[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Installation einer Offshore-Struktur auf
dem Meeresboden mit einem Wasserfahrzeug. Die Erfindung betrifft außerdem ein Wasserfahrzeug
zur Installation einer solchen Offshore-Struktur auf dem Meeresboden. Derartige Offshore-Strukturen
können beispielsweise mehrere Stützbeine besitzen, mit denen sie auf dem Meeresboden
aufstehen. Dort werden sie durch eine geeignete Fundierung gegründet, beispielsweise
durch Rammpfähle, die mit Rammhämmern in den Meeresboden getrieben werden. Auf der
so gegründeten Struktur können dann weitere Bauteile aufgebaut werden, beispielsweise
Gas- oder Ölbohranlagen. In jüngster Zeit werden jedoch verstärkt auch kleinere Bauwerke,
wie Offshore-Windenergieanlagen, auf solchen Offshore-Gründungsstrukturen aufgebaut.
[0002] Zur Installation müssen die an Land hergestellten und bereitgestellten Strukturen
auf dem Wasserweg zum Installationsort transportiert werden. Dies geschieht mittels
geeigneter Wasserfahrzeuge, beispielsweise Pontons, Lastkähnen oder Schiffen. Zur
Installation ist es bisher üblich, die Struktur mittels eines Schwimmkrans von dem
Wasserfahrzeug zu heben und auf dem Meeresboden aufzustellen. Anschließend erfolgt
die Fundierung der Struktur.
[0003] Diese Vorgehensweise ist zeitaufwendig und erfordert neben einem Wasserfahrzeug als
Transporteinheit weiteres schweres Gerät in Form des Schwimmkrans. Gerade bei der
Installation von Offshore-Windenergieanlagen müssen jedoch innerhalb verhältnismäßig
kurzer Zeit eine Mehrzahl Gründungsstrukturen auf dem Meeresboden installiert werden.
[0004] Ausgehend von dem erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren und ein Wasserfahrzeug der eingangs genannten Art bereitzustellen, mit
denen die Installation einer Offshore-Struktur auf dem Meeresboden einfacher und schneller
durchgeführt werden kann.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Gegenstände der Ansprüche 1 und 9. Vorteilhafte
Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den
Figuren.
[0006] Für ein Verfahren zur Installation einer Offshore-Struktur auf dem Meeresboden mit
einem Wasserfahrzeug löst die Erfindung die Aufgabe durch die Schritte:
- Bereitstellen der Struktur an Land,
- Positionieren der Struktur in liegender Position auf dem Wasserfahrzeug,
- Transportieren der Struktur auf dem Wasserfahrzeug zu dem Installationsort,
- Aufrichten der Struktur mittels einer Aufrichteinrichtung, wobei die Struktur um eine
im Bereich der Seitenkante des Wasserfahrzeugs befindliche Achse geschwenkt wird,
so dass sich die Struktur im aufgerichteten Zustand neben dem Wasserfahrzeug befindet,
wobei sie in vertikaler Richtung durch eine Halteeinrichtung gehalten wird,
- Lösen der Halteeinrichtung und durch eine Führungseinrichtung geführtes Absenken der
Struktur auf den Meeresboden,
- Lösen der Führungseinrichtung, so dass die Struktur frei auf dem Meeresboden aufsteht.
[0007] Außerdem löst die Erfindung die Aufgabe durch ein Wasserfahrzeug zur Installation
einer Offshore-Struktur auf dem Meeresboden, umfassend:
- eine Aufnahme zum Aufnehmen dieser Struktur in liegender Position für einen Transport
zum Installationsort,
- eine Aufrichteinrichtung, mit der die Struktur am Installationsort aufgerichtet werden
kann,
- eine Schwenkeinrichtung, mit der die Struktur beim Aufrichten um eine im Bereich der
Seitenkante des Wasserfahrzeugs befindliche Achse geschwenkt werden kann, so dass
sich die Struktur im aufgerichteten Zustand neben dem Wasserfahrzeug befindet,
- eine lösbare Halteeinrichtung, die in einem Haltezustand die Struktur im aufgerichteten
Zustand in vertikaler Richtung hält, und die in einem gelösten Zustand die Anordnung
zum Absenken auf den Meeresboden freigibt, und
- eine lösbare Führungseinrichtung, mit der die Anordnung im gelösten Zustand der Halteeinrichtung
bei einem Absenken auf den Meeresboden geführt werden kann.
[0008] Bei der erfindungsgemäß zu installierenden Offshore-Struktur handelt es sich insbesondere
um eine Offshore-Gründungsstruktur. Erfindungsgemäß wird diese Struktur auf dem Wasserfahrzeug
liegend zum Installationsort auf dem Wasser transportiert. Dort wird die Struktur
aufgerichtet und dabei um eine insbesondere horizontale Achse geschwenkt, so dass
sie anschließend in aufrechter Position neben dem Wasserfahrzeug von der Halteeinrichtung
gehalten wird. Die Schwenkachse kann an der Seitenkante des Fahrzeugs selbst oder
beabstandet zu dieser, beispielsweise oberhalb dieser vorgesehen sein. Die Halteeinrichtung
kann einen Haltezustand und einen gelösten Zustand annehmen. Im Haltezustand sichert
sie die aufgerichtete Struktur in vertikaler Richtung. Im gelösten Zustand gibt sie
die Struktur zum Absenken auf den Meeresboden frei. Durch Lösen der Halteeinrichtung
kann die Struktur entsprechend in aufrechter Position neben dem Wasserfahrzeug auf
den Meeresboden abgesenkt werden. Dabei wird sie durch die Führungseinrichtung seitlich
geführt, so dass sie beim Absenken nicht kippen kann. Die Führungseinrichtung kann
beispielsweise durch eine oder mehrere mit dem Wasserfahrzeug verbundene, und um ein
Standbein der Struktur greifende Manschetten gebildet sein. Bei einem Lösen der Halteeinrichtung
wird die Struktur dann durch die Manschetten geführt auf den Meeresboden abgesenkt.
Durch anschließendes Lösen der Manschetten kann die Verbindung zwischen der Struktur
und dem Wasserfahrzeug ebenfalls gelöst werden. Die Halteeinrichtung und die Führungseinrichtung
können auch als gemeinsame Halte- und Führungseinrichtung ausgebildet sein. Nach dem
Aufstellen der Struktur kann diese auf dem Meeresboden gegründet werden, beispielsweise
durch Rammpfähle oder eine Saugtopffundierung oder ähnliches. Dies ist dem Fachmann
an sich bekannt. Die Fundierung kann vor oder nach dem Lösen der Führungseinrichtung
in Abhängigkeit von vorherrschenden Umweltbedingungen zum Zeitpunkt der Offshore-Montage
erfolgen.
[0009] Durch die Erfindung wird die Installation einer Offshore-Struktur in einfacher Weise
durch das Wasserfahrzeug selbst ermöglicht, ohne dass zusätzliche aufwendige Geräte,
beispielsweise Schwimmkräne, erforderlich sind. Dadurch ist die Installation weniger
aufwendig und schneller durchführbar. Die Struktur kann beispielsweise mindestens
drei insbesondere vertikale Standbeine aufweisen, also z.B. eine Tripoden-Struktur
sein. Auf der Struktur selbst kann ein weiteres Meeresbauwerk installiert werden,
z.B. eine Offshore-Windenergieanlage oder andere Bauteile. Gerade bei Windenergieanlagen
kommen die erfindungsgemäßen Vorteile allerdings besonders zum Tragen.
[0010] Das Wasserfahrzeug kann einen eigenen Antrieb besitzen, nach Art eines Fracht- oder
Lastkahns. Es kann aber auch zumindest teilweise, insbesondere vollständig nach Art
eines Pontons, fremdangetrieben werden, z.B. durch einen Schlepper. Das erfindungsgemäße
Fahrzeug muss also keinen eigenen Antrieb aufweisen.
[0011] Nach einer Ausgestaltung kann die Struktur in liegender Position auf einer Schienenanordnung
an Land bereitgestellt werden. Das Wasserfahrzeug kann eine korrespondierende Schieneneinrichtung
aufweisen, die zur Aufnahme der Struktur mit der Schieneneinrichtung an Land temporär
verbunden werden kann. Dadurch kann die Struktur mittels geeigneter Rollen oder Gleitschuhe
in liegender Position von der Schieneneinrichtung an Land auf die Schieneneinrichtung
auf dem Wasserfahrzeug verschoben werden. Durch das Vorsehen kompatibler Schienensysteme
an Land und auf dem Wasserfahrzeug ist die Verladung der Struktur in besonders einfacher
Weise möglich, ohne dass dazu weiteres Gerät, beispielsweise ein Kran, erforderlich
ist. Für den Seetransport auf dem Wasserfahrzeug kann die Struktur auf der Schieneneinrichtung
fixiert werden.
[0012] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann das Wasserfahrzeug einen insbesondere horizontal
verfahrbaren Installationsschlitten aufweisen. Die Struktur kann dann an Land auf
diesen Installationsschlitten bereitgestellt werden und gemeinsam mit dem Schlitten
von Land auf das Wasserfahrzeug verschoben werden. Der Installationsschlitten verbleibt
anschließend für den Transport und die Installation auf dem Wasserfahrzeug. Der Schlitten
kann insbesondere auf den Schieneneinrichtungen bzw. den Schienen verfahrbar sein
bzw. verfahren werden, um die Struktur von Land auf das Wasserfahrzeug zu verschieben.
Dazu kann er geeignete Rollen oder Gleitschuhe besitzen. Auf dem Wasserfahrzeug kann
der Installationsschlitten dann beispielsweise mittels der Halteeinrichtung für den
Transport gegen Verschieben fixiert werden. Die Struktur kann beispielsweise über
die Führungseinrichtung mit dem Installationsschlitten verbunden sein. Die Halteeinrichtung
sichert dann mittelbar auch die Struktur. In der Draufsicht kann der Schlitten beispielsweise
eine rechteckige Form besitzen. Durch den Installationsschlitten werden Verladung,
Transport und Installation der Struktur erheblich vereinfacht. Nach einer weiteren
diesbezüglichen Ausgestaltung kann die Struktur zu ihrer Aufrichtung gemeinsam mit
dem Installationsschlitten aufgerichtet werden. Der Installationsschlitten stellt
Stabilität beim Aufrichten der Struktur zur Verfügung. Außerdem muss die Struktur
dann für das Aufrichten nicht von dem Schlitten gelöst werden, wodurch die Installation
weiter vereinfacht wird. Darüber hinaus kann die Struktur dann gemeinsam mit dem ebenfalls
aufgerichteten Installationsschlitten auf den Schienen des Wasserfahrzeugs insbesondere
vertikal nach unten gleiten, bis sie auf dem Meeresboden aufsteht. Dazu kann die Halteeinrichtung
gelöst werden, so dass der Installationsschlitten auf den Schienen nach unten gleiten
kann. Die Installation wird so weiter vereinfacht. Das Wasserfahrzeug kann eine in
horizontaler Richtung auf diesem festgelegte Plattform mit der Schieneneinrichtung
besitzen, auf der der Installationsschlitten mit der Struktur beim Transport auf See
gelagert wird. Der Schlitten kann dann gemeinsam mit der Plattform aufgerichtet werden
und gegebenenfalls auf den auf dieser vorgesehen Schienen zum Absenken der Struktur
nach unten gleiten.
[0013] Nach einer besonders praxisgemäßen Ausgestaltung kann die Aufrichteinrichtung eine
Hydraulikeinrichtung mit mindestens einer Kolbenstange und mindestens einem die Kolbenstange
betätigenden Hydraulikzylinder sein. Durch derartige Hydraulikeinrichtungen können
die zum Aufrichten der Struktur erforderlichen Kräfte in besonders einfacher und robuster
Weise bereitgestellt werden. Die Kolbenstange kann zumindest mittelbar an dem Installationsschlitten
angreifen, wobei der Installationsschlitten zum Aufrichten der Struktur durch Betätigen
der Kolbenstange gemeinsam mit der Struktur aufgerichtet und um die Schwenkachse geschwenkt
wird. Die Kolbenstange kann über ein Gelenk mit dem Installationsschlitten oder einer
ggf. vorgesehenen Plattform verbunden sein. Entsprechend kann die Kolbenstange auch
an der Plattform angreifen und auf diese Weise mittelbar an dem Installationsschlitten.
Die Führungseinrichtung kann an dem Installationsschlitten oder ggf. der Plattform
befestigt sein. Die Kolbenstange kann dann betätigt durch den Hydraulikzylinder zunächst
in horizontaler Richtung auf den Schlitten bzw. die Plattform einwirken. Durch das
Gelenk führt diese horizontale Kraft zu einer vertikalen Kraftkomponente und entsprechend
einem Aufrichten des Schlittens bzw. der Plattform und damit der Struktur. Auf der
dem Gelenk abgewandten Seite kann der Hydraulikzylinder horizontal verschiebbar auf
dem Wasserfahrzeug gelagert sein, um die Aufrichtung zu bewerkstelligen.
[0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann die Struktur um ein im Bereich der Seitenkante
des Wasserfahrzeugs angeordnetes Gelenk geschwenkt werden bzw. die Schwenkeinrichtung
ein im Bereich der Seitenkante des Wasserfahrzeugs angeordnetes Gelenk aufweisen.
Das Gelenk kann insbesondere an der Seitenkante des Fahrzeugs angeordnet sein. Es
kann an dem Installationsschlitten oder soweit vorhanden an einer Plattform vorgesehen
sein. Die Struktur ist zumindest mittelbar mit diesem Gelenk verbunden, so dass sie
beim Aufrichten um eine durch das Gelenk verlaufende, insbesondere horizontale Achse
verschenkt wird.
[0015] Das Wasserfahrzeug kann nach einer weiteren Ausgestaltung eine Abstützeinrichtung
mit höhenverstellbaren Stützbeinen aufweisen. Am Installationsort der Struktur kann
das Wasserfahrzeug dann über die Stützbeine auf dem Meeresboden abgestützt werden.
Das Fahrzeug kann z.B. mindestens vier in vertikaler Richtung nach unten verfahrbare
Stützbeine besitzen, die vor der Installation der Struktur nach unten verfahren werden,
bis sie auf dem Meeresboden aufstehen. Auf diese Weise wird das Fahrzeug während der
Installation stabilisiert und insbesondere ein Kippen des Fahrzeugs sicher verhindert.
[0016] Das erfindungsgemäße Wasserfahrzeug kann zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgebildet sein. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand von
Figuren näher erläutert. Es zeigen schematisch jeweils in einer Seitenansicht:
- Fig. 1
- eine Offshore-Struktur in einem am Land bereitgestellten Zustand,
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Wasserfahrzeug zur Installation der Offshore-Struktur auf dem
Meeresboden in einem ersten Betriebszustand,
- Fig. 3
- das Wasserfahrzeug aus Fig. 2 in einem zweiten Betriebszustand,
- Fig. 4
- das Wasserfahrzeug aus Fig. 2 in einem dritten Betriebszustand,
- Fig. 5
- das Wasserfahrzeug aus Fig. 2 in einem vierten Betriebszustand,
- Fig. 6
- das Wasserfahrzeug aus Fig. 2 in einem fünften Betriebszustand,
- Fig. 7
- das Wasserfahrzeug aus Fig. 2 in einem sechsten Betriebszustand, und
- Fig. 8
- das Wasserfahrzeug aus Fig. 2 in einem siebten Betriebszustand.
[0017] Soweit nichts anderes angegeben ist, bezeichnen in den Figuren gleiche Bezugszeichen
gleiche Gegenstände. In Fig. 1 ist eine Offshore-Struktur 10, vorliegend eine Offshore-Gründungsstruktur
10, dargestellt, die auf dem Meeresboden 57 (Fig. 5) installiert werden soll. Der
Meeresspiegel ist mit dem Bezugszeichen 14 bezeichnet. Die Struktur 10 wurde am Ufer
an Land 16 in liegender Position bereitgestellt. Sie besitzt in dem Beispiel drei
im installierten Zustand vertikale Stützbeine 18, von denen in Fig. 1 zwei zu erkennen
sind. Die Stützbeine 18 sind über eine obere und eine untere Stütz- und Spreizkonstruktion
20, 22 miteinander und mit einem Zentralrohr 24 verbunden. Die Stützbeine 18 besitzen
jeweils ein Hüllrohr 26 mit Stützfüßen 28, mit denen sie im installierten Zustand
auf dem Meeresboden aufstehen. Weiter sind bei der Struktur 10 in den Hüllrohren vormontierte
Rammpfähle 30 dargestellt, die bei auf dem Meeresboden 57 aufstehender Struktur 10
mit Rammhämmern, Vibrationsrammen oder Bohrgeräten durch die Hüllrohre 26 in den Meeresboden
57 getrieben werden, um die Struktur 10 auf dem Meeresboden 57 zu fundieren. An Land
16 ist eine Schieneneinrichtung 32 mit zwei bis zum Ufer verlaufenden parallelen Schienen
vorgesehen. Auf der Schieneneinrichtung 32 ist ein mittels Rollen auf den Schienen
32 horizontal verfahrbarer Installationsschlitten 34 eines in Fig. 1 nicht näher dargestellten
Wasserfahrzeugs angeordnet. Auf dem Installationsschlitten 34 ist die Struktur 10
über zwei als Führungseinrichtung 36 dienende Manschetten 36 befestigt. Die Manschetten
36 sind an einem der Stützbeine 18 der Struktur 10 in Längsrichtung des Stützbeins
18 versetzt zueinander angeordnet. Dabei dienen die Stütz- und Spreizkonstruktionen
20, 22 als Anschläge für die Manschetten 36.
[0018] In Fig. 2 ist ein erfindungsgemäßes Wasserfahrzeug 38 in einer ersten Betriebsposition
gezeigt. Das Wasserfahrzeug 38 besitzt einen Schwimmkörper 40, der beispielsweise
in Form einer Schwimmplattform ausgebildet sein kann. Außerdem besitzt das Wasserfahrzeug
38 in dem dargestellten Beispiel einen nicht näher gezeigten eigenen Antrieb, um auf
dem Meer verfahren zu können. Darüber hinaus weist das Wasserfahrzeug 38 vier höhenverstellbare
Stützbeine 42 als Teil einer Abstützeinrichtung auf, von denen in den Figuren zwei
zu erkennen sind. Je nach Einsatzart und -ort kann das Wasserfahrzeug 38 bis zu acht
Stützbeine aufweisen. Während des Verladevorgangs der Struktur 10 auf das Wasserfahrzeug
38 ist dieses fest über die Sützbeine 42 auf dem anstehenden Boden 12 des Hafenbeckens
gegründet.
[0019] Auf dem Wasserfahrzeug 38 ist eine zu der Schieneneinrichtung 32 an Land korrespondierende
Schieneneinrichtung 44 mit einem Schienenpaar vorgesehen. Die Schieneneinrichtung
44 ist in der in Fig. 2 dargestellten Betriebsposition mit der Schieneneinrichtung
32 an Land 16 temporär verbunden. Die Schieneneinrichtung 44 ist auf einer Installationsplattform
46 ausgebildet, die eine Aufnahme für die Struktur 10 bildet. Die Plattform 46 ist
mit einem an einer Seitenkante des Wasserfahrzeugs 38 angeordneten Gelenk 48 einer
Schwenkeinrichtung verbunden. Auf diese Weise ist die Plattform 46 um eine durch das
Gelenk 48 verlaufende horizontale Achse 50 schwenkbar. An der Plattform 46 ist ein
Bolzen 52 angeordnet, an dem eine in Fig. 2 nicht näher dargestellte Kolbenstange
einer nicht näher dargestellten Hydraulikeinrichtung gelenkig gelagert werden kann.
[0020] Ausgehend von dem in Fig. 2 dargestellten Betriebszustand wird die Struktur anschließend
mittels einer geeigneten Antriebseinrichtung, beispielsweise einem Seilzug oder ähnlichem,
mit dem Installationsschlitten 34 über die Schieneneinrichtungen 32, 44 von Land auf
das Wasserfahrzeug 38 verschoben. In Fig. 3 ist die Struktur 10 in teilweise auf das
Wasserfahrzeug 38 verschobenem Zustand gezeigt. Sobald die Struktur 10 vollständig
auf das Wasserfahrzeug 38 und insbesondere auf die Plattform 46 verschoben wurde,
wird der Installationsschlitten 34 mittels einer Halteeinrichtung 56 des Wasserfahrzeugs
38 für den Transport auf dem Wasserfahrzeug 38 an der Plattform 46 fixiert. Dadurch
wird mittelbar über die Führungseinrichtung 36 auch die Struktur 10 auf der Plattform
46 fixiert. In diesem Zustand wird die Struktur 10 von dem Wasserfahrzeug 38 zu dem
Installationsort auf See transportiert, wie dies in Fig. 4 dargestellt ist.
[0021] Nach Erreichen des Installationsorts werden die höhenverstellbaren Stützbeine 42
des Wasserfahrzeugs 38 nach unten ausgefahren, bis das Wasserfahrzeug 38 auf dem Meeresboden
57 aufsteht und so gegen Verkippen abgestützt ist. Anschließend wird die Struktur
10 wiederum mittels einer geeigneten Antriebseinrichtung gemeinsam mit dem Installationsschlitten
36 auf der Plattform 46 in Richtung zu der Kante verschoben, an der das Gelenk 48
angeordnet ist (Figur 5). Dazu wird die Halteeinrichtung 56 temporär gelöst. Anschließend
wird die Halteeinrichtung 56 wieder fixiert und mittels eines nicht näher dargestellten
Hydraulikzylinders einer Hydraulikeinrichtung die in Fig. 6 dargestellte, an dem Bolzen
52 angreifende Kolbenstange 58 betätigt, indem diese ausgefahren wird. Dadurch wird
zunächst eine horizontale Kraft auf die Plattform 46 in Richtung des Gelenks 48 ausgeübt.
Da die Plattform 46 in dieser Richtung nicht ausweichen kann, kommt es über das durch
den Bolzen 52 und die Kolbenstange 58 gebildete Gelenk sowie das Gelenk 48 zu einer
vertikal nach oben gerichteten Kraftkomponente und entsprechend einem Aufrichten der
Plattform 46, wobei ein Schwenken um die Achse 50 des Gelenks 48 erfolgt. Gemeinsam
mit der Plattform 46 richten sich dabei der Installationsschlitten 34 und die Struktur
10 auf. Der Hydraulikzylinder und mit ihm die Kolbenstange 58 verfahren dabei auf
einer auf der Oberseite des Schwimmkörpers 40 angeordneten zweiten Schieneneinrichtung
54 ebenfalls in Richtung des Gelenks 48. In Fig. 6 ist die Struktur 10 im teilweise
aufgerichteten Zustand dargestellt. Im vollständig aufgerichteten Zustand befindet
sich die Struktur 10 dann neben dem Wasserfahrzeug 38.
[0022] Nach Erreichen des vollständig aufgerichteten Zustands wird die Halteeinrichtung
56 gelöst, so dass der Installationsschlitten 34 und mit ihm die durch die Führungseinrichtung
36 gehaltene Struktur 10 vertikal nach unten absinken können, bis die Struktur 10
mit ihren Stützfüßen 28 auf dem Meeresboden 57 aufsteht. Dieser Zustand ist in Fig.
7 gezeigt. Anschließend können die Manschetten 36 der Führungseinrichtung von dem
betreffenden Stützbein 18 der Struktur 10 gelöst werden. Außerdem werden die höhenverstellbaren
Stützbeine 42 des Wasserfahrzeugs 38 wieder nach oben verfahren. Nachdem das Wasserfahrzeug
38 einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu der Struktur 10 besitzt, wird die Plattform
46 gemeinsam mit dem Installationsschlitten 34 wieder in eine horizontale Position
verschwenkt, indem der Kolben 58 auf der zweiten Schieneneinrichtung 54 zurück verfahren
wird und dabei über den Bolzen 52 die Plattform 46 in eine horizontale Position ansenkt,
wie dies in Fig. 8 gezeigt ist. Die Struktur 10 kann nun beispielsweise mittels Rammhämmern
fundiert werden, indem die Rammpfähle 30 mittels der Hämmer durch die Hüllrohre 26
hindurch in den Meeresboden 57 eingetrieben werden. Anschließend kann auf der Struktur
10 beispielsweise eine Offshore-Windenergieanlage installiert werden.
1. Verfahren zur Installation einer Offshore-Struktur auf dem Meeresboden mit einem Wasserfahrzeug,
umfassend die Schritte:
- Bereitstellen der Struktur (10) an Land,
- Positionieren der Struktur (10) in liegender Position auf dem Wasserfahrzeug (3
8),
- Transportieren der Struktur (10) auf dem Wasserfahrzeug (38) zu dem Installationsort,
- Aufrichten der Struktur (10) mittels einer Aufrichteinrichtung (58), wobei die Struktur
(10) um eine im Bereich der Seitenkante des Wasserfahrzeugs (38) befindliche Achse
(50) geschwenkt wird, so dass sich die Struktur (10) im aufgerichteten Zustand neben
dem Wasserfahrzeug (38) befindet, wobei sie in vertikaler Richtung durch eine Halteeinrichtung
(56) gehalten wird,
- Lösen der Halteeinrichtung (56) und durch eine Führungseinrichtung (36) geführtes
Absenken der Struktur (10) auf den Meeresboden (57),
- Lösen der Führungseinrichtung (36), so dass die Struktur (10) frei auf dem Meeresboden
(57) aufsteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur (10) in liegender Position auf einer Schieneneinrichtung (32) an Land
bereitgestellt wird, dass das Wasserfahrzeug (38) eine korrespondierende Schieneneinrichtung
(44) aufweist, die zur Aufnahme der Struktur (10) mit der Schieneneinrichtung (32)
an Land temporär verbunden wird, und dass die Struktur (10) mittels Rollen oder Gleitschuhen
in liegender Position von der Schieneneinrichtung (32) an Land auf die Schieneneinrichtung
(44) auf dem Wasserfahrzeug (38) verschoben wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur (10) an Land auf einem verfahrbaren Installationsschlitten (34) bereitgestellt
wird und mit dem Schlitten (34) von Land auf das Wasserfahrzeug (38) verschoben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur (10) zu ihrer Aufrichtung gemeinsam mit dem Installationsschlitten (34)
aufgerichtet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrichteinrichtung (58) eine Hydraulikeinrichtung (58) mit mindestens einer
Kolbenstange (58) und mindestens einem die Kolbenstange (58) betätigenden Hydraulikzylinder
ist.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (58) zumindest mittelbar an dem Installationsschlitten (34) angreift,
und dass zur Aufrichtung der Struktur (10) der Installationsschlitten (34) durch eine
Betätigung der Kolbenstange (58) gemeinsam mit der Struktur (10) aufgerichtet und
um die Achse (50) geschwenkt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur (10) um ein im Bereich der Seitenkante des Wasserfahrzeugs angeordnetes
Gelenk (48) geschwenkt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wasserfahrzeug (38) am Installationsort der Struktur (10) mit höhenverstellbaren
Stützbeinen (42) auf dem Meeresboden (57) abgestützt wird.
9. Wasserfahrzeug zur Installation einer Offshore-Struktur auf dem Meeresboden, umfassend:
- eine Aufnahme (46) zum Aufnehmen der Struktur (10) in liegender Position für einen
Transport zum Installationsort,
- eine Aufrichteinrichtung (58), mit der die Struktur (10) am Installationsort aufgerichtet
werden kann,
- eine Schwenkeinrichtung (48), mit der die Struktur (10) beim Aufrichten um eine
im Bereich der Seitenkante des Wasserfahrzeugs (38) befindliche Achse (50) geschwenkt
werden kann, so dass sich die Struktur (10) im aufgerichteten Zustand neben dem Wasserfahrzeug
(38) befindet,
- eine lösbare Halteeinrichtung (56), die in einem Haltezustand die Struktur (10)
im aufgerichteten Zustand in vertikaler Richtung hält, und die in einem gelösten Zustand
die Struktur (10) zum Absenken auf den Meeresboden (57) freigibt, und
- eine lösbare Führungseinrichtung (36), mit der die Struktur (10) im gelösten Zustand
der Halteeinrichtung (56) bei einem Absenken auf den Meeresboden (57) geführt werden
kann.
10. Wasserfahrzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Wasserfahrzeug (38) eine Schieneneinrichtung (44) aufweist, die zur Aufnahme
der Struktur (10) mit einer korsrespondierenden Schieneneinrichtung (32) an Land temporär
verbunden werden kann, so dass die Struktur (10) mittels Rollen oder Gleitschuhen
in liegender Position von der Schieneneinrichtung (32) an Land auf die Schieneneinrichtung
(44) auf dem Wasserfahrzeug (38) verschoben werden kann.
11. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass es einen verfahrbaren Installationsschlitten (34) aufweist, mit dem die Struktur
(10) von Land auf das Wasserfahrzeug (38) verschoben werden kann.
12. Wasserfahrzeug nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrichteinrichtung (58) dazu ausgebildet ist, die Struktur (10) zu ihrer Aufrichtung
gemeinsam mit dem Installationsschlitten (34) aufzurichten.
13. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrichteinrichtung (58) eine Hydraulikeinrichtung (58) mit mindestens einer
Kolbenstange (58) und mindestens einem die Kolbenstange (58) betätigenden Hydraulikzylinder
ist.
14. Wasserfahrzeug nach den Ansprüchen 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (58) zumindest mittelbar an dem Installationsschlitten (34) angreift,
und dass zur Aufrichtung der Struktur (10) der Installationsschlitten (34) durch eine
Betätigung der Kolbenstange (58) gemeinsam mit der Struktur (10) aufgerichtet und
um die Achse (50) geschwenkt werden kann.
15. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkeinrichtung (48) ein im Bereich der Seitenkante des Wasserfahrzeugs (38)
angeordnetes Gelenk (48) aufweist.
16. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Wasserfahrzeug (38) eine Abstützeinrichtung mit höhenverstellbaren Stützbeinen
(42) aufweist, mit denen es am Installationsort der Struktur (10) auf dem Meeresboden
(57) abstützbar ist.