[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das Steuern der Schließfolge von zweiflügeligen
Schwenktüren mittels eines Gleitschienenschließers, wobei der eine Türflügel ein unterschlagender,
so genannter Standflügel ist und der zweite Flügel ein überschlagender, so genannter
Gangflügel.
[0002] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist insbesondere für solche Türen, welche einen
Sicherheitsanspruch zu erfüllen haben, insbesondere für Feuerschutztüren mit so genannter
Panik- und Fluchtfunktion, vorteilhaft anwendbar.
[0003] Feuerschutztüren müssen über eine bestimmte, laut jeweiliger Norm festgelegte Dauer,
das Übergreifen eines Brandes vom Raum auf der einen Seite auf den Raum auf der anderen
Seite der Tür verhindern. Das können sie natürlich nur, wenn sie ordnungsgemäß geschlossen
sind. Auf Grund von Falzen, welche einen Vorsprung eines Türflügels vor einen anderen
Türflügel darstellen, ist es für das ordnungsgemäße Verschließen einer zweiflügeligen
Feuerschutztür erforderlich, dass die Flügel in der richtigen Reihenfolge geschlossen
werden. Das ist dann der Fall, wenn vom offenen Zustand aus zuerst der Standflügel
in die geschlossene Stellung gebracht wird und erst dann der Gangflügel. Damit das
auch im Brandfall sicher so statt findet, sind die Flügel nicht nur mit einem Antrieb
versehen, welcher selbsttätig die Türflügel in Schließstellung bewegt, sondern auch
mit einer Vorrichtung für das Steuern der Schließfolge. Diese Vorrichtung soll bewirken,
dass die beiden Türflügel automatisch in der richtigen Reihenfolge geschlossen werden.
[0004] Wenn bei geöffnetem Standflügel der ebenfalls geöffnete Gangflügel, beispielsweise
angetrieben durch eine Feder, eine dem Standflügel vorauseilende Schließbewegung ausführt,
so wird diese Schließbewegung durch die Wirkung der Vorrichtung für das Steuern der
Schließfolge bei einem bestimmten Öffnungswinkel so lange gestoppt, bis der Standflügel
in seiner Schließbewegung dem Gangflügel genügend weit voraus eilt, sodass damit die
richtige Schließfolge sicher gewährleistet ist.
[0005] Bei Gleitschienentürschließern ragt ein Schwenkarm von einem Türflügel zu einem Gleitstein,
welcher in einer am oberen Rahmenteil des Türstocks angeordneten Gleitschiene längsbeweglich
gelagert ist. Bei geschlossenem Türflügel liegt dabei jenes Ende des Schwenkarms,
welches am Türflügel befestigt ist, näher an der Schwenkachse des Türflügels als jenes
Ende des Schwenkarms, welches mit dem Gleitstein verbunden ist. Während des überwiegenden
Teils der schließenden Schwenkbewegung des Türflügels, gleitet der Gleitstein in der
Gleitschiene von der Drehachse des Türflügels weg.
[0006] Die
DE 33 36 739 C2 zeigt eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art. Der Gleitstein für den Standflügel
und der Gleitstein für den Gangflügel sind in einer gemeinsamen Gleitschiene geführt.
Für das oben beschriebene Steuern der Schließfolge der beiden Türflügel wird die wechselseitig
zwangsweise mit deren Bewegung verbundene Bewegung der den beiden Türflügeln zugeordneten
Gleitsteine herangezogen. Wenn der Standflügel über einen gewissen Mindestöffnungswinkel
hinaus geöffnet ist, wird eine allfällige Schließbewegung des Gangflügels bei einem
gewissen Öffnungswinkel gestoppt, indem der mit dem Standflügel über einen Schwenkarm
verbundene Gleitstein gegen Bewegung in der Gleitschiene von der Drehachse des Standflügels
weg durch einen Haltemechanismus blockiert wird. Die Blockadewirkung des Haltemechanismus
wird erst durch Schließen des Standflügels aufgehoben, indem ein vom Gleitstein des
Standflügels aus in Richtung auf den Haltemechanismus des Gangflügels ragender Teil
durch die Bewegung des Gleitsteines des Standflügels mit besagtem Haltemechanismus
in Kontakt kommt und dabei die Blockadewirkung löst.
[0007] Damit diese Schließfolgeregelung funktioniert ist es wichtig, dass bei einem Öffnen
des Standflügels der Gangflügel über die besagte Wartestellung, also über einen gewissen
Mindestöffnungswinkel hinaus, geöffnet wird. Weiters ist wichtig, dass dann, wenn
bei sich schließendem Standflügel und schon aus der Blockade befreitem Gangflügel,
die Schließbewegung des Gangflügels jene des Standflügels nicht vorzeitig einholen
kann.
[0008] All das ist dann leicht einstellbar, wenn die Wartestellung des Gangflügels bei einem
sehr großen Öffnungswinkel liegt und wenn gewährleistet werden kann, dass der Gangflügel
bei einer Öffnungsbewegung des Standflügels zumindest bis zu dieser Stellung zwangsweise
mit geöffnet wird. Dieses Mitöffnen erfolgt durch Mitnehmer wie beispielsweise in
der
AT 403 400 B und in der
DE 10 200 403 1937 A1 beschrieben. Als nachteilig hat sich herausgestellt, dass der für die ordnungsgemäße
Funktion der Schließfolgeregelung erforderliche Mindestöffnungswinkel des Gangflügels
so groß ist, dass dafür zwangsweise optisch sehr störend große Mitnehmer erforderlich
sind. Damit wird ein wesentlicher Vorteil von Gleitschienentürschließern, nämlich
ihre optisch Unaufdringlichkeit, konterkariert.
[0009] Die Ursache für die störend großen Mindestöffnungswinkel liegt darin, dass aus geometrischen
Gründen die mit den Gleitsteinen verbundenen Enden der Schwenkarme im letzten Teil
der Schließbewegung der Türflügel kaum mehr von der Schwenkachse des betreffenden
Türflügels weg bewegt werden, oftmals sogar darauf zu. Für das Halten des Gangflügels
in der Warteposition und für das definierte Auslösen des Gangflügels aus dieser Position
ist es aber erforderlich, das die mit den jeweiligen Türflügelpositionen zwangsweise
verbundenen Gleitsteinpositionen in einem solchen Bewegungsbereich der Gleitsteine
liegen, bei dem diese während einer Schließbewegung ihres Türflügels eine deutliche
Bewegungskomponente von der Drehachse ihres Türflügels weg aufweisen.
[0010] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, die bekannten, auf Gleitschienenschließern
basierenden Vorrichtungen für das Steuern der Schließfolge von zweiflügeligen Schwenktüren
dahingehend zu verbessern, dass beim Öffnen des Standflügels mit einem kleineren Mindestöffnungswinkel
des Gangflügels das Auslangen gefunden werden kann.
[0011] Zum Lösen der Aufgabe wird vorgesehen,
- den Teil, dessen Bewegung in der Gleitschiene zwecks Stoppen der Schließbewegung des
Gangflügels an einer bestimmten Stelle blockiert wird, nicht einteilig mit jenem Gleitstein
auszuführen, welcher über einen Schwenkhebel mit dem Gangflügel verbunden ist, sondern
als separaten, relativ zu diesem Gleitstein beweglichen "Halteteil" auszuführen und/oder
- den durch die Schließbewegung des Standflügels bewegten Teil, durch welchen beim Schließen
die Blockade des Gangflügels wieder aufgehoben wird, nicht einteilig mit jenem Gleitstein
auszuführen, welcher über einen Schwenkhebel mit dem Standflügel verbunden ist, sondern
als separaten, relativ zu diesem Gleitstein beweglichen "Löseteil" auszuführen, wobei
- mechanische Übersetzunegsmittel vorgesehen sind, durch welche Halteteil bzw. Löseteil
bei der Schließbewegung des zu ihnen gehörenden Türflügels relativ zu dem zu diesem
Türflügel zugeordneten Gleitstein, parallel zur Ausrichtung der Gleitschiene in Richtung
von der Drehachse des betreffenden Türflügels weg, bewegt werden.
[0012] Die Erfindung wird an Hand von skizzenhaften Zeichnungen zu unterschiedlichen Ausführungsprinzipien
veranschaulicht. Die Zeichnungen sind nicht als Einschränkung zu verstehen.
- Fig. 1:
- zeigt an Hand eines Diagramms und einer Geometrieskizze die Bewegung eines gleitschienenseitigen
Endes eines Schwenkarms in Abhängigkeit vom Öffnungswinkel eines Türflügels. Diese
Darstellung ist sowohl für Bauweisen entsprechend dem Stand der Technik, als auch
für Bauweisen entsprechend der Erfindung gültig.
- Fig. 2:
- zeigt mit Blickrichtung von unten eine erste Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen
Anordnung aus einem Gleitstein und einem relativ zum Gleitstein durch Bewegung des
mit dem Gleitstein verbundenen Schwenkarms zwangsweise beweglichen Teil.
- Fig. 3:
- zeigt in perspektivischer Ansicht eine zweite Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen
Anordnung aus einem Gleitstein und einem relativ zum Gleitstein durch Bewegung des
mit dem Gleitstein verbundenen Schwenkarms zwangsweise beweglichen Teil.
- Fig. 4:
- zeigt in perspektivischer Ansicht die Teile von Fig. 3 in einer geänderten Relativstellung
zueinander und aus einer leicht geänderten Blickrichtung
- Fig. 5:
- zeigt mit Blickrichtung von unten in einer Teilschnittansicht eine dritte Ausführungsvariante
einer erfindungsgemäßen Anordnung aus einem Gleitstein und einem relativ zum Gleitstein
durch Bewegung des mit dem Gleitstein verbundenen Schwenkarms zwangsweise beweglichen
Teil.
- Fig. 6:
- zeigt mit Blickrichtung von unten eine vierte Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen
Anordnung aus einem Gleitstein und einem relativ zum Gleitstein durch Bewegung des
mit dem Gleitstein verbundenen Schwenkarms zwangsweise beweglichen Teil.
[0013] Der obere Teil von Fig. 1 ist eine Teilschnittansicht von oben auf einen um eine
Achse 11 schwenkbaren Türflügel 1, von dessen oberer Stirnfläche aus ein Schwenkarm
2 zu einem Gleitstein 3 in einer Gleitschiene 4 ragt, welche horizontal, parallel
zur Ebene der geschlossenen Tür ausgerichtet ist. Aus Sichtbarkeitsgründen ist von
der Gleitschiene 4 in Fig. 1 nur deren Lage strichliert angedeutet.
[0014] Der untere Teil von Fig. 1 ist ein Diagramm, welches die Verschiebung s des Gleitsteines
3 relativ zu seiner Lage bei geschlossenem Türflügel 1, in Abhängigkeit vom Öffnungswinkel
eines Türflügels 1 zeigt. Positive Verschiebung bedeutet dabei vergrößerte Entfernung
des Gleitsteines zur Drehachse 11 des Türflügels.
[0015] Man kann erkennen, dass bei den dargestellten Geometrieverhältnissen der Gleitstein
3 bei der Schließbewegung des Türflügels nur so lange in Richtung auf die Drehachse
11 zu verschoben wird, so lange der Öffnungswinkel des Türflügels mehr als etwa 15°
beträgt. Bei kleinerem Öffnungswinkel wird der Gleitstein 3 von der Drehachse 11 weg
verschoben.
[0016] Unabhängig davon, ob es sich beim Flügel 1 um einen Gangflügel oder um einen Standflügel
handelt, kann gemäß dem Stand der Technik nur jener Schwenkwinkelbereich des Türflügels
1 für die Steuerung der Schließfolge verwendet werden, welcher über jenem Totpunktwinkel
liegt, bei welchem sich bei gleichförmiger Winkelbewegung des Türflügels die lineare
Bewegungsrichtung des zugehörigen Gleitsteines umkehrt. Gemäß der Erfindung hingegen,
wird der zulässige Schwenkwinkelbereich nach unten hin erweitert, da nicht die unmittelbare
Bewegung des Gleitsteins für die Steuerung der Schließfolge verwendet wird, sondern
die Bewegung eines relativ dazu bewegten separaten Teils, welcher im relevanten Teil
der Schließbewegung des Türflügels, welchem er zugeordnet ist, durch einen Übersetzungsmechanismus
zwangsweise stärker als der Gleitstein parallel zur Ausrichtung der Gleitschiene von
der Drehachse des Türflügels weg bewegt wird.
[0017] Das Zusammenwirken dieses separaten, zu einem Türflügel gehörenden Teils mit einem
Teil des anderen Türflügels zwecks Steuerung der Schließfolge durch Blockieren bzw.
Zulassen einer Bewegung kann beispielsweise gemäß den aus dem Stand der Technik bekannten
Mitteln für das Zusammenwirken der zwei jeweils einem anderen Türflügel zugeordneten
Gleitsteine erfolgen und ist deshalb hier nicht Teil tieferer Erörterungen. Bei der
üblichsten Funktionsweise dafür ist ein Sperrenteil ortsfest in die Gleitschiene eingesetzt,
an welchem die Bewegung des dem Gangflügel zugeordneten Teiles (Gleitsteines) bei
deutlich geöffnetem Standflügel von der Drehachse des Gangflügels weg, so lange blockiert
wird, bis durch einen vom Standflügel aus bei dessen Schließbewegung von dessen Drehachse
weg bewegten Teil (Gleitstein), welcher bei seiner Bewegung üblicherweise über einen
Verbindungsstab mit dem Sperrenteil und/oder dem am Sperrenteil gehaltenen, dem Standflügel
zugeordneten Teil in Kontakt kommt, die Blockade aufgehoben wird.
[0018] Bei dem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel von Fig. 2 ist ein Gleitstein 23.1
in der Gleitschiene 4 linear beweglich geführt und an der durch strichpunktierte Linien
gekennzeichneten Achse schwenkbar mit dem Schwenkarm 22 verbunden. Ein zweiter Teil
23.3, welcher entweder Halteteil (eines Standflügels) oder Löseteil (eines Gangflügels)
ist, ist an der, der Schwenkachse des Türflügels abgelegenen Seite des Gleitsteins
ebenfalls linear verschiebbar in der Gleitschiene 4 angeordnet. Der Schwenkarm 22
ragt mit einem Endbereich über den Drehpunkt am Gleitstein 23.1 hinaus und kommt gegen
Ende seiner beim Schließen des zugehörigen Türflügels stattfindenden Drehung mit diesem
Endbereich an einer Fläche eines Teils 23.2 des Halte- bzw. Löseteiles 23.3 in Berührung
und gleitet an dieser Fläche entlang. Da der radiale Abstand besagter Fläche am Teil
23.2 zur Drehachse des Schwenkarms am Gleitstein 23.1 mit der Drehrichtung des besagten
Endbereiches des Schwenkarms 22 abnimmt, wird der Halte- bzw. Löseteil 23.3 durch
den Endbereich des Schwenkarms 22 vom Gleitstein 23.1 weg gedrückt. Es ist vorteilhaft,
die Fläche am Teil 23.2 bezüglich der Drehachse des Schwenkarms am Gleitstein 23.1
als logarithmische (gleichwinkelige) Spirale auszubilden, da dann eine gleichmäßige
Übersetzung von der Winkeldrehung des Schwenkarms in eine relative Linearbewegung
zwischen Gleitstein 23.1 und Halte- bzw. Löseteil 23.3 stattfindet.
[0019] Über eine Stange 5 kann der Halte- bzw. Löseteil 23.3 in gleicher Weise wie ein Gleitstein
gemäß dem Stand der Technik zwecks Regelung der Schließfolge mit weiteren Teilen zusammenwirken.
[0020] Bei dem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel von Fig. 3 und Fig. 4 ist der Gleitstein
33.1 an der durch eine strichpunktierte Linie gekennzeichneten Achse schwenkbar mit
dem Schwenkarm 32 verbunden. Ein Halte- bzw. Löseteil 33.3 ist an der, der Schwenkachse
des Türflügels abgelegenen Seite des Gleitsteines 33.1 ebenfalls linear verschiebbar
in der Gleitschiene 4 angeordnet. Der Schwenkarm 32 ragt mit einem Endbereich 32.1
über den Drehpunkt am Gleitstein 33.1 hinaus und kommt gegen Ende seiner beim Schließen
des zugehörigen Türflügels stattfindenden Drehung mit einer schiefen Ebene 33.4 eines
Übersetzungsteiles 33.2 in Eingriff. Der Übersetzungsteil 33.2 liegt zwischen dem
Gleitstein 33.1 und dem Halte- bzw. Löseteil 33.3 und liegt an einem zweiten Übersetzungsteil
33.11 ebenfalls über eine schiefe Ebene 33.5 an. Der zweite Übersetzungsteil 33.11
könnte auch einstückig mit dem Gleitstein 33.1 ausgebildet sein. Durch Druck des Endbereiches
32.1 des Schwenkarms 32 während des letzten Teils der Schließbewegung des zugehörigen
Türflügels wird der Übersetzungsteil 33.2 normal zur Schwenkebene des Schwenkarms
32 gegen die zweite schiefe Ebene 33.5 verschoben. An dieser gleitet er ab, wodurch
er eine zur Gleitschiene 4 parallel verlaufende Bewegungskomponente erhält, durch
welche er den Halte- bzw. Löseteil 33.3 vom Gleitstein 33.1 weg verschiebt. Der Halte-
bzw. Löseteil 33.3 wirkt wiederum wie der zum vorigen Beispiel beschriebene Halte-
bzw. Löseteil 23.3 zwecks Steuerung der Schließfolge mit dem Gleitstein bzw. Halte-
bzw. Löseteil des zweiten Türflügels zusammen.
[0021] Durch die Anwendung von zwei in unterschiedlichen Richtungen wirkenden schiefen Ebenen
gemäß Fig. 3 und Fig. 4 anstatt nur einer schiefen Ebene gemäß Fig. 2, kann ein größeres
Übersetzungsverhältnis des Weges erreicht werden, ohne dass es durch Reibung zu einer
Selbsthemmung kommt und man kann günstigere Kräfteverhältnisse in den an der Übersetzung
beteiligten Teilen erreichen.
[0022] Die Ausführungsbeispiele gemäß Fig. 2 bis Fig. 4 sind vorteilhaft vor allem zur gangflügelseitigen
Anwendung, also zur Bewegung eines Halteteiles geeignet, da dabei über die an der
Übersetzung beteiligten Teile während der an einer schiefen Ebenen stattfindenden
Relativverschiebung nach außen hin keine Arbeit geleistet werden muss und damit (theoretisch)
keine äußere Kraft überwunden werden muss, sondern nur bei gestoppter Relativbewegung
zwischen den einzelnen Teilen eine Kraft übertragen zu werden braucht.
[0023] Bei der Anordnung von Fig. 5 ist ein Übersetzungsteil 43.2 mit dem Schwenkarm 42
in Eingriff und selbst am Gleitstein Gleitsteinteil 43.1 drehbar gelagert. Ein Halte-
bzw. Löseteil 43.3 ist an dem Gleitstein 43.1 parallel zur Längsrichtung der Gleitschiene
4 beweglich geführt. Über einen radial weit nach außen ragenden Fortsatz 43.4 ist
der Übersetzungsteil 43.2 über Flanken einer Ausnehmung am Halte- bzw. Löseteil 43.3
mit diesem nach dem Prinzip des Zusammenwirkens von Zahnrad und Zahnstange in Eingriff.
Bei Drehung des Übersetzungsteiles um seine Achse am Gleitstein wird der Halte- bzw.
Löseteil damit relativ zum Gleitstein linear verschoben. Der Halte- bzw. Löseteil
43.3 ist jener, welcher mit weiteren - hier nicht dargestellten - Teilen, die dem
zweiten Türflügel zuzurechnen sind, zwecks Steuerung der Schließfolge zusammenwirkt.
[0024] Die Bauweise gemäß Fig. 5 ist gut auch für eine standflügelseitige Anwendung, also
zur Bewegung eines Löseteiles geeignet.
[0025] Bei dem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel von Fig. 6 ist ein Gleitstein 63.1
in der Gleitschiene linear beweglich geführt und schwenkbar mit dem Schwenkarm 62
verbunden. Ein zweiter Teil 63.3, welcher entweder Halteteil (eines Standflügels)
oder Löseteil (eines Gangflügels) ist, ist an der, der Schwenkachse des Türflügels
abgelegenen Seite des Gleitsteins ebenfalls linear verschiebbar in der Gleitschiene
angeordnet. Der Schwenkarm 62 ragt mit einem Endbereich über den Drehpunkt am Gleitstein
63.1 hinaus und kommt gegen Ende seiner beim Schließen des zugehörigen Türflügels
stattfindenden Drehung mit diesem Endbereich an einer Fläche eines Aufsatzteils 63.2,
der am Halte- bzw. Löseteil 63.3 starr befestigt ist, in Berührung und gleitet an
dieser Fläche entlang. Da der radiale Abstand der besagten Fläche des Aufsatzteils
63.2 zur Drehachse des Schwenkarms am Gleitstein 63.1, mit der Drehung des besagten
Endbereiches des Schwenkarms 62 in die Parallele zur Gleitschiene (deren Richtung
in ,Fig. 6 durch die längere strichpunktierte Linie angedeutet ist) abnimmt, wird
der Halte- bzw. Löseteil 63.3 durch den Endbereich des Schwenkarms 62 vom Gleitstein
63.1 weg gedrückt.
[0026] Zu diesem, an sich in Fig. 2 bis Fig. 4 gezeigten Prinzip ist in Fig. 6 zusätzlich
veranschaulicht, dass der Aufsatzteil 63.2 am Halte- bzw. Löseteil 63.3 verstellbar
montiert ist - durch eine Schraube-Langloch-Anordnung 63,4 -, sodass damit ein Verschieben
des Bewegungsbereiches des Halte- bzw. Löseteils 63.3 gegenüber dem Gleitstein 63.1
und somit ein genaues Einjustieren des Auslöseverhaltens ermöglicht wird.
[0027] Zusätzlich ist in Fig. 6 gezeigt, wie der Gleitstein 63.1 und der Halte- bzw. Löseteil
63.3 durch die Anordnung einer Feder 63,5 - im der dargestellten Beispiel eine Druckfeder
- so aneinander gerückt werden können, dass der Endbereich des Schwenkarms 62 an der
zuvor erwähnten Fläche der Aufsatzteils 63.2 immer auf Druck anliegt.
[0028] Bei allen Ausführungsbeispielen wird die Schwenkbewegung eines Schwenkarms in eine
lineare Bewegung eines Halte- bzw. Löseteiles gegenüber dem mit dem Schwenkarm verbundenen
Gleitstein übersetzt.
[0029] Beim Befassen mit den einzelnen Ausführungsbeispielen wird schnell klar, dass es
auf Grund der großen Vielfalt von sinnvollen Ausführungsformen von mechanischen Übersetzungen,
einstellbaren Befestigungen und Anordnungen von Federn, über die gezeigten Beispiele
hinaus eine weitgehend unfassbare Vielfalt von sinnvollen Ausführungsvarianten zu
der Erfindung gibt. Wesentlicher vorteilhafter Unterschied zum Stand der Technik ist,
dass zumindest für einen der beiden Teile Halteteil oder Löseteil nicht einfach nur
ein Gleitstein verwendet wird, sondern ein relativ dazu beweglicher, durch die Schließbewegung
eines Türflügels angetriebener Teil, welcher während des relevanten Winkelbereiches
der Schließbewegung des Türflügels gegenüber dem Gleitstein eine deutliche Bewegung
in Richtung von der Drehachse des betreffenden Türflügels weg ausführt.
[0030] Aus Gründen der Betriebssicherheit bei Stromausfall und bei Feuer ist es jedenfalls
sinnvoll, ausschließlich mechanische Übertragungselemente für den Antrieb der erforderlichen
Relativbewegung zwischen den einzelnen, an der Steuerung der Schließfolge beteiligten
Teilen anzuwenden.
[0031] Durch die erfindungsgemäßen Bauweisen wird es einfach möglich, die Freigabe der Schließbewegung
des Gangflügels erst bei nahezu vollständig geschlossenem Standflügel zu geben. Weiters
wird es damit möglich, die Wartestellung des Gangflügels bei einem sehr kleinen Öffnungswinkel
festzulegen. Durch diese Möglichkeiten werden Sicherheit und Komfort gewonnen und
es können aufwendige und unschöne Mitnehmerklappen entfallen.
1. Vorrichtung für das Steuern der Schließfolge von zweiflügeligen, selbstschließenden
Schwenktüren mittels einem Gleitschienenschließer, wobei der eine Türflügel ein unterschlagender
so genannter Standflügel ist und der zweite Türflügel ein überschlagender so genannter
Gangflügel,
wobei zwischen einem von dessen Drehachse beabstandet liegenden Punkt des Gangflügels
und einem in der Gleitschiene linear geführt beweglichen Gleitstein ein Schwenkarm
angeordnet ist, dessen gleitsteinseitiges Ende bei geschlossenem Gangflügel weiter
von der Drehachse des Gangflügels entfernt liegt als dessen gangflügelseitiges Ende,
wobei mechanische Übersetzungselemente vorhanden sind, zu denen auch der mit dem Gangflügel
verbundene Schwenkhebel gehört, welche die Schließbewegung des Gangflügels zwangsweise
in eine Linearbewegung eines Halteteils in der Gleitschiene übersetzen, welche von
der Drehachse des Gangflügels weg gerichtet ist,
wobei zwecks Steuerung der Schließfolge der Türflügel die Linearbewegung dieses Halteteiles
von der Drehachse des Türflügels weg blockierbar und freigebbar ist,
wobei mechanische Übersetzungselemente vorhanden sind, welche die Schließbewegung
des Standflügels in eine Linearbewegung eines an der Gleitschiene zumindest mittelbar
gehaltenen Löseteiles parallel zur Gleitschiene in Richtung auf die Drehachse des
Gangflügels zu übersetzen,
wobei der Halteteil aus der blockierten Stellung durch eine Bewegung des Löseteiles
in Richtung auf die Drehachse des Gangflügels zu, lösbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
mechanische Übersetzungsmittel bzw. Übersetzungsteile (23,2 33.4, 33.5, 43.2) vorhanden
sind, durch welche,
- der Halteteil (23.3 33.3, 43.3), ausgelöst durch eine Schließbewegung des Gangflügels,
gegenüber dem Gleitstein (3, 23.1, 33.1, 43.1) an dem der Schwenkarm (2, 22, 32, 42)
des Gangflügels gelagert ist und/oder
- der Löseteil (23.3 33.3, 43.3), ausgelöst durch eine Schließbewegung des Standflügels
gegenüber dem Gleitstein (3, 23.1, 33.1, 43.1) an dem der Schwenkarm (22, 32, 42)
des Standflügels gelagert ist,
parallel zur Gleitschiene (4) von der Drehachse (11) des jeweiligen Türflügels weg
verschiebbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehbewegung des mit dem jeweiligen Türflügel verbundenen Schwenkarms (22, 32,
42) Teil der Übersetzung der Schließbewegung des Türflügels auf die Relativbewegung
zwischen Gleitstein (3, 23.1, 33.1, 43.1) und Halte- bzw. Löseteil (23.3, 33.3, 43.3)
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwecks Übersetzung der Schwenkbereich eines Teils (32.1) eines Schwenkarms (22,
32) mit einer schiefen Ebene (23.2, 33.4) eines Übersetzungsteiles oder eines Halte-
bzw. Löseteiles schneidet, welcher relativ zu dem Gleitstein (23.1, 33.1) beweglich
ist, an welchem der Schwenkarm (22, 32) drehbar gelagert ist. (Fig. 2, Fig. 3)
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein über eine schiefe Ebene (33.4) mit einem Schwenkarm (32) in Kontakt stehender
Übersetzungsteil (33.2) zwischen dem Gleitstein (33.1) und dem Halte- bzw. Löseteil
(33.3), welcher zwecks Steuerung der Schließfolge mit dem Gleitstein des zweiten Türflügels
zusammen wirkt, angeordnet ist und dass er zumindest mittelbar an einem der beiden
Teile (33.1, 33.3) ebenfalls über eine schiefe Ebene (33.5) anliegt. (Fig. 3)
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Übersetzung ein Übersetzungsteil (43.2) mit einem Schwenkarm (42) in Eingriff
ist und selbst an einem Gleitstein (43.1) drehbar gelagert ist, dass ein Halte- bzw.
Löseteil (43.3) relativ zu dem Gleitstein (43.1) in Längsrichtung der Gleitschiene
(4) beweglich geführt ist und dass Übersetzungsteil (43.2) und Halte- bzw. Löseteil
(43.3) nach dem Prinzip des Zusammenwirkens von Zahnrad und Zahnstange miteinander
in Eingriff sind. (Fig. 5)
6. Vorrichtung nach einem der bisherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie in Feuerschutztüren eingebaut ist.