[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Überwachung einer mittels eines
Antriebs in einem Aufzugsschacht verfahrbare Aufzugskabine, wobei der Antrieb mittels
einer Aufzugssteuerung unter Einbezug von Position und/oder Geschwindigkeit angesteuert
wird, wobei Positions- und/oder Geschwindigkeits-Werte mittels redundanter Gebersysteme
sicher generiert, erfasst und wobei von den Gebersystemen generierte Positions- und/oder
Geschwindigkeits-Signale zweikanalig miteinander und/oder mit vorgegebenen Soll-Werten
verglichen werden und wobei bei Überschreiten des vorgegebenen momentanen Soll-Wertes
und/oder bei Inkonsistenz der Positionssignale ein Auslösesignal erzeugt wird. Auch
nimmt die Erfindung Bezug auf ein Verfahren zur Überwachung einer mittels eines Antriebs
in einem Aufzugsschacht verfahrbaren Aufzugskabine, deren Position erfasst und durch
zumindest ein erstes und ein zweites Positionssignal angezeigt wird, wobei das erste
Positionssignal durch ein mit der Aufzugskabine gekoppelten Gebersystem generiert
wird, wobei die Positionssignale in einer zweikanaligen Überwachungseinrichtung miteinander
und/oder mit vorgegebenen Soll-Werten verglichen werden und wobei bei Überschreiten
des vorgegebenen momentanen Soll-Wertes und/oder bei Inkonsistenz der Positionssignale
ein Auslösesignal erzeugt wird. Gegenstand der Erfindung ist auch eine Überwachungseinrichtung
zur Überwachung einer in einem Aufzugsschacht mittels eines Antriebs über eine Aufzugssteuerung
verfahrbaren Aufzugskabine, deren Position durch zumindest ein erstes und ein zweites
Gebersystem erfasst wird, wobei zumindest ein erstes Gebersystem mit der Aufzugskabine
gekoppelt ist und ein erstes Positionssignal generiert, wobei die Überwachungseinrichtung
zweikanalig ausgebildet ist, wobei ein erster Kanal mit dem ersten Gebersystem und
der zweite Kanal mit dem zweiten Gebersystem verbunden ist, wobei von den Gebersystemen
gesendete Positionssignale in der Überwachungseinrichtung miteinander und/oder mit
vorgegebenen Soll-Werten verglichen werden und wobei bei Überschreiten eines vorgegebenen
Soll-Wertes und/oder bei Inkonsistenz der Positionssignale ein Auslösesignal erzeugbar
ist.
[0002] Ein Verfahren und eine Einrichtung der eingangs genannten Art ist in der
DE 10 2004 009 250 A1 in Form einer Sicherheitsüberwachungseinrichtung für eine in einem Aufzugsschacht
mittels eines Fahrantriebs über eine Aufzugssteuerung verfahrbare Aufzugskabine beschrieben.
Eine momentane Position der Aufzugskabine wird mittels einer Positionserfassungseinrichtung
erfasst, die zwei unabhängig voneinander erstellte Positionssignale in einem vorbestimmten
Zeitraster liefert.
[0003] Ferner ist eine zweikanalige Auswertung der Positionssignale durch jeweils einen
Mikroprozessor zur ortsabhängigen momentanen Bestimmung der Geschwindigkeit der Aufzugskabine
und zum Vergleich mit einem vorgegebenen Bewegungsprofil vorgesehen, wobei bei Überschreiten
eines vorbestimmten momentanen Geschwindigkeits-Sollwertes ein über eine Sicherheitsrelaisstufe
abgebbares Auslösesignal erzeugbar ist.
[0004] Die Positionserfassungseinrichtung umfasst einen Signaleinkoppler, der Schallsignale
in einen sich entlang des Aufzugsschachtes erstreckeneden Schallsignalleiter mit vorbestimmter,
gleichmäßiger Schallausbreitungsgeschwindigkeit einkoppelt. In den beiden Endbereichen
des Schallsignalleiters befindet sich jeweils eine Empfängereinheit, die jeweils einen
Signalauskoppler und eine Auswerteeinheit umfassen. Die Auswerteeinheiten dienen als
Eingänge für eine Sicherheitsüberwachungseinrichtung. Letztere kommuniziert mit einer
Aufzugssteuerung, über die das Fahrprofil der Aufzugskabine vorgeben ist und einem
Sicherheitskreis zum Abschalten des Aufzugsantriebs.
[0005] Bei dem in
DE 10 2004 009 250 A1 beschriebenen Verfahren werden durch die Positionserfassungseinrichtung zwei unabhängig
voneinander erstellte Positionssignale geliefert. Dies bedingt eine spezielle Art
der Positionserfassung, die einen hohen Installationsaufwand und somit hohe Kosten
verursacht.
[0006] Um Aufzüge leistungsfähiger und kostengünstiger zu bauen, zu installieren und zu
betreiben, werden sicherheitsgerichtete Teile von Aufzugssteuerungen mit microprozessorbasierten
programmierbaren elektronischen Systemen mit Sicherheitsfunktion ausgeführt. Entsprechende
Maßnahmen für die Anwendung dieser Technologie enthält zum Beispiel die Normung zum
Thema PESSRAL (Programmable Electronic Systems in Safety Related Application for Lifts).
[0007] Beispielhaft genannt sei hier die Norm EN 81:1998/A1:2005, die als so genannte harmonisierte
EN-Norm mit Vermutungswirkung im europäischen Wirtschaftsraum EWR die maßgeblichen
gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit und Zuverlässsigkeit von Aufzugssteuerungen
interpretiert und konkretisiert.
[0008] Wünschenswert wäre bei einer solchen - unter Bezugnahme auf PESSRAL ausgeführten
- Aufzugssteuerung, unter die auch die in
DE 10 2004 009 250 A1 beschriebene einzuordnen ist, insbesondere der Einbezug von Position und Geschwindigkeit
der Aufzugskabine. Dadurch ließen sich beispielsweise die oberen und unteren Pufferräume
im Aufzugsschacht verkleinern, wenn die Fahrgeschwindigkeit der Aufzugskabine positionsabhängig
angepasst, gesteuert und sicher überwacht werden könnte. Dies würde zu erheblichen
Kosteneinsparungen bei der Projektierung und bei den baulichen Kosten von Aufzügen
führen. Darüberhinaus ließe sich auch herkömmliche Sensorik einsparen und/oder Aktorik
intelligenter gestalten.
[0009] Um bei Aufzugssteuerungen der oben genannten Art Geschwindigkeit und Position der
Aufzugskabine einzubeziehen, ist es aus sicherheitstechnischen Gründen zwingend erforderlich,
die beiden Werte "sicher" zu generieren, zu erfassen und zu verarbeiten. Auch muss
die Möglichkeit gegeben sein, zufällige Fehler und Ausfälle sowie temporäre Störungen
(nachfolgend zusammengefasst "Fehler" genannt) zu erkennen bzw. zu berücksichtigen
und zu gewährleisten, dass es auch in diesen Fällen zu keinen gefährlichen Situationen
kommen kann.
[0010] Diesem Sicherheitsgesichtspunkt dienen Hardware-Fehler-Toleranz (HWT) und Safe-Failure-Fraction
(SFF) solcher Systeme, wie unter anderem in EN IEC 61508 beschrieben.
[0011] Mit Hardware-Fehler-Toleranz (HWT) wird nachfolgend eine Mehrkanaligkeit bzw. Redundanz
solcher sicherheitsbezogener Teile einer Aufzugssteuerung verstanden, wozu im Falle
des Einbezugs von Geschwindigkeit und Position in solche Funktionalitäten auch das
bzw. die Gebersysteme gehören würde, welche die Signale erzeugen. Bereits die Realisierung
von Mehrkanaligkeit/Redundanz ist jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden.
[0012] Unter Safe-Failure-Fraction (SFF) sind hochwertige und hochdynamische Test- und Überwachungsroutinen
in den betreffenden Systemteilen angesprochen, die ebenfalls Kostenrelevant sind.
[0013] Ausgehend von der
DE 10 2004 009 250 A1 liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein System zur Steuerung
und Überwachung einer Aufzugskabine der eingangs genannten Art derart weiterzubilden,
dass die Sicherheit verbessert und zudem eine Kosteneinsparung bei der Projektierung
und bei den baulichen Kosten von Aufzügen bei hoher Sicherheit erreicht wird.
[0014] Die Aufgabe wird verfahrensmäßig im Wesentlichen durch die Maßnahmen nach Anspruch
1 bzw. Anspruch 2 gelöst. Somit ist die Erfindung durch ein Verfahren zur Überwachung
einer mittels eines Antriebs in einem Aufzugsschacht verfahrbare Aufzugskabine, wobei
der Antrieb mittels einer Aufzugssteuerung unter Einbezug von Position und/oder Geschwindigkeit
angesteuert wird, wobei Positions- und/oder Geschwindigkeits-Werte mittels redundanter
Gebersysteme sicher generiert, erfasst und wobei von den Gebersystemen generierte
Positions- und/oder Geschwindigkeits-Signale zweikanalig miteinander und/oder mit
vorgegebenen Soll-Werten verglichen werden und wobei bei Überschreiten des vorgegebenen
momentanen Soll-Wertes und/oder bei Inkonsistenz der Positionssignale ein Auslösesignal
erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass über einen ersten Kanal ein der Position
und/oder der Geschwindigkeit der Aufzugskabine entsprechender Soll-Wert der betriebsmäßigen
Aufzugssteuerung und über den zweiten Kanal ein der Position und/oder Geschwindigkeit
der Aufzugskabine entsprechender Ist-Wert erfasst wird. Auch zeichnet sich die Erfindung
durch ein Verfahren zur Überwachung einer mittels eines Antriebs in einem Aufzugsschacht
verfahrbaren Aufzugskabine, deren Position erfasst und durch zumindest ein erstes
und ein zweites Positionssignal angezeigt wird, aus, wobei das erste Positionssignal
durch ein mit der Aufzugskabine gekoppelten Gebersystem generiert wird, wobei die
Positionssignale in einer zweikanaligen Überwachungseinrichtung miteinander und/oder
mit vorgegebenen Soll-Werten verglichen werden und wobei bei Überschreiten des vorgegebenen
momentanen Soll-Wertes und/oder bei Inkonsistenz der Positionssignale ein Auslösesignal
erzeugt wird, dadurch aus, dass ein an einem mit dem Antrieb gekoppelten Gebersystem
anliegendes und einem Verfahrweg der Aufzugskabine zugeordnetes Signal als zweites
Positionssignal erfasst wird.
[0015] Eine Überwachungseinreichung der eingangs genannten Art zeichnet sich dadurch aus,
dass das zweite Gebersystem mit dem Antrieb gekoppelt ist und ein einem Verfahrweg
der Aufzugskabine zugeordnetes Signal als zweites Positionssignal generiert.
[0016] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, Kosten und Aufwand bei der Realisierung
von Aufzügen dadurch zu reduzieren, in dem zumindest ein den Positions-Soll-Wert der
Aufzugskabine repräsentierendes Positionssignal der betriebsmäßigen und ohnehin vorhandenen
Aufzugs- bzw. Antriebssteuerung als einer von zwei oder mehreren Kanälen in ein Sicherheitskonzept
einer PESSRAL-basierten Steuerung mit einbezogen wird. Der andere Kanal bzw. die anderen
Kanäle werden für die Erfassung des zumindest einen Positions-Ist-Wertes der Aufzugskabine
eingesetzt.
[0017] Die Erfindung unterscheidet sich gegenüber dem Stand der Technik dadurch, dass Positionssignale
in Form von Soll-Werten sowie Ist-Werten an betriebsmäßig ohnehin vorhandenen Komponenten
des Systems abgegriffen werden. Durch Vergleich von Soll-Werten und Ist-Werten wird
ein sicherer Positions- und/oder Geschwindigkeitswert erzeugt. Eine zusätzliche Positions-/Geschwindigkeitserfassungseinrichtung,
wie diese nach dem Stand der Technik zwingend erforderlich ist, um zwei unabhängig
voneinander erstellte Positionssignale zu liefern, ist nicht notwendig, denn nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren wird mindestens ein Positions-Geber-System verwendet,
welches im Rahmen der betriebsmäßigen Steuerung bereits existent ist.
[0018] Die existierenden Positions-Soll-Werte und/oder Positions-Ist-Werte werden an geeigneten
Stellen und durch geeignete Maßnahmen in einem betriebsmäßigen Teil der Steuerung
rückwirkungsfrei ausgekoppelt.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Umdrehungen des Antriebs erfasst
und aus der Anzahl der Umdrehungen wird ein Positions-Soll-Wert der Aufzugskabine
als Absolut-Wert ermittelt. Das erste Positionssignal wird als Positions-Ist-Wert
und das zweite Positionssignal als Positions-Soll-Wert rückwirkungsfrei aus einem
betriebsmäßigen Regelkreis der Antriebssteuerung ausgekoppelt.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Verfahrensweise werden die erfassten Positions-Soll-Werte
sowie Positions-Ist-Werte miteinander und/oder mit einer von der Aufzugssteuerung
vorgegeben Soll-Wert-Kurve verglichen. Beim Abgriff der Positions-Soll-Werte am Antrieb
wird vorzugsweise eine hochohmige Auskopplung eingesetzt, um die Regelung des Antriebs
nicht zu beeinflussen.
[0021] Die Positions-Soll-Werte und Positions-Ist-Werte werden parallel einer separaten
Signal-Verarbeitung in einem sicherheitsgerichteten Teil des Systems zugeführt. Dadurch
wird erreicht, dass der betriebsmäßige Regelvorgang der Aufzugssteuerung nicht beeinflusst
wird und unverändert weiterfunktionieren kann.
[0022] Die ausgekoppelten Positions-Soll-Werte und Positions-Ist-Werte werden einer zumindest
zweikanaligen Aufzugs-Überwachungseinheit zugeführt, die als fehlersicherer Vergleicher
ausgebildet ist. Vorzugsweise ist diese durch eine sich selbst überwachende Elektronik
im sicherheitsbezogenen Teil der Steuerung ausgeführt, wodurch ein Fehler in einem
der Kanäle über eine Inkonsistenz der Werte aufdeckt und sicherheitstechnisch sinnvoll
verarbeitet werden kann. Unter "sinnvoller Verarbeitung" ist im vorliegenden Fall
zu verstehen, dass die Aufzugskabine an einer nächsterreichbaren Haltestelle gestoppt
wird oder dass ein Bremssystem, gegebenenfalls darauffolgend, der so genannte "Fang"
angesprochen wird, um die Aufzugskabine sofort zu stoppen. Das Auslösen des "Fangs"
stellt hierbei die letzte Maßnahme dar, die auch im Fehlerfall beliebiger Komponenten
und bei einem Spannungsausfall greift.
[0023] Der Positions-Soll-Wert kann einer unabhängigen Signalquelle gleichgestellt betrachtet
werden, weil der Positions-Soll-Wert für das Verhalten der Aufzugssteuerung die Führungsgröße
darstellt, die von anderen ausführenden Teilen der Aufzugssteuerung, wie beispielsweise
eines Inkrementalgebers des Antriebs oder der Aufzugssteuerung selbst unabhängig erzeugt
wird.
[0024] Bei dieser Überlegung spielt es keine Rolle, welcher Kanal "richtige" Werte und welcher
"falsche" Werte erzeugt. Maßgeblich allein ist eine Inkonsistenz zwischen den Kanälen,
wobei man durch geeignete Algorithmen den so genannten Schleppfehler und/oder andere
betriebsmäßige oder in Sondersituationen zu erwartende Toleranzen, die sicherheitstechnisch
unkritisch sind, berücksichtigen würde.
[0025] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfassten Positions-Soll-Werte
auch in eine sicherheitsgerichtete Ausfallschaltung wie "1 out of 2" bzw. "2 out of
3" einbezogen werden.
[0026] Von sicherheitstechnisch entscheidender Bedeutung ist bei dem erfindungsgemäßen Konzept,
dass für jeden Kanal, einschließlich des dem Positions-Soll-Wert-erzeugenden Kanals,
beginnend an der Stelle, an der die Signale ausgekoppelt werden, völlig voneinander
unabhängige Signalwege bestehen, um wechselseitige Signalvermischungen und Signalverfälschungen
ausschließen zu können.
[0027] Diese Unabhängigkeit wird bevorzugt durch physikalisch voneinander unabhängige Signalwege
erreicht.
[0028] Gemäß einer alternativen Ausführungsform können auch entsprechend wirksame Software-Routinen,
die diesem Zweck dienen, eingesetzt werden.
[0029] Für die sicherheitstechnische Nutzung von Positions-Soll-Werten wird vorzugsweise
des Weiteren eine Diversität zu den Positions-Ist-Werten vorgeschlagen, das heißt
die Positions-Soll-Werte werden in der Regel aus vorzugsweise einem Inkremental-Geber
gebildet, der direkt an dem Antrieb installiert ist, wohingegen die Ist-Werte mit
einem Absolutwert-Geber, welcher mit der Aufzugskabine gekoppelt ist, ermittelt werden.
[0030] Vorzugsweise werden sowohl die Positions-Soll-Werte als auch die Positions-Ist-Werte
einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, und zwar darauf basierend, dass "Sprünge"
in der Position nicht möglich sind und die maximalen Änderungen aufgrund der Beförderung
von Personen Randbedingungen an Geschwindigkeit und Beschleunigung unterliegen müssen.
[0031] Bei größeren Schachthöhen werden vorzugsweise Korrekturmarken innerhalb des Schachtes
positioniert, die zum Beispiel die Ausdehnung des Schachtes kompensieren. Diese Korrekturmarken
dienen auch zur zusätzlichen Überwachung des Positions-Soll-Wertes und des Positions-Ist-Wertes.
[0032] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich nicht nur
aus den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen - für sich und/oder in Kombination
-, sondern auch aus der nachfolgenden Beschreibung von der Zeichnung zu entnehmenden
bevorzugten Ausführungsformen.
[0033] Die einzige Figur zeigt ein System 10 zur Steuerung und Überwachung einer Aufzugskabine
12 in einem Aufzugsschacht (nicht dargestellt) mittels eines Antriebs 14. Das System
10 umfasst eine Aufzugssteuerung 16 mit zumindest einem Eingang 18, welcher mit Eingabemitteln
20 zur Erfassung von Anforderungssignalen eines Benutzers verbunden ist.
[0034] Ferner umfasst die Aufzugssteuerung 16 einen Ausgang 22 zur Ansteuerung des Antriebs
14, der über einen Frequenzumrichter 24 und gegebenenfalls eine Abschaltung 26 mit
dem Antrieb 14 verbunden ist. Die Abschaltung 26 ist optional und kann als eigenständige
Einheit oder integraler Bestandteil des Frequenzumrichters 24 ausgebildet sein. Die
Drehung des Antriebs 14 wird über ein als Inkremental-Geber 28 ausgebildetes Gebersystem
auf den Frequenzumrichter 24 rückgekoppelt, in dem aus dem Inkremental-Wert ein Absolutwert
berechnet wird.
[0035] Über den Antrieb 14 wird die Aufzugskabine 12 in dem Aufzugsschacht verfahren, wobei
eine Ist-Position der Aufzugskabine 12 über ein als Absolutwert-Geber 30 ausgebildetes
Gebersystem erfasst wird. Ein Ist-Wert des Absolutwert-Gebers 30 wird einem Eingang
32 der Aufzugssteuerung zugeführt.
[0036] Des Weiteren umfasst die Aufzugssteuerung einen Ausgang 34, welcher mit der Steuerung
eines Türantriebs 36 verbunden ist.
[0037] Ein weiterer Eingang 38 der Aufzugssteuerung 16 ist für ein Signal vorgesehen, über
das der Aufzugssteuerung eine Information betreffend eine "bündig"-Stellung der Aufzugskabine
12 zugeführt werden kann.
[0038] Die bisherige Beschreibung beschreibt einen als Regelkreis ausgebildeten betriebsmäßigen
Teil 40 des Systems 10. Nachfolgend wird ein sicherheitsgerichteter Teil 42 des Systems
10 beschrieben. Der sicherheitsgerichtete Teil 42 besteht aus einer zweikanaligen
Überwachungseinrichtung 44, die als fehlersicherer Vergleicher ausgebildet ist. Die
Überwachungseinrichtung 44 umfasst einen ersten Kanal 46 sowie einen zweiten Kanal
48. Die Kanäle 46, 48 umfassen vorzugsweise jeweils eine elektronische Einheit in
Form eines Mikroprozessors bzw. Mikrocontrollers, die über eine Verbindung 50 zur
gegenseitigen Überwachung miteinander gekoppelt sind. Der Kanal 46 ist über einen
ersten Eingang 52 mit dem Inkremental-Geber 28 des Antriebs 14 verbunden, an dem die
Ist-Umdrehungen des Antriebs als Positions-Ist-Wert anliegen. Aus den Umdrehungen
des Antriebs 14 kann eine Position der Aufzugskabine 12 bestimmt werden, da diese
über ein Seil unmittelbar mit dem Antrieb 14 gekoppelt ist. Ein aus dem Inkremental-Werten
gebildeter Absolutwert entspreicht aus Sicht der Aufzugskabine 12 einem Positions-Soll-Wert,
das heißt einer Position, in der sich die Aufzugskabine bei fehlerfreiem Betrieb befinden
soll.
[0039] Ferner ist ein zweiter Eingang 54 des Kanals 46 über eine Verbindung 56 mit einem
Ausgang 58 der Aufzugssteuerung 16 verbunden, an dem die aktuelle Soll-Wert-Kurve
der Aufzugssteuerung 16 anliegt.
[0040] Der Kanal 46 ist über einen zweiten Eingang 60 mit dem Absolut-Wert-Geber 30 der
Aufzugskabine 12 gekoppelt, wodurch dem Kanal 48 die Ist-Position der Aufzugskabine
12 als Ist-Wert zu geleitet wird.
[0041] Die Kanäle 46, 48 sind jeweils über Ausgänge 62, 64 mit der Abschaltung 26 bzw. einer
Bremseinrichtung 66 gekoppelt, um den Motor in einem Fehlerfall abzuschalten bzw.
zu bremsen.
[0042] Des Weiteren sind die Kanäle 46, 48 mit jeweils einem Ausgang 68, 70 mit einem so
genannten "elektronischen" Fang 72 verbunden.
[0043] Ferner umfasst die Aufzugssteuerung noch einen Eingang 74 für eine Inspektionssteuerung,
ein oder mehrerer Eingänge 76 für einen passiven/aktiven Sicherheitskreis sowie einen
Eingang 78 für ein Signal der Bündigstellung.
[0044] Nachfolgend soll die Funktion des Systems 10 erläutert werden. Nach einem Innen-
bzw. Außenruf durch einen Benutzer erzeugt die Aufzugssteuerung eine Soll-Position,
in die die Aufzugskabine 12 gemäß einer vorgegebenen Soll-Wert-Kurve.
[0045] Eine Rückmeldung über die aktuelle Ist-Position der Aufzugskabine 12 erfolgt mittels
des Absolut-Wert-Gebers 30 und wird über den Eingang 32 der Aufzugssteuerung eingelesen.
[0046] Dem zuvor erläuterten Positions-Regelkreis ist ein Drehzahl-Regelkreis des Antriebs
14 unterlagert. Über den Inkremental-Geber 28 werden die Ist-Umdrehungen des Antriebs
14 an den Frequenz-Umrichter 24 als Regelgröße zurückgeführt.
[0047] Der an dem Inkremental-Geber 28 anliegende Ist-Wert kann in einem Absolutwert umgerechnet
werden, der einen Positions-Soll-Wert der Aufzugskabine 12 bei fehlerfreier Funktion
entspricht, da die Aufzugskabine über ein Seil mit dem Antrieb 14 gekoppelt ist.
[0048] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass der an dem Inkremental-Geber 28 anliegende
Positions-Ist-Wert in einen Absolutwert umgerechnet wird als Positions-Soll-Wert der
betriebsmäßigen, und ohnehin vorhandenen Antriebssteuerung 16 dem ersten Kanal 46
der Überwachungseinrichtung zugeführt wird. Dem zweiten Kanal 48 der Überwachungseinrichtung
44 wird der Ist-Wert des Absolutwert-Gebers 30 der Aufzugskabine 12 zugeführt.
[0049] Der Positions-Soll-Wert gibt an, welche Position die Aufzugskabine 12 im Fahrschacht
bei fehlerfreier Fahrt eingenommen hat. Dazu wird zum einen eine Soll-Wert-Kurve von
der Aufzugssteuerung 16 generiert und an den Frequenz-Umrichter 24 gegeben. Dieser
steuert den Antrieb 14 an. Die Rückmeldung erfolgt über den Inkremental-Geber 28 an
den Frequenz-Umrichter 24.
[0050] Aus Sicht der Aufzugskabine 12 stellen sowohl die Soll-Wert-Kurven der Aufzugssteuerung
als auch die Positions-Soll-Werte des Inkremental-Gebers 28 Soll-Werte dar, da Sie
die Soll-Position der Aufzugskabine angeben. Die reale Position (Ist-Position) der
Aufzugskabine wird durch den an der Aufzugskabine montierten Absolutwert-Geber 30
erfasst. Dieser Ist-Wert der Ist-Position wird wiederum der Aufzugssteuerung mitgeteilt,
so dass sich hier der Regelkreis schließt.
[0051] Die Überwachungseinrichtung 44 ist als fehlersicherer Vergleicher ausgebildet und
vergleicht die Soll-Wert des Kanals 46 mit dem Positions-Ist-Wert des Kanals 48 über
die Verbindung 50 und schaltet bei einer zu großen Abweichung ab. Die Abschaltung
erfolgt über den Ausgang 62 des Kanals 46 bzw. den Ausgang 64 des Kanals 48 und wirkt
entweder auf die Abschaltung 26 des Antriebes 14 und/oder die Bremse 66.
[0052] Hierbei ist zu beachten, dass der von der Aufzugssteuerung 16 oder dem Inkremental-Geber
28 erzeugte Soll-Wert aus Sicht der Aufzugskabine 12 unabhängig von der realen Ist-Position
(Ist-Wert) der Aufzugskabine 12 ist.
[0053] Aufgrund der Strukturen des Regelkreises ergeben sich immer Abweichungen zwischen
Positions-Soll-Werten und Positions-Ist-Werten, im vorliegenden Fall ein so genannter
Schlepp-Fehler. Dieser kann durch geeignete Algorithmen zum Beispiel durch Extrapolation
der Position der Aufzugskabine 12 aufgrund der aktuellen und vergangenen Soll-Werte
ermittelt werden. Im einfachsten Fall findet ein zeitlicher Versatz zwischen Soll-Wert
und Ist-Wert statt, der über eine Totzeit kompensiert werden kann.
1. Verfahren zur Überwachung einer mittels eines Antriebs (14) in einem Aufzugsschacht
verfahrbare Aufzugskabine (12), wobei der Antrieb (14) mittels einer Aufzugssteuerung
(16) unter Einbezug von Position und/oder Geschwindigkeit angesteuert wird, wobei
Positions- und/oder Geschwindigkeits-Werte mittels redundanter Gebersysteme (28, 30)
sicher generiert, erfasst und wobei von den Gebersystemen (28, 30) generierte Positions-
und/oder Geschwindigkeits-Signale zweikanalig miteinander und/oder mit vorgegebenen
Soll-Werten verglichen werden und wobei bei Überschreiten des vorgegebenen momentanen
Soll-Wertes und/oder bei Inkonsistenz der Positionssignale ein Auslösesignal erzeugt
wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass über einen ersten Kanal (46) ein der Position und/oder der Geschwindigkeit der Aufzugskabine
(12) entsprechender Soll-Wert der betriebsmäßigen Aufzugssteuerung (16) und über den
zweiten Kanal (48) ein der Position und/oder Geschwindigkeit der Aufzugskabine (12)
entsprechender Ist-Wert erfasst wird.
2. Verfahren zur Überwachung einer mittels eines Antriebs (14) in einem Aufzugsschacht
verfahrbaren Aufzugskabine (12), deren Position erfasst und durch zumindest ein erstes
und ein zweites Positionssignal angezeigt wird, wobei das erste Positionssignal durch
ein mit der Aufzugskabine (12) gekoppelten Gebersystem (30) generiert wird, wobei
die Positionssignale in einer zweikanaligen Überwachungseinrichtung (44) miteinander
und/oder mit vorgegebenen Soll-Werten verglichen werden und wobei bei Überschreiten
des vorgegebenen momentanen Soll-Wertes und/oder bei Inkonsistenz der Positionssignale
ein Auslösesignal erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein an einem mit dem Antrieb (14) gekoppelten Gebersystem (28) anliegendes und einem
Verfahrweg der Aufzugskabine (12) zugeordnetes Signal als zweites Positionssignal
erfasst wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umdrehungen des Antriebs (14) erfasst werden und dass aus der Anzahl der Umdrehungen
ein Positions-Soll-Wert der Aufzugskabine (12) als Absolut-Wert ermittelt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Positionssignal als Positions-Ist-Wert und das zweite Positionssignal als
Positions-Soll-Wert rückwirkungsfrei aus einem betriebsmäßigen Regelkreis (40) der
Antriebssteuerung (16) ausgekoppelt werden, wobei insbesondere die aus dem betriebsmäßigen
Regelkreis (40) ausgekoppelten Positions-Soll- und/oder Ist-Werte in der zweikanaligen
Überwachungseinrichtung (44) fehlersicher verglichen werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch das Auslösesignal ein Signal zum Schalten einer Motorbremse (66) und/oder eines
"elektronischen" Fangs ausgelöst wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Positions-Soll-Wert in eine sicherheitsgerichtete Auswahlschaltung wie "1 out
of 2" oder "2 out of 3" einbezogen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Positions-Soll-Werte sowie die Positions-Ist-Werte auf physikalisch unabhängigen
Signalwegen erfasst werden, wobei insbesondere eine Unabhängigkeit zwischen den Positions-Soll-
und Positions-Ist-Werten durch Software-Routinen realisiert wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Positions-Soll-Werte und Positions-Ist-Werte diversitär erfasst werden, wobei
die Soll-Werte mittels eines Inkremental-Gebers (28) direkt an dem Antrieb (14) und
die Ist-Werte mittels Absolutwert-Gebers (30) ermittelt werden, und/oder dass die
Positions-Soll-Werte sowie die Positions-Ist-Werte einer Plausibilitätskontrolle unterzogen
werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Ausdehnung des Aufzugsschachtes mittels Positionierung von Korrekturmarken überwacht
und kompensiert wird.
10. Überwachungseinrichtung (44) zur Überwachung einer in einem Aufzugsschacht mittels
eines Antriebs (14) über eine Aufzugssteuerung (16) verfahrbaren Aufzugskabine (12),
deren Position durch zumindest ein erstes und ein zweites Gebersystem (28, 30) erfasst
wird, wobei zumindest ein erstes Gebersystem (30) mit der Aufzugskabine (12) gekoppelt
ist und ein erstes Positionssignal generiert, wobei die Überwachungseinrichtung (44)
zweikanalig ausgebildet ist, wobei ein erster Kanal (46) mit dem ersten Gebersystem
(30) und der zweite Kanal (48) mit dem zweiten Gebersystem (28) verbunden ist, wobei
von den Gebersystemen (28, 30) gesendete Positionssignale in der Überwachungseinrichtung
(44) miteinander und/oder mit vorgegebenen Soll-Werten verglichen werden und wobei
bei Überschreiten eines vorgegebenen Soll-Wertes und/oder bei Inkonsistenz der Positionssignale
ein Auslösesignal erzeugbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Gebersystem (28) mit dem Antrieb (14) gekoppelt ist und ein einem Verfahrweg
der Aufzugskabine (12) zugeordnetes Signal als zweites Positionssignal generiert.
11. Anordnung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Gebersystem (28) ein betriebsmäßig vorhandener Inkremental-Geber des Antriebs
(14) ist und dass dem Inkremental-Geber (28) eine Wandler-Einheit zur Umwandlung eines
Inkremental-Wertes in einen Absolut-Wert nachgeschaltet ist, wobei insbesondere die
Wandler-Einheit in einem der Kanäle (46, 48) der Überwachungseinrichtung (44) und/oder
in dem Inkremental-Geber (28) angeordnet ist.
12. Anordnung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Gebersystem (30) ein betriebsmäßig vorhandener Absolutwert-Geber wie eine
Ultraschall-Positionseinrichtung ist.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweikanalige Überwachungseinrichtung (44) als fehlersicherer Vergleicher ausgebildet
ist.
14. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Kanal (46, 48) der Überwachungseinrichtung (44) einen Ausgang (62, 64) zur
Ansteuerung einer Bremse (66) und/oder einer Abschalteinheit (26) des Antriebs (14)
aufweist und/oder dass jeder Kanal (46, 48) einen Ausgang (68, 70) zur Ansteuerung
eines "elektronischen" Fangs (72) aufweist.
15. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass Zuleitungen für die ersten und zweiten Positionssignale als physikalisch unabhängige
Signalwege ausgebildet sind.