[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen bepflanzbaren Gitterkörper zum Aufnehmen von
Verkehrslasten mit einem Formkörper, der einen Mantel und den vom Mantel umschlossenen
Hohlraum in einzelne Hohlkammern unterteilende Zwischenwände umfasst, und mit Durchbrüchen
in den Kammerwänden.
[0002] Gitterkörper zur Befestigung von Verkehrsflächen werden im Allgemeinen aus Beton
gegossen, wobei Ausnehmungen insbesondere im Bereich der Aufstandsfläche der sich
rechtwinkelig schneidenden Wände des Formkörpers vorgesehen werden, um zwischen den
bepflanzbaren Kammern, die sich zwischen den einander schneidenden Wandscharen ergeben,
einen Feuchtigkeits-, Belüftungs- und Stoffaustausch zu ermöglichen. Damit bei einer
Aneinanderreihung solcher Gitterkörper die beidseits der Stoßfuge verlaufenden Mäntel
der Formkörper nicht zu einer Verdoppelung der Wanddicke zwischen benachbarten Kammern
der gefügten Gitterkörper führen, ist es bekannt (
DE 8600430 U1), die Wände der einen Wandschar über die randseitigen Wände der anderen Schar vorstehen
zu lassen und auf einander gegenüberliegenden Stirnseiten mit Nuten und Federn auszurüsten,
sodass beim Fügen zweier Gitterkörper die um den halben Abstand zwischen zwei parallelen
Wänden vorstehenden Stirnseiten der Wände wiederum Kammern begrenzen. Nachteilig ist
allerdings, dass die Nut-Federverbindungen zwischen benachbarten Gitterkörpern lediglich
eine gegenseitige Versetzung der Gitterkörper entlang des Stoßes, nicht aber eine
Abstandsvergrößerung in Längsrichtung der vorstehenden Wände oder eine gegenseitige
Verlagerung der Gittersteine der Höhe nach verhindern können.
[0003] Es wurde außerdem vorgeschlagen (
DE 3140701 A1), anstelle von Gitterkörpern aus Beton solche aus Kunststoff einzusetzen, was den
erheblichen Vorteil einer Gewichtsersparnis mit sich bringt. Da für das Versetzen
von Gitterkörpern wegen ihrer Handhabung eine Gewichtsbeschränkung zwingend ist, bedeutet
dies, dass Gitterkörper aus Kunststoff in größeren Flächeneinheiten verlegt werden
können. Gitterkörper aus Kunststoff haben jedoch den entscheidenden Nachteil der beschränkten
Lastaufnahme, sodass solche Gitterkörper vor allem zur Verstärkung von Rasenflächen
für Sportplätze eingesetzt werden.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Gitterkörper der eingangs geschilderten
Art so auszugestalten, dass er aus Kunststoff gefertigt werden kann, ohne Einbußen
hinsichtlich der Belastbarkeit in Kauf nehmen zu müssen.
[0005] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass ein über die Aufstandsfläche
des aus Kunststoff geformten Formkörpers verteilter Teil der Hohlkammern einen mit
wenigstens einer Durchtrittsöffnung versehenen Boden aufweist, dass der Mantel des
Formkörpers über die Mantelhöhe durchgehende, hinterschnittene Anschlussnuten und
diesen hinterschnittenen Anschlussnuten entsprechende Anschlussstege auf einander
gegenüberliegenden Außenseiten bildet.
[0006] Da zufolge dieser Maßnahmen ein über die Aufstandsfläche des Gitterkörpers verteilter
Teil der Hohlkammern mit einem Boden versehen ist, ergibt sich gegenüber herkömmlichen
Gitterkörpern mit Hohlkammern ohne Boden eine erheblich vergrößerte Stützfläche, sodass
entsprechend hohe Auflasten auf den Untergrund abgetragen werden können, ohne dass
der Formkörper aufgrund der im Vergleich zu Betonkörpern geringen Wanddicke in den
Untergrund eingedrückt wird. Dazu kommt, dass aufgrund der hinterschnittenen Anschlussnuten
und der zum Eingriff in diese Anschlussnuten vorgesehenen Anschlussstege zwischen
den über diese Nuten und Stege gefügten Gitterkörpern Druck- und Zugkräfte parallel
zur Aufstandsfläche übertragen werden können. Trotz der Fertigung der Gitterkörper
aus Kunststoff und der damit verbundenen vergleichsweise geringen Wanddicken können
somit auch schwere Verkehrslasten aufgenommen werden. In diesem Zusammenhang ist außerdem
zu berücksichtigen, dass durch die Füllung der über Durchtrittsöffnungen miteinander
verbundenen Hohlkammern mit Erdreich die diese Kammern begrenzende Zwischenwände gegen
ein Ausknicken zusätzlich abgestützt werden. Die Mäntel der gefügten Gitterkörper
stützen sich gegenseitig über die formschlüssige Verbindung mit Hilfe der in die hinterschnittenen
Anschlussfugen eingreifenden Anschlussstege ab.
[0007] Zur einfacheren Verlegung der Gitterkörper kann der Mantel des Formkörpers auf einander
gegenüberliegenden Außenseiten einerseits Rastausnehmungen und anderseits den Rastausnehmungen
entsprechende Rastansätze zur Höhenverrastung aneinanderschließender Formkörper aufweisen.
Diese Höhenverrastung trägt darüber hinaus im Zusammenwirken mit den Reibungskräften
zwischen den einzelnen Gitterkörpern zur Lastverteilung über mehrere Gitterkörper
bei. Diese Reibungskräfte werden vor allem durch in die Stoßfugen eindringende feinkörnige
Feststoffe bestimmt.
[0008] Falls die Strömungsverbindungen zwischen den mit einem Boden versehenen Hohlkammern
und den Hohlkammern ohne Boden nicht ausreicht, um über die gesamte Aufstandsfläche
annähernd gleichmäßige Bedingungen hinsichtlich des Feuchtigkeitsgehalts des eingefüllten
Erdreichs und der Versickerungsbedingungen in den Untergrund zu gewährleisten, oder
die Möglichkeit der Ausbildung eines Feuchtigkeitsvorrats in den Bodenbereichen nicht
genützt werden sollen, können die Kammerböden mit entsprechenden Durchtrittsöffnungen
versehen werden, die eine zusätzliche Strömungsverbindung mit dem Untergrund schaffen,
was mit den Hohlkammern ohne Boden vergleichbare Strömungsbedingungen ergibt.
[0009] Um zwei oder mehrere Anschlussnuten im Bereich einer Mantelseite platzsparend unterbringen
zu können, können auf den einander gegenüberliegenden Außenseiten des Mantels wenigstens
zwei Anschlussnuten bzw. Anschlussstege vorgesehen werden, die jeweils um die Nuttiefe
gegeneinander senkrecht zum Mantel versetzt sind. Diese Versetzung erlaubt außerdem
eine vorteilhafte, von der Ausbildung der Anschlussnuten und Anschlussstege unabhängige
gleichmäßige Dicke der Mantelwände, wenn sich die Anschlussnuten und Anschlussstege
durch einen dem Querschnitt dieser Anschlussnuten und Anschlussstege folgenden Verlauf
der einheitlich dicken Mantelwand des Formkörpers ergeben.
[0010] Damit sich für die Gitterkörper über deren Aufstandsflächen gleichmäßige Abstützverhältnisse
einstellen können, empfiehlt es sich, die aufeinanderfolgenden Hohlkammern abwechselnd
bodenlos und mit einem Boden auszubilden, was bei durchbrochenen Böden auch Vorteile
hinsichtlich der Feuchtigkeitsverteilung mit sich bringt.
[0011] Beim Fügen erfindungsgemäßer Gitterkörper stoßen jeweils die Mantelwände benachbarter
Gitterkörper aneinander an. Die randseitigen Gitterkörper eines Gitterkörperfeldes
finden jedoch keine Abstützung an anschließenden Gitterkörpern. Außerdem bilden die
äußeren Mantelwände der randseitigen Gitterkörper solcher Gitterkörperfelder aufgrund
der Anschlussnuten und Anschlussstege im Bereich der äußeren Mantelwände keinen geraden
Abschluss. Zur Vermeidung dieser Nachteile können an den Mantel der Formkörper Randstege
aus Kunststoff mit den Anschlussnuten und Anschlussstegen des Mantels entsprechenden
Anschlussstegen und Anschlussnuten angeschlossen werden. Die Randstege können darüber
hinaus zur besseren Abtragung von Auflasten der randseitigen Gitterkörper in den Untergrund
genützt werden, wenn die Randstege einen vom Formkörper weggerichteten Aufstandsflansch
aufweisen.
[0012] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Gitterkörper in einer zum Teil aufgerissenen Seitenansicht,
- Fig. 2
- einen vereinfachten Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 und
- Fig. 3
- einen randseitigen Gitterkörper eines Feldes aus solchen verlegten Gitterkörpern mit
einem angeschlossenen Randsteg in einem Schnitt der Höhe nach.
[0013] Der Gitterkörper gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist einen Formkörper
1 aus Kunststoff mit einem Mantel 2 und mit den vom Mantel 2 umschlossenen Hohlraum
in einzelne Hohlkammern 3 unterteilenden Zwischenwänden 4 auf, die wie der Mantel
2 im Bereich jeder Hohlkammer 3 mit Durchbrüchen 5 versehen sind. Die Hohlkammern
3 sind abwechselnd mit einem Boden 6 und ohne Boden, also nach unten offen, ausgebildet,
wie dies insbesondere der Fig. 2 entnommen werden kann. Um auch in den Hohlkammern
3 mit einem Boden 6 eine Strömungsverbindung mit dem Untergrund sicherzustellen, sind
in den Böden 6 Durchtrittsöffnungen 7 vorgesehen.
[0014] Damit gleichartige Gitterkörper formschlüssig gefügt werden können, ist der Mantel
2 des Formkörpers 1 auf einander gegenüberliegenden Seiten mit über die Mantelhöhe
durchgehenden, hinterschnittenen Anschlussnuten 8 und diesen hinterschnittenen Anschlussnuten
8 entsprechenden Anschlussstegen 9 versehen, sodass beim Fügen zweier Gitterkörper
die Anschlussstege 9 der Formkörper 1 in die hinterschnittenen Anschlussnuten 8 des
jeweils anderen Formkörpers 1 eingreifen. Damit wird eine druck- und zugfeste Verbindung
der Gitterkörper senkrecht zu den jeweiligen Mantelwänden sichergestellt. Um eine
gegenseitige Verlagerung der Gitterkörper der Höhe nach zu unterbinden, weist deren
Mantel 2 auf einander gegenüberliegenden Außenseiten einerseits Rastausnehmungen 10
und anderseits Rastansätze 11 auf, die beim Einführen der Anschlussstege 9 der Formkörper
1 in die Anschlussausnehmungen 8 der jeweils anschließenden Formkörper 1 in die Rastausnehmungen
10 des jeweils anzuschließenden Gitterkörpers einrasten und die gegenseitige Höhenlage
der gefügten Gitterkörper festlegen, was besonders einfache Verlegungsbedingungen
schafft.
[0015] Wie aus der Fig. 2 ersichtlich ist, werden durch die Anschlussnuten 8 die Mantelwände
des Formkörpers 1 nicht geschwächt. Außerdem bilden die Anschlussstege 9 keine Verdickungen
der Mantelwände. Dies gelingt dadurch, dass die Mantelwände dem Querschnitt dieser
Anschlussnuten 8 und Anschlussstege 9 in ihrem Verlauf folgen. Dies bringt nicht nur
eine gleichbleibende Wanddicke mit sich, sondern bildet auch eine Versteifung des
Mantels 2. Da außerdem die Anschlussnuten 8 bzw. Anschlussstege 9 auf den einzelnen
Mantelseiten jeweils um die an die Dicke der Mantelwände angepasste Nuttiefe gegeneinander
senkrecht zur zugehörigen Mantelseite versetzt sind, werden die Anschlussnuten 8 bzw.
Anschlussstege 9 in einer vergleichsweise platzsparenden Anordnung vorgesehen.
[0016] Während die Anschlussnuten 8 und Anschlussstege 9 gefügter Gitterkörper formschlüssig
ineinander greifen, wobei sich für ein aus solchen Gitterkörpern zusammengesetztes
Feld im Stoßbereich zwischen den Gitterkörpern ein doppelter Wandverlauf ergibt, bilden
die randseitigen Gitterkörper eines solchen Feldes an ihren Außenflächen aufgrund
der Anschlussnuten 8 und Anschlussstege 9 eine strukturierte Feldbegrenzung. Um einen
geraden Feldabschluss zu erreichen, können an den Mantel 2 der randseitigen Gitterkörper
Randstege 12 aus Kunststoff angeschlossen werden, die wie die Außenseiten des Mantels
2 der Formkörper 1 mit Anschlussstegen 13 und Anschlussnuten 14 versehen sind, wie
dies den Fig. 1 und 3 entnommen werden kann. Die Randstege 12 können mit den Gitterkörpern
in gleicher Weise wie die Gitterkörper miteinander verbunden werden, wobei eine Höhenverrastung
durch Rastausnehmungen 15 und Rastansätzen 16 möglich ist, die mit den Rastansätzen
11 und den Raustausnehmungen 10 der Formkörper 1 zusammenwirken.
[0017] Weisen die Randstege 12 vom Formkörper 1 weggerichtete Aufstandsflansche 17 auf,
so ergibt sich eine zusätzliche Aufstandsfläche für die randseitigen Gitterkörper,
sodass auch im Randbereich von Feldern aus gefügten Gitterkörpern günstige Bedingungen
zur Abtragung der auftretenden Verkehrslasten über die Formkörper 1 in den Untergrund
sichergestellt werden können. Voraussetzung ist, dass die Höhenverrastung der Randstege
12 eine entsprechende Kraftübertragung in Verbindung mit den Reibkräften zwischen
den Randstegen 12 und den anschließenden Mantelwänden der Formkörper 1 ermöglichen.
Da nach der Hinterfüllung der Randstege 12 und der Hohlkammern 3 der Formkörper 1
mit Erdreich ein erheblicher Widerstand gegen ein Ausbeulen der Mantelwände bzw. der
Randstege 12 erreicht wird, kann davon ausgegangen werden, dass auch höhere Auflasten
über die Höhenverrastung auf die Gitterkörper und die angeschlossenen Randstege 12
zur Abtragung auf den Untergrund verteilt werden können. Dies gilt im Übrigen auch
für die Verbindung zwischen den einzelnen Gitterkörpern. In diesem Zusammenhang ist
außerdem zu berücksichtigen, dass durch feinkörniges Material die Reibungskräfte zwischen
den aneinander anschließenden Mantelwänden bzw. zwischen den Mantelwänden und den
Randstegen 12 erheblich vergrößert werden.
[0018] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel
begrenzt. So könnten die Gitterkörper eine von der Rechteckform abweichende, beispielsweise
dreieckige oder sechseckige Grundform aufweisen. Außerdem kann die Ausbildung der
Hohlkammern sehr unterschiedlich ausfallen und ist keinesfalls auf im Querschnitt
rechtwinkelige Hohlkammern beschränkt. Die Ausbildung der Formkörper aus Kunststoff
bietet ja in diesem Zusammenhang die Möglichkeit einer Formenvielfalt.
1. Bepflanzbarer Gitterkörper zum Aufnehmen von Verkehrslasten mit einem Formkörper (1),
der einen Mantel (2) und den vom Mantel (2) umschlossenen Hohlraum in einzelne Hohlkammern
(3) unterteilende Zwischenwände (4) umfasst, und mit Durchbrüchen (5) in den Kammerwänden,
dadurch gekennzeichnet, dass ein über die Aufstandsfläche des aus Kunststoff geformten Formkörpers (1) verteilter
Teil der Hohlkammern (3) einen Boden (6) aufweist, dass der Mantel (2) des Formkörpers
(1) über die Mantelhöhe durchgehende, hinterschnittene Anschlussnuten (8) und diesen
hinterschnittenen Anschlussnuten (8) entsprechende Anschlussstege (9) auf einander
gegenüberliegenden Außenseiten bildet.
2. Gitterkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mantel (2) des Formkörpers (1) auf einander gegenüberliegenden Außenseiten einerseits
Rastausnehmungen (10) und anderseits den Rastausnehmungen (10) entsprechende Rastansätze
(11) zur Höhenverrastung aneinanderschließender Formkörper (1) aufweist.
3. Gitterkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Böden (6) der Hohlkammern (3) mit Durchtrittsöffnungen (7) versehen sind.
4. Gitterkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf den einander gegenüberliegenden Außenseiten des Mantels (2) wenigstens zwei Anschlussnuten
(8) bzw. Anschlussstege (9) vorgesehen sind, die jeweils um die Nuttiefe gegeneinander
senkrecht zum Mantel (2) versetzt sind.
5. Gitterkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Anschlussnuten (8) und Anschlussstege (9) durch einen dem Querschnitt dieser
Anschlussnuten (8) und Anschlussstege (9) folgenden Verlauf der einheitlich dicken
Mantelwand des Formkörpers (1) ergeben.
6. Gitterkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die aufeinanderfolgenden Hohlkammern (3) abwechselnd bodenlos und mit einem Boden
(6) ausgebildet sind.
7. Gitterkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an den Mantel (2) des Formkörpers (1) Randstege (12) aus Kunststoff mit den Anschlussnuten
(8) und Anschlussstegen (9) des Mantels (2) entsprechenden Anschlussstegen (13) und
Anschlussnuten (14) anschließbar sind.
8. Gitterkörper nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Randstege (12) einen vom Formkörper (1) weggerichteten Aufstandsflansch (17)
aufweisen.