[0001] Die Erfindung betrifft einen Überspannungsableiter mit einem Gehäuse und mindestens
einem Ableitelement, insbesondere einem Varistor, sowie einer Abtrennvorrichtung,
um das oder die Ableitelemente vom Netz zu trennen, wobei die Abtrennvorrichtung eine
Trenn-, insbesondere Lötstelle umfasst, welche in den elektrischen Anschlusspfad innerhalb
des Ableiters eingebunden ist, wobei über die Lötstelle ein beweglicher Leiterabschnitt
oder eine bewegliche leitende Brücke mit dem Ableitelement einerseits und der Leiterabschnitt
oder die Brücke andererseits mit einem ersten elektrischen Außenanschluss des Ableiters
verbunden ist, sowie umfassend ein Vorspannkraft erzeugendes Mittel, beispielsweise
eine Feder, wobei der diesbezügliche Kraftvektor auf den Leiterabschnitt oder die
Brücke in Abtrennrichtung wirkt, gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Zum Schutz überspannungsempfindlicher Geräte werden in Netz- und Datenleitungen häufig
mehr oder weniger kompakte Überspannungsableiter auf der Basis von Varistoren eingesetzt.
Diese Ableiter besitzen im Regelfall ein begrenztes Ableitvermögen und können bei
Überlast allmählich, aber auch schlagartig einer Zerstörung unterliegen.
[0003] Überspannungsableiter auf der Basis von Varistoren besitzen im Niederspannungsbereich
im Regelfall eine interne Abtrennvorrichtung.
[0004] Diese interne Abtrennvorrichtung besteht beispielsweise aus einer Kombination aus
einer thermischen Abtrennvorrichtung und einer Sollbruchstelle für hohe Ströme. Diese
Sollbruchstelle stellt eine definierte Reduzierung des Anschlussquerschnitts des Varistors
mit einem bestimmten Schmelzintegralwert dar.
[0005] Bei hohen abzuleitenden Impulsströmen schmilzt diese Engstelle. Es wird dann das
bewegliche Anschlussstück getrennt und infolge einer Federvorspannung wird der Varistor
netzfrei. Zum Stand der Technik sei hier auf die
DE 42 41 311 A1, die
DE 38 05 889 oder die
DE 9305796 U verwiesen.
[0006] Die prinzipielle Ausbildung einer Abtrennvorrichtung, die häufig von einer Lötverbindung
zwischen dem Varistor und einem beweglichen, unter Federvorspannung stehenden Anpressdruck
realisiert wird, zeigt die Prinzipskizze nach Fig. 1. Der dort gezeigte scheibenförmige
Varistor 1 ist in Reihe mit der Abtrennvorrichtung 2, als Schalter symbolisiert, geschaltet.
Eine Vorspannkraft F wirkt auf die Abtrennvorrichtung. Schmilzt das Lot 5 an der Verbindungsstelle,
dann wird der elektrische Kontakt zwischen dem Varistoranschluss 6 und dem Außenanschluss
7 über den Abtrennstreifen 3 aufgehoben. Die geometrische Engstelle mit definiertem
Schmelzintegralwert ist durch das Bezugszeichen 4 symbolisiert.
[0007] Grundsätzlich können Fehler, die bei Überspannungsableitern mit Varistoren auftreten,
wie folgt beschrieben werden.
[0008] Bei einer allmählichen Erwärmung des Varistors, z.B. durch Alterung oder eine geringe
Spannungsüberhöhung, spricht im Allgemeinen die thermische Abtrennvorrichtung nach
mehreren Sekunden an. Ein die Abtrennvorrichtung fixierendes Lot schmilzt, wodurch
die unter Federkraft stehenden Kontakte einem Öffnungsvorgang unterliegen. Der Varistor
besitzt bei diesem Fehlerfall noch einen hohen Widerstand, wodurch der Strom durch
den Varistor stark begrenzt wird. Die Abtrennvorrichtung kann im Regelfall diese Ströme
problemlos unterbrechen und somit den überlasteten Ableiter sicher vom Netz trennen,
ohne dass eine weitere separate Überspannungsschutzeinrichtung anspricht oder erforderlich
ist. Die Netzversorgung des Verbrauchers wird demnach nicht unterbrochen oder gestört.
Es muss lediglich der defekte Überspannungsableiter bei einer Wartung ausgetauscht
werden.
[0009] Wird hingegen der Ableiter durch eine hohe Impulsspannung überlastet, jedoch nicht
zerstört oder überschlagen, kann einerseits die thermische Abtrennvorrichtung wie
erläutert zu einer verzögerten Abtrennung führen oder aber der Schmelzintegralwert
der Engstelle wird erreicht, wodurch diese aufschmilzt und den Ableiter vom Netz trennt.
[0010] Wird der Ableiter durch eine erhöhte netzfrequente Spannung oder einen Stoßstrom
innerhalb kürzester Zeit zerstört oder überschlagen, können Fehlerströme auftreten,
welche je nach Impedanz der Fehlstelle, der treibenden Spannung und dem prospektiven
Kurzschlussstrom des Netzes im Bereich von einigen Kiloampere liegen. Diese Ströme
erreichen häufig Werte, die oberhalb des Schaltvermögens üblicher Abtrennvorrichtungen
liegen. Spricht bei diesen Belastungen die Abtrennvorrichtung vor anderen Überstromschutzeinrichtungen
an, kann der Überspannungsableiter geschädigt werden und das Ansprechen der Überstromschutzeinrichtungen
nur verzögert mit allen nachteiligen Folgen gegeben sein.
[0011] Der letztgenannte Fehlerfall ist demnach bezüglich der sicheren Abschaltung des Überspannungsableiters
problematisch. Soll der Ableiter auch diesen Fehlerfall selbständig beherrschen oder
kann das Ansprechen der internen Abtrennvorrichtung des Ableiters vor dem Ansprechen
der externen Überstromschutzeinrichtung nicht verhindert werden, so muss die Abtrennvorrichtung
ein höheres Schaltvermögen besitzen.
[0012] Zum Erreichen eines derartigen höheren Schaltvermögens sind verschiedene Lösungen
des Standes der Technik bekannt.
[0013] Beispielsweise zeigt die
EP 0 046 545 A1, die
DE 28 53 697 A1 oder die
EP 0 862 255 A1 bzw. die
EP 1 447 831 A1 die Kombination eines Überspannungsableiters mit einem mechanischen Schaltgerät,
welches die eigentliche Abtrennfunktion übernimmt. Das Schaltvermögen einer solchen
Abtrennvorrichtung ist zwar hinreichend hoch, jedoch ist der Aufwand und der notwenige
Platzbedarf erheblich. Auch ist die Kopplung mit der thermischen Auslösefunktion konstruktiv
schwierig.
[0014] Die
DD 239 488 oder die
US 6,430,019 B1 offenbaren den Einsatz eines isolierenden Schiebers, welcher nach dem Ansprechen
der thermischen Abtrennvorrichtung zwischen die beiden Anschlussstücke bewegt wird.
[0015] Nachteilig bei dieser Lösung ist es, dass die Bewegung des Schiebers durch das Schmelzverhalten
und die Rückstände des Lotes der thermischen Kontaktstelle behindert werden kann,
wodurch die Geschwindigkeit der Lichtbogenverlängerung undefiniert ist.
[0016] Weiterhin kann der isolierende Schieber durch das flüssige Lot leitfähig beschichtet
werden und es besteht die Gefahr, dass der Lichtbogen den Schieber durchtrennt bzw.
dessen thermische Zerstörung bewirkt, bevor eine ausreichende Lichtbogenverlängerung
erreicht wurde.
[0017] Hier erwähnt sei noch die aus der
EP 0 905 839 A1 bzw. der
WO 2004/064213 A1 bekannte Nutzung der Doppelunterbrechung mit Klemmkontakten bzw. Lötkontakten. Der
Hubweg einer derartigen Doppelunterbrechung ist jedoch begrenzt. Die Ausführungsformen
bekannter Doppelunterbrechungen erlauben zudem keine besonders hohen Lichtbogenspannungen,
da in diesen Anordnungen die Gefahr des direkten Kurzschlusses oder der Bildung eines
einzelnen Lichtbogens besteht. Dies deshalb, da die Hauptkontakte nicht voneinander
abgeschottet sind und eine direkte Beeinflussung des Lichtbogenplasmas vorliegt. Die
Überspannungsableiter dieses Standes der Technik besitzen zudem keine Engstelle. Bei
erhöhten Fehlerströmen ist jedoch gerade das Ansprechen der Engstelle wahrscheinlicher
als das Öffnen der thermischen Trennstelle.
[0018] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, einen weiterentwickelten
Überspannungsableiter mit einem Gehäuse und mindestens einem Ableitelement, insbesondere
einem Varistor, sowie einer Abtrennvorrichtung anzugeben, welcher sicherstellt, dass
bei der Überlastung gegebene Fehlerströme sicher beherrscht werden, ohne dass eine
Schädigung der Varistoren eintritt, und zwar in dem Fall, wenn an sich das Schaltvermögen
der integrierten Abtrennvorrichtung überfordert wird.
[0019] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch die Merkmalskombination gemäß
Patentanspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen
und Weiterbildungen darstellen.
[0020] Der Grundgedanke der Erfindung besteht demgemäß darin, den Fehlerstrom, der möglicherweise
fließen kann, dadurch zu reduzieren, dass eine gezielte Kommutierung dieses Fehlerstroms
in einen separaten Löschpfad erfolgt, wobei dieser Löschpfad der Abtrennvorrichtung
parallel geschaltet ist oder in Abhängigkeit bestimmter Bedingungen parallel geschaltet
wird.
[0021] Es wird also der Fehlerstrom nach dem Öffnen der Trennstrecke unterbunden bzw. in
den erwähnten Parallelzweig kommutiert und damit gelöscht.
[0022] Ausgestaltend besteht die Möglichkeit, im Bewegungsweg des Leiterabschnitts oder
der Brücke, die Bestandteil der Abtrennvorrichtung sind, ein leitfähiges Element anzuordnen,
dessen erstes Ende bei ausgelöster Abtrennvorrichtung mit dem Leiterabschnitt oder
der Brücke in Kontakt gelangt, wobei dessen zweites Ende mit einem zweiten elektrischen
Außenanschluss in Verbindung steht und das leitfähige Element eine Schalteinrichtung
umfasst oder als Schalteinrichtung ausgebildet ist. Diese Ausführungsvariante führt
zu einem sicheren Fail-Safe-Verhalten durch Erreichen eines gezielten Kurzschlusses
des Ableitelements. Weiterhin stellt die vorerwähnte Ausführungsform sicher, dass
bei einer vorgegebenen Zeit sich die Schalteinrichtung öffnet, womit der Fehlerstrom
unterbrochen wird. Nach dem Abschaltvorgang ist das defekte Überspannungsschutzgerät
vom zu sichernden Stromkreis getrennt und es bleibt die Spannungsversorgung aufrecht
erhalten. Durch den aufgehobenen Kurzschluss kann das Wartungspersonal eine Spannung
messen und ohne Gefährdung den Ableiter austauschen.
[0023] Der parallel zur Abtrennvorrichtung vorgesehene Kommutierungszweig kann permanent
der Abtrennvorrichtung elektrisch parallel geschaltet werden. Es besteht aber auch
ausgestaltend die Möglichkeit, die Parallelschaltung nach Erreichen einer definierten
Spannung über der Abtrennvorrichtung herbeizuführen oder in Abhängigkeit von einem
vorgegebenen Trennabstand der Abtrennvorrichtung auszulösen.
[0024] Im Kommutierungszweig sind ausgestaltend eine Sicherung oder ein PTC-Element angeordnet.
[0025] Zur Sicherung kann mindestens ein spannungsschaltendes oder spannungsbegrenzendes
Element in Serie geschaltet werden.
[0026] Es besteht weiterhin die Möglichkeit, im Kommutierungszweig eine weitere, zweite
thermische Abtrennvorrichtung anzuordnen.
[0027] Mittels der zweiten Abtrennvorrichtung im Kommutierungszweig kann sichergestellt
werden, dass im Störungsfall eine vollständige Netztrennung realisierbar ist.
[0028] Erfindungsgemäß ist im Trennabstand der mit dem Ableitelement in Serie angeordneten
Abtrennvorrichtung eine sogenannte Fangelektrode vorzusehen, welche mit dem Kommutierungszweig
verbunden ist. Im Überlastfall wird ein über der Trennstrecke entstehender Lichtbogen
zur Fangelektrode geführt und gelangt damit in den Kommutierungszweig und wird gelöscht.
[0029] Das für das Erreichen eines gezielten Kurzschlusses ausgestaltend vorgesehene leitfähige
Element kann auch nachträglich in den Ableiter eingesetzt werden, um neben einer Abtrenn-
auch die erwähnte Kurzschluss-Fail-Safe-Funktion zu realisieren.
[0030] Zum wahlweisen Aktivieren des leitfähigen Elements im Sinne eines im Abtrennfall
wirkenden Kurzschließers ist ein Isolierplättchen zwischen dem leitfähigen Element
und dem Leiterabschnitt oder der Brücke anordenbar oder es weist das leitfähige Element
mindestens auf seinem ersten Ende einen lösbaren Isolierüberzug auf.
[0031] Ebenso besteht die Möglichkeit zum wahlweisen Aktivieren des leitfähigen Elements
im Sinne eines im Abtrennfall wirkenden Kurzschließers, den relativen Abstand zwischen
dem leitfähigen Element und dem Leiterabschnitt oder der Brücke einstellbar zu gestalten.
[0032] Zum wahlweisen Aktivieren des leitfähigen Elements ist es auch möglich, ein den Bewegungsweg
des Leiterabschnitts oder der Brücke begrenzendes Element als Stift, Bolzen oder dergleichen
Anordnung einzusetzen.
[0033] Das leitfähige Element kann als Sicherung ausgebildet werden, aber auch einen Leistungshalbleiter
aufweisen oder mit einem Leistungshalbleiter einen Stromkreis bilden, wobei der Leistungshalbleiter
nach Führen eines Kurzschlussstroms mit Hilfe eines Initialimpulses in den geöffneten
Zustand überführt wird.
[0034] Das leitfähige Element ist weiterhin ausgestaltend im Querschnitt derart dimensionierbar,
dass nach dem Führen eines Kurzschlussstroms ein Auftrennen der leitfähigen Verbindung
erfolgt.
[0035] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie unter Zuhilfenahme
von Figuren näher erläutert werden.
[0036] Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- ein Prinzipschaltbild einer Reihenschaltung eines Varistors mit Abtrennvor- richtung
sowie eine mögliche konstruktive Anordnung dieser Reihenschal- tung gemäß Stand der
Technik;
- Fig. 2a
- ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Lösung mit einem permanent der Abtrennvorrichtung
parallel geschalteten Kommutierungszweig;
- Fig. 2b
- eine Anordnung ähnlich derjenigen nach Fig. 2a, jedoch mit der Möglichkeit, den Kommutierungszweig
separat zuzuschalten, und
- Fig. 3
- eine Ausführungsform des Kommutierungszweigs mit einer Fangelektrode, d.h. nicht ständiger
Parallelschaltung bezogen auf die Abtrennvorrichtung.
[0037] Bei den Darstellungen nach den Fig. 2a, 2b und 3 wird zunächst von einer Reihenschaltung
eines Ableitelements, insbesondere eines Varistors 1 mit einer Abtrennvorrichtung
2 ausgegangen.
[0038] Die Abtrennvorrichtung 2 umfasst eine nicht im Detail gezeigte Lötstelle, die in
den elektrischen Anschlusspfad A-B des Ableiters eingebunden ist, wobei über die Lötstelle
ein beweglicher Leiterabschnitt oder eine bewegliche leitende Brücke (als Schalter
symbolisiert) mit dem Ableitelement 1 einerseits und der Leiterabschnitt oder die
Brücke andererseits mit einem ersten elektrischen Außenanschluss des Ableiters verbunden
ist. Weiterhin ist ein Vorspannkraft erzeugendes Mittel, symbolisiert mit F, beispielsweise
eine Feder, vorhanden, wobei der diesbezügliche Kraftvektor auf den Leiterabschnitt
oder die Brücke in Abtrennrichtung wirkt.
[0039] Gemäß Fig. 2a ist ein Kommutierungszweig oder Kommutierungspfad 8 vorhanden, der
eine Serienschaltung einer Sicherung 10 und eines spannungsschaltenden Elements 11
umfasst.
[0040] Der Kommutierungszweig 8 ist der Abtrennvorrichtung 2 ständig parallel geschaltet.
In dem Fall, wenn sich die Abtrennvorrichtung 2 öffnet, kommutiert der Fehlerstrom
in den Zweig 8. Dieser Zweig 8 führt den Strom so lange, bis ein ausreichender Trennstreckenabstand
vorhanden ist und der Lichtbogen sicher gelöscht wird. Danach wird der Parallelzweig
hochohmig geschaltet, z.B. durch Aktivierung der Sicherung 10, und der fließende Strom
endgültig gelöscht.
[0041] Die Darstellung nach Fig. 2b zeigt eine Ausführungsvariante, wonach die Zuschaltung
des Kommutierungszweigs 8 z.B. spannungsabhängig erfolgt oder aber auch durch eine
mechanische Bewegung eines Schalters 9.
[0042] Bei den Lösungen gemäß den Fig. 2a und 2b wird der Kommutierungszweig 8 bei allen
Belastungen, welche zum Öffnen der Abtrennvorrichtung führen, aktiviert. Falls dies
unerwünscht ist bzw. dann, wenn der Kommutierungszweig 8 nur im Überlastfall der Abtrennvorrichtung
2 aktiviert werden soll, kann dies nach der Ausführungsform gemäß Fig. 3 realisiert
werden.
[0043] Gemäß der Darstellung nach Fig. 3 wird das bewegliche Anschlusselement der Abtrennvorrichtung
2 an einer Fangelektrode 12 vorbei- oder hindurchgeführt.
[0044] Die Fangelektrode 12 ist so angeordnet, dass die Entfernung zwischen dem festen Anschluss
des Varistors und der Fangelektrode 12 unter üblichen Abschaltbedingungen für eine
sichere Abtrennung des Varistors 1 ausreichend ist.
[0045] Kann im Überlastfall hingegen ein entstehender Lichtbogen nicht sicher gelöscht werden,
kommutiert der Strom zur Fangelektrode 12, während sich das bewegliche Element der
Abtrennvorrichtung 1 weiterbewegt. Hierdurch wird zwischen dem festen Anschluss des
Varistors 1 und dem beweglichen Element der Abtrennvorrichtung 2 eine Trennstrecke
geschaffen, welche nur teilweise durch den Lichtbogen gebrückt wird. Nach Abschaltung
des Fehlerstroms im Kommutierungszweig 8 verlischt der Lichtbogen dann vollständig.
[0046] Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 liegt im Ableiter ein frei brennender Lichtbogen
vor, welcher durch den Ableiter, den festen Anschluss des Varistors und die Fangelektrode
12 thermisch und dynamisch zumindest zeitweise beherrscht werden muss.
[0047] Wie bereits dargelegt, kann im einfachsten Fall der Kommutierungszweig 8 durch eine
Parallelschaltung einer Sicherung 10 kleiner Baugröße und geringer Nennstromstärke
realisiert werden.
[0048] In Kombination dazu besteht die Möglichkeit, der Sicherung spannungsschaltende und
spannungsbegrenzende Schaltelemente in Reihe zu schalten. Der entstehende Fehlerstrom
kommutiert auf die Sicherung. Diese führt den Fehlerstrom über eine Zeitdauer, welche
zum Verlöschen und zur Deionisation der Schaltstrecke ausreicht. Danach schaltet die
Sicherung den Strom ab. Die Schaltspannung der Sicherung 10 darf hierbei die Spannungsfestigkeit
der eigentlichen Schaltstrecke, d.h. der Schaltstrecke der Abtrennvorrichtung, nicht
überschreiten.
[0049] Alternativ zu einer irreversibel arbeitenden Sicherung können reversible Sicherungen
oder PTC-Elemente Verwendung finden. Auch ist der Einsatz von elektronischen Bauelementen
zur Abschaltung und Kommutierung möglich.
[0050] Bei diesen Varianten der Erfindung kann im Kommutierungspfad eine weitere Abtrennvorrichtung
vorgesehen sein, welche z.B. das PTC-Element bei Erreichen einer bestimmten Temperatur
abtrennt, wodurch der Ableiter letztendlich durch eine reale Trennstrecke vollständig
vom Netz freigeschaltet ist.
[0051] Wenn gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung im Fehlerfall der Varistor
kurzgeschlossen wird, besteht die Gefahr, dass bei einem dauerhaften Kurzschluss im
Fall der Anwendung eines solchen Überspannungsableiters bei trafolosen Wechselrichtern
in photovoltaischen Anwendungen Probleme resultieren, und zwar bedingt durch fließende
Rückströme. Außerdem kann das Auswechseln eines kurzgeschlossenen Überspannungsableiters
eine Lichtbogengefährdung bewirken, da bei den erwähnten photovoltaischen Anwendungen
ein Stromfluss vom Generator aus erfolgt.
[0052] Zur Vermeidung dieser Nachteile ist im Kurzschlusszweig eine Schalteinrichtung vorhanden.
Im Fall einer Überlastung des Varistors wird die eigentliche thermische Abtrennvorrichtung
betätigt und es bewegt sich der Abtrennkontakt zum leitfähigen Element mit der Folge
des Erreichens eines Kurzschlusszustands. Der entstehende Lichtbogen wird von den
Kontaktelementen geführt und verlischt selbständig bei Erreichen des Kurzschlusskontakts.
Nach einer vorgegebenen Zeit öffnet sich dann die im Kurzschlusspfad vorgesehene Schalteinrichtung
und unterbricht den Fehlerstrom. Als Schalteinrichtung können mechanische Schaltgeräte,
Sicherungen, aber auch Leistungshalbleiter eingesetzt werden. Auch ist der Einsatz
von Funkenstrecken als Schalteinrichtung denkbar. Nach dem Abschaltvorgang der Schalteinrichtung,
die sich im Kurzschlusspfad befindet, ist die defekte Überspannungsableiteranordnung
aus dem eigentlichen Stromkreis herausgetrennt und es bleibt die Versorgung erhalten.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Ableitelement / Varistor
- 2
- Abtrennvorrichtung
- 3
- beweglicher Leiterabschnitt oder bewegliche leitende Brücke
- 4
- geometrische Engstelle
- 5
- Lotstelle
- 6, 7
- Varistoranschlüsse
- 8
- Kommutierungszweig
- 9
- Schalter
- 10
- Sicherung
- 11
- spannungsschaltendes Element
- 12
- Fangelektrode
1. Überspannungsableiter mit einem Gehäuse und mindestens einem Ableitelement, insbesondere
einem Varistor (1), sowie einer Abtrennvorrichtung (2), um das oder die Ableitelemente
(1) vom Netz zu trennen, wobei die Abtrennvorrichtung (2) eine Trenn-, insbesondere
Lötstelle umfasst, welche in den elektrischen Anschlusspfad (A, B) innerhalb des Ableiters
eingebunden ist, wobei über die Lötstelle ein beweglicher Leiterabschnitt oder eine
bewegliche leitende Brücke (3) mit dem Ableitelement (1) einerseits und der Leiterabschnitt
oder die Brücke (3) andererseits mit einem ersten elektrischen Außenanschluss des
Ableiters verbunden ist, sowie umfassend ein Vorspannkraft erzeugendes Mittel, beispielsweise
eine Feder, wobei der diesbezügliche Kraftvektor (F) auf den Leiterabschnitt oder
die Brücke (3) in Abtrennrichtung wirkt,
dadurch gekennzeichnet, dass
parallel zur Abtrennvorrichtung (1) ein Kommutierungszweig (8) vorgesehen ist, welcher
in Abhängigkeit von einem vorgebbaren Trennabstand der Abtrennvorrichtung (2) elektrisch
parallel geschaltet ist, wobei im Trennabstand der mit dem Ableitelement (1) in Serie
angeordneten Abtrennvorrichtung (2) eine Fangelektrode (12) vorgesehen ist, welche
mit dem Kommutierungszweig (8) verbunden ist, wobei im Überlastfall ein über der Trennstrecke
entstehender Lichtbogen zur Fangelektrode (12) und damit in den Kommutierungszweig
(8) gelangt und gelöscht wird.
2. Überspannungsableiter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Kommutierungszweig (8) eine Sicherung (10) befindlich ist.
3. Überspannungsableiter nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Bewegungsweg des Leiterabschnitts oder der Brücke (3) ein leitfähiges Element angeordnet
ist, dessen erstes Ende bei ausgelöster Abtrennvorrichtung mit dem Leiterabschnitt
oder der Brücke (3) in Kontakt gelangt, wobei dessen zweites Ende mit einem zweiten
elektrischen Außenanschluss in Verbindung steht und das leitfähige Element eine Schalteinrichtung
umfasst oder als Schalteinrichtung ausgebildet ist.
4. Überspannungsableiter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das leitfähige Element nachträglich in den Ableiter einsetzbar ist, um neben einer
Abtrenn- auch eine Kurzschluss-Fail-Safe-Funktion zu realisieren.
5. Überspannungsableiter nach Anspruch 1 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum wahlweisen Aktivieren des leitfähigen Elements im Sinne eines im Abtrennfall wirkenden
Kurzschließers ein Isolierplättchen zwischen dem leitfähigen Element und dem Leiterabschnitt
oder der Brücke (3) anordenbar ist oder das leitfähige Element mindestens auf seinem
ersten Ende einen lösbaren Isolierüberzug aufweist.
6. Überspannungsableiter nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum wahlweisen Aktivieren des leitfähigen Elements im Sinne eines im Abtrennfall wirkenden
Kurzschließers der relative Abstand zwischen dem leitfähigen Element und dem Leiterabschnitt
oder der Brücke einstellbar ist.
7. Überspannungsableiter nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum wahlweisen Aktivieren des leitfähigen Elements im Sinne eines im Abtrennfall wirkenden
Kurzschließers ein den Bewegungsweg des Leiterabschnitts oder der Brücke begrenzendes
Element als Stift, Bolzen oder dergleichen Anordnung einsetzbar ist.
8. Überspannungsableiter nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
das leitfähige Element als Sicherung ausgebildet ist.
9. Überspannungsableiter nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
das leitfähige Element einen Leistungshalbleiter aufweist oder mit einem Leistungshalbleiter
einen Stromkreis bildet, wobei der Leistungshalbleiter nach Führen eines Kurzschlussstroms
mit Hilfe eines Initialimpulses in den geöffneten Zustand überführt wird.
10. Überspannungsableiter nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das leitfähige Element im Querschnitt derart dimensioniert ist, dass nach einem Führen
eines Kurzschlussstroms ein Auftrennen der leitfähigen Verbindung erfolgt.
1. Surge arrester having a housing and at least one arrester element, specifically a
varistor (1), and a disconnection device (2) for disconnecting the arrester element(s)
(1) from the mains, the disconnection device (2) comprising a point of separation,
specifically a soldering joint, which is incorporated into the electrical connection
path (A, B) inside the arrester, wherein a movable conductor section or a movable
conductive bridge (3) is connected via the soldering joint, on the one hand, to the
arrester element (1) and, on the other hand, the conductor section or the bridge (3)
is connected to a first electrical outer terminal of the arrester, and comprising
a means for generating a prestressing force, such as a spring, wherein the force vector
(F) in this regard acts on the conductor section or the bridge (3) in the disconnecting
direction,
characterized in that
a commutation branch (8) is provided in parallel to the disconnection device (1),
which commutation branch (8) is electrically connected in parallel in dependence on
a predefinable isolating distance of the disconnection device (2), wherein a collecting
electrode (12) is provided in the isolating distance of the disconnection device (2)
arranged in series with the arrester element (1) which is connected to the commutation
branch (8), wherein, in the event of an overload, an arc generated over the isolating
distance gets to the collecting electrode (12) and thus to the commutation branch
(8) and is quenched.
2. Surge arrester according to claim 1,
characterized in that
a fuse (10) is located in the commutation branch (8).
3. Surge arrester according to one of the preceding claims,
characterized in that
a conductive element is arranged in the movement path of the conductor section or
the bridge (3), whose first end contacts the conductor section or the bridge (3) if
the disconnection device is triggered, wherein the second end thereof is connected
to a second electrical outer terminal and the conductive element comprises a switching
device or is designed as a switching device.
4. Surge arrester according to claim 1,
characterized in that
the conductive element can be inserted into the arrester subsequently in order to
realize a short-circuit fail safe function in addition to a disconnecting function.
5. Surge arrester according to claim 1 or 4,
characterized in that
for optionally activating the conductive element in terms of a short-circuiting device
acting in the event of a disconnection an insulating plate can be arranged between
the conductive element and the conductor section or the bridge (3), or the conductive
element comprises a removable insulating coating at least on its first end.
6. Surge arrester according to claim 3 or 4,
characterized in that
for optionally activating the conductive element in terms of a short-circuiting device
acting in the event of a disconnection the relative distance between the conductive
element and the conductor section or the bridge is adjustable.
7. Surge arrester according to claim 3 or 4,
characterized in that
for optionally activating the conductive element in terms of a short-circuiting device
acting in the event of a disconnection an element in the form of a pin, bolt or the
like device can be inserted to limit the movement path of the conductor section or
the bridge.
8. Surge arrester according to one of claims 1 to 7,
characterized in that
the conductive element is designed as a fuse.
9. Surge arrester according to one of claims 1 to 7,
characterized in that
the conductive element comprises a power semiconductor or forms an electric circuit
with a power semiconductor, wherein the power semiconductor, after carrying a short-circuit
current, is transferred into the open state by means of an initial impulse.
10. Surge arrester according to one of claims 1 to 8,
characterized in that
the conductive element is dimensioned with respect to its cross-section such that,
after carrying a short-circuit current, the conductive connection is disconnected.
1. Dérivateur de surtensions comprenant un boîtier et au moins un élément dérivateur,
en particulier une varistance (1), ainsi qu'un dispositif de coupure (2) afin de séparer
le ou les éléments dérivateurs (1) vis-à-vis du réseau, dans lequel un dispositif
de coupure comprend un emplacement de séparation, en particulier un emplacement de
brasage qui est intégré dans le trajet de raccordement électrique (A, B) à l'intérieur
du dérivateur, de sorte que via l'emplacement de brasage un tronçon conducteur mobile
ou un pont conducteur mobile (3) est relié à l'élément dérivateur (1) d'une part et
le tronçon conducteur ou le pont (3) est relié à une première borne électrique extérieure
du dérivateur d'autre part, et comprenant un moyen qui engendre une force de précontrainte,
par exemple un ressort, tel que le vecteur de force (F) associé à celui-ci agit sur
le tronçon conducteur ou sur le pont (3) en direction de coupure,
caractérisé en ce que
parallèlement au dispositif de coupure (1) il est prévu une ramification de commutation
(8) qui est branchée électriquement en parallèle en fonction d'une distance de séparation
prédéterminée du dispositif de coupure (2), et dans l'écartement de séparation du
dispositif de coupure (2) agencé en série avec l'élément dérivateur (1) il est prévu
une électrode collectrice (12), laquelle est reliée à la ramification de commutation
(8), de sorte qu'un arc électrique, qui se produit en cas de surcharge sur le trajet
de séparation, parvient à l'électrode collectrice et ainsi à la ramification de commutation
(8) et est éteint.
2. Dérivateur de surtensions selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'il est prévu un fusible (10) dans la ramification de commutation (8).
3. Dérivateur de surtensions selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, dans le trajet de déplacement du tronçon conducteur ou du pont (3) il est prévu
un élément conducteur dont une première extrémité parvient en contact avec le tronçon
conducteur ou avec le pont (3) lorsque le dispositif de coupure est déclenché, et
dont la seconde extrémité est en connexion avec une seconde borne électrique extérieure,
et l'élément conducteur comprend un système de commutation ou est réalisé sous forme
de système de commutation.
4. Dérivateur de surtensions selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'élément conducteur est susceptible d'être mis en place a posteriori dans le dérivateur,
afin de réaliser, outre une fonction de coupure, également une fonction de sécurité
en cas de court-circuit.
5. Dérivateur de surtensions selon la revendication 1 ou 4,
caractérisé en ce que pour activer sélectivement l'élément conducteur, dans le sens d'un dispositif de
court-circuit agissant en cas de coupure, une plaquette isolante est susceptible d'être
agencée entre l'élément conducteur et le tronçon conducteur ou le pont (3), ou bien
en ce que l'élément conducteur comprend un revêtement isolant détachable, au moins sur sa première
extrémité.
6. Dérivateur de surtensions selon la revendication 3 ou 4,
caractérisé en ce que pour activer sélectivement l'élément conducteur dans le sens d'un dispositif de court-circuit
agissant en cas de coupure, la distance relative entre l'élément conducteur et le
tronçon conducteur ou le pont est réglable.
7. Dérivateur de surtensions selon la revendication 3 ou 4,
caractérisé en ce que pour activer sélectivement l'élément conducteur, dans le sens d'un dispositif de
court-circuit agissant en cas de coupure, un élément qui limite le trajet de déplacement
du tronçon conducteur ou du pont peut être employé sous forme de tige, de goujon ou
d'un agencement similaire.
8. Dérivateur de surtensions selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que l'élément conducteur est réalisé sous forme de fusible.
9. Dérivateur de surtensions selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que l'élément conducteur comprend un semi-conducteur de puissance ou forme un circuit
électrique avec un semi-conducteur de puissance, tel que le semi-conducteur de puissance
est transféré dans l'état ouvert après le passage d'un courant de court-circuit, à
l'aide d'une impulsion initiale.
10. Dérivateur de surtensions selon l'une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que l'élément conducteur présente en section transversale une dimension telle qu'après
le passage d'un courant de court-circuit il se produit une coupure de la liaison conductrice.