[0001] Die Erfindung betrifft einen Überspannungsableiter mit thermischem Überlastschutz
sowie dessen Verwendung und ein Verfahren zum Schutz eines Überspannungsableiters
vor thermischer Überlastung.
[0002] Aus der Druckschrift
DE 10059534 C1 ist ein Überspannungsableiter bekannt.
DD 279 120 A1 zeigt eine Druckentlastungsvorrichtung für einen Überspannungsableiter, gemäß Oberbegriff
des Anspruchs 1. Ein Belüftungskanal wird bei Überdruck im Innern des Überspannungsleiters
geöffnet und nach dem erfolgter Druckentlastung wieder verschlossen.
JP 01163923 zeigt eine Isolatoranordnung mit einer Kammer, die Druckentlastungslöcher aufweist.
Die Druckentlastungslöcher sind durch Plättchen verschlossen, die beim Auftreten eines
Lichtbogens schlagartig schmelzen.
[0003] Eine zu lösende Aufgabe besteht darin, einen thermischen Überlastschutz für einen
Überspannungsableiter und ein Verfahren anzugeben, die den Überspannungsableiter sicher
und einfach vor thermischer Überlast schützen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch einen Überspannungsableiter gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0005] Des weiteren wird die Aufgabe gemäß einem Verfahren nach Anspruch 10 gelöst.
[0006] Der Überspannungsableiter weist wenigstens zwei Elektroden auf, wobei wenigstens
eine der Elektroden einen Belüftungskanal aufweist. Bei dem Überspannungsableiter
kann es sich sowohl um einen Zwei- als auch um einen Dreielektrodenüberspannungsableiter
handeln, wobei wenigstens eine der äußeren Elektroden mit einem Belüftungskanal versehen
ist. Die Elektroden können als sich gegenüberstehende Stiftelektroden ausgebildet
sein. Alternativ kann eine Elektrode als Rohrelektrode ausgeführt sein, in die eine
Stiftelektrode hineinragt. Die Elektroden des Überspannungsableiters sind mittels
eines röhrenförmigen Isolators, vorzugsweise eines Keramikzylinders miteinander zu
einem Überspannungsableiter verbunden. Der Innenraum des Überspannungsableiters ist
gegenüber der Umgebung gasdicht verschlossen. Im Innenraum des Überspannungsableiters
befindet sich ein Gas.
[0007] Im Inneren des Überspannungsableiter kommt es bei Überschreiten einer bestimmten
Grenzspannung zu einem Lichtbogenüberschlag. Der Lichtbogen wird durch den speisenden
Strom aufrecht erhalten, solange die elektrischen Bedingungen für den Lichtbogen gegeben
sind. Der Lichtbogen erzeugt eine thermische Belastung des Überspannungsableiters,
die für den Überspannungsableiter und seine Einbau-Umgebung spezifizierte Werte nicht
überschreiten darf. Andererseits wird der Überspannungsableiter bei einer Beanspruchung
mit Gleich- oder Wechselspannungen bzw. mit Gleich- oder Wechselströmen thermisch
belastet. Insbesondere bei Blitz- bzw. Stoßströmen wird der Überspannungsableiter
thermisch belastet.
[0008] Das Schmelzelement ist derart eingerichtet, dass es bei Erwärmung schmilzt. Der Belüftungskanal
dient dazu, den Innenraum des Überspannungsableiters mit einem Außenbereich des Überspannungsableiters
zu verbinden. Beim Schmelzen des Schmelzelements gelangt die Atmosphäre des Außenbereichs,
in der Regel Luft, über den Belüftungskanal in den Innenraum des Überspannungsableiters
und löscht den Lichtbogen. Dadurch wird der Stromkreis unterbrochen. In einer besonders
vorteilhaften Ausführungsform ist der Belüftungskanal in einer Stiftelektrode angeordnet.
In einer alternativen Ausführungsform ist der Belüftungskanal in einer Außenelektrode
oder einer Rohrelektrode angeordnet.
[0009] Durch das Einströmen von Luft in den Innenraum des Überspannungsableiters wird verhindert,
dass es durch eine thermische Überbelastung zu einer unzulässig hohen Erwärmung des
Überspannungsableiters kommt. Durch unzulässig hohe Erwärmung besteht die Gefahr,
dass der Überspannungsableiter in Brand gerät. Durch die Luftzufuhr wird gezielt eine
Überhitzung des Überspannungsableiters verhindert, da bei einströmender Luft eine
Trennung vom Stromkreis erfolgt.
[0010] Der Belüftungskanal ist vorzugsweise in einer Ausführungsform an seinem dem Außenbereich
des Überspannungselements zugewandten Endes der Elektrode mittels eines Schmelzelements
verschlossen.
[0011] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist das Schmelzelement die Eigenschaften
eines niedrigschmelzenden Lotes auf. Es ist jedoch auch möglich, dass das Schmelzelement
die Eigenschaften eines Hartlotes aufweist.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Schmelzelement so ausgebildet, dass
bei Erwärmung des Überspannungsableiters das Schmelzelement Löcher aufweist, durch
die die Luft in den Innenraum des Überspannungsableiters gelangt.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Elektroden des Überspannungsableiters
einen so großen Abstand auf, dass eine Überschlagspannung an Luft höher ist, als die
vorgegebene Zündspannung des Überspannungsableiters. Bei einströmender Luft kann es
somit bei der anliegenden Spannung zu keiner weiteren Funkenbildung mehr kommen, wodurch
sich die Gefahr einer unzulässig hohen Erwärmung des Überspannungsableiters nahezu
verhindern lässt. Die Zündspannung des belüfteten Überspannungsableiters weist somit
im Vergleich zur anliegenden Spannung einen wesentlichen höheren Wert auf.
[0014] Durch das Eindringen von Luft in den Innenraum des Überspannungsableiters wird der
Überspannungsableiter somit vom Stromkreis, der durch den Überspannungsableiter im
Normalfall verbunden ist, getrennt.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Belüftungskanal mit einem niedrig schmelzenden
Lot verschlossen. Das Lot bildet also einen Lotpfropfen. Der Überspannungsableiter
ist im funktionsfähigen Normalzustand gasdicht verschlossen. Bei unzulässig hoher
Erwärmung ist das Schmelzelement vorzugsweise so eingerichtet, dass das Schmelzelement
schmilzt und dem Belüftungskanal zumindest so weit frei gibt, dass der Überspannungsableiter
mittels Luftzufuhr von Außen belüftet wird. Durch die Schmelztemperatur des Schmelzelements
lässt sich die Temperatur festlegen, bei der der Überspannungsableiter belüftet wird,
und somit vom Stromkreis getrennt ist.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist Außen an dem Schmelzelement eine
Abdeckscheibe angeordnet. Das Schmelzelement befindet sich in dieser Ausführungsform
vorzugsweise zwischen dem äußeren Ende des Belüftungskanals und der Abdeckscheibe.
[0017] Die Abdeckscheibe besteht vorzugsweise aus Kupfer. Die Abdeckscheibe kann jedoch
auch aus einem anderen, vorzugsweise hitzebeständigen, Material bestehen.
[0018] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist die Abdeckscheibe in der Art
angebracht, dass durch die Abdeckscheibe der Funktionszustand des Überspannungsableiters
angezeigt wird. Bei vorzugsweise liegender Anordnung des Überspannungsableiters ist
es somit möglich, dass durch die Abdeckscheibe angezeigt wird, ob der Überspannungsableiter
bereits belüftet ist oder nicht. Bei unbelüftetem, und somit funktionsfähigem Zustand
des Überspannungsableiters befindet sich die Abdeckscheibe auf dem Schmelzelement.
Bei unzulässiger Erwärmung schmilzt das Schmelzelement, wodurch sich die Abdeckscheibe
von dem Schmelzelement löst und insbesondere durch das Gewicht der Abdeckscheibe von
ihrer ursprünglichen Position löst. Dabei fällt die Abdeckscheibe entweder komplett
von der Elektrode ab oder entfernt sich zumindest von ihrer ursprünglichen Position.
Dadurch ist es möglich, aus der Position der Abdeckscheibe mit Bezug auf den Überspannungsableiter
auf dessen Funktionszustand zu schließen. Der Betrachter kann somit durch einen Blick
auf die Stirnseite des Überspannungsableiters sofort feststellen, ob der Überspannungsableiters
noch in intaktem Zustand, also unbelüftet ist, oder ob er in Folge von unzulässig
hoher Erwärmung belüftet ist, und somit für seine ursprüngliche Verwendung nicht mehr
zur Verfügung steht und ausgetauscht werden muss.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist an der Abdeckscheibe eine mechanische
Feder angeordnet.
[0020] Bei geschmolzenem Schmelzelement ist die Feder derart angeordnet, dass die Abdeckscheibe
durch die Kraft der Feder von dem Schmelzelement beziehungsweise von der ursprünglichen
Position gelöst wird und auf ein in der Nähe befindliches Kontaktelement gedrückt
wird. Durch den Kontakt der Abdeckscheibe mit dem Kontaktelement wird ein elektrischer
Kontakt geschlossen und ein elektrisches Signal erzeugt. Dieses elektrische Signal
kann zur weiteren Verarbeitung, beispielsweise zur Anzeige des Funktionszustands des
Überspannungsableiters genutzt werden. Der Überspannungsableiter ist in dieser Ausführungsform
somit auch für eine stehende Anordnung ausgelegt.
[0021] Bevorzugt wird der Überspannungsableiter in einer Telekommunikationseinrichtung,
beispielsweise einem Telekommunikationsnetzwerk verwendet. Der Überspannungsableiter
ist in seiner Verwendung nicht auf Telekommunikationsnetzwerke eingeschränkt und kann
auch in jeder anderen elektrischen Schaltung verwendet werden, in der hohe Spannungen
mittels eines Überspannungsableiters abgeführt werden müssen. Insbesondere ist der
Überspannungsableiter für Blitzschutzanwendungen geeignet, bei denen der Überspannungsableiter
zumindest zeitweise an Netzspannung liegt, bzw. liegen kann. Der Überspannungsableiter
ist insbesondere dazu geeignet, im Bereich des Netzschutzes, d.h. in der Stromversorgung
von Gebäuden (230 V-Netz), zum Schutz vor Blitzstoßströmen und Überspannungen eingesetzt
zu werden.
[0022] Überspannungsableiter dienen dazu, hohe pulsförmige Spannungen von einigen kV und
Ströme von einigen kA in sehr kurzer Zeit kurzzuschließen beziehungsweise zur Erde
abzuleiten. Eine im Fehlerfall länger andauernde Belastung, zum Beispiel wenn ein
Netzstrom über ein Telekommunikationsnetzwerk beziehungsweise einen Spannungsableiter
kurzgeschlossen ist (Power Cross), kann es zu einer unzulässig hohen Erwärmung des
Überspannungsableiters kommen, was möglicherweise zu einem Brand führen würde. Durch
einen wie oben beschriebenen Überspannungsableiter wird diese übermäßige Erhitzung
verhindert, da bei Belüftung des Überspannungsableiters eine Trennung vom Stromkreis
erfolgt und der Überspannungsableiter abkühlt.
[0023] Des Weiteren wird ein Verfahren zum Schutz eines wie zuvor beschriebenen Überspannungsableiters
vor thermischer Überlastung beschrieben, das die folgenden Schritte aufweist. Wenn
sich der Überspannungsableiter unzulässig stark erwärmt, schmilzt durch die Erwärmung
des Überspannungsableiter das Schmelzelement. Durch das Schmelzen des Schmelzelements
wird in einem nächsten Schritt der Überspannungsableiter durch den Belüftungskanal
belüftet und durch Löschen des Lichtbogens der Stromkreis getrennt.
[0024] In einem weiteren bevorzugten Verfahrensschritt wird eine Abdeckscheibe bei Schmelzen
des Schmelzelements von ihrer ursprünglichen Position gelöst. Bei liegendem Einbau
des Überspannungsableiters entfernt sich die Abdeckscheibe somit vorzugsweise von
ihrer ursprünglichen Position auf der Außenseite der Elektrode.
[0025] In einem weiteren bevorzugten Verfahrensschritt wird die Abdeckscheibe bei Schmelzen
des Schmelzelements durch die Kraft einer Feder auf ein Kontaktelement gedrückt. Durch
den Kontakt zwischen der Abdeckscheibe und dem Kontaktelement wird ein elektrisches
Signal von dem Kontaktelement erzeugt und weitergeleitet.
[0026] Die Anordnung und das Verfahren werden im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
und den dazugehörigen Figuren näher erläutert.
[0027] Die nachfolgend beschriebenen Zeichnungen sind nicht als maßstabsgetreu aufzufassen.
Vielmehr können zur besseren Darstellung einzelne Dimensionen vergrößert, verkleinert
oder auch verzerrt dargestellt sein.
[0028] Gleiche Elemente oder die die gleiche Funktion übernehmen, sind mit den gleichen
Bezugszeichen bezeichnet.
- Figur 1
- zeigt eine Elektrode eines Überspannungsableiters mit Belüftungskanal, der mit einem
Schmelzelement verschlossen ist,
- Figur 2
- zeigt eine Elektrode eines Überspannungsableiters mit einer Abdeckscheibe, die sich
auf dem Schmelzelement über dem Belüftungskanal befindet,
- Figur 3
- zeigt eine schematische Skizze eines Zweipunktüberspannungsableiters,
- Figur 4
- zeigt eine schematische Skizze einer Elektrode eines Überspannungsableiters, bei der
die Abdeckscheibe mit einer mechanischen Feder versehen ist.
[0029] In der Figur 1 ist eine erste Ausführungsform einer Elektrode 1 eines Überspannungsableiters
in Querschnitt dargestellt. Die Elektrode 1 weist vorzugsweise einen Belüftungskanal
2 auf, der das Innere eines Überspannungsableiters mit der äußeren Umgebung verbindet.
Der Belüftungskanal 2 ist vorzugsweise an seinem äußeren Ende mit einem Schmelzelement
3 versehen, das den Überspannungsableiter gasdicht verschließt. Das Schmelzelement
kann als Lotpfropfen ausgebildet sein. Der Belüftungskanal 2 ist vorzugsweise derart
angeordnet, so dass die Stirnfläche der Elektrode 1 im Innenbereich des Überspannungsableiters
eine homogene Elektrodenstirnfläche aufweist. Zwischen den inneren Stirnflächen der
Elektroden 1 eines Überspannungsableiters erfolgt die Bildung der Funkenstrecke. Der
Belüftungskanal 2 in der Figur 1 weist eine erste Bohrung auf, die quer durch die
Elektrode 1 führt und an beiden Enden zu dem Innenraum der Elektrode 1 hin geöffnet
ist. Eine senkrecht zur ersten Bohrung angeordnete zweite Bohrung bildet zusammen
mit der ersten Bohrung den Belüftungskanal 2. An dem äußeren Ende der zweiten Bohrung
ist der Belüftungskanal 2 mit einem Schmelzelement 3 gasdicht verschlossen.
[0030] Der Belüftungskanal 2 kann jede beliebige Form aufweisen, die dazu geeignet ist,
die Umgebung des Überspannungsableiters mit dem Innenraum zu verbinden, so dass Luft
in den Innenraum des Überspannungsableiters gelangen kann. Der Belüftungskanal endet
vorzugsweise nicht im Bereich der inneren Stirnfläche der Elektrode 1.
[0031] Die Figur 2 zeigt eine weitere Ausführungsform der Elektrode 1 eines Überspannungsableiters
im Querschnitt. Der Belüftungskanal 2 ist am äußeren Ende mit einem Schmelzelement
3 und einer Abdeckscheibe 4 gasdicht verschlossen. Die Abdeckscheibe 4 wird durch
das Schmelzelement 3 in ihrer Position fixiert. Im Falle einer unzulässig hohen Erwärmung
des Überspannungsableiters schmilzt das Schmelzelement 3, wodurch sich die Abdeckscheibe
4 von dem Schmelzelement 3 löst. Bei waagrechtem Einbau des Überspannungsableiters
würde sich die Abdeckscheibe 4 in Falle des Schmelzens des Schmelzelements 3 vom Schmelzelement
3 ablösen und verrutschen bzw. sogar ganz abfallen.
[0032] Die Position der Abdeckscheibe 4 dient somit als Indikator, ob der Überspannungsableiter
belüftet ist oder noch in intaktem Zustand ist. Bei intaktem Zustand des Überspannungsableiters
befindet sich die Abdeckscheibe 4 an ihrer ursprünglichen Position auf dem Schmelzelement
3. Ist der Überspannungsableiter belüftet und damit unbrauchbar, ist die Abdeckscheibe
4 wenigstens von ihrer ursprünglichen Position entfernt, oder die Abdeckscheibe 4
hat sich vollständig davon entfernt.
[0033] In der Figur 3 ist eine schematische Skizze eines 2-Elektrodenüberspannungsableiters
dargestellt. Der Überspannungsableiter weist in dieser Ausführungsform zwei Elektroden
1 auf, von denen wenigstens eine der beiden Elektroden 1 einen Belüftungskanal 2 aufweist.
Der Belüftungskanal ist mit einem Schmelzelement 3 gasdicht verschlossen. Zwischen
den beiden Elektroden 1 des Überspannungsableiters ist als Isolator ein röhrenförmiger
Zylinder 5 angeordnet, der zusammen mit den beiden Elektroden 1 den eigentlichen Überspannungsableiter
bildet. Der Zylinder 5 ist vorzugsweise aus einem keramischen Material gebildet. Zusammen
mit den beiden Elektroden 1 bildet der Zylinder 5 einen gasdicht abgeschlossenen Innenraum
des Überspannungsableiters. Der Abstand der beiden Elektroden 1 des Überspannungsableiters
ist so groß, dass eine Überschlagsspannung zwischen den beiden Elektroden 1 an Luft
höher ist, als die vorgegebene Zündspannung des Überspannungsableiters.
[0034] Die Figur 4 zeigt eine Elektrode 1 einer weiteren Ausführungsform des Überspannungsableiters
im Querschnitt. Der Belüftungskanal 2 der Elektrode 1 ist mit einem Schmelzelement
3 gasdicht verschlossen. Eine Abdeckscheibe 4 ist derart auf dem Schmelzelement 3
angeordnet, dass zwischen der Elektrode 1 und der Abdeckscheibe 4 eine Feder 6 angeordnet
ist. Die Abdeckscheibe 4 wird durch das Schmelzelement 3 fixiert. Im Falle einer unzulässig
hohen Erwärmung des Überspannungsableiters schmilzt das Schmelzelement 3. Durch die
Kraft der Feder 6 wird die Abdeckscheibe 4 vom Schmelzelement 3 gelöst und wird durch
die Feder 6 auf ein Kontaktelement 7 gedrückt, das an der Stirnseite des Überspannungsableiters
angeordnet ist. Durch den Kontakt der Abdeckscheibe 4 mit dem Kontaktelement 7 wird
durch das Kontaktelement ein Signal ausgelöst, das über eine Signalleitung 8 an eine
Auswerteeinrichtung, die in dieser Figur nicht dargestellt ist, weitergeleitet wird.
Das Signal des Kontaktelements 7 ist somit geeignet, den Funktionszustand des Überspannungsableiters
direkt oder indirekt in optischer, akustischer oder anderweitiger Form darzustellen.
[0035] Obwohl in den Ausführungsbeispielen nur eine beschränkte Anzahl möglicher Weiterbildungen
des Überspannungsableiters beschrieben wird, ist dieser nicht auf diese Ausführungsformen
beschränkt. Es ist prinzipiell möglich, auch einen Dreielektrodenableiter bei der
Mittelelektrode mit einem Belüftungskanal zu versehen, der mittels eines Schmelzelements
verschlossen ist, wobei die Mittelelektrode direkten Kontakt nach außen hat. Des Weiteren
ist es auch möglich, die Form und die Gestalt des Belüftungskanals anderweitig als
dargestellt zu wählen. Der Überspannungsableiter ist nicht auf die Anzahl der schematisch
dargestellten Elemente beschränkt.
[0036] Die Beschreibung der hier angegebenen Gegenstände und Verfahren ist nicht auf die
einzelnen speziellen Ausführungsformen beschränkt. Vielmehr können die Merkmale der
einzelnen Ausführungsformen, soweit technisch sinnvoll, beliebig miteinander kombiniert
werden.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Elektrode
- 2
- Belüftungskanal
- 3
- Schmelzelement
- 4
- Abdeckscheibe
- 5
- Zylinder
- 6
- Feder
- 7
- Kontaktelement
- 8
- Signalleitung
1. Überspannungsableiter, aufweisend wenigstens zwei Elektroden (1), wobei wenigstens
eine der Elektroden (1) einen Belüftungskanal (2) aufweist, der einen Innenraum des
Überspannungsableiters mit einem Außenbereich des Überspannungsableiters verbindet,
dadurch gekennzeichnet, dass der Belüftungskanal (2) am äußeren Ende mittels eines Schmelzelements (3) und einer
Abdeckscheibe (4) verschlossen ist.
2. Überspannungsableiter nach Anspruch 1, bei dem das Schmelzelement (3) eingerichtet
ist, um bei Erwärmung zu schmelzen, derart, dass Luft durch ein oder mehrere Löcher
aus dem Außenbereich über den Belüftungskanal (2) in den Innenraum des Überspannungsableiters
gelangt.
3. Überspannungsableiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Abstand zwischen
den zwei Elektroden (1) so groß ist, dass eine Überschlagsspannung zwischen den beiden
Elektroden (1) an Luft höher ist als die vorgegebene Zündspannung des Überspannungsableiters.
4. Überspannungsableiter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem auf der dem Außenbereich
zugewandten Seite des Schmelzelements (3) die Abdeckscheibe (4) angeordnet ist.
5. Überspannungsableiter nach Anspruch 4, bei dem die Abdeckscheibe (4) einen Funktionszustand
des Überspannungsableiters anzeigt.
6. Überspannungsableiter nach Anspruch 4 oder 5, bei dem an der Abdeckscheibe (4) eine
mechanische Feder (6) angeordnet ist.
7. Überspannungsableiter nach Anspruch 6, bei dem die Abdeckscheibe (4) bei geschmolzenem
Schmelzelement (3) durch die Kraft der Feder (6) mit einem Kontaktelement (7) verbunden
ist.
8. Verwendung eines Überspannungsableiters nach einem der vorhergehenden Ansprüche in
einem elektrischen Netz.
9. Verwendung eines Überspannungsableiters nach einem der Ansprüche 1 bis 7 in einer
Telekommunikationseinrichtung.
10. Verfahren zum Schutz eines Überspannungsableiters vor thermischer Überlastung, aufweisend
einen Überspannungsableiter nach einem der Ansprüche 1 bis 7 mit folgenden Schritten:,
- Schmelzen des Schmelzelementes (3) bei einer thermischen Überlastung,
- Belüftung des Überspannungsableiters durch einen Belüftungskanal (2).
11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem sich beim Schmelzen des Schmelzelements (3) die
Abdeckscheibe (4) von dem Schmelzelement (3) löst und sich von ihrer ursprünglichen
Position entfernt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die Abdeckscheibe (4) durch die Kraft einer Feder
(6) auf ein Kontaktelement (7) gedrückt wird.
1. Surge arrester, comprising
at least two electrodes (1), wherein at least one of the electrodes (1) comprises
a ventilation channel (2) which connects an internal area of the surge arrester to
an external area of the surge arrester, characterized in that the ventilation channel (2) is closed at the external end by means of a fusible element
(3) and a covering panel (4).
2. Surge arrester according to Claim 1, in which the fusible element (3) is designed
to fuse when heated such that air passes through one or more holes from the external
area via the ventilation channel (2) into the internal area of the surge arrester.
3. Surge arrester according to one of the preceding claims, wherein a distance between
the two electrodes (1) is sufficiently great that any flashover voltage between the
two electrodes (1) in air is higher than the predetermined trigger voltage of the
surge arrester.
4. Surge arrester according to one of Claims 1 to 3, in which the covering panel (4)
is arranged on that side of the fusible element (3) which faces the external area.
5. Surge arrester according to Claim 4, in which the covering panel (4) indicates a functional
state of the surge arrester.
6. Surge arrester according to Claim 4 or 5, in which a mechanical spring (6) is arranged
on the covering panel (4).
7. Surge arrester according to Claim 6, in which the covering panel (4) is connected
to a contact element (7) by the force of the spring (6) when the fusible element (3)
has fused.
8. Use of a surge arrester according to one of the preceding claims in an electrical
network.
9. Use of a surge arrester according to one of Claims 1 to 7 in a telecommunications
device.
10. Method for protecting a surge arrester against thermal overloading, comprising a surge
arrester according to one of Claims 1 to 7, with the following steps:
- fusing of the fusible element (3) when a thermal overload occurs,
- ventilation of the surge arrester through a ventilation channel (2).
11. Method according to Claim 10, in which, when the fusible element (3) fuses, the covering
panel (4) is detached from the fusible element (3) and is moved away from its original
position.
12. Method according to Claim 11, wherein the covering panel (4) is pressed onto a contact
element (7) by the force of a spring (6).
1. Conducteur d'évacuation des surtensions, présentant au moins deux électrodes (1),
au moins l'une des électrodes (1) présentant un canal de ventilation (2) qui relie
un espace intérieur du conducteur d'évacuation des surtensions à une partie extérieure
du conducteur d'évacuation des surtensions,
caractérisé en ce que
le canal de ventilation (2) est fermé à son extrémité extérieure au moyen d'un élément
fusible (3) et d'une plaque de recouvrement (4).
2. Conducteur d'évacuation des surtensions selon la revendication 1, dans lequel l'élément
fusible (3) est conçu pour fondre en cas d'échauffement, de sorte que l'air passe
par un ou plusieurs trous de la partie extérieure jusque dans l'espace intérieur du
conducteur d'évacuation des surtensions en passant par le canal de ventilation (2).
3. Conducteur d'évacuation des surtensions selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel une distance entre les deux électrodes (1) est suffisamment grande pour
qu'une tension de claquage entre les deux électrodes (1) dans l'air soit supérieure
à la tension d'allumage prédéterminée du conducteur d'évacuation des surtensions.
4. Conducteur d'évacuation des surtensions selon l'une des revendications 1 à 3, dans
lequel la plaque de recouvrement (4) est disposée sur le côté de l'élément fusible
(3) tourné vers la partie extérieure.
5. Conducteur d'évacuation des surtensions selon la revendication 4, dans lequel la plaque
de recouvrement (4) indique l'état de fonctionnement du conducteur d'évacuation des
surtensions.
6. Conducteur d'évacuation des surtensions selon les revendications 4 ou 5, dans lequel
un ressort mécanique (6) est disposé sur la plaque de recouvrement (4).
7. Conducteur d'évacuation des surtensions selon la revendication 6, dans lequel, lorsque
l'élément fusible (3) a fondu, la plaque de recouvrement (4) est reliée à un élément
de contact (7) par la force du ressort (6).
8. Utilisation d'un conducteur d'évacuation des surtensions selon l'une des revendications
précédentes dans un réseau électrique.
9. Utilisation d'un conducteur d'évacuation des surtensions selon l'une des revendications
1 à 7 dans un dispositif de télécommunication.
10. Procédé de protection d'un conducteur d'évacuation des surtensions contre les surcharges
thermiques, présentant un conducteur d'évacuation des surtensions selon l'une des
revendications 1 à 7, le procédé présentant les étapes suivantes :
- fusion de l'élément fusible (3) en cas de surcharge thermique et
- ventilation du conducteur d'évacuation des surtensions par un canal de ventilation
(2).
11. Procédé selon la revendication 10, dans lequel la plaque de recouvrement (4) se détache
de l'élément fusible (3) lorsque l'élément fusible (3) a fondu et s'éloigne de sa
position initiale.
12. Procédé selon la revendication 11, dans lequel la plaque de recouvrement (4) est repoussée
sur un élément de contact (7) par la force d'un ressort (6).