[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Kreuzspulen
herstellenden Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Kreuzspulen herstellende Textilmaschinen, die über eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen
verfügen, die jeweils eine Offenend-Spinnvorrichtung zum Fertigen eines Fadens und
eine Spulvorrichtung zum Herstellen einer Kreuzspule aufweisen, sind in der Textilmaschinenindustrie
seit langem in verschiedenen Ausführungsformen bekannt und in zahlreichen Patentschriften
beschrieben.
[0003] In der
DE 198 36 065 A1 ist beispielsweise eine Offenend-Rotorspinnmaschine beschrieben, bei der die Arbeitsorgane
der zahlreichen Arbeitstellen mittels so genannter Gruppenantriebe angetrieben werden,
die jeweils in einem der Endgestelle der Textilmaschine oder, wie durch die nachveröffentlichte
DE 10 2006 029 056 bekannt, in einem Mittelgestell angeordnet sind.
[0004] Auf den Arbeitsstellen solcher Offenend-Rotorspinnmaschinen werden Faserbänder, die
in Spinnkannen vorgelegt werden, zu Fäden verarbeitet, die anschließend zu Kreuzspulen
aufgewickelt werden.
[0005] Die Offenend-Spinnvorrichtungen der Arbeitsstellen sind unter anderem jeweils mit
einer Faserband-Auflöseeinrichtung ausgestattet, deren Auflösewalze vorzugsweise durch
einen maschinenlangen Tangentialriemen angetrieben wird.
[0006] Im Zusammenhang mit Faserband-Auflöseeinrichtungen von Offenend-Spinnvorrichtungen
sind allerdings auch Auflösewalzen bekannt, die durch einen elektromotorischen Einzelantrieb
beaufschlagt werden (
DE 43 09 947 A1,
DE 100 54 697 A1,
DE 103 38 842 A1).
[0007] Wie an sich bekannt und auch ohne Weiteres ersichtlich, kann eine Offenend-Spinnvorrichtung
nur dann arbeiten, wenn die zugehörige Faserband-Auflöseeinrichtung stets die erforderliche
Anzahl von Einzelfasern an den Spinnrotor liefert, die die Auflösewalze zu diesem
Zweck kontinuierlich aus einem Vorlagefaserband auskämmt.
[0008] Das bedeutet, das Fehlen von Vorlagefaserband führt an einer Arbeitsstelle unweigerlich
zu einem Fadenbruch, der erst dann wieder behoben werden kann, wenn die Faserband-Auflöseeinrichtung
der betreffenden Arbeitsstelle wieder mit Vorlagefaserband versorgt ist.
[0009] Da solche Faserband-Auflöseeinrichtungen üblicherweise keine Sensorik aufweisen,
mit der das Fehlen des Vorlagefaserbandes detektierbar ist, erfolgen an Arbeitsstellen
oft mehrere Anspinnversuche, die aufgrund des fehlenden Vorlagefaserbandes, von vorne
herein zum Scheitern verurteilt sind.
[0010] Durch die
DE 38 02 413 A1 oder die
DE 38 02 414 A1 sind zwar im Zusammenhang mit Kannentransporteinrichtungen Sensoreinrichtungen bekannt,
durch die verhindert werden soll, dass das Faserbandende einer Spinnkanne vollständig
in die Faserband-Auflöseeinrichtung einer Arbeitsstelle einläuft, nachteilig bei diesen
bekannten Einrichtungen ist allerdings, dass diese in der Regel optischen Sensoreinrichtungen
relativ empfindlich gegenüber dem in Spinnereien nahezu unvermeidlichen Staub und
Faserflug sind.
[0011] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein kostengünstiges und zuverlässiges Verfahren zu entwickeln, mit dem auf einfache
Weise festgestellt werden kann, ob in die Faserband-Auflöseeinrichtung einer Offenend-Spinnvorrichtung
noch Vorlagefaserband eingezogen wird, oder ob die Faserband-Auflöseeinrichtung der
betreffenden Arbeitsstelle bereits leer läuft.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, wie es im Anspruch
1 beschrieben ist.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der
Unteransprüche.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren, bei dem der Motorstrom für den elektromotorischen
Einzelantrieb der Auflösewalze überwacht wird und aus dem gemessenen Wert der Leistungsaufnahme
dieses Antriebes auf das Vorhandensein oder das Nichtvorhandensein eines Vorlage-Faserbandes
im Bereich der Auflösewalze geschlossen wird, hat den Vorteil, dass zur Überwachung
des Faserbandes keine empfindliche Sensorik benötigt wird.
[0015] Das heißt, keine Sensorik, bei der die Gefahr besteht, dass sie während des Spinnbetriebes
mit der Zeit verschmutzt und damit unwirksam wird.
[0016] Durch Messung des Motorstroms des Antriebes der Auflösewalze kann vielmehr direkt
dessen jeweilige Leistungsaufnahme ermittelt und aus der Leistungsaufnahme auf einfache
Weise darauf geschlossen werden, ob die Auflösewalze zu diesem Zeitpunkt ein Vorlagefaserband
auskämmt oder ob die Auflösewalze in diesem Augenblick im Leerlauf läuft, was dann
darauf hindeutet, dass an der betreffenden Arbeitsstelle das Vorlagefaserband fehlt.
[0017] Wie im Anspruch 2 beschrieben, wird in bevorzugter Ausführungsform während des "normalen"
Spinnprozesses der gemessene Wert der Leistungsaufnahme in einer Steuereinrichtung
der Arbeitsstelle dahingehend verarbeitet, dass das Unterschreiten eines unteren Schwellenwertes
für die Leistungsaufnahme des elektromotorischen Antriebes der Auflösewalze als Fehlen
eines Vorlagefaserbandes gedeutet und die betreffende Arbeitsstelle daraufhin sofort
stillgesetzt wird.
[0018] Solche still gesetzten Arbeitsstellen werden vorzugsweise außerdem, wie im Anspruch
5 beschrieben, durch das Setzen eines Signals gekennzeichnet.
[0019] Da Arbeitsstellen, an denen ein solches Signal, beispielsweise ein Rotlicht, gesetzt
ist, durch das Serviceaggregat nicht bedient werden, wird auf diese Weise zuverlässig
verhindert, dass das Serviceaggregat unnötige Anspinnversuche startet, die aufgrund
des fehlenden Vorlagefaserbandes nicht zum Erfolg führen können.
[0020] Durch das Setzen eines Signals wird folglich nicht nur verhindert, dass das Serviceaggregat
an einer nicht bedienbaren Arbeitsstelle blockiert wird, sondern es wird dem Bediener
der Textilmaschine auch sofort eindeutig signalisiert, dass an der betreffenden Arbeitsstelle
ein Handlungsbedarf gegeben ist. Dieses Signal wird an der Arbeitsstelle einer Textilmaschine
auch gesetzt, wenn die Textilmaschine autarke Arbeitsstellen aufweist, das heißt,
wenn die Arbeitsstellen "normale" Spinnunterbrechungen von sich aus, ohne die Hilfe
eines Serviceaggregats beheben.
[0021] Wie im Anspruch 3 dargelegt, ist in vorteilhafter Ausbildung außerdem vorgesehen,
dass die betreffende Arbeitsstelle stillgesetzt wird, wenn nach Aktivierung des Faserbandzuführzylinders
die Leistungsaufnahme des mit Betriebsdrehzahl laufenden Antriebes der Auflösewalze
nicht deutlich ansteigt.
[0022] Da die Leistungsaufnahme eines mit Betriebsdrehzahl umlaufenden Antriebes, dessen
Auflösewalze leer läuft, deutlich niedriger ist, als die Leistungsaufnahme eines mit
Betriebsdrehzahl umlaufenden Antriebes, dessen Auflösewalze ein Vorlagefaserband auskämmt,
kann aus dem Fehlen eines deutlichen Anstieges der Leistungsaufnahme des Antriebes
bei Zuschaltung der Faserbandzuführung zuverlässig und einfach auf das Fehlen eines
Vorlagefaserbandes geschlossen werden.
[0023] Gemäß Anspruch 4 ist in vorteilhafter Ausbildung des Weiteren vorgesehen, dass während
des Anspinnvorganges die Leistungsaufnahme eines Antriebes, dessen Auflösewalze auf
Betriebsdrehzahl hochgelaufen ist, ermittelt und mit der Leistungsaufnahme des Antriebes
verglichen wird, die sich einstellt, wenn die Faserbandzuführung erfolgt.
[0024] Aus der Leistungsaufnahme des Antriebes bei zugeschalteter Faserbandzuführung ist
dabei erkennbar, ob ein Vorlagefaserband in die Faserband-Auflöseeinrichtung eingezogen
und durch die Auflösewalze ausgekämmt wird.
[0025] In vielen Fällen ist außerdem erkennbar, wenn ein falsches Faserband vorgelegt wurde.
[0026] Das heißt, da die Leistungsaufnahme des Antriebes beim Auskämmen eines Vorlagebandes
stark vom Material oder auch der Stärke des vorgelegten Materials abhängig ist, kann
insbesondere anhand eines Mittelwertvergleiches abweichendes Fasermaterial oft sofort
detektiert werden.
[0027] Wie in den Ansprüchen 6 - 9 ausgeführt, bestehen verschiedene vorteilhafte Möglichkeiten,
die Leistungsaufnahme des elektromotorischen Antriebes der Auflösewalze sensorisch
zu ermitteln.
[0028] Wie im Anspruch 7 beschrieben, kann die Ermittlung der augenblicklichen Leistungsaufnahme
des elektromotorischen Antriebes der Auflösewalze durch Messung des Motorsstromes
des Antriebs beispielsweise dadurch erfolgen, dass wenigstens eine entsprechende Messspule,
die vorzugsweise an die spinnstelleneigene Steuereinrichtung angeschlossen ist, an
wenigstens einer der Phasen der Energieversorgung des Antriebes positioniert wird.
[0029] In die Messspule, die eine oder mehrere der Phase(n) der Energieversorgung umschließt,
wird dabei eine Spannung induziert, die proportional zu dem in der betreffenden Phase
fließenden Motorstrom ist, und die an der Messspule direkt gemessen werden kann.
[0030] Eine alternative Möglichkeit, die Leistungsaufnahme des Antriebs der Auflösewalze
zu erfassen, ist in Anspruch 8 beschrieben. Gemäß diesem Verfahren erfolgt die Messung
des Motorstromes direkt über einen Spannungsabgriff an einem Lastwiderstand.
[0031] Zu diesem Zweck ist ein Nebenschlusswiderstand, ein so genannter Messshunt, in eine
der Phasen der Energieversorgung integriert. Bei dieser sehr einfachen Methode, den
Wert des in der betreffenden Phase fließenden Motorstroms zu überwachen, ist allerdings
ein geringer Spannungsabfall des Motorstroms nicht zu vermeiden.
[0032] Die vorstehend beschriebenen Sensorikelemente sind kostengünstig und unempfindlich
gegenüber der in Spinnereien kaum zu vermeidenden staubdurchsetzten Atmosphäre.
[0033] Des Weiteren besteht die vorteilhafte Möglichkeit, die Leistungsaufnahme des Antriebs
der Auflösewalze dadurch zu ermitteln, dass die Messung des Motorstromes als integrierte
Funktion direkt in einem Treiber - IC des Antriebs erfolgt (Anspr.9).
[0034] In diesem Fall erfolgt die Messung des Motorstroms entweder direkt oder indirekt
anhand von Reglerparametern bzw. Regelgrößen, ohne dass ein zusätzlicher Sensor notwendig
ist, direkt über die vorhandene Treiberschaltung.
[0035] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0036] Es zeigt:
- Fig.1
- schematisch eine Vorderansicht auf eine Offenend- Rotorspinnmaschine mit einer Vielzahl
von Arbeitsstellen, die jeweils über eine Offenend- Spinnvorrichtung mit einer Faserband-Auflöseeinrichtung
verfügen, deren Auflösewalze einen elektromotorischen Einzelantrieb aufweist,
- Fig.2
- in Seitenansicht, teilweise im Schnitt, eine Offenend- Spinnvorrichtung mit einer
Faserband- Auflöseeinrichtung, die eine durch einen elektromotorischen Einzelantrieb
beaufschlagbare Auflösewalze mit einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
geeigneten Schaltungseinrichtungen aufweist,
- Fig. 3
- eine Schaltungsanordnung zum Messen des Motorstroms mittels einer Messspule auf mindestens
einer Phase,
- Fig. 4
- eine Schaltungsanordnung zum Messen des Motorstroms mittels eines Messshunts auf mindestens
einer Phase.
[0037] Figur 1 zeigt schematisch in Vorderansicht eine Offenend-Rotorspinnmaschine 1, deren
Endgestelle 2, 3, wie bekannt und daher nicht näher dargestellt, über durchgehende
Ver- und Entsorgungskanäle, beispielsweise einen Unterdruckkanal zur Versorgung ihrer
Spinnvorrichtungen 12 mit Spinnunterdruck, einen Elektronikkanal für ein Bussystem
7 und/oder eine Garnüberwachungseinrichtung sowie einen Kabelkanal zur Versorgung
der Arbeitsstellen 4 mit elektrischer Energie verbunden sind.
[0038] An diesen Ver- und Entsorgungskanälen, die quasi das "Rückgrad" der Textilmaschine
darstellen, sind die Garnbildungs- bzw. Kreuzspulwickeleinrichtungen der Arbeitsstellen
4 der Offenend-Rotorspinnmaschine 1, das heißt, die Offenend-Rotorspinnvorrichtungen
12 und die Spulvorrichtungen 18 der Arbeitsstellen 4, festgelegt.
[0039] In den Endgestellen 2 bzw. 3 sind beispielsweise eine textilmaschineneigene Unterdruckquelle
10, eine elektrische Energieversorgung sowie eine Zentralsteuereinheit 5 der Offenend-Rotorspinnmaschine
1 angeordnet.
[0040] Die Zentralsteuereinheit 5 ist dabei ihrerseits mit den Arbeitsstellenrechnern 6
der einzelnen Arbeitsstellen 4, beispielsweise über ein Bussystem 7, verbunden.
[0041] Auf den zahlreichen Arbeitsstellen 4 wird jeweils mittels der Offenend-Spinnvorrichtung
12 ein Vorlagefaserband 15, das in Spinnkannen 16 bevorratet ist, die in Reihe nebeneinander
unterhalb der Arbeitsstellen 4 positioniert sind, zu einem Faden 17 gesponnen, der
anschließend auf der Spulvorrichtung 18 zu einer Kreuzspule 19 aufgewickelt wird.
[0042] Die Figur 2 zeigt in Seitenansicht eine Offenend-Spinnvorrichtung 12 einer der zahlreichen
Arbeitsstellen 4 der Offenend-Rotorspinnmaschine 1.
[0043] Solche Offenend-Spinnvorrichtungen 12 sind an sich bekannt und beispielsweise in
der
DE 103 38 901 A1 relativ ausführlich beschrieben.
[0044] Derartige Offenend-Spinnvorrichtungen 12 verfügen über einen einzelmotorisch angetriebenen
Spinnrotor 8, dessen Rotortasse 9 während des Spinnbetriebes mit hoher Drehzahl in
einem unterdruckbeaufschlagbaren Rotorgehäuse 11 umläuft.
[0045] Das Rotorgehäuse 11, das während des Spinnbetriebes nach vorne durch ein Deckelelement
13 verschlossen ist, ist über eine Pneumatikleitung 14 sowie den eingangs angedeuteten
Unterdruckkanal an die spinnmaschineneigene Unterdruckquelle 10 angeschlossen, die
den zum Spinnen notwendigen Unterdruck im Rotorgehäuse 11 bereitstellt.
[0046] Der elektromotorische Einzelantrieb 20 des Spinnrotors 8 ist an die Energieversorgungseinrichtung
21 der betreffenden Textilmaschine 1 angeschlossen und definiert antreibbar.
[0047] Der elektromagnetische Einzelantrieb 20 ist zu diesem Zweck außerdem über wenigstens
eine Signalleitung 22 mit einer arbeitsstelleneigenen Steuereinrichtung 6 verbunden.
[0048] Das Deckelelement 13, das das Rotorgehäuse 11 während des Spinnbetriebes verschließt,
ist um eine Schwenkachse 23 begrenzt drehbar gelagert, so dass der stillstehende Spinnrotor
8 bei Bedarf zugängig ist.
[0049] In Höhe des Spinnrotors 8 ist in das Deckelelement 13 außerdem, auswechselbar, ein
so genannter Kanalplattenadapter 24 eingelassen, an den sich ein Fadenabzugsröhrchen
25 anschließt.
[0050] Des weiteren weist das Deckelelement 13 ein Auflösewalzengehäuse 26 einer insgesamt
mit der Bezugszahl 30 gekennzeichneten Faserband-Auflöseeinrichtung auf.
[0051] Diese Faserband-Auflöseeinrichtung 30 besteht im Wesentlichen aus einer einzelmotorisch
antreibbaren Auflöswalze 27 und einem vorzugsweise ebenfalls über einen Einzelantrieb
35 antreibbaren Faserbandeinzugszylinder 34.
[0052] Im Auflösewalzengehäuse 26 ist außerdem drehbar ein Faserbandeinzugszylinder 34 gelagert,
der durch einen Antrieb 35, vorzugsweise einen Schrittmotor, elektromotorisch beaufschlagbar
ist.
[0053] Der Antrieb 35 des Fasebandeinzugszylinders 34 steht dabei über Versorgungsleitungen
36 mit der Energieversorgungseinrichtung 21 der Textilmaschine 1 und über eine Signalleitung
37 mit der arbeitsstelleneigenen Steuereinrichtung 6 in Verbindung.
[0054] Die im Auflösewalzengehäuse 29 rotierbar gelagerte Auflösewalze 27 ist mit ihrem
Lagerschaft 32 in einer rückseitigen Lagerkonsole 28 des Auflösewalzengehäuses 26
festgelegt.
[0055] Die Auflösewalze 27 wird durch einen elektromotorischen Einzelantrieb 31, der vorzugsweise
als Außenläufer ausgebildet ist, angetrieben. Zur leicht lösbaren Ankoppelung an die
Energieversorgungseinrichtung 21 der Offenend-Rotorspinnmaschine 1 sowie an die arbeitsstelleneigene
Steuereinrichtung 6 ist im Endbereich des Lagerschaftes 32 eine Kontaktspureinrichtung
33 angeordnet, die mehrere galvanisch getrennte Kontaktspuren aufweist.
[0056] Die Kontaktspuren sind dabei über eine Versorgungsleitung 38 an die Energieversorgungseinrichtung
21 der Offenend-Rotorspinnmaschine 1 und über eine Signalleitung 39 an die arbeitsstelleneigene
Steuereinrichtung 6 angeschlossen.
[0057] Wie in Fig.2 angedeutet, ist in wenigstens eine der Phasen der Versorgungsleitung
38 eine Messeinrichtung 40 eingeschaltet, mit der der jeweilige Motorstrom des Auflösewalzen-Antriebs
31 erfassbar ist.
[0058] Die Messeinrichtung 40 kann dabei beispielsweise, wie in Fig.3 angedeutet, eine Messspule
41 aufweisen, die mindestens eine der Phasen des Primärstromkreises 45 umschließt
und einen Sekundärstromkreis 43 bildet oder, wie in Fig.4 dargestellt, als Messshunt
44 ausgebildet sein.
[0059] Bei der in Fig.3 dargestellten Ausführungsform mit Messspule wird vom Motorstrom
im Primärstromkreis 45 über die Messspule 41 eine Spannung in den Sekundärstromkreis
43 induziert, die gemessen wird.
[0060] Die gemessene Sekundärspannung U
sek ist dabei proportional zu dem von der jeweiligen Leistungsaufnahme des Auflösewalzen-Antriebs
31 abhängigen Motorstrom im Primärstromkreis 45.
[0061] Die in Fig.4 dargestellte Messeinrichtung 40 mit Messshunt 44 arbeitet im Prinzip
ähnlich.
[0062] Allerdings ist hier ein Lastwiderstand 46 direkt in den Primärstromkreis 45 eingeschaltet,
dessen Spannung U
Shunt ebenfalls abgegriffen werden kann.
[0063] Auch in diesem Fall ist die gemessene Spannung U
Shunt proportional zu dem von der jeweiligen Leistungsaufnahme des Auflösewalzen-Antriebs
31 abhängigen Motorstrom im Primärstromkreis 45.
[0064] Diese sehr kostgünstige Methode der Motorstrommessung mit einem Messshunt führt allerdings
zu einem geringen Spannungsabfall im Primärstromkreis.
[0065] Ein weiteres in den Figuren nicht dargestelltes Verfahren stellt die Messung des
Motorsstromes mittels eines in der Motorschaltung des Auflösewalzenantriebes vorhandenen
Treiber - IC dar. In diesem Fall ist keine zusätzliche Sensorik erforderlich.
1. Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine,
die eine Offenend-Spinnvorrichtung zum Fertigen eines Fadens sowie eine Spulvorrichtung
zum Herstellen einer Kreuzspule aufweist, wobei die Offenend-Spinnvorrichtung mit
einer Faserband-Auflöseeinrichtung ausgestattet ist, deren Auflösewalze einen elektromotorischen
Einzelantrieb aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Motorstrom (i) für den elektromotorischen Antrieb (31) der Auflösewalze (27)
überwacht wird und dass aus dem gemessenen Wert der Leistungsaufnahme des Antriebes
(31) der Auflösewalze (27) auf das Vorhandensein oder das Nichtvorhandensein eines
Vorlagefaserbandes (15) im Bereich der Auflösewalze (27) geschlossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass während des "normalen" Spinnprozesses der gemessene Wert der Leistungsaufnahme des
Antriebes (31) in einer Steuereinrichtung (6) der Arbeitsstelle (4) dahingehend verarbeitet
wird, dass das Unterschreiten eines unteren Schwellenwertes als "Fehlen eines Vorlagefaserbandes
(15)" gedeutet und die betreffende Arbeitsstelle (4) stillgesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die betreffende Arbeitsstelle (4) stillgesetzt wird, wenn nach Aktivierung des Faserbandzuführzylinders
(34) die Leistungsaufnahme des mit Betriebsdrehzahl laufenden Antriebes (31) der Auflösewalze
(27) nicht deutlich ansteigt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass während des Anspinnvorganges die Leistungsaufnahme eines Antriebes (31), dessen Auflösewalze
(27) auf Betriebsdrehzahl hochgelaufen ist, ermittelt und mit der Leistungsaufnahme
des Antriebes (31) verglichen wird, die sich einstellt, wenn die Faserbandzuführung
erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Arbeitsstelle (4), an der das Fehlen eines Vorlagefaserbandes (15) detektiert
wird, durch ein Signal gekennzeichnet wird.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung des Motorstromes (i) mittels einer Sensoreinrichtung (40) an der elektrischen
Versorgungsleitung (38) des Antriebes (31) erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung des Motorsstromes (i) mittels einer Messspule an wenigstens einer der
Phasen der Versorgungsleitung (38) des Antriebes (31) erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung des Motorsstromes (i) über einen Spannungsabgriff an wenigstens einem
in einer der Phasen der Versorgungsleitung (38) eingeschalteten Lastwiderstand erfolgt.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung des Motorsstromes (i) als integrierte Funktion in einem Treiber - IC
erfolgt.
1. Method for operating a workstation of a textile machine producing cross-wound bobbins,
which has an open-end spinning device for producing a thread and a winding device
for producing a cross-wound bobbin, the open-end spinning device being equipped with
a fibre band opening mechanism, the opening roller of which has an electric motor
single drive,
characterised in that
the motor current (i) for the electric motor drive (31) of the opening roller (27)
is monitored and in that a conclusion is reached about the presence or the absence of a feed fibre band (15)
in the region of the opening roller (27) from the measured value of the power consumption
of the drive (31) of the opening roller (27).
2. Method according to claim 1, characterised in that during the "normal" spinning process, the measured value of the power consumption
of the drive (31) is processed in a control mechanism (6) of the workstation (4) to
the effect that falling below a lower threshold value is interpreted as "lack of a
feed fibre band (15)" and the relevant workstation (4) is shut down.
3. Method according to claim 1, characterised in that the relevant workstation (4) is shut down if, after activation of the fibre band
feed cylinder (34), the power consumption of the drive (31) of the opening roller
(27) running at operating speed does not significantly increase.
4. Method according to claim 1, characterised in that during the piecing process, the power consumption of a drive (31), the opening roller
(21) of which has run up to operating speed, is determined and compared with the power
consumption of the drive (31) which is adjusted when the fibre band feed takes place.
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that a workstation (4), at which a lack of a feed fibre band (15) is detected, is characterised by a signal.
6. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the motor current (i) is measured by means of a sensor mechanism (40) at the electric
supply line (38) of the drive (31).
7. Method according to claim 6, characterised in that the motor current (i) is measured by means of a measuring coil at at least one of
the phases of the supply line (38) of the drive (31).
8. Method according to claim 6, characterised in that the motor current (i) is measured by means of a voltage pick-off at at least one
load resistor connected in one of the phases of the supply line (38).
9. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the motor current (i) is measured as an integrated function in a driver - IC.
1. Procédé d'exploitation d'un poste de travail d'une machine textile produisant des
bobines croisées qui présente un dispositif de filature à bout ouvert pour fabriquer
un fil ainsi qu'un dispositif de bobinage pour produire une bobine croisée, le dispositif
de filature à bout ouvert étant équipé d'une unité de défibrage de rubans de fibres
dont le rouleau défibreur présente un entraînement électromoteur individuel,
caractérisé en ce
que le courant de moteur (i) pour l'entraînement électromoteur (31) du rouleau défibreur
(27) est surveillé et que la valeur mesurée de la consommation de l'entraînement (31)
du rouleau défibreur (27) est utilisée pour déterminer la présence ou l'absence d'un
ruban de fibres alimenté (15) dans la zone du rouleau défibreur (27).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que pendant le processus de filature « normal », la valeur mesurée de la consommation
de l'entraînement (31) est traitée dans une unité de commande (6) du poste de travail
(4) en ce sens que la non-atteinte d'une valeur seuil inférieure est interprétée comme
une « absence d'un ruban de fibres alimenté (15) » et le poste de travail (4) concerné
est mis à l'arrêt.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le poste de travail (4) concerné est mis à l'arrêt si, après activation du cylindre
d'amenée de ruban de fibres (34), la consommation de l'entraînement (31) du rouleau
défibreur (27) tournant au régime de service n'augmente pas sensiblement.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que pendant le processus d'amorçage de la filature, la consommation d'un entraînement
(31) dont le rouleau défibreur (27) a été accéléré au régime de service est déterminée
et comparée à la consommation de l'entraînement (31) qui est atteinte lors de l'amenée
d'un ruban de fibres.
5. Procédé selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un poste de travail (4) sur lequel est détectée l'absence d'un ruban de fibres alimenté
(15) est identifié par un signal.
6. Procédé selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la mesure du courant de moteur (i) est effectuée au moyen d'un dispositif détecteur
(40) sur la ligne d'alimentation électrique (38) de l'entraînement (31).
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que la mesure du courant de moteur (i) est effectuée au moyen d'une bobine de mesure
sur au moins une des phases de la ligne d'alimentation (38) de l'entraînement (31).
8. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que la mesure du courant de moteur (i) est effectuée au moyen d'une prise de tension
sur au moins une résistance de charge branchée dans une des phases de la ligne d'alimentation
(38).
9. Procédé selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la mesure du courant de moteur (i) est effectuée sous la forme d'une fonction intégrée
dans un circuit intégré d'attaque.