[0001] Die Erfindung betrifft einen Fahrmischer mit einer Wasseranlage und einer Wasserpumpe
zum Erzeugen des benötigten Wasserdruckes in der Wasseranlage und mit weiteren Energieverbrauchern.
[0002] Energieverbraucher oder kurz gesagt Verbraucher, die am Fahrmischer montiert sind,
werden auch als Zusatzverbraucher bezeichnet. Zu diesen zählen neben der Wasseranlage
beispielsweise die Schurrenverstellung, der Trommelverschluß, eine Zusatzmittelpumpe
zum Bereitstellen von Zusatzmitteln, die die Eigenschaft des Beton verändern, und
weitere elektrische Verbraucher, wie beispielsweise eine Kamera, Arbeitsscheinwerfer
oder ähnliches. Der größte Verbraucher ist die Wasseranlage. Sie dient zum einen dazu,
den Fahrmischer nach dem Einsatz zu reinigen und zum anderen dazu, die Fließfähigkeit
des Mischmaterials zu verbessern. Sie kann auch dazu dienen, Trockenmischgut zu Beton
zu verarbeiten. Standardmäßig wird ein 500 I bzw. ein 650 I Wassertank vorgesehen,
der über entsprechende Rohrleitungen befüllbar ist. Der Tank wird üblicherweise mittels
einer Konsole auf dem Fahrmischergetriebe montiert. Schematisch ist ein derartiger
Aufbau in der Figur 1, die den Stand der Technik dokumentiert, dargestellt. Hier ist
ein Wassertank 9 über eine Hauptleitung 11, die außen am Rahmen montiert ist, über
eine Steigleitung, die optional eine Wasseruhr 14 und einen Schmutzfänger 12 aufweist,
mit einer Einspritzdüse, die in die Trommel des Fahrzeugmischers hineinragt, verbunden.
Ein weiterer Anschluß für einen Reinigungsschlauch 16 geht vom Verteilerstück an der
Hauptleitung 11 nach unten weg. In einer in der Zeichnung nicht dargestellten Art
und Weise kann auch ein zweites Einspritzrohr über dem Einlauftrichter angeordnet
werden.
[0003] Es existieren unterschiedliche Varianten, die Wasseranlage zu betreiben.
[0004] In der Figur 1 ist eine Druckluftwasseranlage gezeigt, bei dem der Druck über den
Druckluftanschluß am Fahrzeug erzeugt wird. Hierzu ist am Fahrzeug ein Drucktank 1
angeordnet. Die Druckluft wird vom Druckluftanschluß des Fahrgestells abgenommen.
Über Schutz- und Sicherheitsventile, wie das Vierkreisschutzventil 2 und das Überströmventil
3, sind die Systeme des Fahrzeugs, beispielsweise die Bremsanlage, abgesichert. Diese
Systeme haben Priorität. Der Luftbedarf der Nebenverbraucher ist zu überprüfen, um
Schäden an den Druckkomponenten, wie dem Kompressor und dem Lufttrockner, zu vermeiden.
Über ein Druckminderventil 4 und ein Manometer 6 wird der erforderliche Betriebsdruck
eingestellt. Zusätzlich sind noch ein Sicherheitsventil 7 und ein Prüfanschluß 8 vorhanden.
Mit 10 sind zwei Kugelabsperrschieber zum Befüllen des Wassertanks 9 bezeichnet. Schließlich
sind Kugelabsperrschieber 13 und 15 vorhanden, um den Reinigungsschlauch 16 bzw. die
Einspritzdüse in der Trommel zuzuschalten.
[0005] Eine andere nicht in der Figur 1 dargestellte Ausführungsvariante betreibt die Wasseranlage
über eine Wasserpumpe, welche über das Getriebe der Mischertrommel angetrieben wird.
Dazu hat das Mischergetriebe einen zusätzlichen Anschlußflansch seitlich des Hauptflansches.
An diesen wird eine Kreiselpumpe montiert. Der Wassertank ist hier nicht als Drucktank
ausgeführt. Nachteilig ist es, dass die Pumpe nur dann fördert, wenn sich die Trommel
dreht. Das Fördervolumen ist abhängig von der Drehzahl der Trommel. Zu beachten ist,
dass die Pumpe nicht mir Recyclingwasser oder Wasser mit Zusätzen betrieben werden
darf. Darüber hinaus darf die Pumpe auch nicht trocken laufen. Bei Frostgefahr muss
die Wasseranlage grundsätzlich entleert werden, wobei die Kugelabsperrschieber 10
gemäß Figur 1 zu öffnen sind.
[0006] Zum Betreiben der Wasseranlage kann die Wasserpumpe auch über Hydraulik schaltbar
sein. An die Fahrmischerpumpe mit Durchtrieb ist dann eine Zahnradpumpe angeflanscht,
die den Hydraulikmotor antreibt. Dieser Motor versorgt die Wasserpumpe. Der Antrieb
ist nur abhängig von der Drehzahl des Antriebsmotors des Fahrzeugs, üblicherweise
eines Dieselmotors. Durch einen Ventilblock ist dieser Antrieb separat schaltbar.
Eine Erweiterung des Hydraulikkreislaufes ist für diese Ausführungsvariante notwendig.
Auch hier ist die Wasseranlage bei Frostgefahr zu entwässern.
[0007] Eine andere Antriebsmöglichkeit besteht darin, dass die Wasserpumpe über einen Keilriemenantrieb
von einem separaten Motor angetrieben wird. Die Pumpe ist hier auf einer Spannstation
montiert. Die Förderleistung ist hier allerdings abhängig von der Motordrehzahl des
Motors. Sämtliche vorgenannten Antriebsvarianten zeigen erhebliche Nachteile hinsichtlich
des Platzbedarfs bzw. der Abhängigkeit von anderen Betriebssystemen des Fahrmischers,
so dass beim Betreiben der Energieverbraucher nicht unerhebliche Einschränkungen bestehen.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Fahrmischer derart weiterzubilden, dass mögliche
Energieverbraucher des Fahrmischers weitgehend unabhängig und bedarfsgerecht eingesetzt
werden können.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Kombination der Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Hierzu wird bei einem Fahrmischer mit einer Wasseranlage und einer Wasserpumpe
zum Erzeugen des benötigten Wasserdrucks in der Wasseranlage und mit weiteren Energieverbrauchern
die Wasserpumpe und/oder zumindest ein weiterer Verbraucher durch einen Elektromotor
angetrieben.
[0010] Diese erfindungsgemäße Ausgestaltung hat eine Reihe von Vorteilen gegenüber den eingangs
dargestellten Systemen. Zunächst einmal kann gegenüber dem in Figur 1 dargestellten
gebräuchlichen Lösung nach dem Stand der Technik auf den Drucktank verzichtet werden.
Der Wassertank muss nicht mehr an einer bestimmten Stelle des Fahrmischers angeordnet
sein. Vielmehr kann zum einen seine Form frei gewählt werden, so dass er an Störkonturen
des Fahrzeugchassis angepaßt werden kann. Da es beim Wassertank nicht mehr auf die
Schwerkraft ankommt, kann er an einem niedrigen Punkt des Chassis angeordnet werden,
so dass der Schwerpunkt des gesamten Fahrmischers niedriger angeordnet sein kann.
Hierdurch werden insbesondere auch die Fahreigenschaften des Fahrmischers und die
Fahrsicherheit verbessert. Bei dem erfindungsgemäß ausgestalteten Fahrmischer kann
ein Kunststofftank zum Einsatz kommen und insgesamt können die Wasserleitungen verkürzt
werden.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus dem sich an den
Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.
[0012] Demnach kann die Antriebsenergie des Elektromotors über das Bordnetz des Fahrmischers
bereitgestellt werden.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann die Antriebsenergie des Elektromotors
über eine zusätzlich montierte Energiequelle bereitstellbar sein.
[0014] Schließlich kann als Energiequelle auch ein Generator dienen, der über den Fahrzeugantrieb,
das heißt in der Regel den Dieselmotor angetrieben wird.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es weiterhin, zwischen dem Elektromotor oder den Elektromotoren
und der Energiequelle eine Steuerung anzuordnen. Als weitere Verbraucher können vorzugsweise
ein Hochdruckreiniger und/oder ein Linearantrieb und/oder ein Trommelverschluß und/oder
eine Schurrenverstellung und/oder eine Zusatzmittelpumpe vorgesehen werden.
[0016] Insbesondere die Schurrenverstellung und der Trommelverschluß können über eine Wirkkette
aus Elektromotor und hydraulischem Antrieb angetrieben werden.
[0017] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung einer Wasseranlage eines Fahrmischers nach dem Stand
der Technik,
- Figur 2:
- eine schematische Darstellung eines Teils der Wasseranlage nach einer ersten Ausführungsvariante
der vorliegenden Erfindung und
- Figuren 3 - 6:
- weitere schematische Darstellungen von anderen Ausführungsformen der Erfindung.
[0018] In Figur 2 ist eine erste Ausführungsvariante der Erfindung gezeigt, wobei hier nur
ein Schaltungsdetail dargestellt ist. So ist hier mit 100 eine Wasserpumpe bezeichnet,
welche Wasser aus einem an einer hier nicht näher dargestellten aber beliebig am Fahrzeugmischer
angeordneten Wassertank entnommen und einer hier ebenfalls nicht dargestellten Wasserdüse
oder einem anderen Verbraucher, wie beispielsweise einem Wasserschlauch, zugeführt
werden kann. Die Wasserpumpe ist unmittelbar von einem elektrischen Motor angetrieben.
Der elektrische Motor wird nach der in Figur 2 dargestellten Ausführungsvariante aus
dem Bordnetz des Fahrgestells des hier nicht näher dargestellten Fahrmischers gespeist.
Hier ist eine Batterie 104 gezeigt, die über einen Generator 106 gespeist wird. Der
Generator 106 wird durch den Dieselmotor 108, der zum Antrieb des Fahrmischers dient,
angetrieben. In der hier dargestellten Ausführungsvariante dient der Dieselmotor 108
sowohl zum Vortrieb des Fahrmischers wie auch zum Antrieb der Trommel.
[0019] In der Figur 3 ist eine modifizierte Ausführungsvariante gezeigt, bei der für den
Trommelantrieb, der hier schematisch mit 112 bezeichnet ist, ein eigener Antrieb 110
vorgesehen. Dieser ist über eine Gelenkwelle 114 mit dem den Trommelantrieb 112 speisenden
Generator 116 gekoppelt. An dem Generator ist auch der Elektromotor 102 angeschlossen,
der wiederum die Wasserpumpe 100 antreibt.
[0020] Eine weiter modifizierte Ausführungsvariante der Erfindung ergibt sich aus der Darstellung
gemäß Figur 4. Dort ist der gesonderte Antrieb 110 ebenfalls über eine Gelenkwelle
114 mit einem Generator 116 gekoppelt. Der Generator treibt den Trommelantrieb 112
sowie den elektrischen Motor 102 an, der wiederum die Wasserpumpe 100 mit elektrischer
Energie versorgt. Dem Elektromotor 102 vorgeschaltet ist hier jedoch eine Steuerung
118, die die Zuführung der elektrischen Energie vom Generator her steuert.
[0021] Neben der Wasseranlage können noch weitere Verbraucher vorgesehen sein, wie dies
beispielsweise in den Figuren 5 und 6 dargestellt ist. In der Ausführungsvariante
gemäß Figur 5 ist hier zunächst ebenfalls ein gesonderter Antrieb 110 über eine Gelenkwelle
114 mit einem Generator 116 gekoppelt. Der Generator dient zunächst zur Versorgung
des Trommelantriebs 112 und ist des weiteren über eine Steuerung 118 mit einem elektrischen
Motor 102 gekoppelt, der wiederum eine Wasserpumpe 100 antreibt. An dem elektrischen
Motor 102 ist zusätzlich noch ein Hochdruckreiniger angeschlossen, der zur Reinigung
des Fahrmischers vorgesehen ist. Bei dem Hochdruckreiniger wird der Wasserdruck auf
bis zu 140 bar bei 15 I/min erzielt, wobei zur Reinigung üblicherweise das Wasser
bei einem Druck von 80 bar bis 100 bar abgerufen wird, da es bei diesem Druck die
beste Reinigungswirkung zeigt. In der Ausführungsvariante gemäß Figur 5 kann eine
entsprechende Pumpe 120, die zum Pumpen des dem Hochdruckreiniger zugeleiteten Wassers
dient, mit dem Elektromotor verbunden werden.
[0022] Weiterhin kann mit dem Elektromotor ein Linearantrieb 122 wahlweise verbunden werden.
In der Ausführungsform gemäß Figur 5 sind also wahlweise verschiedene Verbraucher
100, 120 und 122 gleichzeitig oder getrennt voneinander von einem einzigen Elektromotor
102 antreibbar.
[0023] Dagegen ist in der Figur 6 eine der Ausgestaltung gemäß Figur 5 ähnliche Version
gezeigt, bei der ebenfalls wieder über einen Antrieb 110 und eine Gelenkwelle 114
ein Generator 116 angetrieben ist, der zur Versorgung des Trommelantriebs 112 mit
elektrischer Energie dient. Auch hier ist der Generator 116 über eine Steuerung 118
mit mehreren Verbrauchern verbunden. In dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 6 ist
hier als erster Verbraucher zunächst eine Wasserpumpe 100 der ansonsten hier nicht
näher dargestellten Wasseranlage über einen eigenen Elektromotor 102 angetrieben.
Auch die beiden weiteren Verbraucher, deren Bedeutung im folgenden kurz dargelegt
werden wird, sind jeweils über eigene Elektromotoren 102' und 102" angetrieben. Bei
dem Verbraucher, der über den eigenen Elektromotor 102' angetrieben ist, handelt es
sich um eine Zusatzmittelpumpe 124. Bei den Zusatzmitteln handelt es sich um Mittel,
die dem Beton beigemengt werden, um sein Verhalten zu beeinflussen. Sie wurden im
Stand der Technik mittels eines druckluftbeaufschlagten Behälters oder aufgrund Schwerkraft
in die Mischtrommel eingedüst. In der hier dargestellten Ausführungsvariante werden
sie durch die elektrisch angetriebene Zusatzmittelpumpe 124 gefördert.
[0024] Schließlich ist über den elektrischen Motor 102" eine Hydraulikpumpe 126 angetrieben,
welche über Ventile 128, 130 jeweils weitere Hydraulikverbraucher zugeschaltet sind.
Bei dem einen Hydraulikverbraucher handelt es sich um eine Schurrenverstellung 132.
Bei dem andern Verbraucher handelt es sich um den über das Ventil 130 angebundenen
Trommelvollverschluß 134. In dieser Ausführungsvariante kann also jeder Verbraucher
unabhängig durch den eigenen Elektromotor angetrieben werden, so dass hier auf den
jeweiligen Antriebsbedarf jedes Verbrauchers gezielt abgestellt werden kann.
1. Fahrmischer mit einer Wasseranlage und einer Wasserpumpe zum Erzeugen des benötigten
Wasserdruckes in der Wasseranlage und mit weiteren Energieverbrauchern,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wasserpumpe und/oder zumindest ein weiterer Verbraucher durch einen Elektromotor
angetrieben wird.
2. Fahrmischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsenergie des Elektromotors über das Bordnetz des Fahrmischers bereitstellbar
ist.
3. Fahrmischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsenergie des Elektromotors über eine zusätzlich montierte Energiequelle
bereitstellbar ist.
4. Fahrmischer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Energiequelle ein Generator dient.
5. Fahrmischer nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Elektromotor und Energiequelle eine Steuerung angeordnet ist.
6. Fahrmischer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als weiterer Verbraucher ein Hochdruckreiniger vorhanden ist.
7. Fahrmischer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als weiterer Verbraucher ein Linearantrieb vorhanden ist.
8. Fahrmischer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als weiterer Verbraucher ein Trommelverschluß vorhanden ist.
9. Fahrmischer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als weiterer Verbraucher eine Schurrenverstellung vorhanden ist.
10. Fahrmischer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als weiterer Verbraucher eine Zusatzmittelpumpe vorhanden ist.
11. Fahrmischer nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass über den Elektromotor ein hydraulischer Antrieb angetrieben wird, der als Antrieb
des Verbrauchers dient.
12. Fahrmischer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Verbraucher ein eigener Elektromotor als Antrieb zugeordnet ist.
13. Fahrmischer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Verbrauchern ein gemeinsamer Elektromotor als Antrieb zugeordnet
ist.