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EP 2 206 875 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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27.04.2011 Patentblatt 2011/17 |
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Anmeldetag: 09.01.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Insektenschutzgewebe
Insect protection fabric
Tissu de protection contre les insectes
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK TR |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.07.2010 Patentblatt 2010/28 |
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Patentinhaber: Neher, Norbert |
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78554 Aldingen (DE) |
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Erfinder: |
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- Neher, Norbert
78554 Aldingen (DE)
- Hänsch, Frauke Susanne, Dr.
76137 Karlsruhe (DE)
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Vertreter: Pfiz, Thomas et al |
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Patentanwälte Wolf & Lutz
Hauptmannsreute 93 70193 Stuttgart 70193 Stuttgart (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 886 031 DE-A1- 10 153 248
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EP-A- 1 429 104 DE-U1- 8 901 548
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Insektenschutzvorrichtung zum Abschirmen von Öffnungen
wie Fenster oder Türen gegen Eindringen von Insekten mit einer vor der Öffnung montierbaren
Halterung und einem daran gehaltenen Insektenschutzgewebe, welches miteinander gitterartig
verbundene Kettfäden und Schussfäden aufweist. Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren
zur Herstellung eines Insektenschutzgewebes für eine solche Insektenschutzvorrichtung.
[0002] Bei solchen Insektenschutzvorrichtungen soll eine möglichst unauffällige Optik (gute
Durchsicht) und ein hoher Luftdurchsatz erhalten bleiben, wobei zugleich die Gewebeöffnungen
so klein sein müssen, dass auch Kleinstinsekten wie Mücken nicht hindurchschlüpfen
können. Zu diesem Zweck hat sich bisher am Markt ein kunststoffbeschichtetes Fiberglasgewebe
in Leinwandbindung durchgesetzt. Dabei sorgt ein Fiberglasfaden für die Stabilität
und Reißfestigkeit des Gewebes, während eine Kunststoffbeschichtung den UV- und Witterungsschutz,
die Farbgebung und die Kreuzpunktverschweißung des Gewebes ermöglichen soll. Durch
diesen Aufbau kann ein Fadendurchmesser von ca. 0,3mm jedoch kaum unterschritten werden.
Bei kleinerem Durchmesser wird die Funktion der Kunststoffbeschichtung beeinträchtigt
oder der Fiberglasfaden zu schwach. Aufgrund der Leinwandbindung gehen die Schussfäden
abwechselnd über und unter den einzelnen Kettfäden hindurch. Die Lage der Fäden wechselt
also von einer Masche zur anderen von der rechten zur linken Seite bzw. Ober- zur
Unterseite des Gewebes. Nachteilig hierbei ist die geringe Verschiebefestigkeit bei
größeren Gitteröffnungen. Bei der Leinwandbindung wird die gegenseitige Normalkraft
der gekreuzten Fäden nur durch die Biegeradien der Fäden erreicht, so dass bei offeneren
Geweben oder dünneren Fäden diese Kraft immer geringer wird. Dies erschwert auch das
Handling des Gewebes im Herstellungsprozess.
[0003] Ein weiteres Insektenschutzgitter ist aus
DE 10153248 A1 bekannt.
[0004] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die im Stand der Technik
bekannten Insektenschutzvorrichtungen weiter zu verbessern und hierfür ein verbessertes
Insektenschutzgewebe anzugeben, welches kostengünstig herstellbar ist, eine hohe Dimensionsstabilität
und Festigkeit für den Einsatzzweck besitzt und optisch möglichst unauffällig sowie
luftdurchlässig im Einbauzustand ist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird die im Patentanspruch 1 bzw. 14 angegebene Merkmalskombination
vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0006] Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, die verschiedenen und teils konträren Anforderungen
durch ein besonderes dreherbindiges Gewebe zu erreichen. Dementsprechend wird erfindungsgemäß
vorgeschlagen, dass die Schussfäden und die Kettfäden einseitig aufeinander aufliegen
und durch Bindefäden miteinander verbunden sind, wobei die Kettfäden und Schußfäden
in jeweils einer gesonderten Fadenebene übereinander liegen und geradlinig verlaufen.
Durch diesen Lagenaufbau mit Berührungsstellen nur an einer gleich bleibenden Faden(halb)seite
kann ein sehr exaktes Gewebe mit genauer Fadenlage von Kette und Schuss auch bei geringer
Fadenstärke dargestellt werden. Durch den Bindefaden wird eine hohe Stabilität und
insbesondere Verschiebefestigkeit im Vergleich zur Leinwandbindung erreicht, wodurch
auch die Weiterverarbeitung in nachfolgenden Fertigungsschritten erleichtert bzw.
überhaupt erst ermöglicht wird. Aufgrund der gestreckten Kett- und Schussfadenlagen
verformt sich das Gewebe erst bei höheren Zugbeanspruchungen im Vergleich zur Leinwandbindung.
Die Reißfestigkeit steigt damit deutlich an und es wird ein erheblich verbessertes
Kraft-Dehnungsverhalten erzielt. Ggf. können spezielle Effektbereiche auch einzelne
Kettfäden in Leinwandbindung aufweisen, ohne die Gesamtstruktur des Gewebes jedoch
wesentlich zu verändern.
[0007] In vorteilhafter Ausgestaltung ist die Halterung durch einen das Insektenschutzgewebe
aufspannenden Rahmen vorzugsweise aus Profilabschnitten gebildet. Alternativ ist es
auch möglich, dass die Halterung durch eine das als Gewebebahn ausgebildete Insektenschutzgewebe
seitlich aufnehmende Führung gebildet ist.
[0008] Die einseitige Hauptfadenverkreuzung wird dadurch ermöglicht, dass die Schussfäden
und die Kettfäden als jeweils eine Lage aufeinander aufliegen, so dass eine Gewebeseite
durch die Lage der Schussfäden und die andere Gewebeseite durch die Lage der Kettfäden
gebildet wird. In dieser Bindung ist es möglich, dass die Kettfäden und die Schussfäden
im Wesentlichen geradlinig in gesonderten Fadenebenen verlaufen und nur an ihren einander
zugewandten Innenseiten bzw. inneren Halbseiten in den Kreuzungsstellen aufeinander
liegen, während die voneinander abgewandten Außenseiten von den Bindefäden umschlungen
sind. Durch den Bindefaden wird die gegenseitige Normalkraft der beiden anderen weitgehend
biegefreien Fadensysteme bewirkt, so dass eine gute Dimensionsstabilität unabhängig
von der Maschengröße gegeben ist. Die Anordnung der Kett- und Schussfäden in gesonderten
Ebenen bzw. Lagen ermöglicht es auch, bei geringer Fadenstärke eine hohe Festigkeit
zu erreichen.
[0009] Vorteilhafterweise besitzen die Bindefäden einen vorzugsweise um etwa die Hälfte
geringeren Durchmesser als die Kett- und Schussfäden, deren Durchmesser auf einen
Bereich von weniger als 0,2 mm, bevorzugt etwa 0,1 mm reduziert werden kann.
[0010] Eine weitere vorteilhafte Ausführung sieht vor, dass das Gewebe durch stoffschlüssige
Verbindungsmittel, insbesondere Klebestoffe oder Schweißstellen im Bereich der Kreuzungsstellen
verfestigt ist, so dass auch bei offenmaschigem Aufbau eine hinreichende Festigkeit
erzielt wird. Die Bindefäden bieten hier Vorteile in zweifacher Hinsicht, nämlich
zum einen eine Vorfestigung des Gewebes für den nachfolgenden Klebeprozess und zum
anderen eine Sammelstruktur für das Klebemittel, welches sich dann bevorzugt im Kreuzungsbereich
ansammelt.
[0011] Günstig ist es auch, wenn die Kettfäden und Schussfäden als Monofilamente mit vorzugsweise
rundem Querschnitt ausgebildete sind. Dadurch wird im Vergleich zu Multifilamenten
eine höhere Präzision in der Fadenlage und Dimension erreicht. Runde Fäden lassen
sich einfach herstellen und verarbeiten, weil Verdrehungen in der Längsachse keine
Rollen spielen.
[0012] Vorteilhafterweise bestehen die Kettfäden und Schussfäden aus Kunststoff, insbesondere
aus einem Polyestermaterial wie PET. Solche Fäden sind preisgünstig herstellbar und
auch dahingehend vorteilhaft, dass sie sehr reißfest und dimensionsstabil hinsichtlich
Temperatur und Feuchtigkeit sind.
[0013] Die Kettfäden und Schussfäden begrenzen Gewebeöffnungen, so dass eine noch eine gute
Durchsicht und Luftdurchlässigkeit gewährleistet ist. Für die Insektenabschirmung
ist es von Vorteil, wenn die Gewebeöffnungen eine lichte Weite von 0,3 bis 3 mm, vorzugsweise
0,8 bis 1,2 mm in beide Richtungen aufweisen. Hierbei ist zu bedenken, dass bei dünneren
Fäden auch die lichte Weite entsprechend reduziert werden kann, ohne dass das Gewebe
visuell auffällig wird.
[0014] Besondere Gebrauchsvorteile können sich auch dadurch ergeben, dass das Gewebe insbesondere
zur Erzeugung von Streifeneffekten oder lokalen Verstärkungen mit variierenden Fadenstärken
und/oder Fadendichten und/oder Farben ausgebildet ist. Prinzipiell ist es auch möglich,
Streifeneffekte durch in Leinwandbindung bindende Kettfäden in speziellen Bereichen
zu erzeugen. In diesem Zusammenhang kann eine Verbesserung auch durch Gewebe- bzw.
Fadenbeschichtungen erzielt werden, beispielsweise eine antibakterielle Wirkung durch
Silberbeschichtung.
[0015] In verfahrensmäßiger Hinsicht wird die eingangs genannte Aufgabe dadurch gelöst,
dass die Schussfäden einseitig auf den Kettfäden aufgelegt und durch Bindefäden mit
den Kettfäden verbunden werden, so dass die Kettfäden und Schussfäden in jeweils einer
gesonderten Fadenebene übereinander liegen und die Bindefäden in Halbdreherbindung
oberhalb der Schussfäden und unterhalb der Kettfäden verkreuzend eingewoben werden.
Hierdurch werden die zu der Vorrichtung bereits genannten Vorteile für das Verfahrenserzeugnis
erzielt.
[0016] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine als Spannrahmen mit einem Insektenschutz- gewebe versehene Insektenschutzvorrichtung
zum Einsetzen in eine Fensteröffnung in perspekti- vischer Darstellung;
- Fig. 2
- einen Ausschnitt des aus drei Fadensystemen gebildeten Insektenschutzgewebes;
- Fig. 3 bis 5
- die Fadenbewegung der Bindefäden bei der Herstellung des Insektenschutzgewebes nach
Fig. 2.
[0017] Die in Fig. 1 dargestellte Insektenschutzvorrichtung lässt sich außenseitig vor einem
Gebäudefenster einhängen, um das Eindringen von Insekten zu verhindern, ohne jedoch
die Sicht nach draußen und den Luftdurchtritt wesentlich zu beeinträchtigen. Die Vorrichtung
umfasst einen rechtwinklig aus Profilschenkeln zusammengesetzten Spannrahmen 10, ein
darin aufgespanntes, speziell gewebtes Insektenschutzgewebe 12 sowie in den Eckbereichen
des Spannrahmens 10 angeordnete Einhängelaschen 14. Einzelheiten eines derartigen
Montageprinzips sind beispielsweise aus der
DE 197 49 517 bekannt.
[0018] Der Spannrahmen 10 besitzt eine Kedernut zum Einspannen des Gewebes 12 und lässt
sich durch eine umlaufende Dichtung (nicht gezeigt) im eingehängten Zustand außenseitig
an einem Blendrahmen des Fensters insektendicht anschließen, wobei auch eine einfache
Demontage beispielsweise bei Nichtgebrauch über die Winterzeit möglich ist. Entsprechend
angepasste Rahmenvarianten sind auch für andere Gebäudeöffnungen beispielsweise vor
Türen oder Lichtschächten einsetzbar. Weitere Einsatzmöglichkeiten ergeben sich durch
Rollokonstruktionen, bei denen das Insektenschutzgewebe 12 in Form einer aufwickelbaren
Gewebebahn in seitlichen Führungsschienen gehalten ist. Eine solche Ausführung ist
beispielsweise aus der
DE 19639478 bekannt. Denkbar ist es auch, das Insektenschutzgewebe in lamellenartigen Bahnen
an einer Halterung beispielsweise vor Außentüren aufzuhängen. Als besonders einfache
Halterung ist auch ein Klebe- oder Klettband vorstellbar.
[0019] Wie in Fig. 2 veranschaulicht, ist das Insektenschutzgewebe 12 aus drei Fadensystemen
gebildet. In der gezeigten Prinzipskizze bilden die Kettfäden 16 die Gewebeunterseite,
während die Schussfäden 18 einseitig bzw. einheitlich an einer Halbseite auf den Kettfäden
16 aufliegen und damit die Gewebeoberseite bilden. Als Hilfsfäden für die Gewebekonstruktion
sind Bindefäden 20 vorgesehen, welche die Kett- und Schussfäden schiebefest miteinander
verbinden.
[0020] Das Gewebe 12 beruht auf einer Art von Dreherbindung, wobei die Kettfäden 16 als
Trägerkette in einer unteren Fadenebene und die Schussfäden 18 in einer oberen Fadenebene
im Wesentlichen geradlinig liegen und an ihren voneinander abgewandten Außenseiten
von den Bindefäden 20 umschlungen sind. Je nach Fadenzugkraft der Bindefäden 20 und
Biegesteifigkeit der Hauptfäden ergibt sich eine leichte Welligkeit in der Kette und
im Schuss 16, 18, die jedoch geringer als die Fadenstärke ist.
[0021] Die Kettfäden 16 und Schussfäden 18 liegen somit mit ihren einander zugewandten Innenseiten
bzw. inneren Halbseiten an Kreuzungsstellen 22 aufeinander, wobei durch die Reibung
unter der Zugkraft der Bindefäden 20 eine hohe Schiebefestigkeit bereits ohne zusätzliche
Verbindungsmittel erreicht wird. Um die Gewebefestigkeit weiter zu verbessern, kann
ein Klebstoff beispielsweise durch Sprühen, Tauchen oder Schaumimprägnieren aufgebracht
und ausgehärtet werden. Denkbar ist es auch, die Kreuzungsstellen 22 zu verschmelzen
oder zu verschweißen. Beispielsweise könnten Fadensysteme mit unterschiedlichen Schmelztemperaturen
eingesetzt werden, so dass die Hauptfäden 16, 18 verschmelzen, während die Bindefäden
20 nicht verschmelzen. Grundsätzlich könnten auch Mehrkomponentengarne eingesetzt
werden, bei denen im Garn bereits schmelzfähige Fäden bzw. Thermoplaste mit unterschiedlichen
Schmelztemperaturen vorhanden sind.
[0022] Zweckmäßig sind die Bindefäden 20 deutlich dünner als die Hauptfäden 16, 18, so dass
eine Verformung weitgehend nur auf die Bindefäden wirkt und die Hauptfäden in ihrer
rechteckigen Gitterstruktur erhalten bleiben. Beispielsweise beträgt der Bindefadendurchmesser
weniger als das 0,7-fache, bevorzugt etwa das 0,5-fache des Hauptfadendurchmessers.
Typische Durchmesserwerte liegen bei 0,1mm für die Kett- und Schussfäden 16, 18 und
0,05mm für die Bindefäden 20. Um einerseits die erforderliche Insektendichtigkeit
zu gewährleisten und andererseits die Lichtdurchlässigkeit nicht unnötig einzuschränken,
sollten die Gewebeöffnungen 24 eine lichte Weite von etwa 0,8 bis 1,2 mm aufweisen.
[0023] Bevorzugt besteht das Gewebe 12 aus monofilen Fäden 16, 18, 20, mit rundem Querschnitt.
Denkbar ist es auch, eckige Querschnitte einzusetzen, etwa um die Reflektionseigenschaften
zu beeinflussen. Als preisgünstiges Fadenmaterial bietet sich Kunststoffe aus der
Familie der Polyester, insbesondere PET (Polyethylenterephthalat) an.
[0024] Generell sollte das Fadenmaterial eine hinreichende UV-Stabilität besitzen, beispielsweise
durch spezielle Stabilisatoren in der Grundsubstanz. Außerdem ist es günstig, wenn
das Material dunkel bzw. schwarz gefärbt ist, beispielsweise durch Ruß- oder Pigmentzusatz,
so dass das UV-Licht bereits in den äußeren Fadenschichten absorbiert wird und nicht
zu einer Molekülzerstörung im Volumen führt. Eine schwarze Einfärbung führt ebenso
wie eine matte Oberfläche auch zu einer Verminderung von störenden Reflexen für den
Betrachter.
[0025] Die Fig. 3 bis 5 veranschaulichen die prinzipielle Fadenbewegung bei der Herstellung
des Gewebes 12. Gemäß Fig. 3 bildet die Lage der Kettfäden 16 beim Weben das Unterfach.
Ein Schussfaden 18 wird mit seiner unteren Halbseite quer über die Kettfäden 16 aufgelegt
und sodann im Bereich der Kreuzungsstellen durch die Bindefäden 20 fixiert. Nach der
Fadenverkreuzung der Bindefäden 20 auf der Gewebeunterseite erfolgt der nächste Schusseintrag
(Fig. 4), wobei dann die Umschlingung mit dem Bindefaden 20 gegenüberliegend zu dem
vorherigen Schussfaden 18 erfolgt. Dieser Vorgang lässt sich gemäß Fig. 5 über die
Länge der Kettfäden 16 fortsetzen, wobei die Schussfäden 18 im gegenseitigen Abstand
zur Freihaltung der Maschenöffnungen gehalten werden.
[0026] Grundsätzlich ist es auch möglich, dass die verschiedenen Fadensysteme aus unterschiedlichen
Materialien bestehen, und dass gewisse Gewebebereiche hervorgehoben werden, indem
Fadenstärken oder Abstände variiert werden oder indem variierende Farben gewählt werden.
Dies muss nicht nur der optischen Hervorhebung dienen, sondern kann auch eine Verstärkung
in besonders beanspruchten Bereichen sicherstellen. Dies lässt sich durch den Lagenaufbau
des Gewebes in der beschriebenen Halbdreherverbindung vor allem beim Eintrag der Schussfäden
leicht bewerkstelligen.
1. Insektenschutzvorrichtung zum Abschirmen von Öffnungen wie Fenster oder Türen gegen
Eindringen von Insekten mit einer vor der Öffnung montierbaren Halterung (10) und
einem daran gehaltenen Insektenschutzgewebe (12), welches miteinander gitterartig
verbundene Kett- und Schussfäden (16,18) aufweist, wobei die Kettfäden (16) und die
Schussfäden (18) einseitig aufeinander aufliegen und durch Bindefäden (20) miteinander
verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden (16) und Schussfäden (18) in jeweils einer gesonderten Fadenebene übereinander
liegen und geradlinig verlaufen.
2. Insektenschutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (10) durch einen das Insektenschutzgewebe (12) aufspannenden Rahmen
vorzugsweise aus Profilabschnitten gebildet ist
3. Insektenschutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (10) durch eine das als Gewebebahn ausgebildete Insektenschutzgewebe
(12) seitlich aufnehmende Führung gebildet ist.
4. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schussfäden (18) und die Kettfäden (16) als jeweils eine Lage aufeinander aufliegen,
so dass eine Gewebeseite durch die Lage der Schussfäden (18) und die andere Gewebeseite
durch die Lage der Kettfäden (16) gebildet wird.
5. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden (16) und die Schussfäden (18) in dem Insektenschutzgewebe (12) eine
rechteckige Gitterstruktur bilden.
6. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden (16) und Schussfäden (18) an ihren einander zugewandten Innenseiten
an Kreuzungsstellen (22) aufeinander liegen.
7. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden (16) und Schussfäden (18) an ihren voneinander abgewandten Außenseiten
von den Bindefäden (20) umschlungen sind.
8. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindefäden (20) einen vorzugsweise um etwa die Hälfte geringeren Durchmesser
als die Kett- und Schussfäden (16,18) besitzen.
9. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Insektenschutzgewebe (12) durch stoffschlüssige Verbindungsmittel, insbesondere
Klebestoffe oder Schweißstellen im Bereich der Kreuzungsstellen (22) verfestigt ist.
10. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden (16) und Schussfäden (18) als Monofilamente mit vorzugsweise rundem
Querschnitt ausgebildet sind.
11. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden (16) und Schussfäden (18) aus Kunststoff, insbesondere aus einem Polyestermaterial
wie PET bestehen.
12. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden (16) und Schussfäden (18) Gewebeöffnungen (24) begrenzen, und dass
die Gewebeöffnungen (24) eine lichte Weite von 0,3 bis 3 mm, vorzugsweise 0,8 bis
1,2 mm besitzen.
13. Insektenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Insektenschutzgewebe (12) mit variierenden Fadenstärken und/oder Fadendichten
und/oder Farben und/oder mit einer Gewebebeschichtung ausgebildet ist.
14. Verfahren zur Herstellung eines Insektenschutzgewebes (12) für eine Insektenschutzvorrichtung
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem Kettfäden (16) und Schussfäden
(18) gitterartig miteinander verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, dass geradlinig gestreckte Schussfäden (18) einseitig auf den Kettfäden (16) aufgelegt
und durch Bindefäden (20) mit den Kettfäden (16) verbunden werden, so dass die Kettfäden
(16) und Schussfäden (18) in jeweils einer gesonderten Fadenebene, übereinander liegen.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindefäden (20) oberhalb der Schussfäden (18) und unterhalb der Kettfäden (16)
verkreuzend eingewoben werden.
1. An insect protection device for shielding openings such as windows or doors against
entry of insects, having a holder (10) which can be fitted in front of the opening
and an insect protection mesh (12) which can be held thereon and has warp and weft
threads (16, 18) linked together in the manner of a grid, the warp threads (16) and
the weft threads (18) lying one on the other on one side and being linked together
by binding threads (20), characterized in that the warp threads (16) and weft threads (18) lie one above the other in respectively
separate thread planes and extend linearly.
2. The insect protection device according to claim 1, characterized in that the holder (10) is formed by a frame in which the insect protection mesh (12) is
mounted and which is preferably made of profile sections.
3. The insect protection device according to claim 1, characterized in that the holder (10) is formed by a guide which laterally accommodates the insect protection
mesh (12), which is in the form of a woven web.
4. The insect protection device according to any of claims 1 to 3, characterized in that the weft threads (18) and the warp threads (16) lie one on the other as a single
layer in each case, and so one side of the mesh is formed by the layer of weft threads
(18) and the other side of the mesh is formed by the layer of warp threads (16).
5. The insect protection device according to any of claims 1 to 4, characterized in that the warp threads (16) and the weft threads (18) form a rectangular grid structure
in the insect protection mesh (12).
6. The insect protection device according to any of claims 1 to 5, characterized in that the warp threads (16) and weft threads (18) lie one on the other on their mutually
facing insides at crossing points (22).
7. The insect protection device according to any of claims 1 to 6, characterized in that the warp threads (16) and weft threads (18) are looped around on their outsides,
which face away from one another, by the binding threads (20).
8. The insect protection device according to any of claims 1 to 7, characterized in that the binding threads (20) have a diameter which is smaller, preferably by about half,
than the warp and weft threads (16, 18).
9. The insect protection device according to any of claims 1 to 8, characterized in that the insect protection mesh (12) is consolidated by material bonding means, in particular
adhesives or welds in the region of the crossing points (22).
10. The insect protection device according to any of claims 1 to 9, characterized in that the warp threads (16) and weft threads (18) are in the form of monofilaments having
a preferably round cross section.
11. The insect protection device according to any of claims 1 to 10, characterized in that the warp threads (16) and weft threads (18) consist of plastic, in particular of
a polyester material such as PET.
12. The insect protection device according to any of claims 1 to 11, characterized in that the warp threads (16) and the weft threads (18) define mesh openings (24), and in that the mesh openings (24) have a clear width of 0.3 to 3 mm, preferably 0.8 to 1.2 mm.
13. The insect protection device according to any of claims 1 to 12, characterized in that the insect protection mesh (12) is designed with varying thread thicknesses and/or
thread densities and/or colors and/or with a mesh coating.
14. A method for producing an insect protection mesh (12) for an insect protection device
according to any of the preceding claims, in which warp threads (16) and weft threads
(18) are linked together in the manner of a grid, characterized in that linearly stretched weft threads (18) are laid on one side on top of the warp threads
(16) and are linked to the warp threads (16) by binding threads (20), and so the warp
threads (16) and weft threads (18) lie one above the other in respectively separate
thread planes.
15. The method according to claim 14, characterized in that the binding threads (20) are woven intersecting above the weft threads (18) and below
the warp threads (16).
1. Dispositif de protection contre les insectes destiné à protéger des ouvertures telles
que fenêtres ou portes contre la pénétration d'insectes comprenant un support (10)
pouvant être monté devant l'ouverture et un tissu de protection contre les insectes
(12) fixé dessus, qui présente des fils de chaîne et de trame (16, 18) reliés les
uns aux autres à la façon d'une grille, les fils de chaîne (16) et les fils de trame
(18) reposant unilatéralement les uns sur les autres et étant reliés les uns aux autres
par des fils de liage (20), caractérisé en ce que les fils de chaîne (16) et les fils de trame (18) sont disposés les uns au-dessus
des autres dans respectivement un plan de fil séparé et sont agencés en ligne droite.
2. Dispositif de protection contre les insectes selon la revendication 1, caractérisé en ce que le support (10) est formé par un cadre tendant le tissu de protection contre les
insectes (12), de préférence à base de parties profilées.
3. Dispositif de protection contre les insectes selon la revendication 1, caractérisé en ce que le support (10) est formé par un guide recevant latéralement le tissu de protection
contre les insectes (12) formé sous forme de bande de tissu.
4. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 3, caractérisé en ce que les fils de trame (18) et les fils de chaîne (16) reposent les uns sur les autres
sous la forme respectivement d'une couche, de sorte qu'un côté de tissu est formé
par la couche des fils de trame (18) et l'autre côté de tissu par la couche des fils
de chaîne (16).
5. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 4, caractérisé en ce que les fils de chaîne (16) et les fils de trame (18) forment une structure de grille
rectangulaire dans le tissu de protection contre les insectes (12).
6. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 5, caractérisé en ce que les fils de chaîne (16) et les fils de trame (18) sont disposés les uns sur les autres
aux points de croisement (22) sur leurs côtés intérieurs tournés les uns vers les
autres.
7. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 6, caractérisé en ce que les fils de chaîne (16) et les fils de trame (18) sont enlacés par les fils de liage
(20) sur leurs côtés extérieurs éloignés les uns des autres.
8. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 7, caractérisé en ce que les fils de liage (20) présentent un diamètre de préférence plus faible de la moitié
que les fils de chaîne et de trame (16, 18).
9. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 8, caractérisé en ce que le tissu de protection contre les insectes (12) est fixé par des moyens de liaison
par adhésion de matière, en particulier des colles ou des points de soudage dans la
zone des points de croisement (22).
10. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 9, caractérisé en ce que les fils de chaîne (16) et les fils de trame (18) sont conçus sous forme de monofilaments
avec une section de préférence ronde.
11. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 10, caractérisé en ce que les fils de chaîne (16) et les fils de trame (18) sont à base de matière synthétique,
en particulier à base d'un matériau polyester tel que du PET.
12. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 11, caractérisé en ce que les fils de chaîne (16) et les fils de trame (18) délimitent des ouvertures de tissu
(24) et en ce que les ouvertures de tissu (24) présentent une largeur intérieure de 0,3 à 3 mm, de
préférence 0,8 à 1,2 mm.
13. Dispositif de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications
1 à 12, caractérisé en ce que le dispositif de protection contre les insectes (12) est conçu avec des épaisseurs
de fil et/ou des compacités de fil et/ou des couleurs variables et/ou avec un revêtement
de tissu.
14. Procédé pour fabriquer un tissu de protection contre les insectes (12) pour un dispositif
de protection contre les insectes selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel des fils de chaîne (16) et des fils de trame (18) sont reliés les uns
aux autres à la façon d'une grille, caractérisé en ce que des fils de trame (18) étirés en ligne droite sont posés unilatéralement sur les
fils de chaîne (16) et sont reliés par des fils de liage (20) aux fils de chaîne (16),
de telle sorte que les fils de chaîne (16) et les fils de trame (18) sont disposés
les uns au-dessus des autres dans respectivement un plan de fil séparé.
15. Procédé selon la revendication 14, caractérisé en ce que les fils de liage (20) sont entrelacés en croisant au-dessus des fils de trame (18)
et au-dessous des fils de chaîne (16).


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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