[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Längsschneidkopf für Vortriebs- oder Gewinnungsmaschinen,
welcher um seine Achse zur Rotation antreibbar und quer zur Rotationsachse verschwenkbar
an einem Auslegerarm festgelegt ist und Werkzeuge bzw. Meißel trägt.
[0002] Derartige Vortriebs- oder Gewinnungsmaschinen sind als Teilschnittschrämmaschinen
bekannt und in unterschiedlichen Bauarten gebräuchlich. Bei einer ersten Bauart sind
an einem Auslegerarm Schrämwalzen rotierbar gelagert, welche quer zu ihrer Rotationsachse
in vertikaler Richtung über die Ortsbrust geführt werden und auf diese Weise zum Abbau
bzw. zur Gewinnung von Materialien eingesetzt werden. Bei Teilschnittschrämmaschinen
mit Schneidköpfen gibt es prinzipiell zwei verschiedene Bauarten, wobei in beiden
Fällen ein Auslegerarm allseits schwenkbar an einem Maschinenrahmen festgelegt ist.
Am ortsbrustseitigen Ende des Auslegerarms sind die Schrämköpfe bzw. Schneidköpfe
rotierbar gelagert, wobei bei einer ersten Ausbildung die Schneidköpfe quer zur Längsachse
des Auslegerarms rotierbar gelagert sind und beim Abbau in Richtung ihrer Rotationsachsen
über die Ortsbrust bewegt werden. Derartige Querschneidköpfe zeichnen sich ebenso
wie Schrämwalzen im Wesentlichen dadurch aus, dass der Meißelverschleiß durch entsprechende
Positionierung und Einstellung der Winkel relativ zur Rotationsrichtung optimiert
werden kann, wobei beim Arbeiten mit derartigen Teilschnittschrämmaschinen zunächst
ein Einbruchschrämvorgang erforderlich ist, bei welchem die Schneidköpfe in Richtung
der Achse des Auslegerarms in die Ortsbrust eingestochen werden müssen, um einen Einbruch
auszuschrämen, von dem ausgehend dann die Ortsbrust parallel zur Ortsbrust überstrichen
werden kann.
[0003] Bei einer zweiten Bauart werden sogenannte Längsschneidköpfe eingesetzt, welche eine
Rotationsachse aufweisen, die im Wesentlichen parallel zur Achse des Auslergerarms
oder mit der Achse des Auslegerarms fluchtend verläuft. Auch mit derartigen Längsschneidköpfen
ist vor Beginn des eigentlichen Abbauvorgangs ein Einbruchschrämen erforderlich, wobei
hier die Längsschneidköpfe in Richtung ihrer Achse in die Ortsbrust hineinarbeiten
müssen, um einen entsprechenden Einbruch bzw. Ausbruch zu gewährleisten, von dem ausgehend
dann die Verschwenkung des Auslegerarms mit dem rotierenden Längsschneidkopf über
die Ortsbrust erfolgt und der Abbau vorgenommen werden kann. Bei dieser Bauart treten
vor allen Dingen beim Einbruchsschrämen hohe Belastungen der stirnseitigen Meißel
auf, da diese in erster Linie auf Biegung beansprucht werden. Anders verhält es sich
bei den Meißeln eines Querschneidkopfes bzw. bei den Walzenschrämmaschinen, bei welchen
die Meißel in Richtung der Rotationsachse geneigt in die Ortsbrust eintauchen und
auf diese Weise im Wesentlichen einem gleichen Verschleiß wie beim Abbau der Ortsbrust
unterworfen sind.
[0004] In der deutschen Offenlegungsschrift
27 46 169 ist ein Schneidkopf geoffenbart, bei welchem auf der Stirnseite des Schneidkopfes
ein mit Meißeln besetzter Ring angeordnet ist, in dessen Kernraum weitere Meißel angeordnet
sind. Die Meißel im Kernraum sind schräg zur Rotationsachse des Schneidkopfes ausgerichtet
und an einem kegelförmigen Mantel befestigt. Die achsnahen auf dem kegelförmigen Mantel
befestigten Meißeln reichen bis in die Ebene des Aufsatzrings mit den daran befestigten
Meißeln. Bei diesem Schneidkopf erfolgt nach einem ersten Anschrämen der Orstbrust
mit den achsfernen Meißeln ein Nachschneiden mit den achsnahen Meißeln, wobei gesonderte
Auslässe für das zerkleinerte Material vorgesehen sind. Dabei bildet sich ein Kern
nur bis zu dem Aufsatzring aus, sodass erst beim Anbrechen der Randzonen dieses Kerns
ein erstes Nachschneiden erfolgt.
[0005] Die Erfindung zielt nun darauf ab, einen Längsschneidkopf für die eingangs genannten
Teilschnittschrämmaschinen zu entwickeln, welcher sich durch ein besseres Einbruchsverhalten
beim Einbruchschrämen auszeichnet und damit die Standzeit des Werkzeughalters bzw.
des Schneidkopfs verringert.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe besteht der erfindungsgemäße Längsschneidkopf im Wesentlichen
darin, dass an der Frontseite des Schneidkopfes nahe der Rotationsachse Hartgesteinsbrecher
bzw. Kernschneidelemente in Achsrichtung des Schneidkopfes unter Ausbildung eines
Kernraums einwärts versetzt angeordnet sind und am Umfang bzw. Mantel des Schneidkopfes
außerhalb des zentralen achsnahen Bereichs Schrämmeißel angeordnet sind. Bei einer
derartigen Ausbildung eines Längsschneidkopfs verbleibt zwar im zentralen Bereich
des Längsschneidkopfs beim Einbruchschrämen ein Kern, der allerdings bei einem Verschwenken
des Längsschneidkopfs leicht weggebrochen werden kann, was insbesondere durch eine
besondere Anordnung der Kernschneidelemente bzw. Hartgesteinsbrecher begünstigt werden
kann. Eine derartige Ausbildung hat insbesondere auch dann Vorteile, wenn Schneidköpfe
mit einer Innenbedüsung eingesetzt werden, deren Ventile bzw. Anschlüsse über einen
zentralen Deckel von der Vorderseite des Längsschneidkopfs zugänglich sein sollen.
[0007] Die erfindungsgemäße Ausbildung ist mit Vorteil so getroffen, dass der Rand des Kernraums
von einem am Grundkörper des Schneidkopfes liegenden Ring von Schneidelementen begrenzt
ist, wodurch eine entsprechende Belastung des verbleibenden Kerns sichergestellt ist,
welche das Wegbrechen erleichtert. Gleichzeitig definiert dieser mit Schneidelementen
besetzte Rand den Bereich, in dem der genannte Kern frei wachsen kann.
[0008] Mit Vorteil ist die erfindungsgemäße Ausbildung so getroffen, dass die radial innersten
Schrämmeißel als Rundschaftmeißel ausgebildet und in der Rotationsrichtung des Längsschneidkopfes
auf gleichem Durchmesser und um 180° versetzt angeordnet sind. Eine derartige Anordnung
sorgt beim Schrämen für einen gleichmäßigen Lauf und eine Vergleichmäßigung des Drehmoments.
Der zentrale Bereich, d.h. der Kern wird hierbei von Hartgesteinsbrechern weggebrochen,
wodurch auch hier das Wegbrechen des verbleibenden Kerns begünstigt wird. Für die
auf größerem Umfang umlaufenden Meißel, welche durchwegs mit höherer Umfangsgeschwindigkeit
in das Material eingreifen, können entsprechend optimierte Anstellwinkel und konventionelle
Rundschaftmeißel eingesetzt werden. Mit Vorteil ist dabei die Ausbildung so getroffen,
dass die am Grundkörper des Schneidkopfes angeordneten Meißel von in Schraubenlinien
angeordneten Rundschaftmeißeln gebildet sind, deren Winkel zur Ortsbrust von auf kleinerem
Durchmesser angeordneten Meißeln zu auf größerem Durchmesser angeordneten Meißeln
abnimmt, wobei vorzugsweise die auf größtem Durchmesser angeordneten Meißel im Wesentlichen
radial und zur Drehrichtung geneigt orientiert sind. Die im Wesentlichen in radialer
Richtung orientierten Meißel werden bei derartigen Längsschneidköpfen üblicherweise
in radialer Richtung des Schneidkopfs verschwenkt, sodass bei entsprechender Anstellung
in Drehrichtung ein optimales Schneidergebnis gewährleistet werden kann und bei entsprechend
schraubenlinienförmig angeordneten Meißeln auch sichergestellt werden kann, dass das
Verhältnis von geschnittenem zu gebrochenem Material entsprechend der Gesteinsbeschaffenheit
optimiert werden kann.
[0009] Wie bereits eingangs erwähnt, ist die erfindungsgemäße Ausbildung besonders vorteilhaft
bei Schneidköpfen mit Innenbedüsung, wobei hier die Ausbildung bevorzugt so getroffen
ist, dass die versetzt angeordneten Kernschneider auf einer mit dem Schneidkopf verschraubbaren
Platte festgelegt sind und im Wesentlichen axial orientiert und auf gleichem Durchmesser
jeweils diametral einander gegenüberliegend angeordnet sind, wobei vorzugsweise die
stirnseitige Platte radiale Ausnehmungen aufweist, welche mit Stützleisten am Grundkörper
des Schneidkopfes zusammenwirken, und mit dem Schneidkopf lösbar verbunden ist. Durch
diese radialen Ausnehmungen wird sichergestellt, dass die für die Befestigung und
die Festlegung des Deckels bzw. der Platte vorgesehenen Bolzen bzw. Schrauben, welche
auf Scherung beansprucht sind, nicht ohne weiteres abgeschert werden können, da derartige
Scherkräfte auch von den Stützleisten sicher aufgenommen werden können. Um nun den
Kern sicher und ohne übermäßigen Verschleiß zu brechen bzw. zu schneiden, ist die
Ausbildung mit Vorteil so getroffen, dass die Kernschneider in aufeinander folgenden
radialen Abständen von der Rotationsachse in Umfangsrichtung versetzt angeordnet sind,
wobei vorzugsweise die Kernschneider in der Achsansicht nach Art eines S oder eines
Y angeordnet sind.
[0010] Um ein einfaches Abscheren des verbleibenden Kerns nach dem Einbruchschrämen zu gewährleisten,
ist die Dimensionierung mit Vorteil so getroffen, dass der Durchmesser des Kernraums
25 bis 40% des größten Schneidkopfdurchmessers beträgt. Ein derartiger verbleibender
Kern kann durch seitliches Verschwenken des Längsschneidkopfs quer zu seiner Rotationsachse
leicht weggebrochen werden, wobei die Brüchigkeit dieses Kerns durch die oben beschriebene
Anordnung der Kernschneider wesentlich begünstigt wird.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels eines Längsschneidkopfes näher erläutert. In dieser zeigen Fig.1
die Vorderansicht eines Längsschneidkopfs mit Schneidmeißelpositionen, welche von
1a über 1b bis 42 nummeriert sind. Im inneren Bereich vorgesehene Meißel werden hierbei
auf Unterlagsblechen angeordnet, wobei die stirnseitige Anordnung an Spiralblechen
des Längsschneidkopfs erfolgt. Fig.2 zeigt einen Schnitt nach der Linie II/II der
Fig.1 mit dem Grundkörper des Längsschneidkopfs und den Meißelanordnungen, wobei hier
der Einfachheit halber die Darstellung der Unterlagsbleche und der Spiralbleche weggelassen
wurde. Fig.3 und Fig.4 zeigen jeweils eine Variante der Anordnung der Kernschneidelemente
auf der stirnseitig verschraubten Platte in Achsansicht.
[0012] In Fig.1 sind die Meißel sowie ihre Meißelhalter durchnummeriert über den Umfang
des Kopfs verteilt angeordnet dargestellt. Der zentrale Bereich mit den Kernschneidelementen,
welche, wie insbesondere aus Fig.2 klar ersichtlich ist, in axialer Richtung 52 rückversetzt
angeordnet sind, weist hierbei eine Verteilung der Kernschneidelemente in einer Form
auf, wie sie in der Folge in Fig.3 vergrößert dargestellt ist, d.h. in im Wesentlichen
S-förmiger Form. Rund um diesen zentralen Bereich ist ein Ring mit Kernschneidelementen
43 in Fig.1 ersichtlich, welcher den zentralen Kernraum begrenzt, sodass beim Schrämen
ein verbleibender Kern von Gestein frei nach innen in Richtung des Pfeils 52 wachsen
kann, um in der Folge beim Verschwenken des Schneidkopfes weggebrochen zu werden.
[0013] Bei der Darstellung nach Fig.2 ist ersichtlich, dass die Kernschneidelemente 43 auf
einer Deckelplatte 44 festgelegt sind, welche selbst wiederum über Bolzen 45 mit dem
Kopf verbunden ist. Die Platte 44 kann hierbei als Deckel dienen, um den Hohlraum
46 abzuschließen, in welchem die Anschlüsse für eine Innenbedüsung angeordnet sein
können. Der Rand des Kernraumes wird von einem mit dem Grundkörper 49 des Schneidkopfes
verschweißten Ring 50 mit Stützleisten 51 gebildet.
[0014] Die Tiefe T des Kernraumes beträgt hier etwa 5 bis 10% des Durchmessers D, d.h. des
größten Durchmessers des Längsschneidkopfes, sodass ein relativ wenig vorspringender
Kern verbleibt, welcher bei einem Verschwenken des Längsschneidkopfs 47 in Richtung
des Doppelpfeils 48 leicht weggebrochen werden kann.
[0015] Bei der Darstellung nach Fig.3 sind die Kernschneidelemente 43 auf unterschiedlichen
Durchmessern jeweils versetzt angeordnet, sodass sich insgesamt in der Draufsicht
ein im Wesentlichen S-förmiger Verlauf der Kernschneidelemente 43 ergibt. Die Deckelplatte
wird über zwei Bolzen 45 mit dem dahinterliegenden Schneidkopf verschraubt.
[0016] Bei der Darstellung nach Fig.4 ist eine alternative Anordnung der Schneiden 43 gezeigt,
bei welcher die Kernschneidelemente 43 im einer Y-Form angeordnet sind.
1. Längsschneidkopf für Vortriebs- oder Gewinnungsmaschinen, welcher um seine Achse zur
Rotation antreibbar und quer zur Rotationsachse verschwenkbar an einem Auslegerarm
festgelegt ist und Werkzeuge bzw. Meißel trägt, dadurch gekennzeichnet, dass an der Frontseite des Kopfes nahe der Rotationsachse Hartgesteinsbrecher bzw. Kernschneidelemente
in Achsrichtung des Kopfes unter Ausbildung eines Kernraums einwärts versetzt angeordnet
sind und am Umfang bzw. Mantel des Kopfes außerhalb des zentralen achsnahen Bereichs
Schrämmeißel angeordnet sind.
2. Längsschneidkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rand des Kernraums von einem am Grundkörper des Schneidkopfes liegenden Ring
von Schneidelementen begrenzt ist.
3. Längsschneidkopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die radial innersten Schrämmeißel als Rundschaftmeißel ausgebildet und in der Rotationsrichtung
des Längsschneidkopfes auf gleichem Durchmesser und um 180° versetzt angeordnet sind.
4. Längsschneidkopf nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die am Grundkörper angeordneten Meißel von in Schraubenlinien angeordneten Rundschaftmeißeln
gebildet sind, deren Winkel zur Ortsbrust von auf kleinerem Durchmesser angeordneten
Meißeln zu auf größerem Durchmesser angeordneten Meißeln abnimmt.
5. Längsschneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die auf größtem Durchmesser angeordneten Meißel im Wesentlichen radial und zur Drehrichtung
geneigt orientiert sind.
6. Längsschneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die versetzt angeordneten Kernschneider auf einer mit dem Schneidkopf verschraubbaren
Platte festgelegt sind und im Wesentlichen axial orientiert und auf gleichem Durchmesser
jeweils diametral einander gegenüberliegend angeordnet sind.
7. Längsschneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die stirnseitige Platte radiale Ausnehmungen aufweist, welche mit Stützleisten am
Grundkörper des Schneidkopfes zusammenwirken, und mit dem Schneidkopf lösbar verbunden
ist.
8. Längsschneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschneider in aufeinander folgenden radialen Abständen von der Rotationsachse
in Umfangsrichtung versetzt angeordnet sind.
9. Längsschneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschneider in der Achsansicht nach Art eines S oder eines Y angeordnet sind.
10. Längsschneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Kernraums 25 bis 40% des größten Schneidkopfdurchmessers beträgt.
11. Längsschneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe des Kernraumes 5 bis 10% des größten Durchmessers des Längsschneidkopfes
beträgt.