[0001] Die Erfindung betrifft ein Textilvorbehandlungsmittel, umfassend wenigstens zwei
wasserunlösliche Schichten, zwischen denen ein Wirkstoff-haltiges Gel angeordnet ist.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Textilvorbehandlungsmittels
und dessen Verwendung.
[0002] Bei der Reinigung von Textilien im häuslichen Bereich, beispielsweise in einer Waschmaschine,
werden nicht immer alle Flecken vollständig entfernt. Dies kann beispielsweise an
der Art der Flecken liegen oder aber auch an einer falschen Behandlung der Flecken.
In vielen Fällen ist es zweckmäßig, die Flecken mit Bleiche- und/oder Tensid-haltigen
Produkten vorzubehandeln.
[0003] Solche Produkte sind bereits im Markt erhältlich. Diese können beispielsweise aufgesprüht,
in flüssiger Form auf den Fleck gegossen oder mit zum Beispiel an der Verpackung angebrachten
Borsten eingebürstet werden. Gewöhnliche flüssige oder gelförmige Waschmittel sind
ebenfalls für Fleckvorbehandlungsprodukte geeignet.
[0004] Dabei ist der Anwender jedoch im Falle von Sprays einem Sprühnebel ausgesetzt. Bei
flüssigen oder gelförmigen Produkten, besteht das Problem, dass das Produkt verschüttet
werden kann oder der Anwender überdosiert und so der Anwender in unerwünschten Hautkontakt
mit dem flüssigen Produkt kommt.
[0005] Zudem muss bei herkömmlichen Fleckvorbehandlungsprodukten die Vorbehandlung zeitnah
zur Wäsche erfolgen. Für den Verbraucher bedeutet dies, dass er in seiner Schmutzwäsche
verfleckte Textilien suchen, auf diesen die Flecken suchen und vor der eigentlichen
Wäsche die Flecken vorbehandeln muss. Dieses Vorgehen kann als unbequem empfunden
werden.
[0006] Aus der
WO 03/054134 A1 ist ein Wäschevorbehandlungsmittel bekannt, welches einen flächigen, wasserlöslichen
Träger und daran unzertrennbar angebracht, einen Gelkörper enthält. Dieser Gelkörper
kann mit einem Fleck zu dessen Behandlung in Kontakt gebracht werden. Dabei wird -
ähnlich dem Prinzip eines Pflasters - der Gelkörper mit dem Träger an dem Textil befestigt.
Damit der Träger nicht durch das im Gelkörper enthaltene Wasser beschädigt wird, muss
bei diesem Vorbehandlungsmittel zwischen Gelkörper und Träger eine Sperrschicht aufgebracht
werden, welche zu Rückständen auf der Wäsche und in der Waschmaschine führen kann.
Zusätzlich erhöht diese Sperrschicht den Fertigungsaufwand und die Kosten.
[0007] Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, ein Textilvorbehandlungsmittel bereitzustellen,
welches einfach und gefahrlos in der Handhabung ist und keine Rückstände hinterlässt.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch Textilvorbehandlungsmittel, umfassend wenigstens
zwei wasserunlösliche Folien, die unterschiedlich sind und zwischen denen ein Wirkstoff-haltiges
Gel angeordnet ist, wobei die wasserunlöslichen Folien wasserdampfdicht sind und an
ihren Kanten, derart miteinander verbunden sind, dass das Wirkstoff-haltige Gel weitgehend
vor dem Eindringen und/oder Entweichen von Wasserdampf geschützt ist, wobei eine dem
Wirkstoff-haltigen Gel zugewandte Oberfläche wenigstens einer wasserunlöslichen Folien
mittels Aufbringen einer das Wirkstoff-haltige Gel abweisenden Schicht, einer Plasmabehandlung,
einer Beflammung und/oder einer Coronabehandlung zumindest teilweise verändert worden
ist und wobei das Wirkstoff-haltige Gel an einer ersten wasserunlöslichen Folie stärker
haftet als an einer zweiten wasserunlöslichen Folie und an einem textilen Flächengebilde
stärker haftet als an den wasserunlöslichen Folien.
[0009] Ein solches Textilbehandlungsmittel kann vom Anwender einfach und ohne Gefahr mit
dem reinigungsaktiven Mittel, hier dem Wirkstoff-haltigen Gel, in unerwünschten, direkten
Kontakt (Hautkontakt oder Einatmen eines Aerosols) zu kommen, auf einen Fleck platziert
werden. Das Textilvorbehandlungsmittel kann direkt nach dem Tragen und der Entdeckung
eines Flecks auf einem Textil aufgebracht werden und kann auf diesem bis zur eigentlichen
Wäsche verbleiben, ohne dass sich der Anwender noch mal mit der Textilvorbehandlung
beschäftigen muss. Ferner weist das Textilvorbehandlungsmittel nach dem Aufbringen
auf das textile Flächengebilde keine Inhaltsstoffe, beispielsweise eine Sperrschicht
aus einem wasserunlöslichen Material, auf, die nach dem Waschvorgang Rückstände hinterlassen.
[0010] Bevor das Wirkstoff-haltige Gel auf einen Fleck aufgebracht werden kann, muss es
derart aus der Wasserdampf-dichten Verpackung entnommen werden, dass es auf einer
flächigen Trägerschicht ist, mit deren Hilfe es auf dem Fleck platziert werden kann.
Durch Einsatz von zwei wasserunlöslichen Folien bleibt aufgrund geringfügiger Inhomogenitäten
auf den Oberflächen der wasserunlöslichen Folien das Wirkstoff-haltige Gel auf einer
der beiden wasserunlöslichen Folien stärker haften. In diesem Fall dient diese wasserunlösliche
Folie als Trägerschicht für das Wirkstoff-haltige Gel.
[0011] Die wenigstens zwei wasserunlöslichen Folien, die das Wirkstoff-haltige Gel umgeben,
sind unterschiedlich, damit sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Wirkstoff-haltige
Gel auf einer bestimmten der beiden wasserunlöslichen Folien verbleibt.
[0012] Mit Hilfe dieser Verfahren kann auf einfache Weise wenigstens eine Oberfläche der
wenigstens zwei wasserunlöslichen Folien zumindest teilweise verändert werden, so
dass das Wirkstoff-haltige Gel stärker oder schwächer an dieser Oberfläche haftet.
[0013] In einer anderen Ausführungsform ist es bevorzugt, dass die wenigstens zwei wasserunlöslichen
Folien aus einer wasserunlöslichen Folie gebildet sind.
[0014] In dieser Ausführungsform ist die wasserunlösliche Folie derart geknickt oder gefaltet,
dass das Wirkstoff-haltige Gel sandwichartig dazwischen angeordnet ist. Nach dem Auseinanderklappen
wird automatisch eine Trägerschicht mit dem darauf haftenden Wirkstoff-haltigen Gel
erhalten.
[0015] Es kann bevorzugt sein, dass wenigstens eine wasserunlösliche Folie eine Vertiefung
aufweist, damit eine ausreichende Menge an Wirkstoff-haltigem Gel zwischen die wasserunlöslichen
Folien eingebracht werden kann.
[0016] Weiterhin ist es bevorzugt, dass das Wirkstoff-haltige Gel eine wasserlösliche oder
wasserdispergierbare Gelmatrix aufweist. Mit Hilfe einer wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren
Gelmatrix wird ein Wirkstoff-haltiges Gel mit einer hohen Mindestfestigkeit erhalten,
welches einfach herzustellen und/oder einfach mit Wirkstoffen beladbar ist.
[0017] Es ist von Vorteil, dass das Wirkstoff-haltige Gel zur Ausbildung der Gelmatrix ein
vernetztes Polymer, eine flüssigkristalline Phase, anorganische Partikel und Mischungen
daraus umfasst.
[0018] Es ist bevorzugt, dass das Wirkstoff-haltige Gel einen Wirkstoff ausgewählt aus der
Gruppe enthaltend Tenside, Bleichmittel, Bleichkatalysatoren, Enzyme, organische Lösungsmittel,
Säuren, Alkalien, Komplexierungsmittel und Mischungen daraus umfasst.
[0019] Diese Wirkstoffe eigenen sich besonders gut zur Entfernung, Minimierung und/oder
Anlösung von Verfleckungen auf einem textilen Flächengebilde.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält das Wirkstoff-haltige
Gel ein Tensid und/oder Wasserstoffperoxid oder eine Quelle dafür.
[0021] Die Mehrzahl der Flecken auf textilen Flächengebilden kann durch diese Wirkstoffe
entfernt, minimiert oder angelöst werden. So sind beispielsweise viele der Flecken,
die in einem haushaltsüblichen Wasch - und Reinigungsverfahren in einer Waschmaschine
nicht (vollständig) entfernt werden, bleichbare Flecken. Mit Hilfe eines Wasserstoffperoxid-haltigen
Textilvorbehandlungsmittels können die Flecken weniger sichtbar gemacht werden. Weitere
Vorteile von Wasserstoffperoxid sind, dass es besonders einfach in ein Wirkstoff-haltiges
Gel einformuliert werden kann, ein preiswertes Bleichmittel ist und keine Rückstände
auf den damit behandelten Textilien hinterlässt.
[0022] Weiterhin ist es für die Ästhetik, Herstellung und/oder Handhabung des Textilvorbehandlungsmittels
von Vorteil, dass das Wirkstoff-haltige Gel einen weiteren Inhaltsstoff ausgewählt
aus der Gruppe enthaltend Feuchthaltemittel, Gelbrecher, Farbstoffe, Duftstoffe, Haftverstärker
und Mischungen daraus umfasst.
[0023] Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung eines erfindungsgemäßen Textilvorbehandlungsmittels
zur Entfernung, Minimierung und/oder Anlösung von Verfleckungen auf einem textilen
Flächengebilde.
[0024] Ferner wird ein Verfahren zur Herstellung eines Textilvorbehandlungsmittels, umfassend
wenigstens zwei wasserunlösliche Folien, die unterschiedlich sind und zwischen denen
ein Wirkstoff-haltiges Gel, das an einer ersten wasserunlöslichen Folie stärker haftet
als an einer zweiten wasserunlöslichen Folie und an einem textilen Flächengebilde
stärker haftet als an den wasserunlöslichen Folien angeordnet ist, bei dem die wasserunlöslichen
Folien wasserdampfdicht sind und an ihren Kanten, derart miteinander verbunden werden,
dass das Wirkstoff-haltige Gel weitgehend vor dem Eindringen und/oder Entweichen von
Wasserdampf geschützt ist, und bei dem eine dem Wirkstoff-haltigen Gel zugewandte
Oberfläche wenigstens einer wasserunlöslichen Folie mittels Aufbringen einer das Wirkstoff-haltigen
Gel abweisenden Schicht, einer Plasmabehandlung, einer Beflammung und/oder einer Coronabehandlung
zumindest teilweise verändert wird, offenbart.
[0025] Im Folgenden soll die Erfindung, unter anderem anhand von Beispielen, detaillierter
beschrieben werden.
[0026] Ein erfindungsgemäßes Textilvorbehandlungsmittel weist ein Wirkstoff-haltiges Gel
und wenigstens zwei wasserunlösliche Folien auf, wobei das Wirkstoff-haltige Gel wasserdampfdicht
zwischen den wasserunlöslichen Folien angeordnet ist.
[0027] Im Rahmen dieser Anmeldung wird unter einem Gel einerseits ein feindisperses System
aus mindestens einer festen und einer flüssigen Phase verstanden. Die feste Phase
bildet dabei ein schwammartiges, dreidimensionales Netzwerk (Gelmatrix), dessen Poren
durch eine Flüssigkeit (Lyogel) ausgefüllt sind. Beide Phasen durchdringen sich dabei
vollständig (bikohärent).
[0028] Im Rahmen dieser Erfindung werden unter dem Begriff Gel auch flüssige Systeme mit
sehr hoher Viskosität, vorzugsweise mit einer Fließgrenze, verstanden, die ohne zusätzliche
äußere Einwirkung nicht fließen oder verlaufen.
[0029] Das Wirkstoff-haltige Gel weist vorzugsweise eine Gelmatrix auf, welche dann mit
dem Wirkstoff in reiner Form oder in Form einer Lösung beladen wird. In einer bevorzugten
Ausführungsform ist diese Gelmatrix vollständig wasserlöslich. Die Gelmatrix kann
beispielsweise durch ein Hydrogel, ein reversibel vernetzbares Polymer und/oder anorganische
Partikel gebildet werden.
[0030] Im Rahmen dieser Anmeldung wird unter einem Hydrogel ein hydrophiles Polymer oder
Polymergemisch verstanden, dass durch moderate Vernetzung wasserunlöslich gemacht
wird und eine gummiartige Konsistenz aufweist. Die Vernetzung wird durch geeignete
Vernetzer, die zwischen den Polymerketten kovalente Bindungen erzeugen, bewirkt. Geeignete
hydrophile Polymere sind natürliche Polymere wie Polysaccharide, Proteine oder synthetische
Polymere. Geeignete Polysaccharide umfassen beispielsweise Alginate, Guar, Stärke
sowie Cellulose und deren Derivate. Geeignete Proteine umfassen beispielsweise Gelatine.
Als synthetische Polymere eigenen sich beispielsweise Polyvinylalkohole, Polyvinylpyrrolidone.
Polyacrylate oder deren Copolymere. Da die Vernetzung der hydrophilen Polymere weitgehend
irreversibel ist und die Gelmatrix sich während des Waschverfahrens nicht vollständig
löst, ist es bei dieser Art der Gelmatrix vorteilhaft, dass die Gelmatrix vor der
eigentlichen Wäsche entfernt wird.
[0031] Es ist deshalb mehr bevorzugt, dass die Gelmatrix zumindest in der Waschlauge dispergierbar,
aber bevorzugt weitestgehend in der Waschlauge löslich ist. Dies kann durch Einsatz
reversibel vernetzbarer Polymere erreicht werden. Solche reversiblen Vernetzungen
können beispielsweise durch ionotrope Vernetzung geeigneter Polymere mit zweiwertigen
Ionen erzielt werden. Verschiedene Polymere, die reversibel mittels Calcium- oder
Magnesiumionen vernetzt wurden, sind zwar in reinem Wasser unlöslich, lösen sich jedoch
in einer herkömmlichen Waschflotte während des Waschgangs, insbesondere unter den
dabei auftretenden mechanischen Bedingungen, auf.
[0032] Polymere, die sich ionotrop vernetzen lassen, sind beispielsweise natürliche Polymere
wie Alginate, Pectine oder Cellulose(derivate), aber auch synthetische Polymere wie
Polyvinylalkohole oder Acrylate. Bevorzugte Ionen zur Vernetzung sind Calcium- und/oder
Magnesiumionen.
[0033] Eine Gelmatrix kann auch mittels anorganischer Partikel wie zum Beispiel Kieselsäuren,
Silikaten und/oder Tonen erzeugt werden. Ein geeigneter Ton ist beispielsweise ein
Smectit-Ton. Bevorzugte Smectit-Tone sind Beidellit-Tone, Hectorit-Tone, Laponit-Tone,
Montmorillonit-Tone, Nontronit-Tone, Saponit-Tone, Sauconit-Tone und Mischungen daraus.
Montmorillonit-Tone sind Gelmatrix-bildende Tone. Bentonite enthalten hauptsächlich
Montmorillonite und können als bevorzugte Quelle für einen Gelmatrix-bildenden Ton
dienen.
[0034] Die Beladung der Gelmatrix mit dem Wirkstoff kann auf unterschiedliche Weise erfolgen.
Bei einer einfachen, schwammartigen Gelmatrix kann die Beladung durch Eintauchen,
Besprühen oder Aufbringen des reinen Wirkstoffs oder einer Lösung, einer Emulsion
oder einer Dispersion des Wirkstoffs erfolgen. Bei Verwendung eines vernetzbaren Polymers
kann die Gelmatrix direkt in einer Lösung, die auch den bzw. die Wirkstoffe enthält,
erfolgen. Dazu wird zunächst eine Lösung des Wirkstoffs, des vernetzbaren Polymers
und eventuellen weiteren Inhaltsstoffen erzeugt, die zunächst noch fließfähig ist.
Diese Lösung wird mit dem Vernetzer gemischt, überschichtet oder anderweitig in Kontakt
gebracht. Über die Konzentration des Vernetzers und der Dauer der Kontaktzeit kann
der Vernetzungsgrad und damit die Freisetzungskinetik des Wirkstoffes beeinflusst
werden. Zur Einstellung der optimalen Konsistenz des erhaltenen, Wirkstoff-haltigen
Gels kann dieses einem Trocknungsschritt unterworfen werden, in dem ein Teil des enthaltenden
Wasser entfernt wird.
[0035] Das Wirkstoff-haltige Gel enthält vorzugsweise einen Wirkstoff ausgewählt aus der
Gruppe umfassend Tenside, Bleichmittel, Bleichkatalysatoren, Enzyme, Kohlenwasserstoffe
und Mischungen daraus.
[0036] Als Tensid(e) können prinzipiell anionische, nichtionische, kationische, zwitterionische
und/oder amphotere Tenside eingesetzt werden können. Bevorzugt sind aus anwendungstechnischer
Sicht nichtionische Tenside, anionische Tenside sowie Mischungen aus anionischen und
nichtionischen Tensiden.
[0037] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, zum Beispiel aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO, 4 EO oder 7 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 7 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO. Auch nichtionische Tenside, die EO- und PO-Gruppen
zusammen im Molekül enthalten, sind erfindungsgemäß einsetzbar. Hierbei können Blockcopolymere
mit EO-PO-Blockeinheiten bzw. PO-EO-Blockeinheiten eingesetzt werden, aber auch EO-PO-EO-Copolymere
bzw. PO-EO-PO-Copolymere. Selbstverständlich sind auch gemischt alkoxylierte Niotenside
einsetzbar, in denen EO- und PO-Einheiten nicht blockweise, sondern statistisch verteilt
sind. Solche Produkte sind durch gleichzeitige Einwirkung von Ethylen- und Propylenoxid
auf Fettalkohole erhältlich.
[0038] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglucoside der allgemeinen
Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten, aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glycosideinheit mit
5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4. Alkylglucoside sind bekannte,
milde Tenside.
[0039] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte
und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette, insbesondere Fettsäuremethylester.
[0040] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide.
[0041] Der Gehalt an nichtionischen Tensiden in dem Wirkstoff-haltigen Gel beträgt bevorzugt
5 bis 90 Gew.-%, vorzugsweise 7 bis 80 Gew.-% und insbesondere 9 bis 70 Gew.-%, jeweils
bezogen auf das gesamte Wirkstoff-haltige Gel.
[0042] Das Wirkstoff-haltige Gel kann auch anionische Tenside als Wirkstoff enthalten. Als
anionische Tenside werden beispielsweise solche vom Typ der Sulfonate und Sulfate
eingesetzt. Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen dabei vorzugsweise C
9-13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken - und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
12-18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden. Ebenso sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren
(Estersulfonate), zum Beispiel die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-,
Palmkern- oder Talgfettsäuren geeignet.
[0043] Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester. Unter Fettsäureglycerinestern
sind die Mono-, Di- und Triester sowie deren Gemische zu verstehen, wie sie bei der
Herstellung durch Veresterung von einem Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder
bei der Umesterung von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden. Bevorzugte
sulfierte Fettsäureglycerinester sind dabei die Sulfierprodukte von gesättigten Fettsäuren
mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, beispielsweise der Capronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure,
Myristinsäure, Laurinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure oder Behensäure.
[0044] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
12-C
18-Fettalkohole, beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl - oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlängen bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind die C
12-C
16-Alkylsulfate und C
12-C
15-Alkylsulfate sowie C
14-C
15-Alkylsulfate bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate, welche als Handelsprodukte der Shell
Oil Company unter dem Namen DAN
® erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.
[0045] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet.
[0046] Weitere geeignete Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure,
die auch als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und
die Monoester und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise
Fettalkoholen und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte
Sulfosuccinate enthalten C
8-18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe unten).
Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten
Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso
ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.
[0047] Insbesondere bevorzugte anionische Tenside sind Seifen. Geeignet sind gesättigte
und ungesättigte Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure,
Stearinsäure, (hydrierten) Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen
Fettsäuren, zum Beispiel Kokos-, Palmkern-, Olivenöl- oder Talgfettsäuren, abgeleitete
Seifengemische.
[0048] Die anionischen Tenside einschließlich der Seifen können in Form ihrer Ammonium-,
Natrium-, Kalium - oder Magnesiumsalze vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen
Tenside in Form ihrer Natriumsalze vor. Ein weiteres bevorzugtes Gegenion für anionische
Tenside ist Cholin.
[0049] Der Gehalt an anionischen Tensiden in dem Wirkstoff-haltigen Gels kann bis zu 90
Gew.-%, bezogen auf das gesamte Wirkstoff-haltige Gel, betragen.
[0050] In einer anderen, ebenfalls bevorzugten Ausführungsform umfasst das Wirkstoff-haltige
Gel mit einem Tensid als Wirkstoff wenigstens eine flüssigkristalline Phase. In dieser
Ausführungsform wird das Gel nicht durch ein Polymer und eine Gelmatrix erzeugt, sondern
durch den Wirkstoff Tensid selber. Die Gelbildung setzt infolge der Bildung lyotroper,
flüssigkristalliner Phasen ein.
[0051] So bildet zum Beispiel eine 40 Gew.-%ige Lösung von C
12-C
18 ROH mit 7 EO (beispielsweise Dehydol LT 7 ex Cognis) oder eine Lösung geeigneter
Konzentration von Natriumdodecylsulfat oder eines Alkylethersulfates bei Raumtemperatur
ein schnittfestes Gel. Dieses Wirkstoff-haltige Gel kann im erwärmten Zustand verarbeitet,
beispielsweise mit weiteren Inhaltsstoffen versetzt werden, und in dem erfindungsgemäßen
Textilvorbehandlungsmittel eingesetzt werden.
[0052] Zusätzlich oder alternativ zu den Tensiden kann das Wirkstoff-haltige Gel Bleichmittel,
Bleichkatalysatoren, Enzyme, organische Lösungsmittel, Säuren, Alkalien, Komplexierungsmittel
und Mischungen daraus enthalten.
[0053] Es kann insbesondere bevorzugt sein, dass das Wirkstoff-haltige Gel Wasserstoffperoxid
oder eine Quelle dafür als Bleichmittel enthält.
[0054] Unter den als Bleichmittel dienenden, mit Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumperborattetrahydrat und das Natriumperboratmonohydrat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumpercarbonat,
Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder organische Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate,
Diperazelainsäure, Diperdodecandisäure, 4-Phthalimidoperoxobutansäure, 5-Phthalimidoperoxopentansäure,
6-Phthalimidoperoxohexansäure, 7-Phthalimidoperoxoheptansäure, N,N'-terephthaloyl-di-6-aminoperoxohexansäure
und Mischungen aus diesen. Zu den bevorzugten Persäuren gehören die Phthalimidoperoxoalkansäuren,
insbesondere 6-Phthalimidoperoxohexansäure (PAP). Bevorzugt enthält das Wirkstoff-haltige
Gel Wasserstoffperoxid.
[0055] Die Menge an Bleichmittel, insbesondere an Wasserstoffperoxid, beträgt vorzugsweise
zwischen 0,01 und 25 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,1 und 5 Gew.-%, bezogen auf das
gesamte Wirkstoff-haltige Gel.
[0056] Ein weiterer bevorzugter Wirkstoff sind Bleichkatalysatoren, insbesondere solche,
die keinen weiteren Zusatz einer Peroxoverbindung benötigen, sondern deren Bleichwirkung
aus einer Aktivierung durch Luftsauerstoff resultiert. Bei diesen Stoffen handelt
es sich um meist um Übergangsmetallsalze bzw. Übergangsmetallkomplexe wie beispielsweise
Mn-, Fe-, Co-, Ru- oder Mo-Salenkomplexe oder -carbonylkomplexe. Auch Mn-, Fe-, Co-,
Ru-, Mo-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit stickstoffhaltigen Tripod-Liganden sowie Co-,
Fe-, Cu- und Ru-Amminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren verwendbar.
[0057] Das Wirkstoff-haltige Gel kann auch ein Enzym oder eine Mischung aus Enzymen enthalten.
Geeignet sind insbesondere solche aus der Klassen der Hydrolasen wie der Proteasen,
(Poly)Esterasen, Lipasen bzw. lipolytisch wirkende Enzyme, Amylasen, Cellulasen bzw.
andere Glykosylhydrolasen, Hemicellulase, Cutinasen, β-Glucanasen, Oxidasen, Peroxidasen,
Mannanasen, Perhydrolasen, Oxireduktasen, Pectinasen und/oder Laccasen. Im Rahmen
der vorliegenden Erfindung werden bevorzugt Proteasen, Amylasen, Lipasen, Cellulasen,
Mannanasen, Laccasen, Tannanasen und Esterasen/Polyesterasen sowie Mischungen aus
zwei oder mehr dieser Enzyme eingesetzt.
[0058] Die Hydrolasen tragen bei der Wäsche zur Entfernung von Verfleckungen wie protein-,
fett- oder stärkehaltigen Verfleckungen und Vergrauungen bei. Cellulasen und andere
Glykosylhydrolasen können darüber hinaus durch das Entfernen von Pilling und Mikrofibrillen
zur Farberhaltung und zur Erhöhung der Weichheit des Textils beitragen.
[0059] Vorzugsweise werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und insbesondere Proteasen, die
aus Bacillus lentus gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen, beispielsweise
aus Protease und Amylase oder Protease und Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen
oder Protease und Cellulase oder aus Cellulase und Lipase bzw. lipolytisch wirkenden
Enzymen oder aus Protease, Amylase und Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen oder
Protease, Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen und Cellulase, insbesondere jedoch
Protease und/oder Lipase-haltige Mischungen bzw. Mischungen mit lipolytisch wirkenden
Enzymen von besonderem Interesse. Beispiele für derartige lipolytisch wirkende Enzyme
sind die bekannten Cutinasen. Zu den geeigneten Amylasen zählen insbesondere α-Amylasen,
Iso-Amylasen, Pullulanasen und Pektinasen.
[0060] Die Menge an Enzym bzw. an den Enzymen beträgt bezogen auf das gesamte Wirkstoff-haltige
Gel 0,01 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,12 bis etwa 3 Gew.-%. Die Enzyme werden bevorzugt
als Enzymflüssig-formulierung(en) eingesetzt. Ganz bevorzugte Wirkstoff-haltige Gele
enthalten Protease; Amylase; Pectinase; Mannanase, Protease und Amylase; Protease,
Amylase und Lipase; Protease und Mannanase; Amylase, Protease und Mannanase; Pectinase
und Mannanase; Protease, Amylase und Pectinase oder Protease, Amylase, Lipase und
(Poly)Esterase.
[0061] Zur Stabilisierung der Enzyme kann das Wirkstoff-haltige Gel Stabilisierungsmittel
wie Borsäure bzw. Borate, Borsäure-Derivate oder Aminoalkohole enthalten.
[0062] Weitere bevorzugte Wirkstoffe in dem Wirkstoff-haltigen Gel sind reinigungsaktive
organische Lösungsmittel. Diese umfassen insbesondere Kohlenwasserstoffe und Alkylether.
[0063] Geeignete Kohlenwasserstoffe sind insbesondere solche, welche einen Siedepunkt von
oberhalb 150 °C und vorzugsweise oberhalb von 180 °C aufweisen. Besonders bevorzugte
Wirkstoff-haltige Gel enthalten Paraffine oder Isoparaffine mit einem Siedebereich
zwischen 200 °C und 300 °C.
[0064] Als Alkylether kommen insbesondere Dialkylether, vor allem C
6-C
18-Alkylether mit besonderer Bevorzugung der C
8-C
12-Alkylether, beispielsweise Dioctylether, in Betracht. Ebenso geeignete organischen
Lösungsmittel, die auch eine hervorragende Reinigungswirkung aufweisen, sind Butoxypropoxypropanole
(BPP), welche als Mischung mehrerer Isomeren kommerziell erhältlich sind.
[0065] Weitere geeignete organische Lösungsmittel sind Ethanol, n-oder i-Propanol, Butanole,
Glycol, Propan - oder Butandiol, Glycerin, Diglycol, Propyl- oder Butyldiglycol, Hexylenglycol,
Ethylenglycolmethylether, Ethylenglycolethylether, Ethylenglycolpropylether, Ethylenglycolmono-n-butylether,
Diethylenglycolmethylether, Diethylenglycolethylether, Propylenglycolmethyl-, -ethyl-
oder -propylether, Dipropylenglycolmonomethyl- oder -ethylether, Di-isopropylenglycolmonomethyl-
oder -ethylether, Methoxy-, Ethoxy- oder Butoxytriglycol, 1-Butoxyethoxy-2-propanol,
3-Methyl-3-methoxybutanol, Propylen-glycol-t-butylether, Din-octylether sowie Mischungen
dieser Lösungsmittel.
[0066] Die Menge an organischem Lösungsmittel in dem Wirkstoff-haltigen Gel kann zwischen
0,01 und 50 Gew.-% betragen.
[0067] Insbesondere die Kohlenwasserstoffe können in Form einer O/W-Emulsion, insbesondere
einer O/W-Mikroemulsion, eingesetzt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform erstreckt
sich in der kontinuierlichen Wasserphase der O/W-Mikroemulsion die Gelmatrix, während
der Kohlenwasserstoff in der inneren Phase eingebettet ist. Die Verwendung einer solchen
O/W-Kohlenwasserstoffemulsion ist besonders an Öl-haltigen Flecken vorteilhaft.
[0068] Weiterhin kann es von Vorteil sein, wenn das Wirkstoff-haltige Gel ein Komplexierungsmittel
enthält. Das Komplexierungsmittel wird aus denen ausgewählt, die in Gegenwart von
Bleiche stabil sind und selbst die Bleiche stabilisieren, in dem sie Metallionen komplexieren.
Die Menge an Komplexbildner beträgt üblicherweise zwischen 0,01 und 1 Gew.-%. Geeignete
Komplexierungsmittel umfassen Alkalisalze der Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA),
Alkalisalze der Nitrilotriessigsäure (NTA), Methylglycindiessigsäure-Trinatriumsalz
(MGDA), Iminodisuccinate (IDS) oder Ethylendiamin-N,N'-disuccinat (EDDS). Weitere
geeignete Komplexierungsmittel sind Organophosphonate wie beispielsweise 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure
(HEDP), Aminotri(methylenphosphonsäure) (ATMP), Diethylentriamin-penta-(methylenphosphonsäure)
(DTPMP bzw. DETPMP) sowie 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure (PBS-AM), die zumeist
in Form ihrer Ammonium- oder Alkalimetallsalze eingesetzt werden. Ebenfalls einsetzbar
sind Citronensäure, Maleinsäure oder Oxalsäure.
[0069] Ferner kann das Wirkstoff-haltige Gel Säuren, insbesondere organische Säuren, oder
Alkalien als Wirkstoffe enthalten.
[0070] Neben diesen bevorzugten Wirkstoffen kann das Wirkstoff-haltige Gel weitere Inhaltsstoffe
umfassen, die die Wirkung und/oder die Ästhetik des Wirkstoff-haltige Gels verbessern.
Die weiteren Inhaltsstoffe sind vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend Feuchthaltemittel,
Gelbrecher, Farbstoffe, Duftstoffe, Haftverstärker und Mischungen daraus
[0071] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das Wirkstoff-haltige Gel ein Feuchthaltemittel.
Feuchthaltemittel, wie beispielsweise Glycerin oder Sorbitol, verhindern beziehungsweise
verzögern das Austrocknen der Matrix des Wirkstoff-haltigen Gels und verhindern so,
dass die Gelmatrixstruktur unwirksam wird. Ferner verbessern Gelbrecher die Penetration
des Wirkstoffs, insbesondere der Tenside, in das zu behandelnde textile Flächengebilde.
[0072] Gelbrecher, wie zum Beispiel Cumolsulfonat oder Polyethylenglycole ermöglichen die
Herstellung hochkonzentrierter, Tensid-haltiger Gele, die dennoch sehr gut verarbeitbar
sind.
[0073] Um den ästhetischen Eindruck des Wirkstoff-haltige Gels zu verbessern, können sie
mit geeigneten Farbstoffen eingefärbt werden. Bevorzugte Farbstoffe, deren Auswahl
dem Fachmann keinerlei Schwierigkeit bereitet, besitzen eine hohe Lagerstabilität
und Unempfindlichkeit gegenüber den übrigen Inhaltsstoffen des Wirkstoff-haltigen
Gels und gegen Licht sowie keine ausgeprägte Substantivität gegenüber Textilfasern,
um diese nicht anzufärben.
[0074] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das Wirkstoff-haltige Gel ein oder mehrere
Duftstoffe in einer Menge von üblicherweise bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 bis 5
Gew.-%, insbesondere 0,3 bis 3 Gew.-% bezogen auf das gesamte Wirkstoff-haltige Gel.
[0075] Als Parfümöle bzw. Duftstoffe können einzelne Riechstoffverbindungen, z.B. die synthetischen
Produkte vom Typ der Ester, Ether, Aldehyde, Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe
verwendet werden. Bevorzugt werden jedoch Mischungen verschiedener Riechstoffe verwendet,
die gemeinsam eine ansprechende Duftnote erzeugen. Solche Parfümöle können auch natürliche
Riechstoffgemische enthalten, wie sie aus pflanzlichen Quellen zugänglich sind.
[0076] Die Wirkstoff-haltigen Gele können auch einen Haftverstärker, beispielsweise Polymere
oder Harze, enthalten. Der Haftverstärker dient dazu, die Haftung des Wirkstoff-haltigen
Gels auf dem textilen Flächengebilde zu verstärken. Das Polymer und/oder der Harz
sind bevorzugt zumindest wasserdispergierbar und mehr bevorzugt im Wesentlichen wasserlöslich.
Ein geeigneter Haftverstärker ist beispielsweise Polyvinylmethylether. Dieser ist
beispielsweise als Lutonal® M 40 von der BASF kommerziell erhältlich.
[0077] Zur Bekämpfung von Mikroorganismen kann das Wirkstoff-haltige Gel antimikrobielle
Wirkstoffe enthalten. Hierbei unterscheidet man je nach antimikrobiellem Spektrum
und Wirkungsmechanismus zwischen Bakteriostatika und Bakteriziden, Fungistatika und
Fungiziden usw. Wichtige Stoffe aus diesen Gruppen sind beispielsweise Benzalkoniumchloride,
Alkylarylsulfonate, Halogenphenole und Phenolmercuriacetat, wobei bei den erfindungsgemäßen
Wasch- oder Reinigungsmitteln auch gänzlich auf diese Verbindungen verzichtet werden
kann.
[0078] Die Wirkstoff-haltige Gele können Konservierungsmittel enthalten, wobei vorzugsweise
nur solche eingesetzt werden, die kein oder nur ein geringes hautsensibilisierendes
Potential besitzen. Beispiele sind Sorbinsäure und seine Salze, Benzoesäure und seine
Salze, Salicylsäure und seine Salze, Phenoxyethanol, Ameisensäure und seine Salze,
3-lodo-2-propynylbutylcarbamat, Natrium N-(hydroxymethyl)-glycinat, Biphenyl-2-ol
sowie Mischungen davon. Weitere geeignete Konservierungsmittel stellen Isothiazolone,
Mischungen von Isothiazolonen und Mischungen von Isothiazolonen mit anderen Verbindungen,
beispielsweise Tetramethylolglycoluril, dar.
[0079] Zur Herstellung des Textilvorbehandlungsmittels wird das Wirkstoff-haltige Gel vorzugsweise
zwischen zwei überstehenden, wasserunlöslichen Folien angeordnet. Die beiden wasserunlöslichen
Folien werden an ihren Kanten wasserdampfdicht miteinander verbunden. Das sandwichartig,
zwischen den wasserunlöslichen Folien eingeschlossene Wirkstoff-haltige Gel ist dadurch
weitgehend vor dem Eindringen von Wasserdampf geschützt. Die Verbindung der Kanten
der wenigstens zwei wasserunlöslichen Schichten kann zum Beispiel mittels Versiegeln,
Verschweißen oder Verkleben erfolgen.
[0080] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Textilvorbehandlungsmittel zwei wasserunlösliche
Folien auf. Die können beispielsweise von zwei wasserunlöslichen Folien oder nur aus
einer wasserlöslichen Folie gebildet werden. Im letzteren Fall wird die Folie mittig
geknickt, so dass jeweils drei offene, mit der gegenüberliegenden, wasserunlöslichen
Schicht zu verbindende Kanten entstehen.
[0081] Die wasserunlöslichen Folien müssen eine geeignete Wasserdampfdichtigkeit aufweisen.
Dies wird beispielsweise mittels Polyolefinfolie mit geeigneter Dicke erzielt. Geeignete
Folien umfassen beispielsweise Polyethylen und/oder Polypropylen. Die Dicke der wasserunlöslichen
Folien beträgt vorzugsweise zwischen 5 und 100 µm.
[0082] Es kann bevorzugt sein, dass die eingesetzten wasserunlöslichen Folien einen Schichtaufbau
aufweisen. In diesem Fall weisen die wasserunlöslichen Folien vorzugsweise zumindest
eine Schicht aus einem Polyolefin auf.
[0083] Wenn die überstehenden, gegenüberlegenden Kanten der wasserunlöslichen Schichten
mittels Versiegeln miteinander verbunden werden sollen, weisen die wasserunlöslichen
Folien zweckmäßigerweise eine Siegelschicht auf. Die Siegelschicht kann durch ein
aufschmelzbares, siegelfähiges Material wie beispielsweise Polyethylen oder einen
auf Hitze- und/oder Druck-reagierenden Siegellack gebildet werden.
[0084] Zusätzlich können die wasserunlöslichen Folien eine Barriereschicht aufweisen, die
das Wirkstoff-haltige Gel vor dem Eindringen von Wasserdampf schützt, aber auch empfindliche
und/oder leicht-flüchtige Inhaltsstoffe des Wirkstoff-haltigen Gels vor Zersetzung
und/oder Verdampfung schützt. Die Barriereschicht kann beispielsweise aus Aluminium,
Polyvinylidenchlorid (PVDC), Ethylenvinylalkohol (EVOH) oder einem keramischen Material
wie SiOx sein. Sie kann eine Dicke von 1 bis 50 µm aufweisen.
[0085] Zur Erhöhung der mechanischen Stabilität kann es von Vorteil sein, dass die wasserunlöslichen
Folien eine Stabilisierungsschicht, beispielsweise aus einem Polyester aufweisen.
Ein typischer Schichtaufbau einer wasserunlöslichen Folie wäre beispielsweise 12 µm
Polyethylenterephthalat / 20 µm Aluminium / 50 µm PE, wobei die PE-Schicht auf der
dem Wirkstoff-haltigen Gel zugewandten Seite der wasserunlöslichen Folien mit Schichtaufbau
angeordnet ist.
[0086] Zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Textilvorbehandlungsmittels wird in einer
Ausführungsform der Erfindung eine erste wasserunlösliche Folie erwärmt und mittels
Vakuum tiefgezogen. In die entstandene Vertiefung wird das Wirkstoff-haltige Gel eingefüllt
und anschließend wird eine zweite wasserunlösliche Folie mittels Versiegelung darüber
befestigt. Diese Ausführungsform eignet sich insbesondere bei Einsatz von Wirkstoff-haltigen
Gelen, die nach der Herstellung ihre Endfestigkeit noch nicht erreicht haben.
[0087] Die Anwendung des Wirkstoff-haltigen Gels auf einer Verfleckung erfolgt, in dem die
beiden miteinander verbundenen wasserunlöslichen Schichten wieder auseinander gezogen
werden ("peeling"). Um dies dem Anwender zu erleichtern, kann an dem Textilvorbehandlungsmittel
eine Aufreißlasche oder eine Einkerbung vorhanden sein. Eine weitere Möglichkeit ist,
definierten Zonen der wasserunlösliche Schichten bei der Versiegelung, Verschweißung
oder Verklebung auszusparen.
[0088] Im Fall, dass die beiden wasserunlöslichen Folien aus einer wasserunlöslichen Folie
gebildet wurden, kann der Anwender die beiden, miteinander verbundenen Folien einfach
auseinander klappen und mit der Seite, auf der das Wirkstoff-haltige Gel ist, auf
die Verfleckung platzieren.
[0089] Im Fall, dass die beiden wasserunlöslichen Folien aus mehreren, insbesondere bevorzugt
zwei, wasserunlöslichen Folien gebildet worden sind, zieht der Anwender die beiden
wasserunlöslichen Folien vollständig auseinander. In dieser Ausführungsform ist es
allerdings essentiell, dass das Wirkstoff-haltige Gel eine Mindestfestigkeit aufweist
und sich nicht beim Auseinanderziehen der beiden wasserunlöslichen Folien spaltet.
[0090] Die Oberflächen, welche dem Wirkstoff-haltigen Gel zugewandt sind, der beiden wasserunlöslichen
Folien unterscheiden sich zumindest teilweise. Diese Unterscheidung bewirkt eine stärkere
Haftung des Wirkstoff-haltigen Gels an einer der beiden wasserunlöslichen Folien.
[0091] Die unterschiedliche starke Haftung kann durch verschiedene Verfahren erzielt werden.
Die Haftung des Wirkstoff-haltigen Gels kann auch durch Veränderung der dem Wirkstoff-haltigen
Gel zugewandten Oberfläche einer wasserunlöslichen Folie mittels einer Plasmabehandlung,
einer Beflammung und/oder einer Coronabehandlung erzielt werden. In diesem Fall wird
die Benetzung und damit die Haftung des Wirkstoff-haltigen Gels auf der Oberfläche
der behandelten wasserunlöslichen Folie erhöht.
[0092] Durch Aufbringen einer das Wirkstoff-haltige Gel abweisenden Schicht kann die Haftung
des Wirkstoff-haltigen Gels auf dieser wasserunlöslichen Folie verringert werden und
nach dem Auseinanderziehen der wasserunlöslichen Folien verbleibt das Wirkstoff-haltige
Gel auf der nicht-beschichteten, wasserunlöslichen Folie.
[0093] Nach dem Auseinanderziehen der wasserunlöslichen Folien verbleibt eine wasserunlösliche
Folie mit dem Wirkstoff-haltigen Gel. Mit Hilfe der wasserunlöslichen Schicht wird
das Wirkstoff-haltige Gel in direktem Kontakt mit einer Verfleckung auf einem textilen
Flächengebilde gebracht. Dazu kann ein leichter Anpressdruck oder eine kleine laterale
Bewegung während des Andrückens durch den Anwender verwendet werden.
[0094] Da das Wirkstoff-haltige Gel, beispielsweise aufgrund der Rauigkeit und Saugfähigkeit
des textilen Flächengebildes oder durch in das Wirkstoff-haltige Gel eingebrachte
Haftstoffe, auf dem texilen Flächengebilde stärker haftet als an der wasserunlöslichen
Folie, kann die wasserunlösliche Folie derart abgezogen, dass das Wirkstoff-haltige
Gel auf dem verfleckten textilen Flächengebilde verbleibt. Das verfleckte textile
Flächengebilde kann in einem Behälter zur Aufbewahrung von Schmutzwäsche gegeben und
dort bis zur eigentlichen Wäsche aufbewahrt werden. Während der Aufbewahrung des verfleckten
textilen Flächengebildes dringt der Wirkstoff in das textile Flächengebilde ein und
bewirkt dadurch eine Entfernung, Minimierung und/oder Anlösung der Verfleckung. Der
Wirkstoff des Wirkstoff-haltigen Gels ist vorzugsweise ein Tensid, mehr bevorzugt
ein flüssiges, nichtionisches Tensid.
[0095] Die erfindungsgemäßen Textilvorbehandlungsmittel können zur Entfernung, Minimierung
und/oder Anlösung von Flecken auf einem textilen Flächengebilde verwendet werden.
Beispiel 1
[0096] Es wurde eine klare Lösung aus 63 Gew.-% vollentsalztem Wasser, 23 Gew.-% C
12-C
18-ROH mit 7 EO und 14 Gew.-% C
12-C
14-ROH mit 5 EO und 4 PO hergestellt. Zu dieser Lösung wurden 1 g Natriumalginat gegeben,
wodurch eine viskose Lösung entstand. Zu der entstandenen Lösung wurde ein wasserlöslicher
Farbstoff und eine Duftstoffmischung gegeben.
[0097] Eine wasserunlösliche Folie mit einem Schichtaufbau aus 20 µm Polyethylen (Siegelschicht)
/ 10 µm Aluminium / 20 µm orientiertem Polypropylen wurde im Vakuum bei 100 mbar und
210 °C mit einer Haltezeit von 3 Sekunden tiefgezogen. Die entstandene Vertiefung
wies die Maße 30 x 20 x 3 mm und auf. Die Vertiefung wurde zu ¾ mit der oben hergestellten
Lösung gefüllt und danach mit einer wässrigen Lösung von 3 Gew.-% CaCl
2 x 2H
2O überschichtet. Anschließend wurde eine zweite wasserunlösliche Folie mit einem Schichtaufbau
aus 20 µm orientiertem Polypropylen / 10 µm Aluminium / 20 µm Polyethylen (Siegelschicht)
mittels Versiegelung darüber befestigt.
Beispiel 2
[0098] Es wurde eine Lösung 1, umfassend 2 Gew.-% Natriumalginat in vollentsalztem Wasser
und eine Lösung 2, umfassend 36 Gew.-% 1,2-Propylenglycol, 11 Gew.-% C
12-C
14-ROH mit 5 EO und 4 PO, 53 Gew.-% C
12-C
18-ROH mit 7 EO hergestellt. Zu dieser Lösung wurden 2,13 Gew.-%, bezogen auf die gesamte
Lösung 2, Natriumcitrat gegeben und dispergiert.
[0099] 53 Teile der Lösung 1 wurden mit 47 Teilen der Lösung 2 in einer Mischdüse vermischt
und in Vertiefungen von wasserunlöslichen Folien (hergestellt wie in Beispiel 1 beschrieben)
dosiert. Nach 10 Minuten war ein Wirkstoff-haltiges Gel erhalten worden.
[0100] Ein gemäß Beispiel 1 hergestelltes Textilvorbehandlungsmittel wurde auf seine Wirksamkeit
der Vorbehandlung von Verfleckungen untersucht. Die Untersuchung wurde an folgenden,
künstlichen Testanschmutzungen durchgeführt:
10GM: gebrauchtes Motorenöl auf Baumwolle, wfk-Testgewebe GmbH
20LS2: Lippenstift auf Polyester/Baumwolle, wfk-Testgewebe GmbH
[0101] Die beiden wasserundurchlässigen Folien des Textilvorbehandlungsmittels gemäß Beispiel
1 wurden auseinandergezogen, wobei das Wirkstoff-haltige Gel vollständig an einer
der beiden wasserunlöslichen Folie haftete. Das Wirkstoff-haltige Gel wurde mit Hilfe
der daran haftenden wasserunlöslichen Folie auf die Testanschmutzungen platziert und
über Nacht auf den Geweben belassen (Einwirkdauer: ca. 12 Stunden). Anschließend wurden
die Testgewebe, ohne die darauf befindlichen Wirkstoff-haltigen Gele zu entfernen,
in einer Waschmaschine im 40 °C-Standard-Programm (2 handelsübliche Persil-Tabs als
Waschmittel, 3,5 kg Füllwäsche) gewaschen. Als Referenz wurde jeweils ein Testgewebe
ohne Vorbehandlung mitgewaschen.
[0102] Die Testgewebe wurden vor und nach der Wäsche mittels spektralphotometrischer Remissionsmessungen
im L-a-b-System auf den Helligkeitswert L (in %) hin vermessen. Die Remissionsmessungen
wurden an je 3 zufällig gewählten Stellen auf dem Gewebe jeweils mit 3-fach-Bestimmung
pro Messpunkt durchgeführt. Vor den Messungen nach dem Waschgang wurden alle Gewebe-Läppchen
unter gleichen Bedingungen gebügelt und getrocknet. Aus den so erhaltenen 9 Messwerten
pro Messung wurde je ein Durchschnitts-L-Wert vor der Wäsche und ein Durchschnitts-L-Wert
nach der Wäsche erhalten. Aus der Differenz dieser Werte wurde der Differenzwert ΔL
(L-Wert nachher - L-Wert vorher) ermittelt:
| |
ΔL (gebr. Motorenöl auf BW) |
ΔL (Lippenstift auf PES/BW) |
| mit Vorbehandlung |
6,94% |
18,04% |
| ohne Vorbehandlung |
1,37% |
16,17% |
[0103] Die erhaltenen Werte zeigen deutlich, dass durch die Behandlung mit dem Textilvorbehandlungsmittel
eine verbesserte Fleckentfernung erzielt wird.
[0104] Visuell war an den Auflageflächen des Wirkstoff-haltigen Gels bei beiden Testgeweben
eine deutliche Aufhellung gegenüber dem umgebenden, unbehandelten Gewebe zu erkennen.
Die Wirkstoff-haltigen Gele waren jeweils nach dem Waschgang rückstandsfrei in der
Waschlauge gelöst.