[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Verschluss für einen Koffer mit einer Grundplatte
und einem Bedienungselement, welches schwenkbar an der Grundplatte gelagert ist und
ein schwenkbar gelagertes Schließteil zum Übergreifen eines Gegenschließteils aufweist,
und mit einem Schloss mit Riegel, wobei das Bedienungselement in Schließstellung verriegelbar
ist.
[0002] Ein derartiger Verschluss ist durch die AS 1 022 495 bekannt. Es handelt sich hierbei
um ein Spannhebelschloss mit einem Spannhebel. Die Grundplatte weist eine Feder auf,
damit der Spannhebel in Richtung der Schließstellung oder der Offenstellung beeinflusst
wird. In der Grundplatte ist ein Schloss vorgesehen, um den Spannhebel in Schließstellung
zu verriegeln. Wird der Spannhebel nicht über das Schloss verriegelt, dann besteht
nachteiligerweise die Möglichkeit, dass der Spannhebel und damit der Verschluss unabsichtlich
geöffnet wird.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung wird somit darin gesehen, den Verschluss der eingangs genannten
Art derart weiterzuentwickeln, dass der Verschluss in Schließstellung zuverlässig
gesichert ist und nicht unabsichtlich durch Personen oder Kontakt mit Gegenständen
geöffnet werden kann. Weiterhin soll der Verschluss auch bei starker Beanspruchung
widerstandsfähig sein.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei einem Verschluss gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass im Verlauf der Schwenkbewegung des Bedienungselementes
in die Schließstellung eine Verrasteinheit das Bedienungselement mit der Grundplatte
verrastet und durch Drehen des Schlosses, welches in dem Bedienungselement angeordnet
ist, die Verrasteinheit in der Verraststellung verriegelbar ist.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Verschluss wird beim Herabschwenken des Bedienungselementes
auf die Grundplatte eine Verrasteinheit tätig, welche in Schließstellung das Bedienungselement
mit der Grundplatte fest und sicher verrastet. Ein unabsichtliches Lösen der Grundplatte
aus der Verraststellung ist nicht möglich und kann nur von Hand über ein bestimmtes
Betätigungsglied erfolgen. Zusätzlich kann die Verrasteinheit durch Drehen des Schlosses
in der Schließstellung verriegelt werden. Der Verschluss ist nicht auf das Anbringen
auf einen Koffer beschränkt, sondern kann an jede Art von zweiteiligen Behältern oder
Gegenständen angebracht werden.
[0006] Eine zuverlässige und stabile Verrasteinheit wird bei einer Ausführungsform der Erfindung
dadurch erreicht, dass die Verrasteinheit aus einem an der Grundplatte verschiebbar
angeordneten und federbelasteten Rastelement und einer an dem Bedienungselement angeordneten
Rastnase besteht, wobei im Verlauf der Schwenkbewegung das Rastelement in das Bedienungselement
eingreift und die Rastnase hintergreift.
[0007] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Rastelement plattenförmig oder
rahmenförmig mit seitlichen Rasthaken ausgebildet ist, welche in Seitenwangen der
Grundplatte verlaufen und seitlich herausragen und in Schließstellung die Rastnasen
hintergreifen.
[0008] Damit einerseits das Rastelement sicher in der Grundplatte gehalten wird und andererseits
konstruktiv möglichst wenig Bauelemente verwendet werden, sieht eine weitere Ausführungsform
der Erfindung vor, dass das Rastelement einen Anschlag zur Begrenzung der Verschiebebewegung
unter Federbelastung aufweist, welcher in Schließstellung durch den Riegel des abgeschlossenen
Schlosses blockiert ist. Der Verschluss soll auch unter schwierigen Bedingungen funktionstüchtig
und robust sein. Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht deshalb vor, dass
das Bedienungselement im Querschnitt U-förmig mit U-Schenkeln ausgebildet ist, welche
in Schließstellung die Grundplatte übergreifen, wobei beide U-Schenkel je eine zur
Grundplatte hin offene Ausnehmung zur Aufnahme eines Rasthakens des Rastelementes
aufweisen. Damit bei einem möglichen Spiel der Grundplatte gegenüber dem Bedienungselement
die Verrasteinheit sicher funktioniert, sieht eine Weiterbildung der Erfindung vor,
dass jede Ausnehmung eine Auflaufschräge für den Rasthaken des Rastelementes aufweist.
Der Herstellungsprozess des Verschlusses soll möglichst einfach und kostengünstig
sein. Eine Weiterbildung der Erfindung sieht deshalb vor, dass jede Rastnase durch
einen in Schließstellung parallel zur Grundplatte verlaufenden Schlitz in dem U-Schenkel
gebildet ist, welcher mit seinem offenen Ende in die Ausnehmung übergeht. Zum Öffnen
des Rastelementes gegen den Federdruck und damit zur Freigabe des Bedienungselementes
ist vorteilhafterweise ein Betätigungsglied an dem Rastelement vorgesehen. Als Schließteile
und entsprechende Gegenschließteile sind unterschiedliche Formen denkbar. Zweckmäßigerweise
ist das Schließteil als Schließhaken mit zwei im Abstand angeordneten und starr verbundenen
Hakennasen ausgebildet und das Gegenschließteil ist als Zylinder ausgebildet.
[0009] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung erläutert. Die Zeichnung zeigt
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Hierbei stellen dar:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht in einer Offenstellung,
Fig. 2 einen Längsschnitt gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht in einer Schließstellung und
Fig. 4 einen Längsschnitt gemäß Fig. 3.
[0010] Der erfindungsgemäße Verschluss weist eine Grundplatte 1 und eine Bedienungselement
2 auf, welches an einer Schwenkachse 3 schwenkbar an der Grundplatte 1 gelagert ist.
An dem Bedienungselement 2 ist an einer zweiten Schwenkachse 4 ein Schließteil 5 zum
Übergreifen eines Gegenschließteils 6 gelagert. Weiterhin ist etwa mittig in der Grundplatte
2 ein Schloss 7 mit einem Riegel 8 angeordnet. Der Verschluss weist eine Verrasteinheit
9 auf, welche aus einem Rastelement 10 und einer Rastnase 11 besteht. Das Rastelement
10 weist einen Rahmen 12 mit einer Innenöffnung 13 auf, durch welche das untere Ende
des Schlosses 7 in Schließstellung hindurchgreift. An jeder Seite des Rahmens 12 sind
einstückig mit dem Rahmen 12 ausgebildete Rasthaken 14 vorgesehen. Jeder Rasthaken
14 hat eine etwa quaderförmige Form. Jeder Rasthaken 14 verläuft in einem Schlitz
15, welcher in einer hochgebogenen Seitenwange 16 der Grundplatte 1 vorgesehen ist.
Der Schlitz 15 verläuft parallel zur Längserstreckung der Grundplatte 1. Zum Einführen
des Rasthakens 14 in den Schlitz 15 beim Zusammenbau des Verschlusses ist ein weiterer
Schlitz 17 in der Seitenwange 16 vorgesehen, welcher zum Bedienungselement 2 hin offen
ist und senkrecht zu dem Schlitz 15 verläuft. Der Schlitz 17 ist etwas breiter als
der Rasthaken 14. Die der Seitenwange 16 gegenüberliegende Seitenwange 18 ist identisch
ausgebildet. Auch hier verläuft der Rasthaken 14 in dem Schlitz 15, was in Fig. 1
nicht erkennbar ist. Das Rastelement 10 steht unter dem Druck einer Feder 19, welche
über einen Vorsprung 20 des Rahmens 12 geschoben ist. Der Vorsprung 20 ist einstückig
mit dem Rahmen 12 ausgebildet und ist mittig an einer zum Gegenschließteil 6 hinweisenden
Stirnseite 21 des Rahmens 12 angeordnet und ist in einer Stirnfläche 22 der Grundplatte
1 gelagert. Die Stirnfläche 22 ist einstückig mit der Grundplatte 1 ausgebildet und
um 90° gegenüber der Grundplatte 1 hochgebogen. Die Feder 19 stützt sich einerseits
an der Stirnfläche 22 und andererseits an der Stirnseite 21 des Rahmens 12 ab. Gegen
die Kraft der Feder 19 ist das Rastelement 10 zusammen mit den Rasthaken 14 durch
ein Betätigungsglied 23 verschiebbar, welches ebenfalls einstückig mit dem Rastelement
10 ausgebildet ist. Das Betätigungsglied 23 greift durch eine Öffnung 24 in einer
vorderen Stirnseite 25 hindurch, welche einstückig mit der Grundplatte 1 ausgebildet
ist und gegenüber der Grundplatte 1 um 90° hochgebogen ist. Zur Begrenzung der Verschiebebewegung
des Rastelementes 10 unter Federbelastung weist das Rastelement 10 einen Anschlag
26 auf, welcher an einer dem Betätigungsglied 23 gegenüberliegenden Rückseite der
vorderen Stirnseite 25 anliegt. Der Anschlag 26 verläuft senkrecht zum Rahmen 12 und
ist als Zylinder ausgebildet.
[0011] Das Bedienungselement 2 ist im Querschnitt U-förmig ausgebildet und weist zwei U-Schenkel
27 auf. Jeder U-Schenkel 27 weist eine in Schließstellung zur Grundplatte 1 hin offene
Ausnehmung 28 zur Aufnahme des Rasthakens 14 im Verlauf der Schwenkbewegung des Bedienungselementes
2 in die Schließstellung auf. An jeder Ausnehmung 28 sind Auflaufschrägen 29 für den
Rasthaken 14 vorgesehen, so dass bei einem Spiel der Grundplatte 1 gegenüber dem Bedienungselement
2 der Rasthaken 14 sicher in die Aufnehmung 28 gelangen kann. Senkrecht zur Aufnehmung
28 verläuft ein Schlitz 30, welcher parallel zum Bedienungselement 2 verläuft und
mit seinem offenen Ende in die Ausnehmung 28 übergeht. Durch den Schlitz 30 und die
mit den Auflaufschrägen 29 versehene Ausnehmung 28 wird die Rastnase 11 gebildet.
[0012] Das Schließteil 5 ist als Schließhaken ausgebildet und weist zwei im Abstand angeordnete
und über eine Platte 31 starr verbundene Hakennasen 32 auf. Die Hakennasen 32 sind
an einem oberen Ende von Seitenwänden 33 vorgesehen, welche einstückig mit der Platte
31 ausgebildet sind und senkrecht zur Platte 31 hochgebogen sind. Die Hakennasen 32
übergreifen in Schließstellung das Gegenschließteil 6, welches als Zylinder ausgebildet
ist. Der Zylinder ist innerhalb eines Befestigungsrahmens 34 angeordnet, welcher an
einer Seitenwand des Kofferdeckels befestigt ist. Damit das Gegenschließteil 6 in
Schließstellung durch den Schließdruck nicht verschoben wird, ist das Gegenschließteil
6 in einem formschlüssigen Stützelement 35 gelagert. Das Stützelement 35 weist eine
halbkreisförmige Ausnehmung für das als Zylinder ausgebildete Gegenschließteil 6 auf
und ist starr mit der Grundplatte 1 verbunden. An jeder Seite der Grundplatte 1 ist
ein derartiges Stützelement 35 vorgesehen.
[0013] Die Grundplatte 1 ist an einer Seitenwand eines Kofferbodens befestigt und der Befestigungsrahmen
34 für das Gegenschließteil 6 ist an der entsprechenden Seitenwand des Kofferdeckels
befestigt. In Offenstellung steht das Bedienungselement 2 senkrecht zur Grundplatte
1 und das verschwenkbare Schließteil 5 ragt über das Gegenschließteil 6. Im Verlauf
der Schwenkbewegung des Bedienungselementes 2 in die Schließstellung übergreift die
Hakennase 32 das Gegenschließteil 6 und wird immer mehr parallel zu dem Bedienungselement
2 bzw. der Grundplatte 1 hingezogen. Vor Erreichen der Schließstellung greift der
Rasthaken 14 des Rastelementes 10 in die Ausnehmung 28 ein, dabei übergreifen die
beiden U-Schenkel 27 des Bedienungselementes 2 die Seitenwangen 16, 18 der Grundplatte
1. Im Verlauf der weiteren Schwenkbewegung laufen die Rasthaken 14 gegen den Druck
der Feder 19 auf den Auflaufschrägen 29 auf und hin zu dem Schlitz 30. Sobald die
Rastnasen 14 den Schlitz 30 erreicht haben, bewegen sie sich unter dem Druck der Feder
19 in den Schlitz 30 bis zu seinem Ende. Durch die im Winkel zwischen dem Schlitz
30 und der Ausnehmung 28 gebildeten Rastnase 11 sind die Rasthaken 14 sicher verrastet.
Der Verschluss kann nun nicht mehr unabsichtlich geöffnet werden. Zum Öffnen des Verschlusses
muss das Betätigungsglied 23 gegen den Druck der Feder 19 geschoben werden, wodurch
die Rasthaken 14 von der Rastnase 11 wieder freigegeben werden. Das Bedienungselement
2 kann nun wieder hochgeschwenkt werden. Das Bedienungselement 2 ist an seinem dem
Betätigungsglied 23 zugeordneten Ende länger ausgebildet und überragt das Betätigungsglied
23. Hierdurch ist das Betätigungsglied 23 geschützt und kann nur durch ein absichtliches
Untergreifen des Bedienungselementes 2 geöffnet werden. Durch Drehen des Schlosses
7 in der Schließstellung des Verschlusses gelangt der Riegel 8 vor den Anschlag 26
und blockiert diesen und damit die durch das Betätigungsglied 23 einleitbare Öffnungsbewegung,
wodurch die Verrasteinheit 9 in der Verraststellung verriegelt ist. Bei abgeschlossenem
Schloss 7 kann somit das Betätigungsglied 23 nicht mehr betätigt werden und damit
das Schloss 7 nicht mehr geöffnet werden.
1. Verschluss für einen Koffer mit einer Grundplatte (1) und einem Bedienungselement
(2), welches schwenkbar an der Grundplatte (1) gelagert ist und ein schwenkbar gelagertes
Schließteil (5) zum Übergreifen eines Gegenschließteils (6) aufweist, und mit einem
Schloss (7) mit Riegel (8), wobei das Bedienungselement (2) in Schließstellung verriegelbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Verlauf der Schwenkbewegung des Bedienungselementes (2) in die Schließstellung
eine Verrasteinheit (9) das Bedienungselement (2) mit der Grundplatte (1) verrastet
und durch Drehen des Schlosses (7), welches an dem Bedienungselement (2) angeordnet
ist, die Verrasteinheit (9) in der Verraststellung verriegelbar ist.
2. Verschluss nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verrasteinheit (9) aus einem an der Grundplatte (1) verschiebbar angeordneten
und federbelasteten Rastelement (10) und einer an dem Bedienungselement (2) angeordneten
Rastnase (11) besteht, wobei im Verlauf der Schwenkbewegung das Rastelement (10) in
das Bedienungselement (2) eingreift und die Rastnase (11) hintergreift.
3. Verschluss nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rastelement (10) plattenförmig oder rahmenförmig mit seitlichen Rasthaken (14)
ausgebildet ist, welche in Seitenwangen (16, 18) der Grundplatte (1) verlaufen und
seitlich herausragen und in Schließstellung die Rastnasen (11) hintergreifen.
4. Verschluss nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rastelement (10) einen Anschlag (26) zur Begrenzung der Verschiebebewegung unter
Federbelastung aufweist, welcher in Schließstellung durch den Riegel (8) des abgeschlossenen
Schlosses (7) blockiert ist.
5. Verschluss nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bedienungselement (2) im Querschnitt U-förmig mit U-Schenkeln (27) ausgebildet
ist, welche in Schließstellung die Grundplatte (1) übergreifen, wobei beide U-Schenkel
(27) je eine zur Grundplatte (1) hin offene Ausnehmung (28) zur Aufnahme eines Rasthakens
(14) des Rastelementes (10) aufweisen.
6. Verschluss nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Ausnehmung (28) eine Auflaufschräge (29) für den Rasthaken (14) des Rastelementes
(10) aufweist.
7. Verschluss nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Rastnase (11) durch einen in Schließstellung parallel zur Grundplatte (1) verlaufenden
Schlitz (30) in dem U-Schenkel (27) gebildet ist, welcher mit seinem offenen Ende
in die Ausnehmung (28) übergeht.
8. Verschluss nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rastelement (10) ein Betätigungsglied (23) zum Öffnen der Verraststellung gegen
den Federdruck aufweist.
9. Verschluss nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Schließteil (5) als Schließhaken mit zwei im Abstand angeordneten und starr verbundenen
Hakennasen (32) ausgebildet ist.
10. Verschluss nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gegenschließteil (6) als Zylinder ausgebildet ist.