der Anordnung des Substrats und
vom Self-Bias wurde bereits oben erläutert. Zudem können diese Anteile durch Wahl
geeigneter Precursoren beeinflusst werden.
[0059] Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen beschichteten Leichtmetallsubstrat weist
ein von der Beschichtung aufgenommenes IR-Spektrum eine oder mehrere. vorzugsweise
alle der folgenden Banden (Peaks) mit einem jeweiligen Maximum in den folgenden Bereichen
auf: C-H-Valenzschwingung im Bereich von 2950 bis 2970 cm
-1. Si-H-Schwingung im Bereich von 2150 bis 2250 cm
-1, Si-CH
2-Si-Schwingung im Bereich von 1350 bis 1370 cm
-1, Si-CH
3-Deformationschwingung im Bereich von 1250 bis 1280 cm
-1 und Si-O-Schwingung bei größer oder gleich 1150 cm
-1.
[0060] Die Lage des Maximums der Si-O-Si-Schwingung gibt Aufschluss über den Vernetzungsgrad
der Schicht. Je höher seine Wellenzahl, desto höher der Vernetzungsgrad. Schichten,
bei denen dieses Maximum bei größer oder gleich 1200 cm
-1, vorzugsweise größer oder gleich 1250 cm
-1 liegt, haben einen hohen Vernetzungsgrad, während etwa Antihaftschichten mit diesem
Maximum bei typischerweise ca. 1100 cm
-1 einen geringen Vernetzungsgrad besitzen.
[0061] Eine nachweisbare Si-CH
2-Si-Schwingungsbande zeigt an, dass zusätzlich zu Si-O-Si-Verknüpfungen. Si-CH
2-Si-Verknüpfungen in der Beschichtung vorhanden sind. Ein solches Material weist regelmäßig
eine erhöhte Flexibilität und Elastizität auf.
[0062] Zur Charakterisierung der Beschichtung kann das Verhältnis der Intensität der Si-H-Bande
zur Intensität der Si-CH
3-Bande dienen. Beschichtungen. bei denen dieses Verhältnis kleiner oder gleich ca.
0.2 ist, sind farblos. Bei einem Verhältnis von größer als ca. 0.3 sind die Beschichtungen
gelblich. Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes beschichtetes Leichtmetallsubstrat.
wobei in einem von der Beschichtung aufgenommenen IR-Spektrum das Verhältnis der Intensität
der Si-H-Bande zur Intensität der Si-CH
3-Bande kleiner oder gleich 0.3, vorzugsweise kleiner oder gleich 0.2 ist.
[0063] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes beschichtetes Leichtmetallsubstrat, wobei die
Beschichtung eine Absorptionskonstante k
300 nm von kleiner oder gleich 0.05 und/oder eine Absorptionskonstante k
400 nm von kleiner oder gleich 0.01 aufweist. Der Zusammenhang der Anzahl von Si-H-Bindungen,
welche eine Lichtabsorption im ultravioletten und blauen Bereich hervorrufen. mit
dem Self-Bias, einer Sauerstoffzufuhr zum Plasma und der Menge und Art an Precursor(en)
wurde bereits oben erläutert.
[0064] Vorzugsweise weist die Beschichtung eines erfindungsgemäßen beschichteten Leichtmetallsubstrats
eine Oberflächenenergie im Bereich von 20 bis 40 mN/m, bevorzugt 25 bis 35 mN/m auf.
Die Oberflächenenergie wird wie oben ausgeführt durch die Anteile an organischen Gruppen
und somit durch den Betrag des Self-Bias bestimmt.
[0065] Wie bereits ausgeführt, können die Korrosionsschutzeigenschaften der Beschichtung
durch z. B. Einstellung des Self-Bias, der Zuflüsse an dem oder den siliciumorganischen
Precursoren und an Sauerstoff eingestellt werden. Vorzugsweise weist ein erfindungsgemäßes
beschichtetes Leichtmetallsubstrat nach einem 15-minütigen korrosiven Angriff von
NaOH bei pH 14 und 30°C keine mit bloßem Auge sichtbaren Korrosionsspuren auf.
[0066] Wie oben ausgeführt, wird die Rissdehnung u. a. durch die Einstellung des Self-Bias
bestimmt. Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Leichtmetallsubstrat weist die Beschichtung
eine Dehnung bis Mikroriss (Rissdehnung) von größer oder gleich 1%. vorzugsweise größer
oder gleich 1.5% auf.
[0067] Der Self-Bias beeinflusst die Schichtdickenhomogenität in der oben genannten Weise.
Im Fall von größeren Reaktoren sind jedoch auch die Gasflüsse von großer Bedeutung.
Hierunter sind beispielsweise solche Reaktoren zu verstehen, bei denen die Reaktorkammer
(Rezipient) 2 m
3 oder größer ist. Die Schichtdickenhomogenität u.a. wird durch die auf dem Substrat
erzeugten elektrischen Felder definiert, d.h. eine hohe Feldstärke bedeutet eine hohe
Abscheiderate. Homogenität ist nur dann zu erzielen. wenn die elektrische Feldstärke
auf dem Substrat überall weitgehend gleich ist. Allgemein gilt: Die Schichtdickenhomogenität
auf dem beliebigen dreidimensionalen Substrat gehorcht der Laplace-Gleichung. die
die Lösung für die elektrische Feldstärke auf dem Substrat angibt. Vorzugsweise unterscheidet
sich in einem erfindungsgemäßen beschichteten Leichtmetallsubstrat die maximale Schichtdicke
von der minimalen Schichtdicke um den Faktor 1,1 oder geringer.
[0068] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung
einer durch ein erfindungsgemäßes Verfahren herstellbaren Beschichtung (insbesondere
in einer als bevorzugt gekennzeichneten Ausgestaltung) als Ersatz für eine Eloxalschicht.
[0069] Weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Beispielen.
den Zeichnungen und den Ansprüchen.
Beispiele:
Beispiel 1: XPS
[0070] XPS-Messungen (ESCA-Messungen) wurden mit dem Spektrometer KRATOS AXIS Ultra der
Firma Kratos Analytical durchgeführt. Die Kalibrierung des Messgerätes wurde so vorgenommen,
dass der aliphatische Anteil des C 1s Peaks bei 285.00 eV liegt. Aufgrund von Aufladungseffekten
wird es in der Regel notwendig sein. die Energieachse ohne weitere Modifikation auf
diesen Fixwert zu verschieben. Die Analysekammer war mit einer Röntgenquelle für monochromatisierte
Al K
α-Strahlung. einer Elektronenquelle als Neutralisator und einem Quadrupolmassenspektrometer
ausgerüstet. Weiterhin verfügte die Anlage über eine magnetische Linse, welche die
Photoelektronen über einen Eintrittsschlitz in einen Halbkugelanalysator fokussierte.
Während der Messung zeigte die Oberflächennormale auf den Eintrittsschlitz des Halbkugelanalysators.
Die Passenergie betrug bei der Bestimmung der Stoffmengenverhältnisse jeweils 160
eV. Bei der Bestimmung der Peak-Parameter betrug die Passenergie jeweils 20 eV.
[0071] Die genannten Messbedingungen sind bevorzugt, um eine weitgehende Unabhängigkeit
vom Spektrometertyp zu ermöglichen und um erfindungsgemäße plasmapolymere Produkte
zu identifizieren.
[0072] Als Referenzmaterial wurde das Polydimethylsiloxan Silikonöl DMS-T23E der Firma Gelest
Inc. (Morrisville. USA) verwendet. Dieses trimethylsiloxy-terminierte Silikonöl besitzt
eine kinematische Viskosität von 350 mm
2/s (±10%) und eine Dichte von 0.970 g/mL bei 25 °C sowie ein mittleres Molekulargewicht
von ca. 13 650 g/mol. Das ausgewählte Material zeichnet sich durch einen extrem geringen
Anteil an verdampfbaren Bestandteilen aus: nach 24 Stunden bei 125 °C und 10
-5 Torr Vakuum wurden weniger als 0.01 % flüchtige Anteile nachgewiesen (nach ASTM-E595-85
und NASA SP-R0022A). Es wurde mit Hilfe eines Spin-Coating-Prozesses als 40 bzw. 50
nm dicke Schicht auf einen Siliziumwafer aufgetragen; dabei wurde als Lösemittel Hexamethyldisiloxan
verwendet.
[0073] Mit der oben beschriebenen Vorgehensweise ergibt sich für das Silkonöl DMS-T23E folgende
atomare Zusammensetzung. Die Bindungsenergien der Elektronen sind ebenfalls aufgeführt.
Tabelle 1: Chemische Zusammensetzung und Bindungsenergie von Silikonöl DMS-T23E
| Element |
Si |
O |
C |
| Konzentration [Atom-%] |
24.76 |
25.40 |
49.84 |
| Bindungsenergie [eV] |
102.39 |
532.04 |
285.00 |
Beispiel 2: Messung der Härte mittels Nanoindentation
[0074] Die Nanoindentationshärte einer Probe wurde mit Hilfe eines Berkovich-Indenter (Hersteller:
Hysitron Inc. Minneapolis, USA) bestimmt. Die Kalibrierung und Auswertung geschah
nach dem etablierten Verfahren von
Oliver & Pharr (J. Mater. Res. 7, 1564 (1992)). Die Maschinensteifigkeit und die Flächenfunktion des Indenters wurden vor der
Messung kalibriert. Bei der Indentation wurde das "multiple partial unloading"-Verfahren
(
Schiffmann & Küster, Z. Metallkunde 95. 311 (2004)) benutzt, um tiefenabhängige Härtewerte zu erhalten und so einen Substrateinfluss
ausschließen zu können.
Beispiel 3: Dehnung bis Mikroriss
[0075] Ein 0.5 mm dünnes und 10 cm langes beschichtetes Aluminiumblech wird solange gedehnt.
bis optisch Risse sichtbar werden. Die Rissdehnungsgrenze ist gleich dem Quotienten
aus Längenänderung zur Gesamtlänge des Aluminiums.
Beispiel 4: IR-Spektroskopie und Bestimmung des Intensitätsverhältnisses zweier Banden
im IR-Spektrum
[0076] Die Messungen wurden mit einem IFS 66/S IR-Spektrometer der Firma Bruker durchgeführt.
Als Verfahren wurde die IRRAS-Technik eingesetzt, mit deren Hilfe auch dünnste Beschichtungen
vermessen werden können. Die Spektren wurden im Wellenzahlbereich von 700 bis 4000
cm
-1 aufgenommen. Als Substratmaterial wurden kleine Plättchen von sehr sauberem und besonders
ebenem Aluminium verwendet. Der Einfallswinkel des IR-Lichts betrug bei der Messung
50°. Während sich die Probe im IR-Spektrometer befand. wurde die Probenkammer fortwährend
mit trockener Luft gespült. Das Spektrum unter solchen Bedingungen aufgenommen. dass
der Wasserdampfgehalt in der Probenkammer so klein war, dass im IR-Spektrum keine
Rotationsbanden des Wassers zu erkennen waren. Als Referenz wurde ein unbeschichtetes
Aluminiumplättchen verwendet.
[0077] Das Intensitätsverhältnis zweier Banden (Peaks) wird wie folgt bestimmt: Die Basislinie
(Baseline) im Bereich eines Peaks wird durch die beiden Minima definiert. die das
Maximum der Bande einschließen und entspricht der Strecke zwischen ihnen. Es wird
vorausgesetzt. dass die Absorptionsbanden gaußförmig sind. Die Intensität einer Bande
entspricht der Fläche zwischen Basislinie und Messkurve, begrenzt durch die beiden
Minima. die das Maximum einschließen, und kann vom Fachmann nach bekannten Methoden
einfach ermittelt werden. Die Bestimmung des Intensitätsverhältnisses zweier Banden
erfolgt durch Bilden des Quotienten ihrer Intensitäten. Grundvoraussetzung für den
Vergleich zweier Proben ist hierbei. dass die Beschichtungen die gleiche Dicke aufweisen
und dass der Einfallswinkel nicht verändert wird.
Ausführungsbeispiele 1 bis 4
[0078] Eine eloxierte Aluminium-Zierleiste als Substrat wird zusätzlich mit einer transparenten,
dehnfähigen kratz- und korrosionsfesten Beschichtung versehen.
[0079] Das Substrat wird auf oder in unmittelbarer Nähe der mit HF (13.56 MHz) betriebenen
Kathode (Fläche ca. 15 x 15 cm) befestigt, so dass das Substrat selbst als Kathode
wirkt. Nachdem der rechteckige Niederdruck-Reaktor mit einem Volumen von ca. 360 I
und einer installierten Nennsaugleistung von 4500 m
3/h auf einen Druck kleiner als 0.02 mbar evakuiert worden ist. wird Sauerstoff mit
einem Fluss von 280 sccm in den Reaktor eingelassen. Mit Hilfe einer Hochfrequenzplasmaentladung
(13.56 MHz) wird auf dem Substrat eine Self-Bias-Spannung von 250 V eingestellt. Unter
diesen Bedingungen läuft ein Sputterätzprozess ab, bei dem insbesondere organische
Verunreinigungen effizient abgebaut werden. Dieser Schritt als Schritts A des erfindungsgemäßen
Verfahrens hat eine Dauer von 5 min. Auf die vorgereinigte Substratoberfläche wird
nun in Schritt B des erfindungsgemäßen Verfahrens die Plasmabeschichtung abgeschieden.
Hierzu wird Hexamethyldisiloxan (HMDSO) mit einem Fluss von 66 sccm und Sauerstoff
mit einem Fluss von 280 sccm in den Reaktor eingelassen. Die Self-Bias Spannung wird
so geregelt, dass sich ein Wert von 100 V, 250 V. 300 V bzw. 400 V einstellt. Nach
einer Beschichtungszeit von 20 min hat sich eine ca. 4 µm dicke Schicht auf dem Substrat
abgeschieden. die die Kratzfestigkeit und die Korrosionsschutzwirkung gegenüber alkalischen
Medien stark verbessert: Ein korrosiver Angriff von NaOH (pH 14. 5 min. 30°C) ruft
keine mit bloßem Auge sichtbaren Korrosionsspuren hervor. Insbesondere die Beschichtungen
1 bis 3 (siehe Tabelle 2) sind im sichtbaren und UVA-Bereich transparent. Dies spiegelt
sich in der sehr geringen Absorptionskonstante k bei 300 bzw. 400 nm wider. Die Absorptionskonstanten
wurden aus den ellipsometrischen Daten entsprechend dem Manual des WVASE32 Spektrometer
der Firma J.A. Woolam Co. Inc. berechnet.
Tabelle 2: Optische Konstanten der Beschichtung bei der Variation der BIAS-Spannung.
| |
Self-Bias |
n 250 nm |
n300 nm |
n 400 nm |
k250 nm |
k300 nm |
k 400 nm |
| 1 |
100 V |
1.58 |
1.52 |
1.50 |
0.015 |
0.00 |
0 |
| 2 |
250 V |
1.62 |
1.58 |
1.54 |
0.040 |
0.01 |
0 |
| 3 |
300 V |
1.85 |
1.76 |
1.58 |
0.110 |
0.06 |
0.01 |
| 4 |
400 V |
2.20 |
1.93 |
1.85 |
0.210 |
0.1 2 |
0.03 |
Ausführungsbeispiel 5
[0080] Ein nicht-eloxiertes Aluminiumsubstrat wurde durch Plasmapolymerisation unter den
in den Ausführungsbeispiel 2 (66 sccm HMDSO und 280 sccm O
2, Self-Bias = 250 V) aufgeführten Verfahrensparametern behandelt. Die Beschichtung
erwies sich kratzfester als eine verdichtete Eloxalbeschichtung mit ca. 8 µm Schichtdicke,
jedoch wurde eine wesentlich höhere Rissdehnung (größer als 2%) als bei einer Eloxalbeschichtung
beobachtet.
[0081] Um die Kratzfestigkeit auf dem Aluminiumsubstrat zu bestimmen, wurde ein Excentergerät
(Fa. Starnberger) verwendet. Hierbei wurde mit einem Filzplättchen. das mit einem
1 kg schweren Gewicht belastet worden ist. eine ca. 8 µm dicke Eloxaloberfläche (nicht
erfindungsgemäß), eine ca. 500 nm dicke, nach einem Verfahren des Stands der Technik
hergestellte plasmapolymere Beschichtung (nicht erfindungsgemäß, exemplarisch hergestellt
nach T.W. Jelinek. Oberflächenbehandlung von Aluminium. Eugen G. Leuze Verlag. Saulgau,
1996) und eine 4 µm dicke erfindungsgemäße plasmapolymere Beschichtung untersucht.
Die Eloxaloberfläche war bereits nach ca. 300 Doppelhüben und die nicht erfindungsgemäße
plasmapolymere Beschichtung nach etwa 500 Hüben optisch wahrnehmbar zerkratzt. Bei
der erfindungsgemäßen plasmapolymeren Beschichtung konnten auch nach 10.000 Hüben
keine optisch wahrnehmbaren Kratzer festgestellt werden.
[0082] Die guten Korrosionsschutzeigenschaften der erfindungsgemäßen mittels Plasmapolymerisation
erzeugten Beschichtung gelten in sauren (20% Schwefelsäure. 45 min. 65°C) wie in basischen
(NaOH. pH 14, 5 min. 30°C) Medien. Nach diesen Korrosionstests konnten keine sichtbaren
Schäden bzw. an Beschichtungskanten keine Unterwanderung festgestellt werden.
[0083] Das Infrarot-Spektrum von dieser Beschichtung zeigt Figur 1. Deutlich zu erkennen
sind die CH-Valenzschwingungen bei 2966 cm
-1, die Si-H-Schwingung bei 2238 cm
-1, die SiCH
2-Si-Schwingung bei ca. 1360 cm
-1, die Si-CH
3 Deformationsschwingung bei 1273 cm
-1, die Si-O-Schwingungen bei 1192 cm
-1 bzw. 820 cm
-1. Das Bandenverhältnis (gemäß Beispiel 4) zwischen Si-H und Si-CH
3 beträgt ca. 1:5. Das IR-Spektrum zeigt einen kleinen Peak bei 1360 cm-1. Diese Bande
ist mit einer Si-CH
2-Si-Schwingung korreliert. Zusätzlich zum Si-O-Si-Netzwerk liegt somit ein Si-CH
2-Si-Netzwerk in der Beschichtung vor.
[0084] Die Härte der Beschichtung wurde gemäß Beispiel 2 bestimmt. Sie beträgt 3 GPa. Die
Bleistifthärte beträgt 4H.
[0085] Die Beschichtung ist in der Tiefe homogen. Die Anteile an Kohlenstoff betragen ca.
10%, an Silizium ca. 10%. an Wasserstoff ca. 30% und an Sauerstoff ca. 50%. Eine rasterelektronenmikroskopische
Untersuchung der Bruchkante der Plasmapolymerschicht zeigt einerseits einen muschligen
Bruch, wie er für spröde Materialien (Glas) bekannt ist und andererseits kleine treppenartige
Brüche, wie sie eher für kristalline Materialien erwartet werden.
Ausführungsbeispiel 6
[0086] Das Experiment wird wie in Ausführungsbeispiel 5 durchgeführt. jedoch wurde zur Steigerung
der Abscheiderate und somit zur Verkürzung der Prozesszeit ein Plasmagenerator verwendet,
der mit einer Frequenz von 27.12 MHz oszilliert. Bei gleichen Gasflüssen (HMDSO: 66
sccm, O
2: 280 sccm) und Self-BIAS-Spannung (250 V) wird die Abscheiderate um Faktor 1.5 erhöht.
Die Beschichtungseigenschaften verändern sich nur unwesentlich und sind denen der
Beschichtung aus Ausführungsbeispiel 5 sehr ähnlich.
Ausführungsbeispiel 7
[0087] Die Korrosionsschutzeigenschaften verschiedener auf technischem. gewalztem Aluminium
99.5 abgeschiedenen Beschichtungen wurden in saurem Medium (20% Schwefelsäure. 45
min. 65°C) überprüft.
a) Variation des Self-Bias (HMDSO: 45 sccm. O
2: 50 sccm)
| Self-Bias |
Schichtfarbe |
Korrosions-beständigkeit |
Bandenverhältnis Si-H/Si-CH3 |
| 50 V |
Farblos |
- |
0.00 |
| 100 V |
Farblos |
- |
0.20 |
| 150 V |
schwach gelb |
+ |
0.32 |
| 300 V |
Gelb |
+ + |
0.61 |
b) Variation des O
2-Husses (HMDSO: 45 sccm. Self-Bias: 300 V)
| O2-Flus |
Schichtfarbe |
Korrosions-beständigkeit |
Bandenverhältnis Si-H/Si-CH3 |
| 0 sccm |
Gelb |
o |
0.61 |
| 50 sccm |
Gelb |
o |
0, 50 |
| 100 sccm |
sehr schwach gelb |
+ + |
0.32 |
| 150 sccm |
sehr schwach gelb |
+ + |
0.25 |
[0088] Die Korrosionsbeständigkeit wurde nach der folgenden qualitativen fünfstufigen Skala
bewertet:
-- schneller. flächiger korrosiver Angriff
- flächiger, korrosiver Angriff
o punktueller korrosiver Angriff
+ am Ende der Messzeit an wenigen Stellen punktueller korrosiver Angriff
+ + kein korrosiver Angriff
[0089] Es lässt sich der Kompromiss zwischen den Schichteigenschaften optimieren, wenn man
eine Self-Bias-Spannung von ca. 250 V und ein Verhältnis von O
2 zu HMDSO von ca. 3 : 1 oder größer wählt. Bei einem Verhältnis von O
2 zu HMDSO von über 4:1, wie etwa in Ausführungsbeispiel 5. wird die Beschichtung vollkommen
transparent.
[0090] Bei den oben unter a) und b) angegebenen Messreihen wurden zwei verschiedene Chargen
von Aluminium 99.5 verwendet. Diese können sich hinsichtlich ihres Anteils an Metallen
außer Aluminium (z.B. Mg. Cu) unterscheiden, was Unterschiede in der Korrosionsbeständigkeit
zur Folge haben kann.
1. Verfahren zum Beschichten der Oberfläche eines Leichtmetallsubstrates, mit folgenden
Schritten:
A. Bereitstellen des Leichtmetallsubstrates und gegebenenfalls Säubern der zu beschichtenden
Substratoberfläche,
B. Beschichten der gegebenenfalls in Schritt A gesäuberten Substratoberfläche In einem
Plasmapolymerisationsreaktor mittels Plasmapolymerisation, wobei
- in Schritt B als Precursor(en) für das Plasma eine oder mehrere siliciumorganische
Verbindungen eingesetzt werden und
in Schritt B das Leichtmetallsubstrat im Plasmapolymerisationsreaktor so angeordnet
wird, dass es (i) sich zwischen der Zone, in der das Plasma gebildet wird, und der
Kathode befindet oder (ii) als Kathode wirkt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren so geführt wird, dass die durch das Verfahren hergestellte Beschichtung
- einen durch Messung mittels XPS bestimmbaren Anteil von Kohlenstoff von 5 bis 20
Atom-%, vorzugsweise 10 bis 15 Atom-%, bezogen auf die Gesamtzahl der in der Beschichtung
enthaltenen Kohlenstoff-, Silicium- und Sauerstoffatome,
- einen nach ASTM D 1925 bestimmten Gelbindex (Yellow Index) von ≤ 3, vorzugsweise
≤ 2,5 und
- eine mittels Nanoindentation zu messende Härte Im Bereich von 2,5 bis 6 GPa, vorzugsweise
3,1 bis 6 GPa
aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Leichtmetallsubstrat ein Aluminium- oder Magnesiumsubstrat
ist.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in Schritt B dem Plasma Sauerstoff
zugeführt wird und vorzugsweise alle dem Plasma in Schritt B zugeführten Stoffe vor
Eintritt in den Plasmapolymerisationsreaktor gasförmig sind und das Verhältnis der
dem Plasma in Schritt B zugeführten Gasflüsse von Sauerstoff und weiteren Precursor(en)
im Bereich von 1:1 bis 6:1, vorzugsweise 3:1 bis 5:1 liegt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in Schritt B als Precursor(en)
für das Plasma ein oder mehrere Siloxane bevorzugt Hexamethyldisiloxan (HDMSO), gegebenenfalls
Sauerstoff sowie vorzugsweise keine weiteren Verbindungen eingesetzt werden.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei während Schritt B eine Regelung
erfolgt, so dass der Self-Bias im Bereich von 50 bis 1000 V, vorzugsweise im Bereich
von 100 bis 400 V, bevorzugt im Bereich von 100 bis 300 V, liegt
und/oder
wobei während Schritt B der Self-Bias auf dem Substrat eingestellt wird
und/oder
wobei während Schritt B eine Regelung erfolgt, so dass der Self-Blas konstant ist
und/oder
wobei sich in Schritt B das Leichtmetallsubstrat in räumlichem Kontakt befindet mit
(i) der Kathode oder (ii) einem Teil der Kathode, der vom Aluminiumsubstrat unterscheidbar
ist
und/oder
wobei die Plasmapolymerisation bei einer Temperatur von weniger als 200°C und/oder
einem Druck von weniger als 1 mbar, vorzugsweise im Bereich von 10-3 bis 10-1 mbar durchgeführt wird
und/oder
wobei in Schritt B die Abscheiderate auf einen Wert von größer oder gleich 0,2 µm/min,
vorzugsweise größer oder gleich 0,3 µm/min, eingestellt wird
und/oder
wobei Schritt B bis zu einer Dicke der abgeschiedenen Schicht von größer oder gleich
2 µm, vorzugsweise größer oder gleich 4 µm durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Leichtmetallsubstrat ein
Aluminumsubstrat ist, ausgewählt aus der Gruppe von Substraten bestehend aus: Aluminium
oder Aluminiumlegierung mit gereinigter, unbeschichteter Oberfläche; Aluminium oder
Aluminiumlegierung mit oberflächlicher Oxidschicht; anodisierte(s) Aluminium oder
Aluminiumlegierung mit gefärbter oder ungefärbter, verdichteter oder unverdichteter
Oxidschicht oder ein Magnesiumsubstrat ist, ausgewählt aus der Gruppe von Substraten
bestehend aus Magnesium oder Magnesiumlegierungen mit gereinigter, unbeschichteter
Oberfläche, Magnesium oder Magnesiumlegierung mit oberflächlicher Oxidschicht.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in Schritt A die zu beschichtende
Substratoberfläche mittels eines Plasmas gereinigt wird und bevorzugt in Schritt A
dem Plasma zur Durchführung der Plasmareinigung ein Gas oder Gasgemisch zugesetzt
wird, wobei das Gas oder Gasgemisch ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus: Argon,
Argon-Wasserstoff-Gemisch, Sauerstoff.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Plasma mittels Hochfrequenz
erzeugt wird.
9. Beschlchtetes Leichtmetallsubstrat, herstellbar nach einem Verfahren gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 8.
10. Beschichtetes Leichtmetallsubstrat nach Anspruch 9, wobei die Beschichtung durch Messung
mittels XPS bestimmbare Anteile von 5 bis 30 Atom-%, bevorzugt 10 bis 25 Atom-% Silicium
und 30 bis 70 Atom-%, bevorzugt 40 bis 60 Atom-% Sauerstoff aufweist, bezogen auf
die Gesamtzahl der in der Beschichtung enthaltenen Kohlenstoff-, Silicium- und Sauerstoffatome.
11. Beschichtetes Leichtmetallsubstrat nach Anspruch 9 oder 10, wobei ein von der Beschichtung
aufgenommenes IR-Spektrum eine oder mehrere, vorzugsweise alle der folgenden Banden
mit einem jeweiligen Maximum in den folgenden Bereichen aufweist: C-H-Valenzschwingung
im Bereich von 2950 bis 2970 cm-1, Si-H-Schwingung im Bereich von 2150 bis 2250 cm-1, Si-CH2-Si-Schwingung im Bereich von 1350 bis 1370 cm-1, SiCH3-Deformationschwingung im Bereich von 1250 bis 1280 cm-1 und Si-O-Schwingung bei größer oder gleich 1150 cm-1.
12. Beschichtetes Leichtmetallsubstrat nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei in einem
von der Beschichtung aufgenommenen IR-Spektrum das Verhältnis der Intensität der Si-H-Bande
zur Intensität der Si-CH3-Bande kleiner oder gleich 0,3, vorzugsweise kleiner oder gleich 0,2 ist.
13. Beschichtetes Leichtmetallsubstrat nach einem der Ansprüche 9 bis 12, wobei die Beschichtung
eine Absorptionskonstante k300 nm von kleiner oder gleich 0,05 und/oder eine Absorptionskonstante k400 nm von kleiner oder gleich 0,01 aufweist
und/oder
wobei die Beschichtung eine Oberflächenenergie im Bereich von 20 bis 40 mN/m, vorzugsweise
25 bis 35 mN/m aufweist.
14. Beschichtetes Leichtmetallsubstrat nach einem der Ansprüche 9 bis 13, das nach einem
15-minütigen korrosiven Angriff von NaOH bei pH 13,5 und 30°C keine mit bloßem Auge
sichtbaren Korrosionsspuren aufweist
und/oder
wobei die Beschichtung eine Dehnung bis Mikroriss von größer oder gleich 1%, vorzugsweise
größer oder gleich 1,5% aufweist
und/oder
wobei sich die maximale Schichtdicke von der minimalen Schichtdicke um den Faktor
1,1 oder geringer unterscheidet.
15. Verwendung einer durch ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8 herstellbaren
Beschichtung zur Verbesserung des Schutzes eines Leichtmetallsubstrates gegen Verkratzen.
1. A method for coating the surface of a light metal substrate, with the following steps:
A. preparing the light metal substrate and optionally cleaning the substrate surface
to be coated,
B. coating the substrate surface optionally cleaned in step A in a plasma polymerisation
reactor by means of plasma polymerisation, wherein
- in step B, one or more organosilicon compounds are used as precursor(s) for the
plasma and
in step B the light metal substrate is arranged in the plasma polymerisation reactor
in such a way that (i) it is located between the region in which the plasma is formed
and the cathode or (ii) it acts as a cathode,
characterised in that the method is carried out in such a way that the coating produced by the method has
- a proportion of carbon, which can be determined by XPS measurement, of 5 to 20 atom
%, preferably 10 to 15 atom %, based on the total number of carbon, silicon and oxygen
atoms contained in the coating,
- a yellow index, determined in accordance with ASTM D 1925, of ≤ 3, preferably 2.5
and
- a hardness, to be measured by means of nanoindentation, in the range of 2,5 to 6
GPa, preferably 3.1 to 6 GPa,
2. The method according to claim 1, wherein the light metal substrate is an aluminium
or magnesium substrate.
3. The method according to one of the preceding claims, wherein in step B oxygen is supplied
to the plasma and preferably all of the substances supplied to the plasma in step
B are gaseous before entering the plasma polymerisation reactor and the ratio of the
gas flows of oxygen and further precursor(s) supplied to the plasma in step B is in
the range of 1:1 to 6:1, preferably 3:1 to 5.1.
4. The method according to one of the preceding claims, wherein in step B one or more
siloxanes, preferably hexamethyldisiloxane (HMDSO), optionally oxygen and preferably
no further compounds are used as precursor(s) for the plasma.
5. The method according to one of the preceding claims, wherein a control is conducted
during step B, so that the self-bias is in the range of 50 to 1000 V, preferably in
the range of 100 to 400 V, preferably in the range of 100 to 300 V
and/or
wherein during step B the self-bias is set on the substrate
and/or
wherein during step B a control is conducted so that the self-bias is constant
and/or
wherein in step B the light metal substrate is in spatial contact with (i) the cathode
or (ii) a part of the cathode that is distinguishable from the aluminium substrate
and/or
wherein the plasma polymerisation is carried out at a temperature of less than 200°C
and/or a pressure of less than 1 mbar, preferably in the range of 10-3 to 10-1 mbar
and/or
wherein in step B the deposition rate is set to a value of greater than or equal to
0.2 µm/min, preferably greater than or equal to 03 µm/min
and/or
wherein step B is carried out up to a thickness of the deposited layer of greater
than or equal to 2 µm, preferably greater than or equal to 4 µm.
6. The method according to one of the preceding claims, wherein the light metal substrate
is an aluminium substrate selected from the group of substrates consisting of: aluminium
or aluminium alloy having a cleaned, uncoated surface; aluminium or aluminium alloy
having a superficial oxide layer; is anodised aluminium or aluminium alloy having
a dyed or undyed, compacted or uncompacted oxide layer, or a magnesium substrate selected
from the group of substrates consisting of magnesium or magnesium alloys having a
cleaned, uncoated surface, magnesium or magnesium alloy having a superficial oxide
layer.
7. The method according to one of the preceding claims, wherein in step A the substrate
surface to be coated is cleaned by means of a plasma and preferably in step A a gas
or gas mixture is added to the plasma for carrying out the plasma cleaning, the gas
or gas mixture being selected from the group consisting of: argon, argon-hydrogen
mixture, oxygen.
8. The method according to one of the preceding claims, wherein the plasma is generated
by means of high frequency.
9. A coated light metal substrate which can be produced by a method according to one
of claims 1 to 8.
10. The coated light metal substrate according to claim 9, wherein the coating has proportions,
which can be determined by XPS measurement, of 5 to 30 atom %, preferably 10 to 25
atom %, of silicon and 30 to 70 atom %, preferably 40 to 60 atom %, of oxygen, based
on the total number of carbon, silicon and oxygen atoms contained in the coating.
11. The coated light metal substrate according to claim 9 or 10, wherein an IR spectrum
absorbed by the coating displays one or more, preferably all, of the following bands
having a respective maximum in the following ranges: C-H stretching vibration in the
range of 2950 to 2970 cm-1, Si-H vibration in the range of 2150 to 2250 cm-1, Si-CH2-Si vibration in the range of 1350 to 1370 cm-1, Si-CH3 bending vibration in the range of 1250 to 1280 cm-1 and Si-O vibration at greater than or equal to 1150 cm-1.
12. The coated light metal substrate according to one of claims 9 to 11, wherein, in an
IR spectrum absorbed by the coating, the ratio of the intensity of the Si-H band to
the intensity of the Si-CH3 band is less than or equal to 0.3, preferably less than or equal to 0.2.
13. The coated light metal substrate according to one of claims 9 to 12, wherein the coating
displays an absorption constant k300 nm of less than or equal to 0.05 and/or an absorption constant k400 nm of less than or equal to 0.01
and/or
wherein the coating displays a surface energy in the range of 20 to 40 mN/m, preferably
25 to 35 mN/m.
14. The coated light metal substrate according to one of claims 9 to 13 which, after a
15-minute corrosive attack by NaOH at pH 13.5 and 30°C, displays no traces of corrosion
that are visible to the naked eye
and/or
wherein the coating displays a strain to microcracking of greater than or equal to
1%, preferably greater than or equal to 1.5%
and/or
wherein the maximum layer thickness differs from the minimum layer thickness by a
factor of 1.1 or less.
15. Use of a coating which can be produced by a method according to one of claims 1 to
8 to improve the protection of a light metal substrate against scratching.
1. Procédé utilisé pour recouvrir la surface d'un substrat en métal léger, qui comprend
les étapes suivantes:
A) préparer le substrat en métal léger et nettoyer le cas échéant la surface du substrat
à recouvrir,
B) recouvrir la surface du substrat éventuellement nettoyée à l'étape A dans un réacteur
de polymérisation plasma, par polymérisation plasma, - le(s) précurseur(s) utilisé(s)
pour le plasma à l'étape B étant un ou plusieurs composés organosiliciés et
- le substrat en métal léger étant disposé dans le réacteur de polymérisation plasma
à l'étape B de sorte à (i) se trouver entre la zone où le plasma est formé et la cathode
ou (ii) à faire office de cathode, caractérisé en ce que le procédé est réalisé de sorte que le revêtement obtenu au moyen dudit procédé présente
- une proportion de carbone, pouvant être déterminée par mesure XPS, de 5 à 20 % en
atomes, de préférence de 10 à 15 % en atomes, par rapport au poids total des atomes
de carbone, de silicium et d'oxygène contenus dans le revêtement,
- un indice de jaune ≤3, de préférence ≤2,5, déterminé selon ASTM D1926,
- et une dureté à mesurer par nano-indentation, de l'ordre de 2,5 à 6 GPa, de préférence
de l'ordre de 3,1 à 6 GPa.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le substrat en métal léger est un substrat
d'aluminium ou de magnésium.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le plasma est alimenté
en oxygène à l'étape B, et de préférence toutes les substances amenées au plasma à
l'étape B avant l'entrée dans le réacteur de polymérisation plasma se présente sous
forme de gaz et le rapport des flux gazeux d'oxygène et d'un autre (d'autres) précurseur(s)
amenés au plasma à l'étape B se trouvent dans une plage comprise entre 1:1 et 6:1,
de préférence entre 3:1 et 5:1.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le(s) précurseur(s)
utilisé(s) pour le plasma à l'étape B est un ou plusieurs siloxanes de préférence
de l'hexaméthyldisiloxane (HDMSO), de l'oxygène le cas échéant et de préférence aucun
autre composé.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel une régulation a lieu
pendant l'étape B de sorte que l'auto-polarisation soit située dans une plage comprise
entre 50 et 1 000 V, de préférence dans une plage comprise entre 100 et 400 V, et
mieux, dans une plage comprise entre 100 et 300 V
et/ou
dans lequel l'auto-polarisation est réglée sur le substrat pendant l'étape B
et/ou
dans lequel une régulation a lieu pendant l'étape B de sorte que l'auto-polarisation
soit constante
et/ou
dans lequel le substrat en métal léger se trouve, à l'étape B, en contact spatial
avec (i) la cathode ou (ii) une partie de la cathode différenciable du substrat d'aluminium
et/ou
dans lequel la polymérisation plasma est effectuée à une température inférieure à
200°C et/ou à une pression inférieure à 1 mbar, de préférence de l'ordre de 10-3 à 10-1 mbar
et/ou
dans lequel la vitesse de dépôt est réglée, à l'étape B, à une valeur supérieure ou
égale à 0,2 µm/min, de préférence supérieure ou égale à 0,3 µm/min
et/ou
dans lequel l'étape B est poursuivie jusqu'à ce que la couche déposée atteigne une
épaisseur supérieure ou égale à 2 µm, de préférence supérieure ou égale à 4 µm.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le substrat en métal
léger est un substrat d'aluminium, sélectionné parmi un groupe de substrats composé
de : aluminium ou alliage d'aluminium avec une surface nettoyée, non recouverte ;
aluminium ou alliage d'aluminium avec une couche d'oxyde superficielle ; aluminium
ou alliage d'aluminium anodisé(s) avec une couche d'oxyde colorée ou non, condensée
ou non,
ou le substrat est un substrat de magnésium, sélectionné parmi un groupe de substrats
composé de magnésium ou alliages de magnésium avec une surface nettoyée, non recouverte,
de magnésium ou alliage de magnésium avec une couche d'oxyde superficielle.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la surface du substrat
à recouvrir est nettoyée par plasma à l'étape A et de préférence un gaz ou un mélange
gazeux étant ajouté au plasma à l'étape A afin d'effectuer le nettoyage au plasma,
le gaz ou le mélange gazeux étant sélectionné parmi un groupe composé de : argon,
mélange argon-hydrogène, oxygène.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le plasma est formé
par haute fréquence.
9. Substrat en métal léger recouvert, pouvant être obtenu conformément à un procédé selon
l'une des revendications 1 à 8.
10. Substrat en métal léger recouvert selon la revendication 9, dans lequel le revêtement
présente des proportions, pouvant être déterminées par mesure XPS, de 5 à 30 % de
silicium en atomes, de préférence de 10 à 25 %, et de 30 à 70 % d'oxygène en atomes,
de préférence de 40 à 60 % par rapport au poids total des atomes de carbone, de silicium
et d'oxygène contenus dans le revêtement.
11. Substrat en métal léger recouvert selon les revendications 9 ou 10, dans lequel un
spectre infrarouge du revêtement présente une ou plusieurs des bandes suivantes, et
de préférence toutes, avec respectivement un maximum dans les plages suivantes :
vibration de valence de C-H dans la plage comprise entre 2950 et 2970 cm-1, vibration de Si-H dans la plage comprise entre 2150 et 2250 cm-1, vibration de Si-CH2-Si dans la plage comprise entre 1350 et 1370 cm-1, vibration de déformation de Si-CH3 dans la plage comprise entre 1250 et 1280 cm-1 et vibration de Si-O pour 1150 cm-1 et plus.
12. Substrat en métal léger recouvert selon l'une des revendications 9 à 11, dans lequel
le rapport entre l'intensité des bandes Si-H et l'intensité des bandes Si-CH3 dans un spectre infrarouge du revêtement est inférieur ou égal à 0,3, de préférence
inférieur ou égal à 0,2.
13. Substrat en métal léger recouvert selon l'une des revendications 9 à 12, dans lequel
le revêtement présente une constante d'absorption k300 nm inférieure ou égale à 0,05 et/ou une constante d'absorption k400 nm inférieure ou égale à 0,01
et/ou
dans lequel le revêtement posséde une énergie superficielle de l'ordre de 20 à 40
mN/m, de préférence de 25 à 35 mN/m.
14. Substrat en métal léger recouvert selon l'une des revendications 9 à 13, qui ne présente
aucune trace de corrosion visible à l'oeil nu après une attaque corrosive de NaOH
pendant 15 minutes à un pH de 13,5 et une température de 30°C
et/ou
dans lequel le revêtement présente une extension jusqu'à la microfissure supérieure
ou égale à 1 %, de préférence supérieure ou égale à 1,5 %
et/ou
dans lequel la différence entre l'épaisseur maximale de la couche et l'épaisseur minimale
de la couche est égale ou inférieure au coefficient 1,1.
15. Utilisation d'un revêtement pouvant être obtenu par un procédé selon l'une des revendications
1 à 8 afin d'améliorer la protection d'un substrat en métal léger contre les éraflures.