[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Spreizen von nebeneinander
laufenden Teilbahnen im Rollenrotationsdruck. Sie betrifft insbesondere den Offsetdruck
von Zeitungen, bevorzugt den Druck großer Zeitungsauflagen.
[0002] Aufgrund der Diversifizierung von Druckprodukten und dem Wunsch nach hoher Auslastung
sind Rollenrotationsdruckmaschinen gefragt, die Druckprodukte unterschiedlichen Formats
erzeugen können. Die Maschinen sollen Bahnen unterschiedlicher Breite bedrucken und
zum jeweils geforderten Druckprodukt verarbeiten können. Die Druckmaschinen sind auf
ein Druckformat maximaler Breite und entsprechend für die Verarbeitung von Bahnen
einer für die jeweilige Maschine maximalen Breite ausgelegt. Bei der Herstellung eines
Druckprodukts schmaleren Formats werden schmalere Bahnen verarbeitet. Werden in unterschiedlichen
Produktionen unterschiedlich breite Bahnen längs geschnitten, muss der Längsschnitt
seitlich, quer zur Laufrichtung der Bahn versetzt werden. Desweiteren müssen Längsfalzeinrichtungen
seitlich verstellt oder die beim Längsschnitt schmalerer Bahnen erhaltenen Teilbahnen
voneinander abgespreizt werden, damit sie mittig auf die Längsfalzeinrichtungen laufen.
[0003] Die erstgenannte Möglichkeit, die seitliche Verstellung der Längsfalzeinrichtungen,
wird beispielsweise in der
WO 2005/105447 A1 beschrieben. Die
DE 100 23 169 A1 befasst sich hingegen mit der anderen Möglichkeit, dem Spreizen. Die Verstellung
der Falztrichter ist problematisch im Hinblick auf die geforderte Genauigkeit und
wegen des Aufwands, der im Falle einer ungenauen Einstellung für die Nachjustierung
zu betreiben ist. Die aus dem Stand der Technik bekannten Spreizvorrichtungen, beispielsweise
die Spreizvorrichtung der
DE 100 23 169 A1, sind Zusatzeinrichtungen, die nur dem Spreizen dienen. Die Spreizvorrichtungen müssen
präzise gefertigt sein, um eine genaue Bahnführung zu gewährleisten, sie stellen einen
nicht unbeträchtlichen Kostenfaktor dar und beanspruchen Platz.
[0004] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, Teilbahnen auf einfache Weise, aber dennoch präzise
spreizen zu können und die mit der Option des Spreizens verbundenen Kosten und auch
den Platzbedarf gering zu halten.
[0005] Nach der Erfindung wird mit einer Spreizvorrichtung gespreizt, die von Wendeeinrichtungen
abgeleitet ist. Mittels der Spreizvorrichtung können Teilbahnen, die bis zur Spreizvorrichtung
nebeneinander laufen, in pro Teilbahn wenigstens zwei Wendeoperationen gespreizt werden,
so dass die Teilbahnen beim Ablaufen von der Spreizvorrichtung relativ zueinander
einen anderen seitlichen Abstand aufweisen als beim Auflaufen auf die Spreizvorrichtung.
In bevorzugter Ausführung kann die Spreizvorrichtung auch als Wendeeinrichtung verwendet
werden, mit der Teilbahnen in einer anderen Druckproduktion aufeinander gewendet werden,
um gemeinsam ein Bahnbündel zu bilden, das zusätzlich eine dritte oder mehrere weitere
Teilbahnen umfassen kann.
[0006] Eine erfindungsgemäße Spreizvorrichtung umfasst für nebeneinander laufende Teilbahnen
jeweils wenigstens zwei Wendestrukturen zum Wenden der zugeordneten Teilbahn. Die
Wendestrukturen sind von der jeweiligen Teilbahn umschlingbar und bilden jeweils eine
Umlenkachse für die betreffende Teilbahn. Die Wendestrukturen können beispielsweise
frei drehbar gelagerte schlanke Walzen sein, bevorzugt sind sie als Wendestangen gebildet,
d.h. als stabförmig schlanke, nicht drehbare Umlenkkörper. Bevorzugt sind sie von
innen mit einem Druckgas beaufschlagbar, das im Druckbetrieb an der umschlungenen
Oberfläche ausblasbar ist, um die Reibung in der Umschlingung zu vermindern.
[0007] Die Spreizvorrichtung umfasst demgemäß eine erste Wendestruktur für eine in Laufrichtung
auf die erste Wendestruktur laufende erste Teilbahn und eine zweite Wendestruktur
für eine zweite Teilbahn, die in Draufsicht auf die beiden Teilbahenn bis zur ersten
Wendestruktur neben der ersten Teilbahn läuft. Als Laufrichtung wird hier die lokale
Richtung verstanden, in die die erste Teilbahn bis zu einer Linie läuft, an der sie
mittels der ersten Wendestruktur umgelenkt wird, also die lokale Laufrichtung bis
zum Ein- oder Auflaufen in die Umschlingung der ersten Wendestruktur. Die Teilbahnen
können bis zur ersten Wendestruktur in der Draufsicht und in einer zur Draufsicht
orthogonalen Seitenansicht in parallele Richtungen, insbesondere in einer gemeinsamen
Ebene laufen, unumgänglich erforderlich ist dies jedoch nicht. Bevorzugt laufen sie
in beiden Sichten zumindest im Wesentlichen parallel. Die erste Wendestruktur und
die zweite Wendestruktur sind so angeordnet, dass jede der Teilbahnen zur Seite der
jeweils anderen der Teilbahnen gewendet wird, die gewendeten Teilbahnen also quer
zur vorherigen Laufrichtung auseinander laufen, wobei jede die jeweils andere Teilbahn
oder deren in die besagte Laufrichtung gedachte Verlängerung kreuzt. Die Spreizvorrichtung
umfasst ferner eine weitere, dritte Wendestruktur für die erste Teilbahn und auch
eine weitere, vierte Wendestruktur für die zweite Teilbahn. Die dritte Wendestruktur
und die vierte Wendestruktur sind so angeordnet, dass die in Querrichtung laufenden
Teilbahnen zurück in die Laufrichtung gewendet werden, in die sie auf die jeweils
aufwärtige erste oder zweite Wendestruktur laufen. Die zurück gewendeten Teilbahnen
weisen relativ zueinander einen anderen, vorzugsweise größeren seitlichen Abstand
als an dem Ort auf, an dem die erste Teilbahn auf die erste Wendestruktur läuft. Die
zurück gewendeten Teilbahnen laufen in einer Draufsicht wieder nebeneinander. Sie
können in dem neuen Abstand unmittelbar nebeneinader laufen, direkt benachbart. Es
kann aber auch eine weitere, dritte Teilbahn zwischen ihnen laufen.
[0008] Die Erfindung macht sich das bekannt Wenden von Teilbahnen zu Nutze, allerdings um
diese Teilbahnen relativ zueinander zu spreizen. Wie beim herkömmlichen Wenden einer
einzelnen Teilbahn werden nach der Erfindung die erste und die zweite Teilbahn mittels
der aufwärtigen ersten oder aufwärtigen zweiten Wendestruktur in jeweils der ersten
Wendeoperation in die Querrichtung gewendet und über die jeweils andere Teilbahn oder
die gedachte Verlängerung der jeweils anderen Teilbahn geführt und anschließend mittels
der abwärtigen dritten oder vierten Wendestruktur in der jeweils zweiten Wendeoperation
wieder in die Laufrichtung zurück gewendet. Beim herkömmlichen Wenden wird in für
die Teilbahnen insgesamt zwei Wendeoperationen eine der Teilbahnen auf der anderen
abgelegt. Beim erfindungsgemäßen Spreizen laufen die Teilbahnen jedoch nicht übereinander,
sondern nebeneinander von den abwärtigen Wendestrukturen ab, allerdings mit einem
anderen seitlichen Abstand als beim Auflaufen der ersten Teilbahn auf die erste Wendestruktur.
Ferner tauschen sie miteinander die Seiten: diejenige Teilbahn, die in der Draufsicht
links von der anderen in die Spreizvorrichtung einläuft, läuft rechts von der anderen
aus. Die erste und die dritte Wendestruktur bilden alleine miteinander oder gemeinsam
mit einer oder mehreren weiteren Wendestruktur(en) oder einer oder mehreren anderen
Umlenkstruktur(en) eine Wendeeinrichtung für die erste Teilbahn, und die zweite und
die vierte Wendestruktur bilden alleine miteinander oder gemeinsam mit einer oder
mehreren weiteren Wendestruktur(en) oder einer oder mehreren anderen Umlenkstruktur(en)
eine Wendeeinrichtung für die zweite Teilbahn.
[0009] Die Teilbahnen können insbesondere aus einer breiteren Ausgangsbahn durch Längsschnitt
erhalten werden. Wird die Ausgangsbahn nur einmal längs geschnitten und werden somit
nur zwei Teilbahnen erzeugt, weisen diese Teilbahnen an dem Ort, an dem die erste
Teilbahn auf die erste Wendestruktur läuft, in der Draufsicht voneinander einen seitlichen
Abstand von praktisch "Null" auf. Beim Ablaufen von der dritten oder vierten Wendestruktur
sind sie voneinander abgespreizt und weisen dementsprechend einen größeren seitlichen
Abstand voneinander auf als am Ort des Auflaufens. Grundsätzlich ist es jedoch auch
denkbar, dass die in die Spreizvorrichtung einlaufenden, also auf die erste bzw. zweite
Wendestruktur auflaufenden Teilbahnen bereits einen Abstand zwischen sich aufweisen,
der mittels der Spreizvorrichtung vergrößert oder grundsätzlich auch verkleinert werden
kann. Die Teilbahnen müssen auch nicht unter allen Umständen durch Längsschnitt aus
der gleichen Ausgangsbahn erzeugt worden sein. Grundsätzlich können sie aus unterschiedlichen
Ausgangsbahnen durch Längsschnitt erhalten worden sein. In noch einer Variante werden
sie unmittelbar als Teilbahnen von jeweils einer Rolle abgewickelt. Der Begriff "Teilbahn"
besagt lediglich, dass neben einer so bezeichneten Bahn eine weitere Teilbahn den
gleichen Druckspalt durchlaufen kann, wobei die beiden Teilbahnen zwar insbesondere
gleich breit, aber grundsätzlich auch unterschiedlich breit sein können.
[0010] Ein Vorteil des Spreizens durch Wendeoperationen ist die exakte Bahnführung aufgrund
der im Vergleich zu den herkömmlichen Spreizvorrichtungen großen Winkel, über die
die Teilbahnen die jeweils zugeordneten Wendestrukturen umschlingen oder grundsätzlich
umschlingen können. Vorzugsweise betragen die Umschlingungswinkel wie beim üblichen
Wenden zumindest im Wesentlichen 180°. Damit geht auch einher, dass die Spreizvorrichtung
orthogonal zu den Oberflächen der einlaufenden Teilbahnen eine vorteilhaft geringe
Höhe aufweisen kann. Ferner genügen für die seitlich zu versetzenden und dadurch zu
spreizenden Teilbahnen jeweils nur zwei Wende strukturen. Zusätzliche Umlenkstrukturen
werden nicht benötigt, das Vorhandensein zusätzlicher Umlenkstrukturen soll jedoch
nicht ausgeschlossen werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Teilbahnen mittels
der Spreizvorrichtung nicht nur voneinander abgespreizt werden können, sondern entweder
die erste Teilbahn oder die zweite Teilbahn auf die jeweils andere Teilbahn oder auch
auf eine dritte Teilbahn gewendet werden kann oder können, falls eine dritte Teilbahn
neben der ersten und der zweiten Teilbahn läuft. Die Optionen schaffen Flexibilität
für das Mischen von Teilbahnen zu Bahnbündeln.
[0011] Die wenigstens zwei Wendestrukturen der Wendeeinrichtung für die erste Teilbahn sind
zueinander vorzugsweise parallel. In einer alternativen, aber weniger bevorzugten
Ausführung können die erste und die dritte Wendestruktur in der Draufsicht auf die
einlaufende erste Teilbahn gekreuzt sein, d.h. die von diesen Wendestrukturen gebildeten
Umlenkachsen einander kreuzen. Falls die Umlenkachsen der ersten und der dritten Wendestruktur
einander kreuzen, benötigt die Spreizvorrichtung jedoch wenigstens eine zusätzliche
Umlenkstruktur für die erste Teilbahn, falls diese bei der zweiten Wendeoperation
zurück in die Laufrichtung des Auflaufens auf die erste Wendestruktur gewendet werden
soll. Das für die Wendestrukturen der ersten Teilbahn Gesagte gilt auch für die Anordnung
der wenigstens zwei Wendestrukturen für die zweite Teilbahn im Verhältnis zueinander.
In besonders bevorzugten Ausführungen weist die von der ersten Wendestruktur gebildete
Umlenkachse in besagter Draufsicht parallel zur Umlenkachse der dritten Wendestruktur
und orthogonal zu den Umlenkachsen der wenigstens zwei Wendestrukturen für die zweite
Teilbahn. In derartigen Ausführungen genügen für beide Teilbahnen jeweils zwei Wendeoperationen
ohne zusätzliche Umlenkoperation(en) zwischen den pro Teilbahn zwei Wendeoperationen.
[0012] Um den seitlichen Abstand zwischen den ablaufenden Teilbahnen verändern zu können,
ist die Wendeeinrichtung für die erste Teilbahn oder die Wendeeinrichtung für die
zweite Teilbahn in bevorzugten Ausführungen verstellbar. Das Wort "oder" wird hier
wie auch sonst von der Erfindung im üblichen logischen Sinne als "inklusiv oder" verwendet,
umfasst also sowohl die Bedeutung von "entweder ... oder" als auch die Bedeutung von
"und", soweit sich aus dem jeweils konkreten Zusammenhang nicht eine auf eine einzige
der zwei Bedeutungen eingeschränkte Bedeutung nur ergeben kann. Bezogen auf das Beispiel
der Verstellbarkeit ergibt sich somit, dass in einer ersten Ausführung nur die Wendeeinrichtung
für die erste Teilbahn und in einer alternativen zweiten Ausführung nur die Wendeeinrichtung
für die zweite Teilbahn verstellbar ist, um den seitlichen Abstand ändern zu können.
In der verbleibenden dritten Ausführung, die bevorzugt wird, ist zur Verstellung des
seitlichen Abstands sowohl die Wendeeinrichtung für die erste Teilbahn als auch die
Wendeeinrichtung für die zweite Teilbahn verstellbar. Die Verstellung erfolgt bevorzugt
koordiniert um das gleiche Maß, so dass beide Teilbahnen um das gleiche Maß seitlich
zu jeweils sich selbst versetzt werden. In einfachen Ausführungen, in denen die Verstellung
manuell von einem Monteur oder dem Druckpersonal vorgenommen wird, ist wenigstens
eine der Wendestrukturen der jeweiligen Wendeeinrichtung verstellbar, indem die betreffende
Wendestruktur von Hand gelöst und in einer neuen Position, nämlich nach Ort oder Ausrichtung,
wieder fixiert wird. In bevorzugten Ausführungen ist eine motorische Verstelleinrichtung
vorgesehen, mittels der die betreffende Wendestruktur bei der Umstellung von einem
Druckformat auf ein Druckformat anderer Breite automatisch verstellt wird. Die unterschiedlichen
Verstellpositionen sind vorzugsweise vorgegeben, bei manueller Verstellbarkeit mechanisch
durch Fixierpositionen und bei motorischer Verstellbarkeit zweckmäßigerweise steuerungstechnisch.
Vorteilhafterweise genügt es, wenn nur die dritte oder die vierte Wendestruktur verstellbar
ist oder sind.
[0013] Um den seitlichen Abstand zwischen den Teilbahnen, das Spreizmaß, verstellen zu können,
wird in bevorzugten Ausführungen bei Verwendung parallel angeordneter Wendestrukturen
der Abstand zwischen den Wendestrukturen der gleichen Wendeeinrichtung verstellt.
Die abwärtige Wendestruktur der jeweiligen Wendeeinrichtung wird vorteilhafterweise
parallel zu sich selbst und somit auch zu der aufwärtigen Wendestruktur der gleichen
Wendeeinrichtung verstellt entsprechend dem gewünschten Spreizmaß bzw. seitlichen
Abstand. Alternativ wäre es zwar auch denkbar, dass beide Wendestrukturen der gleichen
Wendeeinrichtung koordiniert geschwenkt werden, beispielsweise um jeweils eine Schwenkachse,
die zur Ebene der einlaufenden Teilbahnen orthogonal weist, oder auf einer gekrümmten
Kurvenbahn geführt werden. Bevorzugter wird die abwärtige dritte oder vierte Wendestruktur
für die Umstellung zwischen unterschiedlich breiten Druckformaten oder auch nur unterschiedlich
breiten Bahnen nur linear, parallel zu sich selbst verstellt, entweder manuell durch
Montage in der neuen Position oder durch motorisch bewirktes lineares Verfahren der
jeweiligen Wendestruktur.
[0014] Die verstellbare Wendestruktur ist vorzugsweise so verstellbar, dass die von ihr
gebildete Umlenkachse in jeder Verstellposition in der gleichen Ebene sich erstreckt
und diese Ebene parallel ist zu der Ebene der zugeordneten Teilbahn am Ort des Auflaufens
auf die dieser Teilbahn zugeordnete aufwärtige Wendestruktur. Auf diese Weise kann
trotz Verstellung des seitlichen Abstands die orthogonal zu den Oberflächen der einlaufenden
Teilbahnen gemessene Höhe der Spreizvorrichtung minimiert werden.
[0015] Falls die Teilbahnen durch Längsschneiden einer Ausgangsbahn erhalten werden, kann
der Längsschnitt abgerückt von der Spreizvorrichtung durchgeführt werden. In derartigen
Ausführungen kann zwischen der Spreizvorrichtung und der aufwärts von ihr angeordneten
Schneideinrichtung auf die Teilbahnen eingewirkt werden. Die Teilbahnen können zwischen
der Schneideinrichtung und der Spreizvorrichtung beispielsweise bedruckt werden. Bevorzugter
ist die Schneideinrichtung der Spreizvorrichtung jedoch unmittelbar zugeordnet, indem
sie unmittelbar vor der Spreizvorrichtung angeordnet ist und zwischen der Schneideinrichtung
und der Spreizvorrichtung allenfalls eine oder mehrere Umlenkoperation(en) durchgeführt
wird oder werden, die in Draufsicht auf die jeweilige Teilbahn deren Laufrichtung
nicht verändert oder verändern.
[0016] Die Erfindung betrifft die Spreizvorrichtung im eingebauten Zustand als Bestandteil
einer Rollenrotationsdruckmaschine, aber auch als solche, beispielsweise im Lieferzustand
vor dem Zusammenbau mit weiteren Komponenten der Rollenrotationsdruckmaschine. Im
eingebauten Zustand kann sie in Laufrichtung der Teilbahnen aufwärts von einer Druckeinheit
der Maschine angeordnet sein, um die Teilbahnen bereits vor dem Druck spreizen zu
können. Bevorzugter ist die Spreizvorrichtung jedoch abwärts vom Druck, im Falle des
bevorzugten Mehrfarbendrucks abwärts vom letzten Druckspalt angeordnet, in dem die
Teilbahnen oder, bevorzugter, die Ausgangsbahn, aus denen die Teilbahnen erhalten
werden, bedruckt werden oder wird. Besonders bevorzugt wird eine nicht längs geschnittene
Ausgangsbahn in wenigstens einem, bevorzugt mehreren Druckspalten bedruckt, erst nach
dem Druck in die Teilbahnen längs geschnitten, und die so erhaltenen Teilbahnen werden
mittels der Spreizvorrichtung seitlich versetzt, so dass sie auf zugeordnete Längsfalzeinrichtungen
ausgerichtet sind. Bei den Längsfalzeinrichtungen kann es sich insbesondere um Falztrichter
handeln.
[0017] Vorteilhafte Merkmale werden auch in den Unteransprüchen und deren Kombinationen
beschrieben.
[0018] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden je einzeln und in jeder
Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche und auch die vorstehend erläuterten
Ausgestaltungen vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Spreizvorrichtung für zwei Teilbahnen in einem Ausgangszustand,
- Figur 2
- die zum Spreizen verstellte Spreizvorrichtung der Figur 1,
- Figur 3
- eine Spreizvorrichtung für drei Teilbahnen in einem Ausgangszustand und
- Figur 4
- die zum Spreizen verstellte Spreizvorrichtung der Figur 3.
[0019] Figur 1 zeigt eine Spreizvorrichtung für zwei nebeneinander in Laufrichtung F laufende
Teilbahnen B
1 und B
2. Die Spreizvorrichtung wird von zwei Wendeeinrichtungen gebildet, nämlich eine erste
Wendeeinrichtung für die Teilbahn B
1 und eine zweite Wendeeinrichtung für die Teilbahn B
2. Die erste Wendeeinrichtung umfasst eine bezüglich der Laufrichtung F aufwärtige,
erste Wendestruktur 1 und eine abwärtige Wendestruktur 3 für die Durchführung jeweils
einer Wendeoperation an der Teilbahn B
1. Die zweite Wendeeinrichtung umfasst eine aufwärtige, zweite Wendestruktur 2 und
eine abwärtige Wendestruktur 4 für die Ausführung jeweils einer Wendeoperation an
der Teilbahn B
2. Die Wendestrukturen 1 bis 4 bilden jeweils eine Umlenkachse für die zugeordnete
Teilbahn B
1 oder B
2. Die Wendestrukturen 1 bis 4 sind als Wendestangen ausgeführt. Sie sind nicht drehbar.
Ihr äußerer Umfang kann vorteilhafterweise mit Druckluft beaufschlagt werden, um die
Reibung mit der umschlingenden Teilbahn B
1 oder B
2 zu mindern.
[0020] Die Wendestrukturen 1 und 3 sind zueinander parallel. Die Wendestrukturen 2 und 4
sind zueinander ebenfalls parallel. Im Ausführungsbeispiel werden die beiden Wendeeinrichtungen
bereits allein vom jeweiligen Paar der Wendestrukturen gebildet, die erste Wendeeinrichtung
allein von dem Paar der Wendestrukturen 1 und 3 und die zweite Wendeeinrichtung allein
von dem Paar der Wendestrukturen 2 und 4.
[0021] Die Wendestrukturen 1 und 3 weisen in der Draufsicht auf die Teilbahnen B
1 und B
2 mit jeweils einer Neigung zu den Wendestrukturen 2 und 4. Im Ausführungsbeispiel
beträgt die Neigung wie bevorzugt 90°, grundsätzlich könnten die Wendestrukturen 1
und 3 aber auch unter einem anderen Neigungswinkel zu den Wendestrukturen 2 und 4
weisen. Die Wendestrukturen 1 und 3 weisen in der Draufsicht auf die Teilbahn B
1 jeweils mit einer Neigung von 45° zur Laufrichtung F der auf die erste Wendestruktur
1 laufenden Teilbahn B
1, grundsätzlich können die Wendestrukturen 1 und 3 aber auch unter einem anderen Neigungswinkel
zu dieser Laufrichtung F weisen. Die Wendestrukturen 2 und 4 weisen in der Draufsicht
auf die Teilbahn B
2 jeweils mit einer Neigung von 45° zur Laufrichtung F der auf die zweite Wendestruktur
2 laufenden Teilbahn B
2, grundsätzlich können die Wendestrukturen 2 und 4 aber auch unter einem anderen Neigungswinkel
zu dieser Laufrichtung F weisen. Die Neigungswinkel zur Laufrichtung F sollten für
ein paralleles Auslaufen dem Betrage nach allerdings gleich sein. Die Wendestrukturen
1 bis 4 sind ferner so ausgerichtet, dass die Umlenkachsen der aufwärtigen Wendestrukturen
1 und 2 miteinander ein gegen die Laufrichtung F offenes "V" bilden. Die Umlenkachsen
der abwärtigen Wendestrukturen 3 und 4 bilden miteinander ebenfalls ein "V", das allerdings
mit seiner Spitze gegen die Laufrichtung F der auflaufenden Teilbahn B
1 bzw. B
2 weist. Die Wendestrukturen 1 bis 4 sind so angeordnet, dass sie jeweils nur auf die
zugeordnete Teilbahn B
1 oder B
2 wirken, die jeweils andere Teilbahn jedoch nicht beeinflussen. Die aufwärtigen Wendestrukturen
1 und 2 kreuzen einander in der Mitte zwischen den Teilbahnen B
1 und B
2 und stehen dort jeweils kreuzweise geringfügig über die Seite der zugeordneten Teilbahn
B
1 oder B
2 in Richtung auf die jeweils andere Teilbahn vor. Für die abwärtigen Wendestrukturen
3 und 4 gilt dies ebenfalls. Die Wendestrukturen 1 und 3 bilden ein unteres und die
Wendestrukturen 2 und 4 ein oberes Wendedeck.
[0022] Unmittelbar aufwärts von der Spreizvorrichtung ist eine Schneideinrichtung 5 angeordnet,
mit der eine Ausgangsbahn, insbesondere eine vier-Seiten-breite Ausgangsbahn, in die
beiden Teilbahnen B
1 und B
2 längs geschnitten wird. Die Teilbahnen B
1 und B
2 sind gleich breit, vorzugsweise jeweils zwei Zeitungsseiten breit.
[0023] Die Teilbahn B
1 läuft in Laufrichtung F auf die Wendestruktur 1, umschlingt diese um zumindest im
Wesentlichen 180°, so dass sie quer zur Laufrichtung F in Querrichtung Q zur Seite
der Teilbahn B
2 gewendet wird. Die gewendete Teilbahn B
1 wird anschließend über die Wendestruktur 3 geführt und umschlingt diese um zumindest
im Wesentlichen ebenfalls 180°, so dass sie in Laufrichtung F zurückgewendet von der
Wendestruktur 3 abläuft. Spiegelbildlich das Gleiche geschieht mit der Teilbahn B
2 durch die Umschlingung der zugeordneten Wendestrukturen 2 und 4.
[0024] Figur 1 zeigt die Spreizvorrichtung in einem Ausgangszustand. Die Spreizvorrichtung
ist so eingestellt, dass die Teilbahnen B
1 und B
2 durch die Wendeoperationen nur die Seiten tauschen, der seitliche Abstand x zwischen
den Teilbahnen B
1 und B
2 jedoch nicht verändert wird. Hat die Ausgangsbahn, aus der die Teilbahnen B
1 und B
2 erhalten wurden, wie für die in Figur 1 dargestellte Situation unterstellt die Nennbreite,
d.h. die von der Druckmaschine verarbeitbare maximale Breite, eröffnet der Seitentausch
immerhin Möglichkeiten der Variation für das Mischen der Teilbahnen B
1 und B
2 zu Bahnbündeln mit jeweils einer oder mehreren anderen Bahnen oder Teilbahnen. Die
beiden Wendeeinrichtungen sind jedoch verstellbar, um auch ohne Verstellung nachgeordneter
Längsfalzeinrichtungen Ausgangsbahnen verarbeiten zu können, die eine geringere Breite
als die Nennbreite aufweisen. Handelt es sich bei der Ausgangsbahn um solch eine schmalere
Bahn, werden beide Wendeeinrichtungen der Spreizvorrichtung so verstellt, dass die
ablaufenden Teilbahnen B
1 und B
2 zwischen sich einen größeren seitlichen Abstand x aufweisen als unmittelbar nach
dem Längsschnitt.
[0025] Figur 2 zeigt die Spreizvorrichtung nach dem Verstellen auf einen neuen seitlichen
Abstand x. Der Abstand x ist so gewählt, dass jede der Teilbahnen B
1 und B
2 auf die jeweils zugeordnete Längsfalzeinrichtung ausgerichtet ist. Um den Abstand
x einstellen zu können, sind die abwärtigen Wendestrukturen 3 und 4 in der Draufsicht
auf die einlaufenden Teilbahnen B
1 und B
2 parallel zu sich selbst bewegbar angeordnet und mit einer motorischen Verstelleinrichtung
gekoppelt, mittels der die Verstellung automatisch bewirkt werden kann. Gegenüber
dem Ausgangszustand der Figur 1 wurde die Wendestruktur 3 in einer zur Ebene der einlaufenden
Teilbahn B
1 parallelen Ebene parallel zu sich selbst in Querrichtung Q, d.h. quer zur Laufrichtung
F versetzt. Die Verstellung der Wendestruktur 3 wird durch den Richtungspfeil Q angedeutet.
Ferner wurde die Wende struktur 4 in einer zur Ebene der einlaufenden Teilbahn B
2 parallelen Ebene parallel zu sich in die Gegenrichtung -Q versetzt.
[0026] Der Versatz der beiden Wendestrukturen 3 und 4 ist gegenüber dem Ausgangszustand
gleich groß, so dass die Teilbahnen B
1 und B
2 jeweils um das gleiche Maß x/2 zu sich selbst versetzt werden. Die Teilbahn B
1 läuft somit von der Wendestruktur 1 in Querrichtung Q bis auf die Wendestruktur 3,
wobei sie die daneben laufende Teilbahn B
2 oder deren gedachte Verlängerung kreuzt und zum Zwecke des Spreizens in Querrichtung
Q über die Teilbahn B
2 bzw. deren gedachte Verlängerung hinaus geführt wird, so dass sie nach dem Zurückwenden
mittels der Wendestruktur 3 gegenüber der gedachten Verlängerung der einlaufenden
Teilbahn B
2 um ein Stück weit nach außen versetzt ist, im Ausführungsbeispiel um den halben Abstand
x/2. Mit der anderen Teilbahn B
2 geschieht spiegelbildlich das Gleiche in Querrichtung -Q zur anderen Seite hin.
[0027] Die orthogonal zu der gemeinsamen Ebene oder der beiden gegebenenfalls leicht zueinander
geneigten Ebenen der Teilbahnen B
1 und B
2 gemessene Höhe der Spreizvorrichtung entspricht im Wesentlichen nur der Summe der
Durchmesser der Wendestrukturen 1 bis 4. Da die beiden Wendeeinrichtung, im Ausführungsbeispiel
die Wendestrukturen 3 und 4, jeweils in einer Ebene verstellbar sind, die zur Ebene
der jeweils einlaufenden Teilbahn B
1 oder B
2 parallel ist, wird die orthogonal zu den Oberflächen der Teilbahnen B
1 und B
2 gemessene Höhe der beiden Wendeeinrichtungen und somit der Spreizvorrichtung auch
durch das Verstellen des seitlichen Abstands x nicht verändert, sondern entspricht
in jedem Verstellzustand der Spreizvorrichtung zumindest im Wesentlichen nur der Summe
der Durchmesser der Wendestrukturen 1 bis 4.
[0028] Die Spreizvorrichtung bietet Flexibilität nicht nur hinsichtlich der Einstellbarkeit
auf unterschiedliche breite Ausgangsbahnen und somit unterschiedlich breite Teilbahnen.
Für Ausgangsbahnen in Nennbreite zeigt Figur 1 bereits unmittelbar eine zusätzliche
Möglichkeit für eine Variation zum Mischen der Teilbahnen zu Bündeln. Anstelle der
dargestellten Variation, dem Seitentausch, bestehen insbesondere noch die beiden Möglichkeiten,
dass entweder nur die Teilbahn B
1 zweimal gewendet und auf der Teilbahn B
2 abgelegt wird, die in solch einer Variante unbeeinflusst durch, unter oder über die
Spreizvorrichtung läuft, oder aber die Teilbahn B
2 auf der Teilbahn B
1 abgelegt wird, die in solch einer anderen Variante unbeeinflusst durch, unter oder
über die Spreizvorrichtung laufen würde. Die Spreizvorrichtung liefert über das Spreizen
hinaus somit sämtliche Möglichkeiten des Mischens herkömmlicher Wendeeinrichtungen,
wobei allerdings jede der Teilbahnen B
1 und B
2 wahlweise auf die jeweils andere gewendet werden kann.
[0029] Die Figuren 3 und 4 zeigen eine Spreizvorrichtung für drei nebeneinander in die Spreizvorrichtung
einlaufende Teilbahnen B
1, B
2 und B
3. Die Teilbahnen können beispielsweise aus einer sechs-Seiten-breiten Ausgangsbahn
durch Längsschneiden mit zwei Schneideinrichtungen 5 erhalten werden. Die Teilbahnen
können insbesondere gleich breit, im genannten Beispielfall jeweils zwei Seiten, insbesondere
Zeitungsseiten, breit sein. Sie können aber auch unterschiedlich breit sein, was auch
für das Ausführungsbeispiel der Figuren 1 und 2 gilt. Da die Spreizoperation nur an
den beiden äußeren Teilbahnen B
1 und B
2 ausgeführt wird, während die mittlere Teilbahn B
3 ohne Versatz durch die Spreizvorrichtung läuft bzw. an dieser vorbeiläuft, sind die
beiden aufwärtigen Wendestrukturen 1 und 2 und auch die beiden abwärtigen Wendestrukturen
3 und 4 in Querrichtung Q und -Q gegenüber dem Ausführungsbeispiel der Figuren 1 und
2 im Ausgangszustand, den Figur 3 zeigt, nach außen um die Breite der mittleren Teilbahn
B
3 voneinander abgerückt. Ansonsten entsprechen sie den Wendestrukturen 1 bis 4 der
Spreizvorrichtung der Figuren 1 und 2.
[0030] Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel umfasst die Spreizvorrichtung der Figur
3 zusätzliche Umlenkstrukturen 6 und 7 in Form von schlanken Umlenkwalzen oder gegebenenfalls
auch nicht drehenden Umlenkstangen für die vom Spreizen unbeeinflusste Teilbahn B
3. Die Teilbahn B
3 wird mittels der Umlenkstrukturen 6 und 7 aus der gemeinsamen Ebene der einlaufenden
Teilbahnen B
1, B
2 und B
3 geführt, so dass sie orthogonal zu dieser Ebene versetzt an der Spreizvorrichtung
vorbei in Laufrichtung F weiterläuft. In Bezug auf die Führung der Teilbahnen B
1 und B
2 gilt das zum ersten Ausführungsbeispiel Gesagte. Mit Ausnahme der genannten Unterschiede
entsprechen die Spreizvorrichtungen der beiden Ausführungsbeispiele einander.
[0031] Figur 4 zeigt die Spreizvorrichtung der Figur 3 nach dem Verstellen, d.h. nach dem
Einstellen auf eine Ausgangsbahn mit einer Breite, die kleiner als die Nennbreite
ist. Die beiden äußeren Teilbahnen B
1 und B
2 sind in jeweils zwei Wendeoperationen, die anhand des ersten Ausführungsbeispiels
beschrieben wurden, um ein bestimmtes Maß voneinander abgespreizt worden, so dass
sie auf die jeweils zugeordnete Längsfalzeinrichtung ausgerichtet sind und beim Ablaufen
aus der Spreizvorrichtung voneinander einen vergrößerten Abstand x aufweisen. Für
die mittlere Teilbahn B
3 wird wieder angenommen, dass sie bereits von Hause auf die ihr zugeordnete Längsfalzeinrichtung
ausgerichtet ist. Gegebenenfalls kann auch eine weitere Wendeeinrichtung oder sonstige
Einrichtung zum parallelen Versetzen der Teilbahn B
3 abwärts von der Spreizvorrichtung vorgesehen sein. Die Teilbahnen B
1 und B
2 werden von der mittleren Teilbahn B
3 symmetrisch um jeweils das gleiche Maß nach links und rechts versetzt. Mit Richtungspfeilen
Q und -Q ist wieder die Verstellung der Wendestrukturen 3 und 4 angedeutet.
[0032] Die Spreizvorrichtung des zweiten Ausführungsbeispiels bietet für die drei Teilbahnen
B
1, B
2 und B
3 vergleichbare Variationsmöglichkeiten wie die Spreizvorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels,
beispielsweise des Vertauschens der beiden äußeren Teilbahnen B
1 und B
2, ferner des Wendens wahlweise entweder der Teilbahn B
1 oder der Teilbahn B
2 auf die jeweils andere oder auf die Teilbahn B
3. Es können ferner beide Teilbahnen B
1 und B
2 auf die Teilbahn B
3 gewendet werden. Im Ausführungsbeispiel wird die mittlere Teilbahn B
3 keiner Spreizoperation unterzogen, weil unterstellt wird, dass die Teilbahn B
3 bereits von Hause aus auf eine Längsfalzeinrichtung ausgerichtet ist. Unumgänglich
erforderlich ist dies jedoch nicht. So könnte beispielsweise auch eine der äußeren
Teilbahnen B
1 und B
2 auf eine der Längsfalzeinrichtungen bereits ausgerichtet sein. In solch einer Variation
würden die beiden jeweils verbleibenden anderen Teilbahnen einer erfindungsgemäßen
Spreizoperation unterzogen werden, wobei vorzugsweise eine erfindungsgemäße Spreizvorrichtung
zum Einsatz käme, bevorzugt die Spreizvorrichtung der Figuren 1 und 2 für entweder
die Teilbahnen B
1 und B
3 oder die Teilbahnen B
2 und B
3.
Bezugszeichen:
[0033]
- 1
- erste Wendestruktur
- 2
- zweite Wendestruktur
- 3
- dritte Wendestruktur
- 4
- vierte Wendestruktur
- 5
- Schneideinrichtung
- 6
- Umlenkstruktur
- 7
- Umlenkstruktur
- B1
- erste Teilbahn
- B2
- zweite Teilbahn
- F
- Laufrichtung
- Q
- Querrichtung
- x
- Abstand
1. Spreizvorrichtung für eine Rollenrotationsdruckmaschine, die Spreizvorrichtung umfassend:
a) eine erste Wendestruktur (1) für eine in Laufrichtung (F) auf die erste Wendestruktur
(1) laufende erste Teilbahn (B1),
c) eine zweite Wendestruktur (2) für eine in Draufsicht neben der ersten Teilbahn
laufende zweite Teilbahn (B2),
e) wobei die erste Wendestruktur (1) und die zweite Wendestruktur (2) so angeordnet
sind, dass die Teilbahnen (B1, B2) zur Seite der jeweils anderen der Teilbahnen (B1, B2) gewendet werden,
b) eine dritte Wendestruktur (3) für die erste Teilbahn (B1),
d) und eine vierte Wendestruktur (4) für die zweite Teilbahn (B2),
f) wobei die dritte Wendestruktur (3) und die vierte Wendestruktur (4) so angeordnet
sind, dass die Teilbahnen (B1, B2) zurück in die Laufrichtung (F) gewendet werden und die zurück gewendeten Teilbahnen
(B1, B2) relativ zueinander einen anderen, vorzugsweise größeren seitlichen Abstand (x) als
an dem Ort haben, an dem die erste Teilbahn (B1) auf die erste Wendestruktur (1) läuft.
2. Spreizvorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei wenigstens die dritte Wendestruktur
(3) oder die vierte Wendestruktur (4) verstellbar ist oder sind, vorzugsweise motorisch,
so dass die Größe des seitlichen Abstands (x) einstellbar ist.
3. Spreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens die dritte
Wendestruktur (3) oder die vierte Wendestruktur (4) wahlweise in unterschiedliche
Positionen verstellbar ist oder sind, so dass die Teilbahnen (B1, B2) in einer dieser Positionen aufeinander und in einer anderen dieser Positionen in
den seitlichen Abstand (x) gewendet werden können.
4. Spreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens die dritte
Wendestruktur (3) oder die vierte Wendestruktur (4) parallel zu sich versetzbar, vorzugsweise
linear beweglich gelagert ist oder sind.
5. Spreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der
folgenden Merkmale:
(i) die dritte Wendestruktur (3) ist parallel zu der Ebene der auf die erste Wendestruktur
(1) laufenden ersten Teilbahn (B1) versetzbar, vorzugsweise linear beweglich gelagert;
(ii) die vierte Wendestruktur (4) ist parallel zu der Ebene der auf die zweite Wendestruktur
(2) laufenden zweiten Teilbahn (B2) versetzbar, vorzugsweise linear beweglich gelagert.
6. Spreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Wendestrukturen
(1, 3) für die erste Teilbahn (B1) in einer Draufsicht auf die auf die erste Wendestruktur (1) laufende erste Teilbahn
(B1) in Laufrichtung (F) der ersten Teilbahn (B1) mit Überlappung neben den Wendestruicturen (2, 4) für die zweite Teilbahn (B2) angeordnet sind.
7. Spreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der
folgenden Merkmale:
(i) die erste Wendestruktur (1) und die dritte Wendestruktur (3) bilden zueinander
parallele Umlenkachsen für die erste Teilbahn (B1);
(ii) die zweite Wendestruktur (2) und die vierte Wendestruktur (4) bilden zueinander
parallele Umlenkachsen für die zweite Teilbahn (B2).
8. Spreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine Umlenkeinrichtung
für eine dritte Teilbahn (B3), die in der Draufsicht neben der ersten Teilbahn (B1) und der zweiten Teilbahn (B2), vorzugsweise zwischen diesen, läuft.
9. Spreizvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Spreizvorrichtung
(1-4) Bestandteil einer Rollenrotationsdruckmaschine ist und die Rollenrotationsdruckmaschine
wenigstens eine Druckeinheit mit einem Druckzylinder und einem Gegendruckzylinder
aufweist, die miteinander einen Druckspalt für die Teilbahnen (B1, B2; B1, B2, B3) oder eine Ausgangsbahn bilden, aus der die Teilbahnen (B1, B2; B1, B2, B3) durch Längsschneiden erhalten werden, wobei die Spreizvorrichtung (1-4) entweder
aufwärts oder vorzugsweise abwärts der wenigstens einen Druckeinheit angeordnet ist.
10. Spreizvorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei eine Schneideinrichtung
(5) zum Längsschneiden einer breiteren Ausgangsbahn in die Teilbahnen (B
1, B
2; B
1, B
2, B
3) in Bezug auf die Laufrichtung der Ausgangsbahn vor der Spreizvorrichtung (1-4) angeordnet
ist und wenigstens eines der folgenden Merkmale erfüllt ist:
(i) die Schneideinrichtung (5) ist unmittelbar vor der Spreizvorrichtung (1-4) angeordnet;
(ii) die Schneideinrichtung (5) und die Spreizvorrichtung (1-4) sind abwärts der wenigstens
einen Druckeinheit angeordnet.
11. Verfahren zum Spreizen von Teilbahnen im Rollenrotationsdruck, bei dem
a) eine erste Teilbahn (B1) in eine Laufrichtung (F) auf eine erste Wendestruktur (1)
b) und eine zweite Teilbahn (B2) in einer Draufsicht neben der ersten Teilbahn (B1) auf eine zweite Wendestruktur (2) läuft,
c) die erste Teilbahn (B1) mittels der ersten Wendestruktur (1) zur Seite der zweiten Teilbahn (B2),
d) und die zweite Teilbahn (B2) mittels der zweiten Wendestruktur (2) zur Seite der ersten Teilbahn (B1) gewendet wird,
e) die erste Teilbahn (B1) mittels einer dritten Wendestruktur (3)
f) und die zweite Teilbahn (B2) mittels einer vierten Wendestruktur (4) in die Laufrichtung (F) zurück gewendet
wird,
f) wobei die zurück gewendeten Teilbahnen (B1, B2) in der Draufsicht relativ zueinander einen anderen, vorzugsweise größeren seitlichen
Abstand (x) als an dem Ort haben, an dem die erste Teilbahn (B1) auf die erste Wendestruktur (1) läuft.
12. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem
(i) eine Ausgangsbahn von einer Rolle abwickelt,
(ii) die Teilbahnen (B1, B2) durch Längsschneiden der Ausgangsbahn erhalten
(iii) und mittels der Wendestrukturen (1, 2, 3, 4) seitlich versetzt werden, so dass
die erste Teilbahn (B1) mittig auf eine erste Längsfalzeinrichtung und die zweite Teilbahn (B2) mittig auf eine andere, zweite Längsfalzeinrichtung laufen.
13. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem die Teilbahnen (B1, B2) oder vorzugsweise die noch nicht längs geschnittene Ausgangsbahn durch wenigstens
einen Druckspalt gefördert wird oder werden.
14. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem die Ausgangsbahn längs geschnitten
wird, vorzugsweise abwärts des wenigstens einen Druckspalts, und die Teilbahnen (B1, B2) mittels der Wendestrukturen (1, 2, 3, 4) abwärts des wenigstens einen Druckspalts
seitlich versetzt werden.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem eine dritte Teilbahn (B3) in der Draufsicht neben der ersten Teilbahn (B1) und der zweiten Teilbahn (B2), vorzugsweise zwischen diesen, läuft.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die erste Teilbahn (B
1) oder die zweite Teilbahn (B
2) mittels der Wendestrukturen (1, 2, 3, 4)
(i) in einer Druckproduktion in den seitlichen Abstand (x) zu der jeweils anderen
dieser Teilbahnen (B1, B2) oder der dritten Teilbahn (B3) des vorhergehenden Anspruchs
(ii) und nach Verstellung der Wendestrukturen (1, 2, 3, 4) in einer anderen Druckproduktion
auf die jeweils andere dieser Teilbahnen (B1, B2) oder auf die dritte Teilbahn (B3) des vorhergehenden Anspruchs gewendet wird oder werden.