[0001] Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet des Sammelns und Bearbeitens von mehrteiligen
Druckprodukten und betrifft eine Einrichtung zum Sammeln von Druckprodukten gemäss
den Merkmale des Oberbegriffs des Patentanspruches 1 und ein Verfahren zum Herstellen
von Druckerzeugnissen mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruches 10.
[0002] Derartige Verfahren werden verwendet, um beliebige Druckereierzeugnisse, insbesondere
Zeitungen und Zeitschriften, in jeweils gewünschter Weise aus unterschiedlichen Druckprodukten,
insbesondere aus Haupt und Teilprodukten oder Bogen, zusammenzustellen.
[0003] in der Druckweiterverarbeitung wird der Begriff Sammeln im weiteren Sinn (i.w.S.)
oft als Überbegriff für das Zusammentragen, das Einstecken sowie das Sammeln im engeren
Sinne verwendet. Unter Sammeln im engeren Sinne ist dabei - im Gegensatz zum Einstecken
- das sequentielle Übereinanderlegen von Teilprodukten, zum Beispiel von Falzbogen
zu verstehen, bei dem die Teilprodukte in einer vorbestimmten Reihenfolge nacheinander
auf sattelförmige Auflagen abgelegt werden. Bei diesem Sammeln im engeren Sinne (im
Folgenden als Sammeln i.e.S. bezeichnet) wird von innen nach aussen gesammelt, da
das Teilprodukt, das im fertigen Druckerzeugnis innen liegt, als erstes Teilprodukt
auf die Auflagen abgelegt wird. Im Gegensatz dazu wird unter Einstecken das Sammeln
von aussen nach innen verstanden. Dem Fachmann sind verschiedenste Verfahren zur Herstellung
mehrteiliger Druckprodukte mittels Sammeln oder Einstecken bekannt.
[0004] Zur Herstellung derartiger Druckprodukte in Hochleistungsverfahren haben sich seit
Jahren Sammeln- und Einstecktrommeln der Ferag AG im Markt bewährt. Bei diesen Trommeln
werden beim Sammeln sattelförmige Träger, beim Einstecken V-förmige Abteile kontinuierlich
an einer Mehrzahl von Zugabe- oder Zuführstellen vorbeigeführt und an jeder Zuführstelle
wird mittels Zuführeinrichtungen üblicherweise ein weiteres Teilprodukt oder das Hauptprodukt,
beispielsweise ein weiterer Falzbogen, zum entstehenden Produkt zugegeben. Beim Sammeln
i.e.S. wird dabei üblicherweise mit einem innersten gefalteten Bogen, beim Einstecken
mit einem äussersten gefalteten Bogen oder Hauptprodukt begonnen.
[0005] Mit den bekannten Hochleistungs-Einrichtungen sind derzeit Leistungen von 40'000
bis über ca. 80'000 Druckereierzeugnisse pro Stunde herstellbar. Der Förderpfad der
Druckprodukte zwischen den aufeinander folgenden Zuführeinrichtungen, die oft als
Anleger bezeichnet werden, oder anderen Bearbeitungsstationen verläuft in den trommelförmigen
Vorrichtungen der jüngsten Produktgenerationen unregelmässig schraubenförmig, wobei
sich jeweils Bereiche ohne axialen Vorschub mit Bereichen mit axialem Vorschub abwechseln.
Bei Sammelvorrichtungen i.e.S., wie den Sammelhefttrommeln der Ferag AG, wie sie zum
Beispiel aus der
US 5324014 bekannt sind, werden die herzustellenden Druckprodukte auf sattelförmige Träger abgelegt.
Die Sequenz mit der die einzelnen Teilprodukte, respektive das Hauptprodukt, zusammengeführt
werden, entspricht normalerweise der Sequenz, in der die aufeinander folgenden Zuführeinrichtungen
mit den Produkten bestückt sind. Innerhalb einer Vorrichtung oder Trommel lässt sich
bei bekannten Verfahren und Vorrichtungen diese Sequenz innerhalb eines Durchlaufs
nicht verändern.
[0006] Die Möglichkeit, Teilprodukte in frühen Prozessstadien ausserhalb der Sammelvorrichtung
vorzubereiten, zum Beispiel zu kleben oder zu heften, ist bekannt, wird heute aber
immer noch in relativ geringem Mass ausgenutzt. Einige Gründe für die Abneigung der
Fachleute gegen das Zusammentragen von bereits vorgängig bearbeiteten Teilprodukten
sind in der
EP-B 0409770 aufgezählt. Sollen vorgefertigte Teilprodukte oder gleichzeitig auf verschiedenen
Prozessstrecken anfallende Teilprodukte zu einem Endprodukt verbunden werden, so wird
üblicherweise erst das fertig gesammelte Endprodukt in der Sammelvorrichtung oder
einer nachgeschalteten Bearbeitungsvorrichtung geklebt oder geheftet.
[0007] Ein Druckereierzeugnis, das zum Beispiel aus einem in einer Sammelhefttrommel gesammelten
und gehefteten Nachrichtenmagazin mit einem innenliegenden Faltprospekt besteht, kann
derzeit nur hergestellt werden, indem der Faltprospekt nach dem Heften des Nachrichtenmagazins
in dieses eingesteckt wird, nach dem Sammeln geheftet wird und das Faltprodukt anschliessend
in einem weiteren Bearbeitungsschritt eingesteckt wird.
[0008] Für den Fachmann sind die Begriffe Haupt- und Teilprodukt in Zusammenhang mit den
vorgängig erwähnten Arten des Sammelns i.e.S. und Einsteckens eindeutig belegt und
er kennt aus dem Stand der Technik die jeweilige relative Lage der Produkte zueinander,
deren Ausrichtung im Produktionsprozess und die zeitliche Abfolge ihrer Zuführung.
[0009] Aus der
CH 584153 bzw. der entsprechenden
US 3951399 ist eine Einstecktrommel bekannt, bei der an einer ersten Zuführstelle ein erstes
gefalztes Druckprodukt, zum Beispiel ein Hauptprodukt, mit seinem Falz voraus, in
einen taschenförmigen Aufnahmeteil eines Zellenrades eingeführt wird und im Zuge einer
Umdrehung des Zellenrades das Druckereiprodukt geöffnet und zur nächsten in Axialrichtung
versetzt angeordneten Zuführstelle gefördert wird. Bei dieser nächsten Zuführstelle
wird ein weiteres, gefaltetes Druckereiprodukt in das erste geöffnete Druckereiprodukt
eingesteckt. Es wird beschrieben, dass an weiteren nachgeschalteten Zuführstellen
weitere Druckereiprodukte in das erste geöffnete Druckereiprodukt eingesteckt werden,
wobei jeweils das bereits eingesteckte Druckereiprodukt geöffnet wird, um das Einstecken
des nächstfolgenden Druckereiprodukts zu ermöglichen. Die derart gebildeten mehrteiligen
Endprodukte oder Erzeugnisse weisen also einen zuerst in die Einstecktrommel zugeführten
Aussenteil und mindestens einen darin angeordneten Innenteil auf. Bei diesem Sammeln
von aussen nach innen ist wie bereits erwähnt, die Reihenfolge oder Sequenz der Produkte
im fertigen Erzeugnis von der Reihenfolge, respektive der Bestückung der Zuführeinrichtungen
festgelegt. So kann zum Beispiel ein von einer in der Sequenz dritten Zuführeinrichtung
nicht als Hauptprodukt unterhalb den von einer ersten und zweiten Zuführeinrichtung
eingesteckten Teilprodukte zu liegen kommen. Die Flexibilität der Vorrichtung beim
Herstellen der Druckerzeugnisse ist entsprechend beschränkt.
[0010] Aus der
EP 454343 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, mit welchem bzw. mit welcher auch
andere Arten von mehrteiligen Druckereierzeugnisse als bisher bekannt hergestellt
und bekannte Druckereierzeugnisse auf andere Weise zusammengefügt werden können. Dabei
werden mindestens ein Innenteil und ein Aussenteil nicht ausschliesslich durch Sammeln
i.e.S. zu einem Endprodukt zusammengefügt, wobei der gefalzte Aussenteil am Schluss
mit seinem dem Falz gegenüberliegenden offenen Seitenrand voraus rittlings über den
Innenteil gelegt wird. Dadurch, dass erst am Schluss der Aussenteil hinzugefügt wird,
können Innenteile in beliebiger Art und Weise zusammengefügt werden. So besteht beispielsweise
die Möglichkeit, dass die Innenteile gesammelt i.e.S, oder ineinander eingesteckt
werden. Es ist aber auch möglich, dass über einen Innenteil oder mehrere zusammengefügte
Innenteile ein weiterer Innenteil rittlings abgelegt wird, und gegebenenfalls mindestens
ein weiterer Innenteil seitlich dazugefügt wird. Am Schluss wird dann der Aussenteil
rittlings über alle zusammengefügten Innenteile gelegt. Das Verfahren ermöglicht somit
die Herstellung von Druckereierzeugnissen, in welchen jeweils der dem Falz gegenüberliegende
offene Seitenrand eines Innenteils entlang dem Falz des Aussenteils verläuft. In der
Praxis hat sich gezeigt, dass der Transport der mehreren unterschiedlich ausgerichteten
Innenteile oder Teilprodukte in Axialrichtung entlang der translativen Förderstrecke,
die in der Trommel zudem von der rotativen Komponente überlagert ist, nicht unproblematisch
ist. Das Verfahren und die Vorrichtung gemäss der
EP 454343 bieten zwar bereits ein hohes Mass an Flexibilität bei der Zusammenstellung der Endprodukte,
ein Produkt, bei dem die im Endprodukt vorliegende Sequenz der Teilprodukte von der
Abfolge der Zuführeinrichtungen in Förderrichtung entlang der Förderstrecke abweicht,
lässt sich jedoch auch hier nicht realisieren.
[0011] Für das Verständnis der vorliegenden Erfindung ist es von Bedeutung, die Gemeinsamkeiten
und die Unterschiede der rotativen Sammelvorrichtungen, das heisst der Sammeltrommeln
i.e.S. und Einstecktrommeln und die bei den bekannten rotativen Verfahren vorliegenden
Einschränkungen kurz zu betrachten. Anhand einiger nachfolgend beschriebener Ausführungsformen
wird der Stand der Technik der rotativen Sammelprinzipien dargelegt.
[0012] Die
CH 584153 zeigt eine "klassische Einstecktrommel" zum Einstecken von Druckprodukten, die um
eine einzige Achse umläuft. Zentrales Element der Einstecktrommel ist das horizontalachsige
langgestreckte Zellenrad mit axial aufeinander folgenden Abschnitten. Das Zellenrad
ist dadurch gekennzeichnet, dass die eingesteckten Druckbogen nicht nur eine zweidimensionale
Bahn, sondern eine wendel- bzw. schraubenlinienförmige Bahn beschreiben, d.h. eine
räumliche Kurve. Mittels Vorschubmitteln, zum Beispiel Walzenbahnen die in Verbindung
mit Druckelementen ausgebildet sind, werden die Druckbogen längs der Achse von Abschnitt
zu Abschnitt verschoben und so vollständige, jedoch noch ungeheftete Druckprodukte
gebildet, die am Ende der Trommel bei einer Entnahmestelle entnommen werden.
[0013] In der
DE 2447336 ist eine Einsteck- und Sammeltrommel beschrieben, die insbesondere zum Einstecken
mindestens eines Vorproduktes in ein gefaltetes Hauptprodukt genutzt werden kann.
Es ist jedoch bereits vorgesehen, dass auch das Sammeln i.e.S. von innen nach außen
durchgeführt werden könnte, wobei an einem Ende des Zellenrades die innerste Sektion
und darauf folgend nacheinander die immer weiter aussen liegende Sektion zugeführt
werden müssen. Es ist offenbart, dass die Falzbogen von innen nach aussen auf Auflagen
gesammelt werden können und auf einer Wendel- oder Schraubenlinie um die zentrale
Achse gefördert werden, wobei die Falzbogen von Eingabestelle zu Eingabestelle mittels
Vorschubmitteln verschoben werden. Des Weiteren entnimmt der Fachmann der Schrift,
dass die Druckbogen den Auflagen bevorzugt kontinuierlich mittels sogenannter Klammertransporteure
zugeführt werden. Eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit wird durch eine kontinuierliche
Übergabe der Falzbogen aus den Klammertransporteuren und durch ein Verschieben der
Falzbogen von Abteil zu Abteil des Zellenrades erreicht. Der Fachmann rechnet auch
Umlaufsammler, wie sie zum Beispiel aus der
EP 0095603 bekannt sind, der rotativen Sammeltechnik zu. Ein um zwei Achsen umlaufender Sammelhefter
bildet hierbei an Stelle einer Trommel das zentrale Element der Vorrichtung. Wie bei
den Sammeltrommeln lassen sich Anlegestationen oder andere Zuförderer zur Beschickung
der umlaufenden Aufnahmesättel einsetzen. In der
EP 0095603 sind Zuförderer mit Greifern beschrieben, die an einem umlaufenden Zugorgan voneinander
beabstandet befestigt sind und deren Abgabebereiche im Wesentlichen gleichsinnig wie
die Förderrichtung des Sammelförderers verlaufen. Dadurch wird ein kontinuierliches
Einkämmen der Druckbogen über einen längeren Förderweg bewirkt, so dass sich Schwierigkeiten
der Beschickung mittels Anlegestationen vermeiden lassen.
[0014] Den bekannten rotativ arbeitenden Vorrichtungen und Verfahren ist gemeinsam, dass
die zu fördernden Haupt- und/oder Teilprodukte in der Trommel hinsichtlich der radialen
Komponente der Förderrichtung mit quer zum Förderweg ausgerichteter Auflagekante und
hinsichtlich der axialen oder translativen Komponente der Förderrichtung längs oder
Parallel zur Förderichtung ausgerichtet sind.
[0015] Weitere, eine Verarbeitungstrommel aufweisende Einrichtungen zum Verarbeiten von
Druckereiprodukten sind beispielsweise aus der
EP-A 0341425,
EP-A 0341424 und
EP-A 0341423, sowie den entsprechenden US-Patentschriften
US 5052667,
US 5052666 und
US 4981291 bekannt Mittels diesen Einrichtungen werden gefaltete Druckereiprodukte durch rittlingsweises
aufeinander Ablegen auf die Wandelemente der Verarbeitungstrommel gesammelt und die
gesammelten Druckereiprodukte gegebenenfalls mit einer Klammerheftung versehen oder
es werden die Druckereiprodukte in den Abteilen der Verarbeitungstrommel durch Nebeneinanderlegen
oder durch Einführen von Druckereiprodukten in andere gefaltete Druckereiprodukte
zusammengetragen bzw. eingesteckt.
[0016] Es wurde bereits in der
EP 0681979 beschrieben, dass bestimmte Bearbeitungsvorgänge an Druckereiprodukten in Verarbeitungstrommeln
nicht oder nur mit grossem Aufwand durchgeführt werden können. Überdies gibt es Bearbeitungsvorgänge,
die einen erheblichen Zeitbedarf aufweisen oder aus einer Anzahl aufeinander folgender
Arbeitsschritte bestehen. Dies bedingt, bei gleich bleibender Verarbeitungskapazität,
grosse Baulängen der Verarbeitungstrommel, was neben dem erhöhten Platzbedarf auch
zu konstruktiven Problemen führen kann.
[0017] In der
EP 0681979 ist daher bereits die Ausführung gewisser Bearbeitungsschritte an den Druckereiprodukten
oder die Beigabe zusätzlicher Erzeugnisse zu den Druckprodukten nicht mehr in der
Verarbeitungstrommel, sondern in einem Rundlauf vorgeschlagen. Die Druckereiprodukte
behalten dabei bei der Übergabe von der Verarbeitungstrommel an den Rundlauf und vom
Rundlauf zurück an die Verarbeitungstrommel ihren Zustand unverändert bei. Da der
Rundlauf entlang einer praktisch beliebigen Bewegungsbahn geführt werden kann, ist
die Möglichkeit für die unterschiedlichsten Bearbeitungsschritte im Bereich des Rundlaufes
ausserhalb der eigentlichen Verarbeitungstrommel gegeben. Der Rundlauf bietet insbesondere
die Möglichkeit, die Druckprodukte für die Durchführung spezieller Bearbeitungsschritte
oder das Zuführen zusätzlicher Erzeugnisse von der Verarbeitungstrommel wegzuführen
und zur Weiterverarbeitung wieder zu dieser zurückzuführen. Es wird weiter vorgeschlagen,
dass mittels Rundlauf das Überführen der vorgängig gesammelten Druckprodukte von einer
Verarbeitungstrommel zur anderen ermöglicht wird. Als wesentlicher Vorteil der
EP 0681979 ist beschrieben, dass die Druckereiprodukte bei der Übergabe vom Rundlauf an die
Verarbeitungstrommel oder umgekehrt ihren Zustand beibehalten. Es ist offenbart, dass
die Einrichtung gemäss
EP 0681979 geeignet ist, sowohl rittlingsweise auf den Wandelementen der Verarbeitungstrommel
und den Trennelementen des Rundlaufs angeordnete und/oder zwischen den Wandelementen
in die Abteile der Verarbeitungstrommel und zwischen den Trennelementen in die Aufnahmeteile
des Rundlaufs eingeführte Druckereiprodukte zu verarbeiten. Innerhalb der Anteile
eines Rundlaufs die ausserhalb der Verarbeitungstrommel angeordnet sind, werden die
Druckprodukte nicht in axialer Richtung gefördert.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsformen gemäss der Figur 8 ist in der
EP-A 681979 zudem vorgeschlagen, dass durch die sequentielle Anordnung von zwei Rundläufen die
herzustellenden Druckprodukte mittels eines ersten Rundlaufes aus der Trommel entfernt
und mittels eines zweiten, in Axialrichtung stromabwärts angeordneten Rundlaufes,
wieder der Trommel zugeführt werden.
[0019] In der Figur 9 ist eine Ausführungsform gezeigt, in der in einer Verarbeitungseinrichtung
drei Verarbeitungstrommeln durch zwei Umläufe miteinander verbunden sind. Die Überführung
der Druckereiprodukte von der einen Verarbeitungstrommel zur nächsten oder das Wegführen
der Druckereiprodukte von einer Verarbeitungstrommel, erfolgt jeweils mittels Rundläufen.
[0020] Die in der
EP 0681979 vorgeschlagenen Anordnung, erlauben bereits ein hohes Mass an Flexibilität bei der
Herstellung von Druckerzeugnissen aus mehreren Druckprodukten. Die Reihenfolge der
Druckprodukte im fertigen Druckerzeugnis, ist zudem weiterhin durch die Abfolge der
Zuführeinrichtungen entlang der Förderstrecke bestimmt.
[0021] Bei keiner der bekannten Hochleistungs-Sammelvorrichtungen im weiteren Sinne lässt
sich in nur einer Vorrichtung die Sammelrichtung, das heisst die fest vorgegebene
Richtung der sequentiellen Anordnung der Produkte im fertigen Erzeugnis, durchbrechen,
ändern oder umkehren. Es lässt sich beilspielsweise in keiner bekannten Sammelhefttrommel
eine Zeitschrift sammeln (i.e.S.), heften und anschliessend in der Selben Trommel
noch ein Falzprospekt einstecken.
[0022] Bei allen bekannten Sammeltrommeln i.e.S. kann entsprechend in der vorgegebenen Sequenz
nur von innen nach aussen gesammelt werden. Bei allen bekannten Einstecktrommeln lässt
sich entlang des Förderpfads nur von aussen nach innen einstecken.
[0023] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Verarbeiten von Druckprodukten mittels Sammeln, Transportieren, optionalem Heften
oder Kleben und weiteren optionalen Bearbeitungsschritten zur Verfügung zu stellen,
die die Nachteile der bekannten Vorrichtungen und Verfahren vermeiden und zudem eine
wesentlich höhere Flexibilität beim Zusammenstellen der herzustellenden Druckerzeugnisse
erlaubt. Dies soll ermöglicht werden, ohne dass bei der Qualität des Produktionsergebnisses
Abstriche gemacht werden müssen und ohne dass die hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten
reduziert werden müssen.
[0024] Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Änderung der Zusammensetzung
des Druckerzeugnisses mit niedrigem Aufwand zu ermöglichen.
[0025] Diese Aufgabe wird gemäss der vorliegenden Erfindung durch eine Vorrichtung mit den
Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruches 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen
des Anspruches 10 gelöst.
[0026] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren können in ein und derselben Verarbeitungstrommel
Druckerzeugnisse hergestellt werden, bei denen Druckprodukte entlang des Förderpfades
in der Trommel kombiniert von aussen nach innen und von innen nach aussen gesammelt
(i.w.S.) werden. Die axiale Abfolge der Zuführeinrichtungen entlang der Trommel bestimmt
dank der vorliegenden Erfindung nicht mehr länger die Reihenfolge der Teilprodukte
im fertigen Erzeugnis. In Einstecktrommeln, in denen auf bekannte Weise von aussen
nach innen gesammelt wird, erlaubt es die vorliegende Erfindung, diese Abfolge zu
durchbrechen und abschnittsweise von innen nach aussen zu sammeln, wobei dieses Sammeln
von innen nach aussen sozusagen unter Beibehaltung der Stellung der zuzuführenden
Produkte, mit dem Falz zur Trommelachse gerichtet, erfolgt.
[0027] Bei Sammeltrommeln im engeren Sinne ermöglicht die Erfindung das Sammeln von innen
nach aussen durch einen oder mehrere Sammelschritte von aussen nach innen zu ergänzen.
Das Sammeln von aussen nach innen erfolgt dabei wiederum ohne dass die Stellung der
zugeführten Produkte, mit dem Falz von der Trommelachse weg gerichtet, geändert werden
muss.
[0028] Anhand einer einfachen Ausführungsform einer Sammelhefttrommel soll die erfinderische
Grundidee des inversen Sammelns genauer dargelegt werden. In ein geheftetes Druckerzeugnis
soll ein Faltprospekt eingefügt werden. In einer Sammelhefttrommel werden dazu eine
Anzahl von Druckbögen auf bekannte Weise auf einem sattelförmigen Träger beim Vorbeitransport
an mehreren Zuführstationen, die jeweils einem Trommelabschnitt zugeordnet sind, gesammelt
und bei Bedarf mit einem Heftapparat, wie er zum Beispiel aus der
EP-A 0546326 bekannt ist, geheftet. Diese gehefteten Produkte werden quer zur Axialrichtung aus
der Trommel gefördert und einer Nebenfördereinrichtung, vorzugsweise einem Klammerförderer
mit einer anfangsseitigen Entnahme- und einer endseitigen Rückführvorrichtung zugeführt.
Sie durchlaufen nun eine Nebenförderschlaufe und werden in einem stromabwärts liegenden,
beispielsweise einem übernächsten Abschnitt, wieder der Trommel zugeführt. In einem
zwischen Ausführungs- und Rückführungsvorrichtung liegenden Abschnitt wird ein weiteres
Druckprodukt, gemäss dem Beispiel ein Faltprospekt, mit Hilfe einer weiteren Zuführeinrichtung
auf die nun nicht belegten sattelförmigen Träger abgelegt. Auf dem Faltprospekt wird
im nachfolgenden Abschnitt die bereits geheftete Zeitschrift abgelegt. Betrachtet
man das fertige Beispielprodukt, so erkennt man, dass mittels der Speicherschlaufe
und des erfindungsgemässen Verfahrens eine von innen nach aussen gesammelte Zeitschrift
mit einem invers eingesteckten Faltprospekt auf einer Sammeltrommel hergestellt wurde.
[0029] Bei einer Einstecktrommel kann, wie bekannt, von aussen nach innen gesammelt werden,
so dass zum Beispiel entlang eines Förderpfades mehrere Teilprodukte von aussen nach
innen gesammelt werden, in einem anschliessenden Abschnitt wiederum mittels einer
Speicherfördereinrichtung aus der Trommel entnommen, in der Speicherschlaufe geheftet
und in einem übernächsten Abschnitt zurück in die Trommel geführt werden. Im zwischenliegenden
Abschnitt wird zum Beispiel jeweils ein Hauptprodukt oder ein Umschlag in die nun
nicht belegten V-förmigen Abteile eingesteckt und in den nachfolgenden Abschnitt der
Trommel gefördert, in dem er geöffnet oder offen gehalten wird und zum Empfang der
vorgängig zusammengehefteten Teilprodukte bereit steht. In bevorzugten Ausführungsformen
lassen sich die zusammengehefteten Teilprodukte in den Umschlag einkleben. Dazu wird
eine ausreichende Menge Klebstoff in den Innenfalz des Umschlags am Grunde des V-förmigen
Abteils eingebracht, bevor die gehefteten Teilprodukte eingesteckt werden. Die Klebestellen
lassen sich gemäss bevorzugter Ausführungsformen auch auf dem Teilprodukt anbringen.
Das Enderzeugnis ist eine Zeitschrift mit einem Innenteil aus Teilprodukten, die auf
bekannte Weise von aussen nach innen gesammelt sind und bei der Umschlag und geheftete
Teilprodukte in inverser Weise von innen nach aussen gesammelt sind. Insbesondere
bei dünnen Umschlagbögen lässt sich mit dem oben beschriebenen Verfahren gemäss der
vorliegenden Erfindung vermeiden, dass der dünne Bogen durch die ganze Trommel gefördert
werden muss. Das Risiko, dass er dabei zusammensackt oder gestaucht wird, lässt sich
somit stark reduzieren.
[0030] Im Gegensatz zu bisher bekannten Verfahren, bei denen die Haupt-, Teil- und Vorprodukte
in einer Sammeltrommel nur entweder in Sammelrichtung von innen nach aussen oder von
aussen nach innen gesammelt werden konnten, lassen sich mittels der Vorrichtungen
und der Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung beide Sammelrichtungen kombinieren,
ohne dass die Ausrichtung der Produkte in Bezug auf die Trommelachse gekehrt werden
muss.
[0031] Entgegen der bisher bekannten Lehre lässt sich in einer einzigen Sammeltrommel nun
nicht mehr nur in der Sequenz P1-> P2-> P3 sammeln, die der Sequenz der Produkte in
den aktiven Zuführeinrichtungen entspricht, sondern es lässt sich durch Einsatz einer
erfindungsgemässen Nebenförderstrecke die Produktsequenz P3-> P1-> P2 herstellen,
ohne dass Produkte in den Zuförderern ausgetauscht werden müssen. Je höher die Anzahl
der zu sammelnden Produkte ist, desto höher sind die Variationsmöglichkeiten.
[0032] Diese Teilprodukte werden in der Speicherschlaufe vorzugsweise mit bekannten Klammerförderern
gefördert, auch wenn dies bedeutet, dass die zu fördernden Produkte dabei geschlossen
werden müssen. Beim Sammeln i.e.S. bedeutet dies, dass die Produkte vor dem Rückführen
in die Sammeltrommel wieder geöffnet werden müssen.
[0033] Das Einkämmen der entnommenen Teilprodukte zurück auf die mit der Trommel rotierenden
Trommelauflagen lässt sich zum Beispiel mittels Verfahren und Vorrichtung, wie sie
in der
EP-A 0600216 oder
EP-A 0647382 offenbart sind, bewerkstelligen. Die geschlossenen, gefalteten Druckprodukte werden
dabei in Hängelage bei ihrem Falz von einer Klammer eines Förderers gehalten und in
ihrem vom Falz entfernten Endbereich gestützt transportiert. Mit Hilfe eines schneckenartigen
Einstechelements werden die Druckprodukte geöffnet, das heisst, die beiden Produktschenkel
werden voneinander wegbewegt und beidseitig über dem zur Aufnahme vorgesehenen Sattel
aus der Klammer freigegeben. Der Fachmann kennt verschiedene weitere Verfahren, bei
denen mittels Falzgreifern oder Sauggreifern die zuzufördernden Produkte geöffnet
werden können.
[0034] Gemäss weiterer Ausführungsformen werden die im Nebenförderer geförderten Produkte
nicht geschlossen, sondern aktiv von entsprechenden Mitteln offen gehalten. Dies kann
zum Beispiel dadurch bewerkstelligt werden, dass jeweils ein nachlaufender Schenkel
eines in Förderrichtung ersten Produktes zusammen mit einem vorlaufenden Schenkel
eines nachfolgenden zweiten Produktes gemeinsam von Klemmelementen gehalten wird.
Solche Ansätze zum geöffneten Produkttransport sind zum Beispiel aus der
EP-A 1809557 bekannt.
[0035] Gemäss weiterer bevorzugter Ausführungsformen wird sicher gestellt, dass eine in
Förderrichtung entlang der Mantellinie führende Kante der ausgeförderten Produkte
beim Rückfördern wiederum in Förderrichtung führend ist. Bei diesen Ausführungsformen
muss die Orientierung der Produkte in den, entlang des Hauptförderweges, das heisst
entlang der der Trommel, angeordneten Zuführeinrichtungen nicht geändert werden. Jedes
Produkt behält seine diesbezügliche Ausrichtung bis in das Enderzeugnis bei, unabhängig
davon, ob es einen Nebenförderweg durchläuft oder nicht. Die Ausrichtung hinsichtlich
Förderrichtung entlang der Mantellinie spielt insbesondere bei der Verarbeitung mehrfach
gebrochener Falzbogen eine entscheidende Rolle. Falls zum Beispiel die in Förderrichtung
entlang der Mantellinie führende Falzkante eine Falzkante ist, die auch nach dem Beschnitt
im Enderzeugnis bestehen bleibt.
[0036] In einfachen Ausführungsformen könnte in einem oberen Bereich des Trums ausgefördert
und nach hängendem Durchlaufen einer im wesentlichen U-förmigen Nebenförderstrecke
in einem stromabwärts angeordneten Trommelabschnitt auf die inzwischen gesammelten
Produkte abgelegt/respektive bei einer Einsteckvorrichtung in diese eingesteckt werden.
Durch die einfache U-förmige Neben-Förderstrecke wird die Orientierung hinsichtlich
der Förderrichtung entlang der Mantellinie gekehrt. Die vor dem Ausfördern vorlaufende
Kante des jeweiligen Druckprodukts ist nach dem Rückführen zur nachlaufenden Kante
geworden. Durch einen gezielten Einsatz dieses Effektes lassen sich auf einfache Weise
originell zusammengestellte mehrteilige Druckerzeugnisse in verschiedensten Varianten
herstellen.
[0037] Ist ein solcher Wechsel in der Orientierung nicht gewünscht, so werden die vorgängig
in der Trommel erstellten Zwischenprodukte vorzugsweise entweder im Bereich des unteren
Trums entnommen oder in einer einfachen Raumkurve unter Beibehaltung der Förderrichtung
entlang der Mantellinie zum oberen Trum in einem stromabwärts liegenden Trommelabschnitt
gefördert. In einer Projektion in Richtung der Trommelachse wird dabei im einfachsten
Fall lediglich ein Bogen von 180° durchlaufen. Werden die Produkte im oberen Bereich
des Trums ausgefördert und stromabwärts wieder im oberen Bereich des Trums zurückgeführt,
so muss im einfachsten Fall zumindest ein vollständiger Kreisbogen von 360° in der
Nebenförderstrecke zurückgelegt werden. Der Drehsinn der Nebenförderstrecke in Bezug
auf die Trommelachse kann dabei im einfacheren Fall gegensinnig zur Drehrichtung der
Trommel gewählt sein. Wird die Nebenförderstrecke um die Trommel herumgeführt, so
kann der Drehsinn beider gleich sein.
[0038] Art und Anordnung der für die Nebenförderung nötigen Aus- und Rückführeinrichtungen,
sowie die allfällig unterschiedlichen Fördervorrichtungen auf der Nebenförderstrecke
können vom Fachmann nach Bedarf aus dem Stand der Technik gewählt und anhand der technischen
Lehre gemäss der vorliegenden Erfindung vorteilhaft kombiniert werden.
[0039] Die Vorrichtungen und Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung werden vorzugsweise
auch bei der Herstellung von individualisierten Druckprodukten eingesetzt. Sie ermöglichen
es, bei minimalem verfahrens- und anlagentechnischem Mehraufwand gegenüber bestehenden
Systemen, einen nahezu beliebigen Individualisierungsgrad der herzustellenden mehrteiligen
Druckerzeugnisse zu erzielen. Der Individualisierungsgrad der herzustellenden Erzeugnisse
reicht bis zu einer vollständig Adressat-spezifisch zusammengestellten Zeitschrift
oder Zeitung, bei der die Reihenfolge der einzelnen gesammelten Produkte im fertigen
Erzeugnis nach einem vorbekannten Abonnenten-Profil ausgewählt ist. Für einen sportinteressierten
Abonnenten kann der Sportbund als Hauptprodukt aussen angeordnet werden, für einen
wenig sportbegeisterten Leser kann der Sportbund nach innen verlegt werden.
[0040] Das Ausführen der Produkte in die Nebenförderstrecke muss nicht zwingend in einem
eigenen Trommelabschnitt erfolgen, sondern kann durchaus zum Beispiel im selben Trommelabschnitt
erfolgen, in dem zum Beispiel vorgängig ein Teilprodukt zugeführt wurde. Ebenso lässt
sich die Rückführung in einem Trommelabschnitt bewerkstelligen, in dem anschliessend
noch ein weiteres Produkt zugeführt wird oder ein Verarbeitungsschritt durchgeführt
wird. Der einfacheren Verständlichkeit halber soll im Folgenden aber jeweils jedem
Zu-, Aus- und Rückführschritt jeweils ein "eigener" Trommelabschnitt zugeordnet werden.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0041] Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand der in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0042] Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1
- in perspektivischer Darstellung eine erfindungsgemässe Einrichtung mit einer Verarbeitungstrommel
zum Verarbeiten von gefalteten Druckprodukten und einer im Bereich der Verarbeitungstrommel
angeordneten Speicherstrecke zur Entnahme und Rückführung und allfälligen Vornahme
spezieller Verarbeitungsschritte an den Druckprodukten;
- Fig. 2
- in perspektivischer Darstellung eine erfindungsgemässe Einrichtung mit einer Verarbeitungstrommel
und einer im Bereich der Verarbeitungstrommel angeordneten Speicherstrecke gemäss
einer weiteren Form der Erfindung;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf eine Sammelhefttrommel gemäss einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4
- eine schematische lineare Abwicklung eines Teils des tatsächlich schraubenförmigen
Verarbeitungs- und Förderwegs in einer Sammeltrommel entlang mehrerer Zuführstationen
gemäss dem Stand der Technik, wobei ein bestimmtes zuzuführendes Druckprodukt mit
einem Dreieck gekennzeichnet ist; und
- Fig. 5
- eine schematische lineare Abwicklung eines Teils des tatsächlich schraubenförmigen
Verarbeitungs- und Förderwegs in einer Sammeltrommel entlang mehrerer Zuführstationen
und der Entnahme und Rückführeinrichtungen der Speicherstrecke gemäss einer Ausführungsform
gemäss der Erfindung, wobei der Förderpfad innerhalb der Trommel strichliniert angedeutet
und ein bestimmtes zuzuführendes Druckprodukt mit einem Kreis gekennzeichnet ist.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0043] Fig. 1 zeigt eine Einrichtung 1 zum Verarbeiten von Druckereiprodukten P1 mit einer
um eine horizontale Drehachse A in Drehrichtung D kontinuierlich angetriebenen Verarbeitungstrommel
10. An einer zur Drehachse A koaxialen Drehwelle 11, die in bekannter Art und Weise
mit einem Antriebsmotor verbunden und beiderends an einem nicht gezeigten Maschinenständer
gelagert ist, ist ein rad- oder walzenartiges Tragelement angeordnet, von dem radiale
Wandelemente 12 in Richtung gegen aussen abstehen und mit ihren radial äusseren Enden
sattelförmige Auflagen 20 bilden, die parallel zur Drehachse A verlaufen und eine
zylindrische Mantelfläche definieren. Die Auflagen 20 sind in Umfangsrichtung der
Verarbeitungstrommel 10 gleichmässig verteilt und umfassen Mittel zum Verschieben
der auf ihnen abgelegten Druckprodukte in axialer Richtung F, also in Richtung der
Mantellinie. Da diese lineare Verschiebung der Produkte von der Rotationsbewegung
der Trommel überlagert wird, werden die zu bearbeitenden Produkte tatsächlich über
die angedeutete schrauben- oder wendelförmige Raumkurve in der Trommel gefördert.
Bei Einstecktrommeln sind entsprechend zwischen den längsverlaufenden Wandelementen
12 voneinander getrennte Abteile 13 ausgebildet.
[0044] Nachdem ein erstes Teilprodukt P1 von einer ersten nicht weiter dargestellten Zuführeinrichtung
40, zum Beispiel von einem Kettenförderer, in einem ersten Trommelabschnitt 14 auf
eine der sattelförmigen Auflagen gelegt wurde, erfolgt deren Rotation um die Zylinderachse
A bei gleichzeitiger kontinuierlicher Verschiebung in Mantellinienrichtung in einen
in Förderrichtung stromabwärts anschliessenden Trommelabschnitt 15. Dort wird nach
einer vollen Trommelumdrehung ein weiteres Teilprodukt auf das erste Teilprodukt von
einer ebenfalls nicht weiter dargestellten Zuführeinrichtung abgelegt, wie es vom
Sammeln von innen nach aussen bekannt ist. Die beiden Teilprodukte werden rittlings
übereinander liegend in den anschliessenden dritten Trommelabschnitt 16 gefördert
in dem ein weiteres Produkt zugeführt wird. Die drei rittlings übereinander liegenden
Teilprodukte werden weiter entlang der wendelförmigen Förderkurve in den Abschnitt
17 gefördert und auf dem Weg dahin von einem nicht gezeichneten Heftapparat zusammengeheftet.
[0045] Im Trommelabschnitt 17 werden die gehefteten Produkte im Bereich des unteren Trums
der Trommel aus der Trommel geführt. Dies erfolgt zum Beispiel mittels einer Ausfördervorrichtung
51, die den ersten Abschnitt einer erfindungsgemässen Nebenförderstrecke 50 bildet.
Im nächstfolgenden Trommelabschnitt 18 wird auf die nun nicht belegte sattelförmige
Auflage mit einer weiteren Zufördereinrichtung 44 ein viertes Teilprodukt abgelegt,
das nach der Rückführung des vorgängig gehefteten Produktes aus der Nebenförderstrecke
50 unter diesem, das heisst bezogen auf das herzustellende Erzeugnis innen, zu liegen
kommt. Den Transport der Produkte von der Ausfördervorrichtung 51 zur stromabwärts
an der Trommel angreifenden Rückfördereinrichtung 53 erfolgt zum Beispiel mittels
Klammertransporteur 52, so dass die Produkte von der Ausförderung bis zur Rückförderung
nur ein einziges Mal von einer Klammer gefasst werden müssen. Die Rückführung des
gehefteten Teilproduktes in die Trommel erfolgt mittels einer Rückfördereinrichtung
53 im Abschnitt 19, die im wesentlichen einer Vorrichtung entspricht, wie sie aus
der
EP-A 0600612 bekannt und weiter oben bereits kurz beschrieben ist. Der letzte Abschnitt 20 der
Verarbeitungstrommel, in der Zeichnung am rechten Ende der Trommel, ist ein Wegführabschnitt
20 mit einem, an der Oberseite des Trums angeordneten, Wegförderer 90 mit den Druckerzeugnissen
E.
[0046] In der Figur 2 ist gemäss einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
im Ausförder-Abschnitt 17 ein am oberen Trum der Trommel angreifender Kettenförderer
61 angedeutet, der die vorgängig in Abschnitten 14 bis 16 gesammelten und gehefteten
Produkte aus der Trommel entnimmt und entlang einer wendelförmigen Raumkurve 62 zur
Rückfördereinrichtung im vorletzten Trommelabschnitt 19 transportiert. Die wendelförmige
Raumkurve 62 stellt sicher, dass die in Förderrichtung führende Kante der ausgeförderten
Produkte beim Rückfördern mittels Rückförderer 63 wiederum in Förderrichtung führend
ist.
[0047] Während in den beiden Ausführungsbeispielen gemäss der Figuren zwei sehr einfache
Varianten der Nebenförderstrecke 50, 60 angedeutet sind, ist es für den Fachmann einfach
nachvollziehbar, dass die vorliegende Erfindung einen quasi beliebig langen und komplexen
räumlichen Verlauf der Nebenförderstrecke gestattet.
[0048] Während der Förderung der Produkte lassen sich, wie bereits vorgängig erwähnt, verschiedenste
Verarbeitungsschritte wie zum Beispiel seitliches Beschneiden, Bedrucken mit Adresscodes,
Bekleben mit Etiketten und andere durchführen. Bei weiteren, ebenfalls nicht in den
Figuren dargestellten bevorzugten Ausführungsformen wird nicht in der Trommel, sondern
ausserhalb der Trommel in der Nebenförderstrecke geheftet.
[0049] Anhand der einfachen schematischen Darstellungen der Figuren 4 und 5 sollen wesentliche
Merkmale eines erfindungsgemässen Sammelns i.e.S. noch mal schrittweise aufgezeigt
werden. Dem bekannten Sammelverfahren gemäss der Figur 4 ist in der Figur 5 ein neues
Verfahren gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung gegenübergestellt.
Im Schema der Figur 4 zum Stand der Technik ist ein herkömmlicher Sammelvorgang dargestellt,
bei dem vier Druckprodukte P1 bis P4 nacheinander in vier Abschnitten einer nicht
dargestellten Sammeltrommel von innen nach aussen gesammelt werden. Der besseren Übersichtlichkeit
willen wurde auf die Darstellung der korrekten relativen Lage der einzelnen Produkte
zueinander und ihrer Lage in der Trommel verzichtet. Im dargestellten Schema wurde
versucht die zeitliche Abfolge beim Sammeln in vier Trommelabschnitten oder Segmenten
S1 bis S4, die entlang der axialen Hauptförderrichtung F, das heisst parallel zur
Trommelachse angeordnet sind, darzustellen. Vier zusammenzufügende Druckprodukte P1
bis P4 sind jeweils in der oberen Hälfte der Figur angeordnet und werden nacheinander
in der genau vorgegebenen Abfolge 1 bis 4 mittels jeweils einer nicht dargestellten
Zuführeinrichtung der Trommel zugeführt, so dass das zu erstellende Erzeugnis über
die Zeit und über die Förderstrecke schrittweise von innen nach aussen gesammelt wird.
Nachdem bereits drei Produkte P1 bis P3 zu einem Teilprodukt T3 vereint sind, lässt
sich in der Sammeltrommel des Standes der Technik ein weiteres Produkt P4 nur noch
aussen auf dem Teilprodukt T3 auflegen, so dass das Endprodukt E1 entsteht, bei dem
die Abfolge der Produkte P1 bis P4 von innen nach aussen zwingend P1-> P2-> P3-> P4
ist. Für den Fall, dass geheftet werden soll, muss das Produkt P1 zwingend mit geheftet
werden. Lose lassen sich höchstens die äusseren Produkte P3 und/oder P4 auflegen.
Ein geheftetes Produkt mit einer inneren losen Beilage lässt sich in der Vorrichtung
gemäss Figur 5 nicht herstellen.
[0050] Wesentlich mehr Möglichkeiten bietet hingegen die Ausführungsform des erfindungsgemässen
Verfahrens, wie es in der Figur 5 dargestellt ist. Es werden wiederum in einer Sammeltrommel
i.e.S. vier Druckprodukte P1 bis P4 zu einem Druckerzeugnis verarbeitet. Zur Verdeutlichung
der Unterschiede zum bekannten Verfahren gemäss der Figur 4 ist das Produkt P4 mit
einem Punkt gekennzeichnet. In den ersten drei Trommelabschnitten 14, 15 und 16 werden
wiederum auf bekannte Weise drei Produkte P1, P2 und P3 zum Teilprodukt T3 von innen
nach aussen gesammelt. Dieses Teilprodukt T3 kann geheftet oder ungeheftet aus der
Trommel entnommen werden. Grundsätzlich gilt, dass die Entnahme der auszufördernden
Produkte in den Vorrichtungen und Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung vorzugsweise
quer zur Förderrichtung F erfolgt. Im Bereich der Ausförderung im Segment 16 werden
die Teilprodukte nicht in Richtung F verschoben, so dass das annähernd tangentiale
Ausfördern aus der Trommel ungestört von einer Verschiebung in axialer Richtung erfolgen
kann. Die gesammelten Teilprodukte T3 erfahren beim Ausführen dabei keine Beschleunigung
in einer anderen Richtung als der tangentialen Wegförderrichtung. Die gehefteten Teilprodukte
T3 werden wie oben beschrieben entlang einer wendelförmigen Raumkurve vom Nebenförderer
70 am Segment 17 vorbei zum Segment 18 gefördert. Im Segment 17 werden auf die nun
nicht mehr belegten Sättel der Sammeltrommel Teilprodukte P4 zugeführt, auf die im
nachfolgenden Abschnitt 18 die Teilprodukte T3 abgelegt werden können. Aus dem äusseren
Teilprodukt T3 und dem inneren Produkt P4 ist somit Endprodukt E2 entstanden, bei
dem die Abfolge der Produkte P1 bis P4 von innen nach aussen P4-> P1-> P2-> P3 ist.
Das Produkt P1 muss - für den Fall dass geheftet werden soll - im vorliegenden Beispiel
zwar auch zwingend mitgeheftet werden, es muss im fertigen Erzeugnis aber nicht mehr
innen liegen. Lose lassen sich daher sowohl die äusseren Produkte P3 und/oder P4 als
auch das innerste Produkt P4 im Erzeugnis vorsehen. Das erfindungsgemässe Verfahren
erlaubt es ein Erzeugnis mit einer inneren losen Beilage, einem invers eingesteckten
Druckprodukt, in einer Sammelvorrichtung i.e.S. herzustellen. Bei Bedarf kann dieses
invers eingesteckte Druckprodukt auch noch geheftet oder mittels einer am Druckprodukt
angebrachten Klebstelle eingeklebt werden.
[0051] In der Figur 5 ist strichliniert der Verlauf der Förderkurve der Produkte P1 bis
P3 innerhalb der Sammeltrommel angedeutet. Ein Transportweg vom Segment 16 in das
Segment 17 innerhalb der Trommel ist nicht dargestellt, in der Sammeltrommel aber
natürlich funktionstüchtig vorhanden. Sollte es gewünscht sein, so kann die Nebenförderstrecke
jederzeit deaktiviert werden, und es lassen sich in vorbekannter Weise Produkte in
P1-> P2-> P3-> P4 Sequenz sammeln.
[0052] In der Figur 3 ist eine Einrichtung zum Verarbeiten von Druckprodukten gemäss einer
weiteren Ausführungsform der Erfindung in einer Sicht von oben gezeigt. Das Herzstück
der Anlage bildet eine im wesentlichen von der Firma Ferag AG bekannte Sammel-Heft-Trommel,
die auch als Falzbogen-Transportrylinder bezeichnet werden kann. Auf dem Umfang der
Trommel sind bis zu 40 Sammelschienen als achsparallele Mantellinien montiert. Die
Wirkaggregate in Form von vier Zuführstationen 40, 42, 43 und 44 befinden sich über
der Trommel und sind wiederum Teil von vier Stangenanlegern 41', 42', 43' und 44'
wie sie von der Firma Ferag AG bekannt sind. Mittels der - in Förderrichtung - ersten
drei Anleger wird, wie vorgängig bereits beschrieben, ein aus drei Produkten von innen
nach aussen gesammeltes Teilprodukt hergestellt, das von einem Heftapparat 45 im Übergangsbereich
zwischen Trommelabschnitt 16 und 17 geheftet wird.
[0053] Nach dem Heften wird das Teilprodukt im Abschnitt 17 im Bereich des unteren Trums
der Trommel auf einen Bandförderer 46 abgegeben. Dabei schliesst sich das Teilprodukt,
so dass es in einem ordentlichen Schuppenstrom von der Trommel weg gefördert werden
kann. Die Ausfördereinrichtung ist im dargestellten Beispiel der Bandförderer 71,
der den ersten Teil der Nebenförderstrecke 70 bildet. Vom Bandförderer 71 werden die
aus der Trommel kommenden Produkte falzvoran an einen Klammertransporteur 72 übergeben.
Im Klammertransporteur 72 wird jedes Druckprodukt von einer Klammer im Bereich des
Falzes gehalten und entlang der Nebenförderstrecke 70 weg von der Trommel, nach oben
in einem Bogen über den Stangenanleger 44' hinweg in Richtung der Hauptförderrichtung
F und anschliessend in annähernd tangentialer Richtung 76 zu einem Rückführungsbereich
über der Trommel zurückgeführt. Von der Rückführungseinrichtung 73 werden die Teilprodukte
geöffnet und rittlings auf die Druckbogen abgelegt, die im Abschnitt 18 vom Anleger
44' als neue innerste Produkte auf die Sattelförmigen Auflagen der Trommel abgelegt
worden sind. Im stromabwärts sich anschliessenden Segment 20 werden die nun kompletten
Erzeugnisse in Form einer Zeitschrift mit losem innenliegendem Druckbogen aus der
Trommel weggefördert. Dazu dient Wegförderer 91, der in der dargestellten Ausführungsform
ebenfalls ein Klammerförderer ist. Die Segmente 14 bis 20 der Verarbeitungstrommel
weisen vorzugsweise bei allen Ausführungsformen der erfindungsgemässen Trommeln, in
Richtung der Trommelachse gemessen, gleiche Längen auf.
[0054] Werden die auszufördernden Produkte gemäss weiterer bevorzugter Ausführungsformen
im Bereich des oberen Trums der Trommel direkt von Klammerförderern übernommen, erübrigt
sich jede weitere Übergabe der Produkte innerhalb der Nebenförderstrecke.
[0055] Das fertige Erzeugnis wurde wiederum mit einer Kombination von klassischem Sammeln
von innen nach aussen und inversem Einstecken von innen nach aussen hergestellt, wobei
die Zuführungssequenz der Produkte in der Trommel nicht die aufeinanderfolgende Anordnung
der Produkte im fertigen Erzeugnis widerspiegelt. Basierend auf der obigen Beschreibung
und der Ausführungsbeispiele mit Sammeltrommeln i.e.S. sollte sich jedem Fachmann
die erfinderische technische Lehre in einer Weise erschliessen, dass er in der Lage
ist, diese technische Lehre auf Einsteckverfahren und Vorrichtungen zu übertragen.
[0056] Für Sammeltrommeln i.e.S., zum Beispiel für Sammelhefttrommeln werden verschiedenste
Kombinationsmöglichkeiten der bekannten Sammelverfahren von innen nach aussen und
des neuen inversen Einsteckverfahrens von innen nach aussen möglich. Bei den erfindungsgemässen
Einsteckverfahren, respektive den Einrichtungen mit Einstecktrommeln lassen sich hingegen
das klassische Einstecken von aussen nach innen mit inversem Sammeln i.e.S. von aussen
nach innen verbinden. Ein wesentlicher Vorteil der Vorrichtungen gemäss der vorliegenden
Erfindung beruht darauf, dass die Kombinationen von Sammeln und Einstecken jeweils
in der selben Trommel durchführbar sind.
[0057] Sofern die Trommeln eine genügende Anzahl von Abschnitten aufweisen, lassen sie sich
derart gestalten, dass sich die herkömmlichen Sammel- und Einsteckverfahren mit den
neuen inversen Verfahren mehrfach abwechseln kombinieren lassen. Der Variabilität
bei der Zusammenstellung der Produkte sind dabei nur noch wenig Grenzen gesetzt.
Liste der Bezugszeichen
[0058]
- 1
- Verarbeitungseinrichtung
- 10, 10'
- Verarbeitungstrommel
- 11
- Drehwelle
- 12
- Wandelemente
- 13
- Abteile
- 14
- Trommelabschnitt
- 15
- Trommelabschnitt
- 16
- Trommelabschnitt
- 17
- Trommelabschnitt
- 18
- Trommelabschnitt
- 19
- Trommelabschnitt
- 20
- Trommelabschnitt
- 21
- sattelförmige Auflagen
- 40
- Zuführeinrichtung
- 41-44
- Zuführstation
- 41'-44'
- Stangenanleger
- 45
- Heftapparat
- 50
- Nebenförderstrecke
- 51
- Ausfördereinrichtung
- 52
- Nebenfördereinrichtung
- 53
- Rückfördereinrichtung
- 60
- Nebenförderstrecke
- 61
- Ausfördereinrichtung, Kettenförderer
- 62
- Förderkurve
- 63
- Rückfördereinrichtung
- 70
- Nebenförderstrecke
- 71
- Bandförderer
- 72
- Klammertransporteur
- 73
- Rückführungseinrichtung
- 75
- Ausförderrichtung
- 76
- Rückförderrichtung
- 90
- Wegförderer
- A
- Drehachse
- D
- Drehrichtung
- Pn
- Druckprodukte
- S
- Trommelabschnitte oder Segmente
- T
- Teilprodukte
- E
- Druckerzeugnisse
- F
- Förderrichtung
1. Einrichtung (1) zum Verarbeiten von Druckprodukten, umfassend eine um eine etwa horizontale
Drehachse (A) drehend angetriebene, zumindest funktional in axiale Abschnitte unterteilte,
Sammeltrommel (10), die in radialer Richtung gegen aussen offene, durch in Umfangsrichtung
regelmässig verteilte und etwa in Richtung der Drehachse (A) verlaufende sattelförmige
Auflagen (20) und/oder voneinander getrennte Abteile (13) aufweist, eine erste Zuführeinrichtung
(40) zum Zuführen von Druckprodukten (P) zur Verarbeitungstrommel (10), einen gegenüber
der ersten Zuführeinrichtung (40) in Richtung der Drehachse (A) in Richtung der axialen
Komponente (F) der Förderrichtung stromabwärts angeordneten Wegförderer (90, 91) zum
Wegtransport der Druckerzeugnisse (E) von der Verarbeitungstrommel (10), den Abteilen
(13) und/oder Auflagen (21) zugeordnete Förderelemente zum Transport der Druckprodukte
in Richtung der axialen Komponente (F) der Förderrichtung, im Zuge der Umdrehungen
der Verarbeitungstrommel (10) und zwischen der ersten Zuführeinrichtung (40) und dem
Wegförderer (90, 91) angeordnete Bearbeitungs- und/oder mindestens eine weitere Zuführeinrichtung
oder Zuführstation (41, 42, 43, 44) zum Bearbeiten der Druckprodukte (P, T) beziehungsweise
zum Zuführen von weiteren Druckprodukten (P2, P3, P4) zur Verarbeitungstrommel (10),
wobei zwischen der ersten Zuführeinrichtung (40) und dem Wegförderer (90, 91) mindestens
eine Nebenförderstrecke (50, 60, 70) angeordnet ist, welche eine Ausfördereinrichtung
(51, 61, 71), eine Nebenfördereinrichtung (52, 62, 72) und eine Rückführungseinrichtung
(53, 63, 73) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausfördereinrichtung (51, 61, 71) die auszufördernden Produkte (T3) aus der Sammeltrommel
(10) ausfördert, die Produkte (T3) in der Nebenfördereinrichtung (52, 62, 72) von
der Ausfördereinrichtung (51, 61, 71) zur Rückführungseinrichtung (53, 63, 73) gefördert
werden und von der Rückführungseinrichtung (53, 63, 73) zurück in die Trommel (10)
geführt werden, wobei zwischen der Ausfördereinrichtung (51, 61, 71) und der Rückführungseinrichtung
(53, 63, 73) mindestens eine weitere Zuführungseinheit (44) zum Zuführen von Druckprodukten
zur Verarbeitungstrommel (10) angeordnet ist.
2. Einrichtung (1) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausfördereinrichtung (51, 71) die auszufördernden Produkte (T3) an einem unteren
Trum der Sammeltrommel (10) ausfördert, und die Produkte von der Rückführungseinrichtung
(53, 73) an einem oberen Trum zurück in die Trommel (10) gefühlt werden.
3. Einrichtung (1) gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Produkte (T3) zwischen der Ausfördereinrichtung (51, 71) und der Rückführungseinrichtung
(53, 73) mindestens um einen Bogen von 180° bezogen auf die Trommelachse (A) verschwenkt
werden.
4. Einrichtung (1) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausfördereinrichtung (61) die auszufördernden Produkte (T3) an einem oberen Trum
der Sammeltrommel (10) ausfördert und die Produkte von der Rückführungseinrichtung
(63) an einem oberen Trum zurück in die Trommel (10) geführt werden.
5. Einrichtung (1) gemäss Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Produkte (T3) zwischen der Ausfördereinrichtung (51, 71) und der Rückführungseinrichtung
(53, 73) mindestens um einen vollständigen Bogen von 360° bezogen auf die Trommelachse
(A) verschwenkt werden.
6. Einrichtung (1) gemäss einem der vorgängigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Produkte (T3) mit quer zum Hauptförderweg (F) der Trommel ausgerichteter Auflagekante
aus der Trommel gefördert werden.
7. Einrichtung (1) gemäss einem der vorgängigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nebenförderstrecke (50, 60, 70) einen Klammertransporteur umfasst.
8. Einrichtung (1) gemäss einem der vorgängigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammeltrommel (10) eine Sammeltrommel i.e.S., vorzugsweise eine Sammelhefttrommel
oder eine Einstecktrommel ist.
9. Einrichtung (1) gemäss einem der vorgängigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Nebenförderstrecke weitere Einrichtungen zum Zuführen von Produkten und/oder
zum Bearbeiten der geförderten Produkte angeordnet sind.
10. Verfahren zum Herstellen von mehrteiligen Druckerzeugnissen, bei dem in einer Sammeltrommel
(10) mittels mindestens einer Nebenförderstrecke (50, 60, 70), mindestens ein inverser
Sammelschritt durchgeführt wird, der bewirkt, dass die Abfolge der mindestens drei
gesammelten Druckprodukte (P1, P2, P3, P4) im Druckerzeugnis (E) von der Abfolge der
Zuführung der Druckprodukte (P1, P2, P3, P4) entlang einer Förderrichtung (F) in der
Trommel abweicht.
11. Verfahren zum Herstellen von mehrteiligen Druckerzeugnissen gemäss Patentanspruch
10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Druckprodukte (P1) in der Trommel in der Sequenz P1->P2 zu einem
Teilprodukt (T3) gesammelt, vorzugsweise geheftet und anschliessend mittels der Nebenförderstrecke
aus der Trommel gefördert werden, dass in mindestens einem weiteren Schritt stromabwärts
mindestens ein weiteres Druckprodukt (P4) der Trommel zugeführt wird und nachfolgend
stromabwärts das Teilprodukt mittels der Nebenförderstrecke in die Trommel zurückgeführt
und in einem weiteren Sammelschritt mit dem mindestens einen Druckprodukt (P4) zu
einem Erzeugnis (E) mit der Sequenz P3->P1->P2 von aussen nach innen bezogen auf die
Lage im Erzeugnis beim Einstecken und mit der Sequenz P2->P1->P3 von aussen nach innen
bezogen auf die Lage im Erzeugnis beim Sammeln im engeren Sinne kombiniert wird.
12. Verfahren zum Herstellen von mehrteiligen Druckerzeugnissen gemäss Patentanspruch
10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Sammeltrommel i.e.S" vorzugsweise einer Sammelhefttrommel gesammelt i.e.S.
oder einer Einstecktrommel eingesteckt wird.
13. Verfahren zum Herstellen von mehrteiligen Druckerzeugnissen gemäss einem der Patentansprüche
10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausführung der Produkte aus der Trommel quer zur Hauptförderrichtung F erfolgt.
14. Verfahren zum Herstellen von mehrteiligen Druckerzeugnissen gemäss einem der Patentansprüche
10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine in Hauptförderrichtung (F) der Trommel führende Kante der in die Nebenfördereinrichtung
ausgeführten Teilprodukte beim Rückführen in die Trommel wiederum in Förderrichtung
(F) führend ist.
1. A device (1) for processing printed products, comprising a collecting drum (10) driven
rotatingly about an approximately horizontal rotation axis (A) and divided at least
functionally into axial portions, which collecting drum has saddle-shaped rests (20)
and/or mutually separated compartments (13) which are open to the outside in the radial
direction, are evenly distributed in the peripheral direction and run approximately
in the direction of the rotation axis (A), a first feeding device (40) for supplying
printed products (P) to the processing drum (10), an evacuation conveyor (90, 91),
disposed downstream in relation to the first feeding device (40) in the direction
of the rotation axis (A) in the direction of the axial component (F) of the direction
of conveyance, for transporting the print articles (E) away from the processing drum
(10), conveying elements, assigned to the compartments (13) and/or rests (21), for
transporting the printed products in the direction of the axial component (F) of the
direction of conveyance, in the course of the revolutions of the processing drum (10),
and a working device and/or at least one further feeding device or feed station (41,
42, 43, 44), disposed between the first feeding device (40) and the evacuation conveyor
(90, 91), for working the printed products (P, T) and for supplying further printed
products (P2, P3, P4) to the processing drum (10) respectively, wherein between the
first feeding device (40) and the evacuation conveyor (90, 91) there is arranged at
least one secondary conveying section (50, 60, 70), which comprises an outfeed conveyor
(51, 61, 71), a secondary conveyor (52, 62, 72), and a return device (53, 63, 73),
characterized in that the outfeed conveyor (51, 61, 71) feeds out from the collecting drum (10) the products
(T3) to be conveyed outward, the products (T3) are conveyed in the secondary conveyor
(52, 62, 72) from the outfeed conveyor (51, 61, 71) to the return device (53, 63,
73), and are led by the return device (53, 63, 73) back into the drum (10), wherein
between the outfeed conveyor (51, 61, 71) and the return device (53, 63, 73) there
is arranged at least one further feeding unit (44) for supplying printed products
to the processing drum (10).
2. The device (1) as claimed in claim 1, characterized in that the outfeed conveyor (51, 71) feeds out at a lower strand of the collecting drum
(10) the products (T3) to be conveyed outward, and the products are led by the return
device (53, 73), at an upper strand, back into the drum (10).
3. The device (1) as claimed in claim 2, characterized in that the products (T3) between the outfeed conveyor (51, 71) and the return device (53,
73) are pivoted at least through a 180° arc in relation to the drum axis (A).
4. The device (1) as claimed in claim 1, characterized in that the outfeed conveyor (61) feeds out at an upper strand of the collecting drum (10)
the products (T3) to be conveyed outward, and the products are led by the return device
(63), at an upper strand, back into the drum (10).
5. The device (1) as claimed in claim 4, characterized in that the products (T3) between the outfeed conveyor (51, 71) and the return device (53,
73) are pivoted at least through a full 360° arc in relation to the drum axis (A).
6. The device (1) as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the products (T3) are conveyed out of the drum with the supporting edge orientated
transversely to the principal path of conveyance (F).
7. The device (1) as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the secondary conveying section (50, 60, 70) comprises a clamping conveyor.
8. The device (1) as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the collecting drum (10) is a collecting drum in the narrower sense, preferably a
gathering-stitching drum or an insertion drum.
9. The device (1) as claimed in one of the preceding claims, characterized in that along the secondary conveying section there are arranged further devices for the
supplying of products and/or for the working of the conveyed products.
10. A method for the production of multipart print articles, in which in a collecting
drum (10), by means of at least one secondary conveying section (50, 60, 70), at least
one inverse collection step is performed, which causes the sequence of the at least
three collected printed products (P1, P2, P3, P4) in the print article (E) to differ
from the sequence of the supply of the printed products (P1, P2, P3, P4) along a direction
of conveyance (F) in the drum.
11. The method for the production of multipart print articles according to patent claim
12, characterized in that at least two printed products (P1) are collected in the drum in the sequence P1->P2
to form a part-product (T3), are preferably stitched and are then conveyed out of
the drum by means of the secondary conveying section, in that in at least one further step downstream at least one further printed product (P4)
is supplied to the drum, and further downstream the part-product is returned into
the drum by means of the secondary conveying section and, in a further collection
step, is combined with the at least one printed product (P4) to form an article (E)
with the sequence P3->P1->P2 from outside to inside in relation to the position in
the article in the insertion and with the sequence P2->P1->P3 from outside to inside
in relation to the position in the article in the collection in the narrower sense.
12. The method for the production of multipart print articles according to patent claim
10 or 11, characterized in that collection in the narrower sense is realized in a collecting drum in the narrower
sense, preferably a gathering-stitching drum, or insertion is realized in an insertion
drum.
13. The method for the production of multipart print articles according to one of patent
claims 10 to 12, characterized in that the delivery of the products out of the drum is realized transversely to the principal
direction of conveyance.
14. The method for the production of multipart print articles according to one of patent
claim 10 to 13, characterized in that a, in the principal direction of conveyance (F) of the drum, leading edge of the
part-products delivered into the secondary conveyor is leading once again in the direction
of conveyance (F) upon the return into the drum.
1. Dispositif (1) de traitement de produits d'imprimerie comprenant un tambour de collecte
(10) entraîné en rotation autour d'un axe de rotation (A) sensiblement horizontal,
divisé au moins fonctionnellement en tronçons axiaux et doté dans la direction radiale
d'appuis (20) en forme de selle et/ou de compartiments (13) séparés les uns des autres,
ouverts vers l'extérieur, divisés régulièrement dans la direction périphérique et
s'étendant sensiblement dans la direction de l'axe de rotation (A),
un premier dispositif d'amenée (40) qui amène des produits d'imprimerie (P) vers le
tambour de traitement (10),
un dispositif d'évacuation (90, 91) qui évacue les produits d'imprimerie (E) du tambour
de traitement (10), disposé par rapport au premier dispositif d'amenée (40) dans la
direction de l'axe de rotation (A) et en aval dans la direction de la composante axiale
(F) de la direction de transport,
des éléments de transport associés aux compartiments (13) et/ou aux appuis (21) et
destinés à transporter les produits d'imprimerie dans la direction de la composante
axiale (F) de la direction du transport,
des postes de traitement et/ou au moins un autre dispositif d'amenée ou poste d'amenée
(41, 42, 43, 44) qui traitent les produits d'imprimerie (P, T) ou qui amènent d'autres
produits d'imprimerie (P2, P3, P4) au tambour de traitement (10), disposés au cours
des rotations du tambour de traitement (10) entre le premier dispositif d'amenée (40)
et le dispositif d'évacuation (90, 91),
au moins un parcours secondaire de transport (50, 60, 70) qui comporte un dispositif
d'extraction (51, 61, 71), un dispositif secondaire de transport (52, 62, 72) et un
dispositif de renvoi (53, 63, 73) étant disposés entre le premier dispositif d'amenée
(40) et le dispositif d'évacuation (90, 91),
caractérisé en ce que
le dispositif d'extraction (51, 61, 71) extrait du tambour de collecte (10) les produits
(T3) à extraire,
en ce que les produits (T3) sont transportés dans le dispositif secondaire de transport (52,
62, 72) entre le dispositif d'extraction (51, 61, 71) et le dispositif de renvoi (53,
63, 73) et sont ramenés dans le tambour (10) par le dispositif de renvoi (53, 63,
73) et
en ce qu'au moins une autre unité d'amenée (44) destinée à amener des produits d'imprimerie
(3) est disposée entre le dispositif d'extraction (51, 61, 71) et le dispositif de
renvoi (53, 63, 73).
2. Dispositif (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif d'extraction (51, 71) extrait sur une génératrice inférieure du tambour
de collecte (10) les produits (T3) à extraire et en ce que les produits sont renvoyés dans le tambour (10) par le dispositif de renvoi (53,
73) sur une génératrice supérieure du tambour.
3. Dispositif (1) selon la revendication 2, caractérisé en ce que les produits (T3) sont tournés au moins sur un arc de 180° par rapport à l'axe (A)
du tambour entre le dispositif d'extraction (51, 71) et le dispositif de renvoi (53,
73).
4. Dispositif (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif d'extraction (61) extrait sur une génératrice supérieure du tambour
de collecte (10) les produits à extraire (T3) et en ce que les produits sont ramenés dans le tambour (10) sur une génératrice supérieure de
ce dernier par le dispositif de renvoi (63).
5. Dispositif (1) selon la revendication 4, caractérisé en ce que les produits (T3) sont tournés par rapport à l'axe (A) du tambour au moins sur un
arc complet de 360° entre le dispositif d'extraction (51, 71) et le dispositif de
renvoi (53, 73).
6. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les produits (T3) sont transportés hors du tambour avec un bord de pose orienté transversalement
à la direction de transport principal (F) du tambour.
7. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le parcours secondaire de transport (50, 60, 70) comporte un transporteur à pince.
8. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le tambour de collecte (10) est un tambour de collecte au sens strict, de préférence
un tambour brocheur de collecte ou un tambour d'insertion.
9. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que d'autres dispositifs d'amenée de produits et/ou de traitement de produits transportés
sont disposés le long du parcours secondaire de transport.
10. Procédé de fabrication de produits d'imprimerie en plusieurs parties, dans lequel
au moins une étape inverse de collecte est exécutée dans un tambour de collecte (10)
au moyen d'au moins un parcours secondaire de transport (50, 60, 70), l'étape de collecte
ayant pour effet que la succession des trois ou plusieurs produits d'imprimerie rassemblés
(P1, P2, P3, P4) diffère dans le produit d'imprimerie (E) de la succession de l'amenée
dans le tambour des produits d'imprimerie (P1, P2, P3, P4) le long d'une direction
de transport (F).
11. Procédé de fabrication de produits d'imprimerie en plusieurs parties selon la revendication
10, caractérisé en ce qu'au moins deux produits d'imprimerie (P1) sont rassemblés dans le tambour en un produit
partiel (T3) dans la séquence P1>P2, sont de préférence brochés et ensuite transportés
hors du tambour au moyen du parcours secondaire de transport,
en ce que lors d'au moins une autre étape, au moins un autre produit d'imprimerie (P4) est
apporté en aval dans le tambour et en ce qu'ensuite, le produit partiel est renvoyé en aval dans le tambour au moyen du parcours
secondaire de transport et, dans une autre étape de rassemblement, est combiné par
insertion avec le ou les produits d'imprimerie (P4) pour fournir un produit (E) avec
la séquence P3>P1>P2 de l'extérieur vers l'intérieur par rapport à la position dans
le produit, et avec la séquence P2>P1>P3 de l'extérieur vers l'intérieur par rapport
à la position dans le produit lors du rassemblement au sens strict.
12. Procédé de fabrication de produits d'imprimerie en plusieurs parties selon les revendications
10 ou 11, caractérisé en ce que la collecte s'effectue dans un tambour de collecte au sens strict, de préférence
un tambour brocheur de collecte au sens strict, ou est inséré dans un tambour d'insertion.
13. Procédé de fabrication de produits d'imprimerie en plusieurs parties selon l'une des
revendications 10 à 12, caractérisé en ce que l'extraction des produits hors du tambour s'effectue transversalement par rapport
à la direction principale de transport F.
14. Procédé de fabrication de produits d'imprimerie en plusieurs parties selon l'une des
revendications 10 à 13, caractérisé en ce que le bord des produits partiels réalisés dans la direction secondaire de transport
et situé en avant dans la direction principale de transport (F) du tambour est de
nouveau le bord avant dans la direction de transport (F) lors du renvoi dans le tambour.