[0001] Die Erfindung betrifft eine Hüllenstruktur insbesondere für Seeschiffe nach dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
[0002] Zur Erhöhung des Strukturwiderstands einer Doppelhülle ist aus
EP 1 137 571 B1 eine Trägerstruktur bekannt, die Längsaussteifungen mit Trapezhohlprofilen aufweist.
Mit solchen Systemen sind die Grundanforderungen der Klassifikationsgesellschaften
bezüglich der Inspektions- und Wartungsfähigkeit nicht erfüllbar. Zudem bedeuten derartige
Konstruktionen einen erheblichen Eingriff in die Grundstruktur der Doppelhülle, was
einen sehr hohen fertigungstechnischen Aufwand nach sich zieht.
[0003] US 6 706 406 B1 offenbart in Figur 3 eine Doppelhüllenstruktur für ein Seeschiff umfassend eine primäre
Tragstruktur, eine an der primären Tragstruktur befestigte Innenwand und eine an der
primären Tragstruktur befestigte Außenwand, wobei an der Innen- und an der Außenwand
jeweils ein sekundäres Aussteifungssystem aus im Wesentlichen parallel zueinander
angeordneten Profilsteifen vorgesehen ist.
[0004] US 5 007 225 offenbart eine weitere Doppelhüllenstruktur für ein Seeschiff.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Hüllenstruktur mit erhöhtem Strukturwiderstand,
verbesserten Trageigenschaften und/oder erhöhtem Kollisionswiderstand bereitzustellen,
die insbesondere problemlos zu inspizieren bzw. zu warten ist.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Mitteln von Anspruch 1. Die erfindungsgemäße
Plattenabdeckung sorgt für eine signifikante Steigerung des elasto-plastischen Energieaufnahmevermögens
und des Strukturwiderstands sowie einer Verbesserung der Trageigenschaften, insbesondere
der Grenztrageigenschaften der Hüllenstruktur, bei minimalem zusätzlichem Materialeinsatz
bezogen auf die Gesamtmasse des Schiffskörpers. Bei der bevorzugten Anwendung der
Erfindung auf die Außenhülle von Seeschiffen führt die Erhöhung des elasto-plastischen
Energieaufnahmevermögens zu einer signifikanten Steigerung des Kollisionswiderstandes
insbesondere gegen Seitenkollision und dynamischer Eispressung aufgrund der forcierten
Dissipation der kinematischen Energie des Kollisionsgegners. Die Anwendung der Erfindung
auf die Bodenwand von Seeschiffen führt dementsprechend zu einer Erhöhung des Widerstands
gegen Grundberührung.
[0007] Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung ergibt sich daraus, dass sie auf einer konventionellen
Hüllenstruktur aufbauen kann. Die Plattenabdeckung wird an dem konventionellen sekundären
Aussteifungssystem befestigt, eine wesentliche Modifikation der primären Trägerstruktur
ist nicht erforderlich. Die Erfindung erfordert daher nur einen vergleichsweise geringen
Eingriff in die konstruktive Grundstruktur konventioneller Hüllenstrukturen. Da das
erfindungsgemäße Aussteifungssystem mit Plattenabdeckung mittels bekannter thermischer
Fügeverfahren herstellbar ist, ist die erfindungsgemäße Hüllenstruktur mit den derzeitigen,
insbesondere in der Werftindustrie vorhandenen fertigungstechnischen Einrichtungen
herstellbar.
[0008] Nach einem besonders bevorzugten Aspekt der Erfindung weist die Plattenabdeckung
gezielt positionierte und ausreichend ausgelegte Öffnungen zu Inspektions- bzw. Wartungszwecken
und/oder zur Begehung durch Montagepersonal auf, um Anforderungen von Klassifizierungsgesellschaften
nach Besichtigungs- und Wartungsfähigkeit erfüllen zu können.
[0009] Für ebene Wandbereiche werden vorzugsweise konvex bzw. zylindrisch gewölbte Plattenabdeckungselemente
verwendet, was zu einer durchgängig röhrenartigen Aussteifung der Wand führt. Hierdurch
werden zwei wesentliche Funktionen abgedeckt, nämlich Steigerung der Energieabsorption
der Aussteifung durch Forcierung der Interaktion von Biege- und Membransteifigkeit
der Struktur im Bereich sehr großer elasto-plastischer Formänderungen bis zum Versagenseintritt
(Strukturkollaps); und Gewährleistung der Begehbarkeit für Inspektion und Wartung
mittels einer gekrümmten Umbauung der ausgesteiften Flächen.
[0010] In gekrümmten Wandbereichen können hingegen vorzugsweise ebene Plattenabdeckungselemente
verwendet werden. Die ebenen Plattenabdeckungselemente werden vorzugsweise mit einer
konstanten Materialstärke über den gesamten Aussteifungsbereich auf dem Profil aufliegend
gefügt. Hiermit wird eine effiziente mittragende Wirkung bis in den Grenztragbereich
sowie eine fertigungstechnisch vereinfachte Ausführung erzielt. Der Versagensmechanismus
dieser ebenen Verstärkung unterscheidet sich grundlegend von dem der konvex gewölbten
Abdeckung. Die Geometrie und Position der Inspektions- und Wartungsöffnungen beeinflussen
signifikant die Energieabsorption, so dass sie wesentlich nach strukturmechanischen
Gesichtspunkten festgelegt werden. Zur Erhöhung des mittragenden Effekts der Abdeckung
kontinuierlich bis zum Strukturversagen wird vorzugsweise hochduktiles Material in
Form von austenitischem Stahl verwendet.
[0011] Die Erfindung ist auf Seeschiffe sämtlichen Typs anwendbar, insbesondere frachttragende
Seeschiffe wie Tankschiffe, Container- und Massengutschiffe; eisbrechende Schiffe
und Schiffe für eisführende Routen; Schiffe für Offshore-Anwendungen, beispielsweise
Versorgungs- und Bohrschiffe; Marineschiffe. Anwendbarkeit in der Meeres- bzw. Offshoretechnik
sowie im Stahlbrückenbau ist ebenfalls denkbar.
[0012] Als Materialien für die erfindungsgemäße Plattenabdeckung kommen grundsätzlich sämtliche
zertifizierten normalfesten oder austenitischen Stähle des Schiffbaus, der Meerestechnik
und des Stahlbrückenbaus in Betracht.
[0013] Bei der Anwendung der Erfindung auf Seeschiffe darf die zusätzlich eingebrachte Plattenabdeckung
in den Festigkeitsverband der Außenschale auch für Standardbedingungen des Betriebseinsatzes
integriert werden.
[0014] Die Erfindung wird im Folgenden anhand vorteilhafter Ausführungsformen unter Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer erfindungsgemäßen Hüllenstruktur;
- Fig. 2:
- einen Querschnitt durch die Hüllenstruktur aus Figur 1 in einem Ausschnitt gemäß dem
Schnitt A-A in Figur 1;
- Fig. 3:
- eine perspektivische Ansicht auf einen Ausschnitt der Hüllenstruktur gemäß Figur 2;
- Fig. 4:
- eine Querschnittsansicht der Hüllenstruktur aus Fig. 3;
- Fig. 5:
- eine Querschnittsansicht der Hüllenstruktur in einer anderen Ausführungsform;
- Fig. 6:
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer erfindungsgemäßen Hüllenstruktur in
einer anderen Ausführungsform;
- Fig. 7:
- einen Querschnitt durch die Hüllenstruktur aus Fig. 6 in einem Ausschnitt;
- Fig. 8:
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer erfindungsgemäßen Hüllenstruktur in
einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 9:
- einen Ausschnitt aus Fig. 8;
- Fig. 10:
- einen Querschnitt durch die Hüllenstruktur aus Fig. 9;
- Fig. 11:
- eine perspektivische Ansicht des gestrichelten Ausschnitts aus Fig. 9;
- Fig. 12:
- eine perspektivische Ansicht eines Ausschnitts aus Fig. 11;
- Fig. 13:
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer erfindungsgemäßen Hüllenstruktur in
einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 14:
- eine Ansicht auf die Hüllenstruktur aus Fig. 13 in Längsrichtung;
- Fig. 15:
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer konventionellen Hüllenstruktur; und
- Fig. 16:
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer konventionellen Hüllenstruktur in einer
anderen Ausführungsform.
[0015] Eine konventionelle Hüllenstruktur 10 eines Schiffsrumpfes 11 wird im Folgenden anhand
der Figuren 15, 16 erläutert. Die Hüllenstruktur 10 umfasst eine Bodenwand 12 und
Seitenwände 13, gezeigt ist weiterhin noch eine Tragstruktur 21 für ein Deck. Zwischen
der Bodenwand 12, den Seitenwänden 13 und der Decktragstruktur 21 ist ein Frachtraum
15 gebildet.
[0016] Die gezeigte Seitenwand 13 umfasst eine primäre Tragstruktur 14 aus Rahmenspanten
17 insbesondere in Querbauweise, an denen die Außenwand 16 befestigt ist, und orthogonal
an den Rahmenspanten 17 befestigten Stringern 18. Die Hüllenstruktur 10 umfasst weiterhin
ein sekundäres Aussteifungssystem 19, dessen Grundstruktur aus parallel angeordneten,
an der Außenwand 16 befestigten Profilsteifen 20 besteht. Das Aussteifungssystem 19
kann in Querbauweise wie in Fig. 15 gezeigt oder in Längsbauweise wie in Fig. 16 gezeigt
ausgeführt sein. Das sekundäre Aussteifungssystem 19 ist nicht tragend an der primären
Tragstruktur 14 befestigt, mit anderen Worten ist das sekundäre Aussteifungssystem
19 mechanisch unabhängig von der primären Tragstruktur 14.
[0017] Die erfindungsgemäße Hüllenstruktur 10 gemäß den Figuren 1 bis 14 baut auf der in
Fig. 15 bzw. Fig. 16 gezeigten konventionellen Hüllenstruktur 10 auf. Insbesondere
ist die primäre Tragstruktur 14 im Wesentlichen ohne Modifikationen. Das sekundäre
Aussteifungssystem 19 wird durch Anbringung der erfindungsgemäßen Plattenabdeckung
22 an den vorhandenen Profilsteifen 20 hergestellt. Die Anbringung der Plattenabdeckung
22 kann vor Anbringung der primären Tragstruktur 14 an der Wand 16 in offener Umgebung,
das heißt unter fertigungstechnisch günstigen Bedingungen, erfolgen.
[0018] In Fig. 1 ist eine bevorzugte Ausführungsform der Plattenabdeckung 22 in Form von
länglichen, konvex gewölbten Plattenelementen 23 am Beispiel einer Queraussteifung
gezeigt. Jedes Plattenelement 23 ist an dem freien bzw. von der Wand 16 entfernten
Ende zweier benachbarter Profilsteifen 20 der Länge nach befestigt. Dabei kann jedes
Plattenelement 23 mehrteilig aus jeweils zwischen zwei Stringern 23 angeordneten Abschnitten
gebildet sein. Die konvex gewölbten Plattenelemente 23 führen zu einer durchgängig
röhrenartigen Aussteifung, wodurch eine signifikante Steigerung der Energieabsorption
durch Forcierung der Interaktion von Biege- und Membransteifigkeit der Struktur im
Bereich sehr großer elasto-plastischer Formänderungen bis zum Versagenseintritt (Strukturkollaps)
erreicht wird.
[0019] In den Figuren 2 bis 5 sind Beispiele einer Abdeckungseinheit aus zwei angrenzenden
Plattenelementen 23a, 23b im Detail gezeigt. Das Plattenelement 23a ist an den freien
Enden der benachbarten Profilsteifen 20a, 20b, das Plattenelement 23b an den freien
Enden der benachbarten Profilsteifen 20b, 20c der Länge nach angebracht. Aufgrund
der konvex gewölbten Form der Plattenelemente 23a, 23b ergibt sich im Querschnitt
gemäß Figuren 4 und 5 zwischen den Profilsteifen 20 ein umwölbter Raum 24, der für
Inspektions- und Wartungspersonal zugänglich bzw. begehbar ist. Um die Zugänglichkeit
der röhrenförmigen Aussteifungen 16, 20a, 20b, 23a bzw. 16, 20b, 20c, 23b zu ermöglichen,
sind ausreichend dimensionierte, vorzugsweise an den Stringern 18 angeordnete Inspektions-
bzw. Wartungsöffnungen bzw. -ausschnitte 26 in den Plattenelementen 23 vorgesehen.
[0020] Die gezielte Positionierung und die Größe der Ausschnitte 26 sind bei den konvex
gewölbten Plattenelementen 23 ausschlaggebend für die Realisierung einer flexiblen
Fixierung der Endquerschnitte mit einem Einspannungsgrad der Aussteifung, unter dem
sich eine Formänderungskinematik bzw. Versagensformen ausbilden, mit denen eine signifikante
Steigerung der elasto-plastischen Energieaufnahme erzielt wird.
[0021] Im Bereich der Ausschnitte 26 weisen die Plattenelemente 23 vorzugsweise Materialverstärkungen
30 im Verhältnis zu mittigen Bereichen 31 zwischen den Stringern 18 auf. Allgemeiner
wird eine Stufung der Plattenstärke der Plattenelemente 23, abhängig von der freien,
nicht unterstützten Länge der Aussteifung (Stringerabstand), zur effizienten Materialauslastung
ausgenutzt. Bei vergleichsweise kurzen Aussteifungsabschnitten (Stringerabstand) ist
eine konstante Materialstärke bevorzugt.
[0022] Die Profilsteifen 20 sind in dieser Ausführungsform vorzugsweise Flachwulstprofile,
gegebenenfalls auch gebaute T-Profile, wobei je nach Zweckmäßigkeit auch Profilstege
unterschiedlicher Höhe verwendet werden können. Im Beispiel der Fig. 3 und 4 sind
die äußeren Profilsteifen 20a, 20c Flachwulstprofile, während die Mittelsteife 20b
ein gebautes T-Profil ist, um eine ausreichende Auflagefläche für die Kanten der Plattenelemente
23a, 23b bereitzustellen. In der Ausführungsform gemäß Fig. 5 ist die Mittelsteife
20b aus dem gleichen Grund als Flachwulstprofil mit einer größeren Steghöhe im Vergleich
zu den Außensteifen 20a, 20c ausgeführt.
[0023] Zum Durchsteigen der röhrenförmigen Aussteifungen 16, 20a, 20b, 23a bzw. 16, 20b,
20c, 23b können geeignete Hilfsmittel, beispielsweise Steigeisen 25 vorgesehen sein.
Auch der Einbau eines Lifts ist denkbar.
[0024] Die Ausführungsform gemäß den Figuren 6, 7 verdeutlicht, dass sich die erfindungsgemäße
Plattenabdeckung 22 in Form von länglichen, konvex gewölbten Plattenelementen 23 mit
geringen Anpassungen auch auf Aussteifungssysteme 19 in Längsbauweise anwenden lässt.
[0025] Konvex gewölbte Plattenelemente 23 können insbesondere in ebenen Wandbereichen vorteilhaft
eingesetzt werden. Des Weiteren können konvex gewölbte Plattenelemente 23 ohne Beeinträchtigung
des Wirkprinzips der Aussteifung im Hinblick auf fertigungstechnische und wirtschaftliche
Vorteile vorzugsweise aus normalfestem Stahl, aber auch aus austenitischem Stahl gefertigt
sein.
[0026] Die Ausführungsform gemäß den Figuren 8 bis 12 betrifft eine alternative Gestaltung
der Plattenabdeckung in Form ebener Plattenelemente 32, die insbesondere in gekrümmten
Wandbereichen verwendet werden können, siehe beispielsweise den unteren Abschnitt
des Plattenelements 32 in Fig. 9. Mit der ebenen Abdeckung 32 der Aussteifung 20 entsteht
eine Art Sandwichstruktur. Wie insbesondere aus Fig. 11 ersichtlich, erstreckt sich
das Plattenelement 32 vorzugsweise durchgehend über drei oder mehr Profilsteifen 20a,
20b, 20c, wodurch eine effiziente mittragende Wirkung bis in den Grenztragbereich
erreicht wird. Zur Erhöhung des mittragenden Effekts kontinuierlich bis zum Strukturversagen
besteht die Abdeckung 32 vorzugsweise aus hochduktilem Material, insbesondere austenitischem
Stahl, wodurch die Energieaufnahmekapazität der Hüllenstruktur nochmals signifikant
gesteigert und darüber hinaus zugleich das Problem der Korrosion für die zusätzlich
eingebrachten Materialoberflächen gelöst werden kann.
[0027] Die ebenen Plattenelemente 32 weisen vorzugsweise eine konstante Materialstärke über
den gesamten Aussteifungsbereich auf. Als Profile 20 kommen Flachwulstprofile, siehe
Figuren 10 bis 12, und gleichrangig auch T-Profile und Flachstahlprofile in Betracht.
Das Plattenelement 32 wird vorzugsweise mittels Laserschweißen an den Profilsteifen
20 befestigt, wobei vorzugsweise zwei Nähte 33a, 33b einzusetzen sind, siehe Figur
12.
[0028] Die auch in dieser Ausführungsform bevorzugt vorgesehenen Ausschnitte 26 in den Plattenelementen
32 gestatten eine visuelle Inspektion und auch Wartung mit geeignetem Gerät auch dann,
wenn der Zwischenraum zwischen der Außenwand 16 und den Plattenelementen 32 wegen
zu geringer Steghöhe der Profile 20 nicht für Personal zugänglich sein sollte. Die
Geometrie und Position der Ausschnitte 26 werden wesentlich unter strukturmechanischen
Gesichtspunkten festgelegt.
[0029] Die in den Figuren 13 und 14 gezeigte Ausführungsform entspricht bezüglich der Seitenwände
im Wesentlichen der Ausführungsform gemäß Figuren 6, 7, verdeutlicht jedoch, dass
die Erfindung auch auf die Bodenwand 12 des Schiffsrumpfes anwendbar ist, um den Widerstand
gegen Grundberührung zu steigern. In das rostförmige primäre Tragsystem aus Bodenwrangen
34 und nur andeutungsweise gezeigten Längsträgern 35 ist demnach das erfindungsgemäße
sekundäre Aussteifungssystem 19 an der Außenwand 16 mit an Längsprofilsteifen 20 angebrachten,
konvex gewölbten Plattenelementen 23 eingebettet.
[0030] Sämtliche Ausführungsformen betreffen insbesondere doppelwandige Hüllenstrukturen,
wobei eine an der Innenseite der Tragstruktur 14 befestigte Innenschale bzw. Innenwand
27 (siehe Fig. 2, 7, 10, 13, 14) in den Fig. 1, 6, 8, 15, 16 weggelassen ist, um den
inneren Aufbau der Hüllenstruktur ersichtlich zu machen. An der Innenwand 27 kann
ebenfalls ein Aussteifungssystem insbesondere in Form parallel zueinander angeordneter
Profilsteifen 29 angebracht sein. Die Erfindung ist nicht auf Doppelhüllenstrukturen
beschränkt, sondern auch auf einwandige Hüllenstrukturen anwendbar.
[0031] Im Allgemeinen richtet sich die Anzahl der aneinander angrenzenden Plattenelemente
23 insbesondere nach dem Abstand zwischen den Rahmenspanten 17 (Fig. 1, 2, 8, 10)
bzw. den Stringern 18 (Fig. 6, 7, 13, 14) bzw. den Boden-Längsträgern 35 (Fig. 13,
14). Die Beispiele der Figuren 2 bis 7 und 9 bis 11 betreffen zwei aneinander angrenzende
Plattenelemente 23, wobei die Erfindung auch einzelne Plattenelemente 23 (siehe Fig.
1 und 8) und selbstverständlich auch mehr als zwei aneinander angrenzende Plattenelemente
23 (siehe beispielsweise Boden 12 in Fig. 13, 14) umfasst.
1. Hüllenstruktur insbesondere für Seeschiffe, umfassend eine primäre Tragstruktur (14)
in Form eines Rostes aus miteinander verbundenen Querträgern (17; 34) und Längsträgern
(18; 35) zum Tragen mindestens einer Wand (16), und ein an der Wand (16) befestigtes
sekundäres Aussteifungssystem (19) aus im Wesentlichen parallel zueinander angeordneten
Profilsteifen (20), dadurch gekennzeichnet, dass an der freien Seite des Aussteifungssystems (19) eine Plattenabdeckung (22) so angebracht
ist, dass die an der Plattenabdeckung (22) befestigten Profilsteifen (20) an ihrem
jeweils anderen Ende an der Wand (16) befestigt sind und die Wand (16), die Profilsteifen
(20) und die Plattenabdeckung (22) röhrenförmige Aussteifungen bilden.
2. Hüllenstruktur nach Anspruch 1, wobei die Plattenabdeckung (22) zu Inspektions- bzw.
Wartungszwecken und/oder zur Begehung durch Montagepersonal positionierte und ausgelegte
Öffnungen (26) aufweist.
3. Hüllenstruktur nach Anspruch 2, wobei die Geometrie und/oder Position der Öffnungen
(26) in der Plattenabdeckung (22) unter Berücksichtigung strukturmechanischer Gesichtspunkte
festgelegt ist.
4. Hüllenstruktur nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Plattenabdeckung
(22) konvex gewölbte Plattenelemente (23) umfasst.
5. Hüllenstruktur nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Plattenabdeckung
(22) im Wesentlichen ebene Plattenelemente (32) umfasst.
6. Hüllenstruktur nach Anspruch 4 oder 5, wobei die Plattenelemente (23, 32) sich jeweils
über eine Mehrzahl von Profilsteifen (20) erstrecken.
7. Hüllenstruktur nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Plattenabdeckung
(22) entlang der Profilsteifen (20) eine variable Stärke aufweist.
8. Hüllenstruktur nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die primäre Tragstruktur
(14) im Falle einer Seitenwand (13) ein Rahmenspant-Stringer-System (17, 18) ist.
9. Hüllenstruktur nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die primäre Tragstruktur
(14) im Falle einer Bodenwand (12) ein Bodenwrangen-Längsspant-System (34, 35) ist.
10. Doppelhüllenstruktur umfassend eine Außenschale mit einer Hüllenstruktur nach einem
der vorangehenden Ansprüche und eine an der Innenseite der primären Tragstruktur (14)
angebrachte Innenschale (27).
11. Seeschiff, insbesondere Tankschiff, dessen Hülle eine Hüllenstruktur bzw. Doppelhüllenstruktur
nach einem der vorangehenden Ansprüche umfasst.
1. Hull structure in particular for seagoing vessels, including a primary support structure
(14) in the form of a grating consisting of lateral beams (17; 34) and longitudinal
beams (18; 35) which are connected to each other for supporting at least one wall
(16), and a secondary reinforcing system (19) which is attached to the wall (16) and
consists of profile stiffeners (20) that are arranged essentially parallel to each
other, characterized in that a plate cover (22) is attached to the free side of the reinforcing system (19) in
such a way that the profile stiffeners (20) attached to the plate cover (22) at their
respective other end are attached to the wall (16), and that the wall (16), the profile
stiffeners (20) and the plate cover (22) form tube-shaped reinforcements.
2. Hull structure according to claim 1, wherein the plate cover (22) comprises openings
(26) which are positioned and designed for inspection and maintenance purposes and/or
for the access of mounting personnel.
3. Hull structure according to claim 2, wherein the geometry and/or position of the openings
(26) in the plate cover (22) is determined in consideration of structural mechanical
aspects.
4. Hull structure according to any one of the preceding claims, wherein the plate cover
(22) includes plate elements (23) which are curved in a convex manner.
5. Hull structure according to any one of the preceding claims, wherein the plate cover
(22) includes plate elements (32) which are essentially planar.
6. Hull structure according to claim 4 or 5, wherein each plate element (23, 32) extends
across a plurality of profile stiffeners (20).
7. Hull structure according to any one of the preceding claims, wherein the plate cover
(22) has a variable strength along the profile stiffeners (20).
8. Hull structure according to any one of the preceding claims, wherein the primary support
structure (14), in case of a side wall (13), is a main frame-stringer-system (17,
18).
9. Hull structure according to any one of the preceding claims, wherein the primary support
structure (14), in case of a bottom wall (12), is a floor plates-stringer-system (34,
35).
10. Double hull structure including an outer shell comprising a hull structure according
to any one of the preceding claims and an inner shell (27) attached to the inner surface
of the primary support structure (14).
11. Seagoing vessel, in particular tank vessel, the hull of which includes a hull structure
or double hull structure according to any one of the preceding claims.
1. Structure d'enveloppe notamment pour des navires, comportant une structure portante
(14) primaire sous forme de treillis constitué par des traverses (17 ; 34) et des
longerons (18 ; 35) reliés ensemble pour supporter au moins une paroi (16), et un
système de renforts (19) secondaire fixé à la paroi (16) et composé d'entretoises
profilées (20) essentiellement parallèles, caractérisé par le fait qu'une plaque de couverture (22) est montée sur la face libre du système de renforts
(19) de manière à ce que les entretoises profilées (20) fixées à la plaque de couverture
(22) soient fixées à la paroi (16) à son autre extrémité respective et que la paroi
(16), les entretoises profilées (20) et la plaque de couverture (22) forment des renforts
de forme tubulaire.
2. Structure d'enveloppe selon la revendication 1, la plaque de couverture (22) présentant
des ouvertures (26) positionnées et dimensionnées à des fins d'inspection ou de maintenance
et/ou pour permettre l'accès au personnel de montage.
3. Structure d'enveloppe selon la revendication 2, la géométrie et/ou la position des
ouvertures (26) dans la plaque de couverture (22) étant déterminée en tenant compte
des aspects mécaniques de la structure.
4. Structure d'enveloppe selon l'une des revendications précédentes, la plaque de couverture
(22) comprenant des éléments de plaque (23) incurvés de manière convexe.
5. Structure d'enveloppe selon l'une des revendications précédentes, la plaque de couverture
(22) comprenant des éléments de plaque (32) essentiellement plats.
6. Structure d'enveloppe selon la revendication 4 ou 5, les éléments de plaque (23, 32)
s'étendant chacun sur une multitude d'entretoises profilées (20).
7. Structure d'enveloppe selon l'une des revendications précédentes, la plaque de couverture
(22) présentant une épaisseur variable le long des entretoises profilées (20).
8. Structure d'enveloppe selon l'une des revendications précédentes, la structure portante
(14) primaire étant, dans le cas d'une paroi latérale (13), un système de maître-couple
et longerons (17, 18).
9. Structure d'enveloppe selon l'une des revendications précédentes, la structure portante
(14) primaire étant, dans le cas d'une paroi inférieure (12), un système de varangues
plates et longerons (34, 35).
10. Structure de double enveloppe comprenant une coque externe dotée d'une structure d'enveloppe
selon l'une des revendications précédentes et une structure interne (27) installée
sur la face interne de la structure portante (14) primaire.
11. Navire, notamment un pétrolier, dont l'enveloppe comprend une structure d'enveloppe
ou une structure de double enveloppe selon l'une des revendications précédentes.